-
Die
Erfindung betrifft ein Verfahren zur Diagnose einer Kette in einem
Antriebssystem.
-
Antriebssysteme
mit Ketten werden in unterschiedlichsten industriellen Applikationen
eingesetzt, wobei derartige Systeme insbesondere zum Transport von
Gegenständen
eingesetzt werden.
-
Als
Beispiel für
derartige Systeme sind insbesondere Folien-Reckanlagen zu nennen,
die zur Herstellung von Kunststoff-Folien dienen. Die zu bearbeitenden
Folien werden an ihren längsseitigen Rändern mit
Kluppen gehalten, wobei diese an periodisch umlaufenden Ketten befestigt
sind.
-
Weitere
Beispiele für
den Einsatz von Antriebssystemen mit Ketten sind Förder- und
Transportsysteme wie Fließbänder oder
dergleichen, die insbesondere auch in schwer zugäng lichen Bereichen eingesetzt
werden. Beispiele hierfür
sind Förderanlagen
im Bereich der Getränkeindustrie.
-
Generell
besteht eine wesentliche Anforderung an derartige Antriebssysteme
darin, dass diese eine hohe Verfügbarkeit
aufweisen, das heißt
dass Standzeiten aufgrund von Reparaturen und Wartungsarbeiten möglichst
gering gehalten werden.
-
Aus
der
DE 102 33 815
C1 ist ein Verfahren zur Überwachung des Verschleißes einer
Motorsteuerkette in einem Kraftfahrzeug bekannt. Bei diesem Verfahren
wird die Längung
der Motorsteuerkette als Maß für deren
Verschleiß durch
Bestimmung der Gesamtdrehwinkel der Nockenwellen einer Brennkraftmaschine
auf indirektem Weg bestimmt.
-
Aus
der
DE 195 03 457
C1 ist ein weiteres Verfahren zur Überwachung des Verschleißes einer Motorsteuerkette
in einem Kraftfahrzeug bekannt. Bei diesem Verfahren werden Markierungen
an Kettenrädern,
an welchen die Motorsteuerkette umläuft, angebracht und mit Sensoren
abgetastet. Aus den Sensorsignalen werden die Phasenlagen der Kettenräder als
Maß für den Verschleiß der Kette
ermittelt.
-
Aus
der gattungsbildenden Vorveröffentlichung
DE 28 32 410 C2 ist
ein Messverfahren zur berührungslosen
Messung der Zugkräfte
von Endloszugmitteln als bekannt zu entnehmen.
-
Dabei
wird ein an einer Antriebstrommel wirkendes Antriebsdrehmoment gemessen,
das umgekehrt proportional zum Wirkungsgrad der Antriebstrommel
und proportional zur Differenz der Zugkräfte im ein- und auslaufenden
Trum ist. Die Summe der in Förderrichtung
wirkenden Lagerkräfte werden gemessen,
die proportional zur Summe der genannten Zugkräfte ist.
-
Durch
ein derartiges Verfahren können
die Kettenzugkräfte
kontinuierlich und vor allem ohne Eingriff in den Betriebsablauf
gleichzeitig an einem Haupt- und an einem Hilfsantrieb in einem
Ober- und einem Untertrum sowie über
beliebig lange Zeit ohne starke mechanische Beanspruchung der Aufnehmer, Überträger und
Speicher sowohl im Versuchsbetrieb als auch im praktischen Betrieb
gemessen werden.
-
Ein
Verfahren und eine Vorrichtung zum Testen der Rolle eines Kettengliedmechanismus
ist grundsätzlich
auch aus der
DE 25
25 041 A1 bekannt. Gemäß dieser
Vorveröffentlichung
wird vorgeschlagen, während
des Umlaufs eines Kettengliedmechanismus in einem bestimmten Abschnitt
längs des
von den Rollen zurückgelegten
endlosen Wegs jede Rolle in Eingriff mit einem angetriebenen und
rotierenden Körper
der Rolle zu bringen, der diese Rolle (während sie sich mit der Leitvorrichtung
außer Kontakt
befindet) auf eine vorbestimmte Rotationsgeschwindigkeit bringt.
Dabei wird die Energie gemessen, die von diesem Rotationskörper verbraucht wird,
um die Rolle bei dieser Geschwindigkeit während einer bestimmten Zeitspanne
in Rotation zu halten. Das Maß der
benötigten
Energie gilt dabei als Maß für den Widerstand
der Rolle.
-
Gemäß diesem
Vorverfahren muss also jede zu untersuchende Rolle in Eingriff mit
einem angetriebenen und rotierenden Körper gebracht werden, um jede
Rolle einzeln zu testen.
-
Gemäß der
DE 196 34 619 A1 ist
eine Zubehörteiledrehmoment-Erfassungseinrichtung
für Riemengetriebe
bekannt.
-
Ein
Verfahren zur Diagnostik von Getrieben und Zahnkupplungen ist beispielsweise
aus der
DD 231 642 A1 bekannt.
-
Schließlich ist
ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Überwachung der Abnützung einer
Ketteneinrichtung aus der
US
5,563,392 A sowie eine Einreichtung für eine Gurtsteuerung aus der
US 5,248,027 A als
bekannt zu entnehmen.
-
Demgegenüber ist
es Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Verfahren bereitzustellen,
mit welchem eine umfangreiche und genauere Analyse einer Kette eines
Antriebsystems durchführbar
ist.
-
Die
Aufgabe wird entsprechend den im Anspruch 1 angegebenen Merkmalen
gelöst.
Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen angegeben.
-
Die
erfindungsgemäße Lösung zeichnet
sich nicht allein dadurch aus, dass durch Bestimmung des Antriebsmoments
des Antriebs die auf eine Kette einwirkende Kraft als solche ermittelt
wird, um lediglich bei ansteigendem Kraftkurvenverlauf festzustellen, dass
der Verschleiß und
die Reibmomente der Kette größer geworden
sind. Vielmehr wird bei der Bestimmung des Antriebsmoments des Antriebs
die auf die Kette einwirkende Kraft als zeitaufgelöste Folge
von Messwerten bestimmt, wodurch ermöglicht wird, dass durch Zuordnung
der zeitaufgelösten
Messwerte zur Geometrie des Führungssystems
die auf einzelne Kettenglieder wirkenden Kräfte bestimmt werden können !
-
Das
heißt
letztendlich, dass das Messergebnis einen Rückschluss erlaubt, welches
spezifische Kettenglied tatsächlich
eine größere Abnutzung
oder einen größeren Verschleiß bzw. erhöhte Reibmomente
bei einer Lagenveränderung
zu einem benachbarten Kettenglied aufweist (beispielsweise beim
Einlaufen, beim Auslaufen oder während
des teilkreisförmigen
Umlaufs des Kettengliedes an einer Umlauftrommel).
-
Mit
anderen Worten wird bei der Bestimmung des Antriebsmoments des Antriebs
nur eine integrale Information über
die insgesamt in der Kette wirkende Kraft gewonnen. Erfindungsgemäß werden
jedoch als Zusatzinformationen geometrische Daten des Führungssystems
der Kette ausgewertet. Durch diese Zusatzinformationen können aus
dem zeitlichen Momentenverlauf des Antriebs, insbesondere durch Auswertung
der Zeitpunkte lokaler Extrema, einzelne Kettenglieder oder daran
befestigte Transportelemente lokalisiert werden, in welchen gegenüber dem Rest
der Kette erhöhte
oder reduzierte Kräfte
auftreten.
-
Als
besonders günstig
erweist sich, dass im Rahmen der Erfindung selbst Kettenglieder
identifiziert werden können,
die nur einen kaum größeren Reibungswert
bei einer Relativlagenveränderung
zu einem benachbarten Kettenglied aufweisen. Denn in einer besonders
bevorzugten Ausführungsform
der Erfindung ist eine Mittelung der für die einzelnen Kettenglieder
oder Transportelemente erhaltenen Messwerte über mehrere Perioden vorgesehen,
wodurch aufgrund des statistischen Effektes Abweichungen im Messkurvenverlauf
viel deutlicher herausgearbeitet werden können, da bekanntermaßen durch
derartige statistische Effekte die Messgenauigkeit erheblich zunimmt.
-
Das
erfindungsgemäße Verfahren
dient also zur Diagnose einer Kette in einem Antriebssystem, wobei
die Kette in einem Führungssystem
geführt und
mittels eines Antriebs angetrieben wird. Bei dem Verfahren wird
durch Bestimmung des Antriebsmoments des Antriebs die auf die Kette
einwirkende Kraft als zeitaufgelöste
Folge von Messwerten ermittelt. Durch Zuordnung der zeitaufgelösten Messwerte zur
Geometrie des Führungssystems
werden die auf einzelne Kettenglieder wirkenden Kräfte bestimmt.
-
Mit
dem erfindungsgemäßen Verfahren
wird eine detaillierte Prozessbeobachtung und darauf basierend auch
eine Prozessoptimierung eines Antriebssystems mit einer Kette ermöglicht.
-
Insbesondere
kann mit dem erfindungsgemäßen Verfahren
der Verschleiß der
Kette des Antriebssystems bestimmt werden. Generell kann mit dem
erfindungsgemäßen Verfahren
eine genaue Schadensdiagnose für
das Antriebssystem durchgeführt
werden.
-
Durch
die rechtzeitige Verschleißerkennung mittels
des erfindungsgemäßen Verfahrens
können Schäden an der
Kette rechtzeitig erkannt werden, wodurch ungewollte Stillstandszeiten
des Antriebssystems vermieden werden können. Weiterhin können anhand
der mit dem erfindungsgemäßen Verfahren
ermittelten Messwerte Service- und Wartungsintervalle für das Antriebssystem
optimiert werden.
-
Ein
wesentlicher Vorteil des erfindungsgemäßen Verfahrens besteht darin,
dass mit diesem zeit- und ortsaufgelöste Informationen über den
Zustand der Kette, insbesondere über
deren Verschleiß erhalten
werden, wodurch eine detaillierte Prozessbeobachtung ermöglicht wird.
-
Zur
Kompensation von Fehlern in den mit dem erfindungsgemäßen Verfahren
ermittelten Messwerten kann bevorzugt eine Referenzmessung zur Kalibrierung
der Messwerte durchgeführt
werden. Als Referenzmessungen können
beispielsweise Abstandsmessungen zur Bestimmung der Abstände benachbarter
Kettenglieder oder Transportelemente durchgeführt werden, die ein Maß für die lokalen
in der Kette wirkenden Längskräfte liefern.
-
Weiterhin
können
zur Fehlerkompensation bei der Bestimmung der Messwerte diese beeinflussende
Einflussgrößen, wie
zum Beispiel die Temperatur der Kette, messtechnisch erfasst werden,
wodurch die Messgenauigkeit des erfindungsgemäßen Verfahrens erhöht wird.
-
Die
Kette des Antriebssystems ist periodisch umlaufend ausgebildet.
Dabei sind die einzelnen Kettenglieder vorzugsweise durch Kennungen
gekennzeichnet und somit eindeutig identifizierbar.
-
Durch
eine Mittelung der für
die einzelnen Kettenglieder oder Transportelemente erhaltenen Messwerte über mehrere
Perioden kann die Messgenauigkeit erheblich erhöht werden. Weiterhin können die
für die
einzelnen Kettenglieder durchgeführten
Messungen mit entsprechenden Messungen verglichen werden, die zu
anderen Zeitpunkten durchgeführt
werden, um daraus beispielsweise das Langzeitverhalten der Kette
im Antriebssystem zu ermitteln. Schließlich können die für die einzelnen Kettenglieder
eines Antriebssystems durchgeführten
Messungen mit entsprechenden Messungen verglichen werden, die für gleichartige
Antriebssysteme durchgeführt
werden. Dadurch werden wertvolle statistische Kenngrößen für das Antriebssystem
erhalten, die für
die Diagnose des Antriebssystems hilfreich sind.
-
Das
erfindungsgemäße Verfahren
ist universell einsetzbar für
ein breites Spektrum von Antriebssystemen mit Ketten, wobei die
Antriebssysteme insbesondere für
Transport- und Förderaufgaben
einsetzbar sind. Insbesondere kann das erfindungsgemäße Verfahren
für Antriebssysteme
in Folien-Reckanlagen
eingesetzt werden.
-
Die
Erfindung wird im Nachstehenden anhand der Zeichnungen erläutert. Es
zeigen:
-
1:
Schematische Darstellung einer Folien-Reckanlage.
-
2:
Schematische Darstellung einer Kluppe für die Folien-Reckanlage gemäß 1.
-
3:
Zeitlicher Verlauf des gemessenen Antriebsmoments für ein Antriebssystem
mit einer Kluppen transportierenden Kette für die Folien-Reckanlage gemäß 1 bei
einem einzelnen schwergängigen
Bolzen in der Kette.
-
4:
Zeitlicher Verlauf des gemessenen Antriebsmoments für ein Antriebssystem
mit einer Kluppen transportierenden Kette für die Folien-Reckanlage gemäß 1 bei
einer einzelnen Kluppe mit erhöhter
Prozess- und/oder Reibungskraft.
-
1 zeigt
schematisch den prinzipiellen Aufbau einer Folien-Reckanlage 1 zur
Herstellung von dünnen,
aus Kunststoff bestehenden Folien 2. Zur Bearbeitung der
Folie 2 wird diese in Bahnform mit einer Geschwindigkeit
v in einer Förderrichtung, die
in 1 mit einem Pfeil gekennzeichnet ist, durch die
Folien-Reckanlage 1 geführt und
dabei an ihren längsseitigen
Rändern
an Transportelementen bildenden Kluppen 3 gehalten. Die
Kluppen 3 sitzen jeweils auf einer Kette 4 auf,
wobei die Kette 4 Bestandteil eines Antriebssystems ist.
-
Wie
aus 1 ersichtlich weist die Folien-Reckanlage 1 zwei
symetrisch ausgebildete Antriebssysteme mit jeweils einer Kette 4 auf,
auf welcher die Kluppen 3 angeordnet sind. Jedes Antriebssystem
weist ein angetriebenes Kettenrad 5 am Ausgangsbereich
der Folien-Reckanlage 1 auf, welches mittels eines nicht
dargestellten Antriebs angetrieben wird. Im Eingangsbereich ist
ein Umlenkrad 6 zur Umlenkung der Kette 4 vorgesehen.
Anstelle des Umlenkrads 6 können auch andere Umlenkmittel
vorgesehen sein. Weiterhin können
weitere Umlenkmittel zur Umlenkung der Kette 4 vorgesehen
sein, um diese längs
einer definierten Bahn zu führen.
Die Kette 4 eines Antriebssystems läuft somit auf einer periodischen
Bahn um, wobei deren Geschwindigkeit über den Antrieb vorgegeben
wird.
-
Am
Eingang der Folien-Reckanlage 1 werden die Kluppen 3 zur
Fixierung der Folie 2 automatisch geschlossen.
-
In
dem mit I gekennzeichneten Bereich ist der Abstand der gegenüberliegenden
Kluppen 3 des Antriebssystems im Wesentlichen konstant,
das heißt
die Folie 2 weist eine im Wesentlichen konstante Breite
auf. In diesem Bereich erfolgt das Aufheizen der Folie 2 in
Vorbereitung des Beckens. Im anschließenden, mit II gekennzeichneten
Bereich der Folien-Reckanlage 1 vergrößern sich die Abstände der gegenüberliegenden
Kluppen 3 kontinuierlich. In diesem Bereich erfolgt ein
Recken der Folie 2 in Querrichtung, d. h. senkrecht zur
Bewegungsrichtung der Folie 2.
-
Am
Ausgang der Folien-Reckanlage 1 wird die bearbeitete Folie 2 von
den Kluppen 3 gelöst
und aufgerollt. Hierzu werden am Ausgang der Folien-Reckanlage 1 die
Kluppen 3 automatisch geöffnet und laufen geöffnet zum
Eingangsbereich der Folien-Reckanlage 1 zurück, um dort
von neuem die zu bearbeitende Folie 2 aufzugreifen.
-
2 zeigt
schematisch eine Ausführungsform
einer Kluppe 3 zur Fixierung der Folie 2. Die Kluppe 3 weist
einen Kluppenkörper 3a auf,
an welchem im vorliegenden Fall am oberen und unteren Ende gabelförmige Führungen
vorgesehen sind, die in Führungsschienen 7 laufen.
Weiterhin ist ein am Kluppenkörper 3a ausmündender
Greifer 3b zur Fixierung der Folie 2 vorgesehen.
-
Die
Kluppen 3 sind in vorgegebenen, konstanten Abständen zueinander
an Kettengliedern der Kette 4 befestigt, wobei die nicht
separat dargestellten Kettenglieder über Bolzen gelenkig miteinander verbunden
sind.
-
Auf
die Kette 4 wirken während
des Transports durch die Folien-Reckanlage 1 Kräfte ein,
wobei diese zum einen von Reibungskräften und zum anderen von Prozesskräften bedingt
durch die Fixierung der Folie 2 an den Kluppen 3 gebildet
sind. Zudem treten bei der Beschleunigung der Anlage noch Beschleunigungskräfte auf.
-
Als
Messwerte zur Diagnose der auf die Kette 4 und der daran
transportierten Kluppen 3 wirkenden Kräfte wird für die beiden Antriebssysteme
der in 1 dargestellten Folien-Reckanlage 1 der
zeitliche Verlauf des Antriebsmoments des Antriebs des jeweiligen
Antriebssystems bestimmt.
-
Zur
Bestimmung des Antriebsmoments kann der momentbildende Strom im
Antrieb ermittelt werden. Alternativ kann ein Drehmomentsensor zur
Ermittlung des Antriebsmoments verwendet werden.
-
Das
so bestimmte Antriebsmoment bildet eine integrale Größe. Durch
Einbeziehung der Geometrie des Führungssystems,
in welchem die Kette 4 mit den Kluppen 3 innerhalb
des Antriebssystems geführt
werden, können
aus dem zeitlichen Verlauf des Antriebssystems ortsaufgelöste Informationen,
insbesondere Informationen über
auf einzelne Kettenglieder der Kette 4 oder einzelne Kluppen 3 wirkende Kräfte gewonnen
werden.
-
Um
zu Diagnosezwecken den Verlauf der Kräfte in der Kette 4 ortsaufgelöst erfolgen
und protokollieren zu können,
sind die einzelnen Kettenglieder mit Kennungen versehen. Anhand
dieser Kennungen können
den einzelnen Kettengliedern die für diese ermittelten Kräfte zugewiesen
werden. Alternativ können
die Kluppen 3 mit Kennungen versehen werden.
-
Generell
können
die Kennungen derart ausgebildet sein, dass alle Kettenglieder oder
Kluppen 3 jeweils eine Identifikationsnummer aufweisen,
die mit einem Identifikationssystem ausgelesen werden können. Alternativ
kann nur eine Kluppe 3 oder ein Kettenglied mit einer Kennung
versehen sein, wobei ausgehend von diesem Element alle weiteren
Kluppen 3 oder Kettenglieder inkrementell gezählt werden.
-
Wie
aus 1 ersichtlich, weist jedes Antriebssystem als
Bestandteil des Führungssystems zwei
Kettenräder 5, 6 auf,
wobei das mit dem Antrieb getriebene Kettenrad 5 am Ausgang
und das nicht angetriebene Kettenrad 6 am Eingang der Folien-Reckanlage 1 angeordnet
ist. Die Kettenglieder der Kette 4 laufen im Bereich der
Kettenräder 5, 6 auf deren
Zahnungen um.
-
Weitere
Bestandteile des Führungssystems sind
beispielsweise die Führungsschienen 7 zur
Führung
der Kluppen 3.
-
Aus
der Kenntnis der Geometrie des Führungssystems
und dem zeitlichen Verlauf des Antriebsmoments können die lokal auf einzelnen
Kluppen 3 oder Kettenglieder wirkenden Kräfte ermittelt werden,
wie in den 3 und 4 beispielsweise veranschaulicht
ist.
-
3 zeigt
den zeitlichen Verlauf des mit M bezeichneten Antriebsmoments des
Antriebs eines der Antriebssysteme der Folien-Reckanlage 1 gemäß 1 für den Fall,
dass ein Bolzen eines Kettengliedes schwergängiger ist als die Bolzen aller
anderen Kettenglieder, welche im Wesentlichen dieselben Eigenschaften
aufweisen.
-
In 3 sind
mit K1 und K2 die Zeitintervalle dargestellt, innerhalb derer das
Kettenglied mit dem schwergängigen
Bolzen auf dem ersten Kettenrad 5 bzw. auf dem zweiten
Kettenrad 6 umläuft.
-
Der
schwergängige
Bolzen des Kettengliedes erzeugt bei sich ändernder Kettenkrümmung eine
höhere
Kraft. Diese erhöhte
Kraft tritt bei Auflaufen des Kettengliedes auf eines der Kettenräder 5, 6 oder
beim Ablaufen des Kettengliedes vom jeweiligen Kettenrad 5, 6 auf,
da dort die Kettenkrümmung geändert wird.
-
Dementsprechend
werden im zeitlichen Verlauf des Antriebsmoments (3)
zu den Zeiten t1 und t1' lokale
Maxima erhalten, da zu diesen Zeiten das schwergängige Kettenglied auf das erste
Kettenrad 5 beziehungsweise auf das zweite Kettenrad 6 aufläuft. Entsprechend
werden zu den Zeitpunkten t2 und t2' gleichartige lokale Maxima im Verlauf
des Antriebsmoments erhalten, da zu diesen Zeitpunkten das schwergängige Kettenglied
vom jeweiligen Kettenrad abläuft.
-
Da
ansonsten die Kette 4 im Wesentlichen längs geradliniger Bahnen geführt wird,
treten keine weiteren derartigen Maxima in dem zeitlichen Verlauf des
Antriebsmoments auf.
-
Da
durch die Kennungen die einzelnen Kettenglieder identifizierbar
und auf ihrer zurückgelegten Bahn
verfolgbar sind, kann aus den Zeitpunkten der Maxima das Kettenglied
mit dem schwergängigen Bolzen
identifiziert und lokalisiert werden.
-
4 zeigt
den zeitlichen Verlauf des wiederum mit M bezeichneten Antriebsmoments
des Antriebs eines Antriebssystems der Folien-Reckanlage gemäß 1 für den Fall,
dass eine Kluppe 3 eine höhere Reibungs- und/oder Prozesskraft
hat als alle anderen Kluppen 3 in der Kette 4.
-
In 4 sind
mit K1 und K2 die Zeitintervalle bezeichnet, innerhalb derer das
Kettenglied, an welchem die Kluppe 3 mit erhöhter Kraft
angebracht ist, an einem der Kettenräder 5, 6 umläuft.
-
Innerhalb
dieser Zeitintervalle K1, K2, kann die erhöhte Prozesskraft und/oder Reibungskraft nicht
auftreten, da zu diesen Zeiten das der Kluppe 3 zugeordnete
Kettenglied an einem der Kettenräder 5, 6 umläuft und
dadurch zwangsgeführt
ist. Demzufolge wird in den Zeitintervallen K1 und K2 jeweils ein lokales
Minimum im Verlauf des Antriebsmoments registriert. Durch die Identifikation
der Kettenglieder mittels der Kennungen kann aus dem Verlauf des
Antriebsmoments gemäß 4 die
Kluppe 3 mit erhöhter
Kraft lokalisiert werden.
-
Generell
kann durch Analyse lokaler Extrema ermittelt werden, ob einzelne
Kettenglieder oder Kluppen 3 gegenüber anderen gleichartigen Elementen
veränderte
Prozess- und/oder
Reibungskräfte haben.
Dabei kann insbesondere durch Analyse der Lagen und Formen der Extrema
ermittelt werden, welche Elemente (Kluppen 3, Kettenglieder
oder Bolzen) sich hinsichtlich der wirkenden Kräfte von anderen gleichartigen
Elementen unterscheiden.
-
Die
Messung des Antriebsmoments kann zur Elimination von Störeinflüssen mit
einer Referenzmessung kalibriert werden. Ein Beispiel für eine derartige
Referenzmessung ist die Bestimmung der Abstände der einzelnen Kettenglieder
oder Transportelemente mittels eines Sensorsystems als Maß für die in
der Kette 4 wirkenden Längskräfte.
-
Da
die Kette 4 eines Antriebssystems der Folien-Reckanlage 1 periodisch
umläuft,
können
die für die
einzelnen Kluppen 3 oder Kettenglieder ermittelten Messwerte
für das
Antriebsmoment zur Erhöhung
der Messgenauigkeit über
mehrere Perioden ermittelt werden.
-
Weiterhin
können
die für
das rechte und linke Antriebssystems der Folien-Reckanlage 1 erhaltenen Messwerte
für das
Antriebsmoment in der jeweiligen Kette 4 miteinander verglichen
wurden. Schließlich können auch
entsprechende Messwerte für
mehrere gleichartige Folien-Reckanlagen 1 miteinander verglichen
werden.
-
Schließlich können auch
zu verschiedenen Zeiten ermittele Messwerte für eine Kette 4 in
einem Antriebssystem miteinander verglichen werden.
-
Derartige
Vergleichswerte liefern zusätzliche Informationen über das
Verschleißverhalten
aus Ketten 4 in Antriebssystemen. Insbesondere sind derartige
Vergleichswerte wesentlich für
die Diagnostik bei der Inbetriebnahme von Anlagen oder Wiederinbetriebnahme
nach Schadensfällen
oder nach Wartungsintervallen.