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HINTERGRUND
ZU DER ERFINDUNG
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Die
vorliegende Erfindung betrifft allgemein die Verarbeitung von Metallen.
Insbesondere betrifft die Erfindung Prozesse und Systeme zur Erzeugung oder
Reinigung/Verfeinerung von Spezialmetallen, wie bspw. Titan, Aluminium,
Nickel und ihrer Legierungen.
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Unterschiedliche
Metalle und Metalllegierungen werden dazu verwendet, um verhältnismäßig große Strukturen
zu erzeugen, die in anspruchsvollen Industrieanwendungen eingesetzt
werden. Beispielsweise werden nickelbasierte Superlegierungen häufig dazu
verwendet, um große
Turbinenläufer
und Turbinenschaufeln zu erzeugen. Titanlegierungen werden häufig für Bauteile
im kalten Bereich einer Turbine eingesetzt, bspw. für Bläserscheiben,
Bläserschaufeln,
Verdichterscheiben und Verdichterschaufeln. Sie werden ferner dazu
verwendet, um andere hochwertige Produkte zu erzeugen. Beispielsweise kann
eine medizinische Prothese aus einem Titanwerkstoff gegossen oder
geschmiedet sein.
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Spezialmetalle,
die für
größere Bauteile
verwendet werden, werden häufig
in Gestalt großer
Körper
unter Verwendung einer Folge von Verarbeitungsverfahren, bspw. Vakuuminduktionsschmelzen, Elektroschlacken-Raffination
und Vakuumbogen-Umschmelzen, erzeugt. Um ein Beispiel anzuge ben,
werden hochwertige Titanlegierungen für Flugtriebwerksanwendungen
häufig
durch einen Prozess erzeugt, der Kaltherdschmelzen eines Rohstoffs auf
Titanbasis enthält,
dem ein oder mehrere zusätzliche
Umschmelzschritte unter Verwendung von Vakuumbogen-Umschmelzen folgt
bzw. folgen.
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Während das
durch diese Verfahren erzeugte Metall ziemlich wertvoll ist, kann
die mehrere Schritte durchlaufende Verarbeitung kostspielig und zeitaufwendig
sein. Beispielsweise verwenden Kaltherdschmelzsysteme gewöhnlich einen
Satz Plasmabrenner oder Elektronenstrahlerzeuger, um das Rohmetallausgangsmaterial
zu schmelzen und dieses während
der Verarbeitung in einem geschmolzenen Zustand aufrechtzuerhalten.
Eine Ausrüstung dieser
Art ist nur sehr teuer zu erwerben und erfordert einen sehr hohen
Energieaufwand.
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Unter
Berücksichtigung
ihrer Kosten ist die Reinheit und Qualität dieser Spezialmetalle und
Metalllegierungen häufig
ausschlaggebend. Somit wird der Beseitigung unterschiedlicher Verunreinigungen und
Fremdkörper
aus dem Metallprodukt, bspw. einem Blockmetall, besondere Beachtung
geschenkt. Beispielsweise treten manchmal in Titanblöcken harte
Alphateilcheneinschlüsse
auf, die mit einem oder mehreren der Stoffe Sauerstoff, Stickstoff
oder Kohlenstoff interstitiell angereichertes Titan aufweisen. (In ähnlicher
Weise können
manchmal unterschiedliche Defekte in Blöcken vorkommen, die aus Superlegierungen
oder anderen Legierungsarten gebildet sind.) Diese Defekte, die
häufig
während
des primären
Formungsprozesses eingebracht werden, können als Auslöser für Schwachpunkte
und mögliche Fehler
der aus dem Blockmetall erzeugten Artikel dienen.
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Die
Beseitigung oder Minimierung derartiger Defekte bleibt eine wesentliche
Anforderung für
Hersteller, Verarbeiter und Benutzer. Beispielsweise bilden sich
stickstoffreiche Einschlüsse
im Allgemeinem während
der Herstellung von Neutitan, wie bspw. Titanschwamm. Wenn sie mal
gebildet sind, müssen sie
während
der nachfolgenden Verarbeitung, Sortierung oder Umschmelzoperationen
entfernt oder auf ein Minimum reduziert werden. Eine Zerlegung des Schwamms
in sehr kleine Teile kann eine gewisse Verbesserung hinsichtlich
des Problems schaffen. Die Verwendung von Schmelzverfahren, die
die Behandlungsdauer in dem flüssigen
Zustand verlängern,
sind ebenso hilfreich. Dennoch haben Anstrengungen bis heute das
Auftreten dieser Defekte nicht immer beseitigt.
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Im
Falle von Titanlegierungen schmelzen stickstoffreiche Einschlüsse in einem
Bereich oberhalb des Schmelzbereiches des Titanmetalls selbst. Die
Dichte der Einschlüsse
ist größer als
die Dichte des Titanmetalls und der Titanlegierungen. Somit ist ein
Entfernen der Einschlüsse
durch Aufschmelzen oder Flotation unpraktisch. Ein Auflösen der
stickstoffreichen Einschlüsse
im flüssigen
Titan läuft
zwar sehr langsam ab, stellt jedoch momentan die einzige praktische
Lösung
dar. Ein Herdschmelzverfahren muss sehr vorsichtig und langsam durchgeführt werden,
um eine Dichte-Abtrennung
der Einschlüsse
zu einem Pfannenrest oder eine Wiederverteilung der Konzentration
der Einlagerungselementen durch Auflösung zu ermöglichen.
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Eine
weitere Hauptquelle für
Defekte in Artikeln auf Titanbasis ist das Vorhandensein von Einschlüssen oder
Verunreinigungen mit hoher Dichte oder titanunlöslicher Arten. Diese Verunreinigungen sind
häufig
Wolfram enthaltende oder andere hochschmelzende Zusammensetzungen,
die während
der Wiedergewinnung, Aufbereitung und Verarbeitung von Titan- und Titanlegierungsabfällen aufgenommen
werden, die hier auch als „Rücklauf" bezeichnet sind.
Die unerwünschten
Stoffe werden bspw. manchmal bei Zerspanungsprozessen eingebracht, die
Brenner oder andere Schnittwerkzeuge verwenden, und können durch
Bohrer, Sägeblattzähne, Schneidbrennerelektroden
und dergleichen gebildet sein. Das Problem, diese Arten von Verunreinigungen
zu entfernen, ist besonders schwierig. Da sie häufig Schmelzpunkte oberhalb
desjenigen von Titan aufweisen, können Wärmebehandlungen ineffektiv oder
unpraktisch sein. Statt dessen müssen
sie mit anderen Techniken, bswp. durch Elektronenstrahl-Kaltherdumschmelzung,
entfernt werden.
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Wenn
Metalle, wie Titan, in einem Elektroschlackenprozess verfeinert
werden, ist das Produkt für
Verunreinigungen, wie die vorstehend beschriebenen, zugänglich.
Beispielsweise können
die Einschlüsse
und Verunreinigungen von einem schmelzenden Ausgangblock herunterfallen
und durch eine darunter liegende Schlackenschicht hindurchtreten. Sie
werden anschließend
ohne weiteres in dem Blockprodukt eingebunden, das in einer Blockform unterhalb
der Schlacke gebildet wird.
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Wie
oben erwähnt,
betrifft diese Erfindung auch die Erzeugung von Spezialmetallen.
Titan stellt ein gutes Beispiel hierfür dar, weil es häufig in
Legierungen verwendet wird, die für entscheidende Anwendungen
vorgesehen sind. Kommerzielle Methoden zur Gewinnung von Titan aus
unterschiedlichen Erzen sind allgemein bekannt. Zu Beispielen gehört die Chlorierung
eines Titanerzes zur Erzeugung von Titantetrachlorid mit nachfolgender
Reduktion des Titante trachlorids mit Natrium (der Hunter-Prozess) oder
mit Magnesium (der Kroll-Prozess).
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Metalle
wie Titan können
auch in einem elektrolytischen Prozess erzeugt werden, wie in der US-Patentschrift
6,074,545 (Ginatta) beschrieben. In einem derartigen Prozess dient
ein vertikal angeordneter Kupferzylinder als der Schmelztiegel,
während ein
Flüssigmetallsumpf
als die Kathode dient. Der Schmelztiegel ist gewöhnlich durch Wasser gekühlt und
enthält
ferner eine Bodenplatte, die an eine Energieversorgung angeschlossen
ist. In dem Innenraum des Zylinders ist eine Graphitanode angeordnet.
Die Anode ist über
eine Sammelschiene ebenfalls an die Energieversorgung angeschlossen.
Der Schmelztiegel enthält
einen Salzschmelzenelektrolyt (Calcium oder Calciumverbindungen),
der der Schlacke entspricht, die in einem Elektroschlacken-Raffinationsprozess
verwendet wird. Der Elektrolyt wird durch Widerstandsbeheizung mit
von der Energieversorgung herrührendem
Strom in einem geschmolzenem Zustand gehalten.
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Die
Verbindungen, die das zu extrahierende Metall enthalten, werden
mittels herkömmlicher
Beschickungsmechanismen in den Elektrolyt geleitet. Die Ausgangsverbindungen
können
entweder in einem festen, flüssigen
oder gasförmigen
Zustand vorliegen. (Im Falle von Titanlegierungen gehören zu beispielhaften
Verbindungen TiCl4, TiF3,
TiBr4, AlCl3, VCl4, VCl3, VCl2 und dergleichen). Wenn die Ausgangsverbindungen
durch Elektrolyse reduziert werden, werden gasförmige Nebenprodukte über eine innerhalb
der Anode angeordnete Rohrleitung abgeführt. Das Produkt, bspw. ein
Titanmetall, wird bei der Kathode in Form einer Schmelzflüssigkeit
gesammelt. Einem Sumpf aus der Flüssigkeit wird ermöglicht,
sich abzukühlen
und zu einem Block innerhalb der Kathoden blockform zu erstarren.
Der Block kann durch Absenken einer einziehbaren Bodenplatte entfernt
werden.
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Elektrolytische
Prozesse, wie die in der Ginatta-Patentschrift beschriebenen, können zur
Erzeugung von Titan und anderen Spezialmetallen sehr nützlich sein.
Insbesondere scheint der Ginatta-Prozess möglicherweise in der Lage zu
sein, unmittelbar ein Titan der Superqualität direkt aus Rohstoffen wie TiCl4 zu erzeugen. Diese Technik kann insofern
einen beträchtlichen
Vorteil bei der Verarbeitung darstellen, als sie es ermöglichen
kann, andere komplexe Schritte, die mit einer Bildung und Wiederverfestigung
von Titanschwamm verbunden sind, zu umgehen.
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Derartige
Prozesse weisen jedoch weiterhin einige ernst zu nehmende Nachteile
auf, wie sie vorstehend beschrieben sind. Beispielsweise ermöglicht die
vertikale Anordnung der Schmelz- und Rekristallisationsstationen
nach Ginatta Einschlüssen
und Unreinheiten, unmittelbar von der Anodenkammer in den flüssigen Metallkörper durchzudringen,
der sich abkühlt,
um das Produkt zu bilden. Dieses Problem ist besonders akut, wenn
der Rohstoff Metallrücklauf und
andere feste Körper
enthält.
Es können
deshalb zusätzliche,
zeit- und energieaufwendige Schritte, wie eine Umschmelzung, erforderlich
sein, um die Einschlüsse
und Fremdkörper,
wie sie oben erläutert sind,
zu eliminieren.
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Wenn
man diese Schwierigkeiten berücksichtigt,
werden Verbesserungen der Art, in der Titan und andere Metalle erzeugt
und veredelt werden, in der Technik gerne begrüßt. Die neuen Techniken sollten
in der Lage sein, auf effektive Weise Einschlüsse und andere Unreinheiten
aus dem zu reinigenden oder zu erzeugenden Metall zu verringern
oder zu eliminieren. Die Beseitigung der Fremdkörper sollte bspw. ohne den
Bedarf nach Mehrfachumschmelzstationen oder anderen Verarbeitungsschritten
erfolgen. Ferner sollten die neuen Prozesse die Notwendigkeit einer
kostspieligen Heizausrüstung,
wie bspw. Plasmabrenner oder Elektronenstrahlerzeuger, auf ein Minimum
reduzieren. Außerdem
sollten die Prozesse für
Steuerungsmechanismen zugänglich
sein, die kritische Parameter, wie die Schmelztemperatur und den
elektrischen Widerstand, überwachen
und anpassen können.
Schließlich
sollten die Prozesse mit weiteren Schritten, die gewöhnlich bei
der Metallerzeugung und -verfeinerung involviert sind, z.B. mit
einer Rohstoffverarbeitung oder mit nachträglichen Produktionsstufen,
wie Gießen
und Schmieden, vereinbar sein.
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KURZE BESCHREIBUNG
DER ERFINDUNG
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Eine
Ausführungsform
der Erfindung betrifft ein Elektroschlacke-Kaltherd- (ESCH-, Electroslag-Cold
Hearth-) System zur Reinigung oder Erzeugung eines Metalls oder
einer Metalllegierung. Das System enthält wenigstens ein Kaltherdgefäß, das in der
Lage ist, einen Sumpf aus einem geschmolzenen flüssigen Metall und eine darüber liegende
Schlackenschicht aufzunehmen. Eine Rohstoffquelle, bspw. eine Speiseelektrode,
ist oberhalb des Kaltherdes positioniert und wird in die geschmolzene
Schlacke eingeführt.
Eine Blockform ist von dem Kaltherd und der Speiseelektrode seitlich
versetzt (d.h. nicht vertikalen fluchtend ausgerichtet) angeordnet.
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Die
Blockform ist mit dem Kaltherd über
einen beliebigen Verbindungsweg verbunden, der einen Überlaufdamm
oder -wehr enthält.
Der Damm ermöglicht
dem Flüssigmetall,
von dem Herd zu der Blockform zu strömen, während der Durchgang von Einschlüssen und
anderen Fremdkörpern
verhindert wird. Auf diese Weise kann der gereinigte Block im Wesentlichen
frei von Einschlüssen
und anderen Unreinheiten sein, die ansonsten als Defekte in dem Endprodukt
vorkommen oder als Ausgangspunkte für derartige Defekte dienen
würden.
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Ein
besonderes, beispielhaftes ESCH-System dieser Art enthält:
- a) wenigstens ein Kaltherdgefäß zur Schmelzung und
Aufnahme eines Sumpfs eines geschmolzenen flüssigen Metalls;
- b) eine flüssige
Schlackenschicht, die oberhalb des Metallsumpfs in dem Kaltherdgefäß angeordnet
ist;
- c) wenigstens eine Quelle des Metalls, die oberhalb der flüssigen Schlackenschicht
angeordnet ist;
- d) eine Blockform zur Aufnahme eines geschmolzenen Metalls von
dem Schmelzmetallsumpf in dem Kaltherdgefäß, wobei die Blockform von
der Quelle des Metalls seitlich versetzt sowie unterhalb eines Abschnitts
der Schlackenschicht angeordnet ist;
- e) wenigstens eine Energieversorgung zur elektrischen Erhitzung
der Schlackenschicht und
- f) einen Überlaufdamm,
der das Kaltherdgefäß von der
Blockform trennt.
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Die
Rohstoffquelle ist häufig
eine selbstverzehrende/abschmelzende Elektrode, die aus einem Material
gebildet ist, das das interessierende Metall oder die interessierende
Metalllegierung enthält. (Zwecks
Knappheit dieser Beschreibung soll der Ausdruck „Metall" sowohl Metalle als auch Metalllegierungen
umfassen). In einem Reinigungsprozess weist die Rohstoffquelle häufig einen
Metallrücklauf auf.
Die flüssige
Schlackenschicht ist häufig
auf Calciumbasis gebildet.
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Die
Energieversorgung enthält
gewöhnlich ein
elektrisches Versorgungsmittel, das dazu eingerichtet ist, der flüssigen Schlackenschicht über die selbstverzehrende
Elektrode einen Strom zuzuführen.
Auf diese Weise kann die Schlacke in einem geschmolzenen Zustand
gehalten werden, während das
Ausgangsmaterial in diese eingebracht wird. Wie nachstehend beschrieben,
kann die Energieversorgung in unterschiedlichen Modi betrieben werden.
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Weitere
Ausführungsformen
des ESCH-Systems enthalten eine zweite Energieversorgung, die auch
dazu verwendet werden kann, die Schlacke zu erhitzen und/oder anderen
Komponenten des Systems Energie zuzuführen. Die Zuleitung von der zweiten
Energieversorgung kann über
eine oder mehrere nicht selbstverzehrende/nicht abschmelzende Elektroden
geführt
werden, die mit der Schlackenschicht in Kontakt stehen. In einigen
Fällen
ist die nicht selbstverzehrende Elektrode auf einer Struktur montiert,
die es ihr ermöglicht,
in vertikaler Richtung bezüglich
der Schlackenschicht bewegt zu werden.
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Das
hier beschriebene ESCH-System kann dazu verwendet werden, um vielfältige unterschiedliche
Metalle und Metall legierungen zu reinigen oder zu erzeugen. Viele
von diesen sind nachstehend beschrieben. Titan und seine Legierungen
sind für
eine Einführung
in ein derartiges System von besonderem Interesse. Bei der Erzeugung
eines Metalls oder einer Metalllegierung entsprechend der vorliegenden Erfindung
enthält
die Metallquelle gewöhnlich
wenigstens einen Rohstoffprecursor, aus dem das gewünschte Metall
oder die gewünschte
Metalllegierung elektrochemisch (bspw. elektrolytisch) extrahiert werden
kann, wie bspw. TiCl4.
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Eine
weitere Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung umfasst ein Verfahren zur Reinigung eines
Metalls in einem Elektroschlacke-Kaltherdsystem. Das Verfahren enthält die folgenden
Schritte:
- (I) Schmelzen einer Quelle des Metalls
zur Bildung eines geschmolzenen Metallsumpfs durch In-Kontakt-Bringen
der Quelle mit einer darunter liegenden geschmolzenen Schlacke,
die in einem Kaltherdgefäß enthalten
ist;
- (II) Ableiten des Schmelzmetallsumpfs von dem Kaltherdgefäß und über einen Überlaufdamm
zu einer Blockform, die von der Quelle des Metalls seitlich versetzt
angeordnet ist; und
- (III) Abkühlung
und Erstarrung des gereinigten Metalls in der Blockform.
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Ein
Verfahren zur Erzeugung eines Metalls aus wenigstens einer Rohstoffquelle
des Metalls ist ebenfalls beschrieben. In jedem Fall kann das Produkt
im Wesentlichen frei von den vorstehend beschriebenen unerwünschten
Bestandteilen gemacht werden.
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Darüber hinaus
ist eine weitere Ausführungsform
der Erfindung auf ein ESCH-System gerichtet, das sowohl eine Reinigungsoperation
als auch eine Erzeugungsoperation enthält. Wie nachstehend beschrieben,
enthält
die Reinigungsoperation das Schmelzen einer Speiseelektrode in einer flüssigen Schlackenschicht
(und die Verwendung der versetzt angeordneten Blockform). Die Erzeugungsoperation
enthält
die elektrolytische Erzeugung des gewünschten Metalls oder der gewünschten
Legierung aus einer Rohstoffquelle, bspw. einer Halogenidform des
Metalls.
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Weitere
Einzelheiten in Bezug auf unterschiedliche Merkmale dieser Erfindung
finden sich in der verbleibenden Beschreibung und in den beigefügten Zeichnungen.
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KURZE BESCHREIBUNG
DER ZEICHNUNGEN
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1 zeigt
eine schematische Darstellung eines herkömmlichen Elektroschlacke-Schmelzsystems
nach dem Stand der Technik.
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2 zeigt
eine schematische Darstellung einer Elektroschlacke-Kaltherdvorrichtung
gemäß der vorliegenden
Erfindung.
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3 zeigt
eine Perspektivansicht eines Abschnitts der Elektroschlacke-Kaltherdvorrichtung nach 2.
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4 zeigt
eine schematische Darstellung einer weiteren Ausführungsform
der Elektroschlacke-Kaltherdvorrichtung.
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5 zeigt
eine schematische Darstellung einer zusätzlichen Ausführungsform
der Elektroschlacke-Kaltherdvorrichtung.
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6 zeigt
eine Draufsicht auf eine nicht selbstverzehrende Elektrode, die
in einer Elektroschlacke-Kaltherdvorrichtung angeordnet ist.
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7 zeigt
eine Darstellung eines Abschnitts der in 6 veranschaulichten
Elektroschlacke-Kaltherdvorrichtung in einer Seitenansicht.
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8 veranschaulicht
einen Mechanismus zur Bewegung einer nicht selbstverzehrenden Elektrode,
die Teil einer Elektroschlacke-Kaltherdvorrichtung bildet.
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9 zeigt
eine schematische Darstellung einer Elektroschlacke-Kaltherdvorrichtung
zur Erzeugung eines Metallproduktes.
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10 zeigt
eine schematische Darstellung einer Elektroschlacke-Kaltherdvorrichtung,
die sowohl zur Reinigung als auch zur Erzeugung eines Metallproduktes
dient.
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DETAILLIERTE
BESCHREIBUNG DER ERFINDUNG
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1 zeigt
eine schematische Darstellung eines Abschnitts eines herkömmlichen
Elektroschlacke-Schmelzsystems 2. Das System enthält eine selbstverzehrende/abschmelzende
Elektrode 4 aus dem Metall oder der Legierung, das bzw.
die zu schmelzen ist, gemeinsam mit einer Blockform 6 (gewöhnlich einem
Wasser gekühlten
Sammelbehälter). Das
System enthält
ferner eine Elektrodentragsäule 8.
Die Blockform 6 enthält
eine Schicht einer flüssigen
Schlacke 10, in die das untere Ende der Elektrode 4 eintaucht.
Die Elektrode 4 kann durch beliebige (nicht speziell veranschaulichte)
mechanische Mittel in Richtung auf die Schlacke 10 vorgeschoben
und in Kontakt mit dieser gebracht werden. Die Vorschubgeschwindigkeit
entspricht gewöhnlich
der Rate, mit der die Kontaktoberfläche der Elektrode abgeschmolzen
wird, wenn der Reinigungs- oder Raffinationsprozess fortschreitet.
Das Elektroschlacke-Schmelzsystem kann im Allgemeinen in einer inerten
Atmosphäre
(bspw. Argon) enthalten sein, um die Schmelzbedingungen zu steuern.
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Die
Schlacke wird durch einen elektrischen Strom beheizt, der durch
eine Energiequelle 3 und einen zugehörigen Stromkreis 5 geliefert
wird, der die Elektrode 4 enthält. Eine Erhitzun der Schlacke
veranlasst das untere Ende der Elektrode 4 zu schmelzen,
wodurch der flüssige
Metallsumpf 16 gebildet wird. (Ein zugehöriger Pfannenbär des erstarrten
Metalls 18 bildet sich gewöhnlich an dem Grund des Sumpfs).
Die zur Erhitzung der Schlacke erforderliche Strommenge hängt von
den besonderen Materialien, den Dimensionen der Elektrode und des
Blocks und der Art der verwendeten Vorrichtung ab. Sie liegt gewöhnlich in
dem Bereich zwischen ungefähr
2.000 Ampere und ungefähr
30.000 Ampere.
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Bei
dem Erhitzungsprozess schmelzen die Metalltropfen von der selbstverzehrenden
Elektrode 4 an der Schlacke-Metall-Berührungsstelle
ab. Die Tropfen fallen durch die Schlacke hindurch unmittelbar in
den flüssigen
Metallsumpf 16 hinein, wo sie abkühlen und zu einem Produktblock 12 erstarren.
Der Block ist durch eine Plattform 14 gestützt, die
absenkbar sein kann oder auch nicht.
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2 zeigt
eine schematische Darstellung einer Ausführungsform des Elektroschlacke-Kaltherd-
(ESCH-, Electroslag-Cold Hearth-) Systems gemäß der vorliegenden Erfindung.
Das ESCH-System ist gewöhnlich
innerhalb einer einer Art Kammer 32 enthalten. Die Kammer
stellt gewöhnlich
für das System
eine inerte Atmosphäre,
bspw. eine mit einem Inertgas, z.B. Argon, gefüllte Atmosphäre zur Verfügung. Die
inerte Atmosphäre
ermöglicht
häufig eine
bessere Steuerung der Umschmelzungsbedingungen.
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Das
System enthält
eine Metallquelle in Form einer selbstverzehrenden Elektrode 34.
Die Gestalt der Elektrode ist für
diese Erfindung nicht ausschlaggebend und hängt zum Teil von der Zusammensetzung
der Elektrode, der Art und Weise, in der sie gebildet worden ist,
und der Gestalt des nachstehend beschriebenen Kaltherdgefäßes ab.
Sehr häufig
ist die selbstverzehrenden Elektrode 34 in Form eines Blockgusses
ausgebildet und weist eine im Wesentlichen zylindrische Gestalt
auf. Sie kann an einer Stange 49 (bspw. durch Plasmaschweißen) angeschweißt, festgeklemmt
oder durch sonstige geeignete Mittel befestigt sein. Die Elektrode
kann durch einen beliebigen geeigneten Mechanismus, z.B. einen Elektrodenantrieb 31,
der mit der Welle oder Stange 49 über eine Strebe 29 verbunden
ist, in einer ge steuerten Weise gehoben und gesenkt werden. (Die
Strebe 29 ist von der Stange 49 elektrisch isoliert.)
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Das
ESCH-System enthält
ferner einen Herd 35, der in der Lage ist, flüssiges Metall
(das von der Elektrode abgeschmolzen ist) ist gemeinsam mit flüssigem Schlackenmaterial
aufzunehmen. Für
diesen Zweck geeignete Herde sind aus dem Stand der Technik bekannt
und bspw. in der US-Patentschrift 6,001,495 beschrieben, die hier
diesbezüglich
durch Verweis ausdrücklich
mit aufgenommen ist. Der Herd kann aus vielfältigen unterschiedlichen Materialien gebildet
sein. Häufig
wird Kupfer oder eine Kupferlegierung verwendet, wenn das Metall,
das gereinigt oder erzeugt wird, ein Metall mit einer verhältnismäßig hohen
Schmelztemperatur ist, wie bspw. Titan. Da der Herd 35 während eines
Betriebs des ESCH-Systems gewöhnlich
gekühlt
wird, wird er häufig
als ein „Kaltherd" bezeichnet. Es sind
unterschiedliche Kühlmechanismen
möglich,
die hier nicht speziell beschrieben werden müssen. Um ein nicht ausschließliches
Beispiel anzugeben, könnte
der Herd innere Kanäle
enthalten, die Wasser führen,
um den Herd zu kühlen
und zu verhindern, dass dieser schmilzt. Die Größe des Herdes hängt ebenfalls
von vielen unterschiedlichen Faktoren, wie bspw, den Gesamtdimensionen
des ESCH-Systems und der Größe der selbstverzehrenden
Elektrode 34, ab.
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Der
Herd 35 enthält
eine flüssigen,
geschmolzene Schlacke 40. Die Schlacke schwimmt gewöhnlich auf
der Oberseite des flüssigen
Metallsumpfs 44, wie dies in der Figur veranschaulicht
ist. Die Schlacke wird bei einer sehr hohen Temperatur gehalten,
d.h. bei einer Temperatur, die ausreichend ist, um den unteren Bereich 33 der
selbstverzehrenden Elektrode 34 zu schmelzen. Wenn die
selbstverzehren de Elektrode aus Titan oder einer Titanlegierung
gebildet ist, wird die Schlacke bspw. gewöhnlich bei einer Temperatur
in dem Bereich von ungefähr 1700°C bis ungefähr 2200° C gehalten.
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Es
sind unterschiedliche Verfahren zur Beheizung der Schlacke möglich. In
diesem Beispiel stellt ein von der Energiequelle 46 herrührender
elektrischer Strom die Heizquelle dar. Der Strom (in dieser Ausführungsform
gewöhnlich
ein Wechselstrom) kann der Schlacke von einem Stromleiter 48 über die Stange 49 und
die selbstverzehrende Elektrode 34 zugeführt werden.
Der Strom fließt
von der Elektrode zu der Schlacke 40 und dem flüssigen Metallsumpf 44.
Der Strom fließt
anschließend
zu dem wachsenden Block 42 und einer Blockbodenplatte 52.
Ein Stromleiter 50 leitet den Strom von der BlockBodenplatte 52,
um den elektrischen Stromkreis zu schließen. Weitere Details in Bezug
auf Beheizungstechniken (z.B. Mechanismen zur Steuerung der elektrischen
Leistung) sind allgemein bekannt und brauchen hier nicht in größerer Einzelheit
beschrieben zu werden. (Die US-Patentschrift 5,160,532 (Benz et
al.) liefert hierzu einige relevante Informationen und ist diesbezüglich durch
Bezugnahme ausdrücklich
hier mit aufgenommen).
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Der
elektrische Strom ist in dieser Ausführungsform gewöhnlich ein
Wechselstrom (AC, Alternating Current). Die Energieversorgung für die vorliegende
Erfindung kann jedoch in einem Wechselstrom- (AC-) oder einem Gleichstrom
(DC-, Direct Current-) Modus oder gemäß einer Kombination dieser
beiden Modi arbeiten. Beispielsweise könnte die Energieversorgung
zwischen AC und DC umgeschaltet werden oder als AC-Versorgung mit
einem DC-Offsetstrom betrieben sein. (Bei den nachstehend beschriebenen
elektrolytischen Ausführungs formen
arbeitet die Energieversorgung gewöhnlich in einem DC-Modus.)
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Die
Schlacke 40 kann in dem ESCH-System mehrere unterschiedliche
Funktionen erfüllen.
Die Elektroschlacke ist ein Hochtemperaturmedium, das die selbstverzehrende
Elektrode 34 zum Schmelzen bringt, wie dies oben erläutert ist.
Die Schlacke dient ferner als das Medium, in dem Oxid- und Nitrid-Einschlüsse gelöst werden.
Oxid-Einschlüsse
verbleiben in der Schlacke, während
Nitrid-Einschlüsse
zu dem Pfannenbär
des Schmelzherdes sinken oder in dem zu reinigenden Metall, z.B.
Titan, wiederaufgelöst
werden.
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Die
Wahl einer bestimmten Schlackenzusammensetzung hängt zum Teil von dem Metall,
das gereinigt oder erzeugt wird, sowie von den vorstehend beschriebenen
Schlackenfunktionen ab. Im Falle von Titan oder Titanlegierungen
weist die Schlackenzusammensetzung häufig eine oder mehrere Verbindungen
auf Calciumbasis (einschließlich Calciummetall
selbst) auf. Nicht ausschließliche
Beispiele der Calciumverbindungen enthalten Calciumhalogenide, bspw.
Calciumchlorid und Calciumfluorid, sowie Calciumoxid. Einige der
weiteren typischen Bestandteile der Schlacke sind Magnesiumoxid,
Aluminiumoxid und Siliziumdioxid. Ein Schlackenbär 41 bildet sich häufig auf
der inneren Fläche 43 des
Herdes 35. Der Schlackenbär wird aufgrund der Kühlwirkung
des (nicht veranschaulichten) Kühlmittels
gebildet, das an der Herdwand 37 (oder innerhalb dieser) strömt.
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Das
ESCH-System enthält
ferner eine Blockform 36. Die Gestalt der Blockform und
das Material, aus dem diese gebildet ist, können denen des Herdes 35 ähnlich sein.
(Wie in den 2 und 3 veranschaulicht,
kann die Blockform in der Tat einen Abschnitt oder eine Seite eines
einzelnen Gefäßes bilden,
bei dem das Kaltherdgefäß eine gegenüberliegende
Seite bildet). Häufig
ist die Form aus Kupfer gefertigt und weist ausreichende Abmessungen
auf, um dem erstarrenden Blockprodukt eine gewünschten Gestalt zu geben. Die
Form 36 kann durch einen Metallzylinder gebildet sein.
Der Zylinder weist an seinem unteren Ende ein offenes Ende auf,
das in einem unteren Abschnitt 39 endet. Diese Anordnung ermöglich eine
Erstarrung des Metallblocks 42, wenn dieser gebildet wird.
Wie nachstehend beschrieben, wird die einziehbare Bodenplatte 52 abgesenkt, wenn
der wachsende Block sich abkühlt
und erstarrt.
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Die
Form 36 kann auch mittels vielfältiger unterschiedlicher Techniken
gekühlt
sein. Einige von diesen sind in der US-Patentschrift 6,074,545 (Ginatta)
beschrieben, die hier diesbezüglich
durch Verweis ausdrücklich
mit aufgenommen ist. Beispielsweise kann um den Außenumfang
der Form herum eine Ummantelung hergestellt werden, um eine Kühlwasserzirkulation
zu ermöglichen.
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Die
Blockform 36 ist von dem Herdgefäß 35 durch einen Überlaufdamm 54 getrennt.
Flüssigem Metall
aus dem flüssigen
Metallsumpf 44 wird ermöglicht, über die
Oberseite 57 des Dammes und in die Blockform 36 hinein
zu fließen.
Der Damm hindert jedoch hochdichte Einschlüsse daran, in die Blockform zu
gelangen. Statt dessen setzen sich die Einschlüsse an dem Boden oder in der
Nähe des
Bodens des Herdes 35 ab.
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Der Überlaufdamm
kann unterschiedliche Gestalten und Größen aufweisen, solange er als
eine Barriere für
die meisten oder sämtlichen
Einschlüsse und
sonstige vorstehend beschriebenen Verunreinigungen dient. 3 zeigt
eine von oben betrachtete Perspektivansicht eines Abschnitts des
ESCH-Systems nach 2. Die geschmolzene Schlacke 40, die über dem
flüssigen
Metall 44 liegen würde,
ist in der Figur nicht veranschaulicht, so dass die darunter liegenden
Merkmale leichter zu ersehen sind. In dieser bestimmten Veranschaulichung
ist der Überlaufdamm 54 durch
eine der Wände 37 des
Herdes 35 gebildet, und zwar diejenige, die einem Wandabschnitt 55 der
Blockform 36 benachbart liegt. Der Damm kann aus einem
Metall, wie bspw. Kupfer, gebildet sein und lässt sich mittels einer der
vorstehend beschriebenen Techniken kühlen. Die Oberseite 56 des
Dammes kann eine Kerbe oder einen Kanal 58 enthalten, durch
die bzw. den flüssiges
Metall aus dem Herd zu der Blockform strömt. Die Abmessungen des Kanals
hängen
von unterschiedlichen Faktoren ab, wie bspw. der Viskosität des flüssigen Metalls und
der für
den Damm verwendeten Legierung. Der Kanal 58 ist jedoch
optional, da in vielen Fällen
das flüssige
Metall über
einen Großteil
der oder die gesamte Oberseite 56 in die Form 36 fließen wird.
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Bei
der veranschaulichten Ausführungsform, die
in 3 dargestellt ist, hängt die höhe „H" der Herdwand 37 zum Teil von
der gewünschten
Tiefe des Herdes 35 ab. Der Herd weist häufig (aber
nicht immer) eine Tiefe auf, die ungefähr 3 Zoll (7,6 cm) bis ca.
10 Zoll (25,4 cm) beträgt.
Die Dicke des Dammes, d.h. die Wanddicke des Herdes, hängt zum
Teil von der Art der Schlacke und des geschmolzenen Metalls ab,
zu dessen Aufnahme der Damm bzw. die Wand vorgesehen ist. Als ein
Beispiel für
eine industrielle Einrichtung, in der selbstverzehrende Elektroden
auf Titanbasis zwischen ungefähr
1.000 Kg und ungefähr 10.000
Kg wiegen können,
kann die Dicke eines auf Kupfer basierenden Dammes in einem Bereich
von ungefähr
4 cm bis ungefähr
20 cm liegen. Basierend auf den hier angegebenen Lehren kann ein
Fachkundiger ohne weiteres die Dimensionen des Dammes verändern, um
einem bestimmtem Satz Betriebsbedingungen (z.B. Anforderungen hinsichtlich
der thermischen Last) zu genügen.
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Wie
oben erwähnt,
kann der Damm unterschiedliche Gestalten aufweisen. Beispielsweise kann
er im Allgemeinen in Form einer im Wesentlichen geraden, aufrechten
Wand ausgebildet sein, wie dies in 3 dargestellt
ist. Alternativ kann er gekrümmt
sein, bspw. wenn die Wand des Herdgefäßes 35 gekrümmt ist.
(Es sollte verständlich
sein, dass der Herd und die Blockform gesonderte, voneinander getrennte
Gefäße sein
können
oder durch ein einzelnes Gefäß gebildet
sein können,
das, wie vorstehend erläutert,
durch den Damm in zwei Abschnitte unterteilt ist).
-
2 und 3 veranschaulichen
ein Hauptmerkmal der vorliegenden Erfindung in Form der relativen
Stellungen des Herdes 35 und der Blockform 36 zueinander.
Die Blockform ist von dem Herd (und deshalb von der oberhalb des
Herdes angeordneten selbstverzehrenden Elektrode) seitlich versetzt
angeordnet. Die Größe des Versatzes
der Blockform 36 kann variieren, solange kein Teil der selbstverzehrenden
Elektrode 34 unmittelbar über der Form 36 angeordnet
ist. Sämtliche
unlösbare oder
sich langsam auflösende
Einschlüsse,
die von der Elektrode 34 ausgehen und durch die Schlacke fallen,
fallen somit nicht unmittelbar in die Blockform, wie dies in der
Ausführungsform
nach dem Stand der Technik gemäß 1 der
Fall ist. Statt dessen werden die Einschlüsse im Wesentlichen in dem
Herd eingefangen.
-
Wie
vorstehend erläutert,
wird der Block 42 gebildet, wenn flüssiges Metall von dem Herd
in die Form 36 fließt,
sich abkühlt
und beginnt zu erstarren. Bezug nehmend auf 2 ist die
Blockbodenplatte 52 dazu eingerichtet, sich an das Wachstum
des Blockproduktes anzupassen. Es können unterschiedliche Mechanismen
dazu verwendet werden, um die Bodenplatte abzusenken. Um ein nicht
ausschließliches
Beispiel anzugeben, kann die Bodenplatte an einem geeigneten Hubmechanismus,
bspw, einer Kugelumlaufspindel oder einer Leitspindel, wie sie allgemein
als ein Element 53 veranschaulicht ist, montiert sein.
Der Hubmechanismus kann durch einen Motor 59 angetrieben
sein, der an eine beliebige geeignete Energiequelle (nicht veranschaulicht)
angeschlossen ist. In einer alternativen Form kann die Struktur,
von der das Blockprodukt geformt wird, auf eine gesteuerte Weise
gehoben werden. Beispielsweise können
der Herd 35 und die Blockform 36 durch einen geeigneten
Mechanismus angehoben werden, wodurch eine Anpassung an die Vergrößerung des
Blocks vorgenommen wird.
-
Wie
vorstehend kurz erläutert,
braucht die Metallquelle nicht in Form eines Blocks (d.h. einer selbstverzehrenden
Elektrode 34) oder eines sonstigen Massekörpers ausgebildet
zu sein, wie in den 2 und 3 dargestellt.
Statt dessen können viele
einzelne Metallstücke,
bspw. ein Rücklaufmetall,
eingesetzt werden. Diese Ausführungsform
ist in 4 veranschaulicht. (Viele Merkmale des ESCH-Systems nach 4 sind
mit denjenigen der vorherigen Ausführungsform identisch und brauchen nicht
erneut in jeder Einzelheit beschrieben zu sein.) Die selbstverzehrende
Elektrode 74 wird in dieser Ausführungsform nicht verwendet.
Anstelle dieser werden dem Herd 85 mittels einer geeigneten
Beschickungsstation 87 feste Metallstücke 76 zu geführt. Wie
in den 2 und 3 ist die Blockform 86 auch
hier von dem Herd seitlich versetzt angeordnet. In dieser Ausführungsform
sind unterschiedliche Techniken zur Beheizung der Schlacke möglich, bspw.
die Verwendung einer nicht selbstverzehrenden/nicht abschmelzenden
Elektrode, wie dies nachstehend beschrieben ist.
-
Die
Form und Art des Rücklaufmetalls
kann beträchtlich
variieren. Im Falle von Titan bspw. kann der Rücklauf früher verwendete Titanbruchstücke, -feststoffe,
einen Produktionsrücklauf,
Neutitan (bspw. Titanschwamm) oder eine beliebige Kombination derartiger
Materialien enthalten. Ein Superlegierungsrücklauf liegt häufig in
Form von Gebrauchteilen, bearbeiteten Materialien, z.B. Drehspänen und Bohrspänen, sowie
Ausschussblöcken
vor.
-
Darüber hinaus
sind denjenigen, die die Fachkenntnis in der Elektroschlacke-Reinigung
besitzen, weitere Faktoren geläufig,
die hier relevant sein können,
wie bspw. die Größe des Rücklaufs,
die Zuführungsrate
des Rücklaufs,
die elektrische Spannung und Leistung, Herdabmessungen und der gleichen.
Unter Berücksichtigung
dieser Faktoren können
durch jedermann mit gewöhnlichem
Fachwissen Anpassungen der Prozessparameter vorgenommen werden.
Hilfreiche Anleitungen stehen in einer Vielzahl von Referenzschriften
zur Verfügung,
wie bspw. in „Recycling
of Superalloy Scrap Through Electro Slag Remelting" von VV. Prasad et
al., ISIJ International, Vol. 36 (1966), Nr. 12, Seiten 1459-1464,
die hier ausdrücklich
durch Bezugnahme mit aufgenommen ist.
-
Es
können
unterschiedliche Metalle und Metalllegierungen entsprechend der
vorliegenden Erfindung erzeugt oder veredelt werden. Nicht ausschließliche Beispiele
hierfür stellen
diejenigen dar, die wenigstens ein Element aufweisen, das aus der Gruppe
ausgewählt
ist, zu der Titan, Nickel, Aluminium, Zinn, Antimon, Beryllium,
Bor, Gallium, Molybdän,
Niob, Tantal, Thorium, Zirkonium, Vanadium, Iridium, Osmium, Rhenium,
Uran und Seltenerdeelemente gehören.
Geeignete Precursoren oder Ausgangsstoffe (z.B. Halogenidsalze),
die als Rohstoffe für
diese Elemente verwendet werden können, sind herkömmlich bekannt.
Im Falle von Titanmaterialien, können
die Rohstoffe unterschiedliche Precursoren bilden, die zu gebräuchlichen
Legierungen, bspw. zu Titan-Vanadium- und Titan-Vanadium-Aluminium-Produkten,
gewandelt werden können.
Beispiele geeigneter Precursoren in diesen Fällen stellen zusätzlich zu
einem Titan-Precursor wie TiCl4 Aluminiumchlorid
und Vanadiumchlorid dar.
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In
einer weiteren Ausführungsform
dieser Erfindung ist wenigstens eine nicht selbstverzehrende Elektrode
in dem ESCH-System integriert. Die Hauptfunktion der nicht selbstverzehrenden
Elektrode ist es, als ein elektrischer Stromleiter zu dienen, der
gewünschte
Orte innerhalb des ESCH-Systems mit
Energie und Wärme
versorgt. Gewöhnlich
arbeitet die nicht selbstverzehrende Elektrode sehr effektiv als
eine zweite Heizquelle für
die Schlacke.
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Die
nicht selbstverzehrende Elektrode kann unterschiedliche Formen einnehmen.
In der in 5 veranschaulichten Ausführungsform
ist eine nicht selbstverzehrende Elektrode 100 durch den
oberen Abschnitt eines Herdes 102 und einer Blockform 104 gebildet.
Diese Abschnitte können
in Form einer Ein-Komponenten-Struktur oder in Form von zwei aufgeteilten
Abschnitten ausgestaltet sein, wie bereits oben beschrieben. Der
Herd und die Form sind durch einen Überlaufdamm 117 voneinander
getrennt. Die nicht selbstverzehrende Elektrode 100 kann über eine
Leitung 108 an eine Stromquelle 106 angeschlossen
sein. (Ein Stromleiter 105 leitet Heizstrom von einer Energieversorgung 107 zu
einer selbstverzehrenden Elektrode 109 in der im Zusammenhang
mit 2 beschriebenen Weise).
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Die
nicht selbstverzehrende Elektrode steht mit einer Schlacke 110 in
Berührung
und führt
der Schlacke thermische Energie der gewünschten Stärke durch Anpassung der Spannung
an der Energieversorgung 106 (und jeder beliebigen zusätzlichen Energieversorgung)
zu. Ein Isolator 112 wird dazu verwendet, um die nicht
selbstverzehrende Elektrode 100 von den unteren Abschnitten 114, 116 des
Herdes 102 bzw. der Form 104 elektrisch zu trennen.
Der Isolator kann in unterschiedlichen Formen ausgebildet sein,
bspw. in Form von Schichten aus einem hitzebeständigen Material, das im Allgemeinen
(elektrisch) nichtleitend ist. Geeignete Isolatoren enthalten Keramik
sowie Materialien auf Mineralbasis, wie bspw. Glimmer oder Asbest.
Außerdem
sind unterschiedliche Energieversorgungssysteme möglich, bspw.
eine einzelne Energieversorgung anstelle von zwei. (Merkmale, die
in 5 nicht besonders bezeichnet sind, sind im Allgemeinen
mit denjenigen in anderen Ausführungsformen,
bspw. derjenigen nach 2, identisch).
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In
einer alternativen Ausführungsform
kann die nicht selbstverzehrende Elektrode in Form einer gesonderten
Platte oder eines gesonderten Rahmens, d.h. von dem Schmelztiegel
getrennt, ausgebildet sein, wie dies in den 6 und 7 veranschaulicht
ist. (Diese Figuren bilden den für
die Beschreibung dieser Ausführungsform
relevanten Abschnitt des ESCH-Systems ab). Ein derartiger Rahmen
ist gewöhnlich
aus einem elektrisch leitenden Material, bspw. aus Graphit oder
Kupfer, gebildet. Das leitende Material kann mit einem feuerfesten
Material, bspw. Wolfram oder Molybdän, überzogen oder bedeckt sein,
um es vor einer möglichen
Beeinträchtigung
in der Schlacke zu schützen.
Der Rahmen kann ebenfalls in unterschiedlichen Formen gestaltet
sein, was zum Teil von dem bestimmten ESCH-System abhängt, das
verwendet wird.
-
In 6 ist
der Rahmen (die nicht selbstverzehrende Elektrode) 130 mit
Blickrichtung von oben dargestellt und ersichtlich durch zwei Ringe 132 und 134 gebildet.
Wie in der Seitenansicht nach 7 dargestellt,
weist der Ring 132 einen Durchmesser auf, der ausreichend
ist, um die selbstverzehrende Elektrode (die Speiseelektrode) 136 zu
umgeben. Der Ring 134 hat einen ausreichenden Durchmesser, um
das zu bildende „Produkt", d.h. einen Block 138, zu
umschließen.
(Der Ring 134 ist physisch oberhalb des Blocks angeordnet,
wie in der Figur dargestellt. Deshalb braucht der Ring nicht offen
zu sein. Er kann bspw. in Form einer runden Vollscheibe ausgebildet sein.
Ein Vorteil des offenen Rings besteht jedoch darin, dass sich kein
Material oberhalb des Blocks 138 befindet, der in den Block
herunterfallen und diesen verunreinigen könnte). Wie bei den anderen
Ausführungsformen
ist eine Blockform 140 von einem Herd 142 seitlich
versetzt angeordnet, so dass jegliche Einschlüsse oder sonstige Fremdkörper, die
von der Elektrode 136 abschmelzen, nicht unmittelbar in
die Blockform hineinfallen. Die Blockform 140 und der Herd 142 sind
durch einen Überlaufdamm 144 voneinander
getrennt, wie dies vorstehend beschrieben ist.
-
Wie
in 7 dargestellt, steht der untere Abschnitt 146 des
Rahmens 130 (d.h. der nicht selbstverzehrenden Elektrode)
mit einer Schlacke 148 in Kontakt. Die Schlacke befindet
sich auf der Oberseite eines flüssigen
Metalls 150, das durch die Schmelzelektrode gebildet wird.
In dieser Ausführungsform trennt
ein Ringraum 152 die nicht selbstverzehrende Elektrode 130 von
der Blockform 140 und dem Herd 142. Deshalb ist
ein Isolator nicht erforderlich. Wie in 6 veranschaulicht,
wird elektrische Energie zu der nicht selbstverzehrenden Elektrode
durch einen Stromleiter 154 zugeführt, der an eine (nicht veranschaulichte)
Energiequelle angeschlossen ist.
-
Es
sind viele Abänderungen
in Bezug auf die Struktur und die Lage der nicht selbstverzehrenden Elektrode
möglich.
Beispielsweise kann der Rahmen 130 im Wesentlichen rechteckig
oder mit einer unregelmäßigen Form
ausgestaltet sein. Außerdem
kann die nicht selbstverzehrende Elektrode viele Berührungsstellen
mit der Schlacke gemeinsam aufweisen, bspw. durch eine Anzahl von
Elektroden, die nach unten vor und in die Schlacke hinein ragen.
Ferner können
mehrere nicht selbstverzehrende Elektroden eingesetzt werden, von
denen jede mit einem gesonderten Stromleiter und/oder mit einer
gesonderten Energiequelle verbunden ist. Die vielfältigen nicht selbstverzehrenden
Elektroden können
derart positioniert sein, um an mehreren unterschiedlichen Stellen
mit der Schlacke in Kontakt zu stehen, um eine gleichmäßige Erhitzung
und einen wirksamen Energieeinsatz zu verbessern.
-
Die
Verwendung einer nicht selbstverzehrenden Elektrode, wie in 7,
ermöglicht
es, thermische Energie relativ nahe an dem oberen Abschnitt des
Blocks 138 zu konzentrieren. Auf diese Weise kann die Hitze
an der Außenumfangsfläche des Blocks
konzentriert werden. Die konzentrierte Hitze kann eine verhältnismäßig glatte
Außenfläche mit wenigen
oder keinen „Falten" in dem Oberflächenbereich
ergeben. Eine Verbesserung der Oberflächenregion durch dieses Merkmal
kann zusätzliche
Verarbeitungsschritte beseitigen. Beispielsweise kann es möglich sein,
mühsame
Schritte maschineller Bearbeitung oder erneuter Umschmelzung, die
das Produktmaterial verzehren können,
zu reduzieren oder zu eliminieren.
-
Ein
nicht ausschließliches
Beispiel einer nicht selbstverzehrenden Elektrode einer weiteren Art
ist in der US-Patentschrift 4,185,682 (Ksendzyk et al) angegeben,
die hier diesbezüglich
durch Bezugnahme ausdrücklich
mit aufgenommen ist. In dieser Offenbarung ist die Bodenplatte einer
Elektroschlacke-Form mit einer Energiequelle verbunden. Eine obere
Hülse,
die Teil der Formwand bildet, ist ebenfalls an die Energiequelle
angeschlossen, wodurch der Stromkreis geschlossen ist. (Die Hülse ist
von anderen Bereichen der Form isoliert). Die obere Hülse und
die Bodenplatte dienen als ein Paar nicht selbstverzehrender Elektroden.
Diejenigen, die ein gewöhnliches
Fachwissen haben, können
eine derartige Anordnung basierend auf der hier angegeben Lehre
für eine
Verwendung im Zusammenhang mit der vorliegenden Erfindung ohne weiteres
anpassen.
-
In
einigen Ausführungsformen
kann die nicht selbstverzehrende Elektrode gehoben oder gesenkt werden,
um die Tiefe zu verändern,
bis zu der die Elektrode in der Schlacke eingetaucht ist. Dieses Merkmal
kann angesichts der Tatsache, dass sich eine Steuerung der Spannung
in dem ESCH-System aufgrund der Schlackentemperatur, der Herdgeometrie
und dergleichen schwierig gestalten kann, häufig von Wichtigkeit sein.
Eine Veränderung
der Eintauchtiefe ermöglicht
eine direkte Steuerung der Stromkreisimpedanz, d.h. des Widerstandes.
Wenn dieser Mechanismus mit einer Steuerung des elektrischen Stromes
für das
ESCH-System gekoppelt wird, kann die Schlackentemperatur auf eine
wirksame Weise überwacht
und angepasst werden.
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Es
sind viele Techniken zur Anhebung und Absenkung der nicht selbstverzehrenden
Elektrode verfügbar.
Eine vertikale Bewegung der nicht selbstverzehrenden Elektrode 130 nach 6 und 7 kann
bspw. durch jede beliebige herkömmliche
Hebevorrichtung gesteuert sein. Ein beispielhafter Mechanismus ist
in der in Bezug genommenen Ksendzyk-Patentschrift veranschaulicht,
in der ein Hebemechanismus mit einem Antriebsschlitten mit der nicht
selbstverzehrenden Elektrode verbunden ist. Der Antriebsschlitten
kann auf einer vertikalen Säule bewegbar
gelagert sein.
-
Ein
Beispiel eines möglichen
Mechanismus ist in 8 dargestellt, die im Wesentlichen
einen Abschnitt eines ESCH-Systems (im Querschnitt) veranschaulicht.
Eine nicht selbstverzehrende Elektrode 170 ist an einem
servoangetriebenen Kolben 172 montiert. Der Kolben 172 wird
durch einen Motor 174 in eine der durch die Pfeile angezeigten
Richtungen in Bewegung gesetzt. Der Motor kann durch eine beliebige
geeignete Quelle mit Energie versorgt sein. Die Impedanz des Überwachungssystems
ermöglicht
eine Steuerung des Eintauchens der nicht selbstverzehrenden Elektrode 170 in
eine Schlacke 176. (Falls mehrere nicht selbstverzehrende
Elektroden eingesetzt werden, kann die Bewegung einer jeden Elektrode
durch einen ähnlichen
Mechanismus gesteuert sein).
-
Wie
vorstehend erwähnt,
betrifft eine weitere Ausführungsform
dieser Erfindung ein Verfahren zur Erzeugung von Spezialmetallen,
wie Titan und Titanlegierungen. Während diese Ausführungsform
bestimmte erfindungsgemäße Merkmale,
die oben beschrieben sind, enthält,
sind bei den verbleibenden Merkmalen des Produktionssystems viele
Veränderungen
möglich. 9 zeigt
ein nicht ausschließliches
Beispiel einer Produktionsvorrichtung, die zur Ausführung der
vorliegenden Erfindung geeignet ist. Im Allgemeinen sind Systeme
dieser Art insofern elektrolytischer Natur, als das gewünschte Metall
aus Salzen des Metalls elektrochemisch extrahiert wird. (Verwandte
Verbindungen können
ebenfalls verwendet werden, wie z.B. Hydrate). Die US-Patentschrift 6,074,545
(Ginatta), die oben erwähnt
und hier durch Bezugnahme ausdrücklich
mit aufgenommen ist, zeigt ein Beispiel eines elektrolytischen Prozesses. In
einem derartigen Prozess wird Titan durch die elektrolytische Reduktion
von Titantetrachlorid zu Chlor und Titanmetall in dem flüssigen Zustand
gewonnen.
-
Das
System nach 9 enthält einen Herd 200,
der ähnlich
den vorstehend beschriebenen ausgestaltet, bspw. mit einer Metallwand
und Wasserkühlung
versehen sein kann. Eine Schlackenschicht 202 befindet
sich in dem oberen Abschnitt des Herdes und dient als der Elektrolyt
in dem System. Wie bei den anderen Ausführungsformen hängt die
Zusammensetzung der Schlacke zum Teil von dem Metall ab, das erzeugt
wird. Gewöhnlich
weist die Schlacke wenigstens ein Calciumhalogenid und kann auch Calciummetall
enthalten.
-
Wenigstens
eine Rohstoffquelle steht mit dem Herd in Verbindung. Beispielsweise
kann ein Beschickungssystem 204 ein Ausgangsmaterial 205 zu
dem Herd in einem flüssigen
oder einem festen Zustand liefern. Es kann eine breite Vielfalt
herkömmlicher
Beschickungsmechanismen eingesetzt werden, wobei die Art zum Teil
von der Art und Form des Ausgangsmaterials (bspw. seinem Aggregatzustand)
abhängt.
-
Wie
in der Ginatta-Patentschrift beschrieben, gehören zu gewöhnlichen Ausgangsmaterialen
für Titan
TiCl4, TiF3, TiBr4, TiI4, TiC. Diese
Verbindungen, die im flüssigen
oder gasförmigen
Zustand (z.B. TiCl4) zugeführt werden
können,
können
in das System über
einen geeigneten Verbindungsgang, bspw. eine Art einer Rohrleitung 206,
die an eine Gas-/Flüssigkeitsquelle 208 angeschlossen
ist, eingeleitet werden. Einige der Verbindungen befinden sich bei
erhöhten
Temperaturen, bspw. bei ungefähr
137° C im Falle
von TiCl4, im Gaszustand. Bei Raumtemperatur können die
Verbindungen jedoch Flüssigkeiten
sein, die durch eine Dosierpumpe auf passende Weise gehandhabt werden
können.
Die Flüssigkeit
verdampft, wenn sie in die Schlacke/den Elektrolyt eingeleitet wird.
-
Wie
bei den anderen Ausführungsformen
ist das elektrolytische System gemäß 9 gewöhnlich innerhalb
einer Kammer 209 enthalten. Die Kammer schafft für das System
eine inerte Atmosphäre.
Das Inertgas kann dazu dienen, den Partialdruck von Stickstoff oberhalb
der Schlacke/des Elektrolyts 202 zu steuern. Wenn Ausgangsmaterialien,
wie TiCl4, elektrolytisch reduziert werden,
werden Halogenidgase, wie Chlor, erzeugt. Diese Gase können durch jedes
beliebige herkömmliche
Ableitungssystem abgeführt
werden, das in der Figur nicht veranschaulicht ist.
-
Wie
bei den vorhergehenden Ausführungsformen
können
vielfältige
Techniken dazu verwendet werden, die Schlacke zu erhitzen. In 9 wird
die Schlacke/der Elektrolyt 202 mittels eines elektrischen Stroms
erhitzt, der einer nicht selbstverzehrenden Elektrode 210 zugeführt wird.
In elektrolytischen Systemen dieser Art, d.h. bei denen ein Teil
oder der gesamte Rohstoff auf Halogenidbasis gebildet ist, ist der
elektrische Strom vorzugsweise (jedoch nicht immer) ein Gleichstrom
(DC). Die nicht selbstverzehrende Elektrode 210 ist über einen
Stromleiter 214 an eine Stromversorgung 212 angeschlossen.
In diesem System fließt
der Strom von der Stromversorgung über die Elektrode 210 zu
der Schlacke/dem Elektrolyt 202 und dem darunter liegenden
flüssigen Metall 232.
Anschließend
fließt
der Strom weiter durch einen Block 233 und eine Bodenplatte 20 und über Stromleiter 226 sowie 228 zurück zu der
Stromversorgung. Es sind jedoch viele Abwandlungen in Bezug auf
diesen Stromweg möglich.
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Die
Schlacke 202 wird bei einer Temperatur gehalten, die ausreichend
ist, um das gewünschte Metall
aus seinem Salz zu extrahieren. Die Schlacke dient ferner dazu,
jede feste Fremdkörper,
bspw. stickstoffreiche Einschlüsse,
wie vorstehend beschrieben, aus dem metallischen Rohstoff aufzulösen. Die
spezielle Schlackentemperatur variiert in Abhängigkeit zum Teil von dem Ausgangsmetall
oder der Ausgangslegierung. Die Schlacke muss bei einer Temperatur
gehalten werden, die wenigstens so hoch ist wie der Schmelzpunkt
des Ausgangsmaterials. Wie in der Ginatta-Patentschrift im Zusammenhang
mit Systemen beschrieben, die die elektrolytische Erzeugung von
Titan umfassen, bestehen thermochemische Vorteile, wenn der Prozess
bei einer Temperatur im Bereich des Schmelzpunkts von Titan (bspw.
zwischen ungefähr
1650°C und
ungefähr 1700°C) durchgeführt wird.
-
Das
elektrolytische System enthält
eine Blockform 216. Die Blockform kann hinsichtlich ihrer Gestalt
und Zusammensetzung verändert
werden, wie dies vorstehend beschrieben worden ist. Sie ist gewöhnlich flüssigkeitsgekühlt. Die
Form ist an ihrem unteren Ende mit einem offenen Ende versehen,
das, wie in 9 veranschaulicht, in einem
unteren Abschnitt 218 endet. Die Bodenplatte 220 kann
abgesenkt werden, wenn der wachsende Block 233 erstarrt.
Ein Hubmechanismus 222, der durch einen beliebigen geeigneten
Motor gesteuert sein kann, kann zu diesem Zweck verwendet werden,
wie auch eine Vielfalt unterschiedlicher anderer Mechanismen eingesetzt
werden kann.
-
Wie
bei den Ausführungsformen
für Metallreinigung
ist die Blockform 216 auch hier von dem Herd 200 durch
einen Überlaufdamm 230 getrennt. Flüssiges Metall 232 (d.h.
das Produkt des elektrolytischen Prozesses) kann von dem Herd 200 über die Oberseite 234 des
Dammes hinweg und in die Blockform 216 hinein fließen. Der
Damm verhindert in effektiver Weise, dass hochdichte Einschlüsse in die Blockform
eindringen, wie dies vorstehend beschrieben worden ist. Die Gestalt
und Größe des Überlaufdammes
können,
wie bei den anderen Ausführungsformen,
stark variieren. In der Veranschaulichung nach 9 ist
der Überlaufdamm
durch den oberen Abschnitt der Wand der Blockform gebildet.
-
Wie
bei den Reinigungsausführungsformen ist
die Blockform 216 von dem Herd 200 seitlich versetzt
angeordnet. Das Maß,
in dem diese Elemente zueinander versetzt sind, kann variieren,
solange eine beliebige Speisequelle mit dem Rohstoff, der Verunreinigungen
enthalten kann, nicht unmittelbar oberhalb der Form 216 angeordnet
ist. Somit wer den Einschlüsse
und andere Fremdkörper
nicht in die Blockform überführt.
-
Wie
vorstehend beschrieben, kann die Fähigkeit, unerwünschte Stoffe
daran zu hindern, in dem erstarrenden Produkt/Block eingebunden
zu werden, einen sehr wichtigen Verarbeitungsvorteil darstellen.
Im Falle der elektrolytischen Erzeugung von Metall ist das „Versatzmerkmal" besonders vorteilhaft,
wenn zusätzlich
zu der Gas-/Flüssigkeitsquelle 208 Ausgangsmaterialien 205 eingesetzt
werden. Falls bspw. das Material 205 in Form eines festen
Rücklaufmetalls
ausgebildet ist, das wiederaufbereitet wird, ist die Gefahr, dass
Fremdkörper
in den Herd 200 eingebracht werden, besonders hoch. Die vorliegende
Erfindung trennt auf wirksame Weise diese Körper von dem Metallprodukt.
-
In
einer weiteren Ausführungsform
der Erfindung kann das Elektroschlacke-Kaltherdsystem dazu verwendet
werden, um gleichzeitig sowohl ein Metall zu reinigen oder zu verfeinern
als auch Neumetall aus einem geeigneten Rohstoff zu erzeugen. Ein
beispielhaftes ESCH-System zu diesem Zweck ist in 10 veranschaulicht.
(Elemente in der Figur, die mit denjenigen in den vorherigen Figuren
gleich sind, sind im Allgemeinen mit den gleichen Elementzeichen
versehen). Wie in der Ausführungsform
nach 2 enthält
das System eine selbstverzehrende Elektrode 34 gemeinsam
mit dem darunter angeordneten Herd 35. Der Herd ist von
der versetzt liegenden Blockform 36 durch den Überlaufdamm 54 getrennt.
Der Herd enthält
geschmolzene Schlacke 40, die durch einen Strom erhitzt
wird, der von einem Stromleiter 48 durch die selbstverzehrende
Elektrode geliefert wird. (Der Strom ist gewöhnlich ein Gleichstrom (DC),
kann jedoch auch in dem Wechselstrom-(AC-)Modus mit einem Gleichstro manteil
zugeleitet sein, wie dies vorstehend erwähnt ist). Die erhitzte Schlacke
veranlasst das untere Ende 33 der Elektrode 34 zu
schmelzen, wodurch der Flüssigmetallsumpf 44 gebildet
wird.
-
Das
ESCH-System nach 10 enthält ferner wenigstens eine Gas-
oder Flüssigkeitsquelle des
Rohstoffs 208. Im Falle von Titanlegierungen ist die Quelle
häufig
ein Halogenidmaterial, bspw. TiCl4. Wie
im Zusammenhang mit anderen Ausführungsformen
(9) beschrieben, können diese Ausgangsmaterialien
in das System über
eine geeignete Rohrleitung 206 eingeleitet werden, die
innerhalb der Schlacke 40 endet. Wenn das Speisematerial
in die Schlacke eindringt, findet elektrolytische Reduktion des
Ausgangsrohstoffs statt, während
sich das geschmolzene Erzeugnis in dem Herd als Teil des Metallsumpfs 44 ansammelt.
Somit wird der Metallsumpf sowohl durch das Produkt der elektrolytischen
Reaktion als auch durch das Schmelzen der Elektrode 34 „gespeist". Die Zusammensetzung
jeder Materialquelle (Elektrode 34 und Rohstoff 208)
kann variieren, um die spezielle Legierung zu erhalten, die erwünscht ist.
Außerdem
kann das ESCH-System nach 10 ferner
eine gesonderte Quelle mit einem Metallausgangsmaterial enthalten,
bspw. eine Quelle, die Rücklaufmetall
oder Neuetallmaterial über eine
beliebige geeignete Beschickungsstation zuführt, wie dies im Zusammenhang
mit 4 beschrieben ist. Diese Speisequelle kann anstelle
oder zusätzlich
zu der Elektrodenquelle 34 verwendet werden.
-
Die
vorliegende Erfindung ist im Zusammenhang mit bestimmten Ausführungsformen
beschrieben worden. Es ist jedoch nicht die Absicht, die Erfindung
auf die obige Beschreibung zu beschränken. Demgemäß erschließen sich
einem Fachkundigem viele unterschiedliche Abwandlungen, Anpassungen und
Alternativen, ohne von dem Gegenstand und dem Schutzumfang des beanspruchten
erfindungsgemäßen Konzeptes
abzuweichen. Sämtliche
Patentschriften, Artikel und Texte, die vorstehend erwähnt worden
sind, sind hier durch Bezugnahme ausdrücklich mit aufgenommen.
-
Es
ist hier ein Elektroschlacke-Kaltherd- (ESCH-, Electroslag-Cold
Hearth-) System zur Reinigung oder Erzeugung eines gewünschten
Metalls oder einer gewünschten
Metalllegierung beschrieben. Das System enthält wenigstens ein Kaltherdgefäß 35,
das in der Lage ist, einen geschmolzenen flüssigen Metallsumpf 44 sowie
eine darüber
liegende Schlackenschicht 40 aufzunehmen, sowie eine Blockform 36,
die von dem Kaltherd 35 seitlich versetzt liegt. Eine Rohstoffquelle,
bspw. eine Speiseelektrode 34, ist oberhalb des Kaltherdes 35 angeordnet
und wird in einem Reinigungsvorgang in die geschmolzene Schlacke 40 eingeführt. Ein Überlaufdamm 54 trennt
die Blockform 36 von dem Kaltherd 35 und verhindert
den Fluss von Einschlüssen
und sonstigen Fremdkörpern
in die Blockform. In einigen Beispielen führt eine nicht selbstverzehrende
Elektrode der Schlacke zusätzliche
thermische Energie zu. In dem Produktionsvorgang kann die Metallquelle in
Form eines Salzes gebildet sein, aus dem das gewünschte Metall elektrochemisch
extrahiert werden kann. Es sind auch damit verbundene Verfahren
zur Reinigung oder Erzeugung von Metallen, bspw. Titanlegierungen
beschrieben.
-
- 2
- Elektroschlacke-Schmelzsystem
- 3
- Energiequelle
- 4
- Elektrode
- 5
- Stromkreis
- 6
- Blockform
- 8
- Elektrodentragsäule
- 10
- flüssige Schlackenschicht
- 12
- Produktblock
- 14
- Plattform
- 16
- flüssiger Metallsumpf
- 18
- Pfannenbär/-rest
- 29
- Strebe
- 31
- Elektrodenantrieb
- 32
- Kammer
- 33
- unterer
Abschnitt der Elektrode 34
- 34
- selbstverzehrende/abschmelzende
Elektrode
- 35
- Kaltherdgefäß
- 36
- Blockform
- 37
- Herdwand
- 39
- unterer
Abschnitt
- 40
- geschmolzene
Schlacke
- 41
- Schlackenbär
- 42
- Block
- 43
- Innenfläche des
Herdes
- 44
- flüssiger Metallsumpf
- 46
- Energieversorgung
- 48
- Stromleiter
- 49
- Stange
- 50
- Stromleiter
- 52
- Bodenplatte
für den
Block
- 53
- Hubmechanismus
- 54
- Überlaufdamm
- 55
- Wandabschnitt
der Blockform 36
- 56
- Hubmechanismus
- 57
- Oberseite
des Damms
- 58
- Kanal
- 59
- Motor
- 74
- selbstverzehrende
Elektrode
- 76
- festes
Metall
- 85
- Herd
- 86
- Blockform
- 87
- Beschickungsstation
- 100
- nicht
selbstverzehrende Elektrode
- 102
- Kaltherdgefäß
- 104
- Blockform
- 105
- Stromleiter
- 106
- Stromversorgung
- 108
- Stromleiter
- 109
- selbstverzehrende
Elektrode
- 110
- Schlacke
- 112
- Isolator
- 114
- unterer
Abschnitt des Herdes
- 116
- unterer
Abschnitt der Blockform
- 117
- Überlaufdamm
- 130
- Rahmen/nicht
selbstverzehrende Elektrode
- 132
- Ring
- 134
- Ring
- 136
- Elektrode
- 138
- Block
- 140
- Blockform
- 142
- Herd
- 144
- Überlaufdamm
- 146
- unterer
Abschnitt des Rahmens 130
- 148
- Schlacke
- 150
- flüssiges Metall
- 152
- Luftzwischenraum
- 154
- Stromleiter
- 170
- nicht
selbstverzehrende Elektrode
- 172
- servobetätigter Kolben
- 174
- Motor
- 176
- Schlacke
- 200
- Kaltherdgefäß
- 202
- Schlacke/Elektrolyt
- 204
- Beschickungssystem
- 205
- Metallausgangsmaterial
- 206
- Verbindungsgang/Rohrleitung
- 208
- Gas-/Flüssigkeitsquelle
des Metalls
- 209
- Kammer
- 210
- nicht
selbstverzehrende Elektrode
- 212
- Energieversorgung
- 214
- Stromleiter
- 216
- Blockform
- 218
- unterer
Abschnitt des Zylinders
- 220
- Bodenplatte
- 222
- Hubmechanismus
- 224
- Motor
- 226
- Stromleiter
- 228
- Stromleiter
- 230
- Überlaufdamm
- 232
- flüssiges Metall
- 233
- Block
- 234
- Oberseite
des Damms