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Technisches Gebiet
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Die Erfindung betrifft eine Fluidisiereinheit für einen Pulverförderer sowie einen Pulverförderer zum Fördern von Beschichtungspulver mit einer Fluidisiereinheit. Um Beschichtungspulver, welches im Folgenden kurz Pulver genannt wird, einfacher aus einem Pulvervorratsbehälter fördern zu können, wird der Pulverförderer mit einer Fluidisiereinheit ausgestattet. Die Fluidisiereinheit ist dabei am Ende des Pulveransaugrohrs des Pulverförderers angeordnet und bläst im Ansaugbereich des Pulveransaugrohrs Fluidisierluft in den Pulvervorrat, so dass das Pulver fluidisiert und dadurch unter anderem einfacher angesaugt und transportierbar wird.
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Stand der Technik
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Aus dem Stand der Technik
US 6 398 462 B1 ist eine Pulverfördervorrichtung mit einer Fluidisiereinheit bekannt. Der dort beschriebene Pulverförderer weist ein Pulveransaugrohr auf, an dessen einlassseitigem Ende die Fluidisiereinheit angeordnet ist. Diese umfasst einen aus einem porösen, luftdurchlässigen Material bestehenden Fluidisierring, über den unmittelbar am Einlass des Pulveransaugrohrs Fluidisierluft in das Pulver eingeblasen wird. Der Fluidisierring weist hierzu auf seiner Innenseite eine konisch ausgebildete Fläche auf, durch die die Fluidisierluft aus dem Fluidisierring austritt. Während die innere Mantelseite des Fluidisierrings vom Pulveransaugrohr abgedeckt wird, ist die äußere Mantelfläche des Fluidisierrings von einem luftdicht abschließenden Gehäuse, welches gleichzeitig zum Halten des Fluidisierrings dient, umgeben. Die Fluidisierluft wird somit gezwungen auf der konischen Innenseite des Fluidisierrings auszutreten. Die beschriebene Fluidisiereinheit hat jedoch den Nachteil, dass nur der Teil des Pulvers, der sich unmittelbar unterhalb der Pulveransaugöffnung befindet, fluidisiert wird. Dies kann dazu führen, dass der Teil des Pulvervorrats, der das Pulveransaugrohr seitlich umgibt, nicht oder nicht ausreichend zur Pulveransaugöffnung hin nachfließt. Um dem entgegenzuwirken, muss dann die Fluidisierluftmenge vergrößert werden, was dazu führt, dass sich die Pulversaugleistung des Pulverförderers reduziert, weil mehr Fluidisierluft angesaugt wird.
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Aus dem Stand der Technik
DE 295 18 478 Ul ist ebenfalls eine Pulverfördervorrichtung mit einer Fluidisiereinheit bekannt. Die Fluidisiereinheit ist am in den Pulvervorrat eingetauchten Ende des Pulverförderkopfs angeordnet. Im Betrieb strömt die Fluidisierluft durch eine poröse Scheibe und tritt aus der Grundfläche der porösen Scheibe aus. Die Pulveransaugöffnungen hingegen sind im oberen Bereich des Pulverförderkopfs und damit oberhalb der Fluidisierscheibe angeordnet. Eine derartige Ausführungsform hat den Nachteil, dass, sobald im Pulvervorratsbehälter der Pulvervorrat unter ein bestimmtes Niveau sinkt, vom Pulverförderer kein Pulver mehr angesaugt werden kann, weil die Pulveransaugöffnungen am Pulveransaugkopf nicht weit genug unten angeordnet sind.
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Darüber hinaus ist aus der Druckschrift
US 4 265 572 A eine Vorrichtung zum pneumatischen Fördern von staubförmigem Material bekannt. Die Vorrichtung umfasst einen zylinderförmigen Behälter, in dem sich das staubförmige Material und ein pneumatisches Mittel zum Leeren des Behälters befinden. Das pneumatische Mittel umfasst ein zentrales Saugrohr und ein koaxial dazu angeordnetes äusseres Rohr. Das äussere Rohr ist dicht auf dem Behälter befestigt. Das Saugrohr bildet mit dem äusseren Rohr einen ringförmigen Luftkanal. Unten bilden die beiden Rohre eine ringförmige Düse, durch die Luft als Strahl nach unten zum Behälterboden hin gerichtet werden kann, um dann die Luft und das pulverförmige Material zusammen durch das Saugrohr auszubringen. Die beiden Rohre sind relativ zueinander verschiebbar, sodass die Öffnungsweite der Düse einstellbar ist. Damit soll der aus der Düse austretende Luftstrahl auf den Seitenwänden des Behälters konvergieren.
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Darstellung der Erfindung
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Eine Aufgabe der Erfindung ist es, eine Fluidisiereinheit für einen Pulverförderer und einen Pulverförderer mit Fluidisiereinheit anzugeben mit denen sich auch bei einem geringen Fluidisierluftstrom eine ausreichend große Menge Pulver fluidisieren lässt.
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Mit der erfindungsgemässen Ausführungsform der Fluidisiereinheit lässt sich eine große schirmförmige Fluidisierung des Pulvers erreichen, was wiederum zu einer gleichmäßigen und homogenen Fluidisierung des Pulvers im und um den Bereich der Pulveransaugöffnung führt. Dadurch wird mit relativ wenig Fluidisierluft relativ viel Pulver fluidisiert.
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Vorteilhafterweise lässt sich durch die erfindungsgemäße Fluidisiereinheit erreichen, dass der Pulverförderer das Pulver auch am Boden des Pulvervorratsbehälters noch einwandfrei fördert.
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Die Aufgabe wird durch eine Fluidisiereinheit für einen Pulverförderer mit den Merkmalen gemäß Anspruch 1 gelöst.
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Die erfindungsgemäße Fluidisiereinheit für einen Pulverförderer weist eine Pulveransaugöffnung, einen Pulveransaugkanal und einen Fluidisierring auf, wobei der Fluidisierring ein luftdurchlässiges Material aufweist und oberhalb der Pulveransaugöffnung und konzentrisch zum Pulveransaugkanal angeordnet ist. Zudem weist die Fluidisiereinheit Befestigungsmittel mit einem ersten und einem zweiten Anschlag zum Halten des Fluidisierrings auf, die derart ausgebildet sind, dass die äußere Mantelfläche des Fluidisierrings zumindest teilweise frei bleibt.
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Zudem wird die Aufgabe durch einen Pulverförderer zum Fördern von Beschichtungspulver mit den Merkmalen gemäß Anspruch 8 in Verbindung mit den soeben genannten Merkmalen gelöst.
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Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus den in den abhängigen Ansprüchen angegebenen Merkmalen.
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Bei einer Weiterbildung der Fluidisiereinheit für einen Pulverförderer ist ein ringförmiger Fluidisierluftkanal vorgesehen, an dem sich auslassseitig der Fluidisierring anschließt. Dadurch wird gewährleistet, dass der Fluidisierring gleichmäßig mit Fluidisierluft versorgt wird.
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Vorteilhafterweise weisen die Befestigungsmittel der erfindungsgemäßen Fluidisiereinheit für einen Pulverförderer einen ringförmigen Anschlag und eine Krone auf, zwischen denen der Fluidisierring angeordnet ist.
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Zudem ist von Vorteil, wenn bei der erfindungsgemäßen Fluidisiereinheit die Krone mehrere Abstandhalter aufweist. Dadurch wird verhindert, dass die Verpackungsfolie, in der sich der Pulvervorrat befindet, angesaugt wird.
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Bei einer weiteren Ausführungsform der erfindungsgemäßen Fluidisiereinheit ist vorgesehen, dass die Krone auf den Pulveransaugkanal aufschraubbar ist. Dies hat den Vorteil, dass der Fluidisierring einfach ausgewechselt werden kann, indem zuerst die Krone vom Pulveransaugkanal abgeschraubt und anschließend der Fluidisierring abgenommen wird.
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Nach einem weiteren Merkmal der Erfindung kann der Fluidisierring mehrere Segmente umfassen. Dadurch muss die Krone nicht mehr komplett abgeschraubt werden, um den Fluidisierring auswechseln zu können, sondern es genügt, die Krone etwas zu lockern. Die einzelnen Segmente des Fluidisierrings können dann seitlich herausgezogen werden.
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Des Weiteren ist es von Vorteil, wenn bei der erfindungsgemäßen Fluidisiereinheit für einen Pulverförderer die Krone die Pulveransaugöffnung aufweist.
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Schließlich kann der erfindungsgemäße Pulverförderer zum Fördern von Beschichtungspulver einen mit Druckluft arbeitenden Pulverinjektor aufweisen.
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Figurenliste
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Im Folgenden wird die Erfindung mit mehreren Ausführungsbeispielen anhand von zwei Figuren weiter erläutert.
- 1 zeigt eine Ausführungsform des Pulverförderers zum Fördern von Beschichtungspulver in einer dreidimensionalen Ansicht.
- 2 zeigt eine mögliche Ausführungsform der Fluidisiereinheit für den Pulverförderer im Querschnitt.
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Wege zur Ausführung der Erfindung
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In 1 ist eine mögliche Ausführungsform des Pulverförderers in einer dreidimensionalen Ansicht dargestellt. Ein Injektor 1, der über eine Kupplung 2 mit Förderluft und Dosierluft versorgt wird, fördert mit Hilfe der Förderluft das Pulver aus einem in 1 nicht gezeigten Vorratsbehälter über ein Förderrohr 3 zu einer in 1 ebenfalls nicht gezeigten Pulversprühpistole. Über die Kupplung 2 lässt sich zudem der zum Transport des Pulvers zur Pulversprühpistole notwendige Schlauch anschließen. Am stromaufwärtigen Ende des Pulverförderrohrs 3 ist eine Fluidisiereinheit 4 vorgesehen, die für eine ausreichende Fluidisierung des im Pulvervorratsbehälter vorhandenen Pulvers sorgt. Die Fluidisiereinheit 4 umfasst einen Fluidisierring 5, durch den die Fluidisierluft in das Pulvergebinde geleitet wird. An dem Fluidisierring 5 schließt sich eine Krone 6 an, die im Inneren eine Pulveransaugöffnung 11 aufweist.
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In 2 sind das stromaufwärtige Ende des Pulverförderrohrs 3 und die Fluidisiereinheit 4 im Schnitt dargestellt. Im Inneren des Förderrohrs 3 befindet sich ein konzentrisch zum Förderrohr angeordnetes Pulverrohr 8, in dem das Pulver aus dem Pulvervorratsbehälter in Richtung Injektor 1 transportiert wird. Das Pulverrohr 8 wird im Folgenden auch als Pulveransaugkanal bezeichnet. Bei der in 2 gezeigten Ausführungsform ist auf dem stromabwärtigen Ende des Förderrohrs 3 ein ringförmiger Aufsatz 9 befestigt, der als oberer Anschlag für den Fluidisierring 5 dient. Auf das Pulverrohr 8 ist die Krone 6 aufgeschraubt, so dass der Fluidisierring 5 zwischen dem Aufsatz 9 und der Krone 6 fixiert ist. Um die Krone 6 auf das Pulverrohr 8 aufschrauben zu können, weist das Pulverrohr 8 ein Außengewinde 8.1 und die Krone 6 ein Innengewinde 6.1 auf. Die Krone 6 weist am oberen Ende einen Absatz 6.3 auf, um den Fluidisierring 5 gegenüber der Krone 6 auszurichten. Die Krone 6 weist zudem mehrere Abstandshalter 6.2 auf, die verhindern, dass das Verpackungsmaterial, beispielsweise die Verpackungsfolie, in der sich das Pulver befindet, vom Pulverförderer angesaugt wird. Die Strömungsrichtung des angesaugten Pulvers ist durch den Pfeil 10 gekennzeichnet. Zwischen dem Förderrohr 3 und dem Pulverrohr 8 befindet sich der erste Abschnitt eines Fluidisierluftkanals 7.1. Daran schließt sich stromabwärts der zweite ringförmige Abschnitt des Fluidisierluftkanals 7.2 an. Die Strömungsrichtung der Fluidisierluft FDL ist im Fluidisierluftkanal durch Pfeile gekennzeichnet. Die Fluidisierluft FDL tritt im Betrieb durch die innere Mantelfläche 5.1 des Fluidisierrings 5 in den Fluidisierring ein und aus der äußeren Mantelfläche 5.2 aus dem Fluidisierring 5 wieder aus. Die beiden Grundflächen 5.3 des Fluidisierrings 5 tragen bei der in 2 dargestellten Ausführungsform nicht zur Fluidisierung bei, sondern sind vielmehr zwischen dem Aufsatz 9 und der Krone 6 eingespannt.
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Der Fluidisierring 5 weist ein luftdurchlässiges Material auf. Er kann beispielsweise aus luftdurchlässigem Kunststoff, wie Polyethylen, im Sinterverfahren hergestellt werden oder aus porösen Strukturen aus Metallkugeln mit Hohlräumen bestehen oder eines dieser Materialien aufweisen. Der Fluidisierring 5 kann auch aus mehreren Segmenten zusammengesetzt sein.
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Die Anordnung des Fluidisierrings 5 oberhalb der Pulveransaugöffnung 11, wie dies in 2 gezeigt ist, unterstützt die Ausbildung eines schirmförmigen fluidisierten Pulverbereichs.
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Die Abstandshalter 6.2 der Krone 6 haben zudem den Vorteil, dass in die Vertiefungen zwischen den Abstandshaltern 6.2 ein einfaches, längliches Werkzeug, beispielsweise ein Schraubenzieher, gelegt werden kann, mit dessen Hilfe die Krone 6 dann ohne großen Kraftaufwand abschraubbar ist.
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Die vorhergehende Beschreibung der Ausführungsbeispiele gemäß der vorliegenden Erfindung dient nur zu illustrativen Zwecken und nicht zum Zwecke der Beschränkung der Erfindung. Im Rahmen der Erfindung sind verschiedene Änderungen und Modifikationen möglich, ohne den Umfang der Erfindung sowie ihre Äquivalente zu verlassen.
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Bezugszeichenliste
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- 1
- Injektor
- 2
- Kupplung
- 3
- Förderrohr
- 4
- Fluidisiereinheit
- 5
- Fluidisierring
- 5.1
- innere Mantelfläche
- 5.2
- äußere Mantelfläche
- 5.3
- Grundfläche
- 6
- Krone
- 6.1
- Gewinde
- 6.2
- Abstandshalter
- 6.3
- Absatz
- 7.1
- erster Abschnitt des Fluidisierluftkanals
- 7.2
- zweiter Abschnitt des Fluidisierluftkanals
- 8
- Pulverrohr
- 8.1
- Gewinde
- 9
- Aufsatz
- 10
- Pulverströmungsrichtung
- 11
- Pulveransaugöffnung
- FDL
- Fluidisierluft