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Die
Erfindung betrifft ein elektronisches Treffermeldesystem für den Fechtsport.
Sie bezieht sich insbesondere auf ein entsprechendes System, welches
die Treffererkennung und Anzeige ohne das Erfordernis des Mitführens eines
Schlepp- oder Rollenkabels durch die Fechter ermöglicht.
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Im
Fechtsport besteht das Problem, dass die von den Aktiven, den Fechtern,
ausgeführten
Aktionen sehr schnell und häufig
in Bruchteilen von Sekunden ablaufen. Dadurch ist es zum einen den
Zuschauern erschwert, dem Wettkampfgeschehen zu folgen. Dies gilt
im besonderen Maße
nicht zuletzt für Fernsehübertragungen.
Zum anderen ist es aber, was viel wesentlicher ist, auch für die Kampfrichter, welche über den
Ausgang eines Fechtduells zu befinden haben, sehr schwierig, Treffer überhaupt
zu erkennen und dabei außerdem
regelkonforme Treffer von solchen zu unterscheiden, die dies nicht
sind.
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Bereits
seit langem bedient man sich daher technischer Mittel zur Erkennung
und Anzeige von Treffern. Nach dem Stand der Technik handelt es
sich hierbei um Signallampen, welche im Falle eines Treffers durch
Schließen
oder Öffnen
verhältnismäßig einfacher
Stromkreise zum Leuchten gebracht werden und damit den Treffer signalisieren.
Zur Realisierung entsprechender Stromkreise sind die verwendeten
Waffen und, je nach Fechtdisziplin, die von den Sportlern getragenen
Westen und/oder die Fechtbahn elektrisch leitend ausgebildet. Zudem
sind in den Spitzen der Waffen, mit Ausnahme des Säbels, elektrische
Kontaktelemente vorgesehen. Die Fechter sind zur Spannungsversorgung
der jeweils gebildeten Stromkreise mit einem Schleppkabel ausgestattet,
an welches sie über
den gesamten Kampf angekoppelt sind. Hierdurch sind jedoch die Fechter
in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt. Zudem ist festzustellen,
dass aufgrund des recht komplizierten Regelwerks im Fechtsport bei
Anordnungen der dargestellten Art häufiger auch Fehlanzeigen zu
verzeichnen sind. Nicht zuletzt ist durch das Schleppkabel auch
eine gewisse Verletzungsgefahr für
die Fechter gegeben. Daher ist das Bemühen der mit dem Fechtsport
befassten Kreise seit längerem
darauf gerichtet, gemeinsam mit Technikern bessere Lösungen zu
finden.
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Allerdings
zeigt die Tatsache, dass auch in der heutigen Wettkampfpraxis nach
wie vor von dem vorstehend genannten Prinzip Gebrauch gemacht wird,
dass bislang offenbar keine zufriedenstellenden Lösungen gefunden
wurden. Dies trifft insbesondere auch für in der Vergangenheit vereinzelt
vorgeschlagene Lösungen
zur drahtlosen Treffererkennung und/oder -übertragung auf Anzeigegeräte zu. Das Problem
stellt hierbei nicht die drahtlose Übertragung entsprechender,
aufgrund eines Treffers hervorgerufener Signale als solches dar,
sondern die hinreichend genaue und zuverlässige Treffererkennung, für die sich
teilweise erheblich hinsichtlich des Regelwerks unterscheidenden
Fechtarten Säbel,
Degen und Florett. So ist zwar beispielsweise für das Florett- und Degenfechten
bereits ein drahtlos arbeitendes Treffermeldegerät bekannt geworden, jedoch
hat dieses in der Praxis bisher wenig Akzeptanz gefunden. Zudem
ist es für
das Säbelfechten
nicht geeignet. Insbesondere beim Säbelfechten erweist sich die Treffererkennung
als äußerst schwierig.
Eine drahtlose Lösung
für das
Florett- und Degenfechten
wird in der Druckschrift
DE
298 12 961 U1 offenbart.
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Weiterhin
wird eine drahtlose Lösung
durch die
EP 1 134 066 beschrieben.
Auch bei dieser Lösung
dürften
jedoch hinsichtlich einer zuverlässigen Treffererkennung
beim Säbelfechten
Probleme bestehen. Zudem ist es bei der in dieser Schrift dargestellten
Lösung
erforderlich, die gesamte Fechtausrüstung, nämlich sowohl die Waffen als
auch die Kleidung der Fechter, in spezieller Weise auszubilden,
so dass die bisherige Ausrüstung
hierfür
nicht verwendbar ist.
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Durch
die
DE 34 03 788 A1 wird
eine Lösung dargestellt,
bei welcher die Treffererkennung mittels einer Widerstandsbrückenschaltung
erfolgt. Zwar lassen sich mit dieser Lösung Treffer wohl vergleichsweise
zuverlässig
erkennen, jedoch ist bei ihr der Verzicht auf ein Rollen- oder Schleppkabel
nicht ohne weiteres möglich,
beziehungsweise ist zur Bildung des jeweils zweiten Zweiges der
Brückenschaltung (1.
Zweig = leitfähige
Verbindung über
leitfähige
Teile der Kleidung und die treffende, zumindest teilweise leitfähige Waffe)
eine leitfähige
Fechtbahn erforderlich.
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Aufgabe
der vorliegenden Erfindung ist es daher, eine Lösung anzugeben, welche eine
zuverlässige
Treffererkennung für
die drei im Wettkampfsport ausgetragenen Fechtarten ermöglicht und
darüber
hinaus, im Hinblick auf eine größere Bewegungsfreiheit
der Akteure, das Mitführen
eines Schlepp- oder Rollenkabels durch die Fechter sowie eine leitfähige Fechtbahn
entbehrlich macht.
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Die
Aufgabe wird durch ein elektronisches Treffermeldesystem mit den
Merkmalen des Hauptanspruchs gelöst.
Vorteilhafte Aus- beziehungsweise Weiterbildungen der Erfindung
sind durch die Unteransprüche
gegeben.
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Das
vorgeschlagene elektronische Treffermeldesystem besteht im Wesentlichen
aus einer Anordnung zur Treffererkennung, Einheiten zur akustischen
oder optischen Signalisierung von Treffern und Übertragungseinheiten zur Übertragung
eines von der Anordnung zur Treffererkennung generierten Signals
an die vorgenannten Einheiten zur optischen und/oder akustischen
Signalisierung von Treffern. Bei den letztgenannten Signalisierungseinheiten handelt
es sich um eine zentrale Einheit an der Fechtbahn und/oder um durch
die Fechter mitgeführte
Einheiten. Die Anordnung zur Treffererkennung, die Übertragungseinheiten
und die von den Fechtern gegebenenfalls mitgeführten Signalisierungseinheiten
arbeiten dabei autark, das heißt
durch die Fechter wird, anders als im Fechtsport derzeit allgemein üblich, kein
Schlepp- oder Rollenkabel mitgeführt.
In erfindungswesentlicher Weise umfasst dazu die Einheit zur Treffererkennung
eine kapazitive Brückenschaltung.
Diese ist dadurch gebildet, dass jeder der Fechter einen Wechselspannungsgenerator
zur Erzeugung einer Kleinspannung mitführt und die von diesem Generator
erzeugte Wechselspannung auf die leitfähigen Teile seiner Kleidung
und der Waffe gelegt wird. Soweit dabei der Hauptanspruch auf batteriebetriebene
Geräten
abstellt, schließt
dies selbstverständlich
Geräte
mit ein, die aus anderen Quellen (Akkus, eventuell, zukünftig, Brennstoffzellen
oder ähnliches)
autark versorgt werden. Beim Florettfechten und beim Säbelfechten
wird ein Brückenzweig der
bereits erwähnten
Brückenschaltung
durch die leitfähigen,
mit dem jeweiligen Wechselspannungsgenerator verbundenen Westen
der Fechter ausgebildet, wobei beim Säbelfechten darüber hinaus
die Maske elektrisch leitfähig
ausgebildet und elektrisch leitend mit der Weste verbunden ist.
Dabei bildet die Weste (und gegebenenfalls mit ihr zusammen die Maske)
beider Fechter je eine Platte eines Plattenkondensators aus. Durch
die Größe der leitfähigen Fläche der
Westen (und gegebenenfalls Masken) und den Abstand der Fechter zueinander
wird die veränderliche
Kapazität
dieses Plattenkondensators bestimmt. Ein wesentliches Element der
Erfindung besteht darin, dass die Fechter unter ihrer gewöhnlichen
Fechthose, welche elektrisch nicht leitend ist, eine zusätzliche,
elektrisch leitfähige
Hose tragen. Diese elektrisch leitfähige Hose eines Fechters ist ebenfalls
mit dem durch ihn mitgeführten
Wechselspannungsgenerator verbunden. Hierdurch wird der andere Brückenzweig
der Brückenschaltung
erzeugt, wobei die Spannung diesem Brückenzweig gegenüber dem
anderen Brückzweig
phasenverschoben, vorzugsweise gegenphasig zugeführt wird. Der Brückenzweig
besteht also aus einem Plattenkondensator, dessen Platten durch
die zusätzlichen,
leitfähigen Hosen
der Fechter ausgebildet sind. Zwar ist die Kapazität des durch
die Hosen beider Fechter gebildeten Plattenkondensators aufgrund
unterschiedlicher Flächenverhältnisse
gegenüber
der des durch die Westen gebildeten Plattenkondensators verschieden,
jedoch hat sich gezeigt, dass diese Unsymmetrie der kapazitiven
Brückenschaltung
für das
Funktionieren der Anordnung zur Treffererkennung unerheblich ist.
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Solange
kein Treffer erzielt wird, besteht, wie von einer Brückenschaltung
bekannt, in deren durch die ebenfalls mit der jeweiligen Wechselspannung verbundenen
leitfähigen
Waffen der Fechter gebildeten Brückenzweig
ein „Brückennull". Erzielt jedoch
einer der Fechter durch Berührung
der Weste des gegnerischen Fechters mit seiner Waffe einen Treffer,
so wird die an der Weste des getroffenen Fechters anliegende Wechselspannung über die
Waffe des den Treffer setzenden Fechters auf eine Auswerteschaltung
geführt,
welche dem Wechselspannungsgenerator des den Treffer ausführenden
Fechters zugeordnet und vorzugsweise mit ihm gemeinsam in einem
von dem Fechter mitgeführten
Gerät angeordnet
ist. Die Auswerteeinheit erhält
somit, aufgrund der wechselstrommäßigen Überbrückung des entsprechenden Kondensators
durch den Treffer eine von Null verschiedene Eingangsspannung, welche verstärkt wird
und als Ausgangsspannung des Verstärkers zur Triggerung der das
Treffersignal auf die Signalisierungseinheiten übertragenden Übertragungseinheit
genutzt wird. Gleiches gilt im Falle des Säbelfechtens, wo, wie bereits
betont, neben der Weste auch die Maske des Fechters elektrisch leitend
und mit der Weste verbunden ist, so dass sie mit dieser gemeinsam
die entsprechende Kondensatorplatte ausbildet. Ein weiterer Unterschied
zwischen Florett und Säbel
besteht noch darin, dass beim Säbelfechten
die von dem Wechselspannungsgenerator erzeugte Wechselspannung an
der gesamten Waffe anliegt, während
dies beim Florett nur für
dessen Spitze zutrifft. Der Rest der Florettklinge liegt auf Schaltungsmasse.
Die Spitze des Floretts ist als eine Kontaktspitze in Form eines Öffners ausgebildet.
Das heißt,
bei einem Treffer wird der Kontakt geöffnet und die Spitze des Floretts
mit dem Eingang der Auswerteschaltung verbunden. Sofern nun das Öffnen des Kontakts
durch einen Treffer auf der Weste des gegnerischen Fechters erfolgt
ist, liegt somit die Wechselspannung vom Generator des getroffenen
Fechters an der Auswerteschaltung des treffenden Fechters. Hierdurch
wird, wie bereits geschildert, die Übertragungseinheit zur Übertragung
des Treffersignals auf die Signalisierungseinheiten getriggert beziehungsweise
angesteuert. Bei der bereits mehrfach erwähnten Übertragungseinheit handelt
es sich vorzugsweise um einen Funksender, über den das Treffersignal als
Funksignal auf die Signalisierungseinheiten übertragen und dort visualisiert
oder akustisch signalisiert wird.
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Etwas
anders sind die Gegebenheiten beim Degenfechten. Hier ist die Weste
von je her elektrisch nicht leitend. In die Klinge der Waffe sind
zwei leitende Drähte
eingezogen, die so genannte Bespannung. Diese werden im Falle eines
Treffers durch eine Kontaktspitze elektrisch leitend miteinander
verbunden. Dadurch wird der Übertragungseinheit
ein aus einer Gleichspannung abgeleitetes Treffersignal zugeführt, wobei
der Gleichspannungspfad den „anderen
Signalzweig" im
Sinne des Hauptanspruchs ausbildet. Dieses Gleichspannungssignal
wird vorzugsweise über
eine Torschaltung auf die Übertragungseinheit,
respektive den Sender geführt.
Sofern das Tor geöffnet
ist, wird das entsprechende Signal vom Sender auf die Signalisierungseinheiten übertragen.
Das Sperren des Tores geschieht wiederum unter Ausnutzung einer
kapazitiven Brückenschaltung. Diese
ist so gestaltet, dass der dem durch die Hosen gebildeten Plattenkondensator
gegenüberliegende Brückenzweig
durch die Griffschalen der Degen ausgebildet ist, welche mit der
Wechselgleichspannung des jeweiligen Wechselspannungsgenerators
beaufschlagt sind. Sofern nun die Kontaktspitze eines Degens dadurch
betätigt
wird, dass sie die Griffschale der Waffe des Gegners trifft, so
resultiert hieraus eine vom „Brückennull" verschiedene, auszuwertende
Signalspannung am Eingang der Auswerteeinheit des den Treffer setzenden
Fechters. Durch die Auswerteeinheit wird das Tor beziehungsweise
die der Übertragungseinheit
vorgeschaltete Torschaltung in diesem Falle gesperrt. Das heißt, das
auf das Tor geführte
Gleichspannungssignal, des im Sinne des Hauptanspruchs anderen Signalzweiges,
kann das Tor nicht passieren und den Sender beziehungsweise die Übertragungseinheit
nicht zur Übertragung
eines Treffersignals ansteuern. Regelkonform wird somit der Schalentreffer
nicht gewertet. Die als Treffersignal repräsentierende Gleichspannung
wird aus der Betriebsspannung für
den jeweiligen Wechselspannungsgenerator gewonnen. Sie wird der
Torschaltung vorzugsweise über
einen Optokoppler zugeführt.
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Der
Optokoppler dient dabei zur Potenzialtrennung, um das über die
Spitze des Degens auf die Torschaltung geleitete Gleichsignal galvanisch
von der das Tor triggernden Wechselspannung zu trennen.
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An
den von den Fechtern mitgeführten
Geräten,
welche den Wechselspannungsgenerator, die Auswerteschaltung, die Übertragungseinheit
(vorzugsweise Kurzstreckenfunksender) und die bereits erwähnte Torschaltung
sowie den Optokoppler enthalten sind mit einem Betriebsartenschalter
zur Auswahl der jeweiligen Fechtdisziplin ausgestattet. Für den Fachmann
wird ersichtlich, dass die Vorzüge
der erfindungsgemäßen Lösung, unabhängig von
der ausgewählten
Fechtart, in der Verwendung der kapazitiven Brückenschaltung liegen, da diese
die ohnehin vorhandenen Kapazitäten
ausnutzt und bei ihr zu Realisierung der Brückenschaltung keine galvanische
beziehungsweise gleichstrommäßige Verbindung
zur Ausbildung der Brückenzweige
erforderlich ist. Dem gegenüber
ist es bei einer mittels Widerständen
realisierten Brückenschaltung
zwar möglich,
einen der Brückenzweige
durch die elektrische Verbindung der leitenden Waffe mit der Weste
eines Gegners zu realisieren, jedoch ist zur Realisierung des jeweils
anderen Brückenzweiges
eine weitere leitfähige
Verbindung erforderlich, für
welche die Fechter wiederum mit einem Kabel verbunden sein müssten oder
eine Verbindung über
eine leitfähige
Fechtbahn und mit dieser in Verbindung gebrachte Schleifkontakte
ihrer Schuhe erfolgen müsste.
Das heißt,
nur durch die Verwendung von Wechselspannungen und die Nutzung der
durch die Kleidung beziehungsweise Waffen der Akteure gegebenen
Kapazitäten
wird es möglich,
das für
Messzwecke äußerst vorteilhafte Prinzip
der Brückenschaltung
zu nutzen und dabei die Fechter dennoch unabhängig von weiteren elektrisch
leitenden Verbindungen zu machen.
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Das
erfindungsgemäße Treffermeldesystem ist
vorteilhaft dadurch weitergebildet, dass die Auswerteschaltung eine
Schaltungseinheit aufweist, mittels welcher unabhängig von
Form und Dauer eines durch einen Treffer hervorgerufenen Eingangssignals
ein Ausgangssignal konstanter Form und Länge zur Ansteuerung der Übertragungseinheit
beziehungsweise zum Sperren eines dieser vorgeschalteten Torschaltung
erzeugt wird.
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Gemäß einer
praxisrelevanten Ausbildungsform des Treffermeldesystems handelt
es sich bei der von den Wechselspannungsgeneratoren erzeugten Spannung
um eine Kleinspannung von 5 V oder darunter, mit einer Frequenz
von weniger als 100 kHz.
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Wie
bereits dargelegt erfolgt die Übertragung entsprechender
von den Signalisierungseinheiten akustisch zu Gehör gebrachter
oder visualisierter Treffersignale vorzugsweise mittels eines Kurzstreckenfunksenders,
wobei entsprechende Empfänger in
den Signalisierungseinheiten frequenzmäßig auf dessen Trägerfrequenz
abgestimmt sind. Gemäß einer
Weiterbildung wird dabei das Sendesignal des Senders mittels eines
Encoders codiert, wobei die Art der jeweils verwendeten Codierung
beispielsweise mittels DIL-Schaltern einstellbar ist. Hierdurch
ist es möglich,
bei einem Wettkampf mehrere Systeme gleicher Art nebeneinander zu
betreiben, ohne dass diese sich gegenseitig beeinflussen. Der Sender
und die zugehörigen
Empfänger
in den Signalisierungseinheiten arbeiten vorzugsweise mit einer
Trägerfrequenz
in einem freigegebenen, das heißt
in einem ISM-Band (Industrial, Scientific, and Medical-Band), also
beispielsweise mit einer Frequenz von 463 MHz.
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Bei
einer möglichen
Ausbildungsform der Erfindung ist mindestens eine Signalisierungseinheit
an den Masken der Fechter vorgesehen. Von besonderem Vorteil ist
es dabei, wenn zur Orientierung für die Fechter eine Signalisierungseinheit
im Innern ihrer Maske angeordnet ist. Die Signalisierung im Maskeninnern
kann dabei beispielsweise mittels in der Maske angeordneter LEDs
erfolgen.
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Das
erfindungsgemäße Treffermeldesystem ist
vorzugsweise so ausgebildet, dass an den von den Fechtern getragenen
elektronischen Einheiten Mittel gegen das Entstehen elektrostatischer
Aufladungen (zum Beispiel über
die Klingen) vorgesehen sind.
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Die
Erfindung, das heißt
ihr wesentlicher Teil, nämlich
die Auswerteschaltung und deren Kopplung mit den Übertragungseinheiten,
soll nachfolgend in Form von Ausführungsbeispielen für die einzelnen Fechtarten
nochmals dargestellt werden. In den zugehörigen Zeichnungen zeigen:
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1 Die
schematische Darstellung des verwendeten Brückenschaltungsprinzips am Beispiel des
Säbelfechtens
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2:
Die schematische Darstellung der verwendeten Brückenschaltung und deren Ausbildung
beim Florettfechten
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3:
Die spezielle Schaltungsanordnung für das Degenfechten
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4 und 4a:
Nochmals die Verhältnisse
beim Säbelfechten
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5:
Das sich für
die Darstellungen der 4 und 4a ergebende
Ersatzschaltbild.
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Die
Figuren verdeutlichen die grundsätzliche Idee
der Erfindung unter Verzicht auf die Darstellung der Signalisierungseinheiten,
in Form von Signallampen an den Masken beziehungsweise LEDs in den Masken 5, 5' der Fechter 1, 1' und/oder Signalisierungseinheiten
an der Lounge beziehungsweise einer zentralen Signalisierungseinheit
in Form einer Anzeigetafel.
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Die 1 veranschaulicht
in einer schematischen Darstellung die (abgesehen von den Signalisierungseinheiten)
wesentlichen Elemente des erfindungsgemäßen Treffermeldesystems am
Beispiel des Säbelfechtens.
Die gewählte
Darstellung lässt dabei
das verwendete Prinzip der kapazitiven Brückenschaltung gut erkennen.
Ein Zweig der Brücke ist
danach durch einen Plattenkondensator gebildet, dessen Platten durch
die leitfähigen
Westen 4, 4' der Fechter 1, 1' und die mit
ihnen elektrisch verbundenen, ebenfalls elektrisch leitenden Masken 5, 5' realisiert
sind. Die leitfähigen
Westen 4, 4' und
Masken 5, 5' der
Fechter 1, 1' werden
mit Wechselspannungen unterschiedlicher Frequenz beaufschlagt. In
dem anderen Zweig der Brücke
ist ein Plattenkondensator angeordnet, dessen Platten durch elektrisch
leitfähige
Hosen 7, 7' gebildet
werden, welche von den Fechtsportlern 1, 1' unter der eigentlichen
Fechthose getragen werden. Auch die Platten dieses Kondensators
sind mit der jeweiligen, in einem vom Fechter 1, 1' mitgeführten Gerät erzeugten
Wechselspannung eines Wechselspannungsgenerators 2, 2' beaufschlagt.
Die Weste 4, 4' und
die Maske 5, 5' eines Fechters 1, 1' einerseits
und die Hose 7, 7' des
betreffenden Fechters 1, 1' andererseits werden, wie bereits
dargestellt, gegeneinander phasenverschoben mit der Wechselspannung
beaufschlagt. Dazu kann der jeweilige Wechselspannungsgenerator 2 beziehungsweise 2' mit einer Mittelanzapfung
ausgestattet sein oder, wie in der Figur angedeutet, im Grunde aus
zwei in Reihe geschalteten, sich addierenden Spannungsquellen gleicher
Frequenz und Phasenlage gebildet sein, wobei deren Verbindungspunkt
an das Massepotenzial der Schaltung angeschlossen ist. Den Brückenzweig
bilden die quasi auf „Masse", das heißt etwa
auf Nullpotenzial liegenden Säbel 6, 6' der Fechter 1, 1'. Wie bereits
dargestellt, werden durch die von den Fechtern 1, 1' mitgeführten Wechselspannungsgeneratoren 2, 2' Wechselspannungen
unterschiedlicher Frequenz erzeugt. Hierdurch wird verhindert, dass
gegen einen der Fechter 1, 1', welcher sich versehentlich mit
der eigenen Waffe 6, 6' berührt, ein Treffer gezählt wird.
In der dem Fechter 1, 1' zugeordneten Auswerteschaltung 3, 3' ist dazu ein
Sperrfilter angeordnet, welches nur die Wechselspannung des Generators 2, 2' des gegnerischen
Fechters 1, 1' passieren
lässt,
aber die eigene Wechselspannung sperrt. Die Auswerteschaltungen 3, 3' sind in dem Brückenzweig
jeweils mit einem Sender 8, 8' gekoppelt. Sobald in dem Brückenzweig,
aufgrund eines Treffers, kein Brückennull mehr
besteht, wird jeweils einer der Sender 8, 8' zur Übertragung
eines Treffersignals angesteuert. Dabei wird derjenige Sender 8, 8' angesteuert,
dessen Frequenzfilter von der Wechselspannung eines getroffenen
Fechters passiert werden kann. Im Beispiel heißt dies, sofern der Fechter 1' mit seiner
Waffe 6' die Weste 4 des
gegnerischen Fechters 1 trifft, gelangt die Wechselspannung
des Wechselspannungsgenerators 2 von dem durch den Fechter 1 mitgeführten Gerät auf die
Auswerteschaltung 3' des
Fechters 1'. Hier
kann sie das für
die entsprechende Frequenz offene Frequenzfilter passieren und den
mit ihm gekoppelten Sender 8' zur Übertragung
eines Treffersignals an die nicht gezeigten Signalisierungseinrichtungen
ansteuern. Dieser sendet ein Signal aus, welches beispielsweise
von einer Signalisierungseinheit im Innern der Maske 5' des treffenden
Fechters 1' und
auf einer zentralen Signalisierungseinheit visualisiert wird. Hierdurch
kann der erzielte Treffer sowohl durch den treffenden Fechter 1' selbst, als
auch das Publikum an der Lounge oder, im Falle einer Fernsehübertragung,
von den Zuschauern an den Fernsehgeräten registriert werden.
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Wie
bereits betont, bilden nach dem Reglement des Säbelfechtens der Oberkörper und
der Kopf der Fechter 1, 1' Trefferflächen aus. Folglich sind die
Fechtweste 4, 4' und
die Maske 5, 5',
wie auch bei den bereits seit Jahrzehnten verwendeten Anordnungen,
elektrisch leitend ausgebildet. Dabei sind die Weste 4, 4' und die Maske 5, 5' eines Fechters 1, 1' elektrisch
leitend zu einer gemeinsamen Kondensatorplatte im Sinne der erfindungsgemäßen kapazitiven
Brückenschaltung
verbunden.
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Hiervon
unterscheidet sich geringfügig
das Florettfechten, für
welches eine vergleichbare schematische Darstellung in der 2 gegeben
ist. Beim Florettfechten wird der Kopf des Gegners nicht als gültige Trefferfläche gewertet.
Demzufolge ist der Kondensator in dem entsprechenden Brückenzweig der
Brückenschaltung
lediglich durch die Westen 4, 4' der Fechter 1, 1' ausgebildet,
wobei diese dem Reglement entsprechend so ausgebildet sind, dass
die Arme ebenfalls nicht als Trefferfläche angesehen werden. Außerdem handelt
es sich bei dem Florett, anders als beim Säbel, nicht um eine Hieb- oder Schlagwaffe,
sondern um eine Stoßwaffe.
Das heißt, als
Treffer werden mit der Spitze 9, 9' der Waffe 6 auf die Trefferfläche des
Gegners geführte
Stöße gewertet.
Die Waffe 6 verfügt
daher über
eine Kontaktspitze 9, 9' bekannter und ebenfalls seit vielen
Jahren verwendeter Ausführung.
Hierbei handelt es sich um einen Öffner, über den im Falle des Auftreffens
der Spitze 9, 9' auf
eine Fläche
eine Verbindung zwischen der Spitze 9, 9' und dem Eingang
der Auswerteschaltung 3, 3' hergestellt wird. Wird nun mit
der Spitze die Weste 4, 4' des Gegners getroffen, so ist der
Eingang der Auswerteschaltung 3, 3' über die Spitze 9, 9' mit der gegnerischen
Weste 4, 4' verbunden.
Die vom Wechselspannungsgenerator 2, 2' des gegnerischen
beziehungsweise getroffenen Fechters 1, 1' erzeugte Wechselspannung
gelangt somit, durch wechselspannungsmäßiges Überbrücken des durch die Westen 4, 4' gebildeten
Kondensators, über
die Spitze 9, 9' des
Floretts 6, 6' des
treffenden Fechters 1, 1' auf die von ihm in einem gemeinsamen Gehäuse mit
dem eigenen Wechselspannungsgenerator 2, 2' mitgeführte Auswerteschaltung 3, 3'. Durch die
Auswerteschaltung 3, 3' wird eine vom „Brückennull" verschiedene Eingangsspannung erkannt
und der zugehörige
Sender 8, 8' zur Übertragung
eines Treffersignals an entsprechende Signalisierungseinheiten angesteuert.
Sofern der Öffner
der Kontaktspitze 9, 9' zwar betätigt wird, diese Betätigung aber nicht
aufgrund eines Stoßes
auf eine gemäß dem Reglement
als Trefferfläche
geltende Fläche
(also die Weste) erfolgt, entspricht die Eingangsspannung an der
Auswerteschaltung weiterhin dem Brückennull, so dass in diesem
Falle keine Treffersignalisierung erfolgt.
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Die 3 verdeutlicht
die Verhältnisse
beim Degenfechten. Auch beim Degenfechten werden Stöße auf den
Oberkörper
als Treffer gewertet. Anders als beim Florettfechten wird jedoch
von je her von den Fechtern beim Degenfechten keine leitfähige Weste
getragen. Daher weichen hier die Schaltungsverhältnisse gegenüber den
zuvor für
das Degen- und Florettfechten dargestellten geringfügig ab. Die
Trefferauswertung erfolgt, indem durch die auf eine Fläche auftreffende
Spitze 9, zwei in der Klinge des Degens 6 angeordnete
Seelen 12, 13 (Bespannung) miteinander verbunden
werden und hierdurch eine Gleichspannung auf ein mit dem Sender 8,
verbundenes Tor 10 geführt
wird.
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Sofern
nun das Betätigen
der Kontaktspitze 9 durch einen Schalentreffer, das heißt das Treffen der
Degenschale 14' des
gegnerischen Fechters 1', verursacht
ist, wird jedoch ein solcher Treffer, regelkonform, nicht als Treffer
gewertet. Dies wird dadurch gewährleistet,
dass die Degenschalen 14, 14' wiederum mit der Wechselspannung
der Wechselspannungsgeneratoren 2 bzw. 2' beaufschlagt
sind. Erfolgt nun ein Treffer auf die Schale 14', so wird die Wechselspannung
des getroffenen Degens 6' auf
die Auswerteschaltung des treffenden Fechters 1 geführt, deren
Ausgangssignal in diesem Falle das Tor 10 sperrt. Hierdurch
kann die ansonsten einen Treffer signalisierende Gleichspannung
nicht auf den Sender 8 gelangen und von diesem nicht ein
entsprechendes Treffersignal auf die Signalisierungseinheiten übertragen
werden. Der Optokoppler 11 ist zur galvanischen Trennung
des Gleichspannungspotenzials von der Wechselspannung des Generators 2 bzw. 2' vorgesehen.
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Die
Verwendung einer Gleichspannung beim Degenfechten und deren galvanische
Trennung vom Generator 2 bzw. 2' macht sich nur dadurch erforderlich,
dass ein Ziel für
die Entwicklung des erfindungsgemäßen Treffermeldesystems darin
bestand, die bisher im Fechtsport verwendete Ausrüstung weiterhin
nutzen zu können.
Dies gilt insoweit auch für
die spezielle Ausbildung des Degens 6 mit der darin angeordneten
Bespannung 12, 13. Nur hierdurch, also historisch
bedingt, war es erforderlich, einen Treffer als solchen anhand eines
Gleichspannungssignals zu erkennen, aber dann nicht regelkonforme
Treffer auf die Schale 14 des Degens 6, wiederum
durch Verwendung der kapazitiven Brückenschaltung, zu erkennen
und deren Signalisierung durch Sperrung des Tores 10 zu
verhindern.
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In
jedem Falle ist jedoch erfindungsgemäß ein wesentliches Element
der vorgestellten Lösung die
Verwendung einer kapazitiven Brückenschaltung. Schaltungstechnische
Modifikationen, die sich aus historischen Gründen, insbesondere im Vergleich zwischen
dem Säbelfechten
und dem Florettfechten einerseits sowie dem Degenfechten andererseits
erforderlich machen, sind dabei problemlos beherrschbar. Hierzu
ist an den von den Fechtern 1, 1' mitgeführten Geräten, welche den jeweiligen
Wechselspannungsgenerator 2, 2', die Auswerteschaltung 3, 3' und den Sendern 8, 8' beherbergen,
ein Betriebsartenwahlschalter vorgesehen, durch dessen Schalten,
beispielsweise auf die Schalterstellung „Degenfechten" die für das Degenfechten
erforderlichen zusätzlichen
Elemente, wie der Optokoppler 11 und die Torschaltung 10,
in die entsprechenden Signalwege eingefügt werden.
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Durch
die 4 und 4a wird nochmals das verwendete
Grundprinzip der kapazitiven Brückenschaltung
verdeutlicht. Die 4 zeigt die Anordnung wesentlicher
Komponenten in der Art eines Blockschaltbildes. Danach ist jeder
Fechter 1, 1' mit einem
Gerät ausgestattet,
welches, wie bereits dargestellt, einen Wechselspannungsgenerator 2, 2', die Auswerteschaltung 3, 3' und einen Sender 8, 8' enthält. In dem
Blockschaltbild sind dabei die Auswerteschaltung 3, 3' und der Sender 8, 8' durch ein gemeinsames
Symbol versinnbildlicht. Es ist zu erkennen, dass die von dem Generator 2, 2' gelieferte Wechselspannung
zum einen auf die elektrisch leitende Fechtweste 4, 4' und die mit
ihr verbundene Fechtmaske 5, 5; geleitet wird,
und zum anderen einer von dem Fechter 1, 1' getragenen
elektrisch leitenden Hose 7, 7' zugeführt wird. Wie bereits betont trägt der Fechter 1, 1' diese Hose 7, 7' für das Fechten
nach den derzeitigen Reglements unter der eigentlichen Fechthose.
Selbstverständlich
wird durch die Erfindung auch die Möglichkeit erfasst, dass die Fechter 1, 1', beispielsweise
im Falle sich künftig eventuell ändernder
Regeln, nur eine leitfähige Fechthose 7, 7' tragen, also
auf das Überziehen
einer weiteren, nicht leitfähigen
Hose verzichtet wird. Die sich ergebenden elektrischen Verhältnisse
werden durch die 4a schematisch verdeutlicht.
Danach ist ein erster Brückenzweig
durch einen Kondensator gebildet, dessen eine Platte durch die Fechtweste 4, 4' und Fechtmaske 5, 5' eines Fechtsportlers 1, 1' und die andere
Platte durch die entsprechenden Bekleidungsteile des anderen Fechtsportlers
ausgebildet sind. Der gegenüberliegende
Brückenzweig
wird durch einen Plattenkondensator realisiert, dessen Platten von
den Hosen 7, 7' der
Sportler gebildet sind. Ohne das Auftreten eines Treffers besteht
in dem durch die Waffen 6, 6' gebildeten Brückenzweig, welcher ebenfalls
kapazitiver Art ist, „Brückennull".
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Die 5 zeigt
ein Ersatzschaltbild der Anordnung nach den 4 und 4a.
In diesem Ersatzschaltbild ist außerdem das Auftreten eines
regelkonformen Treffers, also eines Treffers der Weste 4, 4' oder der Maske 5, 5' des Gegners,
dargestellt. Die Brückenschaltung
besteht aus einem Zweig mit dem Kondensator CWW (Weste 4-Weste 4'), natürlich unter
gedanklicher Miteinbeziehung der Masken 5, 5', und einem
Kondensator CHH (Hose 7-Hose 7'). Beide Kondensatoren
sind mit den durch die Generatoren 2, 2' erzeugten Wechselspannungen
beaufschlagt. In dem gezeigten Beispiel trifft jedoch der Fechter 1' mit seinem
Säbel die
Weste 4 oder Maske 5 des gegnerischen Fechters 1.
Hierdurch wird die Wechselspannung des von diesem Fechter 1 mitgeführten Wechselspannungsgenerators 2 auf
den selektiven Eingangsverstärker 15' (selektiv aufgrund nicht
gezeigter Sperr- und Durchlassfilter) der Auswerteschaltung 3' (in der Fig.
insoweit durch den Verstärker
nur angedeutet) des Fechters 1' geführt. Das Signal wird hier verstärkt und,
wie bereits dargestellt, der hier nicht gezeigte Sender 8' zur Übertragung
eines Treffersignals angesteuert.
-
- 1,
1'
- Fechter
- 2,
2'
- (Wechselspannungs-)Generator
- 3,
3'
- Auswerteschaltung
- 4,
4'
- Weste
- 5,
5'
- Maske
- 6,
6'
- Waffe
bzw. Säbel,
Florett oder Degen
- 7,
7'
- (leitfähige) Hose
- 8,
8'
- Übertragungseinheit
bzw. Sender
- 9,
9'
- (Waffen-)Spitze
bzw. Kontaktspitze
- 10
- Torschaltung
- 11
- Optokoppler
- 12,
13
- Bespannung
- 14
- Degenschale
- 15,
15'
- (selektiver)
Eingangsverstärker
der Auswerteschaltung 3, 3'