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DE102005039220B3 - Beatmungsgerät - Google Patents

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DE102005039220B3
DE102005039220B3 DE200510039220 DE102005039220A DE102005039220B3 DE 102005039220 B3 DE102005039220 B3 DE 102005039220B3 DE 200510039220 DE200510039220 DE 200510039220 DE 102005039220 A DE102005039220 A DE 102005039220A DE 102005039220 B3 DE102005039220 B3 DE 102005039220B3
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Thomas P. Kriesmer
Karl Cornelius-Lorenz
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Abstract

Es wird ein Beatmungsgerät als offenes System beschrieben. DOLLAR A Am Eingang einer Inspirationsleitung sind steuerbare Einspeiseventile für eine gesteuerte Luft- und Sauerstoffversorgung und am Ausgang einer Exspirationsleitung ein steuerbares Exspirationsventil angeordnet. Die Ventile sind über eine Druck- und/oder Volumenstromsteuerung gesteuert. DOLLAR A Ferner ist an der Inspirationsleitung über eine Verbindungsleitung ein Handbeatmungsbeutel mit einem Betätigungssensor angeschlossen. Das Exspirationsventil oder ein zusätzliches einstellbares Überdruckventil wird während der Betätigung des Handbeatmungsbeutels auf ein gegenüber der maschinellen Beatmung erhöhtes Druckniveau eingestellt.

Description

  • Die Erfindung betrifft ein Beatmungsgerät nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
  • In der Regel muss ein Patient während einer Operation künstlich beatmet werden. Meistens ist der Grund, dass ein muskelrelaxierendes Medikament verabreicht wird, um dem Operateur die Arbeit zu ermöglichen. Dieses Medikament lähmt auch die Atemmuskulatur. Üblicherweise wird dem Atemgas während der Beatmung ein gasförmiges Narkosemittel z. B. Isofluran, Sevofluran oder Desfluran zugesetzt, welches die Narkose aufrechterhalten soll. Auch der Einsatz von Lachgas ist immer noch sehr verbreitet.
  • Der Siedepunkt der aufgeführten Narkosemittel liegt etwas höher als die Raumtemperatur. Deshalb müssen diese flüssigen Mittel mit Hilfe von sogenannten Verdunstern in die gasförmige Phase überführt werden, bevor sie dem Atemgas zugemischt werden. Der Patient nimmt nur einen Bruchteil des Narkosemit tels über die Lunge auf. Der größte Teil wird wieder ausgeatmet.
  • Um diese Verluste an teuren Medikamenten zu minimieren, wird in der Narkosebeatmung mit gasförmigen Narkosemitteln ein sogenanntes Kreissystem eingesetzt, d. h. dem Patienten wird seine eigene Ausatemluft wieder zugeführt. Der Kohlendioxidanteil wird vorher mit Hilfe eines CO2-Absorbers, wie Atemkalk, herausgefiltert. Über eine Frischgaszufuhr in das Kreissystem wird der verbrauchte Sauerstoff kompensiert. Dieses Frischgas wird vorher über den Narkosemittelverdunster geleitet, so dass sich im Kreissystem eine am Verdunster eingestellte Narkosemittelkonzentration ergibt.
  • In der Regel arbeiten diese Systeme im Überschuss, d. h. der Frischgasvolumenstrom ist höher als der Patientenverbrauch. Über die Höhe des Frischgasvolumenstroms regelt der Anwender somit den Rückatemanteil. Der Überschuss fließt aus dem Kreissystem in die Narkosegasabsaugung des Krankenhauses. Die Beatmung des Patienten mit dem Gas aus dem Kreissystem erfolgt entweder durch maschinelles Ausdrücken eines integrierten Faltenbalges oder durch manuelles Ausdrücken eines auch als Reservoir dienenden Handbeatmungsbeutel im Kreissystem.
  • Für den Anästhesisten ist die Handbeatmungsmöglichkeit am Narkosegerät essentiell. Sie dient ihm bei der Intubation zur Kontrolle, ob der Tubus richtig liegt, und sie ermöglicht ihm eine Kontrolle der Atemmechanik („er hat die Lunge in der Hand") und sie gibt ihm die Möglichkeit jederzeit bei Bedarf zusätzliche manuelle Atemhübe zu verabreichen. Handbeatmung einerseits und maschinelle Beatmung sowie Spontanatmung des Patienten andererseits sind aber nicht gleichzeitig möglich. Der Anästhesist muss hierfür jedes Mal die jeweilige Funktion z. B. durch Umlegen eines Hebels aktivieren.
  • Durch die Entwicklung von hoch potenten Narkosemitteln mit drastisch reduzierter Halbwertzeit, die intravenös über Infusionsspritzenpumen verabreicht werden, bietet sich eine Alternative zu gasförmigen Narkosemitteln. Bei dieser sogenannten total intravenösen Anästhesie (TIVA) mit den Narkosemitteln sehr kurzer Halbwertzeit lässt die Wirkung des Medikamentes sehr schnell nach Abschalten der Pumpe nach. Da aber auch bei diesen Anästhesien Muskelrelaxantien verabreicht werden, muss der Patient beatmet werden.
  • Hierfür ist jedoch kein aufwendiges Kreissystem mehr erforderlich, sondern es reicht ein offenes System wie bei Intensivbeatmungsgeräten. Allerdings sind bekannte Intensivbeatmungsgeräte nicht ohne weiteres geeignet, da sie über keine Handbeatmungsmöglichkeit verfügen. Diese Funktion ist aber, wie oben schon erwähnt, ein „Muss" für den Anästhesisten.
  • Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde ein Beatmungsgerät als offenes System zu schaffen, das zusätzlich über Handbeatmungsmöglichkeit verfügt und in der Betriebsart Handbeatmung gleichzeitig die Möglichkeit zur Spontanatmung oder maschinellen Beatmung belässt.
  • Diese Aufgabe wird bei einem Beatmungsgerät nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1 durch die Merkmale dieses Anspruchs gelöst.
  • Weiterbildungen und vorteilhafte Ausgestaltungen ergeben sich aus den Unteransprüchen.
  • Durch den Anschluss des Handbeatmungsbeutels an die Inspirationsleitung wird der Handbeatmungsbeutel mit frischem Atemgas in derselben Konzentration von Luft und O2 gefüllt, wie es dem Patienten auch bei maschineller Beatmung oder Spontanatmung zugeführt wird. Eine Rückatmung bereits mit CO2 angereicherter Gase wird so vermieden.
  • Allerdings reicht der bloße Anschluss des Handbeatmungsbeutels an die Inspirationsleitung nicht aus, um eine Handbeatmung zu ermöglichen. Die Druck- und/oder Volumenstromsteuerung würde nämlich versuchen, Druck- oder Volumenstromänderungen durch den Handbeatmungsbeutels zu kompensieren und den eingestellten Druck oder Volumenstrom in der Inspirationsleitung und der Exspirationsleitung aufrecht zu erhalten. Eine Handbeatmung würde so behindert.
  • Der Handbeatmungsbeutel umfasst daher einen Betätigungssensor und mittels des Betätigungssensors wird das Exspirationsventil oder ein zusätzliches einstellbares Überdruckventil in der Weise gesteuert, dass sich während der Betätigung des Handbeatmungsbeutels im Beatmungsschlauchsystem ein gegenüber dem in der maschinellen Beatmung momentan vorhandenem Druckniveau erhöhtes Druckniveau einstellt. Die Steuerung des Exspirationsventils oder des zusätzlichen Überdruckventils erfolgt über die Druck- und/oder Volumenstromsteuerung oder eine gesonderte Steuerung. Der Anästhesist hat so wieder die Möglichkeit einer Kontrolle der Atemmechanik und kann jederzeit bei Bedarf zusätzliche manuelle Atemhübe zu verabreichen. Dazu ist keine manuelle Umschaltung von Ventilen nötig. Gleichzeitig kann der Patient auf dem am Beatmungsgerät eingestelltem CPAP-Niveau spontan atmen.
  • Vorzugsweise ist der Betätigungssensor ein Volumenstromsensor, der in der Verbindungsleitung zwischen der Inspirations-leitung und dem Handbeatmungsbeutel angeordnet ist.
  • Da der Volumenstrom durch die Verbindungsleitung ein Kriterium für ein Betätigen des Handbeatmungsbeutels darstellt, kann das Signal des Volumenstromsensors zur Steuerung des Exspirationsventils oder des zusätzlichen einstellbaren Überdruckventils genutzt werden.
  • Ferner kann in der Verbindungsleitung zwischen der Inspirationsleitung und dem Handbeatmungsbeutel ein Ventil angeordnet sein, das während der Betätigung des Handbeatmungsbeutels und während dessen Füllens geöffnet und während der maschinellen Beatmung geschlossen ist.
  • Ein weicher Handbeatmungsbeutel, der ständig mit der Inspirationsleitung verbunden ist, würde sich in Abhängigkeit des Druckes in der Inspirationsleitung dehnen und entspannen und eine zusätzliche Compliance parallel zur Lunge des Patienten bilden. Volumenabgabe an den Patienten und Volumenmessungen des ein- und ausgeatmeten Gases würden dadurch verfälscht. Durch das Ventil in der Verbindungsleitung zwischen der Inspirationsleitung und dem Handbeatmungsbeutel wird der Handbeatmungsbeutel während der maschinellen Beatmung und der Spontanatmung ohne gewünschte Handbeatmung von der Inspirationsleitung getrennt und bildet dann keine Compliance parallel zur Lunge.
  • Das Ventil in der Verbindungsleitung zwischen der Inspirationsleitung und dem Handbeatmungsbeutel kann entweder manuell oder durch eine gesonderte Steuerung gesteuert sein.
  • Dadurch lässt sich eine automatische Steuerung des Ventils erreichen.
  • Nachfolgend wird die Erfindung anhand eines Ausführungsbeispiels erläutert, das in der Zeichnung dargestellt ist.
  • Das dargestellte Beatmungsgerät umfasst eine an ein Luft- und Sauerstoffnetz anschließbare Inspirationsleitung 10 und eine zur atmosphärischen Umgebung öffnenbare Exspirationsleitung 12. Am Eingang der Inspirationsleitung 10 sind Einspeiseventile 14, 16 mit einer Mischvorrichtung 42 für eine gesteuerte Luft- und Sauerstoffversorgung und am Ausgang der Exspirationsleitung 12 ein steuerbares Exspirationsventil 18 angeordnet. Die Einspeiseventile 14, 16 und das Exspirationsventil 18 sind über eine Druck- und/oder Volumenstromsteuerung 20 gesteuert. Zusätzlich ist in der Inspirationsleitung 10 ein Überdruckventil 22 angeordnet.
  • Der Anschluss an das Luft- und Sauerstoffnetz erfolgt über Gasstecker 24, 26, die mit speziell codierten Gassteckdosen einer zentralen Gasversorgung eines Krankenhauses verbunden werden. Mittels der Druck- und/oder Volumenstromsteuerung 20 wird über die Einspeiseventile 14, 16 das Mischungsverhältnis aus Luft und Sauerstoff nach Vorgaben des Anwenders eingestellt. Der Sauerstoffanteil im Atemgas kann so zwischen 21% bei ausschließlich Luft und 100% bei ausschließlich Sauer-stoff eingestellt werden.
  • Die Inspirationsleitung 10 und die Exspirationsleitung 12 sind zu einem Y-Stück 28 zusammengeschlossen. Vom Y-Stück 28 führt entweder ein Tubus in die Trachea eines Patienten 30 oder es ist eine Gesichtsmaske angeschlossen, über die ein Patient entweder durch Nase oder Mund beatmet werden kann Das soweit beschriebene Beatmungsgerät ermöglicht sowohl maschinelle Beatmung als auch Spontanatmung. Zur zusätzlichen Handbeatmung umfasst das Beatmungsgerät einen an der Inspirationsleitung 10 über eine Verbindungsleitung 32 angeschlossenen Handbeatmungsbeutel 34 mit einem Betätigungssensor 36 und einem zusätzlichen ansteuer- und einstellbarem Überdruckventil 38 in der Exspirationsleitung 12. Dieses zusätzliche Überdruckventilventil 38 ist über die Druck- und/oder Volumen-stromsteuerung 20 oder eine gesonderte Steuerung während der Betätigung des Handbeatmungsbeutels 36 auf ein gegenüber der maschinellen Beatmung erhöhtes Druckniveau einstellbar.
  • Durch das zusätzliche einstellbare Überdruckventilventil 38 und eine zusätzliche Steuerung 20 kann die Handbeatmungsoption bei einem bestehenden Beatmungsgerät nachgerüstet werden, ohne dass ein mechanischer Eingriff in das Gehäuse des Beatmungsgerätes nötig ist. Bei einer Neukonstruktion ist es aber auch möglich das ohnehin nötige Exspirationsventil 18 und die Druck- und/oder Volumenstromsteuerung 20 durch Erweiterung der Steuersoftware zu nutzen.
  • Ferner ist in der Verbindungsleitung 32 zwischen der Inspirationsleitung 10 und dem Handbeatmungsbeutel 36 ein Ventil 40 angeordnet, das während der Betätigung des Handbeatmungsbeutels 36 und während dessen Füllens geöffnet und während der maschinellen Beatmung ohne gewünschte Handbeatmung geschlossen ist. Während der Spontanatmung kann es geöffnet oder geschlossen sein. Dieses Ventil 40 wird manuell betätigt, kann aber auch bei Neukonstruktion durch Druck- und/oder Volumen stromsteuerung 20 oder eine gesonderte Steuerung gesteuert werden.
  • Bei der maschinellen Beatmung wird während der Inspiration durch die gesteuerten Einspeiseventile 14, 16 und die Mischvorrichtung 42 ein Überdruck in der Lunge und den Atemwegen eines Patienten erzeugt. Der Druck wird dabei abhängig von der Elastizität des Systems Lunge und Brustkorb sowie der vom Volumenstrom abhängigen Widerständen in den Atemwegen eingestellt und beträgt ca. 15 bis 25 hPa. Die Höhe des daraus resultierenden Volumenstroms liegt bei ca. 20 bis 50 L/min und die Atemwegswiderstände haben Werte von 5 hPa/(L/s) bei gesunden Menschen und bis über 100 hPa/(L/s) bei chronisch obstruktiven Erkrankungen z. B. Asthmatiker. Der Kehrwert der Elastizität, die Compliance, beträgt bei einem gesunden Menschen zwischen 60 bis 100 mL/hPa. Bei schweren Lungenentzündungen kann die Compliance auf Werte unter 20 mL/hPa sinken.
  • Die Exspiration wird durch Öffnen des Exspirationsventils 18 eingeleitet. Damit kann der in der Lunge und in den Atemwegen bestehende Überdruck durch den exspiratorischen Volumenstrom abgebaut werden. In der Regel wird der Überdruck nicht vollständig abgebaut, sondern nur bis zum sogenannten PEEP-Wert, dem Positive End Exspiratory Pressure-Wert. Hierdurch wird auch die Lunge am Ende der Ausatmung etwas gebläht gehalten.
  • Zur Durchführung der Inspiration bei der maschinellen Beatmung öffnen die beiden Einspeiseventile 14, 16 im Verhältnis der vom Anwender am Gerät eingestellten Sauerstoffkonzentration. Durch Ausgestaltung der Einspeiseventile 14, 16 als Proportionalventile reagieren diese schnell und präzise auf Steuerbefehle. Durch die Einspeiseventile 14, 16 wird der Gasdruck des Luft- und Sauerstoffnetz von ursprünglich 3 und 6 bar auf die angegebenen Atemdrücke reduziert.
  • In dieser Phase ist das Exspirationsventil 18 geschlossen und das gemischte Gas fließt in die Lunge des Patienten 30. Die Einspeiseventile 14, 16 bleiben solange geöffnet, bis das gewünschte Volumen oder der gewünschte Druck geliefert worden sind. Bei der sogenannten druckkontrollierten Beatmung wird der eingestellte Druck über eine definierte Zeit gehalten. Hierfür müssen die Einspeiseventile 14, 16 evtl. Atemgas nachliefern, um Leckagen oder in andere Bereiche der Lunge abfließendes Gas zu kompensieren.
  • Nach Schließen der Einspeiseventile 14, 16 und Öffnen des Exspirationsventils 18 entweicht die unter Überdruck stehende Luft aus der Lunge über die Exspirationsleitung 12. Da wie schon erwähnt der Druck in der Regel nicht vollständig abgebaut wird, sondern ein PEEP bestehen bleibt, wird das Exspirationsventil 18 häufig auch als PEEP-Ventil bezeichnet. Zur Aufrechterhaltung dieses PEEPs, auch bei Leckagen und Einatembemühungen des Patienten, ist das ganze ein dynamisches System. Jeder Druckabfall wird durch Atemgaslieferung und Regulierung des PEEP-Ventils kompensiert.
  • Bei der spontanen Atmung ohne Beatmungsgerät erweitert sich in der Inspirationsphase der Brustraum durch Absenken des Zwerchfellmuskels und evtl. durch Anheben des Brustkorbes mit Hilfe der Zwischenrippenmuskulatur. Durch diese Volumenvergrößerung entsteht ein Unterdruck gegenüber dem Atmosphärendruck in Höhe von ca. 2 bis 5 hPa in den Lungenbläschen und den Atemwegen. Hieraus resultiert eine Inspirationsströmung in die Trachea und weiter über die Bronchien bis in die Alveolen.
  • Diese Inspiration ist ein aktiver Vorgang, weil die Erweiterung des Brustraumes nur mit Muskelkraft möglich ist. Im Gegensatz dazu ist die Exspiration ein passiver Prozess. Sobald die Muskeln wieder erschlaffen zieht sich der Brustraum auf Grund von elastischen Kräften wieder zusammen und erzeugt damit einen Überdruck auf die eingeatmete Luft. Diese strömt deshalb über die Bronchien, die Trachea und den Mund-Nasen-Rachenraum wieder in die Atmosphäre.
  • Eine Spontanatmung mit Beatmungsgerät wird dadurch ermöglicht, dass das Beatmungsgerät einen sogenannten By- oder Bias-Volumenstrom bereitstellt. Dieses ist ein ständiger Volumenstrom in Höhe von 3 bis 10 L/min, der durch das Schlauch system von Inspirationsauslass über den Inspirationsschlauch 10, das Y-Stück 28 und den Exspirationsschlauch 12 zum Exspirationsventil 18 fließt. Auf Grund des offenen Systems kann der Patient jederzeit spontan atmen. Dabei wird das jeweils benötigte Atemgas durch den ständigen Volumenstrom und ggf. einen zusätzlichen Volumenstrom aufgrund der schnell reagierenden Steuerung bereitgestellt. In der Spontanatmung wird diese Funktion als CPAP, nämlich Continous Positiv Airway Pressure, bezeichnet, da der Druck in diesen Fällen in den Atemwegen immer über dem Atmosphärendruck liegt.
  • Neben der reinen kontrollierten Beatmung, in der die Maschine die gesamte Atemarbeit übernimmt, und der ausschließlichen Spontanatmung werden auch Mischformen eingesetzt, um die essentielle Spontanatmung aufrecht zu erhalten und adäquat zu unterstützen. Dies gilt z. B. für ineffektive Spontanatmung, wie zu kleine Volumina, die bei Bedarf vom Beatmungsgerät durch Druckerhöhung bei Inspirationsbeginn unterstützt wird. Hierfür weist die Druck- und/oder Volumenstromsteuerung Triggersysteme zur Erkennung der Einatembemühungen des Patienten auf.
  • Bei der Handbeatmung kann der Anästhesist dem Patienten bei Bedarf zusätzliche manuelle Atemhübe verabreichen. Hierzu dient der an der Inspirationsleitung 10 über eine Verbindungsleitung 32 angeschlossenen Handbeatmungsbeutel 34, der dazu vom Anästhesisten betätigt wird.
  • Eine Betätigung wird durch den als Volumenstromsensor 36 ausgebildeten Betätigungssensor erkannt und als Steuersignal an eine Steuerung 20 weitergeleitet. Die Steuerung 20 veranlasst daraufhin, das Exspirationsventil 18 oder das zusätzliche einstellbare Überdruckventil 38 einen gegenüber der maschinellen Beatmung erhöhtes Druckniveau einzustellen. Normalerweise würde nämlich die Druck- und/oder Volumenstromsteuerung 20 durch Öffnen des Exspirationsventils 18 versuchen, eine Druckerhöhung abzubauen und somit den für eine maschinelle Beatmung oder Spontanatmung nötigen Druck wieder herzustellen. Durch die Beeinflussung des Exspirationsventils 18 wird hingegen eine Kompensation vermieden und so der Atemhub gezielt der Lunge des Patienten zugeführt. Er entweicht also nicht ungenutzt über das Exspirationsventil 18.
  • Bei einem harten Handbeatmungsbeutel würde diese Maßnahme bereits ausreichen. Unter hart wird hier verstanden, dass sich der Handbeatmungsbeutel 34 im entfalteten Zustand nicht abhängig vom Druck dehnt während unter weich verstanden wird, dass sich der Handbeatmungsbeutel 34 im entfalteten Zustand abhängig vom Druck dehnt und damit eine Compliance zur Lunge des Patienten bilden würde.
  • Um auch mit einem weichen Handbeatmungsbeutel 34 arbeiten zu können, wird das in der Verbindungsleitung 32 zwischen der Inspirationsleitung 10 und dem Handbeatmungsbeutel 34 angeordnete Ventil 40 benötigt. Dieses ist nur während der Betätigung des Handbeatmungsbeutels 34 und während dessen Füllens geöffnet und während der maschinellen Beatmung geschlossen. Dadurch ist der Handbeatmungsbeutel 34 bei maschineller Beatmung oder Spontanatmung ohne zusätzliche Handbeatmung von der Inspirationsleitung getrennt und bildet dann keine Compliance zur Lunge des Patienten 30. Bei geöffnetem Ventil 40 im Handbeatmungsmodus kann der Patient 30 jederzeit spontan auf dem am Beatmungsgerät eingestellten CPAP-Niveau spontan atmen.

Claims (5)

  1. Beatmungsgerät mit einer an ein Luft- und Sauerstoffnetz anschließbaren Inspirationsleitung (10) und einer zur atmosphärischen Umgebung öffnenbaren Exspirationsleitung (12), wobei am Eingang der Inspirationsleitung (10) steuerbare Einspeiseventile (14, 16) für eine gesteuerte Luft- und Sauerstoffversorgung und am Ausgang der Exspirationsleitung (12) ein steuerbares Exspirationsventil (18) angeordnet sind und die Einspeiseventile (14, 16) und das Exspirationsventil (18) über eine Druck- und/oder Volumenstromsteuerung (20) gesteuert sind, dadurch gekennzeichnet, dass an der Inspirationsleitung (10) über eine Verbindungsleitung (32) ein Handbeatmungsbeutel (34) mit einem Betätigungssensor (36) angeschlossen ist und mittels des Betätigungssensors (36) das Exspirationsventil (18) oder ein zusätzliches einstellbares Überdruckventil (38) über die Druck- und/oder Volumenstromsteuerung (20) oder eine gesonderte Steuerung während der Betätigung des Handbeatmungsbeutels (34) auf ein gegenüber der maschinellen Beatmung erhöhtes Druckniveau einstellbar ist.
  2. Beatmungsgerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Betätigungssensor (36) ein Volumenstromsensor ist, der in der Verbindungsleitung (32) zwischen der Inspirationsleitung (10) und dem Handbeatmungsbeutel (34) angeordnet ist.
  3. Beatmungsgerät nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass in der Verbindungsleitung (32) zwischen der Inspirationsleitung (10) und dem Handbeatmungsbeutel (34) ferner ein Ventil (40) angeordnet ist, das während der Betätigung des Handbeatmungsbeutels (34) und während dessen Füllens geöffnet und während der maschinellen Beatmung geschlossen ist.
  4. Beatmungsgerät nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Ventil (40) manuell oder durch die gesonderte Steuerung gesteuert ist.
  5. Beatmungsgerät nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass Ventil (40) bei Spontanatmung geschlossen oder geöffnet ist, so dass jederzeit Spontanatmung möglich ist.
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Legal Events

Date Code Title Description
8100 Publication of the examined application without publication of unexamined application
8364 No opposition during term of opposition
8381 Inventor (new situation)

Inventor name: KRIESMER, THOMAS P., 56626 ANDERNACH, DE

Inventor name: SCHOBER, ANDREAS ERICH, 60439 FRANKFURT, DE

Inventor name: CORNELIUS-LORENZ, KARL, 37083 GOETTINGEN, DE

R119 Application deemed withdrawn, or ip right lapsed, due to non-payment of renewal fee