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Die
Erfindung betrifft ein Wasserleitsystem eines Schwimmbads gemäß dem Oberbegriff
von Anspruch 1.
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In
Schwimmbädern
sind häufig
unterschiedliche Wasserattraktionen vorgesehen, wie beispielsweise
Massagedüsen
und Gegenstromschwimmanlagen. Üblicherweise
werden Gegenstromschwimmanlagen und Massagedüsen einzeln, jeweils mit einer
separaten Pumpe betrieben.
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Es
ist jedoch bekannt, zum Umschalten zwischen unterschiedlichen Wasserattraktionen
2-Wege-Ventile, 3-Wege-Ventile oder 4-Wege-Ventile zu verwenden. Das Leitungssystem
wird dadurch jedoch sehr aufwändig,
und es müssen
mehrere Ventile eingebaut werden. Da sich das Leitungssystem hinter
der Beckenmauer befindet, müssen
solche Ventile elektrisch oder hydraulisch gesteuert werden. Dies
erfordert zusätzlichen
Energieeinsatz sowie technischen Aufwand. Zum Umschalten vom Becken aus
müssten
zusätzliche
Schaltungen und/oder Steuerungen implementiert werden.
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Aus
der
DE 2631991 A1 ist
eine Vorrichtung zur Erzeugung strömenden Wassers in einem Schwimmbecken
bekannt, mit einem an der Beckenwand angeordneten Düsengehäuse zur
Halterung wenigstens einer im Wesentlichen waagrecht in das Becken
gerichteten Horizontaldüse,
mit wenigstens einer am oder in der Nähe des Beckenbodens angeordneten
Bodendüse
und mit einer motorgetriebenen Pumpe, an deren Saugstutzen eine
zum Schwimmbecken führende
Saugleitung und an deren Druckstutzen eine über Abzweigungen zum Düsengehäuse und
zur Bodendüse
führende
Druckleitung angeschlossen ist. Der von der Pumpe gelieferte Druckwasserstrom
ist über
eine Ventileinrichtung zu den einzelnen Düsen hin umsteuerbar. Als Ventileinrichtung
ist ein am Düsengehäuse vom
Schwimmbecken aus manuell verstellbarer Umlenkschieber angeordnet, über den
die Horizontal- und/oder Bodendüse wahlweise
mit Druckwasser versorgbar ist.
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Aus
der
DE 10 2004
028 345 A1 ist eine Vorrichtung zur Umwälzung von Wasser in einem Schwimmbecken
bekannt. Parallel zu einem Zulauf ist eine oberhalb des Wasserstandes
endende Bypassleitung vorgesehen, über die wenigstens ein Teil der
von einer Pumpeneinrichtung geförderten
Wassermenge mit einer definierten Fallhöhe in das Schwimmbecken führbar ist.
In den Leitungen sind Ventile angeordnet.
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Aufgabe
der vorliegenden Erfindung ist es, ein vereinfachtes Wasserleitsystem,
mit dem unterschiedliche Wasserattraktionen betrieben werden können, bereitzustellen.
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Diese
Aufgabe wird erfindungsgemäß auf überraschende
und einfache Art und Weise durch ein Wasserleitsystem mit den Merkmalen
des Anspruchs 1 gelöst.
Wenn das erste Ausgabeelement geöffnet ist,
strömt
Wasser von der Pumpe über
die erste Druckleitung und das erste Ausgabeelement in das Becken.
Keiner oder nur ein vernachlässigbarer Wasseranteil
gelangt über
die zweite Druckleitung an das zweite Ausgabeelement. Sobald das
erste Ausgabeelement verschlossen wird, kann an dieser Stelle kein
Wasser mehr ausströmen.
Aufgrund der Abzweigung gelangt das Wasser in die zweite Druckleitung
und strömt über das
zweite Ausgabeelement aus. Steuerbare Ventile sind daher im Wasserleitungssystem
nicht notwendig. Es kann also ohne Ventile zwischen den Wasserattraktionen
umgeschaltet werden.
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Die
erste Druckleitung weist im Bereich der Abzweigung ein Venturi-Element auf, wobei
die zweite Druckleitung an der engsten Stelle des Venturi-Elements
abzweigt. Durch ein Venturi-Element wird an einer Stelle der ersten
Druckleitung ein Unterdruck erzeugt. Durch diese Maßnahme wird
sichergestellt, dass bei geöffnetem
erstem Ausgabeelement der gesamte Wasserstrom an das erste Ausgabeelement
fließt
und kein Wasser zu dem zweiten Ausgabeelement gefördert wird.
Durch das Venturi-Element wird insbesondere bewirkt, dass eine geringe
Menge Wasser durch die zweite Druckleitung angesaugt wird und über das
erste Ausgabeelement ausgegeben wird. Die Strömung aus dem ersten Ausgabeelement
wird somit noch verstärkt.
Allein durch die Bedienung des ersten Ausgabeelements, insbesondere
durch die Bedienung von dessen...
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Regulierklappen,
kann somit ein Umschalten des Wasserstroms vom ersten Ausgabeelement
auf das zweite Ausgabeelement und umgekehrt erfolgen.
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Bei
einer besonders bevorzugten Ausführungsform
kann vorgesehen sein, dass das erste Ausgabeelement vom Becken aus
verschließbar
ist. Um von einer Wasserattraktion zu einer anderen Wasserattraktion
umzuschalten, muss ein Benutzer daher das Becken nicht verlassen.
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Bei
einer bevorzugten Ausführungsform
können
an dem ersten Ausgabeelement eine oder mehrere Regulierklappen zum
Regulieren des Wasser- und/oder Luftaustritts vorgesehen sein. Diese
Klappen können
zum einen zum Einstellen der Wasserattraktion, insbesondere der
Strahlstärke
und/oder eines Luft-/Wassergemisches, und zum anderen zum vollständigen Verschließen des
ersten Ausgabeelements verwendet werden.
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Das
Wasserleitsystem kann besonders einfach aufgebaut und bedient werden,
wenn zumindest im Bereich der Druckleitungen keine Ventile vorgesehen
sind. Bei dem erfindungsgemäßen Wasserleitsystem
kann insbesondere auf aktive, steuerbare Ventile verzichtet werden.
Es müssen
daher keine Maßnahmen
geschaffen werden, um Ventile manuell oder über eine Fernsteuerung ansteuern
zu können.
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Bei
einer Ausgestaltung der Erfindung kann vorgesehen sein, dass die
zweite Druckleitung in einem Winkel ≤ 90°, insbesondere in einem spitzen Winkel,
von der ersten Druckleitung abzweigt. Durch geeignete Wahl des Winkels
kann die Wassermenge limitiert werden, die in die zweite Druckleitung
gelangt, wenn das erste Ausgabeelement geöffnet ist. Insbesondere kann
der Winkel so gewählt
werden, dass bei geöffnetem
erstem Ausgabeelement kein Wasser von der ersten Druckleitung in
die zweite Druckleitung gelangt.
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Die
Verbindung der ersten und zweiten Druckleitung kann auf besonders
einfache Art und Weise dadurch erfolgen, dass im Abzweigbereich
ein Abzweigstück
vorgesehen ist, welches in die erste Druckleitung eingesetzt ist
und an das die zweite Druckleitung angeschlossen ist.
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Dabei
kann vorgesehen sein, dass das Venturi-Element in dem Abzweigstück angeordnet
ist. Insbesondere kann das Venturi-Element in dem Teil des Abzweigstücks vorgesehen
sein, welches zwei Abschnitte der ersten Druckleitung miteinander
verbindet. Das Venturi-Element
kann in das Abzweigstück
eingesetzt sein, oder ein Teil des Abzweigstücks kann als Venturi-Element
ausgebildet sein.
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Eine
weitere Öffnung
im Beckenrand beziehungsweise in der Beckenwand kann vermieden werden,
wenn die Ansaugleitung im Bereich des ersten Ausgabeelements Wasser
ansaugt.
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Bei
einer besonders bevorzugten Ausführungsform
kann das erste Ausgabeelement als Düse einer Gegenstromschwimmanlage
ausgebildet sein. Dies hat den Vorteil, dass keine zusätzlichen
Maßnahmen
getroffen werden müssen,
um das erste Ausgabeelement verschließbar auszugestalten. Die Düsen von
Gegenstromschwimmanlagen weisen in der Regel Regeleinrichtungen
auf, um den Luft- und/oder Wasserstrom zu beeinflussen. Diese können auch
zum vollständigen
Verschließen
verwendet werden. Somit können
Bestandteile herkömmlicher Gegenstromanlagen
für das
erfindungsgemäße Wasserleitsystem
eingesetzt werden.
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Bei
einer Ausgestaltung kann das zweite Ausgabeelement als Massagedüse ausgebildet
sein.
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Weitere
Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden
detaillierten Beschreibung von Ausführungsbeispielen der Erfindung anhand
der Figuren der Zeichnung, die erfindungswesentliche Einzelheiten
zeigt, sowie aus den Ansprüchen.
Die einzelnen Merkmale können
je einzeln für
sich oder zu mehreren in beliebigen Kombinationen bei Varianten
der Erfindung verwirklicht sein.
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In
der schematischen Zeichnung sind Ausführungsbeispiele der Erfindung
dargestellt, welche in der nachfolgenden Beschreibung näher erläutert werden.
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Es
zeigen:
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1 eine
schematische Darstellung eines Wasserleitsystems;
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2 eine
Schnittdarstellung eines Venturi-Elements.
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In
der 1 ist ein Wasserleitsystem 1 dargestellt.
Das Wasserleitsystem 1 umfasst ein erstes Ausgabeelement 2,
welches im Ausführungsbeispiel als
Düse einer
Gegenstromschwimmanlage ausgebildet ist. Im Bereich des ersten Ausgabeelements 2 wird über eine
Ansaugleitung 3 Wasser angesaugt. Das Ansaugen erfolgt
durch eine Pumpe 4, welche mit der Ansaugleitung 3 verbunden
ist. Die Pumpe 4 pumpt das angesaugte Wasser über eine
erste Druckleitung 5 zu dem ersten Ausgabeelement 2.
In einer Kammer 6 kann das Wasser mit Luft gemischt werden,
sodass durch die Düse 7 ein
Wasser-Luft-Gemisch
ausgegeben werden kann. Die Luft wird über eine Luftansaugung 8 aufgrund
des Unterdrucks in der Kammer 6 angesaugt. Über ein
Abzweigstück 9 ist
eine zweite Druckleitung 10 an die erste Druckleitung 5 angeschlossen.
Die zweite Druckleitung 10 steht mit einem zweiten Ausgabeelement 11,
welches im Ausführungsbeispiel
als Massagedüse
ausgebildet ist, in Verbindung. Auch für die Massagedüse 11 ist
eine Luftansaugung 12 vorgesehen. Das Wasserleitsystem
ist im Wesentlichen hinter einer ein Becken 13 begrenzenden
Beckenwand 14 angeordnet.
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Die
zweite Druckleitung 10 zweigt in einem spitzen Winkel β von der
ersten Druckleitung 5 ab. In dem Abzweigstück 9 ist
ein Venturi-Element
angeordnet, wobei das Venturi-Element in dem die Abschnitte 5.1, 5.2 der
ersten Druckleitung 5 verbindenden Teilstück 9.1 angeordnet
ist. Aufgrund des Venturi-Elements wird bei geöffnetem erstem Ausgabeelement 2 zum
einen Wasser über
die erste Druckleitung 5 an das erste Ausgabeelement 2 geliefert.
Zum anderen entsteht in dem Venturi-Element, insbesondere an der
Stelle, an der die zweite Druckleitung 10 abzweigt, ein
Unterdruck, sodass über
die zweite Druckleitung 10 Wasser angesaugt wird. Dadurch wird
sichergestellt, dass kein Wasser aus dem zweiten Ausgabeelement 11 austritt.
Sobald Regulierklappen am ersten Ausgabeelement 2 geschlossen werden,
wird kein Wasser mehr aus dem ersten Ausgabeelement 2 ausgegeben.
Der Wasserstrom in der ersten Druckleitung 5 wird umgeleitet
und gelangt über
die zweite Druckleitung 10 an das zweite Ausgabeelement 11.
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In
der 2 ist ein Venturi-Element 15 im Schnitt
gezeigt. Das Venturi-Element 15 weist zwei konische Abschnitte 16, 17 auf,
wobei die konischen Abschnitte 16, 17 mit ihren
Enden kleineren Durchmessers ineinander münden. An dieser Stelle des Venturi-Elements 15,
an der der Innendurchmesser am geringsten ist, entsteht ein Unterdruck,
wenn das Venturi-Element 15 von einer Flüssigkeit
durchströmt ist.
Hier ist eine Öffnung 18 vorgesehen,
die in die zweite Druckleitung mündet.
Es wird also die Abzweigung an die Stelle gelegt, an der ein verminderter Druck
erzeugt werden kann.