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Die
Erfindung betrifft einen Zahnschubkettentrieb gemäß dem Oberbegriff
des Anspruchs 1.
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Zahnschubkettentriebe
werden beispielsweise als Antriebssysteme für Vertikal- oder Horizontalverfahrbewegungen
in der Maschinenbau- oder Automationsindustrie sowie der Bühnentechnik
verwendet.
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Ein
derartiger Zahnschubkettentrieb ist beispielsweise aus der nachveröffentlichten
(Aktenzeichen MD 40340) bekannt. Diese herkömmlichen Zahnschubkettentriebe
verwenden eine Zahnschubkette mit einer Vielzahl von Kettengliedern,
die durch Verbindungsachsen miteinander verbunden sind und über einen
Verzahnungsbereich mit einem angetriebenen Kettenrad in Eingriff
stehen. Bei derartigen Zahnschubkettentrieben erfolgt die Umlenkung
der Zahnschubkette und deren Antrieb über das Kettenrad, wobei dieses
etwa viertelkreisförmig
von der Kette umschlungen ist – mit
anderen Worten – die
Kraftübertragung
von dem Kettenrad auf die Zahnschubkette erfolgt im Umlenkungsbereich
des Kettentriebes.
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Ein
störender
Effekt bei derartigen Zahnschubkettentrieben ist der Polygoneffekt.
Dieser entsteht dadurch, dass die Länge des Kettenstranges, d.h.
die Länge
des Polygonzuges der einzelnen Kettenglieder in dem etwa viertelkreisförmigen Umlenkungsbereich
infolge der vieleckförmigen
Auflage der Schubkette auf dem Kettenrad nicht mit der Teilkreislänge des
Kettenrades übereinstimmt.
Der Polygoneffekt wird insbesondere durch eine große Teilung der
Schubkette sowie kleine Kettenraddurchmesser weiter verstärkt und
führt zu
einer pulsierenden Geschwindigkeit der Kettenglieder beim Umlaufen
auf der Kreisbahn der Umlenkungsbereiche. Diese Geschwindigkeitsänderungen
führen
insbesondere bei hohen Verfahrgeschwindigkeiten zu Beschleunigungsstößen auf
die Kette und dadurch zu einer hohen Geräuschemission des Kettentriebes.
Da die Summe der auf das Kettenrad bezogenen Längen des Polygonzuges aus den
einzelnen Kettengliedern der Kette von der Teilkreislänge des
Kettenrades differiert, unterliegt die Kette weiterhin variierenden Längenänderungen.
Diese Längenänderung
ist bezüglich
der Kettenbewegung nicht konstant, da sich die Lage der Kettenglieder
während
der Bewegung der Kette entlang des Umlenkungsbereichs verändert, und
führt bei
einer zwangsgeführten
Kette zu großen
Kräften
auf die Kettenführungen
bis hin zum Klemmen der Kette.
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Zur
Verringerung des Polygoneffektes ist es aus dem allgemeinen Stand
der Technik bekannt, eine Kette mit kleiner Teilung und Kettenräder mit
hohen Zähnezahlen
zu verwenden. Diese Lösungen
ermöglichen
zwar aufgrund der Angleichung des Polygonzuges an die Teilkreislänge des
Kettenrades eine Verringerung des Polygoneffektes, bedingen aber aufgrund
der hohen Zähnezahlen
und der daraus resultierenden großen Kettenraddurchmesser hohe Abtriebsmomente,
hervorgerufen durch die äußere, translatorische
Belastung auf die Schub-Zahnkette bei großen Kettenraddurchmessern,
so dass derartige Zahnschubkettentriebe ein großes Bauvolumen benötigen und
dadurch aufwändig
und kostenintensiv sind. Weiterhin sind feingliedrige Ketten mit
kleiner Kettenteilung kostenintensiver in der Herstellung.
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Demgegenüber liegt
der Erfindung die Aufgabe zugrunde, einen Zahnschubkettentrieb zu schaffen,
der so gestaltet ist, dass der Polygoneffekt verhindert wird.
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Diese
Aufgabe wird durch einen Zahnschubkettentrieb mit den Merkmalen
des Anspruchs 1 gelöst.
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Der
erfindungsgemäße Zahnschubkettentrieb
hat zumindest eine Zahnschubkette mit einer Vielzahl von Kettengliedern,
die durch Verbindungsachsen miteinander verbunden sind und über einen Verzahnungsbereich
mit zumindest einem angetriebenen Kettenrad in Eingriff stehen.
Erfindungsgemäß ist das
Kettenrad im Wesentlichen in einem Linearbereich mit der Zahnschubkette
in Eingriff. Durch den Eingriff des Kettenrades in dem Linearbereich
der Zahnschubkette wird, gegenüber
dem Stand der Technik mit Kraftübertragung
im Umlenkungsbereich, der Polygoneffekt des Kettentriebes, ähnlich dem Zahneingriff
eines Zahnrades in eine Zahnstange vermieden. Dadurch treten keine
Geschwindigkeitsschwankungen und Beschleunigungsstöße der Kette auf,
so dass die Geräuschentwicklung
insbesondere bei hohen Verfahrgeschwindigkeiten der Zahnschubkette
wesentlich minimiert ist. Des Weiteren kann die Kette aufgrund des
verhinderten Polygoneffekts eine große Teilung und somit das Kettenrad
eine gegenüber
dem allgemeinen Stand der Technik verringerte Zähnezahl und einen kleineren
Durchmesser aufweisen, so dass das Getriebeabtriebsmoment reduziert ist.
Dadurch ist der erfindungsgemäße Kettentrieb fertigungstechnisch
einfach und kostengünstig
herstellbar.
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Bei
einer bevorzugten Ausführung
der Erfindung ist das Kettenrad auf einer den Verbindungsachsen
abgewandten Seite der Zahnschubkette angeordnet. Durch diese Anordnung
können
auftretende Querkräfte
auf die Zahnschubkette durch die Kettenradlagerung aufgenommen werden,
so dass die Reibung durch Querkräfte
und damit auch die Gleitgeräusche
in den Kettenführungen
reduziert sind. Die Kettenglieder wirken mit dem Kettenrad beispielsweise über eine
Gerad-, Schräg-
oder Doppelschrägverzahnung
(Pfeilverzahnung) zusammen. Vorzugsweise finden schräg- oder
doppelschrägverzahnte
Zahnräder
Verwendung, bei denen mehrere Zähne
gleichzeitig in Eingriff stehen, so dass ein kontinuierlicher Zahneingriff
infolge Überdeckung
erreicht wird. Dadurch treten weniger Stöße beim Zahneingriff auf. Dies
führt zu
geringeren Schwingungsanregungen und leiserem Lauf des Kettentriebes.
Weiterhin ist die Belastbarkeit des Kettentriebes aufgrund der gleichmäßigen Kraftaufteilung
höher.
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Gemäß einem
besonders bevorzugten Ausführungsbeispiel
der Erfindung weisen die Kettenglieder stirnseitig eine im Wesentlichen
senkrecht zur Bewegungsrichtung eines auf Schub belasteten Kettentrums
ausgerichtete Anlagefläche
auf. Dadurch wird die Ausknicktendenz der Zahnschubkette verringert
und die Schubübertragung
verbessert.
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Als
besonders vorteilhaft hat es sich erwiesen, wenn die Anlagefläche eines
Schubkettengliedes konvex und die Anlagefläche eines benachbarten Schubkettengliedes
konkav ausgebildet ist. Dadurch wird eine stabile Lage der Kettenglieder
aufeinander ermöglicht.
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Die
Anlagefläche
der Kettenglieder hat vorzugsweise zumindest eine Ausnehmung zur
Aufnahme eines Zentrierelements der benachbarten Kettenglieder.
Bei einem bevorzugten Ausführungsbeispiel ist
das Zentrierelement eine Stützachse.
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Bei
einer bevorzugten Ausführung
der Erfindung ist die Ausnehmung im Wesentlichen halbkreisförmig ausgebildet
und/oder weist eine in die Anlagefläche einlaufende Abflachung
auf.
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Vorzugsweise
ergänzen
sich die Ausnehmungen benachbarter Kettenglieder in der Streckstellung
der Zahnschubkette zu einer kreisförmigen Anlagefläche für das Zentrierelement.
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Gemäß einem
besonders bevorzugten Ausführungsbeispiel
der Erfindung weisen die Kettenglieder zumindest zwei über die
Verbindungsachsen parallel beabstandete Kettenlaschen auf. Jede
der Kettenlaschen besteht vorzugsweise aus jeweils zumindest zwei
Reihen aus im Wesentlichen rechteckigen Platten.
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Als
besonders vorteilhaft hat es sich erwiesen, die Platten einer Reihe
um einen der Hälfte
ihrer Länge
entsprechenden Abstand zu Platten der benachbarten Reihe versetzt
anzuordnen. Aufgrund des ineinander Greifens der Platten wird eine
hohe Stabilität
der Zahnschubkette erreicht.
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Bei
einem weiteren Ausführungsbeispiel
der Erfindung weisen die Kettenlaschen jeweils zumindest zwei parallel
beabstandet angeordnete Platten auf. Dadurch können Platten benachbarter Kettenglieder
ineinander Greifen, so dass eine hohe Stabilität der Zahnschubkette erreicht
wird.
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Vorzugsweise
sind die Platten als im Wesentlichen identische Stanzteile ausgebildet.
Dadurch sind die Platten fertigungstechnisch einfach herstellbar.
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Erfindungsgemäß wird es
bevorzugt, wenn die Verbindungsachse und/oder die Stützachse
eine Führungsrollenanordnung
trägt.
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Bei
einer vorteilhaften Ausführungsform
der Erfindung sind die Kanten der Anlageflächen der Kettenglieder im Bereich
der Verbindungsachse abgerundet oder abgeschrägt. Dadurch wird das Verschwenken
der Kettenglieder gegeneinander ermöglicht.
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Erfindungsgemäß wird es
besonders bevorzugt, wenn der Kettentrieb zumindest eine Kettenführung aufweist.
Die Kettenführungen
ermöglichen
eine geradlinige Führung
des auf Schub belasteten Kettentrums der Zahnschubkette, so dass
ungewünschte
Bewegungen der Kette beim Auslaufen bzw. Einlaufen auf das Kettenrad
abgefangen und gedämpft werden.
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Die
Kettenführung
des auf Schub belasteten Kettentrums hat vorzugsweise zumindest
eine Kettenführungsschiene.
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Gemäß einem
erfindungsgemäßen Ausführungsbeispiel
ist die Kettenführungsschiene
dem Kettenrad zumindest abschnittsweise gegenüberliegend angeordnet. Dadurch
wird ein definierter Zahneingriff des Kettenrades in die Zahnschubkette
ermöglicht
und die Geräuschemission
des Kettentriebes weiter gesenkt. Weiterhin übernimmt die Kettenführung die
Abstützfunktion
des schubbelasteten Kettentrums auf seiner knicksteifen Kettenaußenseite.
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Vorzugsweise
ist eine zusätzliche
Kettenführungsschiene
auf der Seite des Kettenrades angeordnet, so dass die Kette zusätzlich zu
dem Auflagepunkt des Kettenrades in der Querrichtung gestützt ist.
Dadurch kann die Querbelastung des Kettenrades bei verbesserter
Abstützung
des schubbelasteten Kettenstranges gesenkt werden.
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Erfindungsgemäß wird es
bevorzugt, wenn die Kettenführungsschiene
zwischen Kettenlaschen der Kettenglieder eingreift und diese über die
Führungsrollenanordnung
abstützt.
Aufgrund des Eingreifens der Kettenführungsschiene zwischen die Kettenlaschen
der Kettenglieder sind die Kettenglieder zusätzlich gegen axiale Bewegungen
senkrecht zur Bewegungsrichtung der Kette gesichert.
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Als
besonders vorteilhaft hat es sich erwiesen, wenn die Kettenführungsschiene
zumindest eine Kettengliedlänge,
vorzugsweise eineinhalb bis zwei Kettengliedlängen überdeckt. Dadurch wird beim
Ein- bzw. Auslaufen des schubbelasteten Kettentrums ein Schlagen
der Kette durch statische Überbestimmtheit
verhindert und die Geräuschemission
der Zahnschubkette weiter verringert. Um die Kettenführung an
unterschiedliche Betriebsparameter anzupassen, kann diese einstellbar
ausgeführt sein.
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Vorzugsweise
hat die Kettenführungsschiene
zumindest einen abgeschrägten
oder abgerundeten Umlenkabschnitt. Dieser ermöglicht durch einen geeigneten
Radienverlauf oder eine Anlaufschräge einen gleichmäßigen Übergang
vom Umlenkungsbereich in den Linearbereich der Zahnschubkette.
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Gemäß einem
bevorzugten Ausführungsbeispiel
des Zahnschubkettentriebes ist das unbelastete Kettentrum der Zahnschubkette
in einer Führungsschiene
geführt.
Hierbei wird es bevorzugt, den unbelasteten Kettenstrang schon nahe
unterhalb des Kettenrades aufzunehmen, vorzugsweise mit einer gewissen Überdeckung,
um ein Durchhängen
des unbelasteten Kettentrums und dadurch verursachte Auflaufstöße der Kette
auf die Führungsschiene
zu vermeiden.
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Vorzugsweise
umgreift die Führungsschiene die
Kettenglieder zumindest teilweise und führt diese über die Führungsrollenanordnung. Dadurch
wird eine ungewünschte,
von Reibungseffekten in der Führungsschiene
verursachte Auslenkung der Kettenglieder senkrecht zu ihrer Bewegungsrichtung verhindert,
so dass Aufschlaggeräusche
der Kette minimiert sind, die entstehen, wenn sich diese aufgrund
ihres Eigengewichts wieder an die untere Führung anlegt.
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Das
unbelastete Kettentrum ist bei einer vorteilhaften Ausführungsform
der Erfindung gegen einen ortsfesten Haltepunkt vorgespannt. Vorzugsweise
ist das unbelastete Kettentrum über
eine Federanordnung oder durch ein Vorspanngewicht unter Zugspannung
gesetzt und in eine Streckstellung vorgespannt, so dass die Toleranzen
der Zahnschubkette ausgeglichen und Anschlaggeräusche der Kettenglieder verringert
sind.
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Die
Zahnschubkette ist vorzugsweise über eine
Federanordnung vorgespannt. Beispielsweise erfolgt die Vorspannung
der Kette über
eine Rollfeder, die tangential an der Stützachse auf der knicksteifen
Kettengliedseite anliegt. Aufgrund der Vorspannung wird ein Spiel
der Zahnschubkette, beispielsweise aufgrund von Fertigungstoleranzen
der Kettenglieder kompensiert. Weiterhin werden Wechsel zwischen
Schub- und Zugbelastung der Zahnschubkette und dadurch Aufschlaggeräusche der Kettenglieder
minimiert.
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Vorzugsweise
ist im Bereich der Kettenumlenkung zumindest ein Stützrad, beispielsweise
ein angetriebenes Reibrad, angeordnet. Hierbei ist die Kette vorzugsweise
unter Druckspannung gesetzt, um einen spielfreien Lauf der Kettenglieder
zu ermöglichen
und die Aufschlaggeräusche
der Kettenglieder in diesem Bereich zu verringern.
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Sonstige
vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind Gegenstand der weiteren
Unteransprüche.
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Im
Folgenden werden bevorzugte Ausführungsbeispiele
der Erfindung anhand schematischer Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen:
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1 eine
Darstellung eines Hubpodiums mit einem erfindungsgemäßen Zahnschubkettentrieb;
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2 eine
Darstellung eines Teilstückes
der Zahnschubkette aus 1;
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3 eine
Darstellung eines Teilstückes
einer Zahnschubkette gemäß einem
weiteren Ausführungsbeispiel
eines erfindungsgemäßen Zahnschubkettentriebes
und
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4 eine
Darstellung eines Hubpodiums mit einem erfindungsgemäßen Zahnschubkettentrieb gemäß einem
weiteren Ausführungsbeispiel
der Erfindung.
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1 zeigt
einen als Vertikalhubpodium 1 verwendeten erfindungsgemäßen Zahnschubkettentrieb 2,
der im Wesentlichen aus einem Antriebsgehäuse 4 und einer Zahnschubkette 6 besteht,
die eine Vielzahl von Kettengliedern 8 aufweist und mit einer
Hubplattform 10 verbunden ist. Die Kettenglieder 8 der
Zahnschubkette 6 sind durch Verbindungsachsen 12 miteinander
verbunden und stehen über einen
Verzahnungsbereich 14 mit einem angetriebenen Schubzahnkettenrad 16 in
Eingriff.
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Erfindungsgemäß ist das
Kettenrad 16 in einem Linearbereich 18 mit der
Zahnschubkette 6 in Eingriff. Bei dem gezeigten Ausführungsbeispiel
ist das Kettenrad 16 am unteren Teil des vertikalen, schubbelasteten
Kettentrums 18 des Hubpodiums 1 außenliegend
angeordnet. Durch den Eingriff des Kettenrades 16 in den
schubbelasteten Linearbereich 18 der Zahnschubkette 6 wird,
gegenüber
dem Stand der Technik mit Kraftübertragung
in einem Umlenkungsbereich 20 der Zahnschubkette, der Polygoneffekt
des Kettentriebes 2 vermieden. Dadurch treten keine Geschwindigkeitsschwankungen
und Beschleunigungsstöße in der
Zahnschubkette 6 auf, so dass die Geräuschentwicklung des Zahnschubkettentriebes 2 auch
bei hohen Verfahrgeschwindigkeiten wesentlich minimiert ist. Des
Weiteren wird das Getriebeabtriebsmoment aufgrund des relativ kleinen
Kettenrades 16 reduziert, so dass der erfindungsgemäße Kettentrieb 2 eine
kompakte Bauweise und große
Verfahrwege ermöglicht.
Das Kettenrad 16 ist auf einer den Verbindungsachsen 12 abgewandten
Seite der Zahnschubkette 6 angeordnet. Durch diese Anordnung
können
auftretende Querkräfte
auf die in dieser Richtung schubsteife Zahnschubkette 6 über die
Kettenradlagerung aufgenommen werden, so dass die Reibung durch
Querkräfte und
damit auch die Gleitgeräusche
in den Kettenführungen
reduziert sind. Bei dem gezeigten Ausführungsbeispiel wirken die Kettenglieder 8 mit
dem Kettenrad 16 über
eine Geradverzahnung zusammen. Bei einer nicht dargestellten Variante
der Erfindung wird die Geradverzahnung der Zahnschubkette 6 und des
Kettenrades 16 durch eine Schräg- oder Doppelschrägverzahnung,
vorzugsweise eine Evolventenverzahnung ersetzt. Durch diese Verzahnungsarten wird
durch Überdeckung
ein kontinuierlicher Zahneingriff erreicht, so dass die Antriebsgeräusche weiter
reduziert sind.
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Gemäß 2,
die eine Darstellung eines Teilstückes der Zahnschubkette aus 1 zeigt,
bestehen die Kettenglieder 8 der Zahnschubkette 6 aus jeweils
zwei parallel beabstandeten Kettenlaschen 22, 24,
die über
die Verbindungsachsen 12 verschwenkbar verbunden sind.
Die Kettenlaschen 22, 24 haben jeweils zwei aneinander
liegende Reihen 26, 28 aus im Wesentlichen identischen
Platten 30, wobei die Plattenreihe 26 jeweils
um die Hälfte
einer Plattenlänge
zu der benachbarten Plattenreihe 28 versetzt angeordnet
sind, so dass die Platten 30 abschnittsweise überlappen.
Aufgrund des ineinander Greifens der Platten 30 wird eine
hohe Stabilität
der Zahnschubkette 6 erreicht. Aufgrund der identischen Ausbildung
der Platten 30 können
diese fertigungstechnisch vorteilhaft als Serienstanzteile hergestellt werden.
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Wie 1 zu
entnehmen ist, hat jede Platte 30 drei in Form eines gleichschenkligen
Dreiecks angeordnete Aufnahmebohrungen für die Verbindungsachsen 12 und
eine Stützachse 32,
wobei die Aufnahmebohrungen für
die Verbindungsachsen 12 der Platten 30 der beiden
aneinander liegenden Reihen 26, 28 der gleichen
Kettenlasche 22 bzw. 24 und die Verzahnungsabschnitte 14 in
der Streckstellung in Überdeckung
bringbar sind. Die Verzahnungsabschnitte 14 der Platten 30 bestehen
bei dem gezeigten Ausführungsbeispiel
aus jeweils zwei Zähnen 31. Die
Kettenglieder weisen stirnseitig eine senkrecht zur durch einen
Pfeil angedeuteten Bewegungsrichtung des auf Schub belasteten linearen
Kettentrums 18 ausgerichtete Anlagefläche 34 auf. Die Anlagefläche 34 jedes
Kettengliedes 8 hat eine etwa halbkreisförmige Ausnehmung 36 zur
Aufnahme eines Zentrierelements der benachbarten Kettenglieder.
Die Ausnehmungen 36 benachbarter Kettenglieder ergänzen sich
in der Streckstellung der Zahnschubkette 6 zu einer kreisförmigen Anlagefläche 40 für das Zentrierelement.
Bei dem gezeigten Ausführungsbeispiel
wird das Zentrierelement von der Stützachse 32 gebildet,
die wie insbesondere 2 zu entnehmen ist, die Kettenlaschen 22, 24 zusätzlich zu
den Verbindungsachsen 12 verbindet. Die Ausnehmung 36 ist
mit einer in die Anlagefläche 34 einlaufende
Abflachung 38 versehen, die das Einschwenken der Kettenglieder 8 in
den schubbelasteten Linearbereich 18 erleichtert.
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Bei
einer nicht dargestellten Variante ist die Anlagefläche 34 eines
Kettengliedes 8 konvex und die Anlagefläche 34 eines benachbarten
Kettengliedes 8 konkav ausgebildet. Dadurch wird eine stabile Lage
der Kettenglieder 8 aufeinander ermöglicht.
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Die
Verbindungs- und Stützachsen 12, 32 tragen
jeweils eine Führungsrollenanordnung 42, 44. Die
Führungsrollenanordnung 42 der
Verbindungsachsen 12 besteht aus jeweils ein bis drei koaxial
auf der Verbindungsachse 12 angeordneten Führungsrollen 46 (siehe 2),
wobei jeweils eine Führungsrolle 46 auf
einem über
Seitenflächen 48 der
Kettenglieder 8 überstehenden
Abschnitt der Verbindungsachse 12 und eine Führungsrolle 46 zwischen
den Kettenlaschen 22, 24 angeordnet ist. Die Stützachsen 32 weisen
jeweils zwei im Abstand zu den Seitenflächen 48 der Kettenlaschen 22, 24 angeordnete Führungsrollen 50 auf,
wobei die Ausnehmungen 36 in einen Bereich zwischen den
Kettenlaschen 22, 24 und den Führungsrollen 50 eingreifen,
so dass die Rollen 50 freibleiben und die Ausnehmungen 36 an der
Stützachse 32 anliegen.
Weiterhin ist eine Führungsrolle 50 zwischen
den Kettenlaschen 22, 24 auf der Stützachse 32 angeordnet
(siehe 2). Um das Verschwenken der Kettenglieder 8 gegeneinander
zu ermöglichen,
sind die Kanten der Anlageflächen 34 der
Kettenglieder 8 im Bereich der Verbindungsachsen 12 abgerundet.
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Der
Zahnschubkettentrieb 2 hat weiterhin eine Kettenführung 52 zum
Einschwenken der Zahnschubkette 6 in die schubsteife vertikale
Position. Die Kettenführung 52 des
auf Schub belasteten Kettentrums 18 besteht aus zwei Kettenführungsschienen 54, 56 aus
einem Werkstoff mit hoher Verschleißfestigkeit und guten Gleiteigenschaften,
beispielsweise Polyamid. Die Kettenführungsschiene 54 ist
dem Kettenrad 16 gegenüberliegend
angeordnet und beabstandet an einer Seitenfläche 58 des Antriebsgehäuse 4 über Schrauben
fixiert. Dadurch wird eine geradlinige Führung der Zahnschubkette 6 und
ein definierter Zahneingriff des Kettenrades 16 ermöglicht,
so dass die Geräuschemission
des Kettentriebes 2 weiter gesenkt ist. Die Kettenführungsschiene 54 überdeckt
bei dem gezeigten Ausführungsbeispiel etwa
die 1,5- bis zweifache Kettengliedlänge. Dadurch wird beim Ein-
bzw. Auslaufen der Zahnschubkette 6 ein Schlagen der Kette
durch statische Überbestimmtheit
verhindert und die Geräuschemission weiter
verringert. Um die Kettenführung 52 an
unterschiedliche Betriebsparameter anzupassen ist diese über nicht
dargestellte Einstellelemente einstellbar. Die Kettenführungsschiene 54 hat
einen abgerundeten Umlenkabschnitt (in 1 von dem
Kettenglied verdeckt), der durch einen geeigneten Radienverlauf einen
gleichmäßigen Übergang
der Zahnschubkette 6 in den schubbelasteten Linearbereich 18 ermöglicht und
dadurch Anschlaggeräusche
der Führungsrollen 46 minimiert.
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Die
zweite Kettenführungsschiene 56 ist
auf der Seite des Kettenrades 16 oberhalb einer Antriebsachse 60 angeordnet,
so dass die Zahnschubkette 6 zusätzlich zu dem Auflagepunkt
des Kettenrades 16 in der Querrichtung durch die Kettenführungsschiene 56 gestützt ist.
Dadurch kann die Querbelastung des Kettenrades 16 gesenkt
und die Abstützung des
schubbelasteten Kettenstranges 18 verbessert werden.
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Die
beiden Kettenführungsschienen 54, 56 greifen
zwischen die Kettenlaschen 22, 24 der Kettenglieder 8 ein
und stützen
diese über
die innenliegenden Rollen der Führungsrollenanordnung 42 bzw. 44 ab.
Aufgrund des Eingreifens der Kettenführungsschienen 54, 56 zwischen
die Kettenlaschen 22, 24 der Kettenglieder 8 sind
diese zusätzlich
gegen axiale Bewegungen senkrecht zur Bewegungsrichtung der Zahnschubkette 6 gesichert.
Dadurch ist das schubbelastete Kettentrum 18 in alle Richtungen
geführt,
so dass Bewegungen der Kette 6 beim Auslaufen bzw. Einlaufen
auf das Kettenrad 16 abgefangen und gedämpft werden.
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Der
Kettentrieb 2 hat weiterhin eine Ausrichtvorrichtung 62 mit
Justage- und Nachstelleinrichtungen zur vertikalen Ausrichtung des
schubbelasteten Kettentrums 18 an der Hubplattform 10.
Dadurch wird ein schräges
bzw. versetztes Auflaufen der Zahnschubkette 6 auf die
Kettenführungsschienen 54, 56 und
das Kettenrad 16 verhindert.
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Das
unbelastete, horizontale Kettentrum 64 der Zahnschubkette 6 ist
in einer Führungsschiene 66 geführt, die
die Kettenglieder 8 zumindest teilweise umgreift und über die
Führungsrollenanordnung 42 bzw. 44 führt. Hierzu
sind die Führungsrollen 50 verfahrbar
auf Innenflächen 68, 70 der
Führungsschiene 66 gelagert.
Dadurch wird ein Auslenken der Kettenglieder 8 in vertikaler
Richtung, d.h. senkrecht zur Bewegungsrichtung des unbelasteten
Kettentrums 64, aufgrund von Reibungseffekten in der Führungsschiene 66 und
dadurch Aufschlaggeräusche der
Zahnschubkette 6 verhindert, die entstehen, wenn sich diese
aufgrund ihres Eigengewichts wieder an die untere Innenfläche 70 der
Führungsschiene 66 anlegt.
Gemäß 1 wird
es bevorzugt, den unbelasteten Kettenstrang 64 schon nahe
unterhalb des Kettenrades 16 aufzunehmen, um ein Durchhängen des
unbelasteten Kettentrums 64 und dadurch verursachte Auflaufstöße der Kette 6 auf
die Führungsschiene 66 zu
vermeiden. Weiterhin kann die Führungsschiene 66,
beispielsweise durch eine Federanordnung, gegenüber der Zahnschubkette vorgespannt
sein, um eine spielfreie Führung
zu ermöglichen.
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Die
Zahnschubkette 6 ist über
eine nicht dargestellte, tangential an den Stützachsen 32 auf einer knicksteifen
Kettengliedseite 72 anliegende Federanordnung mit einer
Rollfeder vorgespannt. Aufgrund der Vorspannung werden die Kettenglieder 8 über die Anlageflächen 34 in
Anlage gebracht und ein evtl. vorhandenes Spiel, beispielsweise
aufgrund von Fertigungstoleranzen, der Zahnschubkette 6 kompensiert.
Dadurch werden Wechsel zwischen Schub- und Zugbelastung des unbelasteten
Kettentrums 64 und damit verbundene Aufschlaggeräusche weitgehend verhindert.
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Bei
einer nicht dargestellten Variante der Erfindung ist das unbelastete
Kettentrum 64 gegen einen ortsfesten Haltepunkt vorgespannt.
Hierbei wird das unbelastete Kettentrum 64 über eine
Federanordnung oder durch ein Vorspanngewicht unter Zugspannung
gesetzt und in eine Streckstellung vorgespannt, so dass ein Kettenspiel
ausgeglichen ist.
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Gemäß einer
weiteren, nicht dargestellten Variante des Zahnschubkettentriebes 2 ist
im Umlenkungsbereich der Zahnschubkette 6 ein Stützrad, beispielsweise
ein angetriebenes Reibrad angeordnet. Hierbei wird die Zahnschubkette 6 unter
Druckspannung gesetzt, um einen spielfreien Einlauf der Kettenglieder 8 in
den schubbelasteten Linearbereich 18 zu ermöglichen
und Aufschlaggeräusche
der Kettenglieder 8 zu vermeiden.
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Gemäß 3,
die eine Darstellung eines Teilstückes einer Zahnschubkette 74 gemäß einem weiteren
Ausführungsbeispiel
eines erfindungsgemäßen Zahnschubkettentriebes 2 zeigt,
können
zur Erhöhung
der Belastbarkeit der Zahnschubkette 74 mehrere Platten 30 alternierend
versetzt, zu einer paketartigen Plattenanordnung zusammengefasst
sein, die jeweils parallel auf den Verbindungsachsen 12 angeordnet
sind, so dass die Kettenlaschen 22, 24 jeweils
aus zwei parallel beabstandet angeordneten Platten 30 bestehen.
Bei diesem Ausführungsbeispiel
sind die Kettenlaschen 22, 24 auf der Verzahnungsseite über die
Verbindungsachsen 12 verbunden und eine von der Verzahnung
abgewandte Rückseite 76 der
Kettenlaschen 22, 24 bogenförmig abgerundet, um im Umlenkungsbereich 20 eine
etwa kreisbogenförmige
Rückseite
als Anlage einer Rollenanordnung (nicht dargestellt) auszubilden.
Bei einem alternativen Ausführungsbeispiel
ist auf der nicht dargestellten Stützachse 32 zwischen
den Kettenlaschen 22, 24 eine Führungsrolle 50 angeordnet, die
zur Umlenkung des unbelasteten Kettentrums in den schubbelasteten
Linearbereich 18 in Anlage an eine gerade oder kurvenförmige Führungsschiene bringbar
ist.
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Gemäß 4,
die eine Darstellung eines Hubpodiums 1 mit einem erfindungsgemäßen Zahnschubkettentrieb 2 gemäß einem
weiteren Ausführungsbeispiel
der Erfindung zeigt, sind bei diesem Ausführungsbeispiel die Kettenglieder 8 auf
der dem Kettenrad 16 abgewandten Rückseite 76, d.h. der knicksteifen
Seite der Zahnschubkette 6, bogenförmig abgerundet, um das Verschwenken
der Kettenglieder 8 im Umlenkungsbereich 20 zu
erleichtern.
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Offenbart
ist ein Zahnschubkettentrieb 2 mit zumindest einer Zahnschubkette 6, 74,
die eine Vielzahl von Kettengliedern 8 aufweist, wobei
die Kettenglieder 8 durch Verbindungsachsen 12 miteinander verbunden
sind und über
einen Verzahnungsbereich 14 mit zumindest einem angetriebenen
Kettenrad 16 in Eingriff stehen. Erfindungsgemäß ist das
Kettenrad 16 im Wesentlichen in einem Linearbereich 18 mit der
Zahnschubkette 6 in Eingriff.
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- 1
- Hubpodium
- 2
- Zahnschubkettentrieb
- 4
- Antriebsgehäuse
- 6
- Zahnschubkette
- 8
- Kettenglied
- 10
- Hubplattform
- 12
- Verbindungsachse
- 14
- Verzahnungsbereich
- 16
- Kettenrad
- 18
- Linearbereich
- 20
- Umlenkungsbereich
- 22
- Kettenlasche
- 24
- Kettenlasche
- 26
- Reihe
- 28
- Reihe
- 30
- Platte
- 31
- Zahn
- 32
- Stützachse
- 34
- Anlagefläche
- 36
- Ausnehmung
- 38
- Abflachung
- 40
- Anlagefläche
- 42
- Führungsrollenanordnung
- 44
- Führungsrollenanordnung
- 46
- Führungsrolle
- 48
- Seitenfläche
- 50
- Führungsrolle
- 52
- Kettenführung
- 54
- Kettenführungsschiene
- 56
- Kettenführungsschiene
- 58
- Seitenfläche
- 60
- Antriebsachse
- 62
- Ausrichtvorrichtung
- 64
- unbelastetes
Kettentrum
- 66
- Führungsschiene
- 68
- Innenfläche
- 70
- Innenfläche
- 72
- knicksteife
Seite
- 74
- Zahnschubkette
- 76
- Rückseite