[go: up one dir, main page]

DE102005048968A1 - Verfahren zur Bewertung der Prozessparameter eines Sterilisationsprozesses - Google Patents

Verfahren zur Bewertung der Prozessparameter eines Sterilisationsprozesses Download PDF

Info

Publication number
DE102005048968A1
DE102005048968A1 DE200510048968 DE102005048968A DE102005048968A1 DE 102005048968 A1 DE102005048968 A1 DE 102005048968A1 DE 200510048968 DE200510048968 DE 200510048968 DE 102005048968 A DE102005048968 A DE 102005048968A DE 102005048968 A1 DE102005048968 A1 DE 102005048968A1
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
sterilization
image
chemoindicator
chamber
scanned
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Withdrawn
Application number
DE200510048968
Other languages
English (en)
Inventor
Wolfgang Ellwanger
Ulrich Prof. Dr. Junghannß
Günter Pastor
Reinhold Pfeiffer
Eberhard Dr. Steiger
Elvira Schneider
Wolfgang Prof. Dr. habil. Wildführ
Sabine Winterfeld
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Individual
Original Assignee
Individual
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Individual filed Critical Individual
Priority to DE200510048968 priority Critical patent/DE102005048968A1/de
Publication of DE102005048968A1 publication Critical patent/DE102005048968A1/de
Withdrawn legal-status Critical Current

Links

Classifications

    • AHUMAN NECESSITIES
    • A61MEDICAL OR VETERINARY SCIENCE; HYGIENE
    • A61LMETHODS OR APPARATUS FOR STERILISING MATERIALS OR OBJECTS IN GENERAL; DISINFECTION, STERILISATION OR DEODORISATION OF AIR; CHEMICAL ASPECTS OF BANDAGES, DRESSINGS, ABSORBENT PADS OR SURGICAL ARTICLES; MATERIALS FOR BANDAGES, DRESSINGS, ABSORBENT PADS OR SURGICAL ARTICLES
    • A61L2/00Methods or apparatus for disinfecting or sterilising materials or objects other than foodstuffs or contact lenses; Accessories therefor
    • A61L2/26Accessories or devices or components used for biocidal treatment
    • A61L2/28Devices for testing the effectiveness or completeness of sterilisation, e.g. indicators which change colour
    • GPHYSICS
    • G01MEASURING; TESTING
    • G01NINVESTIGATING OR ANALYSING MATERIALS BY DETERMINING THEIR CHEMICAL OR PHYSICAL PROPERTIES
    • G01N31/00Investigating or analysing non-biological materials by the use of the chemical methods specified in the subgroup; Apparatus specially adapted for such methods
    • G01N31/22Investigating or analysing non-biological materials by the use of the chemical methods specified in the subgroup; Apparatus specially adapted for such methods using chemical indicators
    • G01N31/226Investigating or analysing non-biological materials by the use of the chemical methods specified in the subgroup; Apparatus specially adapted for such methods using chemical indicators for investigating the degree of sterilisation

Landscapes

  • Life Sciences & Earth Sciences (AREA)
  • Health & Medical Sciences (AREA)
  • General Health & Medical Sciences (AREA)
  • Physics & Mathematics (AREA)
  • Immunology (AREA)
  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Analytical Chemistry (AREA)
  • Biochemistry (AREA)
  • Biophysics (AREA)
  • General Physics & Mathematics (AREA)
  • Molecular Biology (AREA)
  • Pathology (AREA)
  • Epidemiology (AREA)
  • Animal Behavior & Ethology (AREA)
  • Public Health (AREA)
  • Veterinary Medicine (AREA)
  • Apparatus For Disinfection Or Sterilisation (AREA)
  • Investigating Or Analysing Materials By The Use Of Chemical Reactions (AREA)

Abstract

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Bewertung der Prozessparameter eines Sterilisationsprozesses, wobei während der Sterilisation in der mit den zu sterilisierenden Objekten bestückten Sterilisationskammer ein Chemoindikator mitgeführt wird, der chemische Substanzen aufweist, die nach einer Mindesteinwirkungszeit der notwendigen Prozessparameter einen Farbumschlag bewirken. Es wird die Aufgabe gelöst, ein solches Verfahren zu schaffen, das eine weitgehend objektive Aussage zu den Prozessparametern eines Sterilisationsprozesses ermöglicht, indem die mitgeführten Chemoindikatoren messtechnisch ausgewertet werden. Dies wird erreicht, indem die Oberfläche eines Chemoindikators vor dessen Einbringung in eine Sterilisationskammer vor dem Beginn der Sterilisation sowie nach dessen Entnahme aus der Sterilisationskammer nach dem Abschluss der Sterilisation unter jeweils gleichen Bedingungen mit einem Scanner abgetastet wird, wobei aus der Abtastung jeweils bildanalytische Kennwerte ermittelt werden und wobei durch einen Vergleich der bildanalytischen Kennwerte aus diesen beiden Abtastungen eine Bewertung zum Ergebnis der Sterilisation erfolgt.

Description

  • Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Bewertung der Prozessparameter eines Sterilisationsprozesses, wobei während der Sterilisation in der mit den zu sterilisierenden Objekten bestückten Sterilisationskammer ein Chemoindikator mitgeführt wird, der chemische Substanzen aufweist, die nach einer Mindesteinwirkungszeit der notwendigen Prozessparameter einen Farbumschlag bewirken.
  • Für verschiedenartige Anwendungen im medizinischen und pharmazeutischen Bereich sowie in der Lebensmittelindustrie ist eine Sterilisation von Geräten, Materialien und Produkten notwendig. Hierfür sind Verfahren geeignet, die durch Einwirkung von Hitze bzw. Dämpfen keimtötend wirken. Zur Anwendung dieser Verfahren werden insbesondere Vorrichtungen eingesetzt, die als geschlossene Systeme mit einer Kammer zur Aufnahme der zu behandelnden Objekte ausgestaltet sind, in der das keimtötende Medium über einen prozessabhängigen Zeitraum einwirkt. Unabhängig vom konkreten Sterilisationsverfahren, beispielsweise Dampfsterilisation, Heißluftsterilisation, Formaldehydsterilisation oder Ethylenoxidsterilisation wirken die keimtötenden Medien auf die Zellen der Organismen schädigend und zerstören diese.
  • Dabei ist problematisch, dass eine Prüfung eines jeden Produktes zwar theoretisch durchführbar wäre, wobei dieses nach einer solchen Prüfung jedoch für den Gebrauch nicht mehr zur Verfügung steht. Daher muss die zur Sterilisation verwendete Gerätetechnik kontinuierlich und diskontinuierlich geprüft werden. Hierfür sind sowohl vorgeschriebene periodische Überprüfungen als auch Eigenkontrollen bekannt. Für die überwiegend gesetzlich vorgeschriebenen periodischen Überprüfungen werden Validierungen oder Prüfungen auf Grundlage physikalischer Messdaten und mikrobiologischer Testobjekte durchgeführt.
  • Bei Validierungen handelt es sich um Parallel-Messungen von Temperatur und Druck in der Sterilisierkammer und im Sterilisiergut, z.B. mit Messfühler oder Datenlogger, um die Funktionsfähigkeit der Gerätetechnik in Übereinstimmung mit den normativen Vorgaben unter vorgegebenen Bedingungen zu prüfen. Diese physikalischen Kennwerte geben Aufschluss über die konkreten Bedingungen im System. Sofern die Untersuchungen bei Beladung mit Sterilisiergut durchgeführt werden, sind Aussagen zum Beladungsmuster möglich. Eine solche Validierung ist für Dampfsterilisatoren (außer Dampfkleinsterilisatoren) gefordert.
  • Überprüfungen mit mikrobiologischen Testobjekten werden für Gas-, Dampfklein- und Heißluftsterilisatoren angewendet. Die hierbei verwendeten widerstandsfähigen Testsporen müssen nach der Sterilisation sieben Tage kultiviert werden, wobei kein weiteres Keimwachstum auftreten darf. Diese mikrobiologische Untersuchungsmethode liefert zwar eine Aussage zur Funktionssicherheit der Gerätetechnik, sie ermöglicht jedoch kaum Aussagen zu konkreten Prozessbedingungen. Folglich sind bei negativen Prüfergebnissen zusätzliche Ermittlungen notwendig, um die Ursache einer ungenügenden Sterilisation erkennen zu können.
  • Zusätzliche Eigenkontrollen sind bei jedem Sterilisierprozess notwendig, weil die Freigabe des sterilisierten Gutes erst erfolgen darf, sofern alle Programmdaten den Sollzustand erreicht haben. Dabei sind Betreiber von Sterilisatoren verpflichtet, jeden Arbeitsdurchgang anhand der Prozessdaten zu dokumentieren. Dies ist bei modernen und/oder preisintensiven Geräten unproblematisch, weil diese überwiegend mit Druck-Temperatur-Schreibern und Druckern ausgestattet sind. Hingegen weisen ältere Geräte und zahlreiche Kleinsterilisatoren oftmals lediglich Armaturen für eine visuelle Kontrolle auf. Dabei werden von diesen Armaturen vorwiegend Daten von Messwerten außerhalb der Sterilisierkammer erfasst, während der Zustand in der Kammer und im Sterilisiergut nicht erfasst wird, so dass beispielsweise auch Beladungsfehler nicht registriert werden.
  • Um dennoch einen aktenkundigen Nachweis über die Sterilisation führen zu können, werden häufig sog. Chemoindikatoren genutzt. Diese Indikatoren sind chemische Substanzen, die nach einer Mindesteinwirkungszeit der notwendigen Prozessparameter einen Farbumschlag bewirken und beispielsweise aus DE 198 46 325 A1 bekannt sind. Chemoindikatoren sind normiert und in unterschiedliche Klassen unterteilt, wobei der Endpunkt des jeweiligen Farbumschlages vom Hersteller definiert und beschrieben ist. Demzufolge ist eine Aussage zur Wirksamkeit des Sterilisationsprozesses durch visuelle Bewertung des Chemoindikators prozessnah und mit geringem Aufwand möglich.
  • Ein Nachteil bei der Anwendung diesbezüglicher Chemoindikatoren ist jedoch der subjektive Einfluss bei der Bewertung des Farbumschlages durch die prüfende Person. Für eine weitgehend exakte Bewertung ist sowohl erfahrenes als auch sachkundiges Personal notwendig, das möglichst häufig derartige Arbeiten durchführt. Dies ist zumindest bei Nutzung von Kleinsterilisatoren in ärztlichen Praxen oder im nichtmedizinischen Bereich (z. B. in Fußpflegesalons oder Tätowierstudios) fragwürdig. Außerdem ist das Ergebnis der visuellen Bewertung neben der Erfahrung des Prüfpersonals auch erheblich von den jeweiligen Beleuchtungsverhältnissen und nicht zuletzt von der „Tagesform" des Prüfers abhängig.
  • Aufgabe der Erfindung ist es, ein Verfahren zu schaffen, das eine weitgehend objektive Aussage zu den Prozessparametern eines Sterilisationsprozesses ermöglicht, indem während der Sterilisation innerhalb der Gerätetechnik mitgeführte Chemoindikatoren messtechnisch ausgewertet werden.
  • Diese Aufgabe wird gelöst, indem die Oberfläche eines Chemoindikators vor dessen Einbringung in eine Sterilisationskammer vor dem Beginn der Sterilisation sowie nach dessen Entnahme aus der Sterilisationskammer nach dem Abschluss der Sterilisation unter jeweils gleichen Bedingungen mit einem Scanner abgetastet wird, wobei aus der Abtastung jeweils bildanalytische Kennwerte ermittelt werden und wobei durch einen Vergleich der bildanalytischen Kennwerte aus diesen beiden Abtastungen eine Bewertung zum Ergebnis der Sterilisation erfolgt. Vorteilhafte Ausgestaltungen sind Gegenstand der abhängigen Ansprüche, deren Merkmale in zwei Ausführungsbeispielen näher beschrieben werden.
  • Der wesentliche Unterschied der vorliegenden Erfindung gegenüber dem Stand der Technik ist die Überlegung, Chemoindikatoren mit einem definierten chemischen Reaktionsverlauf, die bei Einwirkung der Sterilisationsparameter quantitativ farblich messbare Veränderungen ergeben, während des Sterilisationsprozesses mitzuführen und photoanalytisch zu bewerten. Diese Chemoindikatoren müssen so empfindlich reagieren, dass jede mögliche Abweichung vom Sollzustand durch die Farbwerte analysiert und einem Prozessparameter zugeordnet werden kann. Dabei können die Farbwerte z. B. durch CIELAB- oder RGB-Farbsysteme, welche aus drei Zuordnungskoordinaten bestehen, mit einem Spektralphotometer eindeutig bestimmt werden.
  • Die Anwendung des vorgeschlagenen Verfahrens ergibt zahlreiche Vorteile. So wird die Bewertung nicht mehr visuell vorgenommen und unterliegt somit keinen subjektiven Einflüssen. Das Verfahren ist für Sterilisations- und Desinfektionsverfahren anwendbar, sofern zur Prozesskontrolle Nachweisreagenzien vorhanden sind, die in qualitativem und quantitativem Zusammenhang mit den Einwirkparametern stehen. Alle nicht validierbaren Geräte können mit diesem Verfahren schnell und kostengünstig überprüft werden. Eine laufende Eigenkontrolle mit Analysestreifen ist über Personalcomputer in Verbindung mit einem Scanner und Auswertesoftware kostengünstig und zuverlässig realisierbar. Die sofortige objektive Bewertung bedarf keines zusätzlichen Fachpersonals. Die Prozesssicherheit kann bei jedem Durchlauf objektiv sowie schnell und sicher dokumentiert werden. Bei nicht zu tolerierenden Abweichungen werden Fehlermeldungen und Ursachenhinweise durch den Rechner erstellt. Durch die Kommentierung von Abweichungen kann der Aufwand zur Fehlerermittlung wesentlich gesenkt werden.
  • Nachfolgend wird die Erfindung durch zwei Ausführungsbeispiele ergänzend erläutert.
  • Beispiel A – Anwendung bei Formaldehyd-Dampf-Sterilisation:
  • Die Einwirkparameter bei einer Formaldehydsterilisation sind Formaldehyd-Wasserdampf-Gemisch mit einer bestimmten Wirkstoffkonzentration sowie Temperatur und Zeit. Wird als chemisches Nachweisreagenz beispielsweise das 2,4-Dinatriumsalz der Chromotropsäure eingesetzt, auf ein Substrat (z. B. Papier) aufgetragen und als Chemoindikator in Form eines Analysestreifens oder -systems dem Sterilisationsprozess unterzogen, so reagiert Formaldehyd quantitativ zu einer violetten Verbindung. Damit steht das farbige Reaktionsprodukt im direkten Zusammenhang mit der aufgenommenen Formaldehydmenge, die abhängig von der Einwirkzeit ist. Bekannt ist weiterhin, dass diese Reaktion temperaturabhängig ist und somit die Farbnuancen einen Rückschluss auf die Sterilisationstemperatur ermöglichen. Nach Abschluss des Sterilisationsprozesses werden diese Chemoindikatoren photoanalytisch bewertet. Anhand der drei Messwerte pro Farbton können die Korrelationen zu einzelnen Einwirkparametern ermittelt werden. Die Messwerte werden per Computer mit den Referenzwerten abgeglichen, so dass Abweichungen nicht nur sofort erkennbar sind, sondern auch auf die entsprechende Ursache hinweisen. Die Analysestreifen können mit porösen oder nichtporösen Stoffen ummantelt oder in Hohlkörpern eingebracht werden, um praxisrelevante Bedingungen zu schaffen. Ein Analysesystem kann auch durch Beigabe von Zusatzstoffen oder durch den Aufbau selbst so gestaltet werden, dass zusätzliche Sterilisatorfunktionen, wie Entlüftungszyklen und Dampfstöße über die messbare Farbdichte erfasst werden können. Die Messdaten dienen dem Anwender zur gesicherten Qualitätsprüfung. Sie geben auch der Patientendokumentation eine höherwertige Aussage.
  • Beispiel B – Anwendung bei Dampfsterilisation:
  • Die nachfolgenden Betrachtungen basieren auf einem Indikatorreagenz, welches für Chemoindikatoren angewendet wird und den Anforderungen entsprechend formuliert wurde. Der Farbwechsel vollzieht sich abgestuft von gelb nach schwarz, beruht auf einer Ionenaustauschreaktion und unterliegt den Gesetzmäßigkeiten der Chemie der wässrigen Lösungen und Ionenlehre. Auf dieser Grundlage wurden die möglichen Einflussfaktoren auf das Reaktionsverhalten des Indikatorreagenzes bei der Dampfsterilisation untersucht, wobei sich das Ergebnis folgendermaßen darstellt:
    Die Löslichkeit einer reagierenden Komponente (Metallsalz) des Indikatorreagenzes nimmt mit steigender Temperatur zu. Wirkt also Wasserdampf auf den Indikator ein, wird dadurch die Reaktion ausgelöst und die Schwarzfärbung beginnt.
  • Je länger Wasserdampf auf das Indikatorreagenz einwirkt, umso intensiver wird die Färbung, d.h. die eingesetzten Metallsalze setzen sich im stöchiometrischen Verhältnis um.
  • Zum praktischen Einsatz des Indikatorreagenzes ist die Fixierung auf einem Substrat erforderlich. Diese wird erreicht, indem die Metallsalze in ein Polymer eingebettet werden, das sich bei Einwirkung von Dampf in ein elektrolytisches System umwandelt. Besonders eignen sich Polyvinylalkohole mit unterschiedlichen Kettenlängen. Ebenfalls sind Zusätze von weiteren wasserlöslichen Polymeren, wie z. B. Acrylate oder Polyvinylacetate möglich. Die Zusammensetzung des Einbettungsmittels hat einen direkten Einfluss auf die Reaktionsgeschwindigkeit.
  • Das Indikatorreagenz muss flächendeckend und gleichmäßig auf das Substrat aufgebracht werden. Dabei darf die Farbe des Substrats keinen Einfluss auf die spätere Auswertung haben. Besonders eignet sich hierfür das Siebdruckverfahren.
  • Wird das Indikatorreagenz mit unterschiedlichen Schichtdicken auf das Substrat aufgetragen, so sind weitere Farbabstufungen erkennbar. Somit können Aussagen zur Dampfqualität getroffen werden. Wählt man für die Farbmessung z. B. das CIELAB-System, so unterscheidet sich die Einwirkung von gesättigtem Dampf gegenüber nassen Dampf durch die b-Werte des Farbsystems.
  • Werden mehrere großflächige Chemoindikatoren an unterschiedlichen Stellen in der Kammer dem Sterilisationsprozess unterzogen, sind durch anschließende Messungen Aussagen zur Dampfverteilung in der Kammer möglich, so dass kritische Stellen erkannt werden.
  • Zur zusätzlichen Kontrolle der fraktionierten Vorvakuumstufen, die bei Dampfsterilisatoren der eigentlichen Dampfeinwirkzeit vorgelagert sind, werden sogenannte Helixmodelle als Prüfkörper zur Aufnahme des Chemoindikators angewendet, um die Vakuumleistung zu prüfen.
  • Ergebnisse darüber liefern auch die vorgenannten Indikatoren, wenn diese zwischen zwei dampfundurchlässigen Platten so fixiert werden, dass der Dampf nur von den Seiten durch das Papiersubstrat an das Indikatorreagenz gelangen kann. Die Eindringtiefe des Dampfes äußert sich durch die Verfärbung des Indikatorreagenzes und steht im Wirkzusammenhang mit der Vakuumleistung. Derartige Chemoindikatoren können auch in glasklare Systeme (z.B. Polyesterfolie) eingebettet werden, die mindestens eine Öffnung für den Dampfeintritt haben müssen. Vorteile dieses Systems sind der Wegfall von Prüfkörpern und der Einsatz für alle Typen von Dampfkleinsterilisatoren, sofern die Indikatorsysteme so gestaltet sind, dass auch beim Dampf-Strömungsverfahren mindestens eine Teilfläche des Indikators eine analytisch bewertbare Verfärbung des Indikatorreagenzes gewährleistet.
  • Durch experimentelle Untersuchungen ist es möglich, die Zeitabhängigkeit der Einwirkung von Sattdampf bei unterschiedlichen Temperaturen mit den drei Farbwerten des CIELAB-Systems zu definieren, mathematisch zu bewerten und Toleranzwerte festzulegen. Werden bei der Farbmessung die RGB-Werte genutzt, so lassen sich diese mit handelsüblichen Scannern über Computer verarbeiten.
  • Um die Handhabung des Systems für den Anwender zu erleichtern, wird ein PC-Programm erarbeitet, welches die Farbwerte im Computer erfasst und interpretiert. Für jedes hergestellte Indikatorsystem lassen sich die Farbwerte in Abhängigkeit der Prozessparameter ermitteln. Diese sind durch den Hersteller des Indikatorsystems dem Anwender für jede Produktionscharge zu übergeben.
  • Das vorgeschlagene Verfahren liefert nicht nur konkrete Aussagen zum Prozessverlauf der Sterilisationsverfahren und erhöht die Zuverlässigkeit der Eigenkontrolle, sondern beinhaltet ein Einsparpotenzial beim Dokumentationsumfang und Personalaufwand, der für die herkömmliche Begutachtung von Chemoindikatoren notwendig ist.

Claims (6)

  1. Verfahren zur Bewertung der Prozessparameter eines Sterilisationsprozesses, wobei während der Sterilisation in der mit den zu sterilisierenden Objekten bestückten Sterilisationskammer ein Chemoindikator mitgeführt wird, der chemische Substanzen aufweist, die nach einer Mindesteinwirkungszeit der notwendigen Prozessparameter einen Farbumschlag bewirken, dadurch gekennzeichnet, dass die Oberfläche eines Chemoindikators vor dessen Einbringung in eine Sterilisationskammer vor dem Beginn der Sterilisation sowie nach dessen Entnahme aus der Sterilisationskammer nach dem Abschluss der Sterilisation unter jeweils gleichen Bedingungen mit einem Scanner abgetastet wird, wobei aus der Abtastung jeweils bildanalytische Kennwerte ermittelt werden und wobei durch einen Vergleich der bildanalytischen Kennwerte aus diesen beiden Abtastungen eine Bewertung zum Ergebnis der Sterilisation erfolgt.
  2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass für die Ermittlung der bildanalytischen Kennwerte des Chemoindikators vor dem Beginn der Sterilisation Bezugswerte softwareseitig definiert sind.
  3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die ermittelten bildanalytischen Kennwerte des Chemoindikators nach dem Abschluss der Sterilisation mit Bezugswerten verglichen werden, die softwareseitig definiert sind.
  4. Verfahren nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass die softwareseitig definierten Bezugswerte vom Hersteller des Chemoindikators festlegbar sind.
  5. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die vom Scanner erfassbaren Farbwerte durch CIELAB- oder RGB-Farbsysteme, die jeweils drei Zuordnungskoordinaten umfassen, mittels Spektralphotometer bestimmt werden.
  6. Verfahren nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Verfahren für Desinfektionsprozesse anwendbar ist.
DE200510048968 2005-10-13 2005-10-13 Verfahren zur Bewertung der Prozessparameter eines Sterilisationsprozesses Withdrawn DE102005048968A1 (de)

Priority Applications (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
DE200510048968 DE102005048968A1 (de) 2005-10-13 2005-10-13 Verfahren zur Bewertung der Prozessparameter eines Sterilisationsprozesses

Applications Claiming Priority (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
DE200510048968 DE102005048968A1 (de) 2005-10-13 2005-10-13 Verfahren zur Bewertung der Prozessparameter eines Sterilisationsprozesses

Publications (1)

Publication Number Publication Date
DE102005048968A1 true DE102005048968A1 (de) 2007-04-19

Family

ID=37896337

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
DE200510048968 Withdrawn DE102005048968A1 (de) 2005-10-13 2005-10-13 Verfahren zur Bewertung der Prozessparameter eines Sterilisationsprozesses

Country Status (1)

Country Link
DE (1) DE102005048968A1 (de)

Cited By (2)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
WO2022048987A1 (de) * 2020-09-02 2022-03-10 Jointinventions Gmbh Verfahren zum nachweis einer desinfektion, testkit hierfür und desinfektionsverfahren
US20220226528A1 (en) * 2019-03-29 2022-07-21 Advanced Sterilization Products, Inc. Sterilization assessment methods with chemical indicators

Citations (2)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE4303858A1 (de) * 1993-02-10 1994-08-11 Draegerwerk Ag Vorrichtung zur automatischen optischen Auswertung kolorimetrischer Verfärbungszonen auf einem Träger zum Nachweis von gas- und/oder dampfförmigen Komponenten eines Gasgemisches
DE19846325B4 (de) * 1998-10-08 2005-12-29 Reinhold Pfeiffer Chemoindikator zur Kontrolle einer Sterilisation und Verfahren zu seiner Herstellung

Patent Citations (2)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE4303858A1 (de) * 1993-02-10 1994-08-11 Draegerwerk Ag Vorrichtung zur automatischen optischen Auswertung kolorimetrischer Verfärbungszonen auf einem Träger zum Nachweis von gas- und/oder dampfförmigen Komponenten eines Gasgemisches
DE19846325B4 (de) * 1998-10-08 2005-12-29 Reinhold Pfeiffer Chemoindikator zur Kontrolle einer Sterilisation und Verfahren zu seiner Herstellung

Cited By (2)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
US20220226528A1 (en) * 2019-03-29 2022-07-21 Advanced Sterilization Products, Inc. Sterilization assessment methods with chemical indicators
WO2022048987A1 (de) * 2020-09-02 2022-03-10 Jointinventions Gmbh Verfahren zum nachweis einer desinfektion, testkit hierfür und desinfektionsverfahren

Similar Documents

Publication Publication Date Title
EP2216648B1 (de) Reinigungsindikator und Prüfkörper zur Prüfung von Reinigungsprozessen
DE112019001825B4 (de) Präzises Teststreifen-Lesesystem auf Grundlage der Kolorimetrie
DE69811222T2 (de) Sterilisationsindikator
DE112014002045B4 (de) Nucleinsäure-Analysator und Nucleinsäure-Analysenverfahren unter Verwendung des Analysators
DE68922704T2 (de) Verfahren zum Unterscheiden zwischen Streifen für verschiedene Experimente in einem automatischen Apparat.
DE102011050389B4 (de) Sensoreinheit und Messverfahren
DE102016107040A1 (de) Vorrichtung und Verfahren zur Überwachung von Reinigungsverfahren
EP1040788A1 (de) Vorrichtung zur quantitativen Bestimmung der örtlichen Verteilung einer Messgrösse
DE60011642T2 (de) System zur temperatur-überwachung von glassträgern in einem automatischen biologischen reaktionsapparat
DE68917934T2 (de) Fingerabdruck-reagenz.
DE102007014083A1 (de) Verfahren zur Verhinderung des mehrfachen Gebrauchs von Einmalartikeln in Analysegeräten
EP3553503B1 (de) Analyseverfahren und anschmutzung
DE102005048968A1 (de) Verfahren zur Bewertung der Prozessparameter eines Sterilisationsprozesses
DE102013223375A1 (de) Endoskop und endoskopdichtheitsprüfverfahren
EP2693204A1 (de) Anrissdetektion und Rissüberwachung mittels Lumineszenz
EP2087336B1 (de) Verfahren zur erkennung von verunreinigungen auf einer oberfläche
WO2009000293A1 (de) Messgerät und verfahren zur bestimmung optischer kenngrössen zum nachweis photo- und elektrochemischer abbaureaktionen
EP3258247A1 (de) Verfahren zur optimierung der automatischen fluoreszenzmustererkennung in der immundiagnostik
DE19846775A1 (de) Automatische Ölerkennung und Ölrestmengenbestimmung
DE102007045636A1 (de) Verfahren zur Ermittlung der Thermoschockrobustheit und Materialfestigkeit von sprödversagenden Materialien
EP2887054A1 (de) Messverfahren für einen optochemischen Sensor
DE202019003620U1 (de) Messgerät zur Ermittlung der thermischen Stabilität
DE10150566B4 (de) Verfahren zum Prüfen von Kunststoffen
DE102005003878B3 (de) Messvorrichtung zum Messen photokatalytischer Aktivität einer photokatalytischen Schicht
DE10100581B4 (de) Verfahren und Vorrichtung zum Nachweis von Mikroorganismen auf Oberflächen

Legal Events

Date Code Title Description
OP8 Request for examination as to paragraph 44 patent law
8130 Withdrawal