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Die
Erfindung betrifft einen Schaftantrieb für Webschäfte von Webmaschinen.
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Bei
der Mehrzahl der gängigen
Webmaschinen dienen Webschäfte
der Fachbildung. Darunter wird das Auslenken von Kettfäden aus
der Kettfadenebene heraus verstanden, was zum Eintrag des Schussfadens
zur Herstellung der Webbindung erforderlich ist. Dazu sind die Kettfäden durch
die Fadenaugen so genannter Weblitzen gezogen, die ihrerseits mit
ihrer jeweiligen oberen und unteren Endöse auf einer Litzentragschiene
sitzen. Die obere und die untere Litzentragschiene ist von einem
rahmenartigen Gebilde getragen, das als Webschaft bezeichnet wird.
Dieser Webschaft erstreckt sich über
die gesamte Breite des herzustellenden Gewebes und muss in schnel ler
Folge auf und ab bewegt werden. An die dazu vorgesehenen Antriebseinrichtungen werden
hohe Anforderungen hinsichtlich der zu erbringenden Beschleunigungskräfte und
der zu erzielenden Arbeitsgeschwindigkeiten gestellt.
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Aus
der
DE 31 20 097 A1 ist
der Antrieb von Webschäften
durch Kolben-Zylinder-Aggregate bekannt. Diese weisen jeweils einen
Zylinder mit einem darin verschiebbar gelagerten Kolben auf, der
an beiden Stirnseiten jeweils mit einer Kolbenstange versehen ist.
Diese erstreckt sich aus beiden Enden des Zylinders heraus. Die
obere Kolbenstange ist über ein
Zugmittel mit dem oberen Schaftstab des Webschafts verbunden, während die
untere Kolbenstange über
ein anderes Zugmittel mit dem unteren Schaftstab des Webschafts
verbunden ist.
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Diese
Anordnung stößt bei höheren Arbeitsgeschwindigkeiten
auf Schwierigkeiten.
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Eine ähnliche
Einrichtung ist aus der
DE-OS 1813411 bekannt.
Die zum Antrieb verwendeten hydraulischen oder pneumatischen Zylinder
sind über eine
Kurvenscheibe mechanisch gesteuert, die ein entsprechendes Speiseventil
betätigt.
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Diese
Anordnung taugt nicht zur Erzielung hoher Arbeitsgeschwindigkeiten.
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Aus
der
GB 591904 ist die
Betätigung
von Webschäften
mittels Fluidzylinder bekannt, deren Kolbenstangen von unten her
mit dem Webschaft verbunden sind und auf diesen einwirken. Die Fluidzylinder
weisen jeweils lediglich eine Kolbenstange auf, die an einer Seite
des Zylinders aus diesem heraustritt und mit dem Webschaft verbunden
ist. Bei der Erzeugung der hin und her gehenden Bewegung kommt es
zu einer schwingenden Belastung der Kolbenstange, bei der Zug und
Druck einander abwechseln. Hinsichtlich der Druckbelastung ist eine
steife insbesondere knickunempfindliche Auslegung der Kolbenstange
erforderlich, was wiederum die beteiligten Massen erhöht und die
Arbeitsgeschwindigkeit der Anordnung somit beschränkt.
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In
der
DE 1802118 ist der
Direktantrieb von Webschäften
mittels unter Druck stehender Fluide vorgeschlagen worden. Dazu
sind der obere und der untere Webschaft jeweils als I-Profil ausgebildet, dessen
Steg einen seitlichen Schlitz eines Ovalrohres durchragt und dort
abgedichtet gefasst ist. Das Ovalrohr dient als Fluidzylinder, in
dem ein an dem Steg ausgebildeter, verbreiterter Abschnitt eine
obere und eine untere Arbeitskammer abteilt. Durch Druckbeaufschlagung
entweder der einen oder der anderen Kammer wird der gesamte Webschaft
in der einen oder der anderen Richtung bewegt.
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Diese
Anordnung beruht auf einer speziellen Schaftgeometrie und erweist
sich somit in der Praxis meist als nicht praktikabel.
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Aus
der
DE 24 52 631 C2 ist
es bekannt, den Stickrahmen einer Stickmaschine durch Hydraulikmotoren
anzutreiben, die mit dem Stickrahmen unmittelbar verbunden sind.
Die Hydraulikmotoren sind durch Steuerventile gesteuert, die ihrerseits
als Mehrwegeventile ausgebildet und durch elektrische Schrittschaltmotoren
betätigt
sind.
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Die
Druckschrift bekundet weiter, dass es an sich bekannt sei, die Ventile
zur Steuerung der Hydraulikmotoren in dem Regelkreis eines so genannten
Folgewerks anzuordnen, das aufgrund eines Soll/Ist-Vergleichs eine
den Stickrahmen einstellende Stellgröße erzeugt. Dabei wird davon
ausgegangen, dass die gewünschte
Verstellbewegung durch eine analoge elektrische Größe bzw.
eine elektrische Spannung vorgegeben wird und der Vergleich dieser Sollwertgröße mit dem
Istwert zu einem das elektrohydraulische Regelventil beeinflussenden
Impuls führt.
Der Hydraulikmotor wird entsprechend der Größe und der Richtung dieses
Impulses in Bewegung gesetzt, wobei das anschließend notwendige Stillsetzen
durch einen erneuten Vergleich der Größen von Soll- und Istwert eingeleitet
wird. Um ausgehend davon höhere
Arbeitsgeschwindigkeiten zu erzielen, wird vorgeschlagen, die Positionsregelung
zu verlassen und die Positionierung des Stickrahmens mittels Hydraulikzylindern
zu erzielen, die über
Schrittmotoren gesteuert sind.
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Ausgehend
davon hat es sich der Erfinder zum Ziel gesetzt, einen Antrieb für einen
Webschaft zu schaffen, der sich auf einfache Weise steuern lässt und
hohe Arbeitsgeschwindigkeiten gestattet.
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Diese
Aufgabe wird von den Schaftantrieben nach Anspruch 1 und 15 gelöst:
Der
erfindungsgemäße Schaftantrieb
weist gemäß Anspruch
1 zumindest einen doppelt wirkenden Hydraulikzylinder auf, dessen
Kolbenstange an beiden Seiten aus dem Hydraulikzylinder herausragt.
Beide Enden der Kolbenstange sind mit dem Webschaft unmittelbar
oder über
einen entsprechenden starren Zwischenträger verbunden. Damit werden
die aus dem Stand der Technik zur Übertragung der Stellbewegung
meist genutzten Zugmittel überflüssig. Im Vergleich
zu Hydraulikantrieben, die zur Verbindung zwischen Hydraulikantrieb
und dem Webschaft Gelenkketten mit Hebeln, Laschen und dergleichen
angewendet haben, bietet die starre bzw. die direkte Anbindung sowohl
des oberen als auch des unteren Endes der Kolbenstange des Hydraulikantriebs
an den Webschaft den Vorzug, eine höhere Arbeitsgeschwindigkeit
erreichen zu können.
Die Kolbenstangen können
relativ schlank ausgeführt
werden. Die mit dem hydraulischen Antrieb verbundenen Massenträgheitskräfte lassen
sich somit minimieren. Die starre Verbindung bzw. die statisch bestimmte
Anbindung zwischen den Enden der Kolbenstangen und dem Webschaft
schließt
die Ausbildung von Trenn- oder
Verbindungsstellen zwischen der Kolbenstange und dem Webschaft nicht
aus. Jedenfalls aber sind in dem Kraftübertragungsweg weder biegsame
oder gelenkige Zugmittel, gelenkig gelagerte Laschen oder dergleichen
vorhanden.
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Obwohl
der Hydraulikzylinder prinzipiell auch z.B. unterhalb des Webschafts
angeordnet sein kann, ist er vorzugsweise seitlich neben einer Seitenstütze desselben
angeordnet. Dies ergibt kurze Kraftübertragungswege und führt somit
zu einer entsprechend steifen und somit hochdynamisch bewegbaren Gesamtanordnung.
Bevorzugterweise sind beide Kolbenstangen nur auf Druck beansprucht,
d.h. sie sind als Schubglieder ausgebildet. Die Kraftübertragung
erfolgt an beiden Kolbenstangen eines Zylinders jeweils nur schiebend.
Die obere Kolbenstange drückt
den Webschaft beim Aufwärtshub
nach oben während
die untere Kolbenstange den Webschaft beim Abwärtshub nach unten beschleunigt.
Dies ergibt einen besonders kompakten Aufbau.
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Bei
einer bevorzugten Ausführungsform
sind entsprechende Hydraulikzylinder an beiden Seitenstützen des
Webschafts angeordnet. Diese werden synchron angesteuert, so dass
der Schaft eine Linearbewegung ausführt. Unterstützend können, zumindest
bei sehr breiten Webschäften,
ein oder mehrere zusätzliche
hydraulische Antriebseinheiten vorgesehen sein, die vorzugsweise
unterhalb des Webschafts angeordnet und mit dem unteren Schaftstab verbunden
sind. Vorzugsweise sind solche Zusatzantriebe an Stellen angeordnet,
an denen die Schaftstäbe
durch Mittelverbinder untereinander verbunden sind. Dies vermindert
dynamische Schaftdurchbiegungen.
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Die
Hydraulikzylinder benachbarter Webschäfte können zu einem Zylinderblock
zusammengefasst werden. Dieser baut relativ schmal und ermöglicht den
Aufbau kompakter, schnell und dabei leise arbeitender Webmaschinen.
Vorzugsweise wird der Zylinderblock des Hydraulikzylinders unmittelbar mit
einem Ventilblock verbunden, so dass die zwischen den Ventilen und den
Hydraulikzylindern vorhandenen Hydraulikleitungen kurz und steif
ausgelegt werden können.
Wie schon die direkte Anbindung der Kolbenstangenenden an den Zwischenträger bzw.
die Seitenstützen,
führt dies
zu einer Reduzierung der Schwingungen, wodurch sich ein besseres Übertragungsverhalten
zwischen der vorgegebenen Bewegungskurve und der von dem Webschaft dann
tatsächlich
ausgeführten
Bewegung ergibt. Außerdem
werden hohe Systemdrücke
von beispielsweise 160 bar und ein niedriger maximaler Volumenstrom
pro Zylinder von z.B. lediglich 60 l/min ermöglicht. Es sind Schusszahlen
von über
1.000 pro Minute erzielbar.
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Bei
einer bevorzugten Ausführungsform
sind die Enden der Kolbenstange nicht direkt mit der Seitenstütze, sondern
zunächst
mit einem Zwischenträger
verbunden. Dieser dient der zusätzlichen
Führung
des Webschafts und hält
radial auf die Kolbenstangen einwirkende, womöglich von den Webschäften ausgehenden
Kräfte
von den Kolbenstangen und Hydraulikzylindern fern.
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Die
Kolbenstange kann direkt oder alternativ mittelbar z.B. über den
Zwischenträger
mit einer Wegmesseinrichtung verbunden sein, die die aktuelle Position
des Schaftantriebs ständig
misst und als Istwert an eine Regelschleife meldet. Die Steuereinrichtung
kann diesen Istwert ständig
mit einem Sollwert vergleichen und die Ventile des Ventilblocks
so ansteuern, dass die Abweichung minimiert wird. Auf diese Weise
ist ein echter hydraulischer Servoantrieb gebildet, durch den der
Webschaft einem Führungssignal
entsprechend linear verstellt wird. Durch entsprechende Vorgaben
des Ansteuersignals, beispielsweise durch Rechnersteuerung, lassen
sich somit nahezu beliebige Bewegungskurven vorgeben und realisieren.
Beispielsweise lassen sich Bewegungskurven durchlaufen, bei denen
die Beschleunigungsspitzen minimiert sind und bei denen somit mit niedrigen
Schaftschwingungen zu rechnen ist.
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Den
beiden Antriebseinheiten sind vorzugsweise eigene Positionsregelkreise
zugeordnet, die nach einem gemeinsamen Vorgabewert, ansonsten aber
unabhängig
voneinander arbeiten. Jeder Positionsregelkreis weist dazu seinen
eigenen Wegsensor und seinen eigenen Regelverstärker auf. Zusätzlich kann
eine Überwachungseinheit
vorgesehen sein, die die Regelabweichungen beider Regelkreise überwacht
und ein Signal erzeugt, wenn die Differenz der Regelabweichungen
zu groß wird.
Das Signal kann als Abschaltsignal dienen.
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Des
Weiteren ist es möglich,
die Wegmesseinrichtung direkt mit dem Webschaft zu verbinden, um
dessen Ist-Position, beispielsweise in einem mittleren Bereich,
zu erfassen. Diese Maßnahme
gestattet es, auftretenden Schaftschwingungen entgegen zu wirken.
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Die
Schaftbewegung kann auf einfache Weise mit dem Antrieb der Webmaschine
synchronisiert werden, indem das Vorgabesignal zu der Arbeitsgeschwindigkeit
der Webmaschine synchronisiert wird. Dadurch werden Schwankungen
in der Betriebsdrehzahl der Webmaschine bei Maschinenstart, Maschinenstopp
oder -langsamlauf automatisch berücksichtigt.
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Weitere
Einzelheiten vorteilhafter Ausführungsformen
der Erfindung sind Gegenstand der Beschreibung, der Zeichnung oder
von Ansprüchen.
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In
der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der
Erfindung veranschaulicht. Es zeigen:
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1 eine
Gruppe von Webschäften
mit zugeordneten Schaftantrieben in perspektivischer vereinfachter
Darstellung,
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2 die
Webschäfte
nach 1 in Draufsicht,
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3 eine
Einzelheit aus 2 in einem anderen Maßstab,
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4 die
Schaftantriebe einer Seite der Webschäfte nach 1 in
perspektivischer Darstellung,
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5 die
Schaftantriebe nach 4 in vertikal geschnittener
Darstellung,
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6 die
Schaftantriebe nach 4 und 5 in Draufsicht,
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7 die
Steuereinrichtung zur Steuerung der Schaftantriebe in schematischer
Darstellung.
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In 1 ist
eine Gruppe von Webschäften veranschaulicht,
zu denen ein Webschaft 1 gehört. Die Webschäfte tragen
nicht weiter veranschaulichte Litzen und dienen an einer Webmaschine
zur Fachbildung. Zu dem Webschaft 1 gehören ein oberer Schaftstab 2,
ein unterer Schaftstab 3 und Seitenstützen 4, 5,
die mit dem oberen und dem unteren Schaftstab 2, 3 einen
rechteckigen Rahmen bilden. Dieser dient zur Aufnahme von nicht
weiter veranschaulichten Weblitzen. Zum Antrieb des Webschafts 1 wie
auch der weiteren, im Wesentlichen gleich ausgebildeten und nicht
gesondert in Bezug genommenen Webschäfte dienen Antriebseinheiten 6, 7,
die an die Seitenstützen 4, 5 des
Webschafts 1 oder das jeweilige rechte und linke Ende 8, 9, 11, 12 der
Schaftstäbe 2, 3 angeschlossen
sind.
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Die
Antriebseinheiten 6, 7 sind zueinander spiegelsymmetrisch
aufgebaut. Sie können
auch identisch oder nahezu identisch oder ähnlich zueinander ausgebildet
und lediglich spiegelsymmetrisch angeordnet sein. Die nachfolgende
Beschreibung der Antriebseinheit 6 gilt deshalb entsprechend
für die
Antriebseinheit 7. Die Antriebseinheiten 6, 7 dienen
in erster Linie dem Antrieb der Webschäfte, dabei aber auch deren
Führung.
Dazu wird auf 2 und 3 verwiesen.
Die Webschäfte
sind jeweils bezüglich
der in den 2 und 3 vertikalen
Kettfadenlaufrichtung relativ kurz (flach). Beispielsweise weisen
sie eine in Kettfadenlängsrichtung
gemessene Länge
von nur 12 mm auf. Sie liegen flach aneinander an oder sind durch
reibungsmindernde Distanzhalter oder Reiter in geringem Abstand
zueinander gehalten. Die Seitenstützen 4 (und entsprechend auch
die Seitenstützen 5)
weisen an ihrer der Antriebseinheit 6 (bzw. 7)
zugewandten Seite eine Führungsnut 13 auf,
die sich vertikal über
die außen
liegende schmale Seite der Seitenstütze 4 erstreckt. Zur
Führung
der Seitenstütze 4 und
somit des Webschafts 1 dient ein Führungselement 14.
Dieses ist als Querträger
ausgebildet, von dem sich eine Reihe Vorsprünge weg erstrecken. Jeder Vorsprung 15 erstreckt
sich in die ihm zugeordnete Führungsnut 13 der
jeweiligen Seitenstütze 4 und
bildet somit mit dieser eine vertikale Gleitführung.
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Das
Führungselement 14 ist
an eine seitliche Montagefläche
eines Führungskörpers 16 angeflanscht,
der seinerseits mit einem Zylinderblock 17 verbunden ist.
Der Führungskörper 16 weist
eine quaderförmige
Grundform auf. An der dem Führungselement 14 zugewandten
Seite weist er eine Reihe von vertikalen Führungskanälen 18 auf, die z.B.,
wie dargestellt, einen rechteckigen Querschnitt aufweisen. Sie dienen
der verschiebbaren Führung von
Führungsstangen 19,
wie sie insbesondere aus 5, im Übrigen aber auch aus 1, 3, 4 und 6 ersichtlich
sind. Jede Führungsstange 19 ist
Teil eines Schlittens 21, der in dem Führungskanal 18 vertikal
verschiebbar geführt
ist. Es handelt sich hier um Gleitführungen. Es können allerdings
auch Wälzkörperführungen,
wie z.B. Rollenführungen
zur Anwendung kommen.
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Die
Führungsstange 19 geht
an ihrem oberen wie auch an ihrem unteren Ende jeweils in ein Anschlussstück 22, 23 über oder
ist mit einem solchen verbunden. Das starre Anschlussstück 22, 23 weist an
seiner der Seitenstütze 4 zugewandten
Seite eine Kupplungseinrichtung 24, 25 auf, die
zur Verbindung mit der Seitenstütze 4 oder
den Enden 8, 9, 11, 12 der Schaftstäbe 2, 3 eingerichtet
ist. An der von der Kupplungseinrichtung 24, 25 abliegenden
Seite weisen die Anschlussstücke 22, 23 Vorsprünge 26, 27 auf,
die zwischen einander eine weite Öffnung festlegen und aufeinander
zu weisende, vorzugsweise zueinander parallel ausgerichtete Planflächen aufweisen.
In der so begrenzten Ausnehmung ist der Zylinderblock 17 angeordnet.
Die Länge
der Führungsstange 19 und
somit der Abstand der aufeinander zu weisenden Planflächen der
Vorsprünge 26, 27 ist
so bemessen, dass der Schlitten 21 an dem Führungskörper 16 einen
zur Fachbildung ausreichenden Vertikalhub vollführen kann. Im Ausführungsbeispiel
beträgt
er beispielsweise 150 mm.
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Der
Zylinderblock 17 weist eine Anzahl von Zylinderbohrungen 28 auf,
wobei die Anzahl der Zylinderbohrungen 28 der Anzahl der
Vorsprünge 15 entspricht
und mit der Anzahl von Schlitten 21 übereinstimmt. Die Zylinderbohrungen 28 sind
vorzugsweise in zwei, wenn notwendig auch in mehreren Reihen zueinander
versetzt angeordnet. Dadurch kann der Durchmesser einer einzelnen
Zylinderbohrung 28 größer, als
die Schaftbreite von 12 mm wie im Ausführungsbeispiel beispielhaft
gezeigt, sein. Die Länge
der Vorsprünge 26, 27 der
Schlitten 21 ist dabei, wie aus 5 hervorgeht,
so bemessen, dass beide Reihen von Zylinderbohrungen 28 überbrückt werden.
Die Zylinderbohrungen 28 erstrecken sich parallel zu den
Führungsstangen 19 und
deren Führungskanälen 18.
In jeder Zylinderbohrung 28 sitzt ein Kolben 29 abgedichtet
und vertikal verschiebbar. Der Kolben 29 kommt im Ausführungsbeispiel
mit einer einzigen Dichtung aus.
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Der
Kolben 29 ist mit einer Kolbenstange 31 verbunden,
die sich durch den jeweiligen von dem Kolben 29 abgeteilten
oberen und unteren Arbeitsraum 32, 33 hindurch
erstreckt. Sie erstreckt sich außerdem durch an dem Zylinderblock 17 oben
und unten angeordnete, die Arbeitsräume 32, 33 abschließende Abschlüsse 34, 35,
die dazu geeignete Durchgangsöffnungen 36, 37 aufweisen.
Vorzugsweise ist in den Durchgangsöffnungen 36, 37 jeweils
eine hydrostatische Kolbenstangenlagerung vorgesehen. Diese ermöglicht eine
hohe Kolbenstangengeschwindigkeit. Die Abdichtung erfolgt vorzugsweise über eine
berührungsfreie
Spaltdichtung. Dies minimiert Reibungseffekte.
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Die
Kolbenstange 31 weist an ihrem oberen wie auch an ihrem
unteren Ende jeweils eine plane oder ganz leicht balli ge Stirnfläche 38, 39 auf,
die spielfrei an der Planfläche
des jeweiligen Vorsprungs 26, 27 anliegt. Somit
wird jede Bewegung des Kolbens 29 unmittelbar auf den Schlitten 21 übertragen.
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An
den Zylinderblock 17 ist ein Ventilblock 41 angeflanscht,
der elektrisch (elektromagnetisch, elektromotorisch) gesteuerte
Wegeventile 42 zur Druckbeaufschlagung und Entlastung der
Arbeitsräume 32, 33 aufweist.
Entsprechende Fluidkanäle 43, 44 sind
unmittelbar in den Ventilblock 41 eingearbeitet. Sie können direkt
in den Zylinderblock 17 münden oder, wie dargestellt, über kurze
Verbindungsleitungen 45, 46 mit den Abschlüssen 34, 35 verbunden sein.
Jedem Kolben 29 bzw. jeder Zylinderbohrung 28 ist
dabei zumindest ein Wegeventil 42 zugeordnet.
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Zur
präzisen
Erfassung der Bewegung des Kolbens 29 und insbesondere
des Schlittens 21 ist eine Wegmesseinrichtung 47 vorgesehen.
Zu dieser gehören
eine Maßverkörperung 48,
die beispielsweise mit dem Schlitten 21 verbunden sein
kann. Sie wird mit dem Schlitten 21 gemeinsam bewegt und
erstreckt sich durch eine entsprechende Bohrung des Führungskörpers 16.
An diesem ist ein entsprechender zugeordneter Sensor 49 angeordnet
(nur schematisch veranschaulicht in 7). Die
Wegmesseinrichtung 47 liefert elektrische, analoge oder
digitale Messwerte, die die jeweils aktuelle Position des Schlittens 21 kennzeichnet.
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7 veranschaulicht
das Hydrauliksystem des erfindungsgemäßen Schaftantriebs 1 schematisch
am Beispiel der beiden, den Webschaft 1 antreibenden Hydraulikzylinder
der Antriebseinheiten 6, 7. Zur Unterscheidung
sind die der Seitenstütze 4 zugeordneten
Elemente der Antriebseinheit 6 mit „a" und die der Seitenstütze 5 zugeordneten
Elemente der Antriebseinheit 7 mit „b" indiziert, wobei Bezugnahme ohne Buchstabenindex
gleichermaßen
für beide
Antriebseinheiten 6, 7 gelten. Als Bezugszahlen
werden die vorstehend eingeführten
Bezugszahlen verwendet.
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Zur
Steuerung der Hydraulikzylinder der Antriebseinheiten 6, 7 dient
eine Steuereinrichtung 51, die einen eigenen Positionsregelkreis 52a, 52b für den jeweiligen
Hydraulikzylinder der Antriebseinheit 6 und 7 aufweist.
Beide Lageregelkreise 52 erhalten einen Vorgabe- oder Sollwert
von einem Sollwertgenerator 53. Dieser ist über eine
Leitung 54 mit der Webmaschine verbunden und erhält von dieser
ein Taktsignal. Dieses kann ein kontinuierliches oder periodisches
Signal sein und kennzeichnet die Arbeitsgeschwindigkeit der Webmaschine.
Der Sollwertgenerator 53 erzeugt ein vorzugsweise zeitkontinuierliches
Führungssignal
als Sollwertsignal. Das Führungssignal
ist eine Zeitfunktion, die die gewünschte Bewegung des Webschafts 1 abbildet.
Im einfachsten Fall kann davon ausgegangen werden, dass die Zeitfunktion
des Sollwerts mit der Zeitfunktion der gewünschten Schaftbewegung übereinstimmt.
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Zu
der Steuereinrichtung 1 bzw. den Lageregelkreisen 52a, 52b gehören analoge
oder digitale Differenzverstärker 55a, 55b,
die an einem Eingang jeweils das Sollwertsignal und an einem anderen
Eingang jeweils das von dem Sensor 49a, 49b gelieferte Istwertsignal
erhalten. Das erzeugte Differenzsignal wird einem Regelverstärker 56a, 56b zugeführt. Das Reglerausgangssignal
dient der Ansteuerung des Magnetventils 42a, 42b,
das vorzugsweise als zweistufiges, hydraulisch vorgesteuertes Servoventil
mit negativer Überdeckung
und mechanischer Rückführung ausgebildet
ist. Die Magnetventile 42a, 42b sind als Wegeventile
ausgebildet, die die Kanäle 43, 44 absperren
oder gleichsinnig oder alternativ überkreuz mit einer Druckquelle
P oder einem Abfluss T verbinden. Als Druckquelle P dient vorzugsweise
ein Konstantdrucksystem mit druckgeregelter Verstellpumpe nebst
nicht weiter veranschaulichtem Hydrospeicher zur Deckung von Volumenstromspitzen
zur Anwendung. Außerdem
ist ein Ölkühler zur
Abfuhr der in Folge energetischer Verluste entstehenden Verlustwärme vorgesehen.
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Bei
einer verfeinerten Ausführungsform
kann der Sollwertgenerator dahingehend modifiziert sein, dass er
z.B. abhängig
von der Arbeitsgeschwindigkeit der Webmaschine den zeitlichen Verlauf
des Sollwerts von der tatsächlich
gewünschten
Bewegungskurve des Webschafts abweichen lässt. Es wird von prädikativer
Sollwertvorgabe gesprochen. Diese berücksichtigt die bei der jeweiligen
Arbeitsgeschwindigkeit auftretenden Regelabweichungen und bemisst
den jeweils aktuellen Sollwert so, dass unter Berücksichtigung
der bei diesem Sollwert und der aktuellen Arbeitsgeschwindigkeit
auftretende Regelfehler (Regelabweichung) der tatsächlich gewünschte Sollwert
erreicht wird. Gewissermaßen
wird der von dem Regler geschwindigkeitsabhängig erzeugte Schleppfehler
zu dem Sollwert addiert.
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Der
insoweit beschriebene Schaftantrieb arbeitet wie folgt:
Der
Webschaft 1 wird an seinen beiden Seitenstützen 4, 5 jeweils
zumindest an einer Kupplungseinrichtung 24 oder auch mit
zwei Kupplungseinrichtungen 24, 25 gefasst und
definiert vertikal auf und ab geführt. Dazu dienen die Antriebseinheiten 6, 7,
die für
jeden Webschaft zumindest einen Hydraulikzylinder aufweisen. Zur
Auslösung
der Schaftbewegung erhält
die Steuereinrichtung 51 an der Leitung 54 ein Führungssignal,
das beispielsweise in Form eines die aktuelle Winkelposition der
Webmaschinenhauptwelle kennzeichnenden elektrischen Signals vorliegen
kann. Diesem Signal entsprechend erzeugt der Sollwertgenerator 53 Sollwerte
für die
voneinander unabhängig
parallel zueinander arbeitenden Lageregelkreise 52a, 52b.
Die dort vorhandenen Regler 56a, 56b bestimmen
die vorliegende Abweichung zwischen dem Sollwert und dem von dem
Sensor 49a, 49b gemessenen Istwert und liefern
ein entspre chendes Steuersignal an die Magnetventile 42a, 42b. Diese
beaufschlagen die Arbeitskammern 32a, 32b oder 33a, 33b so
mit Druck, dass beide Kolben 29a, 29b in die gleiche
gewünschte
vertikale Sollposition verfahren werden. Über die Kolbenstangen 31a, 31b werden
somit die Schlitten 21 der Antriebseinheiten 6, 7 synchron
in die gewünschte
Position verfahren und stellen dabei den Webschaft 1 in
die gewünschte Position.
Bei laufender Maschine ändert
der Sollwertgenerator 53 den Sollwert permanent. Entsprechend folgen
die Kolben 29a, 29b permanent diesem Sollwertsignal,
wobei sie zu jedem Zeitpunkt in ihrer Position durch den Lageregelkreis 52a, 52b kontrolliert sind.
Auf diese Weise wird die Fachbildung durch kontrolliertes Auf- und
Ab-Fahren des Webschafts 1 bewirkt.
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Bei
einer bevorzugten Ausführungsform
erzeugt der Sollwertgenerator sowohl in der oberen als auch in der
unteren Endlage des Webschafts 1, die an sich als Ruhelage
angesehen wird, eine Vertikalschwingung mit geringer Amplitude.
Diese Vertikalschwingung verhindert sprungartige Änderungen
der Schaftbeschleunigung, wie sie ansonsten beim Abbremsen des Schafts
auf die Geschwindigkeit Null und dann bei Behalten der Geschwindigkeit
Null auftreten würden.
Diese Schaftschwingung im oberen und unteren Hubendebereich vermeidet
somit das Auftreten von Stößen und
somit von ungewollten Schwingungen in dem Webschaft.
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Durch
den Direktantrieb des Webschafts ohne Übertragungsglieder werden Schwingungen
reduziert und die Bewegung des Antriebs nahezu unverfälscht auf
den Webschaft 1 übertragen.
Massenträgheits-
und Reibungskräfte
sowie durch Schwingungen verursachte Schleppfehler werden minimiert. Es
kann ein Schaftpendeln im oberen und im unteren Endlagenbereich
erzeugt werden, um die auftretenden Beschleunigungen zu minimieren.
Dies führt
zu geringerer Schaftbelastung und niedrigerem Energiebedarf. Der
Schafthub ist einstellbar. Beispielsweise kann die Weite der Fachöffnung den
jeweiligen für das
spezielle Gewebe jeweils angemessenen Werten angepasst werden. Dies
erfolgt durch entsprechende Eingabe von Werten an dem Sollwertgenerator 53.
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Ein
erfindungsgemäßer Schaftantrieb
weist servohydraulische Antriebseinheiten 6, 7 auf,
die vorzugsweise seitlich an den Webschaft 1 angeflanscht sind.
Sie enthalten Wegmesssysteme, die in einem jeweils eigenen Lageregelkreis
die gewünschte Schaftposition
einstellen. Beide Antriebseinheiten 6, 7 werden
von einem gemeinsamen Führungssignal eines
gemeinsamen Sollwertgenerators gesteuert. Es ergibt sich durch diese
Art des Direktantriebs ein mechanisch steifer, schwingungsarmer
und hinsichtlich der Anwendungsfälle
hoch flexibler Schaftantrieb.
-
- 1
- Webschaft
- 2,
3
- oberer,
unterer Schaftstab
- 4,
5
- Seitenstützen
- 6,
7
- Antriebseinheiten
- 8,
9, 11, 12
- Ende
- 13
- Führungsnut
- 14
- Führungselement
- 15
- Vorsprung,
Führungselement
- 16
- Führungskörper
- 17
- Zylinderblock,
Zylinderkörper
- 18
- Führungskanäle
- 19
- Führungsstangen
- 21
- Schlitten,
Zwischenträger
- 22,
23
- Anschlussstück
- 24,
25
- Kupplungs-,
Verbindungseinrichtung
- 26,
27
- Vorsprünge
- 28
- Zylinderbohrungen
- 29
- Kolben
- 31
- Kolbenstange
-
-
- 32,
33
- Arbeitsräume
- 34,
35
- Abschlüsse
- 36,
37
- Durchgangsöffnungen
- 38,
39
- Stirnfläche
- 41
- Ventilblock
- 42
- Magnetventile
(Wegeventil)
- 43,
44
- Fluidkanäle
- 45,
46
- Verbindungsleitungen
- 47
- Wegmesseinrichtung
- 48
- Maßverkörperung
- 49
- Sensor
- 51
- Steuereinrichtung
- 52
- Lageregelkreis
- 53
- Sollwertgenerator
- 54
- Leitung
- 55
- Differenzverstärker
- 56
- Regelverstärker
- P
- Druckquelle
- T
- Abfluss