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Die
Erfindung betrifft ein Sicherheitsgurtsystem für ein Kraftfahrzeug nach dem
Oberbegriff des Anspruchs 1 und nach dem Oberbegriff des Anspruchs
6.
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In
der Technik sind Sicherheitsgurtsysteme mit einem aufblasbaren Gurtband
bekannt. Hierbei ist das Gurtband zumindest abschnittsweise zweilagig
ausgebildet, so dass zwischen den beiden Lagen ein Hohlraum ausgebildet
ist, der im Falle eines Unfalls mit von einem Gasgenerator kommenden
Gas befüllt
werden kann. Der Hohlraum soll sich zumindest auch in Höhe des Schulter-Schlüsselbein-
und Brustbeinbereichs des Insassen befinden und hat die Aufgabe,
den maximalen Druck, den das Gurtband auf den Insassen ausübt, zu verringern
bzw. zu begrenzen.
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Zumeist
ist der Gasgenerator dort angeordnet, wo das Gurtband über einen
Endbeschlag mit der Innenstruktur des Fahrzeugs oder mit dem Fahrzeugsitz
verbunden ist. Von hier aus strömt
im Bedarfsfall das Gas in das Gurtband und füllt den Hohlraum, der er sich,
wie bereits erwähnt,
zumindest bis auf Höhe
der Schulter des Insassen erstreckt. Ein Problem hierbei ist, dass
sich zwischen Gasgenerator und Schulterbereich des Insassen die
in einem Gurtschloss eingesteckte Gurtzunge befindet, durch deren Öse das Gurtband
läuft.
Durch diese Öse
wird das Gurtband stark umgelenkt und eingeknickt; hierdurch entsteht
ein Engpass, der die Füllung
des Gurtbandes in seinem oberen Abschnitt behindert.
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Um
dieses Problem zu lösen,
ist aus der
DE 198
04 365 A1 ein gattungsgemäßes Sicherheitsgurtsystem bekannt,
dessen Gurtband im Bereich der Gurtzunge einen durch ein separates
Bauteil gebildeten, ständig
geöffneten
Gaskanal aufweist. Diese Lösung
hat neben dem hohen Aufwand, der zur Herstellung eines solchen Gurtbandes
nötig ist,
den weiteren Nachteil, dass das Gurtband im Bereich der Gurtzunge
relativ steif wird.
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Hiervon
ausgehend ist es Aufgabe der Erfindung, ein gattungsgemäßes Sicherheitsgurtsystem dahingehend
weiterzubilden, dass es zum einen relativ einfach herstellbar ist
und zum anderen die Flexibilität
des Gurtbandes nicht beeinträchtigt
wird.
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Diese
Aufgabe wird durch ein Sicherheitsgurtsystem mit den Merkmalen des
Anspruchs 1 oder mit den Merkmalen des Anspruchs 6 gelöst.
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Erfindungsgemäß ist die
Gurtzunge nicht direkt am Gurtband angeordnet. In einer ersten Ausführungsform
ist die Gurtzunge an einer Schlaufe angeordnet, welche mit dem Gurtband
verbunden ist. Diese Schlaufe besteht vorzugsweise aus Gewebe, beispielsweise
demselben Gewebe wie das Gurtband selbst, so dass keine wesentliche
Beeinträchtigung
der Flexibilität
auftritt. Da nun nicht mehr das Gurtband selbst, sondern die Schlaufe
durch die Öse der
Gurtzunge verläuft,
tritt kein Abknicken des Gurtbandes und somit kein Abschnüren des
Gasflusses mehr auf. Mit sehr einfachen mechanischen Mitteln wird
somit der ungehinderte Gasfluss des Gases vom Gasgenerator bis zum
Schulterbereich des Insassen sichergestellt.
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Da
das Gurtband bei unterschiedlich großen Personen unterschiedlich
weit ausgezogen wird, sollte die Schlaufe mindestens eine Länge von
50 cm aufweisen. Hiermit sind alle Einstellungsbereiche von einem
ganz zurückgeschobenen
Sitz und einem sehr schlanken Insassen bis zu einem ganz nach vorne geschobenen
Sitz bei einem korpulenten Insassen abgedeckt.
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In
einer bevorzugten Variante der ersten Ausführungsform ist die Schlaufe
mit geringerer Breite als das Gurtband ausgestaltet und vorzugsweise mit
einer Lage des Gurtbandes vernäht.
Hierbei kann die Naht abschnittsweise als Opfernaht ausgestaltet sein.
Diese Opfernaht ist hierbei so ausgelegt, dass sie im Belastungsfall
(Frontalzusammenstoß)
unter Energiedissipation aufreißt
und somit einen Beitrag zur Kraftbegrenzung liefert. Ein weiterer
Vorteil einer solchen Opfernaht ist, dass eine hinter der Opfernaht angeordnete
zweite Naht eine geringere Reißfestigkeit
aufweisen muss, als es ohne eine solche vorgelagerte Opfernaht notwendig
wäre.
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Das
Sicherheitsgurtsystem gemäß der eben beschriebenen
ersten Ausführungsform
ist zwar mechanisch einfach aufgebaut, jedoch relativ schwierig herzustellen,
da es in der Regel kompliziert ist, die Schlaufe mit nur einer Lage
des Gurtbandes zu vernähen.
Dies ist zwar technisch möglich,
in der Regel jedoch mit nicht unerheblichem Aufwand verbunden. In
einer zweiten Ausführungsform
der Erfindung ist deshalb ein beweglich auf dem Gurtband angeordnetes
Schlauchelement vorgesehen, an welchem wiederum die Gurtzunge befestigt
ist. Wird eine gewöhnliche
Gurtzunge mit einer Öse
verwendet, kann die Verbindung zwischen Gurtzunge und Schlauchelement
beispielsweise mittels eines streifenförmigen Verbindungselements
geschehen, welches sich durch die Öse der Gurtzunge erstreckt
und mit dem Schlauchelement vernäht
ist.
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Dadurch,
dass das Gurtband durch die Öse der
Gurtzunge nicht mehr eingeschnitten wird, sondern durch das Schlauchelement
mit einem relativ großen
Radius umgelenkt wird, ist eine wesentlich bessere Gasdurchlässigkeit
in diesem Bereich gegeben.
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Die
Herstellbarkeit eines erfindungsgemäßen Sicherheitsgurtsystems
nach dieser Ausführungsform
ist relativ einfach, denn das Schlauchelement mit hieran befestigter
Gurtzunge kann separat hergestellt und dann auf das Gurtband aufgeschoben werden.
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Ein
solches Sicherheitsgurtsystem hat nicht nur den Vorteil besserer
Gasdurchlässigkeit
im Bereich der Gurtzunge, sondern auch den eines geringeren Verschleißes des
Gurtbandes. Ein entsprechendes Schlauchelement, an dem die Gurtzunge befestigt
ist, kann deshalb nicht nur bei Sicherheitsgurtsystemen mit aufblasbarem
Gurtband, sondern auch bei gewöhnlichen
Sicherheitsgurtsystemen mit einem nicht aufblasbaren Gurtband eingesetzt
werden.
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Die
Erfindung wird nun anhand eines Ausführungsbeispiels mit Bezug auf
die Figuren näher erläutert. Hierbei
zeigen:
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1 Einen
mit einem Sicherheitsgurtsystem gemäß der ersten Ausführungsform
gesicherten Insassen,
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2 einen
Längsschnitt
durch Gurtband, Schlaufe und Gurtzunge,
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3 einen
Schnitt entlang der Ebene A-A aus 2,
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4 eine
perspektivische Darstellung eines Ausführungsbeispiels der zweiten
Ausführungsform
der Erfindung.
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Die 1 zeigt
einen mit einem Dreipunkt-Sicherheitsgurtsystem fixierten Insassen
I. Das Sicherheitsgurtsystem weist ein aufblasbares Gurtband auf,
das sich von einem als Endbeschlag 37 ausgebildeten Befestigungselement über einen Umlenker 36 bis
zum Aufroller 35 erstreckt. Im Bereich des Endbeschlages 37 ist
ein Gasgenerator 38 angeordnet, der das zweilagig ausgebildete
Gurtband 10 mit Gas befüllt.
Das Gurtband 10 weist im angelegten Zustand einen Beckenabschnitt 10a und einen
Oberkörperabschnitt 10b auf;
zwischen diesen beiden Bereichen wird es durch eine Gurtzunge 30, welche
im Betriebszustand in das Gurtschloss 34 eingesteckt ist,
umgelenkt.
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Am
Gurtband 10 ist eine Schlaufe 20 angeordnet, die
sich durch die Öse
der Gurtzunge 30 erstreckt. Hierdurch wird das Gurtband 10 nicht
eingeschnürt
und es kann ein ungehinderter Gasfluss vom Gasgenerator 38 zum
Oberkörperabschnitt 10b des Gurtbandes
erfolgen.
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Die 2 zeigt
einen schematischen Längsschnitt
des Sicherheitsgurtsystems im Bereich der Gurtzunge 30.
Das Gurtband 10 ist zweilagig aus einer ersten Lage 11 und
einer zweiten Lage 12 ausgebildet. Zwischen den beiden
Lagen befindet sich ein Hohlraum 14, in den Gas vom Gasgenerator
kommend einströmen
kann, so dass sich das Gurtband 10 ausdehnt. An die zweite
Lage 12 ist über
Nähte 21, 22 die
Schlaufe 20 angenäht.
Die Schlaufe 20 erstreckt sich durch die Öse der Gurtzunge 30.
Die freie Länge ΔI der Schlaufe
beträgt
hierbei vorzugsweise zwischen 20 cm und 70 cm. Wie dargestellt,
ist die Schlaufe 20 an beiden Enden über zwei Nähte 21, 22 mit
der zweiten Lage 12 des Gurtbandes 10 verbunden.
Die jeweils der zweiten Naht 22 vorgelagerte erste Naht 21 ist
hierbei als Opfernaht ausgebildet und hierbei so ausgelegt, dass
sie dann, wenn der Insasse bei einem Frontalzusammenstoß in das
Gurtband 10 hineinfällt,
unter Energieverzehrung aufreißt und
somit einen Beitrag zur nicht reversiblen, energiedissipierenden
Gurtkraftbegrenzung leistet.
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Wie
man anhand 3, welcher ein Schnitt entlang
der Ebene A-A aus 2 ist, sieht, ist die Breite
der Schlaufe 20 geringer als die Breite des Gurtbandes 10.
Dies ist in diesem Ausführungsbeispiel
notwendig, damit die Schlaufe 20 mit nur einer Lage 12 des
Gurtbandes vernäht
werden kann. Grundsätzlich
wäre es
auch vorstellbar, die Schlaufe 20 am Rand abschnittsweise
mittels der Gurtbandnaht 15 mit dem Gurtband zu verbinden,
hierbei wäre jedoch
ein Anbringen der hier vorgeschlagenen Opfernähte (erste Nähte 21)
nicht möglich.
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Vorzugsweise
besteht die Schlaufe 20 aus demselben Material wie die
beiden Lagen 11, 12 des Gurtbandes 10.
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4 zeigt
ein Ausführungsbeispiel
der zweiten Ausführungsform
der Erfindung. Auf dem Gurtband 10, welches hier als aufblasbares
Gurtband mit einer ersten Lage 11 und einer zweiten Lage 12 ausgebildet
ist, ist verschiebbar das Schlauchelement 40 angeordnet.
Dieses Schlauchelement 40 umgreift das Gurtband 10 vollständig. Am
Schlauchelement 40 ist die Gurtzunge 30 befestigt.
In diesem Ausführungsbeispiel
weist die Gurtzunge 30, wie eine gewöhnliche Gurtzunge auch, eine Öse 32 auf, durch
die sich das aus einem Textilstreifen gebildete Verbindungselement 42 erstreckt,
welches wiederum über
Nähte 44 mit
dem Schlauchelement 40 vernäht ist. Das Verbindungselement 42 bildet
also auch eine Schlaufe, der Unterschied zum ersten Ausführungsbeispiel
besteht darin, dass diese Schlaufe nicht direkt mit dem Gurtband
verbunden ist, sondern nur indirekt, nämlich mittels des verschiebbar
auf dem Gurtband 10 angeordneten Schlauchelements 40.
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Auch
hier findet keine direkte Berührung
zwischen der Kante der Öse 32 und
dem Gurtband 10 statt. Dies verringert in jedem Fall den
Verschleiß des Gurtbandes 10 und
im Fall eines hier dargestellten aufblasbaren Gurtbandes wird die
Gasdurchlässigkeit
im Bereich der Umlenkung nicht oder nur geringfügig vermindert.
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Das
Schlauchelement 40 kann als geschlossener Schlauch gewebt
werden oder auch aus zwei randseitig zusammengenähten Gurtbandlagen bestehen.
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- 10
- Gurtband
- 10a
- Beckenabschnitt
- 10b
- Oberkörperabschnitt
- 11
- erste
Lage
- 12
- zweite
Lage
- 14
- Hohlraum
- 15
- Gurtbandnaht
- 20
- Schlaufe
- 21
- erste
Naht
- 22
- zweite
Naht
- 30
- Gurtzunge
- 32
- Öse
- 34
- Gurtschloss
- 35
- Aufroller
- 36
- Umlenker
- 37
- Endbeschlag
- 38
- Gasgenerator
- 40
- Schlauchelement
- 42
- Verbindungselement
- I
- Insasse