-
GEBIET DER
VORLIEGENDEN ERFINDUNG
-
Die
vorliegende Erfindung bezieht sich auf das Ausbilden integrierter
Schaltkreise und insbesondere auf das Ausbilden von Kontaktflecken
zum Herstellen elektrischer Verbindungen mit einer Halbleiterstruktur.
-
BESCHREIBUNG
DES STANDS DER TECHNIK
-
Integrierte
Schaltkreise umfassen eine große Anzahl
einzelner Schaltkreiselemente wie beispielsweise Transistoren, Kondensatoren
und Widerstände,
die auf einem Substrat ausgebildet sind. Diese Elemente werden intern
mit Hilfe elektrisch leitfähiger Leitungen
verbunden, um komplexe Schaltkreise wie Speichervorrichtungen, Logikbausteine
und Mikroprozessoren auszubilden. Um all die elektrisch leitfähigen Leitungen,
die benötigt
werden, um die Schaltkreiselemente in modernen integrierten Schaltkreisen
miteinander zu verbinden, unterzubringen, sind die elektrisch leitfähigen Leitungen
in mehreren übereinandergestapelten
Ebenen angeordnet. Um den integrierten Schaltkreis elektrisch mit
anderen elektronischen Bauteilen zu verbinden, sind Eingangsanschlüsse und
Ausgangsanschlüsse
vorgesehen.
-
Ein
Verfahren zum Ausbilden einer elektrischen Verbindung mit einer
Halbleiterstruktur nach dem Stand der Technik wird nun mit Bezug
auf 1a bis 1c beschrieben.
-
Eine
Halbleiterstruktur 100 umfasst ein Substrat 101,
das beispielsweise ein Halbleiterwafer, auf dem mehrere Schaltkreiselemente
und elektrisch leitfähige
Leitungen, die die Schaltkreiselemente miteinander verbinden, ausgebildet
wurden, sein kann. Auf einer Oberfläche des Substrats 102 ist
ein Kontaktfleck 103 bereitgestellt. Das Substrat 101,
das den Kontaktfleck 103 umfasst, kann mit Hilfe den Fachleuten
bekannter fortschrittlicher Techniken der Abscheidung, Oxidation,
Ionenimplantation und Fotolithografie ausgebildet werden.
-
Auf
dem Substrat 101 wird eine Passivierungsschicht 104 ausgebildet,
beispielsweise mit Hilfe plasmaverstärkter chemischer Dampfabscheidung oder
chemischer Dampfab scheidung. Die Passivierungsschicht 104 kann
ein dielektrisches Material wie beispielsweise Siliciumnitrid, Siliciumoxynitrid
oder Siliciumdioxid umfassen. Die Passivierungsschicht 104 verhindert,
dass Feuchtigkeit in die Halbleiterstruktur 100 eindringt.
Dadurch können
elektrische Verluste und Korrosionserscheinungen, die zu einem Versagen
elektronischer Schaltkreise in der Halbleiterstruktur 100 führen könnten, deutlich
reduziert werden.
-
Über der
Passivierungsschicht 104 wird eine Maske 105 ausgebildet.
Die Maske 105 bedeckt einen Teil der Passivierungsschicht 104,
der sich über dem
Kontaktfleck 103 befindet, nicht. Die Maske 105 kann
einen Fotoresist umfassen. Wenn die Maske 105 einen Fotoresist
umfasst, kann sie ausgebildet werden, indem der Fotoresist auf die
Halbleiterstruktur 100 aufgebracht wird, der Fotoresist
durch eine Fotomaske belichtet wird und entweder die Teile, die bei
der Belichtung beleuchtet wurden, oder die nicht beleuchteten Teile
in einem Entwickler aufgelöst
werden.
-
Eine
schematische Skizze der Halbleiterstruktur in einem späteren Stadium
des Verfahrens nach dem Stand der Technik ist in 1b gezeigt.
-
Nach
dem Ausbilden der Maske 105 wird ein erster Ätzprozess
durchgeführt.
Der erste Ätzprozess kann
ein Trockenätzprozess
sein. Beim Trockenätzen
erzeugt eine Glimmentladung bei Radiofrequenz aus einem relativ
reaktionsträgen
molekularen Gas, das einem Reaktionsgefäß zugeführt wird, eine chemisch reaktionsfreudige
Teilchensorte wie etwa Atome, Radikale und Ionen. Die reaktionsfreudige
Teilchensorte reagiert chemisch mit dem zu ätzenden Material, wobei ein
flüchtiges
Reaktionsprodukt erzeugt wird.
-
Die
Maske 105 schützt
die von der Maske 105 bedeckten Teile der Passivierungsschicht 104 davor,
von einem Ätzmittel,
das beim ersten Ätzprozess
verwendet wird, angegriffen zu werden. Diejenigen Teile der Passivierungsschicht 104 über dem Kontaktfleck 103,
die nicht von der Maske 105 bedeckt sind, werden jedoch
geätzt
und es bildet sich eine Vertiefung 106 in der Passivierungsschicht 104.
-
Der
erste Ätzprozess
wird beendet bevor der Teil der Passivierungsschicht 104 über dem
Kontaktfleck 103 vollständig
entfernt ist. Dadurch bleibt ein Rest 107 der Passivierungsschicht 104 am
Boden der Vertiefung 106 über dem Kontaktfleck 103.
-
Anschließend wird
die Maske 105 mit Hilfe eines Plasma-Resiststrip-Verfahrens
entfernt. Bei dem Plasma-Resiststrip-Verfahren wird die Halbleiterstruktur 100 einem
Plasma ausgesetzt, das durch eine elektrische Entladung in einem
sauerstoffhaltigen Gas erzeugt wird. Die Halbleiterstruktur wird
auf einer Temperatur, die deutlich höher als Raumtemperatur ist,
gehalten, beispielsweise 200°C
bis 300°C. Sauerstoffradikale
im Plasma reagieren chemisch mit dem Material der Maske 105,
wobei ein gasförmiges Reaktionsprodukt
entsteht, das abgepumpt wird.
-
Ein
Zweck des Belassens des Rests 107 der Passivierungsschicht 104 über dem
Kontaktfleck 103 ist, dass diese als Schutzschicht für den Kontaktfleck 103 dienen
und einen Kontakt zwischen den Sauerstoffradikalen im Plasma und
dem Kontaktfleck 103 verhindern und damit eine unerwünschte Oxidation des
Kontaktflecks 103 verhindern soll.
-
Aufgrund
von Schwankungen beim Ausbilden der Passivierungsschicht 104 und/oder
bei dem Ätzprozess,
der beim Ausbilden der Vertiefung 106 durchgeführt wird,
kann es jedoch vorkommen, dass eine Dicke und/oder Dichte von Teilen
des Rests 107 der Passivierungsschicht 104 nicht
ausreicht, einen Kontakt zwischen dem Sauerstoff und dem Kontaktfleck 103 zu
verhindern. Bei den Prozessbedingungen, die beim konventionellen
Resiststrip angewendet werden, oxidiert der Kontaktfleck 103,
wenn er ein Metall wie beispielsweise Kupfer enthält, sehr schnell,
sobald er dem Sauerstoff ausgesetzt wird. Insbesondere fördert die
relativ hohe Temperatur von 200°C
oder mehr die Oxidation von Metallen. Da die Diffusion ein thermisch
aktivierter Vorgang ist, diffundiert der Sauerstoff außerdem bei
hohen Temperaturen schneller durch durchlässige Teile des Rests 107 der
Passivierungsschicht, wodurch die Wahrscheinlichkeit, dass eine
Oxidation des Kontaktflecks 103 stattfindet, weiter vergrößert wird.
Deshalb kann sich auf einer Oberfläche des Kontaktflecks 103 ein
oxidierter Bereich 108 ausbilden.
-
Eine
schematische Querschnittsansicht der Halbleiterstruktur 100 in
einem weiteren Stadium des Herstellungsprozesses nach dem Stand
der Technik ist in 1c gezeigt.
-
Ein
zweiter Ätzprozess
wird durchgeführt, um
den Rest 107 der Passivierungsschicht 104 von dem
Kontaktfleck 103 zu entfernen. Der zweite Ätzprozess
kann ein Trockenätzprozess
sein. Üblicherweise
wird im zweiten Ätzprozess
ein Ätzgas,
das Trifluoromethan (CHF3) und Kohlenstofftetrafluorid (CF4) enthält,
verwendet. Eine Flussrate des Trifluoromethans ist ungefähr gleich
groß wie
eine Flussrate des Kohlenstofftetrafluorids. Deshalb ist eine Fluormenge
im Ätzgas
größer als
eine Wasserstoffmenge im Ätzgas.
Während
des zweiten Ätzprozesses bildet
sich über
einer Oberfläche
des Kontaktflecks 103 eine Polymerschicht aus, die den
Kontaktfleck im Wesentlichen davor schützt, von dem Fluor im Ätzgas angegriffen
zu werden.
-
Es
kann vorkommen, dass während
des zweiten Ätzprozesses
oder während
anderer Schritte des Herstellungsprozesses, die danach durchgeführt werden,
Materialschichten, die in der Halbleiterstruktur 100 vorhanden
sind, abblättern.
Dieses Abblättern
kann die Funktionsfähigkeit
der Halbleiterstruktur 100 nachteilig beeinflussen. Außerdem können während des
ersten Ätzprozesses,
beim Entfernen der Maske und/oder während des zweiten Ätzprozesses
Verunreinigungsschichten, die Nebenprodukte chemischer Reaktionen,
die während
des Ätzprozesses
gebildet werden, beispielsweise Polymere, enthalten, auf den Wänden der
Reaktionsgefäße abgeschieden
werden. Von solchen Verunreinigungsschichten können beispielsweise während des
zweiten Ätzprozesses
Teilchen abblättern
und sich auf der Halbleiterstruktur 100 ablagern, wie in 1c durch das Bezugszeichen 109 angedeutet.
-
Nach
dem zweiten Ätzprozess
liegt der Kontaktfleck 103 frei und kann dafür verwendet
werden, elektrischen Kontakt zwischen der Halbleiterstruktur 100 und
anderen elektronischen Bauteilen herzustellen.
-
Beispielsweise
kann dies dadurch geschehen, dass elektrisch leitfähige Drähte an dem
Kontaktfleck 103 und anderen Kontaktflecken in der Halbleiterstruktur 100 befestigt
werden. Alternativ können
Flip-Chip-Verfahren, bei denen auf den Kontaktflecken Kontakthöcker ausgebildet
werden, verwendet werden, um die Halbleiterstruktur 100 an
einer Platine zu befestigen.
-
Ein
Nachteil des Verfahrens zum Herstellen eines elektrischen Kontakts
mit einer Halbleiterstruktur nach dem Stand der Technik ist, dass
sich während
des Resiststrip-Prozesses
oxidierte Bereiche auf dem Kontaktfleck 103 ausbilden können. Da
der Kontaktfleck 103 ein Metall (beispielsweise Kupfer) umfasst
und Metalloxide wie etwa Kupferoxid elektrische Isolatoren sind,
kann das Vorhandensein der oxidierten Bereiche einen relativ großen Kontaktwiderstand
zwischen dem Kontaktfleck 103 und dem damit verbundenen
Draht oder Kontakthöcker
verursachen. Außerdem
können
Oxide auf den Kontaktflecken 103 eine Haftung zwischen
den Kontaktflecken und den Drähten
oder Kontakthöckern
verringern. Dies kann zu einer verringerten Stabilität der Verbindung
führen.
-
Ein
weiterer Nachteil des Verfahrens zum Herstellen eines elektrischen
Kontakts mit einer Halbleiterstruktur nach dem Stand der Technik
ist, dass während
des zweiten Ätzprozesses
ein Abblättern
von Schichten der Halbleiterstruktur 100 stattfinden kann,
das die Funktionsfähigkeit
der Halbleiterstruktur nachteilig beeinflussen kann.
-
Noch
ein weiterer Nachteil des Verfahrens zum Herstellen eines elektrischen
Kontakts mit einer Halbleiterstruktur nach dem Stand der Technik
ist, dass während
des zweiten Ätzprozesses
Teilchen, die Nebenprodukte chemischer Reaktionen enthalten, von
den Wänden
der Reaktionsgefäße abblättern und
sich auf der Halbleiterstruktur ablagern können. Um eine solche Ablagerung
von Teilchen zumindest zu verringern, muss das Reaktionsgefäß häufig gereinigt
werden, um die Nebenprodukte von den Wänden des Reaktionsgefäßes zu entfernen.
Solche Reinigungsprozesse erhöhen
jedoch die Ausfallzeit der Reinigungsvorrichtung, was die Herstellungskosten
der Halbleiterstrukturen nachteilig beeinflussen kann.
-
Im
Hinblick auf die oben erwähnten
Nachteile besteht ein Bedarf nach einem zuverlässigeren Verfahren zum Ausbilden
von Kontaktflecken zur Herstellung eines elektrischen Kontakts mit
einem integrierten Schaltkreis.
-
ZUSAMMENFASSUNG
DER ERFINDUNG
-
Gemäß einer
veranschaulichenden Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung umfasst ein Verfahren zum Ausbilden einer
Halbleiterstruktur Bereitstellen eines Substrats.
-
Das
Substrat umfasst mindestens einen Kontaktfleck. Über dem Substrat wird eine
Passivierungsschicht ausgebildet. Über der Passivierungsschicht
wird eine Maske ausgebildet. Die Maske bedeckt einen Teil der Passivierungsschicht,
der sich über
dem mindestens einen Kontaktfleck befindet, nicht. Ein Ätzprozess,
der dafür
ausgelegt ist, ein Material der Passivierungsschicht zu entfernen,
wird durchgeführt.
Die Maske wird entfernt. Das Entfernen der Maske umfasst ein Aussetzen
des Substrats an ein sauerstoffhaltiges Gas. Das Entfernen der Maske wird
bei einer Temperatur des Substrats im Bereich von ungefähr –20°C bis ungefähr 100°C durchgeführt.
-
Gemäß einer
weiteren veranschaulichenden Ausführungsform der vorliegenden
Erfindung umfasst ein Verfahren zum Ausbilden einer Halbleiterstruktur
Bereitstellen eines Substrats. Das Substrat umfasst mindestens einen
Kontaktfleck. Über
dem Substrat wird eine Passivierungsschicht ausgebildet. Über der
Passivierungsschicht wird eine Maske ausgebildet. Die Maske bedeckt
einen Teil der Passivierungsschicht, der sich über dem mindestens einen Kontaktfleck
befindet, nicht. Ein erster Ätzprozess, der
dafür ausgelegt
ist, ein Material der Passivierungsschicht zu entfernen, wird durchgeführt. Die Maske
wird entfernt. Ein zweiter Ätzprozess,
der dafür
ausgelegt ist, Reste der Passivierungsschicht von dem mindestens
einen Kontaktfleck zu entfernen, wird durchgeführt. Der zweite Ätzprozess
umfasst ein Aussetzen des Substrats an ein gasförmiges Ätzmittel, das Wasserstoff und
Fluor enthält.
Eine Wasserstoffmenge im Ätzgas
ist ungefähr
gleich groß wie eine
Fluormenge im Ätzgas
oder größer.
-
KURZE BESCHREIBUNG
DER ZEICHNUNGEN
-
Weitere
Vorteile, Aufgaben und Ausführungsformen
der vorliegenden Erfindung sind in den beigefügten Patentansprüchen definiert
und werden anhand der folgenden ausführlichen Beschreibung besser
ersichtlich, wenn diese mit Bezug auf die beigefügten Zeichnungen verwendet
wird. Es zeigen:
-
1a bis 1c schematische
Querschnittsansichten einer Halbleiterstruktur in einem Verfahren
zum Ausbilden einer Halbleiterstruktur nach dem Stand der Technik;
-
2a bis 2d schematische
Querschnittsansichten einer Halbleiterstruktur in einem Verfahren
zum Ausbilden einer Halbleiterstruktur gemäß der vorliegenden Erfindung;
und
-
3 eine
schematische Querschnittsansicht eines Reaktors, der für Ätzprozesse
und Verfahren zum Entfernen einer Maske gemäß der vorliegenden Erfindung
geeignet ist.
-
AUSFÜHRLICHE
BESCHREIBUNG
-
Obwohl
die vorliegende Erfindung mit Bezug auf die in der folgenden ausführlichen
Beschreibung und in den Zeichnungen dargestellten Ausführungsformen
beschrieben wird, sollte verstanden werden, dass die folgende ausführliche
Beschreibung und die Zeichnungen nicht beabsichtigen, die vorliegende
Erfindung auf die speziellen veranschaulichenden Ausführungsformen,
die offenbart werden, einzuschränken,
sondern dass vielmehr die beschriebenen veranschaulichenden Ausführungsformen
lediglich Beispiele für
die verschiedenen Aspekte der vorliegenden Erfindung, deren Umfang
durch die beigefügten Patentansprüche definiert
ist, geben.
-
In
einigen Ausführungsformen
eines Verfahrens zum Ausbilden einer Halbleiterstruktur gemäß der vorliegenden
Erfindung wird ein Entfernen einer Maske, die beim Ätzen einer
Passivierungsschicht über
einem Kontaktfleck verwendet wird, bei einer Substrattemperatur
im Bereich von ungefähr –20°C bis ungefähr 100°C durchgeführt. Durch
die relativ niedrige Temperatur kann eine Oxidation des Kontaktflecks
vorteilhafterweise erheblich reduziert werden.
-
Außerdem wird
in einigen Ausführungsformen
eines Verfahrens zum Ausbilden einer Halbleiterstruktur gemäß der vorliegenden
Erfindung bei einem Ätzprozess,
der durchgeführt
wird, um Reste einer Passivierungsschicht von mindestens einem Kontaktfleck
zu entfernen, ein Ätzgas,
das Wasserstoff und Fluor enthält,
verwendet. Eine Wasserstoffmenge im Ätzgas ist ungefähr gleich
groß wie
eine Fluormenge im Ätzgas
oder größer. Die
Reste der Passivierungsschicht können
auf dem Kontaktfleck belassen worden sein, um eine Oxidation eines
Materials des Kontaktflecks beim Entfernen einer Maske zu verhindern.
Der Wasserstoff im Ätzgas,
der in Form molekularen Wasserstoffs oder in chemisch gebundener
Form vorhanden sein kann, reagiert mit überschüssigem Fluor im Ätzgas. Dadurch
wird gasförmiger
Fluorwasserstoff (HF) gebildet, der aus der Reaktionskammer gepumpt
werden kann. Dies hilft dabei, nachteilige Auswirkungen der Anwesenheit von
Fluor wie etwa ein Abblättern
von Schichten der Halbleiterstruktur oder nachteilige Auswirkungen
einer Verunreinigungsschicht auf den Wänden der Reaktionsgefäße zu vermeiden.
-
Weitere
veranschaulichende Ausführungsformen
der vorliegenden Erfindung werden nun mit Bezug auf die 2a bis 2d beschrieben.
-
2a zeigt
eine schematische Querschnittsansicht einer Halbleiterstruktur 200 in
einem ersten Stadium eines Herstellungsprozesses gemäß der vorliegenden
Erfindung. Die Halbleiterstruktur 200 umfasst ein Substrat 201.
Das Substrat 201 umfasst einen Kontaktfleck 203,
der auf einer Oberfläche 202 des
Substrats 201 bereitgestellt werden kann.
-
Zusätzlich kann
das Substrat 201 weitere Kontaktflecken (nicht gezeigt) ähnlich dem
Kontaktfleck 203 umfassen. Somit umfasst das Substrat 201 mindestens
einen Kontaktfleck. Das Substrat 201 kann auch mehrere
Schaltkreiselemente wie beispielsweise Transistoren, Kondensatoren
und Widerstände,
die durch elektrisch leitfähige
Leitungen verbunden sind, umfassen (nicht gezeigt). Diese Schaltkreiselemente
können
unter dem Kontaktfleck 203 und/oder unter der Oberfläche 202 des
Substrats vorgesehen sein. Mindestens einige der Schaltkreiselemente
können
elektrisch mit dem Kontaktfleck 203 verbunden sein.
-
Der
mindestens eine Kontaktfleck 203 kann ein elektrisch leitfähiges Material,
beispielsweise ein Metall wie etwa Kupfer umfassen.
-
Das
Substrat 201 kann mit Hilfe bekannter fortschrittlicher
Techniken, die eine Abscheidung, eine Oxidation, eine Ionenimplantation,
eine Fotolithografie und ein Polieren umfassen, ausgebildet werden.
Insbesondere kann der Kontaktfleck 203 mit Hilfe eines
den Fachleuten bekannten Damascene-Verfahrens ausgebildet werden.
-
Über dem
Substrat 201 wird eine Passivierungsschicht 204 ausgebildet.
Dies kann mit Hilfe bekannter Abscheidungstechniken, die eine plasmaverstärkte chemische
Dampfabscheidung oder eine chemische Dampfabscheidung umfassen,
geschehen. Die Passivierungsschicht 204 kann ein dielektrisches
Material, beispielsweise Siliciumnitrid und/oder Siliciumoxynitrid
enthalten. Ähnlich
wie die Passivierungsschicht 104 in dem oben mit Bezug
auf die 1a bis 1c beschriebenen
Verfahren nach dem Stand der Technik verhindert die Passivierungsschicht 204,
dass Feuchtigkeit in die Halbleiterstruktur 201 eindringt.
Dadurch kann die Wahrscheinlichkeit elektrischer Verluste in der
Halbleiterstruktur und eines Versagens der Halbleiterstruktur 201 erheblich
verringert werden.
-
Die
Passivierungsschicht 204 kann eine einzelne Schicht aus
einem Material umfassen. In anderen Ausführungsformen der vorliegenden
Erfindung kann die Passivierungsschicht 204 einen Stapel
aus mehreren Schichten, die unterschiedliche Materialien enthalten,
umfassen.
-
Über dem
Substrat 201 wird eine Maske 205 ausgebildet.
Die Maske 205 kann einen Fotoresist enthalten und kann
mit Hilfe bekannter Techniken der Fotolithografie ausgebildet werden.
Die Maske bedeckt einen Teil der Passivierungsschicht 204,
der sich über
dem Kontaktfleck 203 befindet, nicht. Außerdem kann
die Maske 205 Teile der Passivierungsschicht 204,
die sich über
anderen Kontaktflecken im Substrat 201 befinden, freilassen.
-
Eine
schematische Skizze der Halbleiterstruktur 200 in einem
späteren
Stadium des Herstellungsprozesses ist in 2b gezeigt.
-
Ein
erster Ätzprozess,
der dafür
ausgelegt ist, ein Material der Passivierungsschicht 204 zu
entfernen, wird durchgeführt.
Der erste Ätzprozess
kann ein Trockenätzprozess
sein.
-
3 zeigt
einen Reaktor 300, in dem ein Trockenätzprozess durchgeführt werden
kann. Der Reaktor 300 umfasst ein Gefäß 301 mit einem Einlass 302 und
einem Auslass 303. Der Einlass 302 kann mit einer
Gasquelle, die dafür
ausgelegt ist, das Gefäß 301 mit
einem Ätzgas
zu versorgen, verbunden sein. Der Auslass 303 kann mit
einer Vakuumpumpe, die dafür
ausgelegt ist, einen Druck im Gefäß 301 zu steuern und
un verbrauchtes Ätzgas
und Produkte chemischer Reaktionen, die im Gefäß 301 stattfinden,
zu entfernen, verbunden sein.
-
Im
Gefäß 301 sind
eine erste Elektrode 304 und eine zweite Elektrode 305 bereitgestellt.
Die Elektroden 304, 305 sind durch Drähte 306, 307 mit einer
Stromquelle 308 verbunden. Die Stromquelle 308 ist
dafür ausgelegt,
eine Wechselspannung mit Radiofrequenz an die Elektroden 304, 305 anzulegen.
Zusätzlich
kann die Stromquelle 308 dafür ausgelegt sein, eine Vorspannung,
die eine Gleichspannung oder eine Wechselspannung niedriger Frequenz
sein kann, an die Elektroden 304, 305 anzulegen.
-
Beim
Betrieb des Reaktors 300 wird die Halbleiterstruktur 200 auf
oder in der Nähe
einer der Elektroden 304, 305, beispielsweise
der zweiten Elektrode 305, bereitgestellt. Anschließend lässt man durch
den Einlass 302 ein Ätzgas
in das Gefäß 301 strömen. Daraufhin
wird die Stromquelle 308 aktiviert, um die Wechselspannung
mit Radiofrequenz und optional auch die Vorspannung an die Elektroden 304, 305 anzulegen.
Dadurch wird eine elektrische Entladung im Ätzgas erzeugt. Die elektrische
Entladung erzeugt eine reaktionsfreudige Teilchensorte, die mit
Materialien der Halbleiterstruktur 200 reagieren kann.
Die Vorspannung kann Ionen in dem von der elektrischen Entladung
erzeugten Plasma auf die Halbleiterstruktur 200 zu beschleunigen.
Dadurch wird die Halbleiterstruktur 200 einem Ionenbombardement
ausgesetzt, das zum Entfernen von Material von der Halbleiterstruktur 200 beitragen
kann.
-
Beim
ersten Ätzprozess
ist das Ätzgas
so ausgelegt, dass reaktionsfreudige Teilchensorten, die mit dem
Material der Passivierungsschicht 204 reagieren, erzeugt
werden. Beispielsweise können
in einer Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung, in der die Passivierungsschicht 204 Siliciumnitrid,
Siliciumoxynitrid und/oder Siliciumdioxid enthält, bekannte Ätzchemien,
die Kohlenstofffluoride oder fluorierte Kohlenwasserstoffe enthalten,
verwendet werden. Produkte der Reaktion zwischen der reaktionsfreudigen
Teilchensorte und dem Material der Passivierungsschicht 204 sind
gasförmig
und werden durch den Auslass 303 aus dem Gefäß 301 gepumpt. Dadurch
wird von den Teilen der Passivierungsschicht 204, die nicht
von der Maske 205 bedeckt sind, Material entfernt und eine
Vertiefung 206 in der Passivierungsschicht 204 ausgebildet.
-
Während des
ersten Ätzprozesses
kann aus dem Ätzgas
Fluor erzeugt werden. Das Fluor kann in atomarer oder molekularer
Form oder in Form von Fluor-Ionen vorhanden sein. Das Fluor kann
mit wasserstoffhaltigen Stoffen in der Maske reagieren. Bei solchen
Reaktionen entsteht gasförmiger
Fluorwasserstoff (HF), der durch den Auslass 303 aus dem Gefäß 301 gepumpt
wird. Somit fängt
in der Maske 205 enthaltener Wasserstoff überschüssiges Fluor
im Plasma ein.
-
Der
erste Ätzprozess
wird beendet, bevor der Teil der Passivierungsschicht 204 über dem
Kontaktfleck 203 vollständig
entfernt ist. Dadurch bleibt ein Rest 207 der Passivierungsschicht 204 über dem Kontaktfleck 203 übrig. Der Ätzprozess
kann auf Grundlage des Verstreichens einer vorbestimmten Ätzzeit oder
auf Grundlage von Messungen der Dicke des Rests 207 der
Passivierungsschicht 204, die mit Hilfe den Fachleuten
bekannter interferometrischer Verfahren durchgeführt werden können, beendet werden.
In anderen Ausführungsformen
der vorliegenden Erfindung kann die Passivierungsschicht 204 eine Ätzstoppschicht,
die anzeigt, dass die Vertiefung 206 eine vorbestimmte
Tiefe erreicht hat, umfassen.
-
Nach
dem ersten Ätzprozess
wird die Maske 205 entfernt.
-
Das
Entfernen der Maske 205 kann mit Hilfe eines Reaktors ähnlich dem
oben mit Bezug auf 3 beschriebenen Reaktor 300 durchgeführt werden.
Während
in manchen Ausführungsformen
der vorliegenden Erfindung für
den ersten Ätzprozess und
das Entfernen der Maske 205 derselbe Reaktor verwendet
werden kann, können
in anderen Ausführungsformen
verschiedene Reaktoren verwendet werden.
-
Die
Halbleiterstruktur 200 wird auf einer der Elektroden 304, 305,
beispielsweise der zweiten Elektrode 305, bereitgestellt.
Anschließend
lässt man ein
sauerstoffhaltiges Gas in das Gefäß 301 des Reaktors 300 strömen.
-
Die
Stromquelle 308 wird eingeschaltet, um eine Wechselspannung
mit Radiofrequenz an die Elektroden 304, 305 anzulegen.
Dadurch wird in dem Gas eine elektrische Ladung erzeugt und zwischen den
Elektroden 304, 305 wird ein Plasma, das Sauerstoffradikale
und Sauerstoffionen enthält,
erzeugt.
-
Das
Entfernen der Maske 205 kann bei einer relativ niedrigen
Temperatur der Halbleiterstruktur 200 durchgeführt werden.
In einigen Ausführungsformen
der vorliegenden Erfindung kann sich die Temperatur der Halbleiterstruktur 200 in
einem Bereich von ungefähr –20°C bis ungefähr 100°C und/oder
in einem Bereich von ungefähr
0°C bis
ungefähr
40°C befinden.
In Ausführungsformen
der vorliegenden Erfindung kann die Temperatur der Halbleiterstruktur 200 ungefähr Raumtemperatur
sein. Weitere Parameter des Prozesses des Entfernens, beispielsweise eine
an die Elektroden 304, 305 angelegte Vorspannung,
ein Druck des Ätzgases
und/oder eine Leistung der Wechselspannung mit Radiofrequenz können angepasst
werden, um bei der relativ niedrigen Substrattemperatur akzeptable
Raten des Entfernens der Maske 205 zu erhalten.
-
Um
die Temperatur der Halbleiterstruktur 200 zu steuern, kann
der Reaktor 300 eine an die Halbleiterstruktur gekoppelte
Temperatursteuerung umfassen. Die Temperatursteuerung kann eine
Kühlvorrichtung
und/oder eine Heizvorrichtung umfassen.
-
Wegen
der relativ niedrigen Temperatur, bei der die Maske 205 entfernt
wird, sind Raten chemischer Reaktionen zwischen dem elektrisch leitfähigen Material
im Kontaktfleck 203 und dem Sauerstoff deutlich niedriger
als im oben beschriebenen Verfahren nach dem Stand der Technik.
Bei niedriger Temperatur der Halbleiterstruktur 200 ist
auch die Diffusionsrate von Sauerstoff durch den Rest 207 der
Passivierungsschicht 204 über dem Kontaktfleck 203 kleiner.
Deshalb bildet sich auf dem Kontaktfleck 203 erheblich
weniger Oxid als im oben beschriebenen Verfahren nach dem Stand
der Technik oder im Wesentlichen überhaupt kein Oxid. Folglich
werden nachteilige Effekte einer Oxidation des Materials des Kontaktflecks 203 wie
beispielsweise eine Zunahme des Kontaktwiderstands zwischen dem
Kontaktfleck 203 und einer damit verbundenen elektrischen
Verbindung oder eine verringerte Haftung zwischen dem Kontaktfleck 203 und
der elektrischen Verbindung vorteilhafterweise deutlich verringert.
-
Beim
Entfernen der Maske 205 kann zusätzlich zur Wechselspannung
mit Radiofrequenz eine Vorspannung zwischen den Elektroden 304, 305 angelegt
werden. Die Vorspannung ist dafür
ausgelegt, Sauerstoffionen im Plasma auf die Halbleiterstruktur 200 zu
zu beschleunigen. Beispielsweise kann die Elektrode 305,
auf der die Halbleiterstruktur 200 bereitgestellt wird,
negativ geladen werden, um positiv geladene Ionen anzuziehen. Dadurch
wird die Halbleiterstruktur 200 einem Bombardement von
Sauerstof fionen ausgesetzt. Die Energie der auf der Halbleiterstruktur 200 auftreffenden
Sauerstoffionen, die in dem von der Vorspannung erzeugten elektrischen Feld
beschleunigt wurden, ermöglicht
es, Energiebarrieren chemischer Reaktionen zwischen dem Sauerstoff
und dem Material der Maske 205 zu überwinden. Somit ermöglicht die
Vorspannung ein schnelleres Entfernen der Maske 205. Die
Vorspannung kann einen Wert im Bereich von ungefähr –50V bis ungefähr –150V haben.
-
In
einigen Ausführungsformen
der vorliegenden Erfindung umfasst die Halbleiterstruktur 200 einen
runden Halbleiterwafer mit einem Durchmesser von ungefähr 200 mm
und eine Leistung der Wechselspannung mit Radiofrequenz kann sich
in einem Bereich von ungefähr
100 W bis ungefähr
500 W befinden. In anderen Ausführungsformen
der vorliegenden Erfindung kann eine Leistung der Wechselspannung
mit Radiofrequenz, die beim Entfernen der Maske 205 angelegt
wird, in Relation zu einer Fläche einer
Oberfläche
des Substrats 201 skaliert werden. Ein Verhältnis zwischen
der Leistung der Wechselspannung mit Radiofrequenz und einer Fläche der Oberfläche des
Substrats kann einen Wert in einem Bereich von ungefähr 0,32
W/cm2 bis ungefähr 1,60 W/cm2 haben.
In speziellen Ausführungsformen
der vorliegenden Erfindung umfasst die Halbleiterstruktur 200 einen
runden Halbleiterwafer mit einem Durchmesser von ungefähr 300 mm.
-
Beim
Entfernen der Maske 205 kann sich ein Druck des Gases in
einem Bereich von ungefähr
100 mTorr bis ungefähr
1000 mTorr befinden.
-
Die
elektrische Entladung im Reaktor 300 kann beendet werden,
sobald die Maske 205 von der Halbleiterstruktur 200 im
Wesentlichen entfernt ist. In einigen Ausführungsformen der vorliegenden
Erfindung werden die Wechselspannung mit Radiofrequenz und/oder
die Vorspannung während
einer vorbestimmten Zeitspanne angelegt, die experimentell bestimmt
werden kann, indem mehrere Teststrukturen ähnlich der Halbleiterstruktur 200 bereitgestellt werden
und jede der Teststrukturen unterschiedlich lange den beim Entfernen
der Maske 205 verwendeten Bedingungen ausgesetzt wird.
Anschließend können die
Teststrukturen geprüft
werden, beispielsweise mit Hilfe der Mikroskopie, und eine zum Entfernen
der Maske 205 ausreichende Zeit kann ermittelt werden.
-
In
anderen Ausführungsformen
der vorliegenden Erfindung wird eine Endpunkt-Detektion durchgeführt. Zu diesem Zweck kann während des Entfernens
der Maske 205 eine für
eine chemische Reaktion zwischen dem Material der Maske 205 und dem
Sauerstoffplasma repräsentative
Emissionsintensität
gemessen werden. Dies kann geschehen, indem eine Emissionsintensität mindestens
einer Spektrallinie, die von einem Produkt einer chemischen Reaktion
zwischen dem Sauerstoffplasma und dem Material der Maske 205 emittiert
wird, gemessen wird, was mit Hilfe den Fachleuten bekannter Verfahren
geschehen kann. Die Emissionsintensität ist ein Maß für die Konzentration
des Produkts, die für die
Rate, mit der die chemische Reaktion abläuft, repräsentativ ist.
-
Sobald
die Maske 205 im Wesentlichen entfernt ist, verringert
sich die Emissionsintensität
deutlich. Diese Verringerung der Emissionsintensität kann detektiert
werden, indem die gemessene Emissionsintensität mit einem Schwellwert verglichen wird,
der mit Hilfe von Experimenten, bei denen mehrere Teststrukturen ähnlich der
Halbleiterstruktur 200 unterschiedlich lange den beim Entfernen
der Maske im Reaktor 300 vorliegenden Bedingungen ausgesetzt
werden, bestimmt werden kann. Dabei wird die Emissionsintensität der Spektrallinie
gemessen. Danach werden die Teststrukturen überprüft, beispielsweise mit Hilfe
der Mikroskopie, um die unmittelbar vor dem Ende des Aussetzens
der Teststruktur an das Sauerstoffplasma gemessenen Emissionsintensitäten mit
der Anwesenheit oder Abwesenheit der Maske 205 bzw. von
Resten dieser in Beziehung zu setzen. Der Schwellwert kann auf Grundlage
typischer Werte der Emissionsintensität, die in Abwesenheit von Resten
der Maske 205 gemessen werden, bestimmt werden.
-
In
Ausführungsformen
der vorliegenden Erfindung, in denen die Maske 205 einen
Fotoresistumfasst, kann eine Emissionsintensität einer Spektrallinie von Kohlenmonoxid
(CO), das bei chemischen Reaktionen zwischen dem Sauerstoffplasma
und organischen Verbindungen im Fotoresist gebildet wird, gemessen
werden, um die Endpunktdetektion durchzuführen.
-
Vorteilhafterweise
werden beim oben beschriebenen Entfernen der Maske 205 im
Wesentlichen keine polymeren Verbindungen, die sich auf den Wänden des
Gefäßes 301 des
Reaktors 300 und/oder der Halbleiterstruktur 200 ablagern
können, gebildet.
Deshalb können
Verunreinigungen der Halbleiterstruktur 200, die nachteilige
Auswirkungen auf die Funktionsfähigkeit
der Halbleiterstruktur 200 haben können, deutlich verringert werden.
Zusätzlich werden
Verunreinigungen der Wände
des Gefäßes 300 deutlich
verringert. Deshalb kann der Reaktor 300 zwischen Reinigungsmaßnahmen,
die durchgeführt
werden, um solche Verunreinigungen zu entfernen, relativ lange betrieben
werden.
-
Eine
schematische Querschnittsansicht der Halbleiterstruktur 200 in
noch einem weiteren Stadium eines Herstellungsprozesses gemäß der vorliegenden
Erfindung ist in 2c gezeigt.
-
Nach
dem Entfernen der Maske 205 kann ein zweiter Ätzprozess,
der dafür
ausgelegt ist, die Reste 207 der Passivierungsschicht 204 von
dem Kontaktfleck 203 zu entfernen, durchgeführt werden.
-
Der
zweite Ätzprozess
kann ein Trockenätzprozess,
bei dem die Halbleiterstruktur 200 einen wasserstoffhaltigen Ätzgas ausgesetzt
wird, sein. Der Wasserstoff kann in Form molekularen Wasserstoffs
(H2) oder chemisch gebunden in einem wasserstoffhaltigen
Stoff wie beispielsweise Difluoromethan (CH2F2), Methylfluorid (CH3F),
Methan (CH4) oder Ammoniak (NH3)
bereitgestellt werden. In einigen Ausführungsformen der vorliegenden
Erfindung kann der Wasserstoff in Form einer als "Schutzgas" bekannten Mischung
aus Wasserstoff und Stickstoff bereitgestellt werden. Beispielsweise
kann das Schutzgas eine Abmischung von ungefähr 4 % Wasserstoff in Stickstoff
enthalten. Zusätzlich
kann das Ätzgas Fluor,
beispielsweise in chemisch gebundener Form in Verbindungen wie beispielsweise
Difluoromethan (CH2F2),
Methylfluorid (CH3F) oder Kohlenstofftetrafluorid
(CF4) enthalten. Ferner kann das Ätzgas Sauerstoff
enthalten. Vorteilhafterweise wird durch einen Zusatz von Sauerstoff
zum Ätzgas
die Bildung von Polymeren erheblich verringert, was dabei hilft,
die Bildung von Verunreinigungsschichten auf den Wänden des
Gefäßes 301 zu
vermeiden.
-
Eine
Wasserstoffmenge im Ätzgas
kann ungefähr
gleich einer Fluormenge im Ätzgas
oder größer sein.
Wasserstoffmengen und Fluormengen können beispielsweise in Form
von Anzahlen von Molen jedes der chemischen Elemente angegeben werden. In
einigen Ausführungsformen
der vorliegenden Erfindung kann die Wasserstoffmenge größer als
ungefähr
das Doppelte der Fluormenge, größer als
ungefähr
das Fünffache
der Fluormenge und/oder größer als
ungefähr
das Zehnfache der Fluormenge sein.
-
Der
zweite Ätzprozess
kann in einem Reaktor ähnlich
dem oben mit Bezug auf 3 beschriebenen Reaktor 300 durchgeführt werden.
Während
in einigen Ausführungsformen
der vorliegenden Erfindung der zweite Ätzprozess im gleichen Reaktor
wie der erste Ätzprozess
und/oder das Entfernen der Maske 205 durchgeführt wird,
können
in anderen Ausführungsformen
verschiedene Reaktoren verwendet werden. Vorteilhafterweise kann
das sauerstoffhaltige Plasma Verunreinigungen von den Wänden des
Reaktors entfernen, wenn der zweite Ätzprozess im gleichen Reaktor
durchgeführt
wird wie das Entfernen der Maske. Dies kann dabei helfen, für den zweiten Ätzprozess
eine saubere Kammer und immer die gleichen Kammerbedingungen bereitzustellen.
-
Die
Halbleiterstruktur 200 wird auf einer der Elektroden 304, 305,
beispielsweise der zweiten Elektrode 305, bereitgestellt.
Anschließend
wird im Ätzgas
eine elektrische Entladung erzeugt, indem die Stromquelle 308 eingeschaltet
wird, um eine Wechselspannung mit Radiofrequenz und/oder eine Vorspannung
an die Elektroden 304, 305 anzulegen. Die elektrische
Entladung erzeugt aus dem Ätzgas
ein Plasma, das eine reaktionsfreudige Teilchensorte enthält. Die
reaktionsfreudige Teilchensorte reagiert chemisch mit dem Material
der Passivierungsschicht 204, wobei sie das Material des
Kontaktflecks 203 im Wesentlichen unversehrt lässt. Gasförmige Reaktionsprodukte
verlassen das Gefäß 301 durch
die Auslassöffnung 303.
-
Während des
zweiten Ätzprozesses
ist die Maske 205 nicht mehr vorhanden. Deshalb wird im Gegensatz
zum ersten Ätzprozess überschüssiges Fluor
im Plasma nicht durch Wasserstoff, der in der Maske 205 enthalten
ist, eingefangen. Vorteilhafterweise wird durch Bereitstellen einer
Wasserstoffmenge im Ätzgas,
die größer als
die Fluormenge ist, sichergestellt, dass genügend Wasserstoff im Plasma vorhanden
ist, um überschüssiges Fluor
einzufangen. Das überschüssige Fluor
reagiert chemisch mit dem Wasserstoff, wobei gasförmiger Fluorwasserstoff
(HF) gebildet wird, der durch die Auslassöffnung 303 aus dem
Gefäß 301 abgepumpt
werden kann. Dadurch können
vorteilhafterweise nachteilige Auswirkungen überschüssigen Fluors, etwa eine Bildung von
Fluoriden des Materials des Kontaktflecks 203, beispielsweise
die Bildung von Kupferfluoriden (CuFX) im
Fall eines kupferhaltigen Kontaktflecks 203, oder ein Abblättern von
Materialschichten in der Halbleiterstruktur 200 im Wesentlichen
verhindert werden.
-
Der
zweite Ätzprozess
kann bei relativ niedrigen Temperaturen in einem Bereich von ungefähr –20°C bis ungefähr 100°C und/oder
in einem Bereich von ungefähr
0°C bis
ungefähr
40°C durchgeführt werden.
In einigen Ausführungsformen
der vorliegenden Erfindung wird der zweite Ätzprozess ungefähr bei Raumtemperatur
durchgeführt.
Dadurch kann eine Oxidation des Materials des Kontaktflecks 203 aufgrund
von chemischen Reaktionen mit Sauerstoff, der im Ätzgas vorhanden
ist, vorteilhafterweise vermieden werden.
-
Außerdem kann
die Wechselspannung mit Radiofrequenz im zweiten Ätzprozess
eine relativ geringe Leistung aufweisen. In Ausführungsformen der vorliegenden
Erfindung, in denen das Substrat 201 einen runden Halbleiterwafer
mit einem Durchmesser von ungefähr
200 mm umfasst, kann die Wechselspannung mit Radiofrequenz eine
Leistung in einem Bereich von ungefähr 50 W bis ungefähr 300 W haben.
In anderen Ausführungsformen
der vorliegenden Erfindung kann die Leistung der Wechselspannung
mit Radiofrequenz in Relation zu einer Fläche der Oberfläche des
Substrats 201 skaliert werden. Ein Verhältnis zwischen der Leistung
der Wechselspannung mit Radiofrequenz und der Fläche der Oberfläche des
Substrats 201 kann einen Wert in einem Bereich von ungefähr 0,16
W/cm2 bis ungefähr 0,95 W/cm2 haben.
In speziellen Ausführungsformen der
vorliegenden Erfindung umfasst das Substrat 201 einen runden
Halbleiterwafer mit einem Durchmesser von ungefähr 300 mm.
-
Neben
der Wechselspannung mit Radiofrequenz kann in einigen Ausführungsformen
der vorliegenden Erfindung eine Vorspannung im Bereich von ungefähr –50V bis
ungefähr –300V an
die Elektrode 305, auf der das Substrat 200 bereitgestellt
wird, angelegt werden.
-
Wie
beim Entfernen der Maske 205 werden beim zweiten Ätzprozess
im Wesentlichen keine polymeren Nebenprodukte erzeugt. Dadurch kann
vorteilhafterweise eine Verunreinigung der Halbleiterstruktur 200 und/oder
des Reaktors 300 durch polymerhaltige Verunreinigungsschichten
im Wesentlichen vermieden werden. Dies ist hilfreich, um nachteilige
Auswirkungen von Polymeren auf der Halbleiterstruktur 200 im
Wesentlichen zu verhindern und hilft auch dabei, häufige Reinigungen
des Reaktors 300 im Wesentlichen zu vermeiden.
-
Nachdem
der Rest 207 des Teils der Passivierungsschicht 204 über dem
Kontaktfleck 203 im Wesentlichen entfernt wurde, wird der
zweite Ätzprozess
beendet. Dies kann dadurch geschehen, dass der zweite Ätzprozess
während
einer vorbestimmten Zeitspanne durchgeführt wird, oder indem wie oben beschrieben
eine Endpunkt-Detektion durchgeführt wird.
-
Beim
zweiten Ätzprozess
werden sowohl der Rest 207 des Teils der Passivierungsschicht 204 über den
Kontaktfleck 203 als auch die anderen Teile der Passivierungsschicht 204,
die während
des ersten Ätzprozesses
von der Maske 205 geschützt
wurden, von der reaktionsfreudigen Teilchensorte im Plasma angegriffen.
Der entsprechende Materialverlust in den anderen Teilen der Passivierungsschicht 204 kann
im Voraus berücksichtigt
werden, indem eine Dicke der Passivierungsschicht entsprechend vergrößert wird.
-
Eine
schematische Querschnittsansicht der Halbleiterstruktur 200 in
einem weiteren Stadium eines Herstellungsprozesses gemäß der vorliegenden Erfindung
ist in 2d gezeigt.
-
Nach
dem zweiten Ätzprozess
kann der Kontaktfleck 203 dazu verwendet werden, einen
elektrischen Kontakt mit der Halbleiterstruktur 200 herzustellen.
-
In
einigen Ausführungsformen
der vorliegenden Erfindung kann dies dadurch geschehen, dass ein
Kontakthöcker 210 über dem
Kontaktfleck 203 ausgebildet und anschließend die
Halbleiterstruktur 200 mit einer Platine 212,
die eine Leiterbahn 211 umfasst, verbunden wird. Dies kann
mit Hilfe den Fachleuten bekannter Flip-Chip-Techniken wie etwa Solderbumping-Prozessen,
Plated Bump Flip-Chip, Gold Stud Bump Flip-Chip und Adhesive Flip
Chip geschehen. Neben dem Kontakthöcker 210 können weitere
Kontakthöcker
auf anderen Kontaktflecken der Halbleiterstruktur 210 als
dem Kontaktfleck 203 ausgebildet werden. Jeder der Kontakthöcker kann anschließend einen
elektrischen Kontakt zu einer von mehreren Leiterbahnen der Platine 212 herstellen.
Dadurch kann die Halbleiterstruktur 200 mit anderen elektronischen
Bauteilen eines Schaltkreises verbunden werden. Abschließend kann
ein Raum zwischen der Halbleiterstruktur 200 und der Platine 212 mit
einem Underfill Adhesive gefüllt
werden.
-
In
anderen Ausführungsformen
der vorliegenden Erfindung können
den Fachleuten bekannte Drahtverbindungstechniken dazu verwendet
werden, die Halbleiterstruktur 200 elektrisch mit anderen
elektronischen Bauteilen zu verbinden. Bei der Drahtverbindung wird
ein Draht mit dem Kontaktfleck 203 verbunden, und unter
Umständen
werden weitere Drähte
mit anderen Kontaktflecken der Halbleiterstruktur 200 verbunden.
-
Wie
oben genauer ausgeführt,
wird durch das Verfahren gemäß der vorliegenden
Erfindung die Bildung von Oxiden und Fluoriden von Materialien des
Kontaktflecks 203 und weiterer Kontaktflecken der Halbleiterstruktur
verringert. Da solche Oxide und Fluoride eine Haftung zwischen dem
Kontakthöcker 210 und
dem Kontaktfleck 203 oder eine Haftung zwischen dem Kontaktfleck 203 und
einem damit verbundenen Draht verringern können, ermöglicht es die vorliegende Erfindung,
eine Haftung zwischen dem Kontaktfleck 203 und weiteren
damit verbundenen elektrischen Elementen zu verbessern. Außerdem können durch
die vorliegende Erfindung im Vergleich zu einer Halbleiterstruktur,
die mit Hilfe von Verfahren nach dem Stand der Technik ausgebildet
wurde, Leckströme
verringert werden und ein Kontaktwiderstand zwischen dem Kontaktfleck 203 und
einem elektrischen Element wie etwa einem damit verbundenen Kontakthöcker oder
einem Draht wird vorteilhafterweise verringert.
-
Weitere
Abwandlungen und Varianten der vorliegenden Erfindung werden den
Fachleuten anhand dieser Beschreibung offensichtlich. Dementsprechend
soll diese Beschreibung als lediglich veranschaulichend ausgelegt
werden und dient dem Zweck, den Fachleuten die allgemeine Art, die
vorliegende Erfindung auszuführen,
zu lehren. Es soll verstanden werden, dass die hierin gezeigten
und beschriebenen Formen der Erfindung als die gegenwärtig bevorzugten
Ausführungsformen
angesehen werden sollen.