-
Die
Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Prüfen von
blattförmigen
Wertdokumenten, wie zum Beispiel Banknoten, Aktien, Ausweisdokumenten
oder sonstigen Urkunden.
-
Wertdokumente
besitzen im allgemeinen verschiedene Sicherheitsmerkmale, um einerseits
ihren Wert zu dokumentieren und andererseits ihre Fälschung
zu erschweren. Für
blattförmige
Dokumente eignen sich beispielsweise Wasserzeichen, besondere Druckmuster,
aufwendige Farbgestaltungen oder optisch variable Elemente wie Hologramme,
Kinegramme und dergleichen. Eine besondere Fälschungssicherheit bieten solche
Sicherheitselemente, die einerseits nicht unmittelbar wahrnehmbar
sind und deren Sicherheitseigenschaften andererseits nur unter erheblichem
technischen Aufwand zu imitieren sind. Solche Sicherheitsmerkmale
sind beispielsweise in das Wertdokument integrierte Magnetstreifen oder
in bestimmten Spektralbereichen fluoreszierende Bereiche des Wertdokuments.
-
Die
Echtheit eines solchen Wertdokuments wird mit speziellen Prüfvorrichtungen
verifiziert, die eine Detektoranordnung und eine Transporteinrichtung
umfassen, die das Wertdokument an der Detektoranordnung vorbeiführt. Die
Detektoranordnung erhebt an beliebig vielen Messstellen auf der
Oberfläche
des Wertdokuments Messwerte, die bestimmte Eigenschaften seiner
Sicherheitsmerkmale repräsentieren,
zum Beispiel die Magnetfeldstärke
eines Magnetstreifens oder die Signalamplitude einer fluoreszierenden
Graphik. Die ermittelten Messwerte werden anschließend zur
Prüfung
der Echtheit des Dokuments mit Referenzwerten abgeglichen.
-
Die
erwünschte,
möglichst
exakte Reproduzierbarkeit der Prüfergebnisse eines
Wertdokuments (Einzelschein-Reproduzierbarkeit) wird jedoch dadurch
beeinträchtigt,
dass in die einzelnen Messwerte nicht nur die zu messende Signalintensität oder Amplitude
als absolutes Maß eingeht,
sondern auch eine messungsbedingte Distanzkomponente, die die Distanz
des Detektors zu der betreffenden Messstelle zum Zeitpunkt der Messung
repräsentiert
und den Messwert verfälscht.
Diese Distanz ändert
sich oftmals sogar während
des Prüfvorgangs
ein und desselben Wertdokuments bei dessen Vorbeitransportieren
an dem Detektor, so dass in jeden einzelnen Messwert eine unterschiedliche
Distanzkomponente eingeht. Üblicherweise
ist dieser Zusammenhang so, dass mit zunehmendem Abstand zwischen
Detektor und Messstelle die Signalintensität/Amplitude abnimmt und das
Antwortsignal entsprechend stärker beeinträchtigt wird.
-
Verursacht
wird dieser variierende Abstand beispielsweise durch Knicke und
Wellungen des Dokuments, insbesondere bei gebrauchten Banknoten, oder
durch ein typisches Flattern der Wertdokumente beim schnellen Hindurchführen durch
die Prüfvorrichtung.
-
Um
Fehlprüfungen
zu vermeiden, ist es bei der Prüfung
von magnetischen oder optischen bzw. Fluoreszenzeigenschaften wünschenswert,
die Abhängigkeit
der Messergebnisse von der Distanz zwischen Wertdokument und Detektoranordnung
soweit wie möglich
zu minimieren. Insbesondere bei Magnetmessungen macht sich diese
Distanzabhängigkeit
besonders stark bemerkbar.
-
Aus
der
DE 102 56 235
A1 ist deshalb bekannt, ein Wertdokument beim Transport
durch die Prüfvorrichtung
zu stabilisieren, beispielsweise durch Rollen-Riemen-Systeme oder
Andruck- und Ansaugsysteme oder dergleichen, um auf diese Weise
die Variation des Abstands zu minimieren. Hierbei ergeben sich jedoch
aufgrund eines hohen Verschleißes bzw.
der konstruktiv höchst
aufwendigen und entsprechend reparaturanfälligen Systemkomponenten offensichtliche
Nachteile.
-
Demzufolge
ist es die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine konstruktiv
einfache und robuste Lösung
vorzuschlagen, um bei der Echtheitsprüfung von Wertdokumenten Ergebnisse
zu erzielen, die von dessen veränderlicher
Distanz zum Detektor unabhängiger
sind.
-
Diese
Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein
Verfahren und eine Vorrichtung mit den Merkmalen der unabhängigen Ansprüche gelöst. In davon abhängigen Ansprüchen sind
vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Erfindung angegeben.
-
Erfindungsgemäß wird somit
zur Prüfung
eines blattförmigen
Wertdokuments, insbesondere zur Prüfung von magnetischen Eigenschaften
des Wertdokuments, eine Distanz des Wertdokuments zu einer Detektoranordnung,
insbesondere zu einem Magnetsensor, bestimmt und die Detektoranordnung aufgrund
des ermittelten Distanzwertes zur Berücksichtigung der Abstandsabhängigkeit
des Messwertes geregelt.
-
Diese
Regelung kann so erfolgen, daß die Auswertung
der Messwerte in Abhängigkeit
vom ermittelten Distanzwert erfolgt. Zusätzlich oder alternativ kann
auch eine Verstärkung
der Detektoranordnung und/oder z.B. eine Beleuchtungsstärke einer optischen
Detektoranordnung in Abhängigkeit vom Distanzwert
geregelt werden.
-
Zur
Bestimmung der Distanz wird bevorzugt eine Schallsensoranordnung
verwendet. Alternativ kann aber auch eine optische Messung zur Distanzmessung
verwendet werden, wie z.B. ein Interferometer oder dergleichen.
Ebenfalls kann z.B. ein Lasertriangulationsverfahren zur Abstandsmessung verwendet
werden.
-
Die
Prüfvorrichtung
umfasst bevorzugt eine Schallsensoranordnung, die für jede der
Messstellen des Wertdokuments einen Distanzwert ermittelt, der den
Abstand von der Messstelle zur Schallsensoranordnung repräsentiert.
Die Distanzwerte geben zwar nicht notwendigerweise die genaue Distanz
der Messstelle zu der Detektoranordnung wieder, sie repräsentierten
jedoch zumindest eine zu der jeweiligen in die Messwerte eingehenden
Distanzkomponente proportionale Größe, mit der die Distanzkomponente
der Messwerte so kompensiert werden kann, dass sie keinen bzw. nur
einen vernachlässigbar
geringen Einfluss auf das Ergebnis der Prüfung hat.
-
So
können
die ermittelten Distanzwerte (zwischen Messstelle und Schallsensor)
im Vergleich zu der Distanz zwischen der Messstelle und dem Detektor
beispielsweise einen Vorfaktor ausweisen oder in jeder beliebigen
anderen analytischen Weise – beispielsweise
auch umgekehrt proportional – von
dieser abhängig
sein. Bei einer konstanten Signalstärke über alle Messstellen des Wertdokuments
könnte
die Distanzkomponente also beispielsweise eine tieffrequente Modulation
der gemessenen Amplitudenwerte repräsentieren.
-
Da
beim genannten Ausführungsbeispiel
für jede
Messstelle ein Distanzwert mit den obigen Eigenschaften ermittelt
wird, ist es möglich,
die Distanzkomponente eines jeden Messwertes mittels einer Auswerteeinrichtung
zu kompensieren, beispielsweise durch Normieren der Messwerte auf
einen vorgegebenen Distanzwert. Dabei ist allerdings die konkrete
Form der abstandsabhängigen
Veränderung der
Signalstärke
des zu messenden Signals zu berücksichtigen,
da diese abhängig
von der Art der Strahlung unterschiedlich ausgebildet sein kann,
beispielsweise als exponentielle oder polynomiale Abschwächung, oder
auch als Verstärkung
im Nahbereich.
-
Die
erfindungsgemäße Lösung eignet
sich besonders für
Magnetmessungen, d.h. für
eine Detektoranordnung mit einem Magnetdetektor zur Messung von
magnetischen Eigenschaften des Blattguts.
-
Die
Distanzwerte werden von der Schallsensoranordnung mittels des Sonarechoverfahrens
ermittelt, bei dem die Laufzeit einer im Schallsensor gebildeten
und vom Wertdokument reflektierten Ultraschallwellenfront gemessen
wird. Aus dieser Laufzeit kann eindeutig auf die Distanz von derjenigen
Stelle des Wertdokumentes, die die Wellenfront reflektiert hat,
zu dem emittierenden Schallsensor geschlossen werden.
-
Der
Schallsensor ist in der Prüfvorrichtung
so anzuordnen, dass die Transportanordnung das Wertdokument zur
Distanzmessung an ihr vorbeiführt.
Für jede
Messstelle wird ein dem Messwert zugehöriger Distanzwert ermittelt.
Dabei sind die Schallsensor- und die Detektoranordnung vorzugsweise
einander gegenüberliegend
in der Prüfvorrichtung
angeordnet, wobei das Wertdokument bei dessen Prüfung von der Transporteinrichtung
zwischen ihnen hindurchgeführt
wird. Allerdings ist auch möglich,
dass die Schallsen sor- und die Detektoranordnung auf der gleichen
Seite des Transportwegs des Wertdokuments angeordnet sind und die
Schallsensoranordnung z.B. bei einer schrägen Beschallung auch die Distanz
derselben Messstelle bestimmen kann, die auch von der Detektoranordnung
vermessen wird. Alternativ kann die Schallsensoranordnung auch die Distanz
zu einer benachbarten Stelle des Wertdokuments bestimmen, um hieraus
eine Kompensation der Messung der Detektoranordnung an der benachbarten
Messstelle durchführen
zu können.
-
Bei
einer bevorzugte Ausführungsform
der Erfindung werden die Distanzwerte auf der Dokumentenrückseite
der von der Detektoranordnung vermessenen Messstellen ermittelt.
Auf diese Art und Weise erhält
man zwischen den in die Messwerte eingehenden Distanzkomponenten
und den vom Schallsensor gemessenen Distanzwerten eine umgekehrt
proportionale Relation, denn je größer die Distanz zwischen der
Messstelle und der Detektoranordnung ist, desto geringer ist die
Distanz zu der Schallsensoranordnung. Hierbei können die korrespondierenden
Mess- und Distanzwerte gleichzeitig erhoben und der Auswerteeinrichtung
zur Kompensation und Auswertung übermittelt
werden.
-
Ebenso
gut ist es möglich,
die Detektoranordnung und die Schallsensoranordnung auf der gleichen
Seite des Wertdokuments anzuordnen, so dass sie bei paralleler Akquirierung
der Mess- und Distanzwerte beide auf dieselbe Messstelle des Wertdokuments
fokussieren.
-
Alternativ
dazu ist es auch möglich
Messwerte und die jeweils korrespondierenden Distanzwerte zeitlich
unabhängig
voneinander zu ermitteln, bei spielsweise dadurch, dass für eine Messstelle
zunächst
ein oder mehrere Messwerte erhoben werden, und anschließend, beim
Weitertransport des Wertdokumentes, der. Distanzwert. Dabei ist
jedoch die weitestgehende Übereinstimmung
der von der Detektor- und der Schallsensoranordnung vermessenen
Messstellen sicherzustellen.
-
In
einer weiteren bevorzugten Ausführungsform
umfasst die Detektoranordnung einen Detektor zur Messung der Stärke des
Magnetfelds eines im Wertdokument befindlichen Magnetstreifens.
Ebenso kann die Detektoranordnung, sowohl zusätzlich als auch alternativ
zu dem Magnetdetektor, einen Fluoreszenzdetektor, sowie beliebige
andere optische Detektoren zur Amplitudenmessung von reflektierter oder
emittierter Strahlung in bestimmten Frequenz- bzw. Farbbereichen
umfassen. Vorzugsweise umfasst die Detektoranordnung mehrere Detektoren
zur gleichzeitigen Messung verschiedener Signale bzw. zur Prüfung verschiedener
Sicherheitselemente des Wertdokuments. Die darin eingehenden, mitunter verschiedenen
Distanzkomponenten von verschiedenartigen Messwerten der gleichen
Messstelle werden jeweils mittels des gleichen Distanzwertes kompensiert.
-
Neben
den vorbeschriebenen Techniken zur Eliminierung der Distanzkomponente
können
zusätzlich
konstruktive Maßnahmen
ergriffen werden, um die variierenden Distanzen bei der Prüfung von
Wertdokumenten von vornherein zu minimieren. Hierzu eignen sich
insbesondere Ansaugeinrichtungen oder Andrückbürsten. Diese Mittel zur lateralen
Fixierung der Wertdokumente während
des Transports sind so in der Prüfvorrichtung
ausgebildet, dass die Distanz einer Messstelle zum Detektor möglichst
konstant gehalten wird.
-
Weitere
Merkmale der Erfindung ergeben sich aus der folgenden Beschreibung
verschiedener erfindungsgemäßer Ausführungsbeispiele
und Ausführungsalternativen.
Es wird auf die einzige Figur verwiesen, die die Anordnung eines
Magnetsensors und eines Schallsensors in Bezug auf das zu prüfende Wertdokument,
sowie zwei Diagramme der bei der Prüfung eines Wertdokuments ermittelten
Distanz- und Messwerte zeigt.
-
Die
Prüfvorrichtung 1 ist
eingerichtet zum Prüfen
der Echtheit eines Wertdokumentes 3 anhand seiner Sicherheitselemente.
Das abgebildete exemplarische Wertdokument 3 besitzt als
Sicherheitselemente parallel angeordnete, quer zur Transportrichtung
des Wertdokuments 3 verlaufende Streifen 4, z.B.
in Form von eingelagerten Metallfäden, metallischen Beschichtungen
oder Aufdrucken aus metallhaltiger Farbe, die vorzugsweise magnetisch
sind Diese konkrete Ausgestaltung des Wertdokuments 3 ist
selbstverständlich
nur als Beispiel gedacht. Prinzipiell schränkt die Erfindung die Art der
zu prüfenden Wertdokumente 3 und
die Verwendung und abweichende Anordnung anderer Sicherheitselemente
in keiner Weise ein.
-
Die
Vorrichtung 1 umfasst desweiteren eine Schallsensoranordnung 2 sowie
eine Detektoranordnung 6, die eingerichtet ist, die Magnetfeldstärken der
Magnetstreifen 4 zu messen. Während eines Messvorgangs transportiert
eine Transportvorrichtung der Prüfvorrichtung 1 das
Wertdokument 3 entlang einer Transportstrecke (Pfeilrichtung)
zwischen der Schallsensoranordnung 2 und der Detektoranordnung 6 hindurch.
Die beiden Anordnungen 2 und 6 befinden sich also
auf verschiedenen Seiten der Transportstrecke und während der
jeweiligen Messungen insofern auf gegenüberliegenden Seiten des Wertdokuments 3.
-
Die
Anordnung und Ausrichtung der Schallsensoranordnung 2 und
der Detektoranordnung 6 auch auf andere Art und Weise als
in der Vorrichtung 1 erfolgen, solange nur sichergestellt
ist, dass die beiden Anordnungen 2, 6 korrespondierende
Mess- und Distanzwerte M, D2 an den gleichen Messstellen 5 erheben.
-
Ein
Magnetsensor der Detektoranordnung 6 misst die Magnetfeldstärken der
Magnetelemente 4, während
das Wertdokument 3 an dem Magnetsensor vorbeigeführt wird.
Die dabei erhobenen Messwerte M sind in dem oberen der beiden Diagramme
schematisiert in Form eines Balkendiagramms dargestellt. Im allgemeinen
weisen Messkurven dieser Messwerte M bei einer realen Anwendung
eine Sinusform auf.
-
Das
abgebildete Wertdokument 3 besitzt eine Vielzahl von Magnetstreifen 6,
die parallel zu der Transportrichtung des Dokuments 3 orientiert
sind. Bei dem Messvorgang wird die Stärke der einzelnen Magnetfelder
an speziellen Messstellen 5 durch die Detektoranordnung 6 ermittelt,
so dass jeder der Magnetstreifen 4 in einer (sinusförmigen)
Messkurve einen Peak M ausbildet. Die Magnetstreifen 4 des
beispielhaften Dokumentes 3 besitzen jeweils gleich starke
Magnetfelder, so dass die von einer Detektoranordnung 6 gemessenen
Messwerte M bei einem idealen, ungestörten Messvorgang ohne Distanzvariationen
nahezu gleich sind.
-
Dabei
wird die Größe und Form
der Messstelle 5 prinzipiell durch die Detektoranordnung 6 bestimmt.
Ihr Durchmesser beträgt
vorzugsweise ungefähr
3 mm, sie kann aber prinzipiell von beliebiger Größe und Form
sein. Jedoch ist zu beachten, dass kleinere Messstellen zu höheren Auflösungen führen und
insofern bevorzugt sind.
-
Ähnlich wie
bei vielen anderen Sicherheitsmerkmalen schwächt sich auch die Signalstärke der Magnetstreifen 4 – die Magnetfeldstärke – mit zunehmendem
Abstand von den Magnetstreifen 4 ab. In gleicher Weise
ist dies der Fall für
solche Sicherheitsmerkmale, die Signale emittieren oder reflektieren, deren
Amplituden vermessen werden, also beispielsweise bei optischen Elementen,
insbesondere bei fluoreszierenden und lumineszierenden Sicherheitselementen.
-
Dies
hat zur Folge, dass aufgrund von Wellungen und Knicken im Wertdokument 3 der
Abstand der Messstelle 5 von der Detektoranordnung 6 während der
Prüfung
variieren kann. In der Figur ist die Wellung des Wertdokuments 3 in
dessen zentralen Teil nahe der aktuellen Messstelle 5 illustriert.
Die auf dem Wertdokument 3 angedeutete Messstelle 5 hat demzufolge
einen etwas größeren Abstand
D1 zu der Detektoranordnung 6, als andere Messstellen des Wertdokuments 3.
Auf diese Weise ergeben sich, obwohl die Magnetfelder aller Magnetstreifen 6 gleich stark
sind, variierende Messwerte M in Abhängigkeit von der Distanz D1.
-
Prinzipiell
sind verschiedene Formen der Abhängigkeiten
der Messwerte M von der Distanz D1 denkbar, die im allgemeinen durch
die Art der gemessenen Signale bzw. deren Abklingverhalten bestimmt sind.
So mag sich bei zunehmender Distanz D1 beispielsweise, wie bei der
beispielhaft verwendeten Magnetfeldstärke, eine expotentielle Abschwächung ergeben,
während die
Amplituden andere Sicherheitsmerkmale über die Distanz polynominal
abfallen. Ebenso gibt es Distanzkomponenten K, die teilweise verstärkend in
die Messwerte M eingehen, beispielsweise bei Fluoreszenzsignalen.
-
In
dem oberen der beiden Diagramme sind die Messwerte M und Referenzwerte
R qualitativ eingezeichnet, die diejenigen Werte repräsentieren,
mit denen die ermittelten Messwerte M verglichen werden, um die
Echtheit des Wertdokuments 3 festzustellen.
-
Im
Idealfall stimmen die Messwerte M und die Referenzwerte R bei einem
authentischen Wertdokument 3 überein. Jedoch kann es aufgrund
der oben beschriebenen Abhängigkeit
der Messwerte M von der Distanz D1 dazu kommen, dass die Messwerte
M eines echten Wertdokuments 3 erhebliche Abweichungen
von den Referenzwerten R aufweisen, so wie es beispielsweise im
oberen Diagramm gezeigt ist. Diese Abweichung ist die Distanzkomponente
K der Messwerte M, die mittels der Auswerteeinrichtung 7 so
kompensiert wird, dass ein nachfolgender Vergleich zwischen den
kompensierten Messwerten M und den Referenzwerten R die Echtheit
des Wertdokuments 3 feststellet.
-
Die
in die Messwerte M eingehende Distanzkomponente K, repräsentiert
also den Fehler der tatsächlich
gemessenen Messwerte M gegenüber
den eigentlichen Magnetfeldstärken,
die im vorliegenden Beispiel mit den Referenzwerten R übereinstimmen.
-
Im
vorliegenden Fall der Magnetfeldmessung geht die Distanzkomponente
K aus der Distanz D1 durch einen exponentiellen Zusammenhang hervor,
in dem Sinne, dass zunehmende Abstände D1 zwischen der Messstelle 5 und
der Detektoranordnung 6 zu exponentiell wachsenden Abweichungen K
des entsprechenden Messwertes M von dem idealen Messwert R führen. Bei
der in der Figur dargestellten Messung geht dann die Distanzkomponente K
multiplikativ in die Messung ein und verfälscht die tatsächlichen
Magnetfeldstärken
zu den Messwerten M. Bei anderen Sicherheitselementen könnte beispielsweise
die Distanzkomponente K auch kubisch (bzw. polynomial) von der Distanz
D1 abhängig
sein.
-
Bei
optischen Sensoren, insbesondere Fluoreszenzsensoren kann aber ein
abstandsabhängiger Anstieg
der Signalamplitude auftreten, der genauso wie eine Signalabschwächung mittels
der gemenssenen Distanzwerte D2 aus dem Messwerten M, beispielsweise
mittels einer Normierung auf eine mittlere Distanz D1, eliminiert
werden kann. Weiterhin können
durch das erfindungsgemäße Verfahren
auch Abstandsabhängigkeiten
z.B. bei elektrischen Messungen, wie bei Leitfähigkeitsmessungen kompensiert
werden.
-
Die
Verfälschung
der Messwerte M durch den variierenden Abstand D1, der sowohl in
Aufbau und Dimensionierung der Vorrichtung als auch im Zustand des
Wertpapiers begründet
ist, wird durch die Auswerteeinrichtung 7 mittels der Distanzwerte
D2 kompensiert. Dazu ermittelt die Schallsensoranordnung 2 gleichzeitig
mit dem Messvorgang der Detektoranordnung 6 mittels des
Sonarechoverfahrens die Distanz D2 zwischen der von der Detektoranordnung 6 vermessenen
Messstelle 5 und der Schallsensoranordnung 2.
Sowohl der Messwert M als auch der Distanzwert D2, werden dann der
Auswerteeinrichtung 7 zugeführt, um die in die Messwerte
M eingegangene Distanzkomponente K (die abhängig ist von der Distanz D1)
zu kompensie ren, und den kompensierten Messwert M mit dem Referenzwert
R zu vergleichen.
-
Bei
dem Sonarechoverfahren wird in dem Schallsensor 2 eine
Ultraschall-Wellenfront
erzeugt, die in Richtung des Wertdokuments 3 emittiert
wird. Bestimmte Anteile dieser Wellenfront werden von der Oberfläche des
Wertdokuments 3 der Messstelle 5 wieder zurück in Richtung
des Schallsensors 2 reflektiert und von diesem detektiert.
Aus der Länge
des Zeitintervalls zwischen Emittieren der Wellenfront und Detektieren
ihres reflektierten Anteils kann der Distanzwert D2 in der erwünschten
Genauigkeit ermittelt werden. Natürlich müssen der Schallemitter und
der Schalldetektor nicht notwendigerweise in einer zusammenhängenden
Schallsensoranordnung 2 angeordnet sein, sie können vielmehr
getrennt voneinander und in unterschiedlichen Positionen in Bezug
auf das Wertdokument so angeordnet sein, dass die vom Emitter erzeugten
Wellenfronten von dem Schalldetektor empfangen werden können.
-
Da
der Distanzwert D2 in der gezeigten Ausführungsform bezüglich der
Ermittlung des Messwertes M auf der gegenüberliegenden Seite der Messstelle 5 ermittelt
wird, ist der Distanzwert D2 umgekehrt proportional zu der Distanz
D1 und der Distanzkomponente K. Zur Kompensation der Distanzkomponente
K wird also aus dem Distanzwert D1 zunächst mittels einer geeigneten
mathematischen Operation der Distanzwert D2 ermittelt, aus dem anschließend die
aus dem Messwert M zu eliminierende Distanzkomponente K errechnet
wird.
-
Während der
Zusammenhang zwischen den Werten D1 und D2 allein von der Anordnung
der Schallsensoranordnung 2 und der Detektoranordnung 6 in
der Vorrichtung 1 bestimmt wird, ist der Zusammenhang zwischen
der Distanz D1 und der Distanzkomponente K durch das konkret zu
messende Signal und dessen distanzabhängigen Veränderungs- bzw. Abschwächungseigenschaften
bestimmt. Diese Information hat die Auswerteeinrichtung 7 in
Form von vorgegebenen mathematischen Operationen vorliegen. Diese
Kompensation kann beispielsweise durch Normierung der Messwerte
M auf eine konstante Distanz erfolgen. Nachdem die Distanzkomponente
K auf diese oder ähnliche
Weise aus den Messwerten M eliminiert wurde, sind die Messwerte
M eines echten Wertdokuments 3 weitestgehend ähnlich den
Referenzwerten R, und das in 1 gezeigte
Wertdokument 3 würde
als echt klassifiziert.
-
Abweichend
von der hier dargestellten Ausführungsform
gibt es im Umfang der vorliegenden Erfindung zahlreiche Abwandlungen,
Erweiterungen und Modifikationen. So können beispielsweise die Signalsensoranordnung 2 und
die Messanordnung 6 prinzipiell beliebig in der Prüfvorrichtung 1 angeordnet
sein, solange es ermöglicht
wird, dass Messwerte M in einer hinreichenden Qualität und Auflösung und Distanzwerte
D2, die geeignet sind, die Distanzkomponente K aus den Messwerten
M zu eliminieren, ermittelt werden. So können die beiden Messanordnungen 2, 6 auch
auf der gleichen Seite des Wertdokuments 3 angeordnet sein
und zwar so, dass sie entweder korrespondierende Daten M, D2 für die Messstelle 5 gleichzeitig
erheben oder so, dass sie diese Daten sequentiell erheben. Im letztgenannten Fall
muss allerdings sichergestellt sein, dass die Schallsensoranordnung 2 einen
Distanzwert 2 an genau dergleichen Messstelle 5 auf
dem Dokument ermittelt, an der auch der korrespondierende Messwert M
ermittelt wird.
-
Auch
ist es möglich,
dass die Detektoranordnung 6 für jede Messstelle 5 mehrere
Messwerte M ermittelt, beispielsweise eine magnetische Feldstärke, die
Amplitude eines Fluoreszenzsignals und die Intensität eines
bestimmten Farbanteils von reflektiertem Licht. Jeder dieser andersartigen
Messwerte M wird dann von der Auswerteeinrichtung 7 individuell
von der entsprechenden Distanzkomponente K befreit, deren genaue
Wirkung, wie gesagt, von dem konkreten Signaltyp abhängt.
-
Beim
Durchführen
des Wertdokuments 3 durch die Prüfvorrichtung 1 werden
im vorliegenden Ausführungsbeispiel
Messstellen 5 entlang einer Messspur vermessen. Prinzipiell
können
auch mehrere solcher Messspuren auf dem Wertdokument 3 vermessen
werden, entweder durch entsprechend variable Schallsensor- 2 und
Detektoranordnungen 6, die entsprechend koordiniert und
gesteuert werden, oder durch mehrere Schallsensor- 2 und
Detektoranordnungen 6.
-
Zur
gleichzeitigen Messung verschiedener Messwerte M ist es außerdem möglich, dass
die Detektoranordnung 6 über die gesamte Breite eines Wertdokuments 3 senkrecht
zur Transportrichtung angeordnet ist, so dass mehrere Messwerte
M an Messstellen 5 verschiedener Messspuren durch mehrere
Detektoren parallel erhoben werden können. Die Schallsensoranordnung 6 würde dann zweckmäßigerweise
ebenfalls über
die gesamte Breite des Wertdokuments 3 angeordnet sein
und für jede
der parallelen Messspuren eigene Distanzwerte D2 ermitteln, z.B.
durch mehrere Schallsensoren.
-
Oftmals
resultiert der variierende Abstand zwischen der Detektoranordnung 6 und
der Messstelle 5 aus der Tatsache, dass Wertdokumente 3,
die in einer gewissen Geschwindigkeit durch eine Prüfvorrichtung 1 transportiert
werden, eine charakteristische hochfrequente Auslenkung in Form
eines Flatterns erfahren. Diese und andere Quellen des variablen
Abstands D1 können
vorzeitig minimiert werden durch spezielle konstruktive Maßnahmen
in der Prüfvorrichtung 1.
So ist es zum Beispiel möglich,
spezielle Ansaugvorrichtungen bereit zu stellen, die das Wertdokument 3 bei
seinem Transport in der Nähe der
Detektoranordnung 6 durch Ausbilden eines Unterdrucks stabilisieren. Ähnliche
Wirkungen entfalten Riemen-Rollen-Systeme oder Andruckbürsten, die das
Wertdokument 3 gegen die Detektoranordnung 6 drücken und
es dadurch stabilisieren.
-
Vorstehend
wurde insbesondere der Fall beschrieben, daß ein Messwert in Abhängigkeit
von der gemessenen Distanz modifiziert wird, um die Distanzabhängigkeit
der Messung zu kompensieren. Zusätzlich
oder alternativ ist aber auch denkbar, eine aktive Regelung der
Meßsignale
durchzuführen,
beispielsweise durch eine Kopplung der Verstärkung des Messsensors, z.B.
für Magnetismus
oder Leitfähigkeit,
mit dem Abstandssignal des Abstandssensors. Zusätzlich oder alternativ ist
aber auch denkbar, eine aktive Regelung der Beleuchtungsstärke beim Fluoreszenzsensor
und/oder anderen optischen Sensoren durchzuführen.