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DE102005036703A1 - Mechanische-, elektrische Energie-, Wärme-, und Kälteerzeugung über Solarthermie oder Abwärme mit einem kombinierten Wärmepumpen- ORC- bzw. Absorptions- Wärme- Kälte- Dampfkraftprozess (AWKD-Prozess) - Google Patents

Mechanische-, elektrische Energie-, Wärme-, und Kälteerzeugung über Solarthermie oder Abwärme mit einem kombinierten Wärmepumpen- ORC- bzw. Absorptions- Wärme- Kälte- Dampfkraftprozess (AWKD-Prozess) Download PDF

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DE102005036703A1
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DE
Germany
Prior art keywords
heat
solar
orc
heating
heat pump
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Withdrawn
Application number
DE102005036703A
Other languages
English (en)
Inventor
Joerg Dryczynski
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Dryczynski Jorg Dipl-Ing
Original Assignee
Dryczynski Jorg Dipl-Ing
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Dryczynski Jorg Dipl-Ing filed Critical Dryczynski Jorg Dipl-Ing
Priority to DE102005036703A priority Critical patent/DE102005036703A1/de
Publication of DE102005036703A1 publication Critical patent/DE102005036703A1/de
Withdrawn legal-status Critical Current

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    • F25REFRIGERATION OR COOLING; COMBINED HEATING AND REFRIGERATION SYSTEMS; HEAT PUMP SYSTEMS; MANUFACTURE OR STORAGE OF ICE; LIQUEFACTION SOLIDIFICATION OF GASES
    • F25BREFRIGERATION MACHINES, PLANTS OR SYSTEMS; COMBINED HEATING AND REFRIGERATION SYSTEMS; HEAT PUMP SYSTEMS
    • F25B27/00Machines, plants or systems, using particular sources of energy
    • F25B27/002Machines, plants or systems, using particular sources of energy using solar energy
    • F25B27/007Machines, plants or systems, using particular sources of energy using solar energy in sorption type systems
    • FMECHANICAL ENGINEERING; LIGHTING; HEATING; WEAPONS; BLASTING
    • F24HEATING; RANGES; VENTILATING
    • F24SSOLAR HEAT COLLECTORS; SOLAR HEAT SYSTEMS
    • F24S90/00Solar heat systems not otherwise provided for
    • FMECHANICAL ENGINEERING; LIGHTING; HEATING; WEAPONS; BLASTING
    • F28HEAT EXCHANGE IN GENERAL
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    • F28D20/00Heat storage plants or apparatus in general; Regenerative heat-exchange apparatus not covered by groups F28D17/00 or F28D19/00
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Abstract

Die Erfindung beschreibt Energiekonzepte zur Bereitstellung von Warmwasser und Heizwärme, zur Kühlung/Klimatisierung und gleichzeitiger mechanischer Leistungs- bzw. Stromerzeugung mittels einer thermischen Solaranlage und/oder Abwärmenutzung für den stationären und mobilen Einsatz. DOLLAR A Das in den Solarkollektoren erwärmte Medium und/oder die Abwärme von z. B. Verbrennungsmotoren bzw. Brennstoffzellen kann die Wärme wahlweise direkt auf den Heizungsvorlauf, auf den/die Wärmespeicher, an den Verdampfer der Wärmepumpe, an den Verdampfer des ORC-Prozesses oder den Austreiber des Absorptions-Wärme-Kälte-Dampfkraftprozess übertragen. DOLLAR A Der Absorptions-Wärme-Kälte-Dampfkraftprozess (AWKD-Prozess) (Begriff und Anwendungen sind bisher noch nicht bekannt) ist ein erweiterter, jedoch grundlegender Absorptionswärmepumpen-Prozess, bei dem jedoch mechanische bzw. elektrische Energie und Kälte/Wärme auch gleichzeitig erzeugt werden können. DOLLAR A Daher wird dem AWKD-Prozess besondere Bedeutung beigemessen. DOLLAR A Optional kann der Wärmepumpen-ORC- bzw. AWKD-Prozess weiteren Wärmequellen wie z. B. Außenluft, Abluft, Grund- oder Brunnenwasser, sowie dem Erdreich Wärme bzw. Kälte (zur Verdampfung des Arbeits/Kältemittels) entziehen. DOLLAR A 50-80% des Jahreswärmebedarfs werden direkt über die thermische Solaranlage bereitgestellt. Der restliche Raumwärmebedarf wird weitgehend über die thermische Solaranlage vorgewärmt und mit einer Wärmepumpe auf das benötigte Temperaturniveau gebracht. Der hierfür ...

Description

  • Die Welt sieht sich im Zuge der Industrialisierung, steigender Wirtschaftsentwicklung und stark steigender Bevölkerungszahlen einem immer höheren Energiebedarf und Energieverbrauch gegenüber. In den Industrieländern ist Energie mittlerweile zu einem selbstverständlichen Gut geworden.
  • In 40 bis 50 Jahren dürften – dem derzeitigen Verbrauch zugrunde gelegt – die weltweit gewinnbaren Ölreserven erschöpft sein. Wie drastisch die Folgen einer auch nur gedrosselten Zufuhr von Rohöl für die Funktionsfähigkeit unserer Wirtschaft sein können, haben uns die Auswirkungen der Ölkriesen um die Jahre 1973 und 1979 gezeigt. Die Wirtschaftsleistung ging deutlich zurück, um Energie zu sparen wurden sogar Autobahnen gesperrt.
  • Es ist nicht möglich, die fossilen Energieträger von heute auf morgen zu ersetzen, dennoch gibt es Möglichkeiten, den Übergang zu einer nachhaltigen Zukunft der Energieversorgung zu schaffen. Interessante Technologien wie z.B. die GUD-Technik (Gas- und Dampf-Turbinen-Technik) und künftig hoffentlich auch die Nutzung von Solarwärme und Abwärme aus Verbrennungsmotoren und Brennstoffzellen für die Energieerzeugung mit einem ORC- bzw. AWKD-Prozess können einen Beitrag dazu leisten, da mit dieser Technik im Vergleich zu herkömmlichen Anlagen ein deutlich höherer Gesamtwirkungsgrad erreicht werden kann.
  • Das solare Strahlungsangebot der Sonne ist gewaltig.: Jährlich erreichen die Erde 3,7 × 1024 Joule. Das ist mehr als das 10.000fache des weltweiten Primärenergieverbrauchs. Die Sonne liefert in nur ca. 40 Minuten die gleiche Energie, die alle Erdenbewohner im Laufe eines Jahres verbrauchen.
  • Auch in Europa könnte der Bedarf an fossilen Energieträgern für Heizzwecke und zur Energieerzeugung durch die Nutzung von Sonnenenergie stark reduziert werden.
  • Die folgende Tabelle zeigt die gemittelten Werte (2001–2003) für die Globalstrahlung in Flensburg auf eine horizontale (Gh) und auf eine 45° geneigte (G45), nach Süden ausgerichtete Fläche.
    Figure 00010001
    • Tägliche Globalstrahlung in kWh/m2d für den Standort Flensburg (Monats- und Jahresmittelwerte)
    • Quelle: Fachhochschule Flensburg, Solarmeßstation, Dr. Hermann van Radecke
  • Solaranlagen, bei denen Spiegel, Linsen oder Parabolrinnensysteme eingesetzt werden (Hochtemperaturanlagen), können ausschließlich die direkte Strahlung verwenden. Sie müssen in der Regel der Sonne nachgeführt werden und kommen nur in sehr sonnenreichen Gebieten der Erde zur Anwendung.
  • Die den klimatischen Bedingungen Mitteleuropas besser angepassten Flach- oder Vakuumkollektoren arbeiten auf einem niedrigerem Temperaturniveau. Sie können allerdings sowohl direkte als auch diffuse Sonnenstrahlung in Wärme umwandeln.
  • Heute werden thermische Solaranlagen vorwiegend für die Warmwasserbereitung und bestenfalls zur Heizungsunterstützung genutzt.
  • Die erwünschten Temperaturen liegen bei 45–60°C. Die Temperaturen von Heizungsunterstützenden Systemen liegen meist deutlich höher (außer Niedertemperatur, Warmluftheizungen mit Wärmerückgewinnung oder Fußboden-Wandheizungen) und können – speziell im Winter – nicht allein von der Solaranlage erreicht werden. Eine Solaranlage kann also (bisher) immer nur einen gewissen Anteil der insgesamt benötigten Heiz- und Warmwasser-Energie decken.
  • Bisher war die bivalente Betriebsweise wirtschaftlich optimal. Unter Bivalenz versteht man dabei das Zusammenwirken verschiedener Heizsysteme, wie z.B. einer Solaranlage mit einer konventionellen Gas- oder Ölheizung. Diese Systeme sind inzwischen weit verbreitet, technisch ausgereift und arbeiten oft am Rande der Wirtschaftlichkeit.
  • Solare Raumheizung mit Wärmepumpe und Energierückgewinnung im Sommer
  • Die Nutzung der Solarenergie zum Zweck der Raumheizung mit einer Niedertemperaturheizung (möglichst Fußbodenheizung, Kapillarrohrmatten, großflächige Heizkörperflächen oder Warmluftheizung mit Wärmerückgewinnung) stellt andere Anforderungen an die Systemauslegung als bei der Warmwasserbereitung.
  • Bei dieser Konzeption wird die Solaranlage als primäre Energiequelle angesehen. Die Kollektorfläche beträgt mindestens ein viertel der zu beheizenden Wohnfläche und der/die Solarwärmespeicher erreicht/erreichen einige Kubikmeter Wasserinhalt. Mit thermochemischen Speichern oder Phasenwechselmaterialien (PCM-Technik) kann bei gleichem Volumen deutlich mehr Wärme gespeichert werden.
  • Eine weitgehende Deckung des Wärmebedarfs während der Wintermonate ist nur bei gut wärmegedämmten Häusern möglich.
  • Hinsichtlich der Auswahl eines geeigneten Heizungssystems in Verbindung mit einer thermischen Solaranlage sei erwähnt, dass eine Flachkollektoranlage im Durchschnitt Vorlauftemperaturen von 55°C liefert (Vakuumkollektoren deutlich mehr). Es wird somit deutlich, dass eine Niedertemperaturheizung wesentlich besser geeignet ist als eine konventionelle Radiatorheizung (Vorlauftemperatur 70–90°C).
  • Die Dimensionierung einer solaren Heizungsanlage muß unter Berücksichtigung aller im Einzelfall auftretenden Gebäude- und Nutzungsdaten durchgeführt werden. Besondere Bedeutung kommt dabei der Güte der Wärmedämmung und somit dem Wärmebedarf des Hauses zu. Eine Abschätzung liefern folgende Werte.:
    Kollektorfläche: 1,5–2,5 m2 pro 1.000 kWh Jahreswärmeverbrauch
    Inhalt des Brauchwasserspeichers: 1 m3 pro 10 m2 Kollektorfläche
    Inhalt eines Sorptions- oder PCM-Wärmespeichers: ca. 0,25 m3 pro 10 m2 Kollektorfläche
  • Eine Verdoppelung der Solarfläche erbringt nur etwa 10–20% mehr Wärmeertrag bei direkter Beheizung, über die Solaranlage, des Gebäudes. Unter Verwendung einer Wärmepumpe und eines großen Wärmespeichers ist dieser Betrag jedoch wesentlich höher.
  • Eine deutlich größere Solaranlage kann, wie weiter unten beschrieben einen erheblichen Anteil der Wärme- und Warmwasserversorgung übernehmen und dabei überschüssige Energie zurückspeisen.
  • Solange die eingestrahlte Sonnenenergie groß genug ist, versorgt die Solaranlage das Raumheizsystem und den Speicher mit Wärme. Überschüssige Solarenergie gelangt in den Solar-Wärmespeicher und steht an Tagen mit geringer Sonneneinstrahlung zur Verfügung.
  • (Bei gleichzeitiger Stromerzeugung wird die Kondensationswärme auf die Niedertemperatur-PCM -Speichermassen und/oder auf den Solespeicher übertragen).
  • Sobald eine zur Raumheizung und Warmwasserbereitung ausreichende Wärmemenge von den Kollektoren nicht mehr geliefert werden kann, nimmt die Wärmepumpe ihren Betrieb auf.
  • Die Wärmepumpe entzieht dem Solarkollektorkreislauf bei schwacher Einstrahlung Wärme und senkt somit die Kollektor-Arbeitstemperatur bis zu einem Wert von 5–10°C (je nach Außentemperatur) Hierdurch werden die Wärmeverluste normaler Kollektoren stark verringert und somit ein deutlich größerer Anteil der Einstrahlung nutzbar gemacht. Die Kollektortemperatur liegt in diesem Fall meist deutlich über der Außentemperatur, jedoch unterhalb der benötigten Vorlauftemperatur für den Heizungskreislauf. (Insbesondere bei konventionellen Heizungssystemen).
  • Die jahresdurchschnittliche Leistungszahl (Wirkungsgrad) der Wärmepumpe wird im Vergleich zu herkömmlich angewandter Technik wesentlich verbessert, wie die folgende Grafik zeigt.
  • Figure 00030001
    Leistungszahl in Abhängigkeit von der Temperatur der Wärmequelle (Verdampfertemperatur) bei 35°C (Kondensatortemperatur)
  • Anschließend kann die Wärmepumpe bei Bedarf ihre Heizenergie aus dem Puffer-, Sole-, Sorptions-, oder PCM-Speicher beziehen.
  • Reicht auch die hier gespeicherte Wärme nicht aus (z.B. dauerhafte Schneebedeckung der Solaranlage), dann wird die benötigte Wärmeenergie der Umgebung (z.B. Erdwärme, Grundwasser oder Außenluft) entzogen.
  • (Die für den Wärmeentzug des Erdreichs benötigten großen Flächen haben bisher die Hauptkosten für eine Wärmepumpenanlage ausgemacht. Bisher wurde fast ausschließlich diese oder bei „Platzmangel" noch teurere Erdsonden-Technik angewandt).
  • Mit der bis hier beschriebenen Technik und der Nutzung einer Wärmepumpe können im Vergleich zu konventioneller Technik (zusätzlicher Heizkessel) bereits erhebliche Energiemengen eingespart werden.
  • Das solare Energiekonzept
  • Bei einer kompletten Dacheindeckung mit möglichst großflächigen und preisgünstigen Solarmodulen (künftig auch Fertigsolarmodulen nach dem Baukastenprinzip) können entsprechend hohe solare Deckungsraten erzielt werden.
  • Bisher konnte die solare Überschusswärme während des „Sommerhalbjahres" nicht genutzt werden. Es musste im Gegenteil dafür gesorgt werden, dass die Solaranlage nicht überhitzt und dadurch möglichen Schaden nimmt. Eine Kühlung der Kollektoren ist allerdings bei „aufgeladenem" Speicher kaum noch möglich.
  • Nicht zuletzt wurden die bisher installierten Anlagen aus diesem und aus Kostengründen eher unter- als überdimensioniert und wurden vorwiegend nur zur Warmwasserbereitung genutzt.
  • Die solaren Energieüberschüsse lassen sich jedoch sinnvoll zur Energieerzeugung nutzen.
  • Solaranlagen erreichen im Sommer Stillstandstemperaturen von mehr als 200°C. Mit Hochtemperaturanlagen können Temperaturen von über 500°C erreicht werden.
  • Mit einem ORC-Prozess (Umkehrung der Wärmepumpe) bzw. AWKD-Prozess (Absorptions-Wärme-Kälte-Dampfkraftprozess) kann nun während der „ungenutzten" Sommerzeit die gleiche elektrische Energiemenge oder mehr zurückgewonnen werden, wie im Winter für den Betrieb der Wärmepumpe benötigt wird. Die thermische Solaranlage kann in Verbindung mit einer Wärmepumpe und einem ORC- bzw. AWKD-Prozess nicht nur Heizwärme und/oder Kälte sondern zusätzlich auch Strom bzw. mechanische Leistung erzeugen.
  • Technische Beschreibung:
  • Die Wärmepumpe:
  • Unter Wärmepumpen versteht man Maschinen, die Nutzwärme dadurch bereitstellen, dass sie Umgebungswärme über den Verdampfer bei einer tiefen Temperatur (z.B. aus der Umgebungsluft, dem Erdreich oder Grundwasser) aufnehmen und sie bei einer höheren Temperatur als Nutzwärme an den Kondensator wieder abgeben. Der Energieaufwand für diesen „Pumpprozess" ist bei kleinen Temperaturdifferenzen zwischen wärmeaufnehmender- und abgebender Seite deutlich geringer als die abgegebene Nutzwärme.
  • Desto geringer der Temperaturunterschied zwischen Wärmequelle (Verdampfer) und der Vorlauftemperatur (Kondensator) für die Heizungsanlage desto wirtschaftlicher arbeitet die Wärmepumpe.
  • Die Leistungszahl ε errechnet sich aus dem Verhältnis ε = Nutzleistung/aufgewandte Leistung
  • Gute Wärmepumpen erreichen bei einer Temperaturdifferenz von 25°C (10°C Verdampfungstemperatur, 35°C Kondensationstemperatur) eine Leistungszahl von durchschnittlich 5,2–5,6!
  • Der ORC-Prozess:
  • Der ORC-Prozess basiert auf dem Wasser-Dampf-Prozess ähnlichen Verfahren mit dem Unterschied, dass an Stelle von Wasser ein organisches Arbeitsmedium (Kohlenwasserstoffe wie z.B. Iso-Pentan, Iso-Oktan, Pentan, Perfluorpentan, Toluol, Silikonöl) oder ein Kältemittel wie es bei der Wärmepumpe verwendet wird.
  • Diese Arbeitsmedien besitzen günstigere Verdampfungseigenschaften bei tieferen Temperaturen und Drücken.
  • Die im Sommer und in den Übergangszeiten anfallende Überschusswärme aus der Solaranlage oder Abwärme oberhalb etwa 60°C wird über ein Wärmeträgermedium oder besser direkt (Direktverdampfung des Arbeitsmittels ohne zusätzlichen Wärmetauscher) an den ORC-Dampfpprozess übertragen und mechanische Energie erzeugt.
  • Organische Arbeitsmittel zeichnen sich gegenüber Wasser durch günstigere Verdampfungseigenschaften aus. Sie verdampfen und überhitzen bei niedrigeren Temperaturen und geringerer Wärmezufuhr. Der Dampfdruck ist gering, die Dampfmenge hingegen entsprechend groß!
  • Der Wärmepumpen-ORC-Prozess:
  • Bei dem Wärmepumpen-ORC-Prozess wird ein gemeinsames Kälte/Arbeitsmittel verwendet.
  • Eine modifizierte Wärmepumpe arbeitet bei ausreichender Wärmezufuhr als Antrieb für den Generator. Die Anlage arbeitet in einem großen Temperatur- und Druckbereich. Bei der Energieerzeugung erfolgt die Kondensation auf einem höheren Druckniveau als bei getrennten Prozessen.
  • Als gemeinsames Arbeitsmittel eignet sich z.B. das umweltfreundliche Kältemittel R 134 a. (einfache und preisgünstige Lösung, da nur ein Aggregat benötigt wird).
  • Der AWKD-Prozess:
  • Der nachfolgend beschriebene Prozess (Begriff und Anwendungen sind bisher noch nicht bekannt) stellt eine Abwandlung und Erweiterung des oben beschriebenen Prozesses dar, derart, dass auch solare Kühlung/Klimatisierung sowie die Anwendung weiterer Technologien, wie z.B. die Abwärmenutzung einer Brennstoffzelle möglich werden.
  • Der AWKD-Prozess (Absorptions-Wärme-Kälte-Dampfkraftprozess) ist ein erweiterter Absorptionswärmepumpen Prozess, bei dem jedoch mechanische bzw. elektrische Energie und Kälte/Wärme gleichzeitig erzeugt werden können.
  • Niedertemperaturwärme kann dem Absorber und/oder dem Kondensator entnommen werden. Kälte wird über den Verdampfer bereitgestellt.
  • Solarwärme und/oder Abwärme mit relativ hohem Temperaturniveau beheizt den Austreiber, so dass das Kältemittel (z.B. Ammoniak) aus der reichen Lösung (NH3/H2O) ausdampft.
  • Als Abwärme kommt z.B. Industrieabwärme, Fernwärme, Abwärme von Verbrennungsmotoren oder Brennstoffzellen mit einer Temperatur oberhalb ca. 60–70°C in Betracht.
  • Der in dem Austreiber erzeugte Dampf wird hierbei nicht wie bei einer Absorptionswärmepumpe über einen Kondensator und Expansionsventil sondern über eine Expansionsmaschine (12), (3) entspannt und somit zusätzlich mechanische Leistung bzw. elektrischer Strom erzeugt.
  • Der Dampf strömt anschließend in den Kondensator (23) und wird bei möglichst niedriger Temperatur verflüssigt. Der Kondensator gibt je nach Bedarf die Wärme an den Heizungskreislauf (Wärmebedarf), an die Umgebung (Kühlbedarf) oder an den Verdampfer (weder Kühl- noch Wärmebedarf) ab, wobei zahlreiche Zwischenschritte möglich sind.
  • Im Verdampfer entzieht das „Kältemittel" dem zu kühlenden Gut Wärme. Im Anschluss wird der „Kältemitteldampf" im Absorber von der ammoniakarmen Lösung unter Wärmeabgabe absorbiert.
  • Systemvarianten in Abhängigkeit unterschiedlicher Last- und Anwendungsfälle:
  • Wird wenig oder gar keine Kälte benötigt, kann der Kondensator über den anschließenden Verdampfungsprozess gekühlt werden.
  • Bedingt durch das günstige Wärmeübertragungsverhältnis bei der Verdampfung und Kondensation besteht hierdurch eine im Vergleich zum ORC-Prozess niedrigere untere Prozesstemperatur, was einen besseren Carnot-Wirkungsgrad bewirkt.
  • Bei geringem Niedertemperatur-Wärmebedarf und ausreichender Solarwärme (Frühjahr/Herbst) kann die benötigte Heizwärme über den Absorber und/oder dem Kondensator entnommen werden. Die Expansionsmaschine liefert bereits bei einer geringen Temperaturdifferenz (zwischen Austreiber und Kondensator) einen geringen Energiebetrag.
  • Bei hohem Wärmebedarf und geringer Solarwärme wird der Austreiber über einen Heizkessel, Fernwärme oder über die Abwärme eines Verbrennungsmotors bzw. einer Brennstoffzelle beheizt. Dem Verdampfer (45) wird hierbei die Solar- oder Umgebungswärme (z.B. Außenluft, Erdreich) zugeführt. Die benötigte Heizwärme wird dem Kondensator und dem Absorber entnommen.
  • Der Dampf wird über den Kondensator (23) auf dem benötigten Temperaturniveau ausgekoppelt. Dies ermöglicht eine gute Anpassung an einen variablen Wärmebedarf, wobei der mechanische Wirkungsgrad bei höherem Temperaturniveau sinkt.
  • Werden hohe Temperaturen benötigt (z.B. für Heißwasser) kann die Expansionsmaschine vorübergehend überbrückt werden (3, gestrichelt dargestellt).
  • Der Dampf gelangt somit wie bei einer konventionellen Absorptionswärmepumpe auf einem höheren Druck- und Temperaturniveau direkt in den Kondensator.
  • Bezogen auf den Primärenergieeinsatz kann z.B. unter Verwendung einer erdgasbetriebenen Brennstoffzelle, die gewöhnlich etwa 40–50% el. Energie und ca. 40–60% Abwärme erzeugt und bei zusätzlicher Nutzung der Solar- bzw. Umgebungswärme etwa 70–120% Niedertemperaturwärme und 45–55% el. Energie gewonnen werden.
  • Der Gesamtwirkungs- bzw. Nutzungsgrad steigt auf 130–160%.
  • Gleiches gilt auch für die Nutzung von Fernwärme auf Basis der Kraft-Wärme-Kopplung und für BHKW-Anlagen.
  • Bei gleichzeitigem Wärme und Kältebedarf (z.B. in der Lebensmittelindustrie) wird die benötigte Kälte dem Verdampfer entnommen (bis –60°C).
  • Ebenso ist auch ein Antrieb (elektrisch oder über einen Verbrennungsmotor) der Expansionsmaschine möglich, die jetzt als Wärmepumpe dient.
  • Hierbei wird der Prozess zwischen dem Absorber und dem Austreiber (51) überbrückt (3, gestrichelt dargestellt).
  • Der Ammoniakdampf darf hierbei nur sehr geringe Mengen Wasser enthalten.
  • Der Strom für den el. Antrieb kann von der Brennstoffzelle oder aus dem EVU-Netz geliefert werden.
  • Bei hohem Kälte- und/oder Strombedarf und hoher solarer Einstrahlung wird der Austreiber über die Solaranlage und zusätzlich über einen Heizkessel oder über die Abwärme eines Verbrennungsmotors bzw. einer Brennstoffzelle beheizt.
  • Die benötigte Kälte wird dem Verdampfer (45) entnommen. Die Kondensatorkühlung erfolgt über Außenluft, über das Erdreich, über Grund- oder Brunnenwasser.
  • Figure 00070001
  • Technik:
  • Außerhalb der Heizperiode sollte für die Kondensatorkühlung des ORC-Prozesses und für die Kondensator-Absorberkühlung des AWKD-Prozesses (bei Kühlungsbedarf) nach Möglichkeit Grundwasser oder ein großer, ins Erdreich eingebrachter Wasserspeicher (z.B. eine Regenwasserzisterne) genutzt werden, da bei maximaler Sonneneinstrahlung erhebliche Mengen an möglichst kalten Kühlwasser benötigt werden.
  • Bei Wärmebedarf und ausreichender Sonneneinstrahlung erfolgt die Kondensatorkühlung über den Heizungsrücklauf (auf möglichst niedrigem Temperaturniveau).
  • Hierdurch kann auch im Winter und in der Übergangszeit solarer Strom erzeugt werden.
  • Bei einer maximalen Sonneneinstrahlung von etwa 1.000 Watt/m2, einem Kollektorwirkungsgrad von etwa 50% bei einer Temperatur von 100–150°C und einem Prozesswirkungsgrad von etwa 7–12% fällt eine Kühl- bzw. Kondensationswärme von etwa 450 Watt/m2 Kollektorfläche an (Kondensatoreintrittstemperatur 10°C, Austrittstemperatur 20°C). Der Dampfprozess erzeugt dabei eine Leistung von ca. 35–70 W/m2.
  • In sonnenreichen Gegenden können mit Hochtemperaturanlagen deutlich höhere Leistungen erzielt werden (mit dem AWKD-Prozess auch deutlich höhere Kühlleistungen).
  • „Spitzenleistungen" können über einen Zwischenwärmespeicher reduziert werden, um eine konstante Energieerzeugung bei geringerer Leistung bereitzustellen und die Größe und Kosten der ORC-Dampfanlage zu minimieren. Außerdem kann ein Teil der Kondensationswärme über einen Rekuperator zurückgewonnen werden, indem das kondensierte Arbeitsmedium vorgewärmt wird. Der Re kuperator (Wärmetauscher) befindet sich vor dem Kondensator (ORC-Prozess). Im Anschluß ist eine weitere Vorerwärmung und evtl. Verdampfung über den Pufferspeicher möglich. Eine weitere Verdampfung und/oder Überhitzung des Arbeitsmittels erfolgt über die Solarkollektoren.
  • Ist die Nutzung von Grundwasser (über einen Brunnen) nicht möglich so kann die Kühlung auch über die Außenluft (günstige Lösung aber Wirkungsgradverlust aufgrund höherer Außentemperaturen) oder über eine überdimensionierte, ins Erdreich eingebrachte Regenwasserzisterne erfolgen, die sinnvollerweise auch für die Grundstücksbewässerung, Toilettenspülungen, Waschmaschinen und dergleichen genutzt wird (ca. 50% des Wasserbedarfs). Die Zisterne befindet sich im ständigen Austausch mit der Umgebungswärme des Erdreiches bei ca. 10°C (Sommer wie Winter) und sollte eine möglichst große Oberfläche zur Erdumgebung bei ausreichender Tiefe haben. Sie kann somit sowohl im Sommer als Kondensator für die Stromerzeugung dienen, als auch im Winter, bei nicht ausreichendem Solarwärmeertrag einen Beitrag zur Wärmeerzeugung leisten. Eine Vereisung muss vermieden werden.
  • Das eingesetzte Kälte- und ORC-Arbeitsmittel muß natürlich völlig umweltfreundlich und ungiftig sein, obwohl die Kreisläufe über ein Wärmeträgermedium voneinander getrennt sind. (außer bei direkter Erhitzung bzw. Kühlung).
  • Ein wesentlicher Schritt bei der Entwicklung dieser Technik ist die Zusammenwirkung einer elektrischen Wärmepumpe und eines ORC-Dampfprozesses unter der Nutzung gemeinsamer Technik. Unter Verwendung eines gemeinsamen Kältemittels dient die Wärmepumpe im Sommer als Antrieb für den Generator! (Wärmepumpen-ORC-Prozess)
  • Bei getrennten Prozessen kann z.B. der Elektromotor (Drehstrom-Asynchronmotor), der für den Antrieb des Verdichters dient auch als Generator für den ORC-Prozess genutzt werden.
  • Hierfür ist eine gemeinsame Welle, eine Kupplung und evtl. eine Übersetzung erforderlich.
  • Über eine Stern-Dreieck-Schaltung kann der Motor bzw. Stromgenerator in zwei Leistungsstufen betrieben werden.
  • Darüber hinaus kann die Drehzahl und die Leistung über eine Polumschaltung in zwei oder mehreren Stufen variiert werden (z.B. 1.500 und 3.000 U/min). Hierdurch ergeben sich Leistungsstufen von z.B. 1/1, 1/2, 1/3 und 1/6 der Nennleistung für Generator und Motor.
  • Für den ORC-, dem Wärmepumpen ORC- und dem AWKD-Dampfprozess kann vorerst eine modifizierte oder umgerüstete Kolben- oder Schraubenverdichterwärmepumpe dienen (Weiterentwicklung und Verbesserung).
  • Erst bei einer Leistung oberhalb von etwa 200 kW kommen Turbinen zum Einsatz.
  • Mess-Steuer- und Regelungstechnik ist für einen optimalen, wirtschaftlichen und sparsamen Betrieb unumgänglich (Energie Management System).
  • Bei dem AWKD-Prozess sollten das Drosselventil und die Pump zwischen Absorber und Austreiber) in einer Einheit zusammengefasst werden, damit der Überdruck einen Teil der benötigten Pumpleistung kompensieren kann. Gleichzeitig wird über einen Lösungswärmeübertrager Gegenstromwärmetauscher) die Effizienz der Anlage deutlich verbessert.
  • Die zukünftigen Entwicklungsziele sollten sich auf eine weitere Verbesserung des erreichbaren Wirkungsgrades und die Weiterentwicklung von umweltfreundlichen organischen Arbeitsmitteln und Zwei- bzw. Mehrstoffgemischen für geringe Temperaturbereiche fokussieren.
  • Bei direkter Erwärmung des Arbeitsmittels über die Solarkollektoren oder über Abwärme erreicht der Dampfprozess einen höherer Wirkungsgrad, da die Wärmeverluste des Wärmetauschers entfallen. Wird die Solarflüssigkeit durch das Arbeits- oder Kältemittel ersetzt (z.B. Perfluorpentan oder R 134 a), so muß die gesamte Anlage allerdings einen hohen Druck standhalten, der jedoch schon heute von vielen Herstellern garantiert wird. Das Arbeitsmittel siedet ab –30°C und kann somit bereits bei geringen Temperaturen und geringem Dampfdruck einen Beitrag zur Stromerzeugung leisten.
  • Abwärmenutzung Von Verbrennungsmotoren und Brennstoffzellellen im stationären und mobilen Bereich:
  • Bei der Umwandlung thermischer in mechanische Energie ist der Wirkungsgrad durch die Thermodynamik auf Maximalwerte begrenzt, die durch die absoluten Temperaturen der Verbrennung und des Abgases, sowie des Kühlmittels gegeben sind (2. Hauptsatz der Thermodynamik).
  • Begrenzungen dieser Temperaturen durch die vorhandenen Materialien und das Temperaturniveau der Umgebung schränken diesen Wirkungsgrad auf etwa 35–45% ein.
  • Die Abwärme wird nur in seltenen Fällen vollständig genutzt.
  • Die Betrachtung der Energiebilanz moderner Motoren und Brennstoffzellen ermöglicht die quantitative Abschätzung der Energieeinsparung bzw. der Leistungssteigerung und CO2-Reduzierung unter Nutzung der Abwärme mit dem AWKD- oder ORC-Prozess.
  • Motorabgase erreichen Temperaturen von etwa 600°C, Brenntoffzellen 80–1000°C.
  • Kälte- und Klimaanlagen in Fahrzeugen und Schiffen werden gewöhnlich mechanisch (Kompressionskälteanlagen) angetrieben und benötigen somit zusätzliche Antriebsenergie.
  • Auch hier kann unter der Nutzung des ORC bzw. AWKD-Prozesses zusätzliche Antriebs- bzw. mechanische oder elektrische Energie und Kühlleistung erzeugt werden.
  • Im mobilen Bereich (z.B. Schiffe, LKWs, Busse, Schienenfahrzeuge) geht es insbesondere um eine Leistungssteigerung bei gleichzeitiger Möglichkeit der Kühlung, Klimatisierung und Energieeinsparung.
  • Je nach benötigter Kälteleistung ist auch eine Kombination aus AWKD- und ORC-Prozess möglich, da mit dem ORC-Prozess höhere obere Prozesstemperaturen erreicht werden können.
  • Die Kondensator und/oder Absorberkühlung erfolgt über Seewasser oder über die Außenluft bzw. über den Fahrtwind.
  • Unter Nutzung der AWKD-Technik kann auch hier der Kondensator über den anschließenden Verdampfungsvorgang gekühlt werden (abhängig von der benötigten Kühlleistung).
  • Um den Luftwiderstand gering zu halten können Teile der Karosserie zu Kühlzwecken genutzt werden, die von der Kühlflüssigkeit oder direkt von dem Arbeitsmittel durchströmt werden.
  • Eine thermische Solaranlage kann auch hier einen weiteren Beitrag zur Energie- und Kälteerzeugung leisten (z.B. bei längeren Stillstand- bzw. Liegezeiten).
  • Über den ORC- bzw. AWKD-Prozess ist eine mechanische Leistungssteigerung von 10–30% möglich.
  • Die Abwärme von Brennstoffzellen sowie die Kühl- und Abgaswärme von Verbrennungsmotoren kann über einen Thermoölkreislauf auf den AWKD- bzw. an den ORC-Prozess übertragen werden. Thermoöl wird als Wärmeträger verwendet, da mit diesem Medium möglichst hohe Temperaturen übertragen werden können (ca. 300°C).
  • Synthetische Thermoöle erlauben Temperaturen bis etwa 400°C.
  • Unter Einsatz dieses Wärmeträgermediums ließen sich Wirkungsgrade von max. ca. 24% (mit Wärmeauskopplung bei ca. 80°C) bzw. bis ca. 30% (ohne Wärmeauskopplung) erreichen.
  • Noch effektiver und Materialsparender ist eine direkte Motor- bzw. Brennstoffzellenkühlung über das Arbeitsmedium, wobei das gesamte System je nach eingesetztem Arbeitsmedium unter hohem Druck stehen kann.
  • Bei der Abwärmenutzung von Verbrennungskraftmaschinen können unterschiedliche Temperaturniveaus aus den Kühlern von Ladeluft, Schmieröl, Zylinderkühlwasser, evtl. Kondensationswärme und dem Abgaswärmetauscher genutzt werden.
  • Verbesserungsmöglichkeiten:
  • Die Brennstoffzellentechnik befindet sich noch in der Entwicklung. Erdgasbetriebene Hochtemperaturbrennstoffzellen erreichen Betriebstemperaturen von 600 bis 1.000°C. Bei der Forschung und Entwicklung sollte die Abwärmenutzung für den AWKD- oder ORC-Prozess mit berücksichtigt werden, um beide Techniken optimal miteinander zu kombinieren. Gleiches gilt auch für Verbrennungsmotoren! Die Abwärme für die Motor-Zylinderkühlung sollte einen möglichst geringen Anteil an der Gesamtabwärme haben (Dieselmotor). Die Abgase können bis zur Kondensation genutzt werden (zu Heizzwecken).
  • Über einen Regenerator (auch als Rekuperator bezeichnet), der sich vor dem Kondensator befindet, kann ein Teil der Kondensationswärme für den Arbeitsprozess zurückgewonnen werden.
  • Für kleinere Leistungsbereiche kommen aus Kostengründen Kolben bzw. Schraubenantriebe zum Einsatz. Im mobilen Bereich gibt es Probleme mit der Anlagengröße und Gewicht. Das Arbeitsmittel sollte nach Möglichkeit anstelle von Kühlwasser direkt für die Motor- bzw. Brennstoffzellenkühlung genutzt werden, um Übertragungsverluste, Kosten und Gewicht zu sparen. Anschließend kann das Arbeitsmedium über einen Abgaswärmetauscher verdampft und/oder überhitzt werden.
  • Sinnvoll ist hier die Nutzung eines gemeinsamen Motorblocks mit integrierter Möglichkeit der Dampfnutzung.
  • Unter Verwendung verfügbarer Techniken lassen sich auch heute schon einzelne Projekte ab einer Größe von ca. 300 kW rasch realisieren.
  • Solartechnik:
  • Zur Erzielung eines möglichst hohen Solarwärmeertrages während der Wintermonate müssen die Kollektoren je nach Art des Gesamtsystems, ca. 35–70° gegen die Horizontale geneigt sein. Die architektonische Integration solch stark geneigter Kollektorflächen ist insbesondere bei Mehrfamilienhäusern und Pultdächern schwierig.
  • Ein Teil der Gesamtfläche sollte daher einen optimalen Neigungswinkel zur Sonne aufweisen. Hochleistungs-Vakuumkollektoren können z.B. an der Fassade angebracht werden.
  • Noch besser wäre eine schwenkbare Konstruktion [im Winter ca. 60°–80° Neigungswinkel, im Sommer 20–30° Neigungswinkel (z.B. überdachte Terrasse)]. Die vorgewärmte Solarflüssigkeit wird über diese „optimal ausgerichtete" Fläche weiter erwärmt und kann somit besser genutzt werden. Für die Vorerwärmung können auch mit der Solarflüssigkeit oder über das Arbeitsmittel gekühlte Photovoltaikelemente zum Einsatz kommen. (Reihenschaltung, Nacherwärmung über thermische Solaranlage).
  • Die Photovoltaikelemente können somit ebenfalls in die Dach- oder Fassadenkonstruktion integriert werden und müssen nicht aufwendig hinterlüftet werden.
  • Auch bei der Photovoltaik wird ein Großteil der Sonneneinstrahlung in Wärme umgesetzt. Diese Wärme muß abgeführt werden.
  • Aufgrund der Kühlung kann bei starker Sonneneinstrahlung aber auch schon während der Heizperiode ein deutlich besserer el. Wirkungsgrad der Photovoltaikelemente erreicht werden (der el. Wirkungsgrad sinkt pro °K Temperaturerhöhung um etwa 0,4–0,5%).
  • Außerdem kann eine Überhitzung vermieden und die Lebensdauer hierdurch erhöht werden.
  • Wärme-Kälte-Speichertechniken:
  • Als Wärmespeicher dienen Warmwasserpufferspeicher, Sorptions- oder PCM-Speicher, ausgelegt für eine Schlechtwetter-Überbrückungszeit von 4–10 Tagen (je nach Außentemperatur).
  • Die Restwärme kann anschließend auf einen Sole- oder Wasserspeicher übertragen werden.
  • Die Raumwärme und ggf. Kälteabgabe erfolgt über eine Fußbodenheizung oder einem Warm/Kaltluftsystem mit Wärme/Kälterückgewinnung. Ebenso können Kapillarrohrmatten im Estrich und teilweise im Wandputz verlegt werden.
  • Dem Estrich und Wandputz werden neuartige Phasenwechselmaterialien (PCM-Technik) beigemischt, um eine höhere Wärmespeicherung (bei gleichbleibender Temperatur!) bei einem deutlich angenehmeren Raumklima zu erreichen.
  • Der Vorteil von Kapillarrohrmatten liegt gegenüber konventioneller Systeme bei einer gleichmäßigeren Wärmeverteilung und einer deutlich geringeren Spreizung von Vor- und Rücklauftemperatur von etwa 4–5°C.
  • Hierbei sind Vorlauftemperaturen von nur 25–30°C realisierbar (Direktbeheizung über die Solar-Anlage bzw. über die Kondensationswärme bei gleichzeitiger Stromerzeugung).
  • Die Wärme- bzw. Kälteleistung beträgt bei 10°C Temperaturdifferenz bereits etwa 80–90 W/m2.
  • Nachdem der Wärmeenergiefluss die Niedertemperaturheizung durchströmt hat, kann dieser in einen Sole- oder Wasserspeicher (z.B. Regenwasserzisterne) gelangen und dort (insbesondere während der Heizperiode) auch Wärme unterhalb der Raumtemperatur und oberhalb der Erdreich- bzw. Umgebungstemperatur abgeben.
  • Diese Wärme kann später bei Bedarf über den Verdampfer der Wärmepumpe bzw. des AWKD-Prozesses genutzt werden.
  • Außerdem kann der Speicher zur Kühlung des Kondensators und Absorbers dienen.
  • Eine Kühlung der Gebäude kann direkt über das Kühlwasser (mittels Wärmetauscher) oder über den Verdampfer des AWKD-Prozesses und lediglich durch die Umwälzpumpe erfolgen. Hier ist ebenfalls nur eine geringe Temperaturspreizung erforderlich (Vermeidung von Luftkondensation). Der Energieaufwand für die Kühlung beschränkt sich hierbei auf die Pumpleistung und beträgt ca. 2–4% einer konventionellen Kühlung/Klimatisierung.

Claims (9)

  1. Thermische Solaranlage mit einer Wärmepumpe, einem ORC-Dampfprozess oder einem kombinierten Wärmepumpen-ORC-Prozess, bestehend aus einem oder mehreren Solarkollektoren, sowie einem oder mehreren Wärmespeichern, dadurch gekennzeichnet, dass das von den Solarkollektoren erwärmte Medium über je einen Wärmetauscher auf den ORC-Dampfprozess, die Wärmepumpe, dem Wärmepumpen-ORC-Prozess, dem/die Wärmespeicher oder direkt an den Vorlauf der Heizungsanlage übertragen wird. Der ORC-Dampfprozess erfolgt über eine Expansionsmaschine, z.B. einem Kolben- oder Schraubenmotor. Der elektrische Antrieb für die Wärmepumpe (Gleichstrom-Wechselstrom bzw. Drehstrommotor) dient als Generator für den ORC-Prozess. Die Kondensation des Arbeitsmittels erfolgt über einen Wärmetauscher im Kondensator bzw. Verflüssiger. Das Kühlmittel wird über Außenluft, Erdwärme, Brunnen- oder Grundwasser gekühlt. Das Kühlmittel dient bei nicht ausreichender Speichertemperatur als Wärmequelle für die Wärmepumpe. Das Kühlmittel kann im Sommer auch zur Kühlung des Gebäudes genutzt werden, indem der Heizungskreislauf über einen Wärmetauscher gekühlt wird.
  2. Thermische Solaranlage mit einer Wärmepumpe und einem ORC-Dampfprozess wie unter 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Arbeitsmittel für den ORC-Prozess direkt über die Solarkollektoren verdampft wird. Das Arbeitsmittel wird bei Wärmebedarf über je einen Wärmetauscher auf die Wärmepumpe, den bzw. die Wärmespeicher und/oder an den Heizungsvorlauf übertragen.
  3. Thermische Solaranlage mit einer Wärmepumpe und einem ORC-Dampfprozess wie unter 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Arbeitsmedium über einen Rekuperator, der sich zwischen der Expansionsmaschine und vor dem Kondensator befindet, vorerwärmt wird. Anschließend kann das Arbeitsmittel über den Wärmespeicher weiter erwärmt bzw. verdampft werden, bevor das Arbeitsmittel über den Kollektorkreislauf verdampft und überhitzt wird.
  4. Thermische Solaranlage mit einer Wärmepumpe und einem ORC-Dampfprozess wie unter 1, 2 oder 3 dadurch gekennzeichnet, dass die Wärmepumpe über einen Verbrennungsmotor oder über den erzeugten Strom einer Brennstoffzelle angetrieben wird. Die Abgas- und Kühlmittelwärme bzw. die Abwärme der Brennstoffzelle bzw. des Verbrennungsmotors wird ebenfalls zu Heizzwecken oder zur Dampferzeugung genutzt. Bei der Dampferzeugung erfolgt die Wärmezufuhr von der Solaranlage bzw. über Abwärme auf den Verdampfer.
  5. Thermische Solaranlage und AWKD-Prozess (Absorptions-Wärme-Kälte-Dampfkraftprozess), bestehend aus einem oder mehreren Solarkollektoren, sowie einem oder mehreren Wärmespeichern, dadurch gekennzeichnet, dass das von den Solarkollektoren oder dem Parabolrinnensystem erwärmte Medium über je einen Wärmetauscher auf den AWKD-Prozess, dem/die Wärmespeicher oder direkt an den Vorlauf der Heizungsanlage übertragen wird. Der Dampfprozess erfolgt über eine Expansionsmaschine, einem Kolben- oder Schraubenmotor. Die Kondensation des Arbeitsmittels erfolgt über einen Wärmetauscher im Kondensator bzw. Verflüssiger. Das Kühlmittel (der Kondensator) wird über Außenluft, Erdwärme, Brunnen-, Grundwasser oder über die Verdampfungskälte gekühlt. Das Kühlmittel dient bei nicht ausreichender Speichertemperatur als Wärmequelle für den Verdampfer. Das Kühlmittel kann im Sommer auch zur Kühlung des Gebäudes genutzt werden, indem der Heizungskreislauf über einen Wärmetauscher gekühlt wird.
  6. Thermische Solaranlage und AWKD-Prozess wie unter 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Austreiber über Abwärme z.B. eines Verbrennungsmotors, Industrieabwärme, Fernwärme, eines Heizkessels oder einer Brennstoffzelle beheizt wird. Die Wärmezufuhr von der Solar-anlage bzw. Umgebung erfolgt bei Wärmebedarf auf den Verdampfer. Bei Kältebedarf wird die Solarwärme und/oder die Abwärme auf den Austreiber übertragen. Die benötigte Kälte wird dem Verdampfer entnommen.
  7. Thermische Solaranlage und AWKD-Prozess wie unter 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Expansionsmaschine elektrisch oder über einen Verbrennungsmotor bzw. über den erzeugten Strom einer Brennstoffzelle angetrieben wird und als Verdichter bzw. Wärmepumpe arbeitet (bei Heizwärmebedarf). Die Anlage wird zwischen Punkt 1 und 5 (3) überbrückt und arbeitet wie eine konventionelle Wärmepumpe (1). Die Solar- oder Umgebungswärme wird dem Verdampfer zugeführt. Die Motor- bzw. Brennstoffzellen-Abwärme wird ebenfalls zu Heizzwecken genutzt.
  8. Technik wie unter 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass zusätzlich oder an Stelle der thermischen Solaranlage flüssigkeits- oder über das Arbeitsmedium gekühlte Fotovoltaikelemente zum Einsatz kommen.
  9. Abwärmenutzung von Verbrennungsmotoren und Brennstoffzellen mit einem zusätzlichen AWKD- oder ORC-Prozess im stationären und mobilen Bereich. Je nach benötigter Kälteleistung ist auch eine Kombination aus AWKD- und ORC-Prozess möglich, da mit dem ORC-Prozess höhere obere Prozesstemperaturen erreicht werden können. Der Arbeitsmitteldampf treibt einen zusätzlichen Kolben- oder Schraubenmotor bzw. eine Turbine an. Die Kondensator und/oder Absorberkühlung erfolgt über Seewasser oder über die Außenluft bzw. über den Fahrtwind. Unter Nutzung der AWKD-Technik kann der Kondensator über den anschließenden Verdampfungsvorgang gekühlt werden (abhängig von der benötigten Kühlleistung).
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