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Die
Erfindung betrifft eine Schaltung zur Freigabe oder Sperrung eines
Bremssystems eines hydraulischen Fahrantriebs mit einer Einrichtung
zur Überprüfung neutralstellungsrelevanter
Betriebsparameter.
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Bei
hydraulisch angetriebenen Fahrzeugen ist es vielfach erforderlich,
vor dem Lösen
der Bremsen nach einem Halt zu prüfen, ob der hydraulische Fahrantrieb
wirklich neutral gestellt ist. Unterbleibt eine solche Prüfung kann
es zu einem nicht vorhersehbaren Anfahren oder zu unerwarteten Lenkbewegungen
kommen.
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Für eine Kontrolle
im vorgenannten Sinne gibt es verschiedene Ansätze. Beispielsweise kann die
Prüfung über die
Positionsbestimmung neutralstellungsrelevanter Teile, wie Schwenkscheibe,
Servokolben, Spülschieber
und dgl. erfolgen, an denen Messwertaufnehmer vorgesehen werden
deren Signale dazu verwendet werden, die Betätigung des Entlastungsventils
für das
Bremssystem freizugeben oder – falls
die Messwertaufnehmer unzulässige
Abweichungen anzeigen – dies
zu unterbinden.
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Eine
andere Methode besteht darin, die Drücke (Hochdruck, Servodruck,
Spüldruck)
in geeigneten Leitungen zu überwachen.
Soweit im hydraulischen System bereits entsprechende Drucksensoren vorhanden
sind, können
deren Signale dazu benutzt werden, die Betätigung des Entlastungsventils
für die Bremsen
freizugeben oder zu sperren.
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Einschlägige Konstruktionen
beruhen also auf dem Prinzip, neutralstellungsrelevante Betriebsparameter,
bspw. die Position eines für
die Neutralstellung relevanten Bauteils oder den Druck in einer entsprechend
relevanten Leitung zu erfassen, daraus eine elektrisches oder hydraulisches
Signal zu erzeugen und dieses Signal einer geeigneten Auswertung
zuzuführen.
Die Auswerteeinrichtung gibt das Signal zum Lösen der Bremsen nur dann frei, wenn
ein entsprechendes Ergebnis der Positions- oder Drucküberwachung
dies zulässt.
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Das
Signal zum Lösen
der Bremsen ist primär
ein elektrisches Signal, das ein elektromagnetisches Ventil schaltet,
mit dem das Druckniveau zum Feststellen oder Lösen der Bremsen hergestellt
wird. Ein solches System umfasst eine umständliche Verkettung von Bauteilen
und Signalleitungen, bspw. in der Form: Position/Druck – Messwertaufnehmer – Signal – Auswerteeinrichtung – Bedienerschalter – Magnetventil – Druck – – Bremse.
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Ein
derartiges System umfasst somit mehrere hydraulische und elektrische
Leitungen. Es ist vom Prinzip her dezentral angelegt, d.h. der Messwertaufnehmer
befindet sich an der Hydraulikpumpe oder am Hydraulikmotor, während von
dort Verbindungen zu einer entfernten Auswerteeinheit, einem Rechner oder
Relais führen.
Die Auswerteeinheit andererseits hat Verbindung zu einem an einem
anderen Ort befindlichen Bedienerschalter, von dem wiederum weitere
Verbindungen zum Magnetventil führen,
welches sich bspw. an den Bremsen befindet. Das Magnetventil seinerseits
muss mit Druck versorgt werden und benötigt hierfür eine entsprechende hydraulische Verbindung
zu einer Druckölquelle
und zu einer Entlastungsleitung (Tank). Außerdem muss das Magnetventil
eine Verbindung zu den Bremsen haben, so dass es die Bremsen auch
be- und entlasten kann, was eine weitere hydraulische Leitung erforderlich macht.
Der Aufbau eines solchen Systems ist somit immer mit erheblichem
Montageaufwand und beträchtlichen
Kosten verbunden.
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Aus
der Druckschrift
DE
696 28 225 T2 ist ein hydraulischer Fahrantrieb mit einer
von einem Verbrennungsmotor angetriebenen verstellbaren Pumpe und
einem von der Pumpe versorgten Hydromotor bekannt, dem ein mechanisches
Getriebe mit zwei Getriebestufen nachgeschaltet ist. Außerdem ist
eine Schaltung vorgesehen, mit welcher der Hydromotor bei einem
Fahren unter geringer Last auf einen geringen Schwenkwinkel und
bei Fahren unter hoher Last auf einen großen Schwenkwinkel verstellt wird.
Damit soll es dem Fahrzeug ermöglicht
werden, entweder mit kleinem Drehmoment und erhöhter Geschwindigkeit oder mit
großem
Drehmoment bei geringer Geschwindigkeit fahren zu können.
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Die
Druckschrift
DE 102
41 951 A1 beschreibt ebenfalls einen hydrostatischen Fahrantrieb mit
Verbrennungsmotor, Pumpe und Hydromotor. Im Schiebebetrieb wird
das Bremssystem in Abhängigkeit
von dem an der Pumpe anstehenden Bremsdruck betätigt, um einen unzulässigen Drehzahlanstieg
des Verbrennungsmotors bzw. eine thermische Überbelastung des Kreislaufs
zu vermeiden. Hierzu ist ein Steuerventil
14 vorgesehen,
das Druck auf eine der beiden Seiten eines Bremszylinders
9a,
9b leitet,
um die Bremse zu betätigen
bzw. wieder zu lösen.
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Mit
der vorliegenden Erfindung soll eine einfache und kompakte Schaltung
zur Freigabe oder Sperrung des Bremssystems eines hydraulischen Fahrantriebs
geschaffen werden.
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Diese
Aufgabe wird erfindungsgemäß durch eine
Schaltung zur Freigabe oder Sperrung eines Bremssystems eines hydraulischen
Fahrantriebs mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen
sind in den Unteransprüchen
beschrieben.
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Erfindungsgemäß weist
die Schaltung zur Freigabe oder Sperrung eines Bremssystems eines hydraulischen
Fahrantriebs eine Federeinrichtung auf, die gegen den Steuerkolben
eines elektro-hydraulischen Magnetventils wirkt, das zur Freigabe des
Bremssystems durch eine elektrische Ansteuerung ausgebildet ist.
Das Signal der Überprüfungseinrichtung
neutralstellungsrelevanter Betriebsparameter, also bspw. das Positionssignal
geeigneter Bauteile oder das Drucksignal in neutralstellungsrelevanten
Druckleitungen, wird dazu benutzt, um eine von der Neutralstellung
abhängige
Kraft der Federeinrichtung, bspw. einer Lastfeder, zu erzeugen.
Diese Kraft wirkt gegen den Steuerkolben, wobei bei nicht gegebener
Neutralstellung die Kraftwirkung der Federanordnung das elektro-hydraulische Magnetventil
entgegen der elektrischen Ansteuerung seines Magneten an der Freigabe
des Bremssystems hindert. Als Neutralstellungssignal wird die Verschiebung
eines Messkolbens, abhängig
von einem für
die Neutralstellung unzulässig
hohen Druck, gegen die Federeinrichtung, bzw. die Lastfeder genutzt.
Die Einrichtung zur Überprüfung neutralstellungsrelevanter
Betriebsparameter umfasst hierzu einen Messkolben, der abhängig vom
Druck in einer neutralstellungsrelevanten Leitung gegen die Kraft
der Federanordnung verschiebbar ist und hierdurch den Steuerkolben
des elektro-hydraulischen Magnetventils betätigt.
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In
vorzugsweiser Ausführung
ist das elektro-hydraulische Magnetventil so ausgelegt, dass das Bestromen
seines Magneten eine Verschiebung seines Steuerkolbens bewirken
will, so dass das durch den Steuerkolben beim Verschieben ausgelöste hydraulische
Signal die Bremse freigeben würde,
sofern die Federeinrichtung den Steuerkolben nicht am Verschieben
hindert.
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Besonders
vorteilhaft ist eine Abstimmung der Kraft-Weg-Kennlinien von Lastfeder
und Magnet in der Weise, dass die Kraft der Federeinrichtung, bzw.
der Lastfeder, bei nicht gegebener Neutralstellung es dem Magneten
nicht ermöglicht,
den Steuerkolben aus seiner Ausgangslage zu verschieben und so die
Bremse freizugeben, die Magnetkraft aber ausreicht, den Steuerkolben
nach Freigabe des Bremssystems und wenn danach zulässigerweise die
Neutralstellung nicht mehr gegeben ist, gegen die angestiegene Kraft
des Federsystems in seiner zuvor verschobenen Position zu halten
und damit die Bremse am erneuten Einfallen zu hindern. Dies wird
u.a. durch eine entsprechend steile Kennlinie des Magneten erreicht,
wobei die Haltekraft des Magneten mit der Verschiebung des Steuerkolbens
erheblich ansteigt, wohingegen die Kennlinie der Federeinrichtung,
rsp. der Lastfeder sehr flach verläuft.
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Von
großem
Vorteil ist, dass Federeinrichtung, Steuerkolben und Magnet zu einer
baulichen Einheit zusammengefasst werden können, die als kompakte Baugruppe
in einer Hydraulikeinpumpe integriert oder, falls die Hochdrücke überwacht
werden, auch am Hydraulikmotor angebaut werden kann. Wenn Motor
und Bremse auch schon eine Baueinheit darstellen, ergibt sich damit
ein System das alle notwendigen Drücke, wie Hochdruck zur Neutralstellungserkennung,
sowie Niederdruck und Tankdruck zum Betätigen der Bremsen intern in
einer Baugruppe verfügbar
hat, so dass nur noch eine einzige Steuerleitung zur Ansteuerung
des elektro-hydraulischen Magnetventils von einem separat im Fahrzeug
angeordneten Schalter aus notwendig ist.
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Ebenfalls
von großem
Vorteil ist es, wenn der Druck zum Freigeben oder Aktivieren des
Bremssystems aus geeigneten Leitungen der Hydraulik abgezweigt wird.
Hierdurch werden der Grad der Integration des Systems erhöht und die
Anzahl von Leitungsverbindungen zwischen den Baugruppen reduziert.
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Vorzugsweise
wird der Speisedruck zur Freigabe des Bremssystems und der Tank-
oder Gehäusedruck
zum Aktivieren des Bremssystems angewendet.
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Damit
der Messkolben den Steuerkolben nur über die Kraft der Federanordnung
betätigt,
ist ein mechanischer Anschlag vorgesehen, der den Hub des Messkolbens
entsprechend begrenzt. Der Messkolben kann so den Federkolben nicht
in direktem Kontakt sondern nur über
die Federanordnung betätigen.
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Eine
vorteilhafte Ausführung
der Freigabeschaltung stellt sicher, dass der Raum zwischen Messkolben
und Steuerkolben zu einem im Vergleich mit dem zu überwachenden
Druck niedrigeren, annähernd
konstanten Druckniveau, insbesondere mit dem Tankdruck verbunden
ist.
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Damit
die Verschiebung des Messkolbens nur bei Auftreten eines für die Neutralstellung
unzulässig
hohen Drucks erfolgt, ist vorzugsweise eine an den Druck und an
die von diesem Druck belastete Fläche des Messkolbens abgestimmte
Rückstellfeder
vorgesehen, die den Messkolben in Neutralstellung und entsprechend
niedrigem Druck auf Anschlag hält.
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Vorzugsweise
ist der Durchmesser des Messkolbens derart auf das Kraftniveau der
Federanordnung bzw. Lastfeder abgestimmt, dass diese zugleich die
Rückstellfeder
bildet.
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Vorteilhafte
Weiterbildungen der Erfindung bestehen darin, dass der Messkolben
abhängig
vom Druckzustand im Servosystem der Pumpe des hydraulischen Fahrantriebs
verschoben wird, oder darin, dass der Messkolben abhängig vom
Hochdruck im Fahrantrieb verschoben wird.
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Vorzugsweise
wird das elektro-hydraulische Magnetventil zur Erhöhung der
Haltekraft nach erfolgter Freigabe des Bremssystems mit höherem Strom
angesteuert. Aus Sicherheitsgründen
ist ferner eine Einrichtung vorgesehen, die die Bestromung des elektro-hydraulischen
Magnetventils nach einer vorgegebenen Zeitspanne abbricht, wenn
die Federanordnung das Magnetventil am Schalten hindert.
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Weitere
Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden
Beschreibung von Ausführungsbeispielen.
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Es
zeigen:
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1:
Einen Schaltplan der Freigabeschaltung im Zusammenwirken mit dem
hydraulischen System;
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2:
Eine Ausführungsform
der Freigabeschaltung unter Verwendung von Rückstell- und Lastfeder;
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3:
Eine Ausführungsform
der Freigabeschaltung unter Verwendung von nur einer Feder;
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In 1 ist
die Freigabeschaltung 1 und ihre Einbindung in das hydraulische
System dargestellt. Letzteres weist zur Versorgung der nicht dargestellten
hydraulischen Motoren für
die beiden Fahrstränge
jeweils eine Verstellpumpe 20A, 20B auf, der jeweils
ein Servosystem 21A, 21B zur Verstellung des Förderstroms
zugeordnet ist. Die Freigabe des Bremssystems erfolgt durch Druckbeaufschlagung des
zur Bremse führenden
Druckanschlusses 17, und zwar nur dann, wenn sichergestellt
ist, dass das Antriebssystem wirklich neutral gestellt ist. Ein
zur Überwachung
der Neutralstellung geeigneter Betriebsparameter ist der Druck in
den Servoleitungen A1, A2, B1, B2, der im gezeigten Ausführungsbeispiel
zu diesem Zweck herangezogen wird.
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Die
Freigabeschaltung 1 bildet eine einheitliche Baugruppe,
die als solche in das hydraulische System integriert ist. Sie umfasst
dabei das elektro-hydraulische
Magnetventil 5 mit dem Elektromagneten 7 und dessen
Steuerkolben 8 sowie die Lastfeder 9 und die Kolbenanordnung
K1, K2, K3, K4, die im dargestellten Ausführungsbeispiel die Einrichtung zur Überprüfung neutralstellungsrelevanter
Betriebsparameter bilden. Mit dieser Anordnung werden die Drücke an den
vier Druckanschlüssen
A1, A2, B1, B2 der Servoleitungen simultan überwacht. Ein unzulässig hoher
Druck an einem der Anschlüsse
A1, A2, B1 oder B2 nach einem Halt führt zu einer Verschiebung oder
Aufspreizung der Kolbenanordnung, wobei zumindest der äußere Kolben
K4, nachfolgend Messkolben genannt, gegen die Lastfeder 9 und
den Steuerkolben des Elektromagneten derart verschoben wird, dass
dieser an der Freigabe des Bremssystems gehindert ist. Die Anschläge 10a und 10b verhindern dabei
den direkten Kontakt zwischen dem Messkolben K4 und dem Steuerkolben 8,
so dass der Messkolben K4 nur über
die Lastfeder 9 auf den Steuerkolben 8 des Magneten 7 wirken
kann. Diese Funktionsweise wird nachfolgend anhand der 2 und 3 noch
näher beschrieben.
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Der
Hydraulikdruck zur Freigabe des Bremssystems wird von der bei einschlägigen hydraulischen
Systemen ohnehin vorhandenen Hilfspumpe 22 am Druckanschluss 18 des
elektrohydraulischen Magnetventils 5 vor dem Einspeiseventil 23 aus
der Speisedruckversorgung bereitgestellt. Aus Sicherheitsgründen sind
die Bremsen so geschaltet, dass sie nur durch Druckbeaufschlagung
(über den
Anschluss 17) freigegeben werden können. Sind sie dagegen angezogen,
ist der Anschluss 17 mit dem Tankdruckanschluss 16 verbunden.
Damit wird sichergestellt, dass bei einem evtl. Ausfall der Druckversorgung
die Bremsen automatisch einfallen und so kritische Fahrzustände vermieden
werden.
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Die 2 zeigt
ein Ausführungsbeispiel
der erfindungsgemäßen Freigabeschaltung.
Wie vorstehend beschrieben, dient die Schaltung zur Überwachung
von vier Servoleitungen in einem zweisträngigen hydraulischen Antrieb.
In gleicher Weise könnten aber
auch andere Leitungen, bspw. die Arbeitsleitungen überwacht
werden.
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In
der zylindrischen Bohrung 2 sind vier Kolben K1, K2, K3,
K4 angeordnet, die jeweils zwischen sich bzw. zwischen dem ersten
Kolben K1 und dem Bohrungsgrund 3 einen Raum zur Einleitung
eines der zu überwachenden
Drücke
ausbilden, die über die
Druckanschlüsse
A, B und die Zuführkanäle 14 anstehen.
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Die
Kolben K1, K2, K3, K4 werden mittels einer Druckfeder, der Rückstellfeder 4,
in den Bohrungsgrund 3 auf Anschlag aneinander geschoben, wobei
sich die Rückstellfeder 4 an
einem in der Bohrung 2 ausgebildeten Anschlag, einem Rückhaltestift oder
dgl. abstützt.
Der Bohrungsgrund 3 kann aus Montagegründen auch als lösbarer,
die zylindrische Bohrung 2 verschließender Deckel ausgebildet sein.
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Unzulässig hoher
Druck in einer der Leitungen führt
dazu, dass zumindest der Messkolben K4 gegen Federkraft verschoben
wird, wobei es im Ergebnis nicht darauf ankommt, ob ein erhöhter Druck im
Bohrungsgrund alle Kolben gemeinsam verschiebt oder der Druck in
einem der anderen Zwischenräume
die Kolbenanordnung gegen die Feder 4 einerseits und gegen
den Bohrungsgrund 3 andererseits aufspreizt.
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Die
Kolben K1, K2, K3, K4 besitzen an der Stirnseite 13 jeweils
eine Quernut 15, um eine optimale Druckwirkung auf die
Kolben zu gewährleisten. Am
Umfang der Kolben ist jeweils eine Ringnut 11 ausgebildet,
die schmale Ringstege 12 zwischen den Kolbenstirnseiten 13 und
den Ringnuten 11 erzeugt, die eine geringere Abmessung
als der Durchmesser der Zuführkanäle 14 aufweisen.
Die Kolben werden so in der Bohrung 2 schwimmend geführt, während zugleich
eine ununterbrochene Verbindung zwischen den Zuführkanälen 14 und den Kolbenstirnseiten 13 sichergestellt
ist.
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Der
Hub des Messkolbens K4 ist durch einen Anschlag 10a in
der Bohrung 2 begrenzt. Eine Lastfeder 9 stützt sich
einerseits auf dem Messolben K4 und andererseits auf dem Steuerkolben 8 des
Elektromagneten 7 ab. Der Hub des Steuerkolbens 8 wird gleichfalls
von einem Anschlag 10b limitiert, so dass der Messkolben
K4 alleine durch die Lastfeder 9 auf den Steuerkolben 8 wirkt
und beide nie in direkten Kontakt kommen.
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Der
Steuerkolben 8 bewegt sich beim Einschalten des Elektromagneten 7 gegen
die Kolben K1, K2, K3, K4 soweit die durch den Elektromagneten 7 erzeugte
Kraft auf den Steuerkolben 8 die Federkraft der Lastfeder 9 überwiegt.
Die Federkräfte der
Lastfeder 9 sind dabei so abgestimmt, dass eine vergleichsweise
nur geringe Kraft auf den Steuerkolben ausgeübt wird, wenn sich alle Kolben
K1, K2, K3, K4 in ihrer Ausgangslage befinden. In diesem Falle wird
der Steuerkolben 8 beim Einschalten des Elektromagneten 7 die
Lastfeder 9 bis zum Erreichen seines Anschlags 10b in
der Bohrung 2 komprimieren. Die Kennlinie des Elektromagneten 7 ist
dabei so bemessen, dass er in diesem Zustand genügend Haltekraft aufbringt,
um den Steuerkolben 8 gegen die Lastfeder 9 dann
auch zu halten, wenn im Fahrbetrieb entsprechender Hochdruck erforderlich
ist und die Kolben K1, K2, K3, K4 nachträglich gegen die Lastfeder 9 verschoben
werden (2 zeigt diesen Zustand). Hierzu
wird in diesem Ausführungsbeispiel zusätzlich die
Kennlinie des Elektromagneten 7 durch gleichzeitige Änderung
des Schaltstromniveaus aufgespreizt.
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Wenn
andererseits beim Schalten des Magneten 7 durch eine Fehlfunktion
im Fahrantrieb die Lastfeder 9 bereits durch die Verschiebung
der Kolben K1, K2, K3, K4 komprimiert ist und dadurch eine erhöhte Federkraft
auf den Steuerkolben 8 ausgeübt wird, ist der Elektromagnet 7 aufgrund
der abgestimmten jeweiligen Kennlinien nicht in der Lage, den Steuerkolben 8 aus
seiner Ausgangsposition heraus gegen die stärker vorgespannte Lastfeder 9 zu
verschieben.
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Der
Steuerkolben 8 hat im Ausführungsbeispiel die Funktion
eines 2/3-Wegeventils.
Seine beiden Schaltpositionen entscheiden über die Freigabe des Bremssystems
oder seine Sperrung. Bei inaktivem Elektromagneten 7 oder
zu großer
Kraft der Lastfeder 9 gegen den aktiven Elektromagneten 7 befindet
er sich in seiner Ausgangsposition. Bei aktiviertem Elektromagneten 7 und
hinreichend niedriger Kraft der Lastfeder wird er in seine Arbeitsposition gegen
den Anschlag 10b in der Bohrung 2 verschoben.
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Der
Steuerkolben 8 hat drei Druckanschlüsse: den Tankdruckanschluss 16,
den Druckversorgungsanschluss 18, welcher vorzugsweise
Speisedruck führt
und den zum Bremssystem führenden Druckanschluss 17.
In seiner Ausgangsposition verbindet der Steuerkolben 8 den
Druckanschluss 17 zum Bremssystem mit dem Tankdruckanschluss 16, wodurch
die Bremsen druckentlastet werden und das Anfahren verhindern. In
der Arbeitsposition des Steuerkolbens 8 am Anschlag 10b werden
der Druckanschluss 17 zum Bremssystem und der Druckversorgungsanschluss 18 miteinander
verbunden, wodurch die Bremsen gelöst werden.
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Die 3 zeigt
ein Ausführungsbeispiel ähnlich demjenigen
von 2. Die Bezugszeichen wurden beibehalten, auch
die Funktionsweise ist in wesentlichen Teilen die gleiche wie in 1,
allerdings mit dem Unterschied, dass die Lastfeder 9 zugleich zur
Rückstellung
der Kolben K1, K2, K3, K4 dient.
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In
der in 3 dargestellten Stellung ist die Kolbenanordnung
in Richtung des Magnetventils 5 bzw. des Elektromagneten 7 verschoben,
weil bspw. zwischen Bohrungsgrund 3 und erstem Kolben K1, d.h.
am Druckanschluss A1 unzulässig
hoher Druck herrscht. Die auf den Steuerkolben wirkende Lastfeder 9 wird
dadurch so stark komprimiert, dass das Magnetventil 5 die
Bremsen nicht freigeben kann. In der Neutralstellung, werden die
Kolben K1, K2, K3, K4 durch die Lastfeder 9, die dann zugleich
als Rückstellfeder
dient, auf Anschlag in den Bohrungsgrund 3 der Bohrung 2 geschoben,
wobei dieser wiederum auch als lösbarer,
die zylindrische Bohrung 2 verschließender Deckel ausgebildet sein
kann.
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Die
Freigabeschaltung arbeitet in beiden Ausführungsformen wie folgt:
Ist
in keiner der Leitungen vor Freigabe der Bremsen ausreichend hoher
Druck vorhanden, der die Kolben aus ihrer Ausgangslage gegen die
zur Rückstellung anliegende
Federkraft verschiebt, dann kann beim Einschalten des Elektromagneten
dieser den Steuerkolben gegen die geringe Kraft der Lastfeder 9 bewegen.
Mit der Verschiebung des Steuerkolbens wird der Druckanschluss 18 mit
dem zum Bremssystem führenden
Anschluss 17 verbunden; die Bremsen werden gelöst.
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Nach
dem Lösen
der Bremsen wird beim Bewegen des Fahrzeugs in jedem Fall Hochdruck
benötigt.
In den Servoleitungen wird somit ebenfalls erhöhter Druck auftreten, der in
der erfindungsgemäßen Freigabeschaltung
die Kolben gegen die Kraft der Federn und des Magneten verschiebt.
Die Bremsen können
trotzdem nicht wieder einfallen, weil der geschaltete Magnet aufgrund
seiner Kennlinie genügend
Haltekraft gegen eine nachträgliche
Komprimierung der Federn aufbringt.
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Bei
einem Halt wird die Kolbenanordnung mit Federkraft in die Ausgangslage
in den Bohrungsgrund zurückgeschoben,
wenn der Druck in allen überwachten
Leitungen ausreichend abgebaut ist. Ungewöhnlich hoher Druck in einer
der Leitungen führt
andererseits dazu, dass zumindest der äußere Kolben, der Messkolben
K4 gegen die Kraft der Lastfeder verschoben wird oder verschoben
bleibt. Ist aber bei einem Halt vor dem Anfahren und dem Schalten
des Magneten zumindest der Messkolben K4 bereits verschoben, weil
in mindestens einer der Leitungen der Druck nicht ausreichend abgebaut
ist, dann reicht die initiale Kraft des Magneten nicht aus, den
Steuerkolben gegen die Kraft der Federn zu verschieben und die Bremsen
freizugeben, damit sie gelöst
werden können.
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- A1,
A2
- Druckanschlüsse Servosystem
A
- B1,
B2
- Druckanschlüsse Servosystem
B
- K1–K4
- Kolben
- 1
- Freigabeschaltung
- 2
- Bohrung
- 3
- Bohrungsgrund
- 4
- Rückstellfeder
- 5
- elektrohydraulisches
Magnetventil
- 7
- Elektromagnet
- 8
- Steuerkolben
- 9
- Lastfeder
- 10a,
10b
- Anschlag
- 11
- Ringnut
- 12
- Ringsteg
- 13
- Kolbenstirnseite
- 14
- Zuführkanal
- 15
- Quernut
- 16
- Tankdruckanschluss
- 17
- Druckanschluss
zum Bremssystem
- 18
- Druckversorgungsanschluss
Druckversorgung
- 20A
- Verstellpumpe
Strang A
- 20B
- Verstellpumpe
Strang B
- 21A,
21B
- Servosysteme
A, B
- 22
- Hilfspumpe
- 23
- Einspeiseventil