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Die
vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Weiterleitung von
Informationen bei elektronischen Bausteinen, insbesondere Teilen
eines Ranks eines Digitalspeichers, und eine Baugruppe, insbesondere
ein DRAM-Speichersystem,
welches entsprechend dieses Verfahrens ausgestaltet ist.
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Bei
bestimmten Hardware-Architekturen, z.B. DRAM-Architekturen, werden elektronische Bausteine
(z.B. Teile von Ranks) übereinander
angeordnet, hauptsächlich
um dadurch Platz einzusparen. Dabei sind die Ausgangsanschlüsse des
einen elektronischen Bausteins mit den Eingangsanschlüssen des
anderen elektronischen Bausteins verbunden. Daher sind die elektronischen
Bausteine derart ausgestaltet, dass sie eine Information, welche
sie eingangsseitig an einem bestimmten Eingangsanschluss empfangen,
ausgangsseitig an den entsprechenden Ausgangsanschluss unverändert weiterleiten
(Repeater-Funktionalität),
so dass der elektronische Baustein, welcher eingangsseitig mit den
Ausgangsanschlüssen
eines anderen elektronischen Bausteins verbunden ist, dieselbe Information
an seinen Eingangsanschlüssen
erhält,
wie der andere elektronische Baustein. Aus Gründen des Package-Routings kann
es dabei vorkommen, dass die Eingangsanschlüsse eines elektronischen Bausteins gespiegelt
und/oder gedreht werden müssen,
bevor die Eingangsanschlüsse
mit den Ausgangsanschlüssen
desjenigen weiteren elektronischen Bausteins verbunden werden, auf
welchem er angeordnet ist. Wenn die Eingangs- und Ausgangsanschlüsse der elektronischen
Bausteine in einer Reihe angeordnet sind, bedeutet dies, dass der
erste Eingangsanschluss des ersten Bausteins anstelle mit dem ersten Ausgangsanschluss
mit dem letzten Ausgangsanschluss des zweiten Bausteins und der zweite
Eingangsanschluss des ersten Bausteins mit dem vorletzten Ausgangsanschluss
des zweiten Bausteins usw. verbunden sind.
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Nach
dem Stand der Technik ist jeder elektronische Baustein derart ausgestaltet,
dass er die über
seine Eingangsanschlüsse
empfangene Daten umroutet, wenn er vorab eine Information darüber erhalten
hat, dass seine Eingangsanschlüsse
die Daten in einer umgekehrten Reihenfolge empfangen. Anders ausgedrückt besitzt
jeder elektronische Baustein eine Zusatz-Hardware, so dass er in
der Lage ist, sowohl mit der Situation, dass die Eingangsanschlüsse die
Daten in der richtigen Reihenfolge empfangen, als auch mit der Situation,
dass die Eingangsanschlüsse
die Daten in der umgekehrten Reihenfolge empfangen, zurecht zu kommen.
Während einer
Initialisierungsphase wird jeder elektronische Baustein darüber informiert,
ob die eine oder andere Situation für ihn vorliegt.
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Dieses
Vorgehen nach dem Stand der Technik fügt jedem elektronischen Baustein
eine Zusatz-Hardware hinzu, was zu hören Stückpreiskosten führt. Darüber hinaus
führt die
Zusatz-Hardware, welche in der Regel aus einem Multiplexer an dem
Empfangsteil des elektronischen Bausteins besteht, zu einer im Vergleich
zu einem elektronischen Baustein, welcher diesen Multiplexer nicht
aufweist, längeren Laufzeit.
Gerade wenn es sich bei der Hardware-Architektur um ein einen DRAM-Speicher umfassendes Speichersystem
und bei den elektronischen Bausteinen um Teile eines Ranks dieses
Speichersystems handelt, fallen die höheren Stückpreiskosten und die höhere Laufzeit
schwer ins Gewicht.
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Daher
ist es die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Verfahren und
eine entsprechend ausgestaltete Baugruppe bereitzustellen, bei welchen die
vorab beschriebenen Nachteile zumindest abgemildert werden.
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Diese
Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein
Verfahren zur Informationsweiterleitung bei elektronischen Bausteinen
nach Anspruch 1 und eine elektronische Baugruppe nach Anspruch 10
gelöst. Die
abhängigen
Ansprüche
definieren bevorzugte und vorteilhafte Ausführungsformen der Erfindung.
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Im
Rahmen der vorliegenden Erfindung wird ein Verfahren zur Weiterleitung
von Information bei elektronischen Bausteinen bereitgestellt, wobei
vorausgesetzt wird, dass die elektronischen Bausteine derart in
einer Reihenschaltung verbunden sind, das Eingangsanschlüsse eines
der elektronischen Bausteine mit Ausgangsanschlüssen eines anderen der elektronischen
Bausteine verbunden sind. Dabei schleift jeder der elektronischen
Bausteine eine Information, welche er an seinem n-ten Eingangsanschluss
empfängt
unbearbeitet und unverändert
an seinen n-ten Ausgangsanschluss durch, so dass diese Information
in unveränderter
Form auch einem mit ihm ausgangsseitig verbundenen elektronischen Baustein
zur Verfügung
steht. Die Eingangsanschlüsse
und Ausgangsanschlüsse
jedes elektronischen Bausteins sind dabei für jeden elektronischen Baustein
in derselben geometrischen Anordnung angeordnet. Unabhängig davon,
ob die geometrische Anordnung der Eingangsanschlüsse bei einem oder mehreren
der elektronischen Bausteine gegenüber der geometrischen Anordnung
der mit diesen Eingangsanschlüssen
verbundenen Ausgangsanschlüssen
des mit dem entsprechenden elektronischen Baustein eingangsseitig
verbundenen elektronischen Bausteins gespiegelt, gedreht, gespiegelt und
gedreht oder weder gespiegelt noch gedreht angeordnet sind, wird
eine bestimmte Information, insbesondere eine Adresse eines der
elektronischen Bausteine, an denselben Eingangsanschlüssen empfangen
bzw. von denselben Ausgangsanschlüssen des eingangsseitig verbundenen
elektronischen Bausteins gesendet.
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Da
die bestimmte Information immer an denselben Eingangsanschlüssen des
elektronischen Bausteins empfangen wird, benötigt der elektronische Baustein
keine Zusatz-Hardware,
auch wenn seine Eingangsanschlüsse
gespiegelt und/oder gedreht mit den Ausgangsanschlüssen des
eingangsseitig vorhandenen elektronischen Bausteins verbunden sind,
so dass beispielsweise der erste Eingangsanschluss mit dem letzten
Ausgangsanschluss, der zweite Eingangsanschluss mit dem vorletzten
Ausgangsanschluss, usw. verbunden sind. Dies gilt auch, wenn zwar
die Eingangsanschlüsse
eines bestimmten elektronischen Bausteins nicht gespiegelt oder
gedreht mit den entsprechenden Ausgangsanschlüssen verbunden sind, aber die
Eingangsanschlüsse
eines vorher angeordneten elektronischen Bausteins gespiegelt und/oder
gedreht mit den mit ihnen verbundenen Ausgangsanschlüssen verbunden sind.
Da keine Zusatz-Hardware zum Umrouten der bestimmten Information
mehr im Baustein erforderlich ist, fällt vorteilhafter Weise auch
keine zusätzliche
Laufzeit über
dieser Zusatz-Hardware an. Daher können die Kosten für die Zusatz-Hardware
eingespart werden, wodurch jeder Baustein preiswerter wird.
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Durch
die vorliegende Erfindung kann der Aufwand, welcher nach dem Stand
der Technik erforderlich ist, um eine eventuelle Spiegelung und/oder Drehung
der Anordnung der Eingangsanschlüsse gegenüber den
mit ihnen verbundenen Ausgangsanschlüssen innerhalb des einzelnen
Bausteins zu behandeln, aus dem Baustein entfernt werden. Erfindungsgemäß wird eine
Behandlung der eventuellen Spiegelung und/oder Drehung der Anordnung
der Eingangsanschlüsse
in die Steuervorrichtung verlagert, welche mehrere Bausteine steuert.
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Vorteilhafter
Weise ist die geometrische Anordnung, welche die Eingangs- und Ausgangsanschlüsse aller
elektronischen Bauelemente Bausteine aufweisen, spiegelsymmetrisch
und/oder drehsymmetrisch. Darüber
hinaus können
die Eingangs- und Ausgangsanschlüsse
bei jedem elektronischen Baustein, welche die bestimmte Information
empfangen bzw. senden, jeweils in einem mittleren Bereich dieser
geometrischen Anordnung angeordnet sein, wobei sich dieser mittlere
Bereich dadurch auszeichnet, dass er invariant gegenüber einer
etwaigen spiegelsymmetrischen und/oder drehsymmetrischen Ausrichtung
der geometrischen Anordnung der Eingangs- und Ausgangsanschlüsse ist.
Das heißt,
unabhängig
davon, in welcher spiegel- und/oder drehsymmetrischen Ausrichtung
die Eingangsanschlüsse mit
den Ausgangsanschlüssen
verbunden sind, bleiben die in dem mittleren Bereich angeordneten
Anschlüsse
(Eingangs- und Ausgangsanschlüsse) gleich
bzw. verändert
sich der mittlere Bereich nicht.
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Indem
die Anschlüsse,
welche die bestimmte Information tragen, in der Mitte einer spiegelsymmetrischen
und/oder drehsymmetrischen geometrischen Anordnung angeordnet werden,
führt eine Spiegelung
und/oder drehsymmetrische Drehung dieser spiegel- und/oder drehsymmetrischen
Anordnung dazu, dass dieselbe Menge der Anschlüsse bzw. dieselben Anschlüsse die
bestimmte Information tragen, d.h. die Menge von Anschlüssen, welche die
bestimmte Information tragen, bleibt die gleiche.
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Im
Rahmen der vorliegenden Erfindung wird auch eine elektronische Baugruppe,
insbesondere ein eine DRAM-Speicherkomponente
umfassendes Speichersystem, bereitgestellt, welche mehrere elektronische
Bausteine, insbesondere Teile eines Ranks, umfasst. Dabei sind die
elektronischen Bausteine in Form einer Reihenschaltung derart verbunden,
dass eine bestimmte Menge von Eingangsanschlüssen eines der elektronischen
Bausteine mit der bestimmten Menge von Ausgangsanschlüssen eines anderen
der elektronischen Bausteine verbunden ist. Jeder elektronische
Baustein leitet dabei eine Information, welche er eingangsseitig
an einem bestimmten Eingangsanschluss empfängt, an einen seiner Ausgangsanschlüsse weiter,
welcher dieselbe Rolle in der bestimmten Menge seiner Ausgangsanschlüsse spielt,
wie der bestimmte Eingangsanschluss in der bestimmten Menge seiner
Eingangsanschlüsse. Dabei
sind die Eingangs- und Ausgangsanschlüsse jedes elektronischen Bausteins
in derselben geometrischen Anordnung angeordnet. Die Baugruppe ist dabei
derart entworfen, dass jeder elektronische Baustein unabhängig davon,
ob die geometrische Anordnung der Eingangsanschlüsse von einem oder mehreren
der elektronischen Bausteine gegenüber der geometrischen Anordnung
der mit den Eingangsanschlüssen
verbundenen Ausgangsanschlüssen gespiegelt,
gedreht, gespiegelt und gedreht oder weder gespiegelt noch gedreht
ist, an derselben Menge seiner Eingangsanschlüsse die bestimmte Information
empfängt
bzw. die bestimmte Information von derselben Menge der Ausgangsanschlüsse des
mit ihm eingangsseitig verbundenen elektronischen Bausteins gesendet
wird.
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Die
Vorteile der erfindungsgemäßen Baugruppe
sind dabei dieselben, welche vorab bei der Diskussion des erfindungsgemäßen Verfahrens
beschrieben wurden, weshalb sie hier nicht wiederholt werden.
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Die
vorliegende Erfindung eignet sich vorzugsweise zum Einsatz bei DRAM-Speicherkomponenten
umfassendenen Speichersystemen, bei welchen heutzutage bis zu vier
Teile eines Ranks des DRAMs aufeinander angeordnet sind. Selbstverständlich ist
die Erfindung jedoch nicht auf diesen bevorzugten Anwendungsbereich
beschränkt,
sondern kann immer dort eingesetzt werden, wo entsprechend ausgestaltete
elektronische Bausteine, welche übereinander
angeordnet sind, entsprechend angesteuert werden.
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Die
vorliegende Erfindung wird nachfolgend näher unter Bezugnahme auf die
beigefügte
Zeichnung an Hand bevorzugter Ausführungsbeispiele erläutert.
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1 stellt
schematisch ein erfindungsgemäßes Speichersystem
dar, wobei pro Rank nur jeweils ein Rankteil dargestellt ist.
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2 stellt alle möglichen Anordnungsvarianten
der in 1 dargestellten DRAM-Speicherkomponente dar, wenn
die spiegel- und drehsymmetrische Anordnung von Anschlüssen eines
Rankteils zwei spiegel- bzw. drehsymmetrische Ausrichtungen aufweist.
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3 stellt
schematisch ein erfindungsgemäßes Speichersystem
dar, welches vier Ranks umfasst, welche wiederum jeweils aus mehreren
Rankteilen aufgebaut sind.
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4 stellt verschiedene Varianten von spiegel-
und drehsymmetrischen geometrischen Anordnungen von Anschlüssen eines
Rankteils dar.
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In 1 ist
schematisch ein Speichersystem 10 mit einem Memory Controller
MC und vier Rankteilen 1–4, wobei jedes zu
einem von vier Ranks gehört,
dargestellt. Dabei sind die vier Rankteile 1–4 in Reihe
angeordnet, so dass bis auf das erste Rankteil 1 die Eingangsanschlüsse 11 eines
Rankteils 2–4 mit den
Ausgangsanschlüssen 12 des
jeweils eingangsseitig angeordneten Rankteils 1–3 verbunden
sind. Die Eingangsanschlüsse 11 des
ersten Rankteils 1 sind mit den Ausgangsanschlüssen des
Memory Controllers MC verbunden.
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Wenn
der Memory Controller eine Anweisung (z.B. eine Leseanweisung) zu
einem der Rankteile 1–4 sendet,
sendet er einen Rahmen, welcher aus mehreren Zeichenelementen besteht,
an die Eingangsanschlüsse 11 des
ersten Rankteils 1, welches die gesendeten Daten an die
weiteren Rankteile 1–3 weiterleitet.
Die Daten enthalten Information, wie z.B. die Reihen- und Spalten-Adresse
des zu lesenden Datums. Da eine Anweisung einen der vier Rankteile 1–4 betreffen
kann, muss die von dem Memory Controller MC gesendete Anweisung
eine Identifikation des entsprechenden Rankteils 1–4 enthalten,
so dass die Anweisung nur von dem betroffenen Rankteil 1–4 gelesen
und ausgeführt
wird. Bei der in 1 dargestellten DRAM-Speicherkomponente 10 mit vier
Rankteilen 1–4 werden
die vier Rankteile 1–4 mit einer
zwei Bit umfassenden Adresse adressiert. Dabei ist die Adresse jeweils
in der Mitte der sechs Eingangsanschlüsse 11 und sechs Ausgangsanschlüsse 12 der
vier Rankteile 1–4 und
damit auch in der Mitte der sechs Ausgangsanschlüsse des Memory Controllers
MC angeordnet.
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Da
die Adresse jeweils von den mittleren beiden Anschlüssen (dem
dritten und vierten der sechs Anschlüsse) übertragen wird, wird die Adresse
auch dann von den mittleren beiden Anschlüssen übertragen, wenn die geometrische
Anordnung der Eingangsanschlüsse
von einem Rankteil 1–4 gegenüber der
geometrischen Anordnung der damit verbundenen Ausgangsanschlüssen 12 gespiegelt
ist. Bei der in 1 dargestellten Ausführungsform
ist die geometrische Anordnung der Anschlüsse 11, 12 eine Reihe,
so dass die geometrische Anordnung nur zwei drehsymmetrische bzw.
spiegelsymmetrische Ausrichtungen aufweist. Mit anderen Worten ist
entweder der erste Eingangsanschluss mit dem ersten Ausgangsanschluss,
der zweite Eingangsanschluss mit dem zweiten Ausgangsanschluss usw.
oder der erste Eingangsanschluss mit dem sechsten Ausgangsanschluss,
der zweite Eingangsanschluss mit dem fünften Ausgangsanschluss usw.
verbunden.
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Wenn
also die geometrische Anordnung der Eingangsanschlüsse gegenüber der
geometrischen Anordnung der Ausgangsanschlüsse gespiegelt angeordnet ist,
ist der dritte Eingangsanschluss mit dem vierten Ausgangsanschluss
und der vierte Eingangsanschluss mit dem dritten Ausgangsanschluss
verbunden. Daher tragen nach wie vor die mittleren Eingangsanschlüsse die
Adresse, d.h. die Menge derjenigen Anschlüsse, die die Adresse tragen,
hat sich nicht verändert.
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Angenommen
die eigentliche Adresse des ersten Rankteils 1 ist 0/0,
die Adresse des zweiten Rankteils 2 ist 0/1, die Adresse
des dritten Rankteils 3 ist 1/0 und die Adresse des vierten
Rankteils 4 ist 1/1, dann ist die Belegung des dritten
und vierten Ausgangsanschlusses des Memory Controllers MC, um das zweite
Rankteil 2 und das dritte Rankteil 3 anzusprechen,
davon abhängig,
ob die Rankteile 1–3 derart
angeordnet sind, dass der dritte Anschluss des zweiten Rankteils 2 bzw.
des dritten Rankteils 3 mit dem dritten Ausgangsanschluss
oder mit dem vierten Ausgangsanschluss des Memory Controllers MC
gekoppelt ist. Daher wird in einer einmaligen Initialisierungsphase
der DRAM-Speicherkomponente dem zweiten Rankteil 2 bzw.
dritten Rankteil 3 mitgeteilt, dass sie auf eine aktuelle
Adresse 0/1 bzw. 1/0 oder auf 1/0 bzw. 0/1 reagieren sollen. Da
die Adressen des ersten Rankteils 1 bzw. vierten Rankteils 4 0/0 bzw.
1/1 spiegelsymmetrisch sind, entsprechen ihre aktuellen Adressen
in jedem Fall den eigentlichen Adressen.
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Bezüglich der
Adresse der Rankteile sei darauf hingewiesen, dass alle Rankteile 1–4 desselben Ranks
in aller Regel dieselbe Adresse aufweisen werden, wobei es sich
bei dieser Adresse dann um eine Adresse des Ranks handelt. Da im
voran stehenden Abschnitt nicht der Rank sondern das Rankteil im
Vordergrund steht, wurde von der Adresse des Rankteils gesprochen,
wobei in aller Regel die Adresse des Ranks, zu welchem das Rankteil
gehört,
gemeint ist.
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Darüber hinaus
kann die Zuweisung der aktuellen Adressen an die einzelnen Rankteile
oder Ranks auch unabhängig
von einer eigentlichen Adresse jedes Ranks erfolgen. Der Memory
Controller MC weist dazu jedem Rankteil 1–4 in
einer Initialisierungsphase eine Adresse zu, welche er wie folgt ermittelt.
Zuerst ermittelt der Memory Controller beispielsweise mittels eines
Zählers
eine pro Rankteil 1–4 oder
Rank eindeutige Adresse. Dann ermittelt er in einem weiteren Schritt,
wie sich diese Adresse aufgrund der Spiegelung und Verdrehung der
Verbindungen zwischen den Rankteilen 1–4 auf dem Weg von
dem Memory Controller MC zu dem entsprechenden Rankteil verändern würde und
ermittelt daraus die aktuelle Adresse jedes Rankteils. Bei diesem Schritt
wertet der Memory Controller MC eine Information aus, in welcher
Weise die Verbindungen zwischen den Rankteilen 1–4 gedreht
und gespiegelt sind. Abschließend
teilt der Memory Controller MC diese aktuelle Adresse jedem Rankteil 1–4 mit.
Dabei ist es durchaus möglich,
dass mehreren Rankteilen 1–4 dieselbe aktuelle
Adresse zugewiesen wird.
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Bezüglich der
anderen Anschlüsse,
d.h. des ersten, zweiten sowie fünften
und sechsten Anschlusses, wird der Memory Controller MC in der einmaligen
Initialisierungsphase darüber
informiert, ob er die Belegung der anderen Ausgangsanschlüsse vertauschen
muss oder nicht. Mit anderen Worten weiß der Memory Controller MC
nach der einmaligen Initialisierungsphase, ob sein erster Ausgangsanschluss
mit dem ersten oder sechsten Eingangsanschluss eines beliebigen
Rankteils 1–4 verbunden ist.
Abhängig
von dieser Information belegt er seinen ersten, zweiten, fünften und
sechsten Ausgangsanschluss entsprechend desjenigen Rankteils 1–4,
welches er mit der entsprechenden Anweisung ansprechen möchte.
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In 2 sind alle möglichen Kombinationen der gespiegelt
bzw. gedreht und ungespiegelten bzw. ungedrehten Verbindungen zwischen
den Rankteilen 1–4 und/oder
zwischen dem Memory Controller MC und dem ersten Rankteil 1 dargestellt.
Dabei ist oberhalb jedes Rankteils 1–4 jeweils die aktuelle
Adresse des entsprechenden Rankteils, d.h. die Adresse, auf welche
das Rankteil 1–4 bei
der entsprechenden Kombination anspricht, dargestellt.
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Bei
der mit d) bezeichneten Kombination ist die tatsächliche Adresse des zweiten
Rankteils 2 0/1 und die tatsächliche Adresse des dritten
Rankteils 3 ebenfalls 0/1. Anders ausgedrückt, reagiert
das zweite Rankteil bei der Kombination d), wenn er bei einer Anweisung
auf seinem dritten Eingangsanschluss eine 0 und auf seinem vierten
Eingangsanschluss eine 1 empfängt.
Genauso reagiert das dritte Rankteil 3, wenn es auf seinem
dritten Eingangsanschluss eine 0 und auf seinem vierten Eingangsanschluss eine
1 empfängt.
Dies führt
zu keinen Problemen, da die Verbindung zwischen dem zweiten Rankteil 2 und dem
dritten Rankteil 3 gespiegelt bzw. gedreht ist. Um beispielsweise
das dritte Rankteil 3 anzusprechen, belegt der Memory Controller
MC seinen dritten und vierten Ausgangsanschluss mit der eigentlichen
Adresse 1/0 des dritten Rankteils, das heißt, den dritten Anschluss mit
1 und den vierten Anschluss mit 0.
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Bezüglich der
Belegung seines ersten, zweiten, fünften und sechsten Ausgangsanschlusses weiß der Memory
Controller MC, dass er diese Ausgangsanschlüsse bezüglich des ersten Rankteils 1 und
des zweiten Rankteils 2 normal und bezüglich des dritten Rankteils 3 und
des vierten Rankteils 4 gespiegelt bzw. gedreht beaufschlagen
muss.
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Auf
der rechten Seite der 2 sind all diejenigen
möglichen
Kombinationen i–p
dargestellt, bei welchen die Verbindung zwischen dem Memory Controller
MC und dem ersten Rankteil 1 gespiegelt bzw. gedreht ist.
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In 3 ist
schematisch ein erfindungsgemäßes Speichersystem 10 dargestellt.
Dieses Speichersystem 10 umfasst vier Ranks 5,
welche jeweils mehrere Rankteile 1–4 aufweisen. Dabei
kann ein Rank 5 beispielsweise aus vier, acht oder auch
neun Rankteilen 1–4 bestehen.
Natürlich
ist es auch möglich,
dass jeder Rank nur aus einem Rankteil besteht. Die in 3 übereinander
angeordneten Rankteile 1–4 sind dabei „stacked" angeordnet, was
bedeutet, dass sie in Form eines Stapels (Stack) übereinander sitzen.
Man erkennt das der Memory Controller MC jede Stack-Anordnung von
Rankteilen 1–4 über eigene
Leitungen ansteuert, so dass der Memory Controller MC in der Lage
ist, alle Stack-Anordnungen von Rankteilen 1–4 parallel
anzusteuern.
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In 4 sind vier verschiedene spiegel- und drehsymmetrische
geometrische Anordnungen 21–24 dargestellt.
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4a stellt
eine spiegel- und drehsymmetrische geometrische Anordnung dar, wobei
die Anschlüsse 11, 12 in
Reihe angeordnet sind. Im Gegensatz zu der in 1 dargestellten
erfindungsgemäßen Ausführungsform
weist die Anordnung der 4a allerdings
nicht sechs sondern sieben eingangsseitige Anschlüsse 11 und
ausgangsseitige Anschlüsse 12 auf.
Dabei tragen die mittleren drei Anschlüsse die Adress-Information
der anzusprechenden Ranks, während
die mit dem Bezugszeichen 14 bezeichneten Anschlüsse keine
Adress-Information
tragen. Der mittlere Anschluss 15 trägt dabei als Fehler erkennendes
Bit ein Parity-Bit der Adress-Information.
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Die
geometrische Anordnung "Reihe" besitzt zwei spiegel-
oder drehsymmetrische Ausrichtungen. Dabei sei darauf hingewiesen,
dass, wenn die Anzahl der Anschlüsse
ungerade ist, der mittlere Anschluss seine Position unabhängig von
der vorliegenden spiegel- oder drehsymmetrischen Ausrichtung beibehält. Daher
ist die mittlere Position für
das Parity-Bit prädestiniert,
da die Position des Parity-Bits dem empfangenden Rankteil bekannt
sein muss.
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In 4b ist
eine drehsymmetrische (und bzgl. der Y-Achse spiegelsymmetrische)
geometrische Anordnung 22 von Anschlüssen 11, 12 in
Form eines Dreiecks dargestellt. Dabei tragen die mittleren drei
Anschlüsse 13 die
Adress-Information
der Ranks bzw. Rankteile. Da es sich um ein gleichseitiges Dreieck
handelt, weist diese geometrische Anordnung 22 sechs mögliche spiegel-
und/oder drehsymmetrische Ausrichtungen auf (drei durch ein bloße Drehung
und die weiteren drei durch eine Spiegelung mit anschließender Drehung).
Selbstverständlich
tragen jeweils die mittleren drei Anschlüsse 13 unabhängig davon, welche
der sechs spiegel- und/oder drehsymmetrischen Ausrichtungen vorliegt,
die Adress-Information.
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In 4c ist
eine weitere drehsymmetrische geometrische Anordnung 23 von
Anschlüssen 11, 12 in
Form eines Quadrats dargestellt. Dabei tragen wiederum die mittleren
vier Anschlüsse 13 die
Adress-Information der Ranks. Diese geometrische Anordnung 23 weist
acht mögliche
spiegel- und/oder
drehsymmetrische Ausrichtungen auf (vier durch ein bloße Drehung
und die weiteren vier durch eine Spiegelung mit anschließender Drehung),
wobei natürlich
jeweils die mittleren vier Anschlüsse 13 unabhängig davon, welche
der acht möglichen
spiegel- und/oder drehsymmetrischen Ausrichtungen vorliegt, die Adress-Information
tragen.
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In 4d ist
eine rechteckförmige
geometrische Anordnung 24 der Anschlüsse 11, 12 dargestellt,
wobei die die Adress-Information
tragenden Anschlüsse
wiederum mit dem Bezugszeichen 13 und die keine Adress-Information
tragenden Anschlüsse
wiederum mit dem Bezugszeichen 14 gekennzeichnet sind.
Die in 4d dargestellte spiegel- und
drehsymmetrische geometrische Anordnung 24 weist vier spiegel-
und/oder drehsymmetrische Ausrichtungen auf. Die in 4d dargestellte
Anordnung 24 besitzt keinen Anschluss 15, welcher
bei allen spiegel- und drehsymmetrischen Ausrichtungen an derselben
Position liegt bzw. sich nicht verändert.
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Sollen
nun über
Anschlüsse,
welche die in 4d dargestellte geometrische
Anordnung 24 aufweisen, zwei Fehler erkennende oder Fehler
korrigierende Bits übertragen
werden, dann ist dies beispielsweise mit den durch die Bezugszeichen 31–34 gekennzeichneten
Anschlüssen
möglich.
Wenn man voraussetzt, dass die Belegung der Anschlüsse 31–34 nur
gegenüber
einer Spiegelung um die Y-Achse invariant sein soll, dann können die
Anschlüsse 31–34 zwei
Fehler erkennende oder Fehler korrigierende Bits übertragen.
Dabei werden die Anschlüsse 31, 32 und
die Anschlüsse 33, 34 jeweils von
dem Memory Controller MC mit derselben Belegung beaufschlagt, da der
Anschluss 31 bzw. 32 genauso durch die Spiegelung
um die Y-Achse in den Anschluss 32 bzw. 31 übergeht,
wie dies bei dem Anschluss 33 bzw. 34 und dem
Anschluss 34 bzw. 33 der Fall ist. Somit ist eine
Belegung der die Fehler erkennenden oder Fehler korrigierenden Bits
tragenden Anschlüsse 31–34 invariant
gegenüber
den beiden Ausrichtungen, welche durch eine Spiegelung um die Y-Achse
entstehen. Das heißt,
die Belegung der Anschlüsse 31–34 ist
bei diesen beiden Ausrichtungen der geometrischen Anordnung 24 gleich.
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Wenn
man voraussetzt, dass die Belegung der Anschlüsse nur gegenüber einer
Spiegelung um die X-Achse invariant sein soll, dann werden die Anschlüsse 31, 33 und
die Anschlüsse 32, 34 jeweils von
dem Memory Controller MC mit derselben Belegung beaufschlagt, um
die zwei Fehler erkennenden oder Fehler korrigierenden Bits zu realisieren.
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Wenn
man dagegen voraussetzt, dass die Belegung der Anschlüsse sowohl
gegenüber
einer Spiegelung um die X-Achse als auch gegenüber einer Spiegelung um die
Y-Achse invariant sein soll, dann kann mit den Anschlüssen 31–34 nur
ein Fehler erkennendes bzw. Parity-Bit realisiert werden.
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Natürlich könnten die
Fehler erkennende oder Fehler korrigierende Bits bei der Anordnung 24 auch
von anderen Anschlüssen übertragen
werden. Diese Anschlüsse
sind derart zu wählen,
dass die Menge der Anschlüsse,
welche jeweils ein Fehler erkennendes oder Fehler korrigierendes
Bit übertragen,
invariant gegenüber
den möglichen
spiegel- und drehsymmetrischen Ausrichtungen der geometrischen Anordnung 24 ist.