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Die Erfindung betrifft eine Leuchte, insbesondere eine Seitenleuchte eines Fahrzeugs, sowie eine Reflektoreinheit nach den Oberbegriff der unabhängigen Ansprüche.
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Es ist bekannt, Leuchten am Fahrzeug vorzusehen, deren Leuchtmittel durch Licht emittierende Dioden (LED) gebildet werden. Diese kennzeichnen sich durch eine vorteilhaft hohe Leuchtkraft mit einem guten Wirkungsgrad und eine hohe Lebensdauer. Üblicherweise ist eine Mehrzahl von solchen Dioden in einem Leuchtengehäuse angeordnet, so dass selbst bei Ausfall einer oder mehrerer Dioden kein Totalausfall der Leuchte auftritt, wie dies bei Glühlampen der Fall ist. Die Lichtabstrahlung ist jedoch prinzipgemäß relativ stark gerichtet. Bei einem Winkel von mehr als 20° zur Abstrahlrichtung ist typischerweise die Sichtbarkeit des Leuchtmittels für einen Beobachter schlechter als bei herkömmlichen Glühlampen. Üblicherweise sind die Dioden jeweils einzeln in Reflektoranordnungen angeordnet. Bei Seitenleuchten, die seitlich am Fahrzeug angeordnet sind, ist es üblich, die Reflektoren innerhalb des Leuchtengehäuses gestuft anzuordnen.
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Bei der Fahrzeugleuchte in
DE 101 39 812 A1 wird Licht von einem einer ersten Lichtquelle zugeordneten Reflektor in einen einer anderen Lichtquelle zugeordneten Reflektor geleitet. Die Reflektoren sind hintereinander angeordnet. Licht beider Reflektoren wird nach vorne abgestrahlt, wobei für das Licht des hinteren Reflektors durch durchlässige Bereiche in dem davor angeordneten Reflektor durchtreten kann.
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Aufgabe der Erfindung ist es, eine Leuchte sowie eine Reflektoreinheit anzugeben, bei der selbst bei gerichteter Abstrahlcharakteristik des Leuchtmittels eine Erkennbarkeit der Leuchte außerhalb der Hauptabstrahlrichtung erreicht werden kann.
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Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale der unabhängigen Ansprüche gelöst. Günstige Ausgestaltungen und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus den weiteren Ansprüchen und der Beschreibung.
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Die erfindungsgemäße Leuchte weist eine Mehrzahl von nebeneinander angeordneten Leuchtmitteln auf, mit einer Lichtaustrittseite, die in einer Hauptlichtaustrittsrichtung vor einer Reflektoreinheit angeordnet ist, welche wenigstens zwei separate Reflektorelemente umfasst. Es sind Mittel vorgesehen, die einen Übergang von Licht aus dem einen Reflektorelement in das andere Reflektorelement ermöglichen. Vorteilhaft kann so erreicht werden, dass Licht aus dem Leuchtelement, welches am Reflektor gespiegelt wird, zu einem Teil zur Seite, jenseits der Hauptlichtaustrittsrichtung, austreten kann. Ebenso kann eine Abstrahlung des Lichts nicht nur nach außen, sondern auch nach innen erreicht werden, womit eine gezielte Einstellung einer Abstrahlung von Licht jenseits der Hauptlichtaustrittsrichtung möglich ist. Dies ist besonders bei Leuchtmitteln vorteilhaft, die eine stark gerichtete Abstrahlung aufweisen. Bei gerichteter Abstrahlung, wie sie beispielsweise charakteristisch für eine Leuchtdiode ist, kann auf diese Weise eine seitliche Abstrahlung von Licht des Leuchtmittels erreicht werden. Die Leuchte ist insbesondere eine Seitenleuchte eines Fahrzeugs. Bevorzugt sind die Leuchtmittel als lichtemittierende Dioden ausgebildet. Dabei sind die Mittel so angeordnet, dass Licht in eine Richtung jenseits der Hauptlichtaustrittsrichtung ablenkbar bzw. auskoppelbar ist.
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Eine besonders einfache und kostengünstige Ausgestaltung besteht darin, dass die Mittel als Lichtdurchtrittsöffnungen in Reflektorelement-Wänden ausgebildet sind. Die Lichtdurchtrittsöffnungen können als Bohrungen ausgebildet sein, wobei diese einen beliebigen Querschnitt aufweisen können, etwa rund, oval, rechteckig und dergleichen.
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Alternativ oder in Kombination können die Lichtdurchtrittsöffnungen als Schlitze ausgebildet sein. In einer besonders günstigen Variante erstrecken sich die Schlitze vom Nahbereich des Leuchtmittels bis zur Lichtaustrittsseite des Reflektorelements. Das betreffende Reflektorelement weist in diesem Fall einen Einschnitt in seiner Wandung auf, der beispielsweise parallel zur Lichthauptaustrittsrichtung und/oder zur optischen Achse sein kann oder auch schräg dazu verlaufen kann
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Für einen Einsatz als Heckleuchte eines Fahrzeugs besonders vorteilhaft ist es, wenn die Leuchte bzw. die Reflektoreinheit winklig ausgebildet ist. Unter winklig kann verstanden werden, dass mindestens zwei Schenkel aneinander stoßen, aber auch, dass die Reflektoreinheit der Leuchte gekrümmt ist, so dass bei einer Montage am Heck des Fahrzeugs die Hauptlichtaustrittsrichtung parallel zur Fahrzeugachse ist und ein Schenkel der Leuchte die Kante des Fahrzeugs umgreift. Dabei verläuft die Lichthauptaustrittsrichtung in allen Reflektorelementen der Leuchte parallel. Durch die winklige Ausgestaltung sind die Reflektorelemente zueinander höhenversetzt, insbesondere gestuft nebeneinander angeordnet. Nach einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung kann Licht nicht nur in Hauptlichtaustrittsrichtung, sondern auch seitlich aus der Leuchte austreten und zwar in dem Bereich, der die Kante des Fahrzeugs umgreift. Eine vorteilhafte seitliche Erkennbarkeit ist dadurch ermöglicht.
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Vorzugsweise können die Lichtdurchtrittsöffnungen in Reflektorelementen eines Schenkels der Reflektoreinheit angeordnet sein. Im anderen Schenkel brauchen keine Lichtaustrittsöffnungen vorgesehen zu sein. Dann ist es vorteilhaft, wenn dieser Schenkel der Leuchte bzw. der Reflektoreinheit bestimmt ist, an einer Seite des Fahrzeugs angeordnet zu werden, während die Leuchte selbst beispielsweise in Fahrtrichtung oder gegen die Fahrtrichtung Licht spenden soll.
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In einer einfachen Ausgestaltung der Erfindung können die Lichtdurchtrittsöffnungen hohl ausgebildet sein. Denkbar ist jedoch auch, dass die Lichtdurchtrittsöffnungen mit einem transparenten Feststoff gefüllt sein können. Dies ist dann vorteilhaft, wenn erhöhte Anforderungen an eine Dichtigkeit der Leuchte bzw. der Reflektoreinheit zu erfüllen sind.
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Alternativ oder zusätzlich können die Mittel als Lichtleiter ausgebildet sein, so dass Licht zwischen direkt aneinander anstoßenden Reflektorelementen eingekoppelt werden kann oder aber auch von einem Reflektorelement über einen oder mehrere Reflektorelemente hinweg in ein entferntes Reflektorelement einleitbar ist.
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Eine erfindungsgemäße Reflektoreinheit für eine Leuchte weist Mittel auf, die einen Übergang von Licht aus dem einen Reflektorelement in das andere Reflektorelement ermöglichen.
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Vorzugsweise können die Mittel so angeordnet sein, dass Licht aus der Reflektoreinheit in einer Richtung jenseits der Hauptlichtaustrittsrichtung auskoppelbar ist.
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Die Mittel können als wandseitige Lichtdurchtrittsöffnungen in Reflektorelementen ausgebildet sind. Vorzugsweise sind die Lichtdurchtrittsöffnungen als Bohrungen ausgebildet. Alternativ können die Lichtdurchtrittsöffnungen als Schlitze ausgebildet sein. Möglich ist auch eine Kombination, bei der ein Teil der Lichtdurchtrittsöffnungen als Bohrungen und ein Teil als Schlitze ausgebildet ist. Die günstigste Ausführung kann an die konkrete Leuchtenform bzw. den beabsichtigten Einsatzort angepasst werden.
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Günstigerweise kann die Reflektoreinheit eine winklige Gestalt mit einem ersten und einem zweiten Schenkel; nur in einem Schenkel aufweisen. Bevorzugt kann der andere Schenkel zur Abgabe von Licht in die Hauptlichtaustrittsrichtung ausgebildet sein.
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Die Erfindung ist nachfolgend beispielhaft, ohne Beschränkung der Allgemeinheit, anhand von in Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispielen näher erläutert.
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Es zeigen:
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1 eine perspektivische Ansicht einer Reflektoreinheit mit Leuchtmitteln, die in einer Hauptlichtaustrittsrichtung abstrahlen und gemäß der Erfindung eine seitliche Lichtauskopplung aufweisen;
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2 ein Detail einer Reflektoreinheit mit Lichtdurchtrittsöffnungen zwischen gestuft angeordneten Reflektorelementen;
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3 eine Draufsicht auf eine Lichtaustrittsseite einer bevorzugten Reflektoreinheit mit Lichtdurchtrittsöffnungen, die als Schlitze ausgebildet sind; und
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4 eine Draufsicht auf eine Lichtaustrittsseite einer bevorzugten Reflektoreinheit mit Lichtdurchtrittsöffnungen, die als Bohrungen ausgebildet sind.
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In den Figuren sind funktionell gleiche oder gleich bleibende Elemente jeweils mit gleichen Bezugszeichen beziffert.
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Wie der perspektivischen Ansicht einer Reflektoreinheit 16 in 1 zu entnehmen ist, weist die Reflektoreinheit 16 eine winklige bis gekrümmte Gestalt auf mit einem ersten Schenkel 40 und einem zweiten Schenkel 42. Die Reflektoreinheit 16 ist Bestandteil einer erfindungsgemäßen Leuchte mit einer Lichtaustrittseite 18, die durch eine nicht bildlich dargestellte Lichtscheibe abgedeckt ist. Die Lichtaustrittsseite 18 ragt beim Einbau der Leuchte in ein Fahrzeug nach außen, die abgewandte Rückseite ins Innere des Fahrzeugs.
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Eine Mehrzahl von zur Lichtaustrittseite 18 geöffneten Reflektorelementen 24a...24k sind nebeneinander so angeordnet, dass sie in eine Hauptlichtaustrittsrichtung 20 abstrahlen. Wegen der winkligen Gestalt der Reflektoreinheit 16 sind die Reflektorelemente 24a...24k daher gestuft angeordnet, wobei das Reflektorelement 24a am weitesten zurückspringt und das Reflektorelement 24k am weitesten nach vorne reicht. Im ersten Schenkel 40 sind die Reflektorelemente 24a...24e stärker gestuft als die Reflektorelemente 24f...24k im anderen Schenkel 42.
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In jedem Reflektorelement 24a...24k ist ein separates Leuchtmittel 28a...28k, insbesondere eine lichtemittierende Diode (LED) angeordnet. Bereichsweise sind in der Reflektoreinheit 16 in der Figur nicht erkennbare Mittel 12 vorgesehen, die einen Übergang von Licht aus dem einen Reflektorelement, etwa 24b, in das andere Reflektorelement, etwa 24a, ermöglichen. Die Mittel 12 sind so angeordnet, dass Licht in einer Richtung 22 jenseits der Hauptlichtaustrittsrichtung 20 aus der Leuchte 10 bzw. der Reflektoreinheit 16 auskoppelbar ist.
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2 illustriert ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel mit als Lichtdurchtrittsöffnungen 34a...34c ausgebildeten Mitteln 12, die wandseitig in Reflektorelementen 24a, 24b, 24c ausgebildet sind.
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Beispielhaft sind drei versetzt angeordnete Reflektorelemente 24a, 24b und 24c nebeneinander angeordnet. Im Tiefsten Teil jedes Reflektorelements 24a, 24b, 24c ist ein Leuchtmittel 28a, 28b, 28c angeordnet. Sind die Leuchtmittel 28a, 28b, 28c in Betrieb, strahlen sie in eine Hauptlichtaustrittsrichtung 20 Licht ab.
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Zwischen dem Reflektorelement 24c und dem Reflektorelement 24b ist eine als Bohrung ausgebildete Lichtdurchtrittsöffnung 34c im Reflektorelement 24c und eine Lichtdurchtrittsöffnung 34bc im Reflektorelement 24b angeordnet, wobei durch die gestufte Anordnung die Lichtdurchtrittsöffnung 34c im Nahbereich des Leuchtmittels 28c angeordnet ist. Die andere Lichtdurchtrittsöffnung 34bc ist vergleichsweise entfernter vom Leuchtmittel 28b angeordnet.
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Ein Lichtübertritt findet zweckmäßigerweise von einem Reflektorelement, beispielsweise 24c, welches weiter in die Hauptlichtaustrittrichtung 20 vorragt zum anderen Reflektorelement, beispielsweise 24b, statt, welches weiter von der Hauptlichtaustrittrichtung 20 zurückspringt. Eine Öffnung auf der „Eintrittseite” des Lichts (Lichtdurchtrittsöffnung 34bc) in das weiter zurückspringende Reflektorelement 24b liegt dann wenigstens oberhalb des Leuchtmittels 28b, während die „Austrittseite” des Lichts (Lichtdurchtrittsöffnung 34b, 34c) im betreffenden Reflektorelement 24b, 24c jeweils wenigstens im Nahbereich des Leuchtmittels 28b, 28c angeordnet ist.
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Zwischen dem Reflektorelement 24b und dem Reflektorelement 24a ist eine als Bohrung ausgebildete Lichtdurchtrittsöffnung 34b im Reflektorelement 24b und eine Lichtdurchtrittsöffnung 34a im Reflektorelement 24a angeordnet, wobei durch die gestufte Anordnung die Lichtdurchtrittsöffnung 34b im Nahbereich des Leuchtmittels 28b angeordnet ist. Die andere Lichtdurchtrittsöffnung 34a ist vergleichsweise entfernter vom Leuchtmittel 28a angeordnet. Durch die Lichtdurchtrittsöffnungen 34c, 34bc, 34b, 34a gelangt Licht aus den Reflektorelementen 24c, 24b, 24a in eine Richtung 22, die jenseits der Hauptlichtaustrittsrichtung 20 liegt und die durch breite Pfeile angedeutet ist. Weiterhin gelang Licht auch in die entgegen gesetzte Richtung (unterbrochen dargestellte Pfeile 22'). Bei Leuchtdioden als Leuchtmitteln 28a...28c, die prinzipgemäß einen relativ stark gerichtete Abstrahlkegel aufweisen, kann auf diese Weise eine seitliche Lichtauskopplung aus der Leuchte bzw. der Reflektoreinheit 16 erreicht werden. Prinzipiell lässt sich so auf einfache Weise ein Lichtaustritt beispielsweise nach oben, zur Seite, nach vorne darstellen, auch wenn die Leuchtmittel 28a, 28b, 28c an sich eine stark richtungsabhängige Abstrahlung aufweisen. Bei einer Fahrzeugleuchte kann deren Sichtbarkeit dann etwa nach oben oder zur Seite verbessert werden.
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Die 3 und 4 zeigen alternative Ausgestaltungen von Lichtdurchtrittsöffnungen 34a...34e und 36a...36e in Form einer Draufsicht auf die Lichtaustrittsseite 18 einer Leuchte 10 mit einer Reflektoreinheit 16. Es sind jeweils zwei parallele Reihen von Reflektorelementen 24a...24k und 26a...26k mit zugeordneten Leuchtmitteln 28a...28k und 30a...30k vorgesehen. Die Hauptlichtaustrittsrichtung der Leuchten 10 weist senkrecht zur Bildebene in Richtung des Betrachters. Durch die winklige Form der Reflektoreinheit 16 (1, 2) sind die Reflektorelemente 24a...24k und 26a...26k so gestuft angeordnet, dass die Reflektorelemente 24a, 26a am weitesten zurückspringen und die Reflektorelemente 24k, 26k am weitesten vorragen. Licht kann in seitlicher Richtung 22 aus der Leuchte 10 austreten.
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4 zeigt die Variante mit als Bohrungen ausgebildeten Lichtdurchtrittsöffnungen 34a...34e und 36a...36e in einem Schenkel 40 der Reflektoreinheit 16 entsprechend dem Ausführungsbeispiel in 2. Im Schenkel 42 der Reflektoreinheit 16 sind die Reflektorelemente 24f...24k und 26f...26k wandseitig undurchbrochen.
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Der Übersichtlichkeit wegen sind Lichtdurchtrittsöffnungen im Nahbereich der Leuchtmittel 28b...28f nicht explizit mit Bezugszeichen beziffert.
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3 zeigt die Variante, bei der die die Lichtdurchtrittsöffnungen 34b...34e, 36b...36e als wandseitige Schlitze ausgebildet sind. Die Schlitze erstrecken sich vom Nahbereich 38 des jeweiligen Leuchtmittels 28a...28k, 30a...30k bis zur Lichtaustrittsseite 18 des Reflektorelements 24a...24e, 26a...26e.
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Bezugszeichenliste
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- 10
- Leuchte
- 16
- Reflektoreinheit
- 18
- Lichtaustrittseite
- 20
- Hauptlichtaustrittseite
- 22
- Richtung
- 22'
- Richtung
- 24a...24k
- Reflektorelement
- 26a...26k
- Reflektorelement
- 28a...28k
- Leuchtelement
- 30a...30k
- Leuchtelement
- 34a...34e
- Lichtdurchtrittsöffnung
- 36a...36e
- Lichtdurchtrittsöffnung
- 38
- Nahbereich
- 40
- Schenkel
- 42
- Schenkel