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Die Erfindung betrifft eine Rundläufer-Tablettiermaschine und ein Verfahren zur Herstellung einer Mehrschichttablette.
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Rundläufer-Tablettiermaschinen sind bekannt. Ein Rotor der Rundläufer-Tablettiermaschine wird mittels einer Antriebsmaschine in Rotation versetzt. Der Rotor umfasst auf einer Umfangslinie angeordnete Matrizen mit zugeordneten Oberstempeln und Unterstempeln. Über wenigstens einen Füllschuh werden die Matrizen mit einer Pressmasse gefüllt und je nach Winkelstellung des Rotors werden die über Führungskurven geführten Unterstempel und Oberstempel axial zu den Matrizen verlagert. Die Unter- und Oberstempel werden an wenigstens einer Pressstation, in der Regel an einer Vorpressstation und einer Hauptpressstation, vorbeigeführt. Dort werden die Ober- und Unterstempel an stationär angeordneten Druckrollen im Wesentlichen kurvengesteuert vorbeigeführt, so dass auf die in den Matrizen eingebrachte Pressmasse eine Presskraft aufbringbar ist.
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Es sind Rundläufer-Tablettiermaschinen bekannt, mittels denen so genannte Mehrschichttabletten hergestellt werden können, die mehrere Schichten und/oder Einleger umfassen. Hierbei sind über den Umfang des Rotors nacheinander mehrere Fülleinrichtungen und Pressstationen angeordnet. Je nach Anzahl der Schichten und/oder Einleger bedarf es daher eines entsprechend großen Umfanges des Rotors. Damit einhergehend ist ein relativ großer Bauraumbedarf der Rundläufer-Tablettiermaschine.
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Insbesondere auch bei der Herstellung von kleineren Mengen von Mehrschichttabletten, beispielsweise bei labormäßiger Fertigung oder zu Versuchspressungen, sind die bekannten Rundläufer-Tablettiermaschinen nur uneffektiv einsetzbar.
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Aus
DE 296 19 278 U1 ist eine Vorrichtung zur Herstellung von Tabletten bekannt, bei der mindestens jeweils zwei im Verhältnis zueinander bewegliche Presswerkzeuge und mindestens eine mit diesen zusammenwirkende Matrize, die aus einer rotierenden Scheibe besteht, vorgesehen ist. Die Vorrichtung umfasst ferner eine Befülleinrichtung zum Zuführen von Tablettiergut in die Matrize, wobei diese ebenfalls aus einer rotierenden Scheibe mit auf dieser angeordneten Pulverdosierern besteht und sich der Durchmesser dieser rotierenden Scheibe teilweise mit dem Durchmesser der ersten rotierenden Scheibe überlappt.
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Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Rundläufer-Tablettiermaschine der gattungsgemäßen Art und ein Verfahren zur Herstellung einer Mehrschichttablette anzugeben, mittels denen in einfacher Weise, insbesondere auch kleine Stückzahlen von Mehrschichttabletten hergestellt werden können.
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Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe mittels einer Rundläufer-Tablettiermaschine mit den im Anspruch 1 genannten Merkmalen und eines Verfahrens zur Herstellung einer Mehrschichttablette mit den im Anspruch 16 genannten Merkmalen gelöst.
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Dadurch, dass eine Fülleinrichtung mindestens zwei unabhängig voneinander beschickbare Füllkammern aufweist, wobei jeder Füllkammer eine Füllschleuse zum Einbringen von unterschiedlichem zu verpressenden Füllgut angeordnet ist und die Füllkammern nacheinander in eine definierte Füllpositionen bringbar sind, wobei vorzugsweise die Füllkammern während der Rotation des Matrizentisches nacheinander kontinuierlich in die Füllposition bringbar sind, ist vorteilhaft möglich, eine kleinbauende Rundläufer-Tablettiermaschine zu schaffen, mit der Mehrschichttabletten hergestellt werden können. Indem die unabhängig voneinander beschickbaren Füllkammern nacheinander in die Füllposition gebracht werden, wird während jeweils einer Umdrehung des Matrizentisches (Rotors) jeweils eine Schicht beziehungsweise ein Einleger der Mehrschichttablette erzeugt bzw. positioniert. Mit jeder Umdrehung des Matrizentisches wird dann eine weitere Schicht beziehungsweise ein weiterer Einleger erzeugt bzw. positioniert. Hierdurch kann insbesondere der Umfang des Matrizentisches auf das Mindestmaß reduziert werden, das notwendig ist, um die Matrizen zu befüllen und zu pressen, gegebenenfalls vorzupressen und hauptzupressen. Das nacheinander folgende Erzeugen bzw. Positionieren der Schichten beziehungsweise Einleger während einer Umdrehung des Matrizentisches entfällt somit. Die Anzahl der Matrizen und Stempelpaare ist somit deutlich reduziert. Insbesondere können derartig kleinbauende Rundläufer-Tablettiermaschinen als Labormaschinen beziehungsweise als Versuchsmaschinen eingesetzt werden.
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In bevorzugter Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass die Fülleinrichtung mehrere, das heißt wenigstens zwei, sequentielle Kammern umfasst, die einzeln (nacheinander) angesteuert werden können. Die jeweilige Füllung der Kammern findet unter Produktionsbedingungen statt. Hierbei sind die Füllungen und sequentielle Ansteuerung insbesondere in die zeitlichen Abläufe des Gesamtprozesses eingebunden. Es wird also immer eine Kammer in die Füllposition gebracht, so dass ein kontinuierlicher Prozessablauf gegeben ist.
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In weiterer bevorzugter Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass die Fülleinrichtung ein drehbarer Kammerfüllschuh mit wenigstens zwei Füllkammern ist. Hierduch wird vorteilhaft möglich, die einzelnen Schichten beziehungsweise Einleger durch einfaches Drehen des Kammerfüllschuhes um einen definierten Winkel zu erzeugen. Die Drehung des Kammerfüllschuhs erfolgt hierbei vorzugsweise während des Umlaufs der gefüllten Matrize, so dass dann, wenn die Matrize mit der gepressten ersten Schicht in der Füllposition anlangt, über den drehbaren Kammerfüllschuh die nächste Schicht beschickt werden kann. Entsprechend der Anzahl der Kammern können eine entsprechende Anzahl von Schichten beziehungsweise Einlegern aufweisende Mehrschichttabletten erzeugt werden. Die Fülleinrichtung besitzt vorzugsweise sechs, sternförmig um die Drehachse des Kammerfüllschuhs angeordnete Kammern. Hierbei dienen vorzugsweise, bis auf eine Kammer, alle Kammern dem Beschicken der Matrizen, während eine, die logisch letzte Kammer des Kammerfüllschuhs, vorzugsweise dem Entnehmen der gepressten Mehrschichttablette dient. Die letzte (sechste) Kammer ermöglicht in der offenen Kontur das Anheben der Tabletten bis zum Ausstoßpunkt (Teil des motorisch verstellten unteren Kurvenablaufes) zwischen Füllung/Dosierung und Druckrolle (Maximierung der Länge der Ausstoßkurve). Die notwendige Bewegung des Kammerfüllschuhs erfolgt vorzugsweise mit einem Antrieb, der eine Kombination aus Linear- und Rotationsbewegung kontinuierlich ermöglicht, so dass ein tiefer Eingriff in den Matrizenteilkreis möglich ist und sich eine maximale Füllstrecke ergibt.
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In weiterer bevorzugter Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass die Presseinrichtung der Rundläufer-Tablettiermaschine ein Hauptdruckrollenpaar aufweist. Vorzugsweise sind die Druckrollen des Hauptdruckrollenpaares höhenverstellbar in Bezug auf den Matrizentisch angeordnet. Hierdurch lässt sich die Presskraft in Bezug auf die Füllhöhe in den Matrizen, die wiederum abhängig ist von der Anzahl und der Dicke der einzelnen Schichten beziehungsweise Einleger, exakt einstellen. Vorzugsweise erfolgt die Höheneinstellung der Druckrollen mittels geeigneter Antriebe, insbesondere durch Servomotoren, pneumatische Antriebe oder dergleichen. Die exakte Positionierung der Druckrollen kann über ein Wegmesssystem, das einer Datenrückführung dient, erfolgen. Die eingesetzten Antriebe erlauben eine extrem schnelle, hochgenaue und wiederholbare Positionierung.
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Darüber hinaus ist in bevorzugter Ausgestaltung der Erfindung vorgesehen, dass die Führungskurven für die Unterstempel und/oder Oberstempel relativ zum Matrizentisch höhenverstellbar sind. Vorzugsweise ist vorgesehen, dass die Führungskurven segmentweise unabhängig voneinander höhenverstellbar sind. Hierdurch lässt sich der Stempelhub sowohl des Oberstempels und/oder des Unterstempels an die zu fertigende Mehrschichttablette in Abhängigkeit der bereits gepressten Schichten einstellen. Darüber hinaus ist auch in einfacher Weise die Entnahme der fertig gepressten Mehrschichttablette möglich. Bevorzugt werden die Führungsschienen beziehungsweise die einzelnen Segmente der Führungsschienen über geeignete Antriebe angesteuert. Die exakte Positionierung der Führungsschienen kann über ein Wegmesssystem, das einer Datenrückführung dient, erfolgen. Die Antriebe erlauben eine extrem schnelle, hochgenaue und wiederholbare Positionierung.
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Ferner ist in bevorzugter Ausführung dafür vorgesehen, dass nur ein Stempelpaar, das der zu beschickenden Matrize zugeordnet ist, vorgesehen ist. Die weiteren Matrizen des Matrizentisches sind vorzugsweise als Blindmatrizen ausgeführt.
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Weitere bevorzugte Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus den übrigen, in den Unteransprüchen genannten Merkmalen.
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Die Erfindung wird nachfolgend in Ausführungsbeispielen anhand der zugehörigen Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen:
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1 eine schematische Draufsichtuf eine Rundläufer-Tablettiermaschine;
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2 schematisch die Abwicklung eines Rotors einer Rundläufer-Tablettiermaschine und
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3 ein Blockschaltbild zur Steuerung einer Rundläufer-Tablettiermaschine.
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Rundläufer-Tablettiermaschinen sind allgemein bekannt, so dass im Rahmen der folgenden Beschreibung auf eine detaillierte Beschreibung von Aufbau und Funktion verzichtet wird. Es werden nur die für die Erfindung wesentlichen Bestandteile erläutert.
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Die Rundläufer-Tablettiermaschine 10 umfasst einen Matrizentisch 12, der mittels einer nicht dargestellten Antriebsmaschine, in der Regel ein Elektromotor, um eine Achse 14 rotierbar ist. Der Matrizentisch 12 besitzt auf einer Umfangslinie eine Anzahl von Matrizen 16. Die Anzahl der Matrizen 16 richtet sich einerseits nach einem Durchmesser des Matrizentisches 12 und/oder einem Durchmesser der Matrizen 16. Wenigstens eine der Matrizen 16 ist ein ebenfalls in 1 nicht dargestelltes Paar von einem Oberstempel und einem Unterstempel zugeordnet.
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Die Rundläufer-Tablettiermaschine 10 umfasst ferner eine insgesamt mit 18 bezeichnete Fülleinrichtung, die als Kammerfüllschuh 20 ausgebildet ist. Der Kammerfüllschuh 20 besitzt eine Anzahl, hier sechs, symmetrisch um eine Drehachse 22 angeordnete Füllkammern 24. Der Kammerfüllschuh 20 ist mittels eines in 1 nicht dargestellten Antriebes in festgelegten Winkelschritten oder kontinuierlich um die Drehachse 22 rotierbar.
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Ferner umfasst die Rundläufer-Tablettiermaschine 10 eine Presseinrichtung 26, die um eine Drehachse 28 drehbar gelagerte Druckrollen 30 umfasst. Hierbei ist eine Druckrolle 30 oberhalb des Matrizentisches 12 und eine Druckrolle 30 unterhalb des Matrizentisches 12 angeordnet.
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Die in 1 dargestellte Rundläufer-Tablettiermaschine zeigt folgende allgemeine Funktionen:
Über eine nicht dargestellte Einfülleinrichtung werden die einzelnen Füllkammern 24 des Kammerfüllschuhs 20 mit unterschiedlicher zu verpressender Masse befüllt. Die in die einzelnen Füllkammern eingebrachte Masse richtet sich nach dem späteren Schichtaufbau der herzustellenden Mehrschichttablette. So können auch sich wiederholende Schichten gleichen zu verpressenden Materials vorgesehen sein. Von den Füllkammern 24 befindet sich immer genau eine Füllkammer in einer Füllposition. Diese Füllposition ist eingenommen, wenn die zu füllenden Matrizen des Matrizentisches unterhalb der sich in Füllposition befindenden Füllkammer 24 vorbeirotieren. Zur Herstellung geringer Mengen von Mehrschichttabletten, beispielsweise im Laborversuch oder zu Versuchspressungen, wird nur eine oder gegebenenfalls eine geringe Anzahl nebeneinander liegender Matrizen 16 befüllt. Alle übrigen Matrizen 16 des Matrizentisches 12 sind mit Blindmatrizen versehen, so dass diese nicht befüllt werden können. Gegebenenfalls besitzt der Matrizentisch 12 auch nur eine oder eine geringe Anzahl nebeneinander liegender Matrizen 16.
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Der Matrizentisch 12 rotiert um die Drehachse 14. Hierdurch wird die entsprechende Matrize 16 gefüllt. Die Höhe ergibt sich durch die Stellung des entsprechend zugeordneten Unterstempels. Durch Rotation des Matrizentisches 12 und der den Matrizen zugeordneten Unter- beziehungsweise Oberstempeln wird die in die Matrize 16 über eine erste Füllkammer 24 eingebrachte Masse verpresst. Hierzu werden die Unter- und Oberstempel an den Druckrollen 30 in bekannter Art und Weise vorbei geführt. Während der Rotation der gefüllten Matrize 16 um eine Umdrehung des Matrizentisches 12, also um 360° (in Pfeilrichtung 32) wird der Kammerfüllschuh 20 um seine Drehachse 22 in Pfeilrichtung 34 gedreht. Hierdurch gelangt eine nächste Füllkammer 24 in die Füllposition. Die nunmehr die erste Schicht der Mehrschichttablette aufweisende Matrize 16 wird dann durch die in der nächsten Füllkammer 24 vorhandene zu pressende Masse gefüllt. Die Füllhöhe kann wiederum durch entsprechende Positionierung des zugeordneten Unterstempels erhalten werden. Bei der dann folgenden Drehung des Matrizentisches 12 wird diese zweite Schicht der Mehrschichttablette wiederum über die Druckrollen 30 der Presseinrichtung 26 gepresst. Die Stempelführungen der Unter- beziehungsweise Oberstempel und/oder die Druckrollen 30 können hierzu in noch zu erläuternder Weise gegenüber der Ebene des Matrizentisches 12 höhenverstellt werden. Hierdurch lässt sich ein exaktes gewünschtes Pressergebnis in Zusammenhang mit den gewünschten Presskräften und Schichthöhen erzielen.
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In analoger Weise können nunmehr die weiteren Schichten der Mehrschichttablette, bei einem Kammerfüllschuh 20 mit sechs Füllkammern 24 also bis zu sechs Schichten, erzeugt werden.
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Dies bedeutet, nach sechs Umdrehungen des Matrizentisches 12 kann bei der Befüllung von einer Matrize 16 also eine Mehrschichttablette mit sechs Schichten erzeugt werden. Werden zwei, drei oder vier nebeneinander liegende Matrizen 16 befällt, kann eine entsprechende Anzahl von Mehrschichttabletten während einer sechsfachen Umdrehung des Matrizentisches 12 erzeugt werden.
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Selbstverständlich sind auch weniger oder mehr Schichten einer Mehrschichttablette erzeugbar, indem der Kammerfüllschuh 20 eine entsprechende Anzahl von Füllkammern 24, also mehr oder weniger als sechs, aufweist. Auch können Füllkammern 24 nicht befüllt werden, so dass während des Vorbeilaufens der Matrizen 16 an dem in Füllposition befindlichen Füllkammern 24 kein Einbringen der zu verpressenden Masse erfolgt.
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Sind die zu erzeugenden Mehrschichttabletten fertig gepresst, werden diese aus den Matrizen 16 ausgeworfen. Hierzu werden die entsprechenden Unterstempel in eine entsprechende Auswerfposition gebracht, so dass über einen nicht dargestellten Abstreifer die Tabletten entnommen werden können. Es ist nach einer weiteren Ausführungsvariante möglich, eine der Füllkammern 24 – quasi die logisch letzte Füllkammer 24 – als Auswerfer zu nutzen. Hierzu ist diese Füllkammer 24 randoffen zum Umfang des Füllkammerschuhs 20 und bildet somit, wenn diese randoffene Füllkammer (also Auswerferkammer) sich in Füllposition befindet, den Auswerfer. Nach einer weiteren Variante dient die logisch letzte Kammer nicht als Auswerfer, sondern gestattet in der offenen Kontur der Kammer das Anheben der Tabletten bis zum Ausstoßpunkt zwischen Dosierung/Füllung und Druckrolle. Das Anheben der Tablette erfolgt durch die noch zu erläuternde Verstellung der unteren Stempelführung. Insgesamt ergibt sich hierdurch eine längere Ausstoßkurve. Auch weitere, an sich bekannte Lösungen, wie Ausblasen oder Absaugen der gepressten Mehrschichttabletten, sind möglich. Es kann auch das jeweilige Ende der Füllkammern dafür verwendet werden, die fertige Mehrschichttablette aus der Maschine zu entnehmen. Die Anordnung zusätzlicher Abstreifer kann so entfallen.
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2 zeigt rein schematisch die Abwicklung eines Matrizentisches 12 der Rundläufer-Tablettiermaschine 10. Der Matrizentisch 10 weist die hier lediglich angedeuteten Matrizen 16 auf. Wie bereits erläutert, wird beim Einsatz- als Labormaschine nur eine oder eine geringe Anzahl benachbart angeordneter Matrizen 16 gefüllt. Die anderen Matrizen 16 sind entweder als Blindmatrizen ausgeführt oder nicht vorhanden.
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Angedeutet ist der Kammerfüllschuh 20, der um die Drehachse 22 schrittweise rotierbar ist. Dem Kammerfüllschuh 20 ist eine hier insgesamt mit 36 bezeichnete Fülleinrichtung zugeordnet. Diese besteht aus insgesamt fünf Füllschleusen 38, wobei über jeweils eine Füllschleuse 38 genau eine Füllkammer 24 des Kammerfüllschuhs 20 mit dem entsprechenden zu pressenden Material befüllbar ist.
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Ferner angedeutet sind eine Stempelführung 40 für Oberstempel und eine Stempelführung 42 für Unterstempel. Hier ist ein Unterstempel 44 dargestellt, der sich gerade in der Füllposition befindet.
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Die Stempelführung 40 für die Oberstempel und die Stempelführung 42 für die Unterstempel besteht aus mehreren, über den Umfang sich aneinander anschließenden Segmenten 45 beziehungsweise 46. Die Segmente 45 beziehungsweise 46 gehen hierbei fließend ineinander über, so dass ein entlang der Stempelführung 40 beziehungsweise Stempelführung 42 geführter Stempel möglichst widerstandsfrei entlang seiner jeweiligen Führungsbahn bewegbar ist. Die Stempelführung 40 und 42 umgreifen den gesamten Umfang des Matrizentisches 12 und führen somit auch entlang der Druckrollen 30.
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Die einzelnen Segmente 45 und 46 sind mit hier angedeuteten. Antrieben 52 verbunden. Mittels dieser Antriebe lassen sich die Segmente 45 beziehungsweise 46 relativ zum Matrizentisch 12 verlagern, das heißt, der Abstand ist entsprechend der angedeuteten Doppelpfeile 50 variierbar.
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Die Druckrollen 30 lassen sich ebenfalls über hier angedeutete Antriebe 52 relativ entsprechend der angedeuteten Doppelpfeile 54 in Bezug auf den Matrizentisch 12 von diesem weg beziehungsweise zu diesem hin verlagern.
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Die in 2 dargestellte Rundläufer-Tablettiermaschine 10 zeigt folgende – in Verbindung mit den bereits erfolgten Erläuterungen zu 1 – Funktionen:
Die sich in Füllposition befindende Matrize 16 wird über die logisch erste Füllkammer 24 (1) des Kammerfüllschuhs 20 mit einem eine erste Lage einer Mehrschichttablette ergebenden zu pressenden Pulver 56 gefüllt. Das Füllen der Matrizen 16 über einen Füllschuh ist allgemein bekannt, so dass hierauf im Rahmen der vorliegenden Erfindung nicht näher eingegangen werden soll. Das sich nunmehr in der Matrize 16 befindende Pulver 56 wird mittels des Unterstempels 44 und des entsprechend zugeordneten Oberstempels gepresst, indem diese Stempel entsprechend dem Verlauf der Stempelführungen 40 und 42 aufeinander zu bewegt werden. Der Stempelhub der Unter- und der Oberstempel kann hierbei unterschiedlich sein. Die Stempel werden in bekannter Weise an den Druckrollen 30 vorbei geführt, so dass eine definierte Presskraft auf das Pulver 56 ausgeübt wird, so dass eine erste Schicht der Tablette erzeugt wird.
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Nach erfolgter einmaliger Umdrehung des Matrizentisches 12 um 360° befindet sich – wie bereits erwähnt – die logisch nächste Füllkammer 24 in der Füllposition. Auf die dann bereits gepresste erste Schicht wird dann ein weiteres, die nächste Schicht der Mehrschichttablette ergebendes Pulver gefüllt. Über den Unterstempel und die zugehörigen Oberstempel wird dann diese zweite Schicht gepresst.
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Da in der Matrize bereits eine erste Schicht – aus dem Pulver 56 – vorhanden ist, kann erforderlich sein, dass der Stempelhub des Unterstempels beziehungsweise des Oberstempels anders eingestellt werden muss. Hierzu wird über die Antriebe 48 die Stempelführung 40 beziehungsweise 42 entsprechend relativ zum Matrizentisch 12 verlagert, so dass der Stempelhub somit veränderlich ist. In gleicher Weise kann eine relative Verlagerung der Druckrollen 30 zum Matrizentisch 12 erfolgen, so dass auch hier eine definierte Presskraft für die zweite Schicht einstellbar ist.
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In analoger Weise werden dann die weiteren Schichten – gemäß dem Ausführungsbeispiel bis zu fünf Schichten – in die Matrize 16 eingefüllt. Entsprechend der sich ergebenden Gesamthöhe der bereits gepressten Schichten kann wiederum die relative Lage der Stempelführung 40 beziehungsweise 42 und/oder der Druckrollen 30 zum Matrizentisch 12 verändert werden.
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Somit wird deutlich, dass während einer fünffachen Umdrehung des Matrizentisches 12 eine fünfschichtige Tablette gepresst werden kann. Während der sechsten Umdrehung wird die Tablette dann ausgeworfen, indem beispielsweise dann die entsprechenden Segmente 46 der Stempelführung 42 so weit angehoben werden, dass über die Unterstempel 44 die Tablette nach oben aus den Matrizen 16 herausgeschoben wird. Eine logisch letzte Kammer des Kammerfüllschuhs 20 kann dann als Abstreifer für die gepresste Tablette dienen.
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Es wird deutlich, dass mit einer relativ klein bauenden Rundläufer-Tablettiermaschine 10 eine relativ geringe Anzahl von Mehrschichttabletten in einfacher Weise hergestellt werden kann.
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Die anhand der 1 und 2 erläuterten Abläufe erfordern eine aufeinander abgestimmte Steuerung der einzelnen Komponenten der Rundläufer-Tablettiermaschine. In 3 ist in einem Blockschaltbild der grundsätzliche Steuerungsablauf verdeutlicht.
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3 zeigt ein Steuergerät 60. Das Steuergerät 60 kann selbstverständlich auch weitere, hier nicht näher zu betrachtende Steuer- und/oder Regelvorgänge der Rundläufer-Tablettiermaschine ausführen. Über eine Eingabeeinrichtung 62 ist dem Steuergerät 60 vorgebbar, welche Art von Mehrschichttabletten beziehungsweise welche Anzahl von Mehrschichttabletten hergestellt werden sollen. Hierbei sind insbesondere auch Anzahl und Schichthöhen der einzelnen Schichten der Mehrschichttablette und Presskräfte, mit denen die einzelnen Schichten gepresst werden sollen, vorgebbar. Über ein Speichermittel 64 ist beispielsweise eine vorher abgelegte Abfolge von Steuerbefehlen entsprechend der erfolgten Eingabe über das Eingabemittel 62 abrufbar. Das Steuergerät 60 steuert hierbei die Antriebsmaschine 66 des Matrizentisches 12 an. Ferner erfolgt eine Ansteuerung des Antriebes 68, über den der Kammerfüllschuh 20 drehbar ist. Gleichzeitig erfolgte eine Ansteuerung der Füllschleusen 38 zum gezielten Nachfüllen der einzelnen Füllkammern 24 des Kammerfüllschuhs 20. Darüber hinaus erfolgt eine Ansteuerung der Antriebe 52 zur Verstellung der Druckrollen 30 und der Antriebe 48 zur Verstellung der einzelnen Segmente 45 beziehungsweise 46 der Stempelführungen 40 beziehungsweise 42. Es erfolgt somit ein synchronisiertes Verhalten der beteiligten Partner zur Sicherstellung eines kontinuierlichen Prozessablaufes.
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Bezugszeichenliste
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- 10
- Rundläufer-Tablettiermaschine
- 12
- Matrizentisch
- 14
- Achse
- 16
- Matrize
- 18
- Fülleinrichtung
- 20
- Kammerfüllschuh
- 22
- Drehachse
- 24
- Füllkammern
- 26
- Presseinrichtung
- 28
- Drehachse
- 30
- Druckrollen
- 32
- Pfeilrichtung
- 34
- Pfeilrichtung
- 36
- Fülleinrichtung
- 38
- Füllschleuse
- 40
- Stempelführung
- 42
- Stempelführung
- 44
- Unterstempel
- 45
- Segmente
- 46
- Segmente
- 48
- Antriebe
- 50
- Doppelpfeil
- 52
- Antriebe
- 54
- Doppelpfeil
- 56
- Pulver
- 60
- Steuergerät
- 62
- Eingabeeinrichtung
- 64
- Speichermittel
- 66
- Antriebsmaschine
- 68
- Antrieb