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Die
Erfindung betrifft ein Verfahren zur Behandlung von Abfall mit organischen
Bestandteilen gemäß dem Oberbegriff
des Patentanspruchs 1, einen Stofflöser zum Lösen organischer Bestandteile von
Abfall in einer Verdünnungsflüssigkeit
gemäß dem Oberbegriff
des Patentanspruchs 5 bzw. 19, einen Reaktor zur Durchführung einer
Hydrolyse und/oder Nassrotte gemäß dem Oberbegriff
des Patentanspruchs 28 bzw. 36 sowie eine derartige Stofflöser und/oder
Reaktoren enthaltende Abfallaufbereitungsanlage.
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Mit
der Einführung
der getrennten Sammlung von organischen Haushaltsabfällen in
Europa hat die mechanisch biologische Aufbereitung (MBA) von Siedlungsabfällen zunehmende
Bedeutung erlangt. Der Abbau der biogenen Masse erfolgt mikrobiell,
wobei zwischen aeroben und anaeroben Mikroorganismen unterschieden
werden kann. Die aerobe Umsetzung führt letztendlich zu den Endprodukten Kohlenstoffdioxid
und Wasser und wird als Verrottung bezeichnet. Die anaerobe Umsetzung
ist typisch für
die Vergärung,
als Endprodukte entstehen unter anderem Methan, Ammoniak und Schwefelwasserstoff.
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Bekannte
Verfahren sehen je nach Beschaffenheit der Abfallmischungen verschiedene
Verfahrensschritte zur Abfallbehandlung auf. Die individuelle Bereitstellung
einzelner Verfahrensanlagen ist jedoch sehr teuer.
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In
der
DE 196 48 731
A1 wird ein aerobes Verfahren beschrieben, bei der die
organischen Bestandteile einer Abfallfraktion in einem Perkolator ausgewaschen
werden und der Rückstand
nach einer Trocknung beispielsweise verbrannt oder deponiert wird.
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Die
Perkolation kann beispielsweise in einer Kastenperkolationsanlage
gemäß der WO
97/27158 A1 erfolgen. Vielversprechend erwiesen sich auch Versuche
mit einer Siedeperkolationsanlage gemäß der
DE 101 42 906 A1 , bei der
die Perkolation im Siedebereich des Prozesswassers betrieben wird.
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Das
vom Perkolator abgezogene organisch hochbelastete Austrittswasser
wird zum anaeroben Abbau einer Biogasanlage zugeführt, wobei
der Organikanteil mittels Methanbakterien umgesetzt und zur Energieerzeugung
einer Biogasverbrennung zuführbar
ist. Die vorbeschriebene aerobe Behandlung der Abfallstoffe in einem
Perkolator hat sich als äußerst konkurrenzfähig zu den
anaeroben Verfahren erwiesen und gewinnt zunehmend an Bedeutung.
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In
der
EP 0 192 900 B1 ist
das sogenannte Valorga-Verfahren
beschrieben – bei
dem die Vergärung
in einem Fermenter erfolgt, der von unten beschickt wird. Der aufzubereitende
Abfall wird pfropfenförmig
zu einem Austrag geführt,
der unterhalb der radial außenliegenden
Eintrittsöffnung
angeordnet ist. Die Förderung
des Abfalls erfolgt durch Einblasen von komprimiertem Biogas über Gasdüsen, die
in mehreren Sektoren des Fermenters angeordnet sind, wobei jeder
Sektor einzeln angesteuert werden kann, um die Pfropfenströmung des
Abfalls zwischen der Eintrittsöffnung
und der Austragsöffnung aufrecht
zu erhalten.
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In
der
EP 0 476 217 A1 ist
ein beheizbarer Fermenter offenbart, in dem Frischgut und Faulgut als
Bakterien-Impfgut
dem Fermenter zugeführt
und das entstehenden Faulgut über
ein Rührwerk
zu einem Faulgutaustrag transportiert werden. Eine derartige Zugabe
von Impfgut kann auch bei dem eingangs beschriebenen Valorga-Verfahren gemäß der
EP 0 192 900 B1 vorgesehen
sein.
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Die
EP 0 794 247 A1 offenbart
einen Fermenter, bei dem das Gärgut
in eine rotierende Trommel eingebracht wird, in der eine Spirale
angeordnet ist. Über
diese Spirale wird das Gärgut
pfropfenförmig
vom Eintritt zum Faulgutaustrag geführt. Diese Förderung
kann durch Vor- und
Rückwärtsdrehen der
Trommel erfolgen, wobei die Vorwärtsdrehung,
d. h. der Transport des Gärguts
in Richtung Gärgutaustrag
zeitlich länger
erfolgt als in Gegenrichtung, so dass eine vorbestimmte Verweilzeit
des Gärguts
erreicht wird.
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Bei
den vorbeschriebenen bekannten Verfahren wird trockner Abfall behandelt,
der einen vergleichsweise hohen Trockensubstanzgehalt (TS) von mehr
als 25% aufweist.
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Bei
der Behandlung fließfähiger, feuchter
Abfälle
werden beispielsweise gemäß der
DE 197 04 065 A1 sogenannte
Stofflöser
(Pulper) eingesetzt, bei denen der Abfall mit einer Verdünnungsflüssigkeit verdünnt und
mittels eines Mischers auseinandergerissen und zerkleinert wird,
so dass eine Suspension entsteht und organische Bestandteile in
Lösung
in die Verdünnungsflüssigkeit
gehen. Bei der bekannten Lösung
erfolgt die Durchmischung mittels eines Rührers, dessen Schaufeln so
ausgebildet sind, dass sich im Stofflöser abschnittsweise eine Vertikalströmung ausbildet.
Nachteilig an dieser Lösung
ist, dass zum Einen ein erheblicher vorrichtungstechnischer Aufwand
zur Ausbildung der komplexen Geometrie der Rührerschaufeln erforderlich
ist, und zum anderen sind diese Schaufeln aufgrund der in der Suspension
enthaltenen Schwimm- und Störstoffe
einem erheblichen Verschleiß unterworfen.
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In
der
DE 196 24 268
A1 ist ein Gärverfahren für Abfälle in fließfähiger Form,
offenbart. Dabei wird ein Mehrkammerreaktor verwendet, wobei der
Transport des Gärguts
von einer Eintrittsöffnung
durch die Kammern hindurch zu einer Austragsöffnung über ein Rührwerk erfolgen kann. Dem Mehrkammerreaktor
ist ein gemeinsamer Gasraum zugeordnet, aus dem das während des
Gärprozesses
entstehende Biogas abgezogen wird. Der Stoffwechsel lässt sich
in den einzelnen Kammern durch unterschiedliche Prozessführung, beispielsweise über Wärmetauscher, Zugabe
von Impfgut usw. individuell steuern.
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Da
der zu behandelnde Abfall auch einen nicht unerheblichen Anteil
an Schwer- und Störstoffen
enthält,
sind insbesondere die Lösungen
mit mechanischen Fördermitteln
(
EP 0 794 247 A1 ,
EP 0 476 217 A1 ,
DE 197 04 065 A1 ,
DE 196 24 268 A1 ) relativ
starkem Verschleiß unterworfen,
da die eingesetzten Fördermittel
und sonstigen Einbauten durch die Sedimente mit den Stör-/Schwerstoffen beschädigt werden
können.
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Demgegenüber liegt
der Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein einheitliches Verfahren
zur Behandlung von Abfall mit organischen Bestandteilen zu schaffen.
Weiterhin ist es Aufgabe der vorliegenden Erfindung Stofflöser und
Reaktoren zur Verwendung in einem derartigen Verfahren sowie eine
demgemäße Abfallaufbereitungsanlage
zu schaffen.
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Diese
Aufgabe wird durch ein Verfahren mit den Merkmalen nach dem Anspruch
1, einen Stofflöser
mit den Merkmalen des Patentanspruchs 5 bzw. 19, einen Reaktor mit
den Merkmalen des Patentanspruchs 28 bzw. 36 sowie durch eine Abfallaufbereitungsanlage
mit den Merkmalen des Patentanspruchs 41 gelöst.
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Ein
erfindungsgemäßes bevorzugtes
Verfahren weist eine mechanische Aufbereitung des Abfalls, eine
Lösung
organischer Bestandteile in einem Stofflöser, eine Hydrolyse der aus
dem Stofflöser
abgezogenen biologischen belasteten Suspension in einem Reaktor
und eine Fermentation in einer Gärstufe
auf, wobei das bei der Hydrolyse oder dem Fermenter gewonnene Prozesswasser
als Umlaufwasser im Kreis geführt
wird. Erfindungsgemäß wird in Abhängigkeit
von der Korngröße der mechanisch aufbereiteten
Abfallmischung der bei der Anlage einzusetzende Stofflöser und/oder
Reaktor ausgewählt. Dies
hat den Vorteil, dass das Verfahren für verschiedene Abfallmischungen
identisch ist und nur die Anlagenteile Stofflöser und Reaktor in Abhängigkeit
von der Korngrösse
des Abfalls auszuwählen
sind. Eine bevorzugte „Grenzkorngröße" ist etwa 80 mm.
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Vorteilhafterweise
ist zusätzlich
zur Hydrolyse eine Nassrotte bzw. Nassoxidation vorgesehen, die
in einem Reaktor entsprechend dem Hydrolysereaktor durchgeführt wird.
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Zur
Einleitung einer im Wesentlichen von Feststoffen befreiten biologischen
Suspension in den Fermenter können
geeignete Trennschritte zum Abtrennen von Störstoffen, Schwerstoffen, Faserstoffen usw.
vorgesehen sein.
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Erfindungsgemäß erfolgt
die Lösung
der organischen Bestandteile bei einer maximalen Korngröße von etwa
80 mm in einem Stofflöser,
der anstelle eines bekannten mechanischen Rührwerks ein quasi pneumatisches
Rührwerk
aufweist, bei dem durch Einpressen von Gas, vorzugsweise Luft, durch die
Suspension in dem Stofflöser
durchmischt und die organischen Anteile als Lösung in das Verdünnungswasser übergehen,
durch das eine Suspensionströmung
im Stofflöser
erzeugt wird.
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Diese
pneumatische Lösung
weist praktisch keinen Verschleiß auf und lässt sich mit wesentlich geringerem
vorrichtungstechnischen Aufwand realisieren als es bei den herkömmlichen
Lösungen
der Fall ist. Es zeigte sich, dass die organischen Bestandteile
in wesentlich kürzerer
Zeit als bei den Konstruktionen mit mechanischem Rührwerk gelöst werden
können.
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Die
Durchmischung läßt sich
weiter verbessern, wenn die Gaseinpressdüsen Teil einer Gasstrompumpe
sind, über
die die Suspension innerhalb des Stofflösebehälters periodisch oder kontinuierlich umpumpbar
ist. Dabei kann das Gas auch in den Boden des Stofflösebehälters eingepresst
werden, so daß auch
die sich dort ansammelnden Stör-/Schwerstoffe
mit dem Gas durchmischt werden.
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Diese
Gasstrompumpe hat vorzugsweise ein Innenrohr, an dessen unterem
Endabschnitt eine von der Suspension um- oder durchströmbare Düsenplatte
mit Gaseinpressdüsen
angeordnet ist und dessen oberem Endabschnitt eine Austrittsöffnung für die im
Innenrohr transportierte Suspension ausgebildet ist.
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Bei
einem besonders effektiv arbeitenden Ausführungsbeispiel wird im Abstand
zur Austrittsöffnung
eine Prallplatte angeordnet, gegen die das von der Gasstrompumpe
geförderte
Stoffgemisch mit hoher Geschwindigkeit prallt und aufgeschlossen
wird. Dabei gehen die organischen Anteile in die Wasserphase über. Inertstoffpartikel
und Sand sinken nach unten hin ab und können abgezogen werden. In der Suspension
enthaltende Faserstoffe und Feststoffanteile reiben während dieser
Förderung
hin zur Prallplatte aneinander und werden zusätzlich von anhaltenden Organikbestandteilen
befreit.
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Bei
einem bevorzugten Ausführungsbeispiel begrenzt
die Prallplatte abschnittsweise einen Gasabzugsraum, über den
das im Kreislauf geführte
Gas abgezogen wird.
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Bei
großen
Behältervolumina
kann es vorteilhaft sein, mehrere Gasstrompumpen im Stofflösebehälter anzuordnen.
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Erfindungsgemäß wird es
besonders bevorzugt wenn das Innenrohr doppelwandig ausgebildet ist,
wobei die Gaseinpressdüsen
dann entweder im inneren Zylinderraum oder im Ringraum angeordnet sind
und der jeweils andere Raum zur Aufnahme eines Heizmediums dient,
so dass das Innenrohr gleichzeitig als Wärmetauscher wirkt, über die
die Suspension auf einer Prozesstemperatur gehalten wird.
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Die
Durchmischung lässt
sich weiter verbessern, wenn am Außenumfang des Innenrohrs Leitbleche
zur Strömungsführung angeordnet
sind. Da diese Leitbleche fest im Stofflösebehälter angeordnet sind, ist deren
Verschleiß minimal.
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Bei
bestimmten Anwendungsfällen
kann es vorteilhaft sein, mehrere Stofflöser in Reihe zu betreiben.
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Ein
erfindungsgemäßer Stofflöser zum
Lösen organischer
Bestandteile von Abfall mit einer minimalen Korngröße von etwa
80 mm in einer Verdünnungsflüssigkeit
sieht erfindungsgemäß zumindest ein
mechanisches Rührwerk vor,
dessen jeweils benachbarten Rührelemente
entgegengesetzte Förderrichtungen
aufweisen. Dies hat den Vorteil, dass die in dem Stofflöser sich
befindende Mischung zwischen den Rührelementen aufeinander zu
bzw. voneinander weg gefördert
wird, so dass eine verbesserte Abrasion und somit eine verbesserte
Lösung
der Organik erzielbar ist.
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Vorzugsweise
sind die Rührelemente
auf einem Rotor angeordnete Rotorblätter, deren Blattsteigungswinkel
um jeweils etwa 180° zueinander
versetzt sind. Die Anzahl der Rotorblätter ist beliebig wählbar, jedoch
ist eine gerade Anzahl, beispielsweise 6 Rotorblätter, bevorzugt.
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Die
Rotorblätter
können
gleichmäßig auf dem
Rotor von einer Eintrittsschleuse für den Abfall bis zu einer Austrittsöffnung für abgetrennte Stör-/Schwerstoffe
verteilt sein.
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Ebenso
ist es vorstellbar, dass der Stofflöser mehrere parallele Rotoren
aufweist, wobei die Rotorblätter
der einzelnen Rotoren jeweils einen Überschneidungsbereich bilden.
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Bei
einer besonderen Ausführungsform
kann im Bereich der Ausschleuseöffnung
eine Gaseinpressung zur Aufwirbelung der Stör-/Schwerstoffe angeordnet
sein. Dabei ist es möglich,
dass das eingeblasene Gas im Kreislauf geführt wird, so dass die benötigte Gasmenge
reduziert ist.
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Der
Stofflöser
kann im Längsschnitt
eine rechteckige Gestalt haben, wobei seine Länge L1 mindestens der vierfachen
Höhe h1
entspricht.
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Erfindungsgemäß wird bei
der Hydrolyse und/oder der Nassrotte der Suspension aus dem Abfall
mit einer maximalen Korngröße von etwa
80 mm ein Reaktor mit einem mechanischen Mischwerk zum Durchmischen
des Stoffgemisches und mit einem Leitrohr verwendet, welches das
Mischwerk umgreift. Dabei ist das Mischwerk derart angesteuert,
daß das Stoffgemisch
von einer Reaktorkopfseite zur Reaktorbodenseite durch das Leitrohr
ansaugbar ist, wobei sich außerhalb
des Leitrohrs eine aufsteigende schleifenförmige Strömung ausbildet.
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Zur
Optimierung der Hydrolyse bzw. Nassrotte hat das Leitrohr eine axiale
Verlängerung
zur Veränderung
seiner Länge
bzw. Höhe.
Weiterhin können
mehrere Leitrohre, zum Beispiel 3 Leitrohre, mit entsprechend reduziertem
Durchmesser in einem Reaktor angeordnet sein.
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Der
für die
Hydrolyse bzw. Nassrotte benötigte
Sauerstoff kann über
eine Sauerstoffeinblasung in Bodennähe und/oder im Bereich des
Mischwerks erfolgen.
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Zur
Regulierung der einzublasenden Sauerstoffmenge kann eine O2-Sonde vorgesehen sein, die den O2-Gehalt erfaßt, so daß in Abhängigkeit von diesen Signalen
die axiale Verlängerung,
die axiale Position des Leitrohrs und/oder ein Stoffgemischspiegel so
einstellbar ist, daß bevorzugterweise
eine optimale, d.h. nahezu 100%-ige, Sauerstoffausnutzung erfolgt.
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Beispielhafte
Geometrieverhältnisse
sind z.B.:
Die Leitrohrhöhe
H1 entspricht 8 bis 10 mal dem Leitrohrdurchmesser d1,
der
Wirkdurchmesser d2, d.h. der Innendurchmesser des Reaktors, entspricht
4 bis 6 mal dem Leitrohrdurchmesser d1,
der Bodenabstand H2
vom Reaktorboden zum Leitrohr entspricht 1 bis 2 mal dem Leitrohrdurchmesser d1,
der Abstand zwischen dem Stoffgemischspiegel und dem Leitrohr entspricht
2 bis 3 mal dem Leitrohrdurchmesser d1,
die variable Höhenverstellung
H4 zwischen dem Stoffgemischspiegel und dem Leitrohr beträgt 0,5 bis 2
mal dem Leitrohrdurchmesser d1,
die Aufströmgeschwindigkeit v1 der Umlaufströmung bewegt
sich zwischen 0,1 m/s und 0,8 m/s,
der Leitrohrdurchmesser
d1 beträgt
je nach Stoffgemischzusammensetzung und dem Trockensubstanzanteil
zwischen 0,5 m und 1,5 m.
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Eine Überhitzung
des Stoffgemisches kann durch ein das Leitrohr umströmendes Kühlmedium wirkungsvoll
verhindert werden.
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Grundsätzlich sind
mehrere Hydrolysen oder Nassrotten in Reihe anordbar.
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Ein
erfindungsgemäßer Reaktor
zur Bearbeitung einer zugeführten
mit Organik belasteten Suspension, die aus einer Abfallmischung
mit einer minimalen Korngröße von etwa
80 mm gewonnen wird, hat als eine Mischeinrichtung zum Durchmischen
des Stoffgemisches eine Einblaseinrichtung für Gas, bevorzugterweise Sauerstoff.
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Die
Gaseinpressung erfolgt vorzugsweise über eine Vielzahl von Gaseinpressdüsen in Bodennähe des Reaktors
und ist über
eine Gasmesssonde regelbar.
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Bevorzugterweise
ist das Gas über
eine Pumpe im Kreislauf führbar.
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Zur
Erhöhung
der Durchmischung können
in dem Reaktor entstehende Abgase ebenfalls in das Stoffgemisch
in Bodennähe
des Motors über
ein Gebläse
einpressbar sein.
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Eine
mit dem Stofflöser
ausgeführte
Abfallaufbereitungsanlage hat vorzugsweise eine Feststoffaufbereitung
zum Trennen und Waschen der aus dem Stofflöser abgezogenen Stör-/Sinkstoffe.
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Erfindungsgemäß kann die
Abfallaufbereitungsanlage auch eine Trennstufe zum Abscheiden von
Faserstoffen oder dergleichen von der aus dem Stofflöser entnommenen
aufgeschlossenen Suspension aufweisen. Diese Trennstufe weist vorzugsweise
eine Waschanlage und eine Entwässerungspresse
auf, über
die die abgeschiedenen Faser-/Schwimmstoffe gereinigt und einer
weiteren Verwendung zugeführt
werden können.
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Zusätzlich zu
den Faserstoffabscheidern kann die Abfallaufbereitungsanlage mit
einer Sandwäsche
zum Waschen von Feinsand ausgeführt
sein, der nach dem Abtrennen der Faserstoffe noch in der verbleibenden
Suspension (Verdünnungswasser) enthalten
ist.
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Das
die organischen Bestandteile enthaltende Verdünnungswasser wird vorzugsweise
einem Fermenter zugeführt,
indem diese organischen Bestandteile zu Biogas umgesetzt wird und/oder
als Mischwasser einer Naßrotte
bzw. Nassoxidation zugeführt
werden.
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Das
von den organischen Bestandteilen befreite Verdünnungswasser wird dann wieder
zum Stofflöser
zurückgeführt, wobei Überschusswasser einer
Abwasserreinigungsanlage zugeführt
werden kann.
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Die
dem Stofflöser
zugeführten
Feststoffanteile werden vorzugsweise durch eine vorgeschaltete Feststoffaufbereitung
minimiert.
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Es
hat sich gezeigt, daß die
Durchlaufzeit durch die erfindungsgemäße Aufbereitungsanlage von üblichen
etwa 61 Tagen auf etwa 29 Tage reduziert werden kann, wenn die aufgeschlossene
Suspension des Stofflösers
zumindest als Teilstrom eine Hydrolyse durchläuft und anschließend von
Faser- und Feststoffen befreit wird, wobei die Feststoffe zumindest
als Teilstrom die Nassrotte bzw. Nassoxidation zur Gewinnung eines
oxidierten Stoffgemisches durchlaufen.
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Bei
der Hydrolyse wird die Suspension des Stofflösers aerob versäuert und
das noch nicht aufgeschlossene organische Material ebenfalls aufgeschlossen,
so daß dem
Fermenter zusätzliches
Material zuführbar
ist.
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Ebenfalls
ist es möglich,
zumindest einen Teilstrom der in einer der Hydrolyse nachgeschalteten
Trennanlage abgetrennten Feststoffe einer Trocknung und einer Kompaktierung
zur Herstellung von Formstücken
für Vergasungs-
und Verbrennungsanlagen zu unterziehen. Vorzugsweise erfolgt die
Kompaktierung unter Niederdruck und unter Beimischung eines Bindemittels,
das als Klebemittel bis zur Verglühung in der Vergasungs- und
Verbrennungsanlage wirkt. Das Bindemittel kann während der Abfallaufbereitung
selbst erzeugt, zum Beispiel abgetrennte Kunststoffe, oder zugeliefert
sein.
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Für den Vergasungsvorgang
müssen
die Formstücke
im glühendem
Zustand „Vergasungsstabil" bleiben d.h., bis
zu Veraschung bleibt die Form erhalten.
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Bei
einer Ausführungsform
einer Aufbereitungsanlage wird die bei der Hydrolyse aufbereitete Suspension
direkt dem Fermenter zugeführt.
Da das dann bei der Fermentation anfallende entfrachtete Abwasser
noch einen hohen Feststoffanteil aufweisen kann, sollte dieses nicht
dem Verdünnungswasser
bzw. Umlaufwasser beigemischt werden. Eine Beimischung kann jedoch
dadurch erreicht werden, dass die Feststoffe in einer Trennanlage
aus dem Abwasser im Wesentlichen abgetrennt werden, so dass das
Abwasser feststofffrei ist. Die entwässerten Feststoffe können dann
einer Nassrotte unterzogen werden, wobei zur optimalen Einstellung
des Feststoffgehalts ein Teilstrom des feststofffreien Abwassers wieder
mit den Feststoffen zu einer Suspension vermischbar ist.
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Bei
einer anderen Ausführungsform
einer Aufbereitungsanlage gelangen die Feststoffe aus der Hydrolyse
in die Nassrotte bzw. Nassoxidation. Dabei wird durch Begasung mit
Sauerstoff die nicht anaerob abbaubare Organik veratmet und der
Stickstoff als Ammoniak ausgetrieben.
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Das
nach der Nassoxidation oxidierte Stoffgemisch kann einer Trennanlage
mit einem Feststoffabscheider, einer Feststoffsieb- und Waschanlage und
einer Entwässerungspresse
zugeführt
werden. Dabei ist es möglich,
dass in dem Feststoffabscheider anfallende Abwasser als Verdünnungswasser
für den
Stofflöser
zu nutzen und/oder der Abwasserreinigungsanlage zuzuführen. Der
in der Entwässerungspresse
entstehende Rohkompost kann unmittelbar entsorgt werden.
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Bevorzugterweise
wird dem Stoffgemisch bei der Nassrotte Mischwasser, das bei der
Vermischung des Umlaufwassers mit dem Abwasser des Fermenters entsteht,
zugeführt.
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Das
bei der Nassrotte anfallende oxidierte Stoffgemisch kann eine Trennanlage
zur Erzeugung von Rohkompost und Abwasser durchlaufen. Dabei kann
das Abwasser mit dem Verdünnungswasser vermischt
und/oder in die Abwasserreinigungsanlage eingespeist werden. Der
Rohkompost kann einer Nachrottung zur Trocknung unterzogen und/oder
unmittelbar entsorgt werden.
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Die
bei der Hydrolyse und Nassrotte entstehenden Abgase können einem
Luftwäscher
zur Befreiung von Ammoniak zugeführt
werden.
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Die
Aufbereitungsanlage weist insbesondere für mechanisch aufbereitete Abfallmischungen
mit einer maximalen Korngröße von etwa
80 mm den erfindungsgemäßen Stofflöser mit
pneumatischen Rührwerk
und zur Hydrolyse und/oder zur Nassoxidation den erfindungsgemäßen Reaktor
mit mechanischen Rührwerk
auf.
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Für mechanisch
aufbereitete Abfallmischungen mit einer minimalen Korngröße von etwa
80 mm wird vorzugsweise der erfindungsgemäße Stofflöser mit mechanischen Rührwerk und
zur Hydrolyse und/oder zur Nassoxidation der erfindungsgemäße Reaktor
mit pneumatischen Rührwerk
eingesetzt. Letzeres kann auch bei den kleineren Kormgrössen eingesetzt
werden. Die „Grenzkorngrösse" kann in Abhängigkeit
von dem zu behandelnden Abfall variieren, die genannten 80 mm sind
beispielhaft zu sehen.
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Vorteilhafterweise
kann zumindest in dem Reaktor für
die Nassoxidation bei entsprechender Betriebsweise eine Hygienisierung
des Stoffgemisches in dem Reaktor erfolgen.
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Zu
Befreiung der bei Hydrolyse und der Nassoxidation entstehenden Abgase
von Ammoniak kann ein Luftwäscher
vorgesehen sein, in dem das Ammoniak auswaschbar ist.
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Sonstige
vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind Gegenstand weiterer
Unteransprüche.
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Im
folgenden werden bevorzugte Ausführungsbeispiele
der Erfindung anhand schematischer Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen:
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1 eine
Prinzipdarstellung eines erfindungsgemäßen Stofflösers für Abfallmischungen mit einer
ungefähren
Korngröße kleiner
80 mm;
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2 einen
schematisierten Querschnitt des Stofflösers aus 1;
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3, 4 Querschnitte
alternativer Ausführungsbeispiele
eines Stofflösers;
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5 bis 7 Prinzipdarstellungen
unterschiedlicher Betriebszustände
des Stofflösers
aus 1;
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8 eine
Variante des Stofflösers
gemäß 1;
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9 eine
Abfallaufbereitungsanlage mit einem Stofflöser gemäß 1,
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9a einen
alternativen Betriebsfall aus 9 in vereinfachter
und vergrößerter Darstellung (vgl.
auch 19),
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9b einen
weiteren alternativen Betriebsfall aus 9 in vereinfachter
und vergrößerter Darstellung
(vgl. auch 19),
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10 eine
Detailldarstellung einer Hydrolyse und einer Nassrotte aus 9,
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11 zwei
in Reihe geschaltete erfindungsgemäße Stofflöser aus 1,
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12 einen
Längsschnitt
durch einen alternativen erfindungsgemäßen Stofflöser für Abfallmischungen mit einer
ungefähren
Korngröße größer 80 mm,
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13a bis 13d beispielhafte
Querschnitte durch den Stofflöser
nach 12,
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14 eine
Reihenschaltung des Stofflösers
aus 12,
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15 einen
Längsschnitt
durch ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel
eines Reaktors für
die Hydrolyse oder die Nassrotte für Abfallmischungen mit einer
ungefähren
Korngröße kleiner
80 mm,
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16 einen
Querschnitt durch ein weiteres bevorzugtes Ausführungsbeispiel eines Reaktors
für die
Hydrolyse oder die Nassrotte,
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17 eine
Reihenschaltung mehrerer Reaktor bei der Hydrolyse, und
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18 eine
Reihenschaltung mehrerer Reaktor bei der Nassrotte
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19 ein
vereinfachtes Verfahrensschema der erfindungsgemäßen Abfallaufbereitungsanlage,
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20 einen
Hydrolysereaktor für
Abfallmischungen mit einer ungefähren
Korngröße größer 80 mm,
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21 einen
alternativen Nassrottereaktor für
Abfallmischungen mit einer ungefähren
Korngröße größer 80 mm,
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22 eine
detaillierte Stofftrennanlage aus 19,
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23 eine
detaillierte Trennanlage aus 19 und
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24 ein
detailliertes Verfahrensschema der Kompaktierung aus 19.
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In 1 ist
der Grundaufbau eines Stofflösers 1 dargestellt,
in dem organische Bestandteile eines zugeführten Inputmaterials 2,
vorzugsweise Abfall in einer Verdünnungsflüssigkeit, beispielsweise Verdünnungswasser 4 gelöst werden,
so dass im Stofflöser 1 eine
Mischung 8 vorliegt, die einen Trockensubstanzgehalt von
etwa 5 bis 10 % aufweist.
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Bevorzugterweise
weist die dem Stofflöser 1 zugeführte Abfallmischung
eine Korngröße von maximal
etwa 80 mm auf. Der Abfall 2 und das Verdünnungswasser 4 werden
jeweils über
Eintrittsschleusen 10 einem Stofflösebehälter 6 zugeführt. Ein
Boden 12 des Stofflösebehälters ist
konisch ausgeführt und
mündet
in einer Ausschleuseöffnung 14 mit
einer Austrittsschleuse 16, über die sich am konischen Boden 12 absetzende
Stör-/Schwerstoffe 18 abgezogen
werden können.
Im Bereich des konischen Bodens 12 ist eine weitere Austrittsschleuse 16 ausgebildet, über die
die im Stofflöser 1 aufgeschlossene, mit
Organik befrachtete Suspension 20 abgezogen und gemäß 9 aufbereitet
und dann im Kreislauf als Verdünnungswasser 4 über die
Eintrittsschleuse 10 wieder zugeführt wird.
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Im
Inneren des Stofflösebehälters 6 ist
eine Gasstrompumpe 24 angeordnet, über die – wie im folgenden noch näher beschrieben
wird – die
Mischung 8 innerhalb des Stofflösebehälters durchmischt wird. Bei
dem in 1 dargestellten Ausführungsbeispiel hat die Gasstrompumpe 24 ein
Innenrohr 26, das koaxial zum Stofflösebehälter 6 angeordnet
ist und an seiner in 1 untenliegenden Eintrittsöffnung eine
Düsenplatte 27 mit
einer Vielzahl von Gaseinpressdüsen 28 hat,
durch ein Gas, vorzugsweise Luft in das Innenrohr eingepresst werden kann.
Die Düsenplatte 27 kann
von der Suspension 8 umströmt werden. Die Gaseinpressdüsen 28 sind über eine
Druckluftleitung 30 sowie ein von der Anlagensteuerung
ansteuerbares Steuerventil 32 mit einem Mitteldruckspeicher
oder Windkessel 34 verbunden, der über einen Druckluftverdichter 36 auf
einen Druck von beispielsweise 3 bis 8 bar aufgeladen ist. Dieser
saugt über
eine Saugleitung 38 Transportluft 40 aus einem
Gasabzugsraum 42 am Kopf 22 des Stofflösebehälters 6 an – d. h.,
diese Transportluft 40 wird ebenfalls im Kreislauf geführt und
durch die entsprechende Ansteuerung des Steuerventils 32 aus dem
Windkessel 34 über
die Druckluftleitung 30 und die Gaseinpressdüsen 28 in
das Innenrohr 26 eingepresst.
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Über eine
Umschalteinrichtung- und/oder Dosiereinrichtung 66 stromabwärts des
Druckluftverdichters 36 kann der Windkessel 34 mit
dem Steuerventil, d.h. die Pulsierung, umgangen werden. Dabei wird
eine Bypassleitung 154 aufgesteuert, die stromabwärts des
Steuerventils 36 in die Druckluftleitung 30 mündet. In
diesem Fall kann die Mischung 8 mit dem Gebläsedruck,
der dem 1,5-fachen der manometrischen Höhe entspricht, umgewälzt werden.
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Weiterhin
kann in der Druckluftleitung 30 eine Umschalt- und/oder
Dosiereinrichtung 66 vorgesehen sein, von der sich eine
Einpressleitung 156 in die Ausschleuseöffnung 14 des Stofflösers 1 erstreckt.
Dadurch können
auch die Stör-
und Schwerstoffe mit Druckluft bewegt und durchmischt werden, so
daß sich
die anhaftende Organik ablöst
und in die Mischung 8 übergeht.
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2 zeigt
schematisch den Querschnitt des Stofflösebehälters 6 mit der konzentrisch
angeordneten Gasstrompumpe 24, bei der das Innenrohr 26 mit
einem Doppelmantel 46 versehen ist, der von dem sogenannten
Heizmedium durchströmt
ist. Dabei sind die Gaseinpressdüsen 28 in
dem Inneren, vom Innenrohr 26 umgriffenen Zylinderraum
angeordnet.
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Bei
einer alternativen Variante gemäß 3 können die
Gaseinpressdüsen 28 auch
in dem vom Doppelmantel 4b umgriffenen Ringraum angeordnet sein,
so dass das Heizmedium den zentralen zylinderförmigen Raum durchströmt.
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Bei
sehr großen
Behältervolumina
kann es vorteilhaft sein, mehrere, beispielsweise drei Gasstrompumpen 24a, 24b, 24c im
Stofflösebehälter 6 anzuordnen.
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Im
Abstand oberhalb einer Austrittsöffnung des
Innenrohrs 26 ist eine Prallplatte 44 angeordnet, die
den Gasabzugsraum 42 nach unten hin abschnittsweise begrenzt
und seitlich von der Transportluft 40 umströmbar ist.
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Zum
Erwärmen
der Suspension 8 auf die Prozesstemperatur ist das Innenrohr 26 mit
einem Doppelmantel 46 versehen, wobei in dem entstehenden
Ringraum ein Heizmedium geführt
ist, so dass das Innenrohr 26 als Wärmetauscher wirkt. Der Mantel
des Stofflösebehälters 6 kann
mit einer Isolation versehen sein.
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Zum
Stofflösen
wird das in den Stofflösebehälter 6 eingeschleuste
Inputmaterial 2 zunächst durch
Zuführung
des im Kreislauf geführten
Verdünnungswassers 4 auf
einen Trockensubstanzanteil TS von etwa 5 bis 10 % eingestellt.
Anschließend
wird durch Ansteuerung des Steuerventils 32 Druckluft über die
Gaseinpressdüsen 26 eingepresst.
Bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel
wird dabei ein pulsierender Betrieb bevorzugt, wobei der Pulsabstand beispielsweise
etwa 5 bis 10 Sekunden beträgt.
Die Prozesstemperatur ist dabei über
das im Doppelmantel 46 strömende Heizmedium auf eine Temperatur
zwischen 50 bis 70° eingestellt.
Durch diese Druckluftpulsation entstehen jeweils im Inneren der Gasstrompumpe 24 Druckluftblasen 50,
die ähnlich wie
ein Kolben einer Kolbenpumpe Mischung/Suspension 8 vom
Boden 12 her ansaugen, so dass innerhalb des Innenrohrs 26 eine
nach oben gerichtete Suspensionsströmung 48 entsteht.
Diese angesaugte Suspension trifft dann mit hoher Geschwindigkeit, die
im Bereich zwischen 10 bis 20 m/s liegen kann auf die Prallplatte 44 auf,
wobei durch die Aufprall- und Reibungsenergie ein mechanischer Aufschluss erfolgt
und die organischen Anteile im Verdünnungswasser 4 in
Lösung
gehen.
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Die
das Innenrohr 26 durchströmende Druckluft 52 umströmt die Prallplatte 54 und
ist dann im Bereich des Gasabzugsraum 42 weitestgehend entspannt
und wird als Transportluft 40 vom Verdichter 36 angesaugt
und wieder dem Windkessel 34 zugeführt – der Druckluftkreislauf ist
geschlossen.
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Im
Abfall enthaltene Inertstoffpartikel, Sand, Stör-/Schwerstoffe etc. werden gelöst und sinken zum
konischen Boden 12 hin ab. Des Weiteren werden Faserstoffe
freigesetzt und gehen in Suspension, wobei durch die eingebrachten
Scherkräfte
Folien und sonstige Feststoffanteile von anhaftenden Organikbestandteilen
gereinigt werden. Die anfallenden Stör-/Schwerstoffe werden über die
Austrittsschleuse 16 und die Ausschleuseöffnung 14 am
Boden 12 des Stofflösebehälters 6 abgezogen.
Es zeigte sich, dass sich mit dem erfindungsgemäßen Stofflöser die organischen Bestandteile
wesentlich schneller und mit geringerem vorrichtungstechnischen
Aufwand in Lösung
bringen lassen als dies mit herkömmmlichen Stofflösern der
Fall ist, bei denen mechanische Rührwerke oder dergleichen eingesetzt
sind.
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Die
Funktion der Gasstrompumpe 24 sei nochmals anhand der 5 bis 7 näher erläutert.
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In 5 ist
der Stofflösebehälter 6 im
gefüllten
Ruhezustand dargestellt, wobei in diesem das Inputmaterial 2 durch
Zugabe von Verdünnungswasser 4 auf
den genannten Trockensubstanzanteil von 5 bis 10% eingestellt ist.
Ein Pegel 54 des Stoffgemisches ist dabei so eingestellt,
dass er unterhalb der oberen Austrittsöffnung des Innenrohrs 26 der
Gasstrompumpe 24 liegt. Durch die anhand 1 erläuterte pneumatische
Umwälzung
wird durch die nach oben gerichtete Suspensionsströmung 48 Suspension
angesaugt und gegen die Prallplatte 44 geschleudert und
strömt
dann wieder in dem vom Innenrohr 24 und vom Mantel des
Stofflösebehälter 6 begrenzten
Ringraum nach unten. Der Anteil der nach oben geförderten
Suspension ist so groß,
dass der Pegel 54 innerhalb des Stofflösebehälters 6 um das Maß Δh gemäß 6 absinkt.
Bei Beendigung der Lufteinpressung, d. h, jeweils nach Ende eines
Druckluftimpulses sinkt die Suspensionssäule innerhalb des Innenrohr 26 nach
unten hin ab (siehe 7) und der Pegel 54 in
dem Ringraum 56 steigt wieder an, bis sich der Grundzustand
gemäß 5 einstellt – der nächste Einpresszyklus
kann beginnen. Durch die vorbeschriebenen Strömungen innerhalb des Stofflösebehälters 6 und
durch das Aufprallen der Suspension auf die Prallplatte 44 erfolgt
eine äußerst intensive Durchmischung
der Suspension, so dass die organischen Bestandteile des Inputmaterials 2 sehr
schnell und mit einem hohen Wirkungsgrad in Lösung gebracht werden und darüber hinaus
die Faserstoffe suspensiert und die Stör-/Schwebstoffe sedimentiert werden.
Da für
diese intensive Durchmischung innerhalb des Stofflösebehälters 6 praktisch
keinerlei bewegte Bauelemente erforderlich sind, ist der Verschleiß des erfindungsgemäßen Stofflösers 1 gegenüber herkömmlichen
Lösungen
minimal.
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Die
Durchmischung lässt
sich weiter verbessern, wenn gemäß 8 in
dem Ringraum 56 Einbauten, beispielsweise nach unten geneigte
Leitbleche 58 vorgesehen werden, die von der. nach unten gerichteten
Suspensionsströmung
(6) umströmt werden
müssen,
so dass weitere Scherkräfte
in die Suspension eingebracht werden. Da diese Leitbleche 58 stationär angeordnet
sind, ist deren Verschleiß ebenfalls
minimal. Bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel sind die Leitbleche 58 wechselweise
am Innenumfangsmantel des Stofflösebehälters 6 und
am Außenmantel
des Innenrohrs 26 angeordnet, so dass sich im Ringraum 56 die
dargestellte wellenförmige
Strömung
ergibt. Selbstverständlich können anstelle
der Leitbleche 58 auch andere Einbauten oder Füllkörper verwendet
werden.
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In 9 ist
eine Abfallaufbereitungsanlage gezeigt, bei der der vorbeschriebene
Stofflöser 1 gemäß 1 verwendet
wird.
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Bei
dieser Abfallaufbereitungsanlage sind dem Stofflöser 1 einige Schritte
zur Abtrennung von Feststoffen vorgeschaltet. Dabei wird der aufzubereitende
Abfall 60 zunächst – ggf. nach
einer Zerkleinerung – einer
Siebanlage 62 zugeführt,
die bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel
als Rotationssieb ausgeführt
ist. Der Siebüberlauf 64 mit
einer Korngröße zwischen
80 bis 200 mm wird dann über
eine Materialweiche oder Umschalt- und/oder Dosiereinrichtung 66 entweder
direkt beseitigt oder über
einen zusätzlichen
Schritt getrennt. Beim dargestellten Ausführungsbeispiel kann über die
Umschalt- und/oder Dosiereinrichtung 66 ein
Teilstrom oder der gesamte Feststoffstrom zu einer Sichtungsanlage 68 geführt werden,
in der der Siebüberlauf 64 in
Schwer-/Störstoffe 70 sowie
verschmutzte Leichtstoffe 72 getrennt wird, die jeweils
beseitigt werden.
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Der
organikreiche Siebdurchlauf 78 kann über eine Umschalt- und/oder
Dosiereinrichtung 66 einer Mischanlage 74 zugeführt werden,
in welchem er mit einem Teilstrom des entstickten Verdünnungswasser 4 verdünnt und
mittels eines Mischers 268 zu einer Suspension 76 mit
einem Feststoffgehalt von 5% bis 15% aufbereitet wird.
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Die
Suspension 76 wird der Eintrittsschleuse 10 des
Stofflösers 1 zugeführt. Störstoffe 160,
wie z.B. Bänder,
Seile und Kabel, werden über
eine mechanische Vorrichtung der Mischanlage 74 aus der Suspension 76 abgetrennt
und ausgeworfen.
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Die
im Stofflöser 1 anfallenden
Stör-/Schwerstoffe 18 werden
aus dem Stofflöser 1 über die
Austrittsschleuse 16 abgezogen und einer Wascheinrichtung 80 zugeführt, in
dem diese von anhaltenden organischen Bestandteilen in einer Reinigungszone 106 mittels
zugeführten
Betriebswassers 82 gereinigt werden. Die gereinigten Schwer-/Störstoffe 84 werden
dann einem Eisenmetallabscheider 86 sowie einem Nichteisenmetallabscheider 88 zugeführt, so dass
der Stoffstrom 84 entsprechend in einen eisenhaltigen Anteil 90 einen
Nichteisenmetallanteil 92 und sonstige Stoffe 94 aufgeteilt
wird.
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Die über die
Austrittsschleuse 16 aus dem Stofflöser 1 abgezogene aufgeschlossenen
Suspension 20 wird gemeinsam mit dem verschmutzten Betriebswasser 96 aus
der Wascheinrichtung 80 einem Faserstoffabscheider 98 zugeführt, der
wiederum als Rotationssieb ausgeführt ist. In diesem Faserstoffabscheider 98 werden
Faser- und Schwimmstoffe 100 von organikhaltigem Wasser 102 abgetrennt.
Die Faser-/Schwimmstoffe 100 werden in einer Feststoffsieb-
und Waschanlage 104 durch Zugabe von Betriebswasser 82 gereinigt,
das einer Reinigungszone 106 der Waschanlage zugeführt wird.
Dieser Reinigungsvorgang kann zusätzlich noch dadurch unterstützt werden,
in dem der Reinigungszone 106 Umlaufwasser 108 zugeführt wird,
das dem Aufbereitungskreislauf für
das Verdünnungswasser 4 abgezweigt
wird.
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Die
beiden Wascheinrichtungen 80, 104 sind bei den
beschriebenen Ausführungsbeispielen
jeweils mit schräg
angestellten Spiralförderern
ausgeführt, über die
der jeweils zu reinigende Stoffstrom zu einer der Reinigungszonen 106 gefördert und schließlich über einen
Feststoffaustritt 110 abgezogen wird. In der Reinigungszone 106 werden
jeweils organische Bestandteile von den Feststoffen abgelöst. In dem
Fall, in dem eine sehr intensive Reinigung erforderlich ist, wird
diese Reinigung im Wesentlichen mittels Betriebswasser 82 durchgeführt, bei
geringeren Anforderungen an diese Reinigung kann der Anteil an Umlaufwasser 108 vergrößert werden.
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Die
abgereinigten und über
den Feststoffaustritt 110 der Waschanlage 104 abgezogenen Fest-
und Faserstoffe 112 werden dann in einer Entwässerungspresse 114 entwässert und
die entwässerten
Feststoffe 116 einer thermischen Verwertung oder einer
Nachrotte zur späteren
Deponierung zugeführt.
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Das
in der Entwässerungspresse 114 anfallende,
gelöste
Organik enthaltende Wasser 118 wird anschließend mit
dem aus der Reinigungszone 106 abströmenden mit Organik befrachteten
Waschwasser 120 verschmischt. Dieser Stoffstrom enthält einen
Anteil an Feinsand, der in einem Sandwäscher 122 abgetrennt
wird. Dem Stoffstrom wird auch das organikhaltige Wasser 102 aus
dem Faserstoffabscheider 98 zugeführt. In dem Sandwäscher wird
der Feinsandanteil 124 durch Einwirkung eines Rührers 126 abgetrennt, über einen
Sandaustrag 123 abgeführt
und durch Zugabe von Betriebswasser 82 von anhaftenden
organischen Bestandteilen gereinigt. Der vorgereinigte Feinsand 124 wird
dann einer Feinsandwascheinrichtung 128 zugeführt, deren
Grundaufbau der Wascheinrichtung 80, 104 entspricht,
so dass weitere Ausführungen
entbehrlich sind. Der gereinigte Feinsand 130 kann dann
einer stofflichen Verwertung im Tief- und Straßenbau zugeführt werden.
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Das
nach der Sandwäsche
vorliegende organisch hochbelastete Umlaufwasser 132 wird
dann in einem Zwischenspeicher 134 zwischengespeichert
und mittels einer Pumpe 136 entweder einem Fermenter 138 zugeführt oder
als Umlaufwasser 132 direkt einem Wärmetauscher 140 zugeführt, in
dem es mittels eines Heizmediums 142 auf die Prozesstemperatur
erwärmt
und dann als Verdünnungswasser 4 über die
Eintrittsschleuse 10 in den Stofflöser 1 eingeleitet
wird. Das Heizmedium 142 kann auch zur Beheizung des Doppelmantels
der Gasstrompumpe 24 verwendet werden.
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Je
nach Prozessführung
wird der organische Bestandteil des dem Fermenter 138 zugeführten Wassers
durch Methanisierung in Biogas (Methangas) 144 umgesetzt.
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Das
nach der Fermentationsstufe vorliegende von Organik entfrachtete
Abwasser 146 wird dann mit dem ggf. vorhandenen Umlaufwasser 132 vermischt
und im Wärmetauscher 140 auf
Prozesstemperatur gebracht. Im Kreislauf nicht benötigtes Überschusswasser 147 wird
einer Abwasserreinigungsanlage 148 zugeführt und
das gereinigte Abwasser 150 abgeschlagen und in die Kanalisation
geleitet. Ein Teilstrom des gereinigten Abwassers 150 wird
als Betriebswasser 82 zu den Wascheinrichtungen 80, 104, 128 sowie
zum Sandwäscher 122 geführt, so dass
auch der Betriebswasserkreislauf geschlossen ist.
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Organische,
in der aufgeschlossenen Suspension 20 enthaltende Bestandteile
lassen sich noch schneller aus dem Abfall abtrennen, wenn über eine
Umschalt- und/oder Dosiereinrichtung 66 die aufgeschlossene
Suspension 20 des Stofflösers 1 erst einer
aeroben Hydrolyse bzw. Versäuerungsstufe 162 zugeführt wird
und nach einer Behandlungszeit von 1 bis 4 Tagen die Suspension 20 von
Feststoffen in dem Faserstoffabscheider 98 und dem Sandwäscher 122 befreit
wird. Anschließend
wird die derartig behandelte Suspension 21 als organisch hochbelastetes
Umlaufwasser 132 im Zwischenspeicher 13 gespeichert
und dem Fermenter 138 zugeführt.
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Die
abgetrennten Fest- und Faserstoffe 100 des Faserstoffabscheiders 98,
die anschließend
die Feststoffsieb- und Waschanlage 104 und Entwässerungspresse 114 durchlaufen,
werden über
eine Umschalt- und/oder Dosiereinrichtung 66 als entwässerte Feststoffe 116 mit
einem Trockensubstanzgehalt von 35% bis 60% TS einer Nassrotte 164 zugeführt und
dort über
eine Umschalt- und/oder Dosiereinrichtung 66 mit dem Mischwasser 158 auf
einen Trockensubstanzgehalt von 5 bis 15% verdünnt.
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Nach
einer Verweilzeit von 3 bis 10 Tagen in der Nassrotte 164 wird
das oxidierte und entstickte Stoffgemisch 23 ausgetragen
und in einer Trennanlage 168 von Feststoffen befreit. Das
dabei entstehende nahezu feststofffreie Abwasser 170 wird
dann als Verdünnungswasser 4 dem
Stofflöser 1 und/oder über eine
Umschalt- und/oder Dosiereinrichtung 66 der Abwasserreinigungsanlage 148 zugeführt. Der entstehende
Rohkompost 212 wird entsorgt.
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Die
bei der Hydrolyse 162 und bei der Nassrotte 164 entstehenden
Abgase werden gemeinsam in einem sauren Luftwäscher 172 von Ammoniak
befreit.
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Mittels
der vorbeschriebenen Abfallaufbereitungsanlage lassen sich die organischen
Bestandteile des Abfalls mit einem sehr geringen vorrichtungstechnischen
Aufwand abtrennen und der verbleibende Stoffstrom in verwertbare
oder deponierbare Teilstoffströme
auftrennen.
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Gemäß 9 ist
es in einem Betriebsfall ebenfalls möglich, die Abtrenneinrichtung 98, 104, 114, 122, 128 zu
umfahren und die in der Hydrolyse 162 aufbereitete Suspension 21 direkt
dem Fermenter 138 zuzuführen,
wobei über
eine Umschalteinrichtung und/oder Dosiereinrichtung 66 ein
Suspensionsgemisch 133 aus dem organisch hochbelasteten Abwasser 132 und
der aufbereiteten Suspension 21 hergestellt wird. Das Feststoffe
enthaltende Abwasser 146 des Fermenters 138 wird über eine
Umschalteinrichtung und/oder Dosiereinrichtung 66 der Nassrotte
bzw. Nasskompostierung 164 als Gärgut zugeführt.
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Das
oxidierte Stoffgemisch 23 nach der Nassrotte 162 wird
dann gemäß 9a zur
Abtrennung der Feststoffe einer Stofftrennung mit einer Filtereinrichtung 206,
einem Sandwäscher 122 und
einer Entwässerungspresse 208 unterzogen.
Das bei der Stofftrennung gewonnene feststofffreie Abwasser 170 wird
als Verdünnungswasser
bzw. Umlaufwasser 4 verwendet. Die bei der Stofftrennung
abgetrennten Feststoffe 212 können einer Nachrottung 214 unterzogen
werden, wobei das in der Nachrottung 214 anfallende Trockenprodukt 216 eine
Siebung 218 durchläuft,
in der die restlichen Materialien 224 und Kompost 212 abgetrennt
wird. Die restlichen Materialien werden z. B. einer stofflichen
Verwertung zugeführt.
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Wenn
der Fermenter 138 vorwiegend mit der feststoffhaltigen
Suspension 21 nach der Hydrolyse 162 beschickt
wird, kann das mit Feststoffen beladene Abwasser 146 nur
in den Kreislauf des Verdünnungswassers 4 eingebracht
werden, wenn wie in 9 angedeutet und in 9b vergrößert dargestellt
die Fest- und Faserstoffe zuvor in einer Trennanlage mit der Feststoffabscheidung 98,
der Feststoffsieb- und Waschanlage 104 und der nachgeschalteten
Entwässerungspresse 114 abgeschieden wurden.
Die Regelung bzw. Steuerung des Abwassers 146 erfolgt über eine
Umschalt- und/oder Dosiereinrichtung 66. Die im Fermenter 138 vergorenen und
in der Trennanlage 98, 104, 114 abgeschiedenen Feststoffe 116 werden
der Nassrotte 164 zugeführt, wobei
in der Trennanlage 98, 104, 114 abgepresstes Faulwasser 171 zumindest
als Teilstrom wieder zur Vermischung mit den Feststoffen 116 herangezogen wird,
um einen in der Nassrotte 164 idealen Trockensubstanzgehalt
einzustellen. Beispielsweise kann der Trockensubstanzgehalt zwischen
5-15% betragen. Der Überschuss
des Faulwassers 171 wird als Umlaufwasser dem Abwasser 170 der
Nassrotte 164 zugeschlagen und ist somit als Verdünnungswasser 4 bspw.
dem Stofflöser 1 zuführbar.
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Erfindungsgemäß hat das
Endkonzentrieren des fettstoffbeladenen Abwassers 146 aus
dem Fermenter 138 in der Trennanlage 98, 104, 114 zur
Folge, dass durch die zumindest teilweise Rückführung des feststofffreien Faulwassers 171 zu
den abgepressten Feststoffen 116 der Feststoffgehalt in
der Nassrotte 164 optimal eingestellt werden kann und der
Nassrottereaktor 192 erheblich kleiner dimensionierbar
ist sowie das überschüssige feststofffreie Faulwasser 171 in
den Kreislauf des Verdünnungswassers 4 eingepresst
werden kann.
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10 zeigt
ein Verfahrenschema mit der Hydrolyse 162, der Nassrotte 164,
der Trennanlage 168 sowie mit dem sauren Luftwäscher 172.
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Mit
der Hydrolyse 162 wird die aufgeschlossene Suspension 20 aerob
versäuert
und organisches Material wird derart aufgeschlossen, daß es ebenfalls
der Vergärung
in dem Fermenter 138 zur Verfügung steht. Von den nicht anaerob
abbaubaren Stoffen werden das Haftkorn und die Verschmutzungen abgetrennt.
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Die
Hydrolyse 162 umfasst im wesentlichen einen Reaktor 174,
in dem ein mechanischer Rührer 176 zum
Vermischen des Stoffgemisches angeordnet ist (vgl. 12).
In Bodennähe
des Reaktors 174 ist eine Einblaseinrichtung 178 zum
Einblasen von Sauerstoff vorgesehen, die über eine Sauerstoffversorgung 180 gespeist
wird. Oberhalb eines Stoffgemischspiegels 186 ist ein Abgasraum 188 gebildet,
in dem sich die bei der Hydrolyse 162 entstehende Abgase 190 sammeln.
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Die
aufgeschlossene Suspension 20 des Stofflösers 1 wird
in Bodennähe
oberhalb der Einblaseinrichtung 178 dem Reaktor 174 zugeführt. Durch die
Einleitung von Sauerstoff und durch die Betätigung des Rührers 176 wird
das Stoffgemisch vermischt und nach einer Behandlungszeit von 1
bis 4 Tagen als aufbereitete Suspension 21 in der Nähe des Stoffgemischspiegels 186 entnommen.
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In
der Nassrotte 164 wird die nicht anaerob abbaubare Organik
veratmet und der Stickstoff als Ammoniak ausgetrieben. In der Nassrotte 164 wird durch
die Begasung das Umlaufwasser 132, 133, 4 entstickt
und somit eine Aufkonzentrierung von Ammonium verhindert, welche
die Biologie im Fermenter 138 stört und die Gasproduktion und
Abbauleistung hemmt.
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Die
Nassrotte 164 weist im Wesentlichen einen Reaktor 192 auf,
in dem ein Rührer 194 zum
Vermischen des Stoffgemisches 23 angeordnet ist (vgl. 12).
In Bodennähe
des Reaktors 192 ist eine Einblaseinrichtung 196 zum
Einblasen von Sauerstoff vorgesehen, die über die gleiche Sauerstoffversorgung 180 wie
die der Hydrolyse 162 gespeist wird. Oberhalb eines Stoffgemischspiegels 198 ist
ein Abgasraum 200 zum Sammeln der entstehenden Abgase 202 ausgebildet.
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Um
eine Überhitzung
des Stoffgemisches bei der Nassrotte 164 zu vermeiden,
ist ein Kühlaggregat 182 vorgesehen.
Das Kühlaggregat 182 ist
mit einem Vorlauf 184 und einem Rücklauf 204 verbunden,
die in das Stoffgemisch eintauchen. Zum Kühlen des Stoffgemisches wird
durch den Vorlauf 184 und den Rücklauf 204 Kühlmittel
gefördert,
wodurch überschüssige Wärme im Stoffgemisch
abgeführt
werden kann.
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Die
Feststoffe 116 werden in der Nähe des Rührers 194 in den Reaktor 192 eingefüllt. Zusätzlich wird
das stark Ammoniak belastete Mischwasser 158 oberhalb der
Feststoffe 116 in das Stoffgemisch 192 geleitet.
Das Stoffgemisch wird über
den Rührer 194 und
den eingeleiteten Sauerstoff vermischt und nach einer Verweilzeit
von 3 bis 10 Tagen dem Reaktor 192 als aufbereitetes und
oxidiertes Stoffgemisch 23 entnommen und der Trennanlage 168 zugeführt.
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Die
Trennanlage 168 umfaßt
eine Filtereinrichtung 206 und eine Entwässerungspresse 208. Das
aufbereitete und oxidierte Stoffgemisch 23 wird der Filtereinrichtung 206,
zugeführt.
Das dabei entstehende nahezu feststofffreie Abwasser 170 wird dem
Verdünnungswasser 4 und/oder
der Abwasserreinigungsanlage 148 zugeführt. Anfallende Fest- und Faserstoffe 220 werden
in der Entwässerungspresse 208,
bspw. eine Klassierpresse, weiterbehandelt. Der in der Entwässerungspresse 208 entstehende
Presssaft 210 wird zurück
in die Filtereinrichtung 206 geführt. Der entstehende entwässerte Rohkompost 212 kann über eine
Umschalt- und/oder Dosiereinrichtung 66 einer Nachrottung
und/oder Trocknung 214 unterzogen werden.
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In
der Nachrottung 214 wird der entwässerte Rohkompost 212 zu
einem trennbaren Trockenprodukt 216 mit einem Trockensubstanzgehalt
von 75% bis 85% aufbereitet. Der Nachrottung 214 schließt sich
eine Trenneinrichtung 218 an, in der die Inertstoffe 222 zur
Ablagerung gelangen und die restlichen Materialien 224 einer
stofflichen Verwertung zugeführt
werden.
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Die
in den Abgasräumen 190, 202 des
Hydrolysereaktors 174 und des Nassrottereaktors 192 gesammelten
Abgase 188, 200 werden einem Mischbehälter 226 des
sauren Luftwäschers 172 zugeführt und
dort von Ammoniak befreit. Unter Zudosierung von Salz- oder Schwefelsäure 228 kann
als Handelsprodukt Ammonium-Clorid oder Sulfat 230 gewonnen werden.
Dabei sammelt sich im Bodenbereich des Mischbehälters 226 ein Wasser-Säuregemisch 232 an,
das über
eine Sprüheinrichtung 234 mit
einer Umwälzpumpe 236 dem
Mischbehälter 226 entnommen und
kopfseitig wieder eingesprüht
wird, so daß es
mit den Abgasen 188, 200 flächig reagieren kann. Je nach
dem Behandlungsgrad des Wasser-Säuregemisches 232 wird
ein Teil bei der Umwälzung über eine Umschalt-
und/oder Dosiereinrichtung 66 als fertiges Handelsprodukt
Ammonium-Clorid oder Sulfat 230 entnommen. Die bei diesem
Prozeß entstehende entstickte
Abluft 238 kann in einer nachgeschalteten Reinigungsstufe 240 von
Geruchsstoffen befreit als gereinigte Prozeßluft 242 an die Atmosphäre abgegeben
werden.
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11 zeigt
eine Variante eines Stofflösers, durch
den ein quasikontinuierlicher Betrieb gefahren werden kann. Bei
diesem Ausführungsbeispiel
sind zwei oder mehrere Stofflösebehälter 6 hintereinander geschaltet, wobei
jeder mit einer in 10 nicht dargestellten Gasstrompumpe
ausgeführt
ist.
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Das
mechanisch aufbereitete Inputmaterial 2 wird dem ersten
Stofflösebehälter 6a über die
Eintrittsschleuse 10 zugeführt und durch Zugabe von Verdünnungswasser 4 auf
den vorbestimmten Trockensubstanzgehalt eingestellt. Die anfallenden Stör-/Schwerstoffe 18 werden über die
am Boden angeordnete Austrittsschleuse 16 abgezogen und
die im Stofflösebehälter 6a anfallende,
durch das pneumatische Rührwerk
intensiv durchmischte aufgeschlossene Suspension 20 durch
Betätigen
eines Schiebers 152 in den weiteren Stofflösebehälter 6b eingeleitet
wobei die Förderung
vorzugsweise ohne Pumpe durch Schwerkraftwirkung erfolgt. In diesem erfolgt
mittels des pneumatischen Rührwerks
ein weiterer Aufschluss, wobei die entstehende Suspension 20b dann über einen
Schieber 152 einem oder weiteren Stofflösebehältern (nicht dargestellt) oder der
anhand 9 beschriebenen Aufbereitung mittels des Faserstoffabscheiders 98,
des Sandwäschers 122 und
des Fermenters 138 zugeführt wird. Die im Stofflösebehälter 6b anfallenden Stör-/Schwerstoffe 18b werden
wieder am Boden abgezogen. Die Einstellung des Trockensubstanzanteils
TS im Stofflösebehälter 6b erfolgt
entweder in Abhängigkeit
vom TS-Gehalt im Stofflöser 6a oder
es kann auch in den Stofflösebehälter 6b direkt
Verdünnungsflüssigkeit
zugeführt
werden, so dass der TS-Gehalt
in jedem Stofflösebehälter 6a, 6b,
... individuell einstellbar ist.
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In 12 ist
ein Grundaufbau eines alternativen Stofflösers 1.1 dargestellt,
in dem organische Bestandteile des zugeführten Inputmaterials 2, und/oder
des Siebdurchlaufs 78 der Siebanlage 62 in dem
Verdünnungswasser 4 gelöst werden.
Vorzugsweise wird der Stofflöser 1.1 gemäß 12 zur
Aufbereitung von groben Restmüll
und der Stofflöser 1 gemäß 1 zur
Aufbereitung von Biomüll
in Monochargen verwendet. Dabei beträgt die Korngröße der zugeführten Abfallmischung
(nach mechanischer Aufbereitung) bevorzugterweise mindestens 80
mm. Die Mischung 8 wird in dem Stofflöser 1.1 auf einen Trockensubstanzgehalt
von etwa 1-15% verdünnt. Der
Stofflöser 1.1 hat
einen Stofflösebehälter 6 mit
einer im Längsschnitt
im Wesentlichen „liegenden" rechteckigen Form
mit der Länge
L1 und einer Höhe h1.
Vorzugsweise ist das Höhen-Längen-Verhältnis h1:L1 ≥ 1:4 erfüllt.
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Der
Abfall 278 und das Verdünnungswasser 4 werden
dem Stofflösebehälter 6 jeweils über eine Eintrittsschleuse 10 in
einem gemäß der Darstellung linken
Endabschnitt zugeführt.
In einem gemäß der Darstellung
in der 12 rechten Endabschnitt des Stoffbehälters 6 ist
ein konischer Boden 12 ausgeführt, der in eine Ausschleuseöffnung 14 mit
einer Austrittsschleuse 16 mündet, über die die sich am Boden 12 absetzenden
Stör-/Schwerstoffe 18 abgezogen
werden können.
Oberhalb des konischen Bodens 12 ist eine weitere Austrittsschleuse 16 ausgebildet, über die
die im Stofflöser 1 aufgeschlossene, mit
Organik befrachtete Suspension 20 abgezogen, gemäß der vorbeschriebenen 9 aufbereitet
und dann als Verdünnungswasser 4 über die
Eintrittsschleuse 10 wieder zugeführt wird.
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Im
Innenraum des Stofflösebehälters 6 ist
ein Rührwerk 270 mit
einem motorgetriebenen Rotor 272 angeordnet, der sich im
Wesentlichen über
die gesamte Länge
L1 des Stofflösebehälters 6 erstreckt und
auf dem eine Vielzahl von Rotorblättern 276a, b, c, 278a,
b, c angeordnet sind. Bevorzugterweise ist eine gerade Anzahl von
Rotorblättern 276, 278 gewählt. Das
gezeigte Ausführungsbeispiel
zeigt beispielsweise sechs Rotorblätter 276, 278,
jedoch sind auch andere Anzahlen vorstellbar.
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Die
Rotorblätter 276, 278 weisen
jeweils um etwa 180° zueinander
versetzte Blattsteigungswinkel auf, so dass die Rotorblätter 276a, 278a und 276b, 278b und 276c, 278c jeweils
eine entgegengesetzte Förderrichtung
haben. Somit wird die Mischung 8 zwischen den Rotorblättern 276a, 278a und 276b, 278b und 276c, 278c zusammengeführt, wodurch sich
jeweils eine abrasionsfördernde
Verwirbelung 280a, 280b, 280c ausbildet
und die Organik in eine Lösung übergeht.
Gleichzeitig bildet sich zwischen den Rotorblättern 278a, 276b und 278b, 276c eine Gegenverwirbelung 282a, 282b aus,
durch die die Mischung auseinandergeführt wird und somit ebenfalls
die Abrasion begünstigt
und der Übergang
der Organik in Lösung
unterstützt
wird. Die Stör-/Schwerstoffe 18 sinken
in der Mischung 8 nach unten und werden z.B. über einen
Schneckenförderer 284 zum konischen
Boden 12 und somit zur Austrittsschleuse 16 gefördert.
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Um
die zum Teil an den Stör-/Schwerstoffen 18 anhaftende
Organik vollständig
von diesen zu lösen,
ist eine Gaseinpresseinrichtung vorgesehen, über die vorzugsweise Druckluft
in die Ausschleuseöffnung 14 mittels
einer Einpressleitung 156 und einem Druckluftverdichter 36 impulsartig,
d. h. diskontinuierlich, oder kontinuierlich eingeblasen wird, wodurch
die Stör-/Schwerstoffe 18 bis
zu einem gewissen Abstand h2 zum Mischungsspiegel 286 aufsteigen.
Der Abstand h2 kann über
die Menge und Intensität
der Gaseinpressung variabel gewählt
werden. Vorzugsweise ist der gesamte Innenraum des Stofflösebehälters 6 mit
der Mischung 8 gefüllt,
wobei an einem dem Boden 12 gegenüberliegenden Deckenabschnitt
ein Kamin 288 angeordnet ist, in dem die Mischung 8 aufsteigt.
Oberhalb des Mischungsspiegels 286 ist in dem Kamin 288 ein
Gasabzugsraum 240 gebildet, der über eine Saugleitung 38 mit
dem Druckluftverdichter 36 verbunden ist, so dass die Druckluft 52 der
Gaseinpresseinrichtung im Kreislauf gefahren werden kann.
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Des
Weiteren können
im Bereich der Ausschleuseöffnung 14 das
Betriebswasser 82 der Abwasserreinigungsanlage 148 sowie
das Umlaufwasser 108, das dem Aufbereitungskreislauf für das Verdünnungswasser 4 abgezweigt
wird, in den Stofflösebehälter 6 eingeleitet
werden, so dass die Stör-/Schwerstoffe 18 den
Stofflösebehälter 6 als
gereinigte bzw. klare Feststoffe verlassen können.
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Zur
Einstellung einer optimalen Prozesstemperatur in dem Stofflösebehälter 6 kann
dieser zumindest abschnittsweise von einem Doppelmantel 46 umgriffen
sein, durch den ein Heizmedium 142 geführt wird. Zusätzlich kann
eine Isolation 47 vorgesehen sein, die den Stofflösebehälter 6 und
den Doppelmantel 46 umschließt.
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Die 13a–d
zeigen beispielhafte Querschnittsformen des Stofflösers 1.1 aus 12.
Dabei steht der gestrichelt dargestellte Kreis 290 für die Kreisbahn,
die die Rotorblätter 276, 278 mit
ihren Blattspitzen beschreiben.
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So
ist es gemäß 13a vorstellbar, den Stofflösebehälter 6 mit einem kreisrunden
Querschnitt oder gemäß 13b mit zwei parallelen Längswänden 292, 294 auszuführen, die über eine halbkreisförmige Bodenwandung 295 miteinander verbunden
sind. Ebenso ist es möglich,
den Stofflösebehälter 6 gemäß 13c als Vieleck, insbesondere als Sechseck, zu
gestalten, wobei eine Bodenwandung 295 eine kürze Quererstreckung
hat als eine gegenüberliegende
Deckenwandung 297. In 13d ist
ein Stofflösebehälter 6 mit
einem rechteckigen Querschnitt mit bogenförmigen Längswänden 292, 294 realisiert,
wobei im Innenraum des Stofflösebehälters 6 zwei
parallel verlaufende Rotoren 274, 296 angeordnet
sind, deren Rotorblattspitzen jeweils eine Kreisbahn 290, 298 beschreiben,
die zusammen einen Überschneidungsbereich 302 bilden.
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Gemäß 14 können mehrere
Stofflöser 1.1 hintereinander
geschaltet werden, wobei der nachgeschaltete Stofflösebehälter 6n mit
der in dem vorgeschalteten Stofflösebehälter 6a anfallenden Suspension 22 beschickt
wird. Die Gaseinpressung erfolgt vorzugsweise über einen gemeinsamen Druckluftverdichter 36.
Die ausgetragenen Stör-/Schwerstoffe 18 werden
vorzugsweise über
einen gemeinsamen Förderer 304,
beispielsweise ein Schneckenförderer,
der Wascheinrichtung 80 und somit den weiteren Prozessschritten
gemäß 9 zugeführt. Alternativ
zur 9 kann in die Reinigungszone 106 der
Wascheinrichtung 80 das Umlaufwasser 108 eingeleitet
werden.
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15 zeigt
ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel
eines Hydrolysereaktors 174 für Abfallmischungen mit einer
maximalen Korngröße von etwa 80
mm. Der Nassrottereaktor 192 ist für derartige Korngrößen im Wesentlichen
wie der Hydrolysereaktor 174 aufgebaut, so daß die folgenden
Erläuterungen
auch für
diesen Reaktor 192 bzw. für die Nassrotte 164 gelten.
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Der
Reaktor 174 für
die Hydrolyse 162 hat im Innern einen Rührer 176 mit verstellbarer
Förderleistung,
vorzugsweise ein Schaufelrührwerk.
Der Rührer 176 ist
von einem doppelwandigen Leitrohr 244 umgriffen, das stirnseitig
vom Reaktorboden 246 und Reaktorkopf 248 beabstandet
ist und vorzugsweise vollständig
in das Stoffgemisch eintaucht. Der Rührer 176 wird derart
angesteuert, daß sich
eine Umlaufströmung 250 ergibt,
wobei das Stoffgemisch in der 15 von
oben nach unten durch das Leitrohr 244 gefördert wird
und sich außerhalb
des Leitrohrs 244 eine aufsteigende schleifenförmige Strömung 252 ausbildet.
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Das
Leitrohr 244 hat zwischen seiner Innen- und seiner Außenwandung
einen Ringraum 166, der mit einem oberen Vorlauf 184 und
einen unteren Rücklauf 204 eines
nicht dargestellten Kühlaggregats
verbunden ist. Bei Ansteuerung des Kühlaggregats wird der Ringraum 166 von
einem Kühlmittel durchströmt, wodurch
eine Überhitzung
des Stoffgemisches verhindert werden kann.
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Es
ist eine Sauerstoffversorgung 180 vorgesehen, die wahlweise über Arme 254, 256, 258 in
Bodennähe
oder im Bereich oberhalb und unterhalb des Rührers 176 in das Stoffgemisch
Sauerstoff einblasen kann. Die Arme 254, 256, 258 können eine
Vielzahl von Gaseinpressdüsen
aufweisen und werden über
Ventile 262 individuell auf- und zugesteuert. Der für die Hydrolyse 162 benötigte Sauerstoff
kann sowohl als flüssiger,
technischer Sauerstoff, d.h. > 95% O2, vorliegen, als auch in einer Luftzerlegungsanlage als
angereicherter Sauerstoff, d. h > 95%
O2, aufbereitet sein. Bei niedrig belasteten
Stoffgemischen ist es ebenfalls möglich, Umgebungsluft aus der
Atmosphäre
in den Reaktor 174 zu blasen.
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Im
Kopfbereich des Reaktors 174 bildet sich ein Abgasraum 190 zum
Sammeln der bei der Hydrolyse 162 entstehenden Abgase 188.
Der Abgasraum 190 wird durch den Stoffgemischspiegel 186 begrenzt.
Die Abgase 188 können über eine
Leitung 262 im Reaktorkopf 248 zum sauren Luftwäscher 172 abströmen.
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Über eine
kopfseitige, längenverstellbare axiale
Verlängerung 264 des
Leitrohrs 244 können die
Sauerstoffblasen, die sich mit der schleifenartigen Strömung 252 nach
oben bewegen durch den Rührer 176 wieder
angesaugt werden, so daß eine
nahezu 100%-ige Ausnutzung des vorhandenen Sauerstoffs realisiert
wird.
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Die
Sauerstoffausnutzung kann über
eine O2-Sonde 266 in der Leitung 262 durch
Bestimmung des eingeblasenen Sauerstoffs und der Einstellung der
Verlängerung 264 reguliert
werden. Es ist jedoch auch möglich,
die Sauerstoffausnutzung über
eine Axialverschiebung des gesamten Leitrohrs 244 und/oder über eine Änderung
des Stoffgemischspiegels 186 zu optimieren.
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Im
Folgenden werden bevorzugte Bedingungen für eine optimierte Sauerstoffausnutzung
beispielhaft genannt:
Die Leitrohrhöhe H1 entspricht 8 bis 10 mal
dem Leitrohrdurchmesser d1.
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Der
Wirkdurchmesser d2, d.h. der Innendurchmesser des Reaktors 174,
entspricht 4 bis 6 mal dem Leitrohrdurchmesser d1.
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Der
Bodenabstand H2 vom Reaktorboden 246 zum Leitrohr 244 entspricht
1 bis 2 mal dem Leitrohrdurchmesser d1.
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Der
Abstand zwischen dem Stoffgemischspiegel 186 und dem Leitrohr 244 entspricht
2 bis 3 mal dem Leitrohrdurchmesser d1.
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Die
variable Höhenverstellung
H4 zwischen dem Stoffgemischspiegel 186 und dem Leitrohr 244 beträgt 0,5 bis
2 mal dem Leitrohrdurchmesser d1.
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Die
Aufströmgeschwindigkeit
v1 der Umlaufströmung 250 bewegt
sich zwischen 0,1 m/s und 0,8 m/s.
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Der
Leitrohrdurchmesser d1 beträgt
je nach Stoffgemischzusammensetzung und dem Trockensubstanzanteil
zwischen 0,5 m und 1,5 m.
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Gemäß 16 können auch
mehrere obengenannte Leitrohre 244 in dem Reaktor 174 vorgesehen
sein. So können
beispielsweise drei Leitrohre, 244a, 244b, 244c im
Dreieck zueinander stehen.
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Gemäß den 17 und 18 ist
es zur Optimierung der Hydrolyse 162 bzw. der Nassrotte 164 vorstellbar,
mehrere Reaktor 174 bzw. 192 in Reihe zu schalten.
Dabei wird jeweils die aufbereitete Substanz 21, 21a, 21b bzw.
das oxidierte Stoffgemisch 23, 23a, 23b einer
erneuten Hydrolyse 162a, 162b bzw. Nassrotte 164a, 164b unterzogen.
Die Reaktor 174 bzw. 192 können jedoch auch parallel betrieben
werden.
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In 19 ist
ein zweites Verfahrensschema zur Abfallaufbereitung von Abfall mit
organischen Bestandteilen schematisch dargestellt. Die Bezugszeichen
sind entsprechend dem ersten Verfahrensschema gemäß 9 gewählt, so
dass zur Vermeidung einer Wiederholung auf eine detaillierte Betrachtung der
gemeinsamen Einrichtungen und Stoffströme verzichtet wird.
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Zu
Beginn der Abfallaufbereitung wird der aufzubereitende Abfall 60 zunächst einer
Siebanlage 62 zugeführt,
die beispielsweise als ein Rotationssieb ausgeführt ist. Der Abfall 60 weist
vorzugsweise einen Trockensubstanzgehalt von 45-60% auf. Der entstehende
Siebüberlauf 64 kann
entweder direkt entsorgt oder zumindest als Teilstrom einer Sichtungsanlage 68 zur
Trennung des Siebüberlaufs 64 in
Stör-/Schwerstoffe 70 sowie
verschmutzte Leichtstoffe 72 zugeführt werden, die dann jeweils
anschließend
beseitigt werden können.
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Der
organikreiche Siebdurchlauf 78 kann zumindest als Teilstrom
einer Mischanlage 74 zugeführt werden, in der er mit einem
Teilstrom eines entstickten Verdünnungswassers 4 verdünnt und
mittels eines Mischers 268 zu einer Suspension 76 mit
einem Feststoffgehalt von 5-15% aufbereitet wird. Des Weiteren werden über eine
mechanische Vorrichtung der Mischanlage 74 Störstoffe 160,
wie zum Beispiel Bänder,
Seile und Kabel, aus der Suspension 76 abgetrennt und ausgeworfen.
Die derart aufbereitete und von den groben Störstoffen 160 befreite
Suspension 76 wird der Eintrittsschleuse 10 des
Stofflösers 1 bzw. 1.1 zugeführt.
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Die
im Stofflöser 1, 1.1 enthaltenen Stör-/Schwerstoffe 18 werden über die
Austrittsschleuse 16 dem Stofflösebehälter 6 abgezogen und einer
Wascheinrichtung 80 zugeführt, in dem die Stör-/Schwerstoffe 18 anhaftenden
organischen Bestandteilen in einer Reinigungszone 106 mittels
zugeführten
Betriebswassers 82 gereinigt werden. Die so gereinigten
Stör-/Schwerstoffe 84 können dann
einem Eisenmetallabscheider 86 sowie einem Nichteisenmetallabscheider 88 zugeführt werden,
so dass der Stoffstrom der Stör-/Schwerstoffe 84 in
einen eisenhaltigen Anteil 90 und einen Nichteisenmetallanteil 92 und
sonstige Stoffe 94 aufgeteilt wird.
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Die über die
Austrittsschleuse 16 aus dem Stofflöser 1, 1.1 abgezogene
aufgeschlossene Suspension 20 wird einer Hydrolyse 162 bzw. 162.1 unterzogen.
Bevorzugterweise wird in der Hydrolyse 162, 162.1 ein
Trockensubstanzgehalt von 5-15% eingestellt. Die mit Stickstoff
beladenen Abgase 188 der Hydrolyse 162, 162.1 werden
zur Entstickung einem sauren Luftwäscher 172 und anschließend nach Durchlaufen
einer Reinigungsstufe 240 zur Befreiung der entstickten
Abgase von Geruchsstoffen als gereinigte Prozessluft 240 an
die Atmosphäre
abgegeben.
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Die
in der Hydrolyse 162, 162.1 aufbereitete Suspension 21 wird
einer Stofftrennanlage 300 zur Abtrennung der mit Organik
hochbelasteten Flüssigkeit 132 von
den im Wesentlichen organikfreien Feststoffen 116 der Suspension 21 zugeführt. Quasi
als Nebenprodukt fällt
bei dieser Stofftrennung 300 gereinigter Feinsand 130 an,
der dem Prozess entnommen werden kann.
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Die
Flüssigkeit 132 wird
in einem Zwischenspeicher 134 gespeichert und je nach Bedarf
zur Biogasgewinnung einem Fermenter 138 und/oder als Umlaufwasser,
einem Wärmetauscher 140 zugeführt, in
dem es mittels eines Heizmediums 142 auf Prozesstemperatur
erwärmt
wird und dann als Verdünnungswasser 4 für den Stofflöser 1, 1.1 verwendet
werden kann.
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Die
Feststoffe 116 weisen vorzugsweise einen Trockensubstanzgehalt
von 5% auf und werden einer Nassrotte 164 bzw. 164.1 – auch als
Nassoxidation bezeichnet – unterzogen.
Die bei der Nassoxidation 164, 164.1 und bei der
damit einhergehenden Entstickung anfallenden Abgase 200 sind
stark mit Stickstoff beladen und werden zur Entstickung dem sauren
Luftwäscher 172 zugeführt.
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Das
in der Nassoxidation 164, 164.1 oxidierte Stoffgemisch 23 wird
einer Trennanlage 168 zugeführt, aus der zum Einen Rohkompost 212 ausgeschieden
und zum Anderen feststofffreies Abwasser 170 als Verdünnungswasser 4 dem
Stofflöser 1, 1.1 zugeführt und/oder
in einer Abwasserreinigungsanlage 148 zur Abführung als
Abwasser 150 in die Kanalisation gereinigt wird. Ein Teilstrom
des gereinigten Abwassers 150 wird als Betriebswasser 82 in
die Reinigungszone 106 der Wascheinrichtung 80 sowie
zur Stofftrennanlage 300 geführt. Ebenso wird ein Teilstrom
des gereinigten Abwassers 150 als Betriebswasser 82 mit
dem Teilstrom des Umlaufwassers 132 nach dem Fermenter 138 vermischt.
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In
dem Fermenter wird unter Einwirkung von Methanbakterien aus dem
organisch hochbelasteten Umlaufwassser 132 Biogas 144 gewonnen.
Dabei fällt
entfrachtetes Abwasser 146 an, das als entfrachtetes Faulwasser 159 der
Nassoxidation 164, 164.1 zugeführt werden kann. Der für die Nassoxidation 164, 164.1 nicht
benötigte
Stoffstrom des Abwassers 146 kann als Überschusswasser 174 der
Abwasserreinigungsanlage 148 zugeführt werden.
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Weiterhin
ist in 19 dargestellt, dass die entwässerten
Feststoffe 116 zumindest als Teilstrom nach dem Durchlaufen
einer Trocknung 311 eine Kompaktieranlage 312 zur
Herstellung eines Brennstoffes zur thermisch/stofflichen Verwertung
in einer Vergasungs- oder
Verbrennungsanlage 317 zugeführt werden können, wobei
ein in einer Verflüssigungseinrichtung 313 und/oder
einer Aufbereitungs- und Dosiereinrichtung 314 aufbereitetes
Bindemittel 315 zur Verwendung als Klebstoff der Kompaktieranlage 312 zugeführt wird.
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Im
Folgenden erfolgt eine detailliertere Beschreibung der Hydrolyse 162.1,
der Nassoxidation 164.1, der Stofftrennanlage 300,
der Trennanlage 168 sowie der Kompaktierung.
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Bei
der Hydrolyse 162.1 wird wie bereits bei der Hydrolyse 162 mit
dem Reaktor nach 15 die aufgeschlossene Suspension 20 grob
gesäubert
und organisches Material derart aufgeschlossen, dass es der Vergärung in
dem Fermenter 138 zur Verfügung steht. Ferner werden die
nicht anaerob abbaubaren Stoffe von Haftkorn und Verschmutzungen
abgetrennt.
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Gemäß 20 erfolgt
für Stoffgemische
mit einer minimalen Korngröße von etwa
80 mm die Hydrolyse 162.1 im Wesentlichen in einem Reaktor 174, der
in Bodennähe 246 eine
Einblaseinrichtung 178 zum Einblasen von Sauerstoff aufweist,
wodurch sich eine in dem Stoffgemisch aufsteigende schraubenlinieneartige
Strömung 252 ausbildet,
mittels derer das Stoffgemisch durchmischt wird. Entsprechend ist kein
mechanisches Rührwerk
notwendig. Die Einblasung kann impulsartig oder kontinuierlich erfolgen.
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Die
Beschickung des Reaktors 174 mit der Suspension 20 aus
dem Stofflöser 1, 1.11 sowie
die Entnahme der hydrolysierten Suspension 21 erfolgt jeweils
in einem mittleren Reaktorabschnitt.
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Die
Einblaseinrichtung 178 umfasst zumindest eine Lanze bzw.
einen Arm 254 mit einer Vielzahl von Düsen zum Einblasen des Sauerstoffs
in das Stoffgemisch, der mit einer Sauerstoffversorgung 180 in
Verbindung steht. Vorzugsweise wird durch die Düsen reiner Sauerstoff eingeblasen.
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Der
eingeblasene Sauerstoff und die bei der Hydrolyse 162.1 anfallenden
Abgase 188 sammeln sich oberhalb eines Stoffgemischspiegels 186 in
einem Abgasraum 190. Da bei der Hydrolyse 162 ein Teil
des Sauerstoffs durch CO2 veratmet, d.h.
inertisiert, wird, ist zur optimalen Regelung der Sauerstoffversorgung 180 im
Reaktorkopf 248 eine O2-Messsonde 266 vorgesehen.
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Zur
Verstärkung
der Durchmischung des Stoffgemisches in dem Hydrolysereaktor 174 kann zumindest
ein Teilstrom des Abgases 188 über eine Saugleitung 38,
einen Druckluftverdichter 36, eine Einpressleitung 136 sowie
einen Arm 306, der mit einer Vielzahl von Düsen versehen
ist und gemäß der Ansicht
in der 20 oberhalb der Lanze 254 der Einblaseinrichtung 178 angeordnet
ist, in das Stoffgemisch impulsartig oder kontinuierlich eingedüst werden.
Die eingedüsten
Abgase 188 bilden ebenfalls eine aufsteigende schraubenlinienartige
Strömung 308 aus,
die sich mit der Strömung 252 des eingedüsten Sauerstoffs
zu einer Gesamtströmung 310 überlagert.
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Die
nicht in das Stoffgemisch eingedüsten Abgase 188 werden
wie bereits unter 19 beschrieben dem sauren Luftwäscher 172 zur
Entstickung zugeführt.
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Bevorzugterweise
beträgt
der Trockensubstanzgehalt des Stoffgemisches 5-15% und die Temperatur
des Stoffgemisches in dem Reaktor 174 70 °C. Diese
Temperatur ist ausreichend, um Fett bzw. Fettverbindungen zu lösen. Um
die 70 °C
konstant einhalten zu können,
ist eine Isolation 47 vorgesehen, die von Kühlflüssigkeit
eines Kälteaggregat 182 durchströmt wird.
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In
der Nassrotte bzw. Nassoxidation 164.1 wird wie bei der
Nassrotte 164 mit dem Nassrottereaktor gemäß 15 die
nicht anaerob abbaubare Organik veratmet und der Stickstoff als
Ammoniak ausgetrieben. Bei der Oxidation 164.1 wird durch
die Begasung das Umlaufwasser 132, 133, 4 entstickt und
somit eine Aufkonzentrierung von Ammonium verhindert, welche die
Biologie im Fermenter 138 stört und die Gasproduktion und
Abbauleistung hemmt.
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Die
Nassoxidation 164.1 erfolgt für Stoffgemische mit einer minimalen
Korngröße von etwa
80 mm gemäß 21 im
Wesentlichen in einem Reaktor 192, der den Reaktor 174 der
Hydrolyse 162.1 entspricht. So weist auch dieser Reaktor 192 eine
bodennahe impulsartig und diskontinuierlich betreibbare Einblaseinrichtung 178 zum
Einblasen von Sauerstoff und zum Durchmischen des Stoffgemisches
in dem Reaktor 192 auf. Zur Regelung der Sauerstoffversorgung 180 ist
eine vorbeschriebene O2-Messsonde 266 vorgesehen.
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Ebenso
können
die bei der Nassoxidation 164.1 entstehenden Abgase 200 mittels
einer Rückführung wieder
in das Stoffgemisch zumindest als Teilstrom implusartig oder diskontinuierlich
eingedüst werden.
Die nicht zurückgeführten Abgase 200 werden
gemäß 19 dem
sauren Luftmischer 172 zur Entstickung zugeführt.
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Weiterhin
ist eine Isolation 74 mit einem Kälteaggregat 182 zur
Einstellung einer konstanten Temperatur des Stoffgemisches vorgesehen.
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Ferner
erfolgt die Zuführung
der in der Stofftrennung 200 entwässerten Feststoffe 116 sowie
des Faulwassers 159 des Fermenters 138 und die
Entnahme des oxidierten Stoffgemisches 23 wie die Stoffströme 20, 21 bei
der Hydrolyse 162.1 in einem mittleren Reaktorabschnitt.
Vorzugsweise wird in dem Reaktor 192 ein Trockensubstanzgehalt
von 5-15% eingestellt. Das zugeführte
Faulwasser 159 dient vornehmlich als Verdünnungswasser.
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Der
wesentliche Unterschied zwischen dem Hydrolysereaktor 174 und
dem Nassoxidationsreaktor 192 besteht darin, dass bei der
Nassoxidation 164.1 mehr Sauerstoff in das Stoffgemisch
eingepresst wird, um die Stoffe, die noch nicht in Lösung übergegangen
sind, in eine derartige zu überführen sowie
um das Stoffgemisch zu entsticken Dies hat den Vorteil, dass auf
eine Nachrottung 214 wie bei dem Verfahrensschema nach 9 und 10 verzichtet
werden kann, wodurch unter Anderem erhebliche Kostenreduzierungen
möglich
sind.
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Neben
dem Beatmen der nicht anaeroben abbaubaren Organik und dem Austreiben
des Stickstoffs als Ammoniak kann bei der Nassoxidation 164, 164.1 ebenfalls
je nach Art der Steuerung eine Hygienisierung des Stoffgemisches
in dem Reaktor 192 erfolgen. Dabei können nicht nur die sich in
dem Stoffgemisch befindenden Feststoffe 116, sondern auch
die mit und ohne Feststoffe versetzten Abwässer 146 des Fermenters 138 hygienisiert
werden. Ebenso können
Abwässer
von Kompostanlagen mit Hilfe der Nassoxidation 164, 164.1 hygienisiert
werden.
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Durch
die Hygienisierung in der Nassoxidation 164, 164.1 wird
die Möglichkeit
gegeben, sowohl hygienisierte Feststoffe (Kompost) als auch ein
Gemisch von Feststoffen und Prozesswässern bzw. Abwässern oder
aber reine Prozesswässer
oder spezielle Abwässer
direkt landbaulich zu nutzen.
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Vorzugsweise
erfolgt die Hygienisierung bei der Nassoxidation 164, 164.1 zu
Beginn der Nassoxidation 164, 164.1, da mit den
vorherrschenden hohen Temperaturen auch eine Verbesserung der mikrobiellen
Verfügbarkeit
der organischen Substanzen bewirkt wird. Jedoch ist es auch vorstellbar,
die Hygienisierung am Ende der Nassoxidation 164, 164.1 durchzuführen.
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Die
Hygienisierungszeiten sind von den vorherrschenden Temperaturen
abhängig,
so dass je nach Temperatur verschiedene Hygienisierungszeiten einzuhalten sind.
Z. B. kann eine von der deutschen Bioabfallverordnung geforderte
Hygienisierungsleistung bei 70 °C über einen
Zeitraum von einer Stunde erreicht werden. Bei geringeren Temperaturen
muß die
Verweilzeit entsprechend verlängert werden.
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Die
Hygienisierung ist insbesondere für alle Biomasserohstoffe relevant,
die einer landbaulichen Verwertung zugeführt werden sollen. Hierzu zählen insbesondere
Bio- und Grünabfälle, Abfälle aus
der Landwirtschaft und Energiepflanzen, Küchen- und Kantinenabfälle, Klärschlämme und
spezielle Prozess- und Abwässer.
Europaweit können
hierzu auch Biomasseprodukte aus dem Gesamtmüll gezählt werden.
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22 zeigt
einen schematischen Aufbau der Stofftrennanlage 300. Die
in der Hydrolyse 162, 162.1 aufbereitete Suspension 21 wird
gemeinsam mit dem verschmutzten Betriebswasser 96 aus der Wascheinrichtung 80 einen
Faserstoffabscheider 98 zugeführt, der beispielhaft als Rotationssieb
ausgeführt
ist. Zusätzlich
kann das in der Abwasserreinigungsanlage 148 gewonnen Betriebswasser 82 dem Faserstoffabscheider 98 als
Verdünnung
zugeführt werden.
In dem Faserstoffabscheider 98 werden Faser und Schwimmstoffe 100 vom
organikhaltigen Wasser 102 abgetrennt.
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Die
Faser und Schwimmstoffe 100 werden in einer Feststoffsieb-
und Waschanlage 104 durch Zugabe eines Teilstroms des Betriebswassers 82 in
einer Reinigungszone 106 gereinigt. Dieser Reinigungsvorgang
kann dadurch unterstützt
werden, dass durch die Reinigungszone 106 zusätzlich Umlaufwasser 108 geführt wird,
das dem Kreislauf des Verdünnungswassers 4 vor
dem Wärmetauscher 140 abgezweigt
ist. In der Reinigungszone 106 werden die organischen Bestandteile
der Faser- und Schwimmstoffe 100 von diesem abgelöst. Wenn
eine sehr intensive Reinigung erforderlich ist, wird der Reinigungszone 106 zusätzlich das
Betriebswasser 82 zugeführt.
Bei weniger intensiven Reinigungen kann der Anteil am Umlaufwasser 108 vergrößert werden.
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Die
abgereinigten und über
einen Feststoffaustritt 110 der Waschanlage 104 abgezogenen Fest-
und Faserstoffe 112 werden in einer Entwässerungspresse 114 entwässert und
die entwässerten Feststoffe 116 werden
der Nassoxidation 164, 164.1 unterzogen.
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Das
in der Entwässerungspresse 114 anfallende,
mit Organik beladene Wasser 118 wird zusammen mit dem aus
der Reinigungszone 106 abströmenden mit Organik beladenen
Waschwasser 120 vermischt einem Sandwäscher 122 zugeführt. Ebenso
kann das organikhaltige Wasser 102 dem Sandwäscher 122 zugeführt werden.
In dem Sandwäscher 122 wird
der Feinsandanteil 124 durch Einwirkung eines Rührers 126 abgetrennt
und die an dem Feinsandanteil 124 anhaftenden organischen
Bestandteile durch Zugabe des Betriebswassers 82 abgelöst. Der so
vorgereinigte Feinsand 124 wird dann einer Feinsandwascheinrichtung 128 zugeführt, deren
Grundaufbau der Wascheinrichtung 80 bzw. 104 gemäß 19 entspricht.
Der gereinigte Feinsand 130 kann dann einer stofflichen
Verwertung im Tief- und Straßenbau
zugeführt
werden.
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Die
bei der Sandwäsche
anfallende mit Organik hochbelastete Flüssigkeit 132 wird
wie bereits unter 19 beschrieben in dem Zwischenspeicher 134 zwischengespeichert
und einem Fermenter 138 zugeführt und/oder als Umlaufwasser 132 verwendet.
-
Gemäß 23 wird
bei der Trennanlage 168 das oxidierte Stoffgemisch 23 der
Nassoxidation 164, 164.1 zusammen mit dem Betriebswasser 82 und Mischwasser 121 aus
einer Feststoffsieb- und Waschanlage 104 und einer Entwässerungspresse 114 einem
Faserstoffabscheider 98 zur Gewinnung des feststofffreien
Abwassers 170 zugeführt,
welches wie unter 19 beschrieben der Abwasserreinigungsanlage 148 und/oder
als Verdünnungswasser 4 für den Stofflöser 1, 1.1 verwendet
wird.
-
Der
Faserstoffabscheider 98 ist beispielhaft als Rotationssieb
ausgeführt,
wobei die abgetrennten Faser- und
Schwimmstoffe 100 der Feststoffsieb- und Waschanlage 104 zugeführt werden,
in deren Reinigungszone 106 die anhaftenden organischen Bestandteile
mittels des Betriebswassers 82 und/oder des abgezweigten
Umlaufwassers 108 abgetrennt werden. Die nach der Reinigungszone 106 entwässerten
und gereinigten Feststoffe 112 werden über einen Feststoffaustritt 110 abgezogen
und in der Entwässerungspresse 114 zu
dem bereits in der 19 genannten Rohkompost 212 verdichtet.
-
Das
in der Entwässerungspresse 114 ausgepresste
mit Organik hochbelastete Wasser 118 wird zusammen mit
dem Waschwasser 120 der Feststoffsieb- und Waschanlage 104 als
das Mischwasser 121 dem Faserstoffabscheider 98 zugeführt.
-
Gemäß 24 werden
bei der Kompaktierung zur Herstellung von Brennstoffen für die Vergasungs-
oder Verbrennungsanlage 317 aus 19 die
entwässerten
Feststoffe 116 einer Trocknung 311 unterzogen
Nach der Trocknung 311 wird ein entstehendes Trockenstoffgemisch 311.1 mit
einem Wassergehalt von vorzugsweise 15% bis 25% einer Kompaktieranlage 312,
insbesondere eine Brikettier- oder Pelletiereinrichtung
mit integrierten Mischer oder Extruder oder einer Stangenpresse,
zugeführt.
Die Kompaktierung erfolgt vorzugsweise unter Niederdruck, wobei
dem Trockenstoffgemisch 311.1 ein Bindemittel als Klebstoff
beigemischt wird, um die unter Niederdruck erzeugten Formstücke 312.1 wie zum
Beispiel Briketts und Pellets bis zur Verglühung 317 zusammenzuhalten.
Die Kompaktierung unter Niederdruck und unter Zugabe des Bindemittels 315 hat
den Vorteil, dass der Energieaufwand zur Herstellung der Formstücke 317 reduziert
und der Verschleiß der
Anlagenteile der Kompaktieranlage 312 wie zum Beispiel
des Mischers verringert ist. So benötigt die erfindungsgemäße Kompaktierung 312 mit dem
Bindemittel 315 etwa 20 kW elektrischen Strom und verursacht
Verschleißkosten
von etwa 1EUR/Mg bis 6EUR/Mg, wohingegen bei einer herkömmlichen Kompaktierung
zur Herstellung von 1Mg Formstücken
aus Abfall 100 kW elektrischer Strom und Verschleißkosten
um 15EUR anfallen, wodurch Gesamtkosten/Mg von etwa EUR50 anfallen.
-
Der
Klebstoff 315 wird vorrangig aus dem erzeugten Siebüberlauf 72 gewonnen,
welcher zu etwa 80% aus Kunststoffen besteht und in einer Verflüssigungsvorrichtung 313 durch
Extrudieren oder thermisch/chemische Einwirkung in eine zähflüssige Einspritzmasse 313.1 umgeformt
wird.
-
Für den Fall,
dass kein oder zu wenig Kunststoffmaterial 72 zur Verfügung steht,
kann auch mit zugelieferten Bindemittel 316 wie zum Beispiel
Kalkmilch oder Stärke über die
Aufbereitungs- und Dosiereinrichtung 314 als organisch-
oder anorganisches Bindemittel 314.1 der Kompaktieranlage 312 beigemischt
werden. In diesem Fall wird natürlich
der organischen Stärke
wie zum Beispiel Kartoffelstärke der
Vorrang gegeben, weil diese im Gegensatz zur kostengünstigeren
Kalkmilch rückstandslos
verbrannt wird und elektrische und/oder thermische Energie 317.1 freigesetzt
wird. Die Kalkmilch kann als Schlacke bzw. Mineralstoffe 317.2 entsorgt
werden.
-
Je
nach den Qualitätsanforderungen
an den zuzuführenden
Brennstoff in die Vergasungs- oder Verbrennungsanlage 317 kann
ganz oder teilweise die Kompaktieranlage 312 umfahren werden
und die Stoffströme 72 und 311.1 direkt
der thermischen Verwertung 317 zugeführt werden.
-
Offenbart
sind ein Verfahren zur Behandlung von Abfall mit organischen Bestandteilen,
wobei bei einheitlichen Verfahrensschritten in Abhängigkeit
der Korngröße der Abfallmischung
unterschiedliche Stofflöser
zum Lösen
der organischen Bestandteile in einer Verdünnungsflüssigkeit und unterschiedliche Reaktoren
zur Durchführung
einer Hydrolyse und/oder einer Nassrotte verwendet werden sowie geeignete
Stofflöser
und Reaktoren. Weiterhin ist eine geeignete Abfallaufbereitungsanlage
offenbart.
-
- 1
- Stofflöser
- 1.1
- Stofflöser
- 2
- Inputmaterial
- 4
- Verdünnungswasser
- 6
- Stofflösebehälter
- 8
- Mischung
- 10
- Eintrittsschleuse
- 12
- Boden
- 14
- Ausschleuseöffnung
- 16
- Austrittsschleuse
- 18
- Stör-/Schwerstoff
- 20
- aufgeschlossene
Suspension
- 21
- aufbereitete
Suspension (Hydrolyse)
- 21a
- aufbereitete
Suspension (Hydrolyse)
- 21b
- aufbereitete
Suspension (Hydrolyse)
- 22
- Kopf
- 23
- oxidiertes
Stoffgemisch (Nassrotte)
- 23a
- oxidiertes
Stoffgemisch(Nassrotte)
- 23b
- oxidiertes
Stoffgemisch (Nassrotte)
- 24
- Gasstrompumpe
- 26
- Innenrohr
- 27
- Düsenplatte
- 28
- Gaseinpressdüse
- 30
- Druckluftleitung
- 32
- Steuerventil
- 34
- Windkessel
- 36
- Druckluftverdichter
- 38
- Saugleitung
- 40
- Transportluft
- 42
- Gasabzugsraum
- 44
- Prallplatte
- 46
- Doppelmantel
- 47
- Isolation
- 48
- nach
oben gerichtete Suspensionsströmung
- 50
- Druckluftblase
- 52
- Druckluft
- 54
- Pegel
- 56
- Ringraum
- 58
- Leitblech
- 60
- Abfall
- 62
- Siebanlage
- 64
- Siebüberlauf
- 66
- Umschalteinrichtung-
und/oder Dosiereinrichtung
- 68
- Sichtungsanlage
- 70
- Schwer-/Störstoffe
- 72
- Leichtstoffe
- 74
- Mischanlage
- 76
- Suspension
- 78
- Siebdurchlauf
- 80
- Wascheinrichtung
- 82
- Betriebswasser
- 84
- gereinigte
Schwerstoffe
- 86
- Eisenmetallabscheider
- 88
- Nichteisenmetallabscheider
- 90
- Eisenmetallanteil
- 92
- Nichteisenmetallanteil
- 94
- sonstige
Stoffe
- 96
- verschmutztes
Betriebswasser
- 98
- Faserstoffabscheider
- 100
- Faser-/Schwimmstoffe
- 102
- organikhaltiges
Wasser
- 104
- Feststoffsieb-
und Waschanlage
- 106
- Reinigungszone
- 108
- Umlaufwasser
- 110
- Feststoffaustritt
- 112
- abgereinigter
Fest-/Faserstoff
- 114
- Entwässerungspresse
- 116
- entwässerte Feststoffe
- 118
- Wasser
mit gelöster
Organik
- 120
- Waschwasser
- 121
- Mischwasser
- 122
- Sandwäscher
- 123
- Sandaustrag
- 124
- vorgereinigter
Feinsand
- 126
- Rührwerk
- 128
- Feinsandwascheinrichtung
- 130
- gereinigter
Feinsand
- 132
- organisch
hochbelastetes Umlaufwasser
- 133
- Suspensionsgemisch
- 134
- Zwischenspeicher
- 136
- Pumpe
- 138
- Fermenter
- 140
- Wärmetauscher
- 142
- Heizmedium
- 144
- Biogas
- 146
- entfrachtetes
Abwasser
- 147
- Überschusswasser
- 148
- Abwasserreinigungsanlage
- 150
- gereinigtes
Abwasser
- 152
- Schieber
- 154
- Bypassleitung
- 156
- Einpressleitung
- 158
- Mischwasser
- 159
- Faulwasser
- 160
- Störstoffe
- 162
- Hydrolyse
bzw. Versäuerungsstufe
- 162a
- Hydrolyse
bzw. Versäuerungsstufe
- 162b
- Hydrolyse
bzw. Versäuerungsstufe
- 164
- Nassrotte
- 164a
- Nassrotte
- 164b
- Nassrotte
- 166
- Ringraum
- 168
- Trennanlage
- 170
- feststofffreies
Abwasser
- 172
- saurer
Luftwäscher
- 174
- Reaktor
- 176
- Rührer
- 178
- Einblaseinrichtung
- 180
- Sauerstoffversorgung
- 182
- Kälteaggregat
- 184
- Vorlauf
- 186
- Stoffgemischspiegel
- 188
- Abgase
- 190
- Abgasraum
- 192
- Reaktor
- 194
- Rührer
- 196
- Einblaseinrichtung
- 198
- Stoffgemischspiegel
- 200
- Abgase
- 202
- Abgasraum
- 204
- Rücklauf
- 206
- Filtereinrichtung
- 208
- Entwässerungspresse
- 210
- Presssaft
- 212
- Rohkompost
- 214
- Nachrottung
- 216
- Trockenprodukt
- 218
- Trenneinrichtung
- 220
- Fest-
und Faserstoffe
- 222
- Inertstoffe
- 224
- Materialien
- 226
- Mischbehälter
- 228
- Salz-
oder Schwefelsäure
- 230
- Ammonium-Clorid
oder Sulfat
- 232
- Wasser-Säuregemisch
- 234
- Sprüheinrichtung
- 236
- Umwälzpumpe
- 238
- Abluft
- 240
- Reinigungsstufe
- 242
- Prozeßluft
- 244
- Leitrohr
- 244a
- Leitrohr
- 244b
- Leitrohr
- 244c
- Leitrohr
- 246
- Reaktorboden
- 248
- Reaktorkopf
- 250
- Umlaufströmung
- 252
- Strömung
- 254
- Arm
- 256
- Arm
- 258
- Arm
- 260
- Ventil
- 262
- Leitung
- 264
- Verlängerung
- 266
- O2-Sonde
- 268
- Mischer
- 270
- Rührwerk
- 272
- Rotor
- 276a
- Rotorblatt
- 276b
- Rotorblatt
- 276c
- Rotorblatt
- 278a
- Rotorblatt
- 278b
- Rotorblatt
- 278c
- Rotorblatt
- 280a
- Verwirbeluung
- 280b
- Verwirbeluung
- 280c
- Verwirbeluung
- 282a
- Gegenverwirbelung
- 282b
- Gegenverwirbelung
- 282c
- Gegenverwirbelung
- 284
- Schneckenförderer
- 286
- Mischungsspiegel
- 288
- Kamin
- 290
- Kreisbahn
- 292
- Längswandung
- 294
- Längswandung
- 295
- Bodenwandung
- 296
- Rotor
- 297
- Deckenwandung
- 298
- Kreisbahn
- 300
- Stofftrennanlage
- 302
- Überschneidungsbereich
- 304
- Förderer
- 306
- Arm
- 308
- Strömung
- 310
- Gesamtströmung
- 311
- Trockung
- 311.1
- Trockenstoffgemisch
- 312
- Kompaktieranlage
- 312.1
- Formstück (Briketts,
Pellets)
- 313
- Verflüssigungsvorrichtung
- 313.1
- Einspritzmasse
- 314
- Aufbereitungs-
und Dosiereinrichtung
- 314.1
- Bindemittel
- 315
- eigenerzeugtes
Bindemittel
- 316
- zugeliefertes
Bindemittel
- 317
- Verbrennungs-
Vergasungsanlage
- 317.1
- elektrische
und thermischen Energie
- 317.2
- Mineralstoffe/Schlacke