DE102006009085B4 - Verfahren und Vorrichtung zum Waschen eines Zylinders einer Druckmaschine - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zum Waschen eines Zylinders einer Druckmaschine Download PDFInfo
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Abstract
Verfahren zum Waschen eines Zylinders (1) einer Druckmaschine (2) mittels eines Waschtuchs (3) einer Wascheinrichtung (16), wobei das Waschtuch (3) vor dessen Anstellung an den Zylinder (1) befeuchtet wird, dadurch gekennzeichnet, dass die Wascheinrichtung (16) gemäß eines in einer Steuerungseinrichtung (6) gespeicherten Programms derart gesteuert wird, dass das Waschtuch (3) zeitlich zuerst mit Wasser (4) befeuchtet wird, danach mit Waschmittel (5) befeuchtet wird und zuletzt an den Zylinder (1) angestellt wird.
Description
- Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Waschen eines Zylinders einer Druckmaschine mittels eines Waschtuchs, wobei das Waschtuch vor dessen Anstellung an den Zylinder befeuchtet wird, nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1. Des Weiteren bezieht sich die Erfindung auf eine Vorrichtung zum Waschen eines Zylinders einer Druckmaschine, umfassend eine Wascheinrichtung mit einem Waschtuch und eine Steuerungseinrichtung, welche die Wascheinrichtung derart steuernd ausgebildet ist, dass das Waschtuch vor dessen Anstellung an den Zylinder befeuchtet wird, nach dem Oberbegriff des Anspruchs 2.
- In der
EP 1 151 864 A1 ist eine Vorrichtung zum Reinigen der Mantelfläche eines Zylinders beschrieben, die ein erstes Sprührohr zur Zuführung eines ersten Reinigungsfluids, ein zweites Sprührohr zur Zuführung eines zweiten Reinigungsfluids und ein drittes Sprührohr zur Zuführung von Wasser aufweist. Die Vorrichtung umfasst weiterhin eine Waschwalze, die in einer Anstellposition der Reinigungsvorrichtung mit dem Zylinder in Kontakt steht. - In der
EP 0 004 605 A1 ist eine Vorrichtung zum Waschen von Zylindern an Druckmaschinen beschrieben, die ein Gehäuse mit einer Waschwalze und einer Quetschwalze aufweist. Des Weiteren sind im Gehäuse zwei Düsen vorgesehen, aus welchen Wasser und Reinigungsflüssigkeit versprühbar ist. Das Aufsprühen erfolgt auf die gesäuberte Mantelfläche der Waschwalze und der Quetschwalze. Den Düsen wird getrennt Flüssigkeit zugeführt, dergestalt, dass zuerst Wasser auf die Waschwalze gespritzt wird und anschließend Lösungsmittel. Dies dient dazu, um zuerst Papierstaub zu entfernen, bevor Lösungsmittel auf den Zylinder kommt. - In
EP 0 715 956 B1 ist ein Verfahren beschrieben, bei welchem von einer Steuerung die Menge an Waschmittel und/oder Wasser bestimmt wird, mit welcher ein vorbestimmter Feuchtigkeitsgrad des Waschtuchs vor dessen Anstellung an den Zylinder erzielt wird. - Dadurch wird der Waschmittel- und Wasserverbrauch reduziert. Die Standzeit des Waschtuchs erhöhende Maßnahmen sind hierbei nicht vorgesehen.
- Deshalb liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren mit hoher Standzeit des Waschtuchs anzugeben und eine zur Durchführung dieses Verfahrens geeignete Vorrichtung sowie eine damit ausgestattete Bogendruckmaschine zu schaffen.
- Diese Aufgabe wird durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 1, eine Vorrichtung mit den Merkmalen des Anspruchs 2 und eine Bogendruckmaschine mit den Merkmalen des Anspruchs 7 gelöst.
- Versuche haben gezeigt, dass sich der Verschleiß des Waschtuchs mindern lässt, indem letzteres jeweils vor seiner mit dem Waschmittel erfolgenden Befeuchtung gewässert wird.
- In den Unteransprüchen sind Weiterbildungen der erfindungsgemäßen Vorrichtung und der erfindungsgemäßen Bogendruckmaschine genannt.
- Bei einer Weiterbildung der Vorrichtung besteht das Waschtuch aus einem Vliesstoff, also einem ungewebten, faserigen Textilmaterial. Dieser Vliesstoff kann Baumwollfasern und/oder Viskosefasern und/oder Polyesterfasern enthalten. Günstig sind Fasergemische aus Polyesterfasern und Baumwollfasern oder aus Polyesterfasern und Viskosefasern.
- Bei einer Weiterbildung der Bogendruckmaschine umfasst der Zylinder eine raue Antiabschmier-Oberflächenstruktur. Dies ist in Fällen vorteilhaft, in denen die Bogendruckmaschine ein Perfektor für den Schön- und Wiederdruck ist und der Zylinder ein Gegendruckzylinder ist.
- Weitere funktionell und konstruktiv vorteilhafte Weiterbildungen ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung eines bevorzugten Ausführungsbeispiels und der dazugehörigen Zeichnung.
- In dieser zeigt:
-
1 eine Druckmaschine mit einem Zylinder und einer Vorrichtung zum Waschen des Zylinders, die eine Steuerungseinrichtung umfasst, -
2 ein Waschtuch der Vorrichtung aus1 und -
3 ein Programmablaufdiagramm eines Programms der Steuerungseinrichtung aus1 . - In
1 ist eine Druckmaschine2 mit einem Zylinder1 und einer Vorrichtung zum Waschen des Zylinders1 dargestellt. Die Druckmaschine2 ist eine Bogendruckmaschine, speziell ein Perfektor zum beidseitigen Bedrucken des jeweiligen Bogens in einem Bogendurchlauf. Der Zylinder1 ist ein Bogentransportzylinder, speziell ein Gegendruckzylinder. Die Vorrichtung umfasst eine Wascheinrichtung16 und eine Steuerungseinrichtung6 zum Steuern der Wascheinrichtung16 . - Die Wascheinrichtung
16 umfasst ein Waschtuch3 , dessen noch unbenutzter Abschnitt einen Saubertuchwickel17 bildet und dessen bereits benutzter Abschnitt einen Schmutztuchwickel18 bildet. Das Waschtuch3 wird von dem Saubertuchwickel17 abgewickelt und auf den Schmutztuchwickel18 aufgewickelt. Dazwischen verläuft das Waschtuch3 über ein Andrückelement15 , welches zum Andrücken des Waschtuchs3 an den Zylinder1 dient. Das Andrückelement15 ist zusammen mit dem Waschtuch3 durch einen Stellantrieb14 , speziell einen pneumatischen Arbeitszylinder, zum Zylinder1 hin und von letzterem wieder weg bewegbar. - Zwischen dem Saubertuchwickel
17 und dem Andrückelement15 ist dem Waschtuch3 eine Einrichtung zum Befeuchten des Waschtuchs2 mit reinem Wasser4 und mit einem von diesem Wasser4 verschiedenen Waschmittel5 angeordnet. Diese Befeuchtungseinrichtung umfasst eine Wasserzuführung12 für das Wasser4 und eine Waschmittelzuführung13 für das Waschmittel5 . Die Wasserzuführung12 und die Waschmittelzuführung13 sind als sich parallel zum Zylinder1 erstreckende Rohre mit Düsen ausgebildet, die auf das Waschtuch3 gerichtet sind. Gemäß1 sind die beiden Zuführungen12 ,13 als Sprührohre mit Abstand zum Waschtuch3 angeordnet. Bei einer von1 abweichenden Modifikation könnten die beiden Zuführungen12 ,13 ohne Abstand zum Waschtuch3 angeordnet sein, so dass letzteres an den Düsen der Zuführungen12 ,13 anliegt. Gemäß1 sind die beiden Zuführungen12 ,13 voneinander separat ausgebildet. Bei einer von1 abweichenden Modifikation könnte anstatt der beiden Zuführungen12 ,13 nur eine einzige Zuführung vorgesehen sein, die – z. B. über ein umschaltbares Mehrwegeventil – wahlweise mit dem Wasser4 und dem Waschmittel5 beaufschlagbar ist. - Der Zylinder
1 weist umfangsseitig eine mikroraue Oberflächenstruktur als eine Antiabschmier-Oberflächenstruktur11 auf, welche die Druckfarbe abweisende Eigenschaften hat und verhindert, dass die Druckfarbe von der dem Zylinder1 zugewandten Seite des Bedruckstoffbogens auf den Zylinder1 abschmiert. Die Ausstattung des Zylinders1 mit der Antiabschmier-Oberflächenstruktur11 ist vorteilhaft, wenn der Zylinder1 einem Druckwerk zugehörig ist, das in Bogenlaufrichtung gesehen einer Wendeeinrichtung zum Wenden des Bogens nachfolgt. Die Antiabschmier-Oberflächenstruktur11 kann in Form eines von dem Zylinder1 lösbaren Zylinderaufzugs oder in Form einer unlösbaren Zylinderbeschichtung vorgesehen sein und bildet die Bogentragefläche des Zylinders1 . - In
2 ist das Waschtuch3 im Detail dargestellt. Das Waschtuch3 besteht aus einem Vliesstoff7 , der Polyesterfasern enthält. Der Vliesstoff7 kann außer den Polyesterfasern10 Zellstoff- bzw. Viskosefasern9 enthalten. Beispielsweise kann der Vliesstoff7 ein Mischvlies sein, das zu ca. 45% aus den Polyesterfasern10 und zu ca. 55% aus den Viskosefasern9 besteht. Ein solcher Vliesstoff7 wird z. B. unter der Handelsmarke Sontara® 8835 von der Firma DuPont, Wilmington, USA angeboten. Auch gut geeignet ist der von dieser Firma unter der Handelsmarke Sontara® SPS-Entfettungstuch angebotene Vliesstoff7 . Das Waschtuch3 kann aber auch aus einem Vliesstoff7 bestehen, der außer den Polyesterfasern10 auch noch Baumwollfasern8 enthält oder der alle drei Faserarten (Polyesterfasern, Viskosefasern, Baumwollfasern) enthält oder der nur die Baumwollfasern8 enthält. - Ohne die erfindungsgemäßen Maßnahmen würde die Antiabschmier-Oberflächenstruktur
11 in unakzeptablem Maße Fasern aus dem Waschtuch3 herausreißen, wenn dieses zur Reinigung der Antiabschmier-Oberflächenstruktur11 gegen letztere gepresst wird und darauf scheuert. Durch das Herausreißen der Fasern würde das Waschtuch3 sehr schnell verschleißen und außerdem bestünde die Gefahr, dass sich die herausgerissenen Fasern auf der Antiabschmier-Oberflächenstruktur11 festsetzen würden und infolgedessen die Druckqualität mindern würden, da die Antiabschmier-Oberflächenstruktur11 zusammen mit der Umfangsoberfläche eines zeichnerisch nicht dargestellten Gummituchzylinders den Druckspalt eines Offset-Druckwerks bildet und somit sehr verschmutzungsempfindlich ist. - Um diese Komplikationen zu vermeiden, wird die Wascheinrichtung
16 gemäß eines in der Steuerungseinrichtung6 gespeicherten Programms gesteuert, das in3 schematisch dargestellt ist. - In einem ersten Programmschnitt
19 wird die Wasserzuführung12 aktiviert und durch letztere das Waschtuch3 eine bestimmte Zeit lang gewässert. Durch diese mit dem Wasser4 erfolgende Vorfeuchtung quellen die Viskosefasern9 quer zu ihren Faserlängsachsen auf und verklemmen die Viskosefasern9 sich dadurch mit den benachbarten Polyesterfasern10 , so dass sich die Viskosefasern9 nicht mehr so leicht aus dem Faserverbund herauslösen lassen. Dieser Effekt tritt auch bei den Baumwollfasern8 ein, wobei bei den Baumwollfasern8 als zusätzlicher Effekt eine Zunahme der Reißfestigkeit bzw. eine Faserverfestigung eintritt. Beide Effekte tragen dazu bei, die Fusselneigung des Waschtuchs3 spürbar zu reduzieren. - Nach einer gewissen Einwirkzeit für das Wasser
4 aktiviert die Steuerungseinrichtung6 in einem zweiten Programmschritt20 die Waschmittelzuführung13 , welche erst jetzt das Waschmittel5 auf das bereits mit dem Wasser4 vorgefeuchtete Waschtuch3 aufbringt. - Der mit dem Wasser
4 bereits vorgefeuchtete Tuchbereich nimmt das Waschmittel5 sehr gut an und wird danach durch Drehen des Schmutztuchwickels18 auf das Andrückelement15 gezogen. - In einem dritten Programmschritt
21 aktiviert die Steuerungseinrichtung6 den Stellantrieb14 , wodurch letzterer das Andrückelement15 ausfährt und den zuerst mit dem Wasser4 und danach mit dem Waschmittel5 befeuchteten Tuchbereich gegen den rotierenden Zylinder1 bzw. dessen Antiabschmier-Oberflächenstruktur11 drückt, um letztere zu säubern. - Die erfindungsgemäßen Maßnahmen wirken den Verschleiß des Waschtuchs
3 mindernd und verhindern das Herausreißen von Fasern infolge der Scheuerwirkung der rauen Antiabschmier-Oberflächenstruktur11 . Die erfindungsgemäßen Maßnahmen gewährleisten eine weitestgehend fusselfreie Reinigung des Zylinders1 , so dass eine Beeinträchtigung der Druckqualität durch herausgerissene Fasern im Wesentlichen ausgeschlossen ist. - Bezugszeichenliste
-
- 1
- Zylinder
- 2
- Druckmaschine
- 3
- Waschtuch
- 4
- Wasser
- 5
- Waschmittel
- 6
- Steuerungseinrichtung
- 7
- Vliesstoff
- 8
- Baumwollfaser
- 9
- Viskosefaser
- 10
- Polyesterfaser
- 11
- Antiabschmier-Oberflächenstruktur
- 12
- Wasserzuführung
- 13
- Waschmittelzuführung
- 14
- Stellantrieb
- 15
- Andrückelement
- 16
- Wascheinrichtung
- 17
- Saubertuchwickel
- 18
- Schmutztuchwickel
- 19
- erster Programmschritt
- 20
- zweiter Programmschritt
- 21
- dritter Programmschritt
Claims (10)
- Verfahren zum Waschen eines Zylinders (
1 ) einer Druckmaschine (2 ) mittels eines Waschtuchs (3 ) einer Wascheinrichtung (16 ), wobei das Waschtuch (3 ) vor dessen Anstellung an den Zylinder (1 ) befeuchtet wird, dadurch gekennzeichnet, dass die Wascheinrichtung (16 ) gemäß eines in einer Steuerungseinrichtung (6 ) gespeicherten Programms derart gesteuert wird, dass das Waschtuch (3 ) zeitlich zuerst mit Wasser (4 ) befeuchtet wird, danach mit Waschmittel (5 ) befeuchtet wird und zuletzt an den Zylinder (1 ) angestellt wird. - Vorrichtung zum Waschen eines Zylinders (
1 ) einer Druckmaschine (2 ), umfassend eine Wascheinrichtung (16 ) mit einem Waschtuch (3 ) und eine Steuerungseinrichtung (6 ), welche die Wascheinrichtung (16 ) derart steuernd ausgebildet ist, dass das Waschtuch (3 ) vor dessen Anstellung an den Zylinder (1 ) befeuchtet wird, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuerungseinrichtung (6 ) derart programmiert ist, dass sie die Wascheinrichtung (16 ) derart steuert, dass das Waschtuch (3 ) zeitlich zuerst mit Wasser (4 ) befeuchtet wird, danach mit Waschmittel (5 ) befeuchtet wird und zuletzt an den Zylinder (1 ) angestellt wird. - Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Waschtuch (
3 ) aus einem Vliesstoff (7 ) besteht. - Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Vliesstoff (
7 ) Baumwollfasern (8 ) enthält. - Vorrichtung nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Vliesstoff (
7 ) Viskosefasern (9 ) enthält. - Vorrichtung nach einem der Ansprüche 3 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Vliesstoff (
7 ) Polyesterfasern (10 ) enthält. - Bogendruckmaschine, umfassend einen Zylinder (
1 ) und eine Vorrichtung zum Waschen des Zylinders (1 ), dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 6 ausgebildet ist. - Bogendruckmaschine nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Zylinder (
1 ) umfangsseitig eine raue Antiabschmier-Oberflächenstruktur (11 ) aufweist. - Bogendruckmaschine nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Zylinder (
1 ) ein Gegendruckzylinder ist. - Bogendruckmaschine nach einem der Ansprüche 7 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Bogendruckmaschine ein Perfektor ist.
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