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Die Erfindung bezieht sich auf einen Bogenanleger zur taktweisen Förderung von Bogen, mit einem Bogenvorderkantentrenner, der mehrere quer zur Förderrichtung der Bogen nebeneinander angeordnete Sauger aufweist, die durch Antriebe angetrieben Bewegungen auf einer geschlossenen Bahn mit einer vertikalen Anhubkomponente, einer Komponente in Förderrichtung der Bogen, einer vertikalen Absenkkomponente sowie einer Komponente entgegen der Förderrichtung der Bogen ausführen und an ihrer Unterseite eine Saugfläche besitzen, durch die der oberste Bogen eines Bogenstapels vor der vertikalen Anhubkomponente erfaßbar und auf ein oberes Niveau anhebbar ist, von dem aus der Bogen einer Weiterfördereinrichtung übergebbar ist, mit einer oder mehreren an den Saugern angeordneten Sensoriken zur Erfassung des Bogenstapels, durch die ein entsprechendes Signal zur Ansteuerung einer Veränderung der geschlossenen Bahn erzeugbar ist, wobei durch die Sensorik das Höhenniveau des Bogenstapels unter der Sensorik erfaßbar und ein entsprechendes Signal einer Steuereinheit zuleitbar ist, durch die bei Abweichung des Wertes des Signals von dem Wert eines bestimmten Sollsignals die Absenkkomponente und/oder die Anhubkomponente der geschlossenen Bahn vergrößerbar oder verkleinerbar ist und wobei in einem Abstand zueinander quer zur Förderrichtung mehrere Sauger angeordnet sind, die jeweils eine Sensorik besitzen, wobei die Absenkkomponenten und/oder die Anhubkomponenten der geschlossenen Bahnen unabhängig voneinander vergrößerbar oder verkleinerbar sind.
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Insbesondere bei Bogenstapeln von großformatigen Bogen kommt es zu welligen Stapeloberflächen. Dies führt dazu, daß der von den Saugern zurückzulegende Weg bis zum Erfassen des obersten Bogens des Bogenstapels so groß werden kann, daß die vertikale Absenkkomponente des Saugers nicht ausreicht, um den obersten Bogen des Bogenstapels zu erreichen.
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Aus der
DE 101 42 389 A1 ist ein Bogenanleger der eingangs genannten Art bekannt. Dabei ist eine Verstelleinrichtung vorhanden, durch die der Träger von Koppelgetrieben eines Doppelsaugerpaares vertikal höhenverstellt wird.
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Aus der
DE 196 20 937 A1 ist ein Bogenanleger bekannt, bei dem mehrere Sauger eines Saugkopfes einen ihnen zugeordneten Taster und eine ihnen zugeordnete Verstelleinrichtung aufweisen, durch die das Höhenniveau des Bogenstapels im Bereich unterhalb des ihnen zugeordneten Saugers erfaßt wird. Durch die Verstelleinrichtungen sind die Ausgangsstellungen der Sauger auf einen bestimmten Abstand zum Bogenstapel einstellbar.
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Aus der
DE 103 16 361 A1 ist ein Bogenanleger mit Bogentrennern bekannt, bei dem durch Abtastvorrichtungen die Oberfläche des Bogenstapels erfaßt wird. Über eine Steuer- und Regeleinrichtung und Hubelemente werden die Bogentrenner so hinsichtlich ihres Höhenniveaus nachgeführt, daß sich unabhängig voneinander ihr Abstand zur Oberfläche des Bogenstapels in einem vorbestimmten Bereich bewegt.
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Aus der
DE 100 09 666 A1 ist ein Bogenanleger mit einem Hubsauger bekannt, bei dem durch Beschleunigung der Hubbewegung des Hubsaugers eine durch eine Störung des Betriebs eventuell verlorene Zeit aufgeholt und dadurch ein ununterbrochener Lauf der nachfolgenden Maschine, beispielsweise einer Druckmaschine, gewährleistet werden kann.
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Aufgabe der Erfindung es ist daher einen Bogenanleger der eingangs genannten Art zu schaffen, durch den eine Erfassung des obersten Bogens durch den oder die Sauger gewährleistet ist.
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Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass die Geschwindigkeiten der vertikalen Anhub- und Absenkkomponenten der Sauger variabel ansteuerbar sind und dass die Geschwindigkeiten der vertikalen Anhubkomponenten auf ein gleichzeitiges Erreichen des oberen Niveaus der geschlossenen Bahnen der Sauger ansteuerbar sind, so dass eine einwandfreie Übergabe an eine Weiterfördereinrichtung erfolgen kann.
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Durch diese Ausbildung erfolgt eine Anpassung des Vertikalweges der Sauger entsprechend der jeweiligen Höhenlage der Stapeloberseite im Bereich unterhalb des Saugers, so dass eine Erfassung des obersten Bogens durch den Sauger gewährleistet ist und der Sauger in seiner unteren Endstellung immer einen konstanten Abstand zur Stapeloberseite erreicht.
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Gleichzeitig kann der Sauger eine geringe Bauhöhe besitzen.
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Die Sauger können individuell je nach Höhenlage der Stapeloberseite unter jedem Sauger in ihrem Vertikalhub angepasst werden. Somit erfassen auch bei welligen Stapeloberflächen alle Sauger optimal den obersten Bogen.
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Je nach den von den einzelnen Saugern durchzuführenden Vertikalhüben sind die Geschwindigkeiten der vertikalen Anhub- und Absenkkomponenten der Sauger variabel ansteuerbar, um einen Ausgleich der zu bewältigenden Vertikalwege zu schaffen.
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Dies erfolgt besonders vorteilhaft, wenn die Geschwindigkeiten der vertikalen Anhubkomponenten auf ein gleichzeitiges Erreichen des oberen Niveaus der geschlossenen Bahnen der Sauger ansteuerbar sind, so dass eine einwandfreie Übergabe an eine Weiterfördereinrichtung erfolgen kann.
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Damit eine Anpassung der geschlossenen Bahn unmittelbar auf den nächsten zu fördernden Bogen erfolgen kann, erfolgt vorteilhafterweise das Erfassen des Höhenniveaus des Bogenstapels bei auf dem unteren Niveau der geschlossenen Bahn befindlichem Sauger.
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Ist durch die Sensorik berührungslos der Abstand zwischen dem Sauger und der Oberfläche des Bogenstapels erfassbar, so erfolgt die Abstandserfassung schnell und kann nicht zu Beschädigungen der Bogen führen.
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Dabei besitzt vorzugsweise die Sensorik einen optischen Sender, durch den ein auf die Oberfläche des Bogenstapels gerichteter Messstrahl aussendbar ist, dessen Reflexstrahl von einem Empfänger erfassbar ist.
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Zur Bauteil- und Baugrößenreduzierung können Sender und Empfänger eine Baueinheit bilden.
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Zur einfachen Realisierung der geschlossenen Bahn mit veränderlichen Vertikalkomponenten kann der Antrieb des Saugers aus einem die Vertikalkomponenten erzeugenden Vertikalantrieb und einem die Horizontalkomponenten erzeugenden Horizontalantrieb bestehen, die vorzugsweise unabhängig voneinander ansteuerbar sind.
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Besonders vorteilhaft ist es, wenn die Sauger Doppelsauger eines Doppelsaugerpaares sind, die in einem zwei Arbeitstakte aufweisenden Bewegungszyklus um einen Arbeitstakt versetzt nacheinander zum Erfassen des obersten Bogens des Bogenstapels gelangen, wobei jeder Doppelsauger je eine Saugfläche auf seiner Ober- und Unterseite besitzt und die untere Saugfläche eines Doppelsaugerpaares den obersten Bogen erfasst, anhebt sowie im angehobenen Zustand an die obere Saugfläche des daneben angeordneten anderen Doppelsaugers dieses Doppelsaugerpaares zum Weitertransport bis zu einer Übergabe an eine Transporteinrichtung übergibt.
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Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt und wird im Einzelnen näher beschrieben. Die einzige Figur der Zeichnung zeigt eine prinzipielle Seitenansicht des in Förderrichtung vorderen Bereichs eines Bogenanlegers.
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Auf einem nicht dargestellten vertikal bewegbar antreibbaren Stapeltisch liegt ein Bogenstapel 1 auf, dessen oberster Bogen 2, 2' oder 2'' sich durch z. B. eine wellige Stapeloberfläche auf unterschiedlichem Höhenniveau befinden kann.
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Über dem vorderkantennahen Bereich des Bogenstapels 1 ist ein Doppelsaugerpaar 3 angeordnet, dessen quer zur Förderrichtung 11 nebeneinander angeordnete Doppelsauger 4 und 5 in einem zwei Arbeitstakte aufweisenden Bewegungszyklus um einen Arbeitstakt versetzt nacheinander zum Erfassen des obersten Bogens 2, 2' oder 2'' mit einer unteren Saugfläche 6 bzw. 7 in den unteren Bereich einer geschlossenen Bahn 8 gelangen, auf der sie bewegbar antreibbar sind.
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Diese geschlossene Bahn 8 besitzt eine Anhubkomponente 9, an die sich eine Komponente 10 in Förderrichtung 11 der Bogen anschließt. Von dort führt eine Absenkkomponente 12 und eine Komponente 13 entgegen der Förderrichtung 11 wieder zur Ausgangslage.
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Die Doppelsauger 3 und 4 besitzen weiterhin eine obere Saugfläche 14 und 15.
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Zur Entnahme des obersten Bogens 2, 2' oder 2'' des Bogenstapels 1 wird dieser Bogen 2, 2' oder 2'' von der unteren Saugfläche 6 des Doppelsaugers 4 mittels Unterdruck erfasst und in Richtung der Anhubkomponente 9 angehoben sowie an die obere Saugfläche 15 des Doppelsaugers 5 übergeben.
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Dieser transportiert den Bogen in Förderrichtung 11 weiter bis zur Übergabe an eine Transporteinrichtung, die in diesem Fall ein Bändertisch 16 ist, dessen übernahmeseitige Umlenkrolle 17 mit einem Transportband 18 und einer über der Umlenkrolle 17 angeordneten Taktrolle 19 dargestellt ist.
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Nach Übergabe des Bogens an die Transporteinrichtung und Rückbewegung des Doppelsaugers 5 bis über den Bogenstapel erfasst ein an dem Doppelsauger 5 angeordneter optischer Sender/Empfänger 20 mittels eines auf die Oberfläche des Bogenstapels 1 gerichteten Messstrahls und des erfassten Reflexstrahls den Abstand zwischen dem Doppelsauger 5 und dem unter dem Doppelsauger 5 befindlichen Bereich der Bogenstapeloberseite und leitet ein entsprechendes Signal zu einer nicht dargestellten Steuereinheit. Diese steuert den nicht dargestellten Antrieb des Doppelsaugers 5 derart an, dass dieser entsprechend des Höhenniveaus des obersten Bogens 2, 2' oder 2'' eine Absenkbewegung durchführt, die unabhängig von den jeweiligen Höhenniveaus des obersten Bogens 2, 2' oder 2'' immer bis zu einem bestimmten Abstand zu dem jeweils obersten Bogen 2, 2' oder 2'' führt.
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Nach Vollführen einer Komponente 13 entgegen der Förderrichtung wird von der unteren Saugfläche 7 des Doppelsaugers 5 der nun oberste Bogen 2, 2' oder 2'' erfasst und angehoben, um an die obere Saugfläche 14 des Doppelsaugers 4 übergeben zu werden.
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Entsprechend der Größe der vorherigen Absenkbewegung des Doppelsaugers 5 erfolgt die Anhubbewegung des Doppelsaugers 4 schneller oder langsamer. D. h. bei großer Absenkkomponente 12 muss auch eine entsprechend große Anhubkomonente 9 folgen, damit das obere Höhenniveau konstant bleibt. Um auch immer zu einem bestimmten Zeitpunkt des Bewegungszyklus das obere Höhenniveau zu erreichen, ist die Anhubgeschwindigkeit bei großer Anhubkomponente größer als bei kleiner Anhubkomponente.
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In der Zeichnung sind beispielhaft die Hübe h, h1 und h2 dreier Höhenniveaus des obersten Bogens 2, 2', 2'' dargestellt. Es versteht sich, dass auch eine Realisierung beliebiger Zwischenstellungen zwischen den Extremhüben h1 und h2 oder sogar eine stufenlose Hubeinstellung möglich ist.
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Auch können die Vertikalkomponenten und Horizontalkomponenten der geschlossenen Bahn 8 sich überlappen. Dies ist insbesondere dann einfach möglich, wenn die Doppelsauger 4 und 5 jeweils unabhängig voneinander einen Vertikalantrieb und einen Horizontalantrieb besitzen.
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Insofern ist die Abtastung der Oberfläche des Bogenstapels 1 bzw. der Lage des obersten Bogens des Bogenstapels 1 und die daraus folgende Ansteuerung der Bewegung der Doppelsauger (4, 5) auch nach einem veränderten Verfahren möglich.
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Hierbei vollführt z. B. der Doppelsauger 5 innerhalb seiner Bahn 8 nach Übergabe eines Bogens an die Transporteinrichtung eine stets gleichbleibende Absenkkomponente 12.1, entsprechend einem Standardhub h. Nach Ausführung der Komponente 13 zur Bewegung über den Bogenstapel 1 kann der Doppelsauger 5 infolge der Abstandsmessung je nach Lage in Bezug auf die Oberfläche des Bogenstapels 1 nunmehr eine weitere Absenkkomponente 12.2, entsprechend einem Hilfshub h', oder eine erste Anhubkomponente 9.1, entsprechend einem Hilfshub h'', ausführen bis ein vorgegebener Mindestabstand a zwischen dem Doppelsauger 5 und der Oberfläche des Bogenstapels 1 gegeben ist. Danach erfolgt ein Absenken um den Mindestabstand a bis der Doppelsauger 5 den Bogen mit seiner unteren Saugerfläche 7 erfassen kann.
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Damit ist die gesamte Absenkkomponente als Summe der Wege aus
- – der Absenkkomponente 12.1 (Standardhub h)
- – der weiteren Absenkkomponente 12.2 (Hilfshub h') oder der ersten Anhubkomponente 9.1 (Hilfshub h'' mit negativem Vorzeichen) und
- – dem Mindestabstand a
zusammengesetzt.
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Die daraus resultierende Anhubkomponente 9 entspricht ebenso der Summe der genannten Wege und wird vom Doppelsauger 5 insgesamt ausgeführt. Hierbei wird die Geschwindigkeit des Doppelsaugers 5 wie oben beschrieben in der erforderlichen Weise angepasst.
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Auch in diesem Fall ist der Weg des Doppelsaugers 5 absolut flexibel an die jeweilige Lage der Oberfläche des Bogenstapels 1 anpassbar.
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Bezugszeichenliste
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- 1
- Bogenstapel
- 2
- oberster Bogen
- 2'
- oberster Bogen
- 2''
- oberster Bogen
- 3
- Doppelsaugerpaar
- 4
- Doppelsauger
- 5
- Doppelsauger
- 6
- untere Saugfläche
- 7
- untere Saugfläche
- 8
- Bahn
- 9
- Anhubkomponente
- 10
- Komponente
- 11
- Förderrichtung
- 12
- Absenkkomponente
- 12.1
- gleichbleibende Absenkkomponente
- 12.2
- weitere Absenkkomponente
- 13
- Komponente
- 14
- obere Saugfläche
- 15
- obere Saugfläche
- 16
- Bändertisch
- 17
- Umlenkrolle
- 18
- Transportband
- 19
- Taktrolle
- 20
- optischer Sender/Empfänger
- a
- Mindestabstand
- h
- Hub (Standardhub)
- h'
- Hilfshub
- h''
- Hilfshub
- h1
- Extremhub
- h2
- Extremhub