DE102005007011A1 - Zweiteiliges Rohr - Google Patents
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Abstract
Die Erfindung betrifft ein Rohr (10) zur Aufnahme von Wälzkörpern, bestehend aus zwei Rohrhälften (12), die formschlüssig miteinander verbunden sind. DOLLAR A Erfindungsgemäß ist der Formschluss nur dann aufhebbar, wenn sich keine Wälzkörper in dem Rohr (10) befinden.
Description
- Die Erfindung betrifft ein Rohr zur Aufnahme von Wälzkörpern bestehend aus zwei Rohrhälften, die formschlüssig miteinander verbunden sind.
- Derartige Rohre werden beispielsweise in Linearwälzlagern und Kugelgewindetrieben zur Rückführung der Wälzkörper eingesetzt, wie dies aus der
DE 102 27 689 A1 bekannt ist. Dort ist ein Rohr11 , bestehend aus zwei identischen Rohrhälften15 , gezeigt. Zur formschlüssigen Verbindung der Rohrhälften sind Vorsprünge16 und komplementäre Ausnehmungen17 vorgesehen. Weiterhin sind Schnappverbindungen bestehend aus Rasten19 und Nuten20 vorgesehen. Die Vorsprünge und Ausnehmungen dienen hauptsächlich zum Ausrichten der beiden Rohrhälften relativ zueinander, während die Schnappverbindungen ein Auseinanderfallen des Rohres verhindern. - Schnappverbindungen haben den Nachteil, dass sie relativ genau hergestellt werden müssen, um eine spielfreie Verbindung der beiden Rohrhälften zu gewährleisten. Dieses Problem wird dadurch verschärft, dass derartige Rohre üblicherweise nur einen Durchmesser von etwa 10 mm aufweisen und aus Kunststoff spritzgegossen werden, d.h. die Raste ist einerseits relativ klein und wird andererseits mit einem Verfahren begrenzter Genauigkeit hergestellt. Weiterhin haben Schnappverbindungen den Nachteil, dass an den Rohrhälften Hinterschneidungen vorhanden sind, die nur mit einem aufwändigen Spritzgusswerkzeug hergestellt werden können. Ein weiterer Nachteil ist die Verformung der Rasten, die bei der Montage des Rohres auftritt. Spröde Werkstoffe können daher für das Rohr nicht eingesetzt werden. Weiterhin ist das Rohr nicht ohne Weiteres demontierbar.
- Es ist daher Aufgabe der Erfindung, ein Rohr zur Aufnahme von Wälzkörpern bestehend aus zwei Rohrhälften, die formschlüssig miteinander verbunden sind, zu schaffen, welches ohne eine Schnappverbindung auskommt. Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, dass der Formschluss nur dann aufhebbar ist, wenn sich keine Wälzkörper in dem Rohr befinden. Beim Gebrauch des Rohres befinden sich aber immer Wälzkörper darin, daher kann auf eine Schnappverbindung zum Zusammenhalten der formschlüssigen Verbindung der beiden Rohrhälften vollständig verzichtet werden.
- Eine derartige formschlüssige Verbindung kann auf einfache Weise dadurch realisiert werden, dass jede Rohrhälfte wenigstens zwei Flanschabschnitte mit Anlageflächen aufweist, wobei die vorzugsweise identischen Rohrhälften an den Anlageflächen verschiebbar aneinander liegen und wobei eine Verschiebung der beiden Rohrhälften relativ zueinander nur dann möglich ist, wenn sich keine Wälzkörper in dem Rohr befinden. Bei einem geraden Rohr können ebene Anlageflächen vorgesehen sein, die in einer gemeinsamen Ebene liegen, welche die Mittellinie des Rohres enthält. Die beiden Rohrhälften können somit relativ zueinander verschoben werden und zwar entlang der Mittellinie und quer dazu. Eine Querverschiebung wird aber durch die Wälzkörper in dem Rohr unmöglich gemacht. Bei einem Rohr, das nur in einer Ebene gebogen ist, wie dies beispielsweise beim Rückführrohr eines Kugelgewindetriebs der Fall ist, können Anlageflächen vorgesehen sein, die nur in einer Richtung gekrümmt sind, so dass eine Verschiebung quer zur Krümmungsrichtung noch möglich ist.
- In Weiterbildung der Erfindung wird vorgeschlagen, dass wenigstens ein Flanschabschnitt der einen Rohrhälfte wenigstens eine Ausnehmung aufweist, wobei ein komplementärer Flanschabschnitt der anderen Rohrhälfte einen Eingreifabschnitt aufweist, der in die Ausnehmung formschlüssig eingreift, und wobei der formschlüssige Eingriff durch Verschieben der beiden Rohrhälften relativ zueinander aufhebbar ist. Somit ist sichergestellt, dass die beiden Rohrhälften in einer Relativstellung zusammengehalten werden, während sie in einer anderen Relativstellung voneinander getrennt werden können. Bei geraden Rohren mit ebenen Anlageflächen wird auch ein Verschieben der beiden Rohrhälften relativ zueinander in Richtung der Rohrmittellinie verhindert. Die Ausnehmung ist vorzugsweise zum Rand des Flanschabschnitts hin offen ausgeführt, um schwierig herzustellende Hinterschneidungen zu vermeiden und um Platz zu sparen. Die Eingreifabschnitte können beispielsweise als T-förmige Fortsätze ausgebildet sein.
- Weiter kann vorgesehen sein, dass an den Anlageflächen der wenigstens zwei Flanschabschnitte Arretiermittel vorgesehen sind, die das Verschieben der beiden Rohrhälften relativ zueinander behindern. Dadurch wird der Einbau des Rohres in ein Linearwälzlager oder in einen Kugelgewindetrieb vereinfacht, weil es nicht mehr so leicht auseinander fallen kann. Hierbei ist anzumerken, dass die Wälzkörper üblicherweise erst nach dem Einbau des Rohres eingefüllt werden. Die Arretiermittel können beispielsweise als sphärische Fortsätze und als komplementäre Bohrungen ausgebildet sein. Die Abmessungen der Arretiermittel werden entsprechend der gewünschten Haltekraft und der zulässigen Werkstoffverformung festgelegt.
- Vorzugsweise sind an der Innenumfangsfläche des Rohres Freimachungen vorgesehen, die Anlaufflächen für die Wälzkörper definieren, wobei die Freimachungen im Bereich der Anlagefläche der Rohrhälften angeordnet sind. Bei einem erfindungsgemäßen Rohr kann es vorkommen, dass im Bereich der Anlageflächen ein Absatz entsteht, der durch eine minimale Verschiebung der Rohrhälften relativ zueinander verursacht wird. Diese Absätze würden dazu führen, dass, wenn sich Wälzkörper durch das Rohr bewegen, einseitige Reibkräfte an diesen angreifen würden. Insbesondere bei Rollen würde das ein Schiefstellen derselben bewirken, wodurch die Laufruhe der übergeordneten Rollenschienenführung beeinträchtigt werden würde. Durch die gegenüber der Innenumfangsfläche kleinen Anlaufflächen ergibt sich darüber hinaus insgesamt ein geringerer Reibwiderstand beim Hindurchbewegen der Wälzkörper durch das Rohr.
- Die Erfindung wird im Folgenden anhand der beigefügten Zeichnungen beschrieben werden. Es stellt dar:
-
1 eine perspektivische Ansicht eines erfindungsgemäßen Rohres im zusammengebauten Zustand und -
2 eine perspektivische Ansicht der beiden Rohrhälften des Rohres gemäß1 . - In
1 ist ein erfindungsgemäßes Rohr ganz allgemein mit10 bezeichnet. Es besteht aus zwei identischen Rohrhälften12 , die um 180° gedreht zueinander zusammengefügt sind. Dieses Rohr ist zur Aufnahme von nicht dargestellten rollenförmigen Wälzkörpern vorgesehen, weshalb es eine rechteckige Innenkontur aufweist. Das Rohr wird in einem Linearwälzlager, nämlich einer Rollenschienenführung, als Rückführrohr verwendet. Die beiden Rohrhälften12 werden aus Kunststoff mittels Spritzgießen hergestellt. - In
2 sind die beiden Rohrhälften12 genauer dargestellt. Die Rohrhälften12 besitzen zwei Flanschabschnitte14 , an denen ebene Anlageflächen16 vorgesehen sind. Die ebenen Anlageflächen16 liegen in einer gemeinsamen Ebene, welche die gerade Mittellinie des Rohres enthält. An einem Flanschabschnitt14 sind mehrere zur Seite offene Ausnehmungen18 vorgesehen. Am anderen komplementären Flanschabschnitt14 sind Eingreifabschnitte20 in Form von T-formigen Fortsätzen22 vorgesehen, die in die Ausnehmungen18 eingreifen können, wie dies in1 zu sehen ist. - Weiter sind an den Flanschabschnitten
14 Arretiermittel24 in Form von sphärischen Fortsätzen26 und komplementären Bohrungen28 vorgesehen. Die Höhe der sphärischen Fortsätze26 beträgt etwa 20% des Bohrungsdurchmessers. - An der Innenumfangsfläche des Rohres
10 sind Freimachungen30 vorgesehen, die Anlaufflächen32 für die Rollen definieren, so dass die Rollen die Innenumfangsfläche des Rohres nur an den Anlaufflächen32 berühren. Die Freimachungen30 sind an allen vier Innenseiten des Rohres10 vorgesehen. -
- 10
- Rohr
- 12
- Rohrhälfte
- 14
- Flanschabschnitt
- 16
- Anlagefläche
- 18
- Ausnehmung
- 20
- Eingreifabschnitt
- 22
- T-förmiger Fortsatz
- 24
- Arretiermittel
- 26
- sphärischer Fortsatz
- 28
- Bohrung
- 30
- Freimachung
- 32
- Anlaufläche
Claims (5)
- Rohr (
10 ) zur Aufnahme von Wälzkörpern bestehend aus zwei Rohrhälften (12 ), die formschlüssig miteinander verbunden sind, dadurch gekennzeichnet, dass der Formschluss nur dann aufhebbar ist, wenn sich keine Wälzkörper in dem Rohr (10 ) befinden. - Rohr nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass jede Rohrhälfte (
12 ) wenigstens zwei Flanschabschnitte (14 ) mit Anlageflächen (16 ) aufweist, wobei die vorzugsweise identischen Rohrhälften (12 ) an den Anlageflächen (16 ) verschiebbar aneinander liegen und wobei eine Verschiebung der beiden Rohrhälften (12 ) relativ zueinander nur dann möglich ist, wenn sich keine Wälzkörper in dem Rohr (10 ) befinden. - Rohr nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens ein Flanschabschnitt (
14 ) der einen Rohrhälfte (12 ) wenigstens eine Ausnehmung (18 ) aufweist, wobei ein komplementärer Flanschabschnitt (14 ) der anderen Rohrhälfte (12 ) einen Eingreifabschnitt (20 ) aufweist, der in die Ausnehmung (18 ) formschlüssig eingreift, und wobei der formschlüssige Eingriff durch Verschieben der beiden Rohrhälften (12 ) relativ zueinander aufhebbar ist. - Rohr nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass an den Anlageflächen (
16 ) der wenigstens zwei Flanschabschnitte (14 ) Arretiermittel (24 ) vorgesehen sind, die das Verschieben der beiden Rohrhälften (12 ) relativ zueinander behindern. - Rohr nach einem der Ansprüche 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass an der Innenumfangsfläche des Rohres (
10 ) Freimachungen (30 ) vorgesehen sind, die Anlaufflächen (32 ) für die Wälzkörper definieren, wobei die Freimachungen (30 ) im Bereich der Anlagefläche (16 ) der Rohrhälften (12 ) angeordnet sind.
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