Bei
der Montage, Reparatur oder Wartung von Kraftfahrzeugen ist es häufig notwendig,
Verriegelungssysteme zum Verriegeln eines ersten und eines zweiten
Bauteils eines Kraftfahrzeuges zu justieren oder einzustellen. Eine
solche Einstellung kann beispielsweise aufgrund von vorhandenen
Toleranzen und zum Optimieren der optischen Erscheinung des Kraftfahrzeuges
notwendig sein. Bekannt sind beispielsweise Messkeile, mit denen
sich ein vorherbestimmtes Spaltmaß zwischen den zu verschließenden Bauteilen
einstellen lässt.
Hierzu kann der Messkeil in den sich in Schließposition der Bauteile ergebenden
Spalt eingeführt
werden. Die Justierung des Verriegelungssystems kann dann so erfolgen, dass
der Messkeil spielfrei in dem noch verbleibenden Spalt sitzt, wodurch
sich ein exaktes Spaltmaß realisieren
lässt.
Nachteilig
daran ist jedoch, dass trotz eines exakt eingestellten Spaltmaßes aufgrund
von Toleranzen die verriegelten Bauteile des Kraftfahrzeugs zu Undichtigkeiten
und/oder Geräuschentwicklung, beispielsweise
durch Klappern, neigen können.
Der
Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die Einstellung eines Verriegelungssystems
für zwei Bauteile
eines Kraftfahrzeuges so zu verbessern, dass Undichtigkeiten und
Geräuschneigung
der Schließung
möglichst
vollständig
vermieden werden können.
Die
Aufgabe wird durch ein Hilfswerkzeug zum Einstellen eines Verriegelungssystems
mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.
Das
Hilfswerkzeug weist eine Kraftübertragungseinrichtung
auf, die so ausgelegt ist, dass bei einem Einstellvorgang des Schlosses
eine definierte Kraft zwischen den Bauteilen übertragbar ist. Die definierte
Kraft weist bevorzugt in Schließrichtung
und kann so eingestellt werden, dass sie der gewünschten Schließkraft des
Verriegelungssystems entspricht oder diese zumindest während des
Einstellvorgangs zumindest teilweise ersetzt. Unter Schließkraft wird eine
Kraft verstanden, die sich aufgrund der elastomechanischen Gegebenheiten
der zumindest zwei zu verschließenden
Bauteilen und des Verriegelungssystems des Kraftfahrzeugs ergibt.
Die Schließkraft
kann sich beispielsweise als Reaktionskraft einer elastischen Verformung
von sich zwischen den zwei zu verschließenden Bauteilen befindlichen Dichtmaterialien
ergeben.
In
vorteilhafter Weise kann die definierte Kraft, die von dem Hilfswerkzeug
auf die zu verschließenden
Bauteile ausgeübt
wird, so gewählt
werden, dass während
des Justiervorgangs die gewünschte einzustellende
Schließkraft
des Verriegelungssystems vollständig
von dem Hilfswerkzeug aufgebracht wird. Dabei ist also das Verriegelungssystem
bzw. sind entsprechende Verriegelungsstücke, wie beispielsweise Verschlusshaken
oder Schließstücke, kraftlos.
Hierzu kann zumindest eines der Schließstücke entsprechend beweglich
gelagert, also nicht direkt fixiert am Verriegelungssystem, vormontiert
sein. Sobald die gewünschte
Schließkraft
an den Bauteilen in ihrer Schließendposition anliegt, können die Verriegelungsstücke so an
dem Verriegelungssystem fixiert werden, dass diese, sobald die von
dem Hilfswerkzeug aufgebrachte definierte Kraft nicht mehr aufgebracht
wird, die Schließfunktion übernehmen, also
die Schließkraft
zwischen den zu verschließenden
Bauteilen übertragen.
Gemäß einem
bevorzugten Ausführungsbeispiel
weist das Werkzeug einen ersten Anlagekontaktbereich für das erste
Bauteil und einen zweiten Anlagekontaktbereich für das zweite Bauteil auf. Die definierte
Kraft kann also über
die Anlagekontaktbereiche zwischen den Bauteilen übertragen
werden. Hierzu kann auf einfache Art und Weise das Hilfswerkzeug
an den Anlagekontaktbereichen an die zwei Bauteile angelegt werden.
Bei
einem weiteren bevorzugten Ausführungsbeispiel
ist zumindest einer der Anlagekontaktbereiche mit einer Kraftquelle
zum Erzeugen der definierten Kraft gekoppelt. Bei der Kraftquelle
kann es sich beispielsweise um ein beliebiges elastisches Element,
beispielsweise einen Gummizug oder eine Feder handeln. Gegebenenfalls
ist es auch möglich, als
Kraftquelle einen pneumatischen Zylinder oder ein elektromechanisch
betriebenes Stellelement, beispielsweise einen Elektromotor oder
einen Hubmagneten, zu verwenden. Die Kraftquelle kann so auf den Anlagekontaktbereich
des Hilfswerkzeuges einwirken, dass dabei exakt die definierte Kraft
auf die zu verschließenden
Bauteile übertragen
wird.
In
vorteilhafter Weise sind dazu die Anlagekontaktbereiche relativbeweglich
zueinander gelagert. Mithin kann das Hilfswerkzeug über die
Anlagekontaktbereiche so mit den zu verschließenden Bauteilen gekoppelt
werden, dass sich bei dem Einstellvorgang des Verriegelungssystems
automatisch ein Kräftegleichgewicht
einstellt, das den gewünschten, einzustellenden
Schließkräften entspricht.
Durch die Kraftquelle und die bewegliche Lagerung der Anlagekontaktbereiche
des Hilfswerkszeuges können
also die zwei zu verschließenden
Bauteile entgegen der Schließkraft
so lange relativ zueinander verlagert werden, bis sich automatisch
die entsprechend gewünschte
definierte Schließkraft,
die der Schließendposition
der zwei zu verschließenden
Bauteile entspricht, als Kräftegleichgewicht
eingestellt hat. Das Montagehilfswerkzeug stellt eine Art Antrieb
dar, der zur Verlagerung der zwei zu verschließenden Bauteile in die Schließendposition
dient, obwohl die Verriegelungseinrichtung während des Einstellvorganges keinerlei
Schließkräfte auf
die Bauteile ausübt.
Ein
weiteres bevorzugtes Ausführungsbeispiel
zeichnet sich dadurch aus, dass zumindest einer der Anlagekontaktbereiche
des Werkzeuges mit einem dem ersten Bauteil zugeordneten Justierteil des
Verriegelungssystems in Anlagekontakt bringbar ist. Vorteilhafterweise
wird dabei die definierte Kraft über
das Justierteil übertragen.
Das Justierteil kann dabei dem ersten Bauteil des Kraftfahrzeuges
zugeordnet sein.
In
vorteilhafter Weise ist bei dem Einstellvorgang das Justierteil
relativbeweglich zu dem restlichen Verriegelungssystem bzw. zu dem
ersten Bauteil gelagert. Das Justierteil kann vorteilhaft gleichzeitig
als Schließstück dienen,
das mit einem entsprechenden Schließgegenstück, beispielsweise einem Verschlusshaken
des zweiten Bauteils in Eingriff bringbar ist. Es kann während des
Einstell- bzw. Justiervorgangs des Verriege lungssystems die definierte Kraft
des Hilfswerkzeuges über
das Justierteil auf das entsprechende Justiergegenstück des zweiten Bauteils übertragen
werden. Dabei stellt sich das bereits erwähnte, der Schließendposition
entsprechende Kräftegleichgewicht
ein. Da das Justierteil gleichzeitig relativ zum übrigen Verriegelungssystem
verlagert wird, befinden sich die Schließstücke, also das Justierteil und
das entsprechende Schließgegenstück des zweiten
Bauteils, in einer Lage, die exakt der gewünschten Justierposition zum
Aufbringen der gewünschten
Schließkraft
entspricht. Es muss zum endgültigen
Justieren des Verriegelungssystems nach Anlegen der definierten
Kraft mittels des Hilfswerkzeuges lediglich das Justierteil in der
Lage fixiert werden, in die es mittels des Hilfswerkzeuges beim Herstellen
des Kräftegleichgewichtes
bewegt wurde.
Die
Aufgabe wird außerdem
durch ein einstellbares Verriegelungssystem zum Verriegeln eines ersten
Bauteiles eines Kraftfahrzeuges mit einem zweiten Bauteil eines
Kraftfahrzeuges mit den Merkmalen des Anspruches 6 gelöst.
Das
Verriegelungssystem zeichnet sich durch zumindest einen Anlagekontaktbereich
aus. Der Anlagekontaktbereich kann zum Einstellen des Verriegelungssystems
auf eine vordefinierte Schließkraft
mit einem Hilfswerkzeug gekoppelt werden. Das Hilfswerkzeug kann über den
Anlagekontaktbereich die einzustellende Schließkraft simulieren bzw. entsprechend
auf die zu verschließenden
Bauteile übertragen.
Ein
bevorzugtes Ausführungsbeispiel
zeichnet sich dadurch aus, dass ein Justierteil zum Justieren der
Schließkräfte des
Verriegelungssystems den Anlagekontaktbereich aufweist. Das Justierteil
kann gleichzeitig als Schließstück zum Übertragen
der Schließkräfte auf
das entsprechende Schließgegenstück ausgelegt
sein. Die Schließstücke können gegebenenfalls
einen entspre chenden justierbaren Toleranzausgleich aufweisen, beispielsweise
in verschiedenen Endpositionen an dem übrigen Verriegelungssystem
und/oder den zu verschließenden
Bauteilen fixierbar sein. Durch eine an dem Anlagekontaktbereich
des Justierteils angreifende Kraft kann dieses die Kraft in Schließrichtung
auf das entsprechende Schließgegenstück übertragen.
Vorteilhafterweise ist zum Durchführen des Einstellvorgangs das Justierteil
noch nicht endgültig
fixiert, wird also automatisch durch die angelegte Kraft in die
gewünschte Justierposition
bewegt. Zum endgültigen
Einstellen des Verriegelungssystems braucht dann lediglich noch
das Justierteil entsprechend fixiert, beispielsweise festgeschraubt
werden.
Die
der Erfindung zugrunde liegende Aufgabe wird überdies durch ein Verfahren
zum Justieren der Schließkräfte eines
Verriegelungssystems mithilfe eines Hilfswerkzeuges mit den Merkmalen
des Anspruchs 8 gelöst.
Das
Verfahren zeichnet sich dadurch aus, dass zum Justieren der Schließkräfte des
Verriegelungssystems eine definierte Kraft in Schließrichtung auf
die zwei zu verschließenden
Bauteile ausgeübt wird.
Die definierte Kraft wird mithilfe des Hilfswerkzeugs ausgeübt. Es kann
durch die definierte Kraft ein Kräftegleichgewicht zwischen den
zwei zu verschließenden
Bauteilen hergestellt werden, wobei sich diese in ihrer Schließendposition
befinden. In dieser gewünschten
Schließendposition
entsprechen alle Schließ-
bzw. Dichtkräfte
dem gewünschten
vorher bestimmten Wert. Bevorzugt werden also die Bauteile in eine
Schließendposition
bewegt, wobei die ausgeübte
definierte Kraft des Hilfswerkzeuges die Bewegung der Bauteile in
Schließrichtung
induziert und die Schließkraft
sowie die entsprechende Schließendposition
bestimmt.
Eine
weitere bevorzugte Ausführungsform des
Verfahrens zeichnet sich durch den zusätzlichen Schritt aus, dass
zumindest ein Justierteil des Verriegelungssystems in einer Justierendposition,
die die gewünschte
einzustellende Schließkraft
des Verriegelungssystems bewirkt, fixiert wird.
Eine überdies
bevorzugte Ausführungsform des
Verfahrens sieht vor, dass zusätzlich
das Justierteil des Verriegelungssystems über das Hilfswerkzeug verlagert
wird. Die Verlagerung des Justierteils erfolgt gleichzeitig während des
Bewegens der Bauteile in ihre Schließendposition. Vorteilhafterweise wird
dabei das Justierteil so verlagert, dass die Endlage der gewünschten
Justierposition des Justierteils entspricht. Während des Einstellvorgangs
mithilfe des Hilfswerkzeugs wird zusätzlich das Justierteil in eine
gewünschte
Endposition verlagert. Zum endgültigen
Einstellen des Verriegelungssystems muss das Justierteil dann noch
entsprechend fixiert, beispielsweise festgeschraubt werden.
Weitere
vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus den übrigen Unteransprüchen.
Die
Erfindung wird im Folgenden beispielhaft anhand der Zeichnungen
näher erläutert.
Gleiche
Bauteile oder Bauteile mit ähnlicher Funktion
sind mit gleichen Bezugszeichen versehen.
1 zeigt eine Seitenansicht
eines Hilfswerkzeugs, das an ein teilweise dargestelltes Verriegelungssystem
zum Einstellen des Verriegelungssystems angelegt ist,
2 zeigt eine Rückansicht
des in 1 dargestellten
Hilfswerkzeugs,
3 zeigt eine Draufsicht
des in den 1 und 2 dargestellten Hilfswerkzeuges,
und
4 und 5 zeigen teilweise perspektivische dreidimensionale
verschiedene Seitenansichten des in 1 dargestellten
Hilfswerkzeuges mit dem Verriegelungssystem jeweils von schräg unten.
1 zeigt ein Hilfswerkzeug 1 zum
Einstellen eines Verriegelungssystems 3 für ein erstes
Bauteil 5 und ein zweites Bauteil 7. Die Bauteile 5 und 7 können beispielsweise
Bauteile eines Kraftfahrzeuges sein. Bevorzugt handelt es sich dabei
um ein öffnungsfähiges Fahrzeugdach,
wobei beispielsweise eines der Bauteile das Fahrzeugdach und ein
anderes der Bauteile ein karosseriefestes Bauteil darstellt.
Die 2, 3 sowie 4 und 5 zeigen jeweils verschiedene
Ansichten des Hilfswerkzeuges 1, in einer Rückansicht,
Draufsicht sowie zwei verschiedenen teilweisen Seitenansichten von
schräg
unten. Im Folgenden wird auf die 1 bis 5 gleichermaßen Bezug
genommen.
Das
zweite Bauteil 7 weist einen Schließhaken 9 auf. Der
Schließhaken 9 kann
zum Verriegeln des Verriegelungssystems 3 mit einem Justierteil 11 in
Eingriff gebracht werden. Das Justierteil 11 ist in der
Seitenansicht gemäß 1 sowie der Darstellung
gemäß 5 nur teilweise sichtbar
und sowohl von dem Hilfswerkzeug 1 als auch dem zweiten
Bauteil 7 teilweise verdeckt. Das Justierteil 11 ist
dem ersten Bauteil 5 schwenkbeweglich zugeordnet. Hierzu
ist das Justierteil 11 mittels eines Schwenklagers 13,
beispielsweise einem Stift, mit dem ersten Bauteil 5 verbunden.
Das Justierteil 11 kann beispielsweise als Stanzbiegeteil
ausgeführt
sein und eine exzentrische Aufbiegung 15 aufweisen. Die
Aufbiegung 15 weist eine Anlagekontaktfläche 17 auf,
die in 1 senkrecht zur
Zeichenebene steht und in 5 teilweise
durch den Schließhaken 9 verdeckt
ist. Die Anlagekontaktfläche 17 des
Justierteiles 11 des ersten Bauteils 5 kann zum
Verschließen
des Verriegelungssystems 3 mit dem Schließhaken 9 des
zweiten Bauteils 7 in Anlagekontakt gebracht werden.
Zum
Justieren des Verriegelungssystems 3 kann das Justierteil 11 um
das Schwenklager 13 in gewissen Grenzen verschwenkt werden.
Dabei verlagert sich die Aufbiegung 15 mit der Anlagekontaktfläche 17 in
bzw. gegen die Schließrichtung
des Verriegelungssystems 3. Die Schließrichtung des Verriegelungssystems 3 ist
in 1 durch einen Pfeil 19 angedeutet.
Dabei bedeutet die Richtung des Pfeils 19 diejenige Bewegungsrichtung,
die das zweite Bauteil 7 beim Verschließen des Verriegelungssystems 3 relativ
zu dem ersten Bauteil 5 durchläuft. Zum Fixieren des Justierteiles 11 des
Verriegelungssystems 3 an dem ersten Bauteil 5 in
der gewünschten
Endposition, weist das Justierteil 11 eine Bohrung 21 auf,
die in 1 sichtbar ist.
In die Bohrung 21 kann, wie in 5 gezeigt, eine Justierschraube 23 eingebracht
werden. Die Justierschraube 23 dient zur endgültigen Fixierung
des Justierteiles 11 in der gewünschten Position. Die Justierschraube 23 kann zum
Toleranzausgleich in einem entsprechenden nicht sichtbaren Langloch
des Bauteils 5 fixiert werden. Gegebenenfalls kann es sich
auch bei der Bohrung 21 um ein Langloch handeln.
Es
ist ersichtlich, dass eine Verschwenkung des Justierteiles 11 relativ
zu dem ersten Bauteil 5 eine andere Schließendposition
des zweiten Bauteils 7 bedingt. Dabei entspricht eine Drehung
des Justierteiles 11 in Uhrzeigerrichtung einer Bewegung
der Schließendposition
des zweiten Bauteiles 7 in Schließrich tung. Eine Rotation des
Justierteiles 11 in Uhrzeigerrichtung bedingt also eine
engere Schließung
des Verriegelungssystems 3, die in der Regel mit höheren Schließkräften verbunden
ist. Zum Justieren der Schließkräfte des
Verriegelungssystems 3 kann das Hilfswerkzeug 1 mit
einem ersten Anlagekontaktbereich 25 an das erste Bauteil 5 und
einem zweiten Anlagekontakt 27 an das Justierteil 11 angelegt
werden. Es ist zu erkennen, dass sich zwischen den Anlagekontaktbereichen 25 und 27 ein
Kraftfluss zwischen dem ersten Bauteil 5 und dem zweiten
Bauteil 7 ergibt, der in Schließrichtung, wie durch den Pfeil 19 dargestellt,
des Verriegelungssystems 3 wirkt.
Der
erste Anlagekontaktbereich 25 des Hilfswerkzeuges 1 weist
einen Stift 29 und eine an einem Stift 31 schwenkbeweglich
gelagerte Klinke 33 auf. Die Schwenkachse der Klinke 33 des
Hilfswerkzeuges 1 verläuft
senkrecht zur Bildebene von 1.
Das
Hilfswerkzeug 1 weist zwei Platten 35 auf, wobei
in 1 nur die oben liegende
Platte 35 sichtbar ist. Zwischen den Platten 35 des
Hilfswerkzeuges 1 befindet sich die Klinke 33.
Die Klinke 33 ist über
einen Hebel 37 mit einem Federelement 39 verbunden.
Zur Einstellung der Vorspannung des Federelementes 39 weist
das Hilfswerkzeug eine erste Justierschraube 41 auf, wobei
ein Verstellen der ersten Justierschraube 41 eine Verlängerung
bzw. Verkürzung
des Federelementes 39, wie in 1 durch einen Doppelpfeil 43 angedeutet,
bewirkt. Außerdem weist
das Hilfswerkzeug 1 eine zweite Justierschraube 45 auf.
Die zweite Justierschraube 45 bewirkt eine Vergrößerung bzw.
Verkleinerung des Hebels 37, wie in 1 durch einen Doppelpfeil 47 angedeutet.
Das Federelement 39 ist so vorgespannt, dass es eine Zugkraft über die
zweite Justierschraube 45 auf den Hebel 37 überträgt. Die
Federkraft des Federelements 39 bewirkt eine Drehung der
Klinke 33 entgegen dem Uhrzeigersinn (in Ausrichtung der 1 und 5 gesehen). Das dabei erreichte Drehmoment kann
durch Verändern
der Position der Justierschrauben 41 und 45 eingestellt
werden.
Der
erste Anlagekontaktbereich 25 des Hilfswerkzeuges 1 umfasst
den Stift 29 sowie eine gekrümmte Fläche 49 der Klinke 33.
In der Ausrichtung von 1 liegt
die gekrümmte
Fläche 49 der
Klinke 33 senkrecht zur Bildebene. In der Darstellung gemäß den 1, 4 und 5 sind
sowohl der Stift 29 sowie die gekrümmte Fläche 49 des ersten
Anlagekontaktbereichs 25 an eine untere Fläche 51 des
ersten Bauteils 5 angelegt. Der zweite Anlagekontaktbereich 27 des
Hilfswerkzeuges 1 weist einen Haken 53 auf, der
mit der Aufbiegung 15 des Justierteils 11 in Eingriff
gebracht werden kann.
Es
ist ersichtlich, dass die Zugkraft des Federelementes 39 über den
Hebel 37 und die Klinke 33 sowie die Flächen 49 und 51 auf
das erste Bauteil 5 übertragen
werden. Dabei ergibt sich eine Relativbewegung der Bauteile 5 und 7 aufeinander
zu in Schließrichtung,
die durch den Pfeil 19 in 1 angedeutet
ist. Insgesamt ergibt sich ein Kraftfluss zwischen den Bauteilen 5 und 7,
der diese in Schließrichtung
aufeinander zu bewegt. Die Kraft auf das erste Bauteil 5,
in Ausrichtung der 1 gesehen nach
oben gerichtet, wird dabei über
die durch die Federkraft des Federelements 39, den Hebel 37,
die Klinke 33 und die gekrümmte Fläche 49 der Klinke 33 sowie
den Stift 29 auf die untere Fläche 51 des ersten Bauteils 5 übertragen.
Über den
Haken 53 wird eine Gegenkraft zu der auf die untere Fläche 51 ausgeübten Kraft übertragen.
Die Übertragung
erfolgt im Einzelnen über den
Haken 53 des zweiten Anlagekontaktbereiches 27 des
Hilfswerkzeugs 1 über
die Aufbiegung 15 des Justierteils 11, über die
Anlagekontaktfläche 17 der Aufbiegung 15, über den
Schließhaken 9 des
zweiten Bauteils 7 schließlich auf das zweite Bauteil 7.
Es ist zu erkennen, dass dabei, je nach Stärke der aufgebrachten Kraft
des Federelements 39 sich das erste Bauteil 5 relativ
zu dem zweiten Bauteil 7 verlagern kann. Vorteilhafterweise
ist die Verlagerung des zweiten Bauteils 7 an die relative
Verlagerung der Aufbiegung 15 des Justierteils 11 relativ
zum ersten Bauteil 5 gekoppelt, da der Kraftfluss unmittelbar über die
Aufbiegung 15 des Justierteils 11 auf das zweite
Bauteil 7 erfolgt.
Die
Ruhelage des Justierteils 11 relativ zu dem ersten Bauteil 5 entspricht
derjenigen Justierposition, bei der das Verriegelungssystem 3 in
verschlossenem Zustand die gewünschten,
einzustellenden Schließkräfte zwischen
den Bauteilen 5 und 7 überträgt. Beim Einstellen des Verriegelungssystems 3 werden
die gewünschten
Schließkräfte – bevorzugt ausschließlich – mittels
einer nicht zum Verriegelungssystem 3 gehörenden Kraftquelle,
hier dem Federelement 39, aufgebracht. Sobald sich der
Gleichgewichtszustand eingestellt hat, kann das Justierteil 11 an
dem ersten Bauteil 5 mittels der Justierschraube 23 so
fest fixiert werden, dass sich bei nachfolgenden Verriegelungsvorgängen jeweils
die gewünschten
Schließkräfte einstellen.
Im
Folgenden wird unter Bezugnahme auf die 1 bis 5 ein
Verfahren zum Justieren von Schließkräften des Verriegelungssystems 3 mithilfe des
Hilfswerkzeuges 1 eingegangen.
Zum
Justieren der Schließkräfte wird
eine definierte Kraft auf die zwei Bauteile 5 und 7 in Schließrichtung,
wie in 1 durch den Pfeil 19 für das zweite
Bauteil 7 angedeutet, mithilfe des Hilfswerkzeugs 1 ausgeübt. Der
Kraftfluss erfolgt dabei wie oben beschrieben. Die Bauteile 5 und 7 können durch
die ausgeübte
Kraft in eine Schließendposition bewegt
werden. Vorteilhafterweise wird die Bewegung der Bauteile 5 und 7 in
Schließrichtung
durch die ausgeübte
Kraft induziert. Dabei wird außerdem die
spätere
Schließkraft
des Verriegelungssystems 3 sowie die dazu notwendige Schließendposition
der Bauteile 5 und 7 bestimmt. Die entsprechende Schließendposition
ergibt sich als ein den elastomechanischen Gegebenheiten des Gesamtsystems,
bestehend aus den Bauteilen 5 und 7 sowie dem
Verriegelungssystem 3, gehorchenden Kräftegleichgewicht.
Sobald
sich das Kräftegleichgewicht
eingestellt hat, kann das Justierteil 11 in einer Justierposition,
die der gewünschten
einzustellenden Schließkraft
des Verriegelungssystems 3 entspricht beziehungsweise diese
festlegt, fixiert werden. Besonders vorteilhaft wird gleichzeitig,
während
sich das Kräftegleichgewicht
einstellt, das Justierteil 11 durch das über den
Haken 53 des zweiten Anlagekontaktbereiches 27 des
Hilfswerkzeugs 1 übertragene
Drehmoment um das Schwenklager 13 so verschwenkt, dass die
Endlage der gewünschten
Justierposition des Justierteils 11 entspricht.
In
dieser gewünschten
Justierposition kann dann schließlich das Justierteil 11 mithilfe
der Justierschraube 23 fixiert werden. Sobald die Justierschraube 23 angezogen
ist, ist das Verriegelungssystem 3 auf die gewünschte Schließkraft eingestellt.
Als letzter Schritt kann dann das Hilfswerkzeug 1 wieder
von dem Verriegelungssystem 3 entfernt werden und steht
somit für
einen weiteren Einstellvorgang desselben oder eines anderen Verriegelungssystems
zur Verfügung.
Bei
einer vorteilhaften Ausführungsform kann
das Hilfswerkzeug 1 ein Schleppzeigersystem aufweisen,
an dem die gewünschte
einzustellende Schließkraft
ablesbar ist. Das Hilfswerkzeug 1 kann für verschiedene
Schließkräfte und/oder
Verriegelungssysteme verwendet werden. Außerdem kann mittels der Justierschrauben 41 und 45 die
definierte Kraft, die weitestgehend der späteren Schließkraft des
Verriegelungssystems 3 entspricht, eingestellt werden.