Unter
dem vorgenannten Begriff "Adsorptionsmittel" sei jedes Adsorptionsmittel,
das aus einem oder mehreren Materialien (Mischbett) besteht, zu verstehen.
Bei
Gasgemischen, die mehrere Hauptkomponenten aufweisen, ist es grundsätzlich so,
dass die Hauptkomponenten unterschiedliche Adsorptionskräfte gegenüber dem
Adsorptionsmittel aufweisen. Ferner gilt grundsätzlich, dass alle Komponenten
des Gasgemisches bei höherer
Temperatur eine geringere Beladung am Adsorptionsmittel aufweisen.
Der
Zyklus, den ein Adsorber im Rahmen eines gattungsgemäßen Adsorptionsverfahrens
durchläuft,
weist zwei Hauptphasen auf. Die eigentliche Entfernung der abzutrennenden
Spurenkomponente(n) erfolgt während
der Adsorptionsphase. Diese ist auch dadurch gekennzeichnet, dass
die Zusammensetzung des aus dem Adsorber abgezogenen, von der bzw.
den abzutrennenden Spurenkomponenten befreite Produktgasgemisches – im Folgenden
nurmehr als Produktgas bezeichnet – bezüglich der Hauptkomponenten
im Wesentlichen identisch zu der Zusammensetzung des dem Adsorber
zugeführten Rohgasgemisches – im Folgenden
nurmehr als Rohgas bezeichnet – ist.
In
der zweiten Hauptphase wird das (beladene) Adsorptionsmittel durch
Temperaturerhöhung und
Spülen
mit einem Regeneriergas regeneriert, also von den adsorbierten Spurenkomponenten
befreit. Diese zweite Hauptphase wird üblicherweise als Heizen bzw.
Heizphase bezeichnet.
Prinzipiell
gilt, dass die Zusammensetzung des Regenerier- bzw. Spülgases identisch
oder nicht identisch zu der Zusammensetzung des dem bzw. den Adsorbern
zugeführten
Rohgases sein kann.
Adsorptionsprozesse
bzw. -verfahren, bei denen die Regenerierung des beladenen Adsorptionsmittels
durch Temperaturerhöhung – und ggf.
weitere, die Regenerierung des beladenen Adsorptionsmittels unterstützende Maßnahmen – erfolgt,
werden als T(emperature)S(wing)A(dsorption)-Verfahren bezeichnet.
Aufgrund
der Adsorptionsphysik bei derartigen Adsorptionsprozessen ist die
adsorbierte Menge einer oder mehrerer Hauptkomponenten des Rohgases
am Adsorptionsmittel zwischen dem Ende der vorbeschriebenen Heizphase
und dem Ende der Adsorptionsphase sehr unterschiedlich. Des Weiteren kann
diese Differenzmenge noch aufgrund unterschiedlicher Gasmengen pro
Hauptkomponente im Leervolumen des Adsorbers zwischen dem Ende der Heizphase
und dem Ende der Adsorptionsphase vergrößert werden.
Aus
den vorgenannten Gründen
fungiert ein TSA-Verfahren daher sowohl als Senke als auch Quelle
für eine
oder mehrere der in dem Rohgas enthaltenen Hauptkomponenten. Diese
Differenz wird im Folgenden als Speichermenge bezeichnet. Diese Speichermenge
wird während
eines Zyklus – vorzugsweise
am Beginn der Heizphase – freigesetzt und
erneut wieder aufgefüllt.
Während
eines Zyklus kann eine Hauptkomponente mehrmals gespeichert und
freigesetzt werden, beispielsweise dann, wenn der Gehalt einer bestimmten
Komponente im Regeneriergas höher
ist als der Gehalt der selben Komponente im Rohgas.
Da
TSA-Verfahren oftmals in kontinuierlichen Prozessen – wie beispielsweise
zur Entfernung von Wasser und CO2 vor einer
H2/CO-Cold Box – eingebunden werden, wirkt
das vorbeschriebene Quelle-Senke-Verhalten störend, da der so behandelte Gasstrom
zur Cold Box in seiner Zusammensetzung bezüglich der Hauptkomponenten
bedingt durch das Quelle-Senke-Verhalten der TSA zeitweise beträchtlich
schwanken kann und dadurch der Gastrennprozess in der nachfolgenden
Cold Box gestört
wird.
Anhand
der 1 und 2 sei nachfolgend ein zum
Stand der Technik zählendes
TSA-Verfahren näher
erläutert;
hierbei wird das TSA-Verfahren in zwei, parallel angeordneten Adsorbern
realisiert. Die nachfolgenden Erläuterungen gelten prinzipiell
in ähnlicher
Form auch für
TSA-Verfahren mit drei oder mehreren, parallel angeordneten Adsorbern.
Unter
dem in der 1 verwendeten
Begriff "Regeneriergaslieferant" sowie dem nachfolgend verwendeten
Begriff "Regeneriergas-Quelle" seien beliebige
Quellen des Regeneriergases zu verstehen. Hierbei kann als Regeneriergas
ein Teil des Produkt- und/oder
Rohgases verwendet werden; es kann aber auch aus einer unabhängigen ("externen") Gasquelle stammen.
Der
in der 1 sowie nachfolgend
verwendete Begriff "Regeneriergas-Abnehmer" umfasse jeden beliebigen
Empfänger
des zum Regenerieren der TSA verwendeten Gases. Dies kann z.B. eine
Fackel, ein Brenner oder ein anderer Apparat sein.
Das
in der 2 dargestellte,
beispielhafte Taktschema weist folgende Takte bzw. Phasen auf; hierbei
sei mit der Ziffer 1 die Eingangsseite und mit der Ziffer 2 die
Ausgangsseite eines Adsorbers – im Bezug
auf die Strömungsrichtung
des Rohgases – gekennzeichnet:
- A
- Adsorption: Rohgas-Strömungsrichtung 1 → 2 bzw.
A → B
- Pa_A/B
- Parallelfahrweise
(optional): beiden Adsorbern wird zeitgleich Rohgas zugeführt; Strömungsrichtung
1 → 2 bzw.
A → B
- DA_A/B
- Druckanpassung des
Adsorberdrucks
- H
- Heizen: Strömungsrichtung
1 → 2 oder
2 → 1,
vorzugsweise 2 → 1,
aber immer C → D
- K
- Kühlen (optional): Strömungsrichtung
1 → 2 oder
2 → 1,
vorzugsweise 2 → 1,
aber immer C → D
Bei
dem in den Phasen H und K verwendeten Gas bzw. Gasgemisch kann es
sich um das gleiche oder um unterschiedliche Gase bzw. Gasgemische
handeln. Unabhängig
davon wird das verwendete Gas bzw. Gasgemisch nachfolgend als Regeneriergas
bezeichnet.
Zur
Vereinfachung der nachfolgenden Erläuterungen sei angenommen, dass
die Adsorber während
der Takte DA_A/B nicht als nennenswerte Speicher fungieren.
Durchläuft ein
Adsorber die Heizphase H, wirkt er als Quelle für die Hauptkomponenten des Rohgases.
Die Regeneriergaszusammensetzung am Punkt D – siehe 1 – kann
sich aus diesem Grund beträchtlich
von derjenigen am Punkt C unterscheiden, da das Regeneriergas am
Punkt D eine zusätzlich
Menge an freigesetzten Haupt- und Spurenkomponenten des Rohgases
enthält.
Besonders unerwünscht
kann der erhöhte
Gehalt der Hauptkomponenten des Rohgases im Regeneriergas für die ggf. vorzusehenden
Nachfolgeprozesse sein, denen das Regeneriergas zugeführt wird.
Ist
das Regeneriergas ein Gasgemisch, bestehend aus zwei oder mehreren
Komponenten mit unterschiedlichen Adsorptionskräften am Adsorptionsmittel,
kommt es grundsätzlich
zu einem weiteren (sekundären)
Quelle-Senke-Verhalten. In der Kühlphase
K resultiert daraus eine zeitliche Schwankung der Hauptkomponenten
des Regeneriergases am Punkt D, da die TSA während des Kühlens als Senke für Komponenten
des Regeneriergases wirkt.
Enthält das Regeneriergas
Komponenten des Rohgases, kann ein Teil der Speichermenge, die beim
Heizen freigesetzt wird, in der Kühlphase K durch die geringere
Temperatur beim Kühlen
im Vergleich zum Heizen ausgeglichen werden; dies ist oftmals prinzipiell
wünschenswert.
Allerdings kommt es dadurch auch zu einer Abreicherung einer oder
mehrer Komponenten des Rohgases im Regeneriergas am Punkt D und
somit zu einer Schwankung der Regeneriergaszusammensetzung am Punkt
D, was jedoch bei einer Vielzahl von Prozessen unerwünscht ist.
Wird beispielsweise ein Teil des Produktgases als Regeneriergas
zum Heizen und Kühlen
verwendet und das Regeneriergas der Rohgasquelle – bspw.
ein Steamreformer mit CO2-Wäsche – wieder
zugeführt bzw.
zugemischt, kommt es im Falle des Heizens zu einer Erhöhung und
im Falle des Kühlens
zu einer Verminderung einzelner Hauptkomponenten im Regeneriergas
und damit im Rohgas zur TSA und somit schlussendlich auch im Produktgas.
Der
endgültige
Ausgleich des vorbeschriebenen primären Quelle-Senke-Verhaltens
erfolgt während
der Takte DA_B, Pa_B und/oder A. Dadurch weichen am Punkt A die
Mengenströme
der Hauptkomponenten des Rohgases von denjenigen am Punkt B mehr
oder weniger stark voneinander ab, woraus entsprechende Konzentrationsschwankungen
des Produktgases am Punkt B resultieren. Aus naheliegenden Gründen sind
jedoch auch diese Konzentrationsschwankungen im Regelfall unerwünscht.
Das
Auffüllen
der Speichermenge im Leervolumen erfolgt ohne Wärmetönung. Das Auffüllen der adsorbierten
Speichermenge hingegen hat eine deutliche Wärmetönung zur Folge, woraus zeitweise ein
Anstieg der Temperatur am Punkt B während der Takte Pa_A/B und/oder
A resultiert.
Besitzt
das Regeneriergas eine etwas höhere
Temperatur als das Rohgas, kann der Adsorber bzw. das Adsorptionsmittel
in der Kühlphase
nicht ausreichend abgekühlt
werden, weshalb es auch aus diesem Grund im Parallelbetrieb oder
während
des Beginns der Adsorptionsphase zu einer Temperaturerhöhung des
Produktgases am Punkt B kommt.
Aufgabe
der vorliegenden Erfindung ist es, ein gattungsgemäßes Verfahren
zur adsorptiven Entfernung wenigstens einer in einer Konzentration
von weniger als 2 Vol.-% vorkommenden Komponente (Spurenkomponente)
aus einem wenigstens zwei weitere Komponenten (Hauptkomponenten)
aufweisenden Gasgemisch anzugeben, das die vorgenannten Nachteile
vermeidet. Insbesondere sollen mittels des erfindungsgemäßen Verfahrens
die Konzentrations- und Mengenschwankungen an den Punkten B und
D sowie die Temperaturschwankungen am Punkt B minimiert werden.
Das
erfindungsgemäße Verfahren
weist folgende Schritte auf:
- a) Zuführen des
Rohgases bei Adsorptionsdruck, Adsorption der Spurenkomponente am
Adsorptionsmittel und Abzug von Produktgas,
- b) Heizen des beladenen Adsorptionsmittels mittels eines Regeneriergases,
das eine höhere Temperatur
als das dem Adsorber während
der Adsorption zugeführte
Rohgas aufweist, das von einer Regeneriergas-Quelle bereit gestellt
und das nach Durchgang durch den Adsorber einem Regeneriergas-Abnehmer
zugeführt
wird, und
- c) diskontinuierliches oder kontinuierliches Durchströmen des
Adsorptionsmittels mit Roh- und/oder Produktgas für einen
Zeitraum von wenigstens 30 Minuten, wobei dieser bzw. diese Gasströme nach
dem Durchströmen
des Adsorptionsmittels dem Regeneriergas-Abnehmer zugeführt werden
und der Mengenstrom maximal 7 % des während des Verfahrensschrittes
a) zu- bzw. abgeführten
Roh- oder Produktgasstroms beträgt.
Ein
diskontinuierliches Durchströmen
des Adsorbers ergibt sich beispielsweise durch einen Wechsel an
Druckauf- und Druckabbau des Adsorbers. Damit strömt abwechselnd
Gas in den und aus dem Adsorber. Der zeitlich gemittelt Eintrittsstrom
berechnet sich dabei aus dem Quotient an gesamter aufgewendeter
Gasmenge für
den Druckaufbau geteilt durch die gesamte Zeit für Druckauf- und Druckabbau.
Der zeitlich gemittelte Austrittsstrom berechnet sich analog aus
der gesamten Druckabbaugasmenge geteilt durch die gesamte Druckauf- und
Druckabbauzeit. Beim kontinuierlichen Durchströmen des Adsorbers fließt gleichzeitig
Gas in den und aus dem Adsorber.
Das
vorbeschriebene kontinuierliche Durchströmen des Adsorptionsmittels
mit Roh- und/oder Produktgas
sei nachfolgend als Beladungsausgleichsschritt (BE) bezeichnet.
Kennzeichnend für den
Takt BE ist, dass das Rohgas und/oder das Produktgas in den Adsorber
bei einem Druck, der zwischen dem Roh- und dem Regeneriergasdruck
liegt, eingespeist wird, und das Roh- und/oder Produktgas dem Regeneriergas-Abnehmer
D und nicht dem Produktgasabnehmer B zugeführt wird. Der Mengenstrom und/oder
die Temperatur des am Punkt C eingespeisten Gasstromes wird hierbei
zeitabhängig
so variiert, dass die erlaubten Schwankungen am Abnehmer D eingehalten
werden können.
Durch
die Verwendung von Roh- und/oder Produktgas kann ein Ausgleich der
Speichermenge zwischen 0 bis 100 %, vorzugsweise von über 50 % – sowohl
im Hinblick auf das Leervolumen als auch die adsorbierte Menge – erreicht
werden. Ferner kann die Temperatur des Adsorbers, vorzugsweise bis
auf wenige Grad Celsius, durch den Einsatz einer ausreichenden Gasmenge
sowie Zeit auf das Niveau des nachfolgenden Adsorptionstaktes gebracht
werden; dies wäre
nicht möglich,
wenn lediglich ein Kühlschritt
K vorgesehen würde.
Bei
der ggf. vorzusehenden nachfolgenden Parallelfahrphase oder Adsorptionsphase
A kommt es somit zu keinen oder nur noch sehr geringen Konzentrationsschwankungen
im Produktgas am Punkt B.
Die
während
des Beladungsausgleichsschrittes auftretende Adsorptionswärme wird
nunmehr in Richtung Regeneriergas-Abnehmer D ausgetragen und nicht
wie bei den zum Stand der Technik zählenden Verfahren während der
Schritte bzw. Takte Pa_A/B und/oder A in Richtung Produktgas-Abnehmer
B. Während
am Punkt D – aufgrund des
Heizbetriebes – immer
nicht zu vermeidende Temperaturschwankungen auftreten, sind diese
am Punkt B unerwünscht
und können
mit dem erfindungsgemäßen Verfahren
vermieden werden.
Diese
erfindungsgemäße Verfahrensweise kommt
vorzugsweise dann zur Anwendung, wenn der Druck des Regeneriergases
geringer ist als der Adsorptionsdruck.
Weitere
vorteilhafte Ausgestaltungen des erfindungsgemäßen Verfahrens sind dadurch
gekennzeichnet, dass
- – unmittelbar nach der Beendigung
der Adsorptionsphase in einem Adsorber und unmittelbar vor dem Beginn
der Adsorptionsphase in dem oder einem der anderen Adsorber zeitgleich
beide Adsorber mit Rohgas beschickt werden,
- – eine
Druckanpassung des Adsorberdruckes an den Adsorptions- oder den
Regeneriergasdruck erfolgt – hierbei
kann diese Druckanpassung zwischen den Verfahrensschritten a) und
c) und/oder c) und a) erfolgen,
- – der
Adsorber vor dem Beginn des Heizen des beladenen Adsorptionsmittels
(Verfahrensschritt b)) mittels eines Regeneriergases, dessen Mengenstrom
niedriger ist als der Mengenstrom des während des Heizens durch das
beladene Adsorptionsmittel geführte
Regeneriergas gespült wird,
- – nach
dem Heizen (Verfahrensschritt b)) und vor dem Durchströmen des
Adsorptionsmittels mit Roh- und/oder Produktgas (Verfahrensschritt
c)) das Adsorptionsmittel durch Überleiten
eines Regeneriergases, dessen Temperatur niedriger ist als die Temperatur
des während
des Heizens durch das beladene Adsorptionsmittel geführte Regeneriergas,
gekühlt
wird,
- – zwischen
den Verfahrensschritten a) und c) oder c) und a) ein Druckabbau
zu dem Regeneriergas-Abnehmer hin erfolgt,
- – zwischen
den Verfahrensschritten a) und c) oder c) und a) ein Druckaufbau
durch Rohgas und/oder Produktgas erfolgt, wobei das Rohgas und/oder Produktgas
vorzugsweise entgegengesetzt zu der Strömungsrichtung während der
Adsorptionsphase geführt
wird,
- – die
Druckauf- und -abbauphasen im Wechsel wiederholt werden und
- – das
Regeneriergas die gleiche Zusammensetzung wie das Rohgas aufweist.
Eine
mögliche
Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens
sei nachfolgend anhand des in der 3 dargestellten
Taktschemas näher
erläutert.
Die
in der 3 verwendeten Taktbezeichnungen bedeuten:
- A
- Adsorption: Rohgas-Strömungsrichtung 1 → 2 bzw.
A → B
- Pa_A/B
- Parallelfahrweise:
beiden Adsorbern wird zeitgleich Rohgas zugeführt; Strömungsrichtung 1 → 2 bzw.
A → B
- DA_A/B
- Druckanpassung des
Adsorberdrucks
- H
- Heizen: Regeneriergas
vom Typ1; Strömungsrichtung
1 → 2 oder
2 1, vorzugsweise 2 → 1,
aber immer C → D
- K
- Kühlen: Regeneriergas vom Typ
1 oder 2; Strömungsrichtung
1 → 2 oder
2 → 1, vorzugsweise
2 → 1,
aber immer C → D
- SP
- Spülen: Regeneriergas vom Typ
1 oder 2; Strömungsrichtung
1 → 2 oder
2 → 1, vorzugsweise
2 → 1,
aber immer C → D
- K1
- Kühlen 1. Teil: Regeneriergas
vom Typ 1 oder 2; Strömungsrichtung
1 → 2 oder
2 → 1,
vorzugsweise 2 → 1,
aber immer C → D
- K2
- Kühlen 2. Teil: Regeneriergas
vom Typ 1 oder 2; Strömungsrichtung
1 → 2 oder
2 → 1,
vorzugsweise 2 → 1,
aber immer C → D
- BE
- Beladungsausgleichsschritt:
Roh- und/oder Produktgas; Strömungsrichtung
A → D und/oder
B → D
Der
Spültakt
SP dient hauptsächlich
der langsamen und gezielten Freisetzung der gespeicherten Hauptkomponenten
des Rohgases, sowohl aus dem Zwischenvolumen des Adsorbers als auch der
adsorbierten Menge. Damit dient der Adsorber nunmehr in diesem Takt
als Quelle. Der Mengenstrom und die Temperatur des in den zu regenerierenden
Adsorber einströmenden
Regeneriergases wird während
dieses Taktes optimiert, um zu erreichen, dass die Konzentrations-
und Mengenschwankungen am Punkt D innerhalb des gewünschten
Bereiches liegen. Überschüssiges Regeneriergas
kann mittels einer By-pass-Leitung – wie sie in der 1 dargestellt
ist – an
dem zu regenerierenden Adsorber vorbeigeleitet werden.
Der
Kühltakt
K1 ist der erste Teil der Kühlphase
des zu regenerierenden Adsorbers. Wird ein Adsorber gekühlt, wirkt
er zwangsläufig
immer als Senke. Aus diesem Grund werden der Mengenstrom und die
Eintrittstemperatur des Regeneriergases derart eingestellt, dass
die Konzentrations- und Mengenschwankungen am Punkt D innerhalb
des gewünschten
Bereiches liegen. Auch während
des Kühltaktes
K1 kann überschüssiges Regeneriergas mittels
einer By-pass-Leitung an dem zu regenerierenden Adsorber vorbeigeleitet
werden.
Während des
Kühltaktes
K2 tritt keine nennenswerte Schwankung der Regeneriergaszusammensetzung
am Punkt D auf, so dass die Regeneriergasmenge maximiert werden
kann. Unterscheidet sich die Zusammensetzung des Regeneriergases bezüglich des
Gehalts einer oder mehrerer Hauptkomponenten von der Zusammensetzung
des Rohgases, kann die Speichermenge während des Kühlens nicht vollständig aufgefüllt werden.
Dieser Effekt tritt auch dann auf, wenn die Zusammensetzung des Regeneriergases
im Wesentlichen identisch zu der des Roh- oder Produktgases ist, aber die Eintrittstemperatur
des Regeneriergases über
der des Rohgases liegt.
Insbesondere
in diesen Fällen
ist das Vorsehen des Beladungsausgleichsschrittes sinnvoll, da dadurch
die Speichermenge und/oder Temperatur des Adsorbers ausgeglichen
werden können.
Sofern
der Adsorptionsdruck höher
ist als der Regeneriergasdruck wird gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung
des erfindungsgemäßen Verfahrens zwischen
den Verfahrensschritten a) und c) oder c) und a) ein Druckaufbau
mittels Rohgas- und/oder Produktgas realisiert, wobei diese Druckaufbauphase
ein- oder mehrmals, im Falle einer mehrmaligen Wiederholung vorzugsweise
unmittelbar aufeinanderfolgend, im Wechsel mit einer bzw. mehreren Druckabbauphase
wiederholt wird.
Hierbei
werden das Rohgas und/oder Produktgas vorzugsweise entgegengesetzt
zu der Strömungsrichtung
während
der Adsorptionsphase geführt.
Diese
Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens
sei nachfolgend anhand des in der 4 dargestellten
Taktschemas näher
erläutert.
Neben
den in der 3 bereits verwendeten Taktbezeichnungen
finden sich in dem in der 4 dargestellten
Taktschema zwei weitere Takte, nämlich:
- D
- Druckabbau über Adsorberanschluss
D
- R
- Druckaufbau mit Rohgas
und/oder Produktgas, vorzugsweise im Gegenstrom (relativ zu der Strömungsrichtung
während
der Adsorption)
Ist
der Druck des Regeneriergases niedriger als der Druck des Rohgases
kann ein Druckaufbau und -abbau des Adsorbers mit Roh- oder Produktgas über die
angegebenen Anschlüsse
durchgeführt
werden.
Beim
Druckaufbau R mit Rohgas und/oder Produktgas vorzugsweise im Gegenstrom
kommt es zu einem teilweisen Ausgleich der Speichermenge. Bei geeignetem
Druckniveau des Druckabbaus zum Regeneriergasabnehmer D hin – dieser
sollte nicht unbedingt bis auf Regeneriergasdruck abgesenkt werden –, wird
ein deutliches Desorbieren und damit Abfließen zuvor adsorbierter Hauptkomponenten vermieden.
Im Wesentlichen entweicht bei dieser Verfahrensführung während des Druckabbaus Gas aus
dem Zwischenvolumen des Adsorbers. Diese Verfahrensweise führt zum
diskontinuierlichen Durchströmen
des Adsorptionsmittels mit Roh- und/oder Produktgas.
Die
vorgenannten Druckaufbauvarianten D und R können beliebig oft wiederholt
werden bis eine nahezu vollständige
Wiederauffüllung
der Speichermenge – Zwischenvolumen
und adsorbierte Menge – erreicht
ist. Bei dem ggf. nachfolgenden Parallelbetrieb Pa_A/B oder der
nachfolgenden Adsorption A muss die Speichermenge dann nur noch
geringfügig aufgefüllt werden;
es kommt daher zu praktisch keiner Konzentrationsschwankung im Produktgas
(B).
Kann
es im Regeneriergaserhitzer zu chemischen Reaktionen des Regeneriergases – insbesondere
bei hohen Verweilzeiten – kommen,
wird eine weitere Erweiterung des Standard-Taktschemas vorgeschlagen.
Der Erhitzer wird vor den Takten SP oder H mit Regeneriergas gespült und das
Regeneriergas im By-pass um die TSA geleitet. Wird diese Maßnahme in
zeitlicher Abfolge nach dem Schritt DA realisiert, wird dazu ein
eigener Takt SE (Spülen
Erhitzer) eingeführt.
Sofern das Spülen
des Erhitzers vor dem Schritt DA toleriert werden kann, bietet sich das
Spülen
des Erhitzers während
der Parallelfahrweise an. In diesem Fall wird dieser Schritt nicht
im Taktschema dargestellt.