[go: up one dir, main page]

DE102005028153B4 - Verfahren zur Steuerung einer Lenkeinrichtung - Google Patents

Verfahren zur Steuerung einer Lenkeinrichtung Download PDF

Info

Publication number
DE102005028153B4
DE102005028153B4 DE200510028153 DE102005028153A DE102005028153B4 DE 102005028153 B4 DE102005028153 B4 DE 102005028153B4 DE 200510028153 DE200510028153 DE 200510028153 DE 102005028153 A DE102005028153 A DE 102005028153A DE 102005028153 B4 DE102005028153 B4 DE 102005028153B4
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
speed signal
requested
modified
steering
angle
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Expired - Fee Related
Application number
DE200510028153
Other languages
English (en)
Other versions
DE102005028153A1 (de
Inventor
Jitendra Shah
Lodewijk Wijffels
Otto Hofmann
Kristof Polmans
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Ford Global Technologies LLC
Original Assignee
Ford Global Technologies LLC
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Ford Global Technologies LLC filed Critical Ford Global Technologies LLC
Priority to DE200510028153 priority Critical patent/DE102005028153B4/de
Publication of DE102005028153A1 publication Critical patent/DE102005028153A1/de
Application granted granted Critical
Publication of DE102005028153B4 publication Critical patent/DE102005028153B4/de
Anticipated expiration legal-status Critical
Expired - Fee Related legal-status Critical Current

Links

Images

Classifications

    • BPERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
    • B62LAND VEHICLES FOR TRAVELLING OTHERWISE THAN ON RAILS
    • B62DMOTOR VEHICLES; TRAILERS
    • B62D6/00Arrangements for automatically controlling steering depending on driving conditions sensed and responded to, e.g. control circuits
    • B62D6/001Arrangements for automatically controlling steering depending on driving conditions sensed and responded to, e.g. control circuits the torque NOT being among the input parameters

Landscapes

  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Combustion & Propulsion (AREA)
  • Transportation (AREA)
  • Mechanical Engineering (AREA)
  • Steering Control In Accordance With Driving Conditions (AREA)

Abstract

Verfahren zur Steuerung einer Lenkeinrichtung eines Fahrzeugs, bei dem aus einer Lenkgeschwindigkeit eines Fahrers ein angefordertes Geschwindigkeitssignal (1) für ein Steuermittel abgeleitet und in Abhängigkeit von dem angeforderten Geschwindigkeitssignal (1) ein modifiziertes Geschwindigkeitssignal (9) abgeleitet und an das Steuermittel ausgegeben wird, dadurch gekennzeichnet, daß das modifizierte Geschwindigkeitssignal (9) überproportional erhöht wird, wenn das angeforderte Geschwindigkeitssignal (1) einen Vergleichswert (10) übersteigt.

Description

  • Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Steuern einer Lenkeinrichtung nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1. Aktive Lenksysteme werden auch als „Steer-by-Wire-Systeme“ bezeichnet. Obwohl die Erfindung im Folgenden mit Bezug auf den Einsatz an aktiven Steuersystemen beschrieben wird, ist die Erfindung nicht auf die Verwendung an aktiven Systemen beschränkt, sondern kann auch an semiaktiven oder bei der Verwendung von Lenkhilfesystemen eingesetzt werden.
  • Die DE 197 13 576 A1 beschreibt ein Verfahren zur Steuerung einer Lenkeinrichtung eines Fahrzeugs, bei dem eine Lenkradwinkelgeschwindigkeit mit einer Motorwinkelgeschwindigkeit überlagert wird, um eine Radwinkelgeschwindigkeit zu erhalten.
  • Bei den bekannten aktiven Lenksystemen werden die Lenksignale des Fahrers in der Regel sensorisch erfaßt und auf ein Lenksteuerungsmittel, wie z.B. elektrische oder hydraulische Lenksteuermittel, übertragen. Dabei können Geschwindigkeitsgrenzwerte der Lenksteuermittel berücksichtigt werden, um eine Überlastung der jeweiligen Mittel zu verhindern. Das führt dazu, daß bei Anforderung einer höheren Lenkgeschwindigkeit als mit dem jeweiligen Lenksteuermittel möglich ist, das System nicht so schnell reagieren kann, wie gewünscht. Es entsteht ein Nacheilwinkel gegenüber dem angeforderten Lenkwinkel. Ein solcher Winkelfehler kann zu Irritationen und zu einem schlechten Lenkgefühl des Fahrers führen.
  • Dieser Nachteil beim Stand der Technik kann durch den Einsatz stärkerer oder schnellerer Lenksteuermittel behoben werden, die für alle möglichen Fahrsituationen genügend Geschwindigkeits- oder Kraftreserven aufweisen, um in allen denkbaren Situationen entsprechend schnell reagieren zu können.
  • Nachteilig daran ist aber, daß solche Systeme i.a. viel Energie zum Betrieb benötigen und großbauend, schwer und teuer werden, was die Kosten für das Kraftfahrzeug insgesamt deutlich erhöht. Außerdem kann auch bei großzügig dimensionierten Systemen ein Belastungszustand außerhalb der Auslegungsgrenzen nicht mit Sicherheit ausgeschlossen werden.
  • Es ist deshalb die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Verfahren zur Steuerung einer Lenkeinrichtung zur Verfügung zu stellen, bei dem ein dauerhafter Winkelfehler vermieden wird, auch wenn das jeweilige Lenksteuermittel an seine Grenzen gerät oder diese sogar überschritten werden.
  • Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung wird gelöst durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 1. Bevorzugte Weiterbildungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.
  • Bei dem beanspruchten Verfahren zur Steuerung einer Lenkeinrichtung eines Fahrzeugs wird aus einer Lenkgeschwindigkeit eines Fahrers ein angefordertes Geschwindigkeitssignal für ein Steuermittel abgeleitet. In Abhängigkeit von dem angeforderten Geschwindigkeitssignal wird ein modifiziertes Geschwindigkeitssignal abgeleitet und an das Steuermittel ausgegeben, wobei das modifizierte Geschwindigkeitssignal überproportional vergrößert wird, wenn das angeforderte Geschwindigkeitssignal einen Vergleichswert übersteigt.
  • Die Erfindung hat unter anderem den Vorteil, daß eine schnelle Reaktion erfolgen kann, bevor ein Winkelfehler bzw. ein Nacheilwinkel entstanden ist. Überschreitet das angeforderte Geschwindigkeitssignal ein bestimmtes Maß wird direkt mit einem hohen modifizierten Geschwindigkeitssignal reagiert, so daß bei einem anschließenden stark erhöhten Geschwindigkeitsbedarf, der über die Kapazität des Steuermittels hinausgeht, schon im vorhinein ein Voreilwinkel aufgebaut wird, der dann z.B. bei anhaltendem Übersteigen der Kapazität wieder abgebaut wird. Die Häufigkeit und Intensität von Winkelfehlern werden so in starkem Maße reduziert.
  • In einer bevorzugten Weiterbildung der Erfindung wird bei Erhöhung des angeforderten Geschwindigkeitssignals das modifizierte Geschwindigkeitssignal proportional zu dem angeforderten Geschwindigkeitssignal erhöht, sofern das angeforderte Geschwindigkeitssignal kleiner als der Vergleichswert ist. Diese Weiterbildung ist sehr vorteilhaft, da sie insbesondere den Vorabausgleich auf Fälle begrenzt, in denen Geschwindigkeitssignale oberhalb des Vergleichswerts angefordert werden, während im Bereich geringerer Lenkgeschwindigkeiten die modifizierten Geschwindigkeitssignale sich in proportionaler Weise aus den angeforderten Geschwindigkeitssignalen ergeben.
  • In einfachen Ausgestaltungen entspricht das modifizierte Geschwindigkeitssignal dem angeforderten Geschwindigkeitssignal, sofern das angeforderte Geschwindigkeitssignal unterhalb des Vergleichswerts liegt. Weiterhin kann der Vergleich auch direkt mit der Lenkgeschwindigkeit des Fahrers erfolgen, so daß ein proportionaler Zusammenhang zwischen Lenkgeschwindigkeit des Fahrers und modifiziertem Geschwindigkeitssignal vorliegt.
  • Vorzugsweise wird das modifizierte Geschwindigkeitssignal in einem Bereich eingestellt und ausgegeben, der von Grenzwerten umgeben ist, wobei in einfachen Fällen der obere und der untere Grenzwert vom Betrag her gleich sind.
  • In bevorzugten Weiterbildungen wird bei Erhöhung der angeforderten Geschwindigkeitssignals und bei Überschreiten des Vergleichswerts der Grenzwert als modifiziertes Geschwindigkeitssignal bestimmt und ausgegeben. Diese Vorgehensweise erfolgt also insbesondere dann, wenn die Lenkgeschwindigkeit des Fahrers zunimmt (nach rechts oder nach links) und wenn gleichzeitig das sich ergebende angeforderte Geschwindigkeitssignal zunimmt, bis es den Grenzwert übersteigt. Dann erfolgt eine Begrenzung des Signals auf die Höhe des Grenzwerts bzw. der Grenzwerte.
  • Es ist auch möglich, daß mehrere abgestufte Vergleichswerte definiert werden, bei deren betragsmäßigem Überschreiten eine entsprechend vergleichbare Reaktion ausgelöst wird. In Standardfällen ist das modifizierte Geschwindigkeitssignal ein konstantes Signal, welches z. B. gleich dem Grenzwert ist. Möglich ist aber auch eine abgestufte Reaktion, bei der zunächst ein gewisser Prozentsatz des Grenzwerts als modifiziertes Geschwindigkeitssignal ausgegeben wird.
  • Vorteilhafterweise wird in einer Weiterbildung aus einer Differenz zwischen angefordertem und modifiziertem Geschwindigkeitssignal über der Zeit eine Winkeldifferenz abgeleitet. Die Signale können über der Zeit integriert oder zeitscheibchenweise addiert werden. Die sich gegebenenfalls ergebende Winkeldifferenz ist größer Null bei einem Vorauseilwinkel und kleiner Null bei einem Nacheilwinkel. Anhand der Winkeldifferenz steht dem Steuersystem immer die Information zur Verfügung, ob ein Voraus- oder Nacheilwinkel vorliegt.
  • In bevorzugten Weiterbildungen wird die Winkeldifferenz zur Steuerung verwendet, indem der Grenzwert als modifiziertes Geschwindigkeitssignal ausgegeben wird, wenn das angeforderte Geschwindigkeitssignal unter den Grenzwert sinkt und ein Nacheilwinkel vorliegt.
  • Umgekehrt kann auch bei einem unter den Grenzwert sinkenden angeforderten Geschwindigkeitssignal ein modifiziertes Geschwindigkeitssignal ausgegeben werden, das überproportional kleiner ist, sofern ein Vorauseilwinkel vorliegt. Das kann z. B. dann der Fall sein, wenn der Fahrer die Lenkgeschwindigkeit von einem hohen Niveau aus reduziert und das angeforderte Geschwindigkeitssignal wieder unter den Grenzwert fällt. Liegt zu diesem Zeitpunkt dann ein Vorauseilwinkel vor, so kann das modifizierte Geschwindigkeitssignal stärker als das angeforderte Geschwindigkeitssignal reduziert werden, um die vorliegende Winkeldifferenz zu verkleinern.
  • In Weiterbildungen ist es z.B. möglich, daß bei Unterschreiten des Grenz- und/oder des Vergleichswerts das modifizierte Geschwindigkeitssignal auf Null reduziert wird, bis der Vorauseilwinkel abgebaut ist.
  • In einfachen Ausgestaltungen ist der Vergleichswert eine vorbestimmte Größe, die einmal festgelegt wird. Ebenso kann der Vergleichswert auch wiederholt in regel- oder unregelmäßigen Abständen festgelegt werden.
  • In bevorzugten Weiterbildungen wird der Vergleichswert dynamisch ermittelt. Dabei ist es möglich, daß der Vergleichswert von der aktuellen Fahrzeugsituation abhängt. Beispielsweise kann der Vergleichswert von der Fahrgeschwindigkeit abhängen.
  • In vorteilhaften Ausgestaltungen kann auch der Vergleichswert oder es können die Vergleichswerte von dem Grenzwert oder von den Grenzwerten abhängen, um eine flexible Steuerung zu ermöglichen.
  • Weitere Eigenschaften und Vorteile der vorliegenden Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung eines Ausführungsbeispiels unter Bezugnahme auf die beiliegenden Zeichnungen.
  • Es zeigen
  • 1 ein schematisches Blockdiagramm, bei dem die grundsätzliche Verfahrensweise dargestellt ist,
  • 2 die angeforderten und die modifizierten Winkelgeschwindigkeitssignale an einem ersten Beispiel,
  • 3 an einem zweiten Beispiel die Verläufe der angeforderten und modifizierten Winkelgeschwindigkeiten, und
  • 4 den effektiven und modifizierten Lenkradsteuerwinkel des Beispiels aus 3.
  • In 1 ist in schematischer Form ein Blockdiagramm dargestellt, aus dem der grundsätzliche Verfahrensablauf des erfindungsgemäßen Verfahrens ersichtlich ist.
  • Die Lenkradbewegung des Fahrers wird über einen Winkelsensor erfaßt und die angeforderte Winkelgeschwindigkeit abgeleitet und in Form eines angeforderten Geschwindigkeitssignals 1 in das Steuersystem eingebracht.
  • Zur Steuerung sind grundsätzlich wenigstens vier Steuereinheiten 3, 5, 6, und 8 vorhanden.
  • Die Steuereinheit 3 erhält von der Auswerteeinheit 2 das Ergebnis, ob die angeforderte Winkelgeschwindigkeit einen vorbestimmten Vergleichswert 10 übersteigt. Wenn die angeforderte Winkelgeschwindigkeit den Vergleichswert 10 übersteigt, wie es z.B. beim Einparken von Kraftfahrzeugen oft der Fall ist, dann wird von der Steuereinheit 3 ein Bedarfssignal für einen Vorauseilwinkel an die Steuereinheit 6 ausgegeben. Falls die angeforderte Winkelgeschwindigkeit kleiner als der Vergleichswert 10 ist, wird in der Steuereinheit 3 kein Bedarf für einen Vorauseilwinkel gesehen und die Steuereinheit 3 beeinflußt die von der Steuereinheit 6 in Form eines modifizierten Geschwindigkeitssignals 9 auszugebende modifizierte Winkelgeschwindigkeit nicht.
  • Der Vergleichswert ist einstellbar und hängt von den Fahrzeugbedingungen und von der aktuellen Fahrzeugsituation ab. Hier im Ausführungsbeispiel ist ein Vergleichswert 10 von zwanzig Grad/Sekunde gewählt worden.
  • In der Auswerteeinheit 4 wird überprüft, ob die angeforderte Winkelgeschwindigkeit oberhalb der zulässigen Maximalgeschwindigkeit liegt, die einen Grenzwert 20 darstellt. Falls ja, wird von der Steuereinheit 5 ein Begrenzungssignal an die Steuereinheit 6 ausgegeben, wodurch die von der Steuereinheit 6 auszugebende modifizierte Winkelgeschwindigkeit auf den Grenzwert 20 begrenzt wird, der hier im dargestellten Ausführungsbeispiel bei 200 Grad/Sekunde liegt. In anderen Ausführungen kann der Wert aber auch größer oder kleiner gewählt werden. Die Höhe des Wertes hängt u.a. von dem eingesetzten Steuermittel ab.
  • Die Steuereinheit 8 empfängt von der Auswerteeinheit 7 die Information, ob ein Bedarf für einen Nacheilwinkel besteht. Falls ja, wird von der Steuereinheit 8 ein entsprechendes Signal an die Steuereinheit 6 ausgegeben.
  • Die Steuereinheit 6 wiederum verarbeitet die Signale der Steuereinheiten 3, 5 und 8 und die angeforderte Winkelgeschwindigkeit sowie die modifizierte Winkelgeschwindigkeit. Als weitere Parameter können die Fahrzeuggeschwindigkeit und sonstige Fahrzeugparameter verarbeitet werden. Über eine Integriereinheit der Steuereinheit 6 wird aus den zeitlichen Verläufen von angeforderter Winkelgeschwindigkeit und modifizierter Winkelgeschwindigkeit die aktuell vorliegende Winkeldifferenz bestimmt, die z.B. etwa gleich null sein kann oder aber je nach Vorzeichen einen Vorauseil- oder Nacheilwinkel bedeuten kann.
  • Die Steuereinheit 6 berücksichtigt außerdem den bisherigen Ablauf. So ist es ein Unterschied, ob ein Lenkvorgang gerade gestartet oder ob er gerade beendet wird. Das wird anhand der Tendenz des Signals unterschieden.
  • Anhand gemessener Daten zeigen die 2 bis 4 den Ablauf des Verfahrens.
  • In 2 ist eine Situation dargestellt, in der zunächst kein Lenkvorgang stattfindet und die Lenkradwinkelgeschwindigkeit in der ersten Sekunde etwa bei 0 Grad/Sekunde liegt. Davon ausgehend erfolgt eine Lenkbewegung, deren Geschwindigkeit bei dem Zeitwert von etwa 1,3 Sekunden den Vergleichswert 10 von 20 Grad/Sekunde übersteigt. Die angeforderte Geschwindigkeit 11 übersteigt hier nach etwa 1,7 Sekunden den zulässigen Maximalwert von 200 Grad/Sekunde, der bei etwa 2,7 Sekunden wieder unterschritten wird.
  • Bei einer solchen Signalfolge erhält die Auswerteeinheit 2 nach etwa 1,3 Sekunden das erste Mal ein angefordertes Geschwindigkeitssignal 1, dessen Betrag größer ist als der Vergleichswert. Die Steuereinheit 3 gibt daraufhin ein Bedarfssignal für ein Vorauseilwinkel an die Steuereinheit 6, die daraufhin ein modifiziertes Geschwindigkeitssignal 9 ausgibt, das in der Höhe dem Grenzwert 20 entspricht. Es entsteht folglich in der Zone 1 ein Vorauseilwinkel 13, dessen Größe der Fläche der Zone entspricht.
  • Da die Lenkgeschwindigkeit und das angeforderte Geschwindigkeitssignal 1 noch weiter zunimmt, übersteigt nach etwa 1,7 Sekunden das angeforderte Geschwindigkeitssignal 1 den Grenzwert 20. Die Auswerteeinheit 4 registriert das und die Steuereinheit 5 gibt ein entsprechendes Signal an die Steuereinheit 6 aus, die daraufhin ein modifiziertes Geschwindigkeitssignal 9 ausgibt, welches dem Grenzwert 20 entspricht.
  • In der Zone 2 ist folglich das modifizierte Geschwindigkeitssignal 9 kleiner als das tatsächlich angeforderte Geschwindigkeitssignal 1, so daß die tatsächliche Winkeldifferenz wieder verringert wird.
  • Wenn nun die Lenkgeschwindigkeit abnimmt und das angeforderte Geschwindigkeitssignal 1 wieder unter den Grenzwert 20 fällt, wird zunächst das modifizierte Geschwindigkeitssignal 9 auf dem hohen Wert 20 beibehalten, so daß in der Zone 3 wiederum ein relativer Vorauseilwinkel 15 entsteht. Schließlich wird der modifizierte Winkel wieder reduziert und eine eventuell bestehende Winkeldifferenz abgebaut, so daß am Ende des Lenkvorgangs kein bleibender Winkelfehler vorliegt.
  • Einige aufeinander folgende Lenkvorgänge sind auch in den 3 und 4 abgebildet. Das angeforderte Geschwindigkeitssignal 21 der Lenkradwinkelgeschwindigkeit weist zu etwa dem Zeitpunkt 2 Sekunden eine Spitze von 400 Grad/Sekunde auf, wobei das ausgegebene modifizierte Geschwindigkeitssignal 22 durch die Steuereinheit 5 auf den hier geltenden Maximalwert 20 von 200 Grad/Sekunde begrenzt wird. Da der Maximalwert auch gehalten wird, nachdem das angeforderte Geschwindigkeitssignal wieder abgefallen ist, um den aufgetretenen Nacheilwinkel wieder auszugleichen, decken sich die entsprechen Kurven 31 und 32 schon etwa zum Zeitpunkt 2,3 Sekunden, so daß eine Winkeldifferenz zwischen angefordertem Winkel und tatsächlichem Winkel nur für einige Zehntel Sekunden vorlag.
  • Auch bei einer Lenkbewegung in die andere Richtung arbeitet das System verläßlich, wie die Winkelverläufe des angeforderten Winkels 33 und des tatsächlichen Winkels 34 und die zugehörigen Winkelgeschwindigkeiten des angeforderten Winkelsignals 23 und des modifizierten Winkelsignals 24 zeigen. Sobald der Betrag des angeforderten Geschwindigkeitssignals den Grenzwert übersteigt wird das ausgegebene Geschwindigkeitssignal modifiziert und auf den Grenzwert begrenzt. Gleichzeitig wird die Winkelabweichung registriert. Ein Nacheilwinkel wird wieder ausgeglichen, indem das modifizierte Geschwindigkeitssignal auf der Höhe des Grenzwerts belassen wird, bis der Nacheilwinkel wieder ausgeglichen ist.
  • Durch die erfindungsgemäße Verfahrensführung wird das Steuerungs- und Lenkgefühl insbesondere dann verbessert, wenn die Winkelgeschwindigkeiten in den Grenzbereich geraten oder diesen überschreiten. Das Fahrzeug folgt den Anforderungen besser und ohne bleibende Abweichungen.

Claims (8)

  1. Verfahren zur Steuerung einer Lenkeinrichtung eines Fahrzeugs, bei dem aus einer Lenkgeschwindigkeit eines Fahrers ein angefordertes Geschwindigkeitssignal (1) für ein Steuermittel abgeleitet und in Abhängigkeit von dem angeforderten Geschwindigkeitssignal (1) ein modifiziertes Geschwindigkeitssignal (9) abgeleitet und an das Steuermittel ausgegeben wird, dadurch gekennzeichnet, daß das modifizierte Geschwindigkeitssignal (9) überproportional erhöht wird, wenn das angeforderte Geschwindigkeitssignal (1) einen Vergleichswert (10) übersteigt.
  2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass bei Erhöhung des angeforderten Geschwindigkeitssignals (1) das modifizierte Geschwindigkeitssignal (9) proportional zu dem angeforderten Geschwindigkeitssignal (1) erhöht wird, sofern das angeforderte Geschwindigkeitssignal (1) kleiner als der Vergleichswert (10) ist.
  3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das modifizierte Geschwindigkeitssignal (9) dem angeforderten Geschwindigkeitssignal (1) entspricht, sofern das angeforderte Geschwindigkeitssignal (1) unterhalb des Vergleichswerts (10) liegt.
  4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Vergleichswert (10) eine vorbestimmte Größe ist, die einmal festgelegt wird.
  5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Vergleichswert (10) wiederholt in regel- oder unregelmäßigen Abständen festgelegt wird.
  6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Vergleichswert (10) dynamisch ermittelt wird.
  7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Vergleichswert (10) von der aktuellen Fahrzeugsituation abhängt.
  8. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Lenkeinrichtung eine aktive Lenkeinrichtung ist.
DE200510028153 2005-06-17 2005-06-17 Verfahren zur Steuerung einer Lenkeinrichtung Expired - Fee Related DE102005028153B4 (de)

Priority Applications (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
DE200510028153 DE102005028153B4 (de) 2005-06-17 2005-06-17 Verfahren zur Steuerung einer Lenkeinrichtung

Applications Claiming Priority (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
DE200510028153 DE102005028153B4 (de) 2005-06-17 2005-06-17 Verfahren zur Steuerung einer Lenkeinrichtung

Publications (2)

Publication Number Publication Date
DE102005028153A1 DE102005028153A1 (de) 2006-12-28
DE102005028153B4 true DE102005028153B4 (de) 2014-08-28

Family

ID=37513404

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
DE200510028153 Expired - Fee Related DE102005028153B4 (de) 2005-06-17 2005-06-17 Verfahren zur Steuerung einer Lenkeinrichtung

Country Status (1)

Country Link
DE (1) DE102005028153B4 (de)

Cited By (2)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE102015222512A1 (de) 2014-12-02 2016-06-02 Ford Global Technologies, Llc Systeme und Verfahren zum Korrigieren von Lenkversätzen
DE102017126015A1 (de) 2016-11-09 2018-05-09 Ford Global Technologies, Llc Spannungskompensierender antiaufholungsalgorithmus für aktives vorderradlenkungssystem

Families Citing this family (2)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE102007053816A1 (de) 2007-11-12 2009-05-20 Ford Global Technologies, LLC, Dearborn Verfahren zum Betrieb einer fremdkraftunterstützten Lenkeinrichtung sowie Lenkeinrichtung zur Anwendung des Verfahrens
DE102018101181B4 (de) 2018-01-19 2021-05-12 Thyssenkrupp Ag Verfahren zur Steuerung eines Steer-by-Wire-Lenksystems beim Erreichen einer maximal zur Verfügung stehenden Leistung des Lenkstellers

Citations (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE19713576A1 (de) * 1997-04-02 1998-10-08 Bosch Gmbh Robert Verfahren und Vorrichtung zum Betrieb eines Lenksystems für ein Kraftfahrzeug

Patent Citations (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE19713576A1 (de) * 1997-04-02 1998-10-08 Bosch Gmbh Robert Verfahren und Vorrichtung zum Betrieb eines Lenksystems für ein Kraftfahrzeug

Cited By (5)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE102015222512A1 (de) 2014-12-02 2016-06-02 Ford Global Technologies, Llc Systeme und Verfahren zum Korrigieren von Lenkversätzen
US10065675B2 (en) 2014-12-02 2018-09-04 Ford Global Technologies, Llc Systems and methods for correcting steering offsets
US11155296B2 (en) 2014-12-02 2021-10-26 Ford Global Technologies, Llc Systems and methods for correcting steering offsets
DE102017126015A1 (de) 2016-11-09 2018-05-09 Ford Global Technologies, Llc Spannungskompensierender antiaufholungsalgorithmus für aktives vorderradlenkungssystem
DE102017126015B4 (de) 2016-11-09 2024-06-27 Ford Global Technologies, Llc Lenkungssystem mit spannungskompensiertem antiaufholungsalgorithmus

Also Published As

Publication number Publication date
DE102005028153A1 (de) 2006-12-28

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE102014201107B4 (de) Verfahren und Vorrichtung zur Beschränkung eines unterstützenden Lenkmoments in einem Lenksystem mit elektronischer Lenkunterstützung
DE102009019365B4 (de) System und Verfahren zum Zusammenschließen eines Torque-Vectoring-Differentials mit einem Stabilitätssteuerungssystem
EP3044053B1 (de) Verfahren zur stabilisierung des fahrverhaltens eines fahrzeuggespanns und fahrdynamikregeleinrichtung
DE102015001764B4 (de) Verfahren zum Anlernen zulässiger Lenkwinkel bei einer Lenkeinrichtung eines Kraftfahrzeugs
DE102006061483A1 (de) Verfahren und Vorrichtung zur Bestimmung des Rollwinkels eines Kraftrades
DE102013011883A1 (de) Verfahren zum Betreiben der Lenkung eines Kranftfahrzeugs
DE102011121822A1 (de) Verfahren und Einrichtung zum Bestimmen der Einbaulage eines Sensormoduls in einem Fahrzeug sowie Fahrzeug mit einer derartigen Einrichtung
DE102013008830B3 (de) Verfahren zur Erkennung einer Beschädigung eines Bauteils des Lenkstrangs eines Kraftfahrzeugs sowie ein dazugehöriges Kraftfahrzeug
DE102005038390B4 (de) Lenkung eines Fahrzeugs
DE102016206604B4 (de) Steuervorrichtung und Verfahren zum Regeln einer Dämpferhärte eines Schwingungsdämpfers eines Kraftfahrzeugs
DE102008009948B3 (de) Bremsanlage für Nutzfahrzeuge
DE102005028153B4 (de) Verfahren zur Steuerung einer Lenkeinrichtung
DE102004059002A1 (de) Verfahren zur Anpassung von Eingriffsparametern eines Assistenzsystems eines Fahrzeuges
EP2635480A1 (de) Steuermodul für ein fahrzeugsystem, das fahrzeugsystem sowie ein fahrzeug mit diesem fahrzeugsystem
DE102019206738A1 (de) Verfahren, Steuergerät und System zum Stabilisieren eines Fahrzeugs
DE102011121611A1 (de) Verfahren zur elektronischen Regelungeiner Lenkunterstützung für ein Fahrzeug
DE602005000165T2 (de) Elektrische Servolenkeinrichtung für ein Kraftfahrzeug, Lenkanordnung mit einer solchen Servolenkeinrichtung und mit einer solchen Lenkanordnung ausgerüstetes Kraftfahrzeug
DE102020213553A1 (de) Lenksystem und Verfahren zum Betreiben eines Lenksystems
DE102009026813A1 (de) Verfahren zur Erzeugung eines auf die Fahrzeugräder eines Fahrzeugs wirkenden Differenzmoments
WO2001060667A1 (de) Verfahren und vorrichtung zur stabilisierung des fahrdynamikzustandes von gespannen
WO2016041787A1 (de) Verfahren und Vorrichtung zum Kompensieren eines EIGENLENKVERHALTENS EINES FAHRZEUGS
DE102018214763A1 (de) Verfahren zum Betreiben eines Kraftfahrzeugs sowie entsprechendes Kraftfahrzeug
DE102021130866A1 (de) Verfahren zum Ermitteln einer Fahrzeugmasse eines Fahrzeuges, Massen-Abschätzungseinheit sowie Fahrzeug
WO2022111992A1 (de) Optimierung für ein querführendes assistenzsystem
WO2002032732A1 (de) Verfahren zum verbessern des regelverhaltens eines antriebsschlupfregelungssystems

Legal Events

Date Code Title Description
R012 Request for examination validly filed

Effective date: 20120225

R016 Response to examination communication
R018 Grant decision by examination section/examining division
R020 Patent grant now final
R082 Change of representative

Representative=s name: DOERFLER, THOMAS, DR.-ING., DE

R084 Declaration of willingness to licence
R082 Change of representative

Representative=s name: MARKOWITZ, MARKUS, DR.-ING., DE

R119 Application deemed withdrawn, or ip right lapsed, due to non-payment of renewal fee