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Die
Erfindung betrifft einen Webschaft mit wenigstens einem Rahmenteil
und mit wenigstens einer Litzentragstange, die an dem Rahmenteil
befestigt ist.
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Um
hohe Webgeschwindigkeiten zu erzielen, wird versucht, Webschäfte zu schaffen,
die ein möglichst
geringes Gewicht haben. Diese Webschäfte müssen jedoch eine hohe Verformungssteifigkeit oder
Biegesteifigkeit besitzen, damit die Litzen nicht aufgrund von Verformungen
der Webschäfte
belastet oder beschädigt
werden. Die Litzen selbst sollen mit Spiel vor allem in Hebe- und
Senkrichtung der Webschäfte
gehalten sein, damit sie bei einer Reparatur eines gebrochenen Kettfadens
leicht verschoben werden können,
ohne dass die Gefahr von Verformungen oder Beschädigungen der Litzen besteht. Da
sich die Litzen aufgrund des Spiels relativ zu den Litzentragstangen
bewegen, sollen die Litzentragstangen aus einem möglichst
verschleißfesten
Material bestehen. In der Praxis wird deshalb vorgesehen, dass die
Rahmenteile aus einem Material mit geringem spezifischen Gewicht
hergestellt werden, insbesondere aus Aluminium oder einer Aluminiumlegierung,
während
die Litzentragstangen bevorzugt aus Stahl oder aus ähnlich verschleißfesten
Materialien hergestellt werden. Die Tatsache, dass einerseits die Rah menteile
und andererseits die Litzentragstangen aus verschiedenen Materialien
bestehen, die sich bei Beanspruchung unterschiedlich verhalten und
insbesondere unterschiedlich verformen, führt in der Praxis zu Problemen.
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Es
ist bekannt (
US 31 51 634 ),
die oberen und unteren Rahmenteile eines Webschaftes jeweils mit
einem in Richtung zu dem gegenüberliegenden Rahmenteil
ragenden Flansch zu versehen, der mit einer Längsrippe verstärkt ist.
Die Litzentragstangen, die eine flache leistenförmige Gestalt besitzen, sind an
diesen Längsrippen
befestigt. Sie weisen auf der den Längsrippen abgewandten Seite
eine breite Längsnut
auf, deren Tiefe etwa der halben Stärke der Litzentragstange entspricht.
An mehreren Stellen innerhalb der Längsnut sind Längsschlitze
angebracht, in die Montageplatten eingesetzt sind, die etwas kürzer als
die Längsschlitze
sind. Auf der Längsrippe
der Rahmenteile sind Abstandsplatten angeordnet. Den Litzentragstangen
und den Montageplatten sind Klemmplatten zugeordnet. Die gesamte
Baugruppe wird mittels Nieten zusammengehalten, die in die Längsrippe
des Flansches der Rahmenteile eindringen. Es hat sich gezeigt, dass
eine derartige Konstruktion relativ anfällig gegen Ermüdungsbrüche ist, die
aufgrund von relativ kleinen, jedoch wechselnden Kräften entstehen.
Besonders gefährdet
sind die Bohrungen, in denen die Nieten an dem Flansch des Rahmenteils
gehalten sind.
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Es
ist auch bekannt (
US 37 54 577 ),
an den Flanschen der Rahmenteile zwei in Längsrichtung verlaufende Stege
vorzusehen, die zwischen sich eine Längsnut bilden. Diese Längsnut dient
zur Aufnahme eines Mittelsteges von T-förmigen Litzentragstangen. Der
Mittelsteg dieser Litzentragstangen wird in der Längsnut mittels
eines Klebstoffes gehalten. Die Herstellung derartiger T-förmiger Litzentragstangen
ist relativ aufwendig und entsprechend teuer.
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Der
Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen möglichst einfach und preiswert
herzustellenden Webschaft der eingangs genannten Art zu schaffen, der
die Anforderungen erfüllt,
die aufgrund hoher Webgeschwindigkeiten bestehen.
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Diese
Aufgabe wird dadurch gelöst,
dass ein in Längsrichtung
der Litzentragstangen verlaufendes, leistenartiges Befestigungselement
vorgesehen ist, das mittels mehrerer Zapfen in Aussparungen der Litzentragstange
eingreift und mit dieser verbunden ist und das in eine Längsnut des
Rahmenteils eingesetzt ist.
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Bei
dem erfindungsgemäßen Webschaft wird
zunächst
die Litzentragstange mit dem Befestigungselement versehen, wodurch
sie eine im Wesentlichen T-förmige
Gestalt erhält
und anschließend mit
dem Befestigungselement in der Längsnut
des Rahmenteils angeordnet wird.
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In
Ausgestaltung der Erfindung wird vorgesehen, dass das Befestigungselement
im Wesentlichen der Länge
der Litzentragstange entspricht und eine Vielzahl von über seine
Länge verteilt
angeordnete Zapfen aufweist. Ein derartiges Befestigungselement
ist nach seiner Montage an der Litzentragstange exakt zu dieser
ausgerichtet. Die Montage der Litzentragstange an dem Rahmenteil
erfordert dann ebenfalls keinen größeren Aufwand zum Ausrichten der
Litzentragstange.
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Bei
einer ersten Ausführungsform
ist vorgesehen, dass die Zapfen des Befestigungselementes mittels
Rastverbindungen mit der Litzentragstange verbunden sind. Derartige
Rastverbindungen oder Klips-Verbindungen
eignen sich insbesondere dann, wenn das Befestigungselement aus
Kunststoff hergestellt ist. Sie sind jedoch auch bei Befestigungselementen
aus einem metallischen Werkstoff möglich.
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Bei
einer anderen Ausführungsform
wird vorgesehen, dass die Zapfen des Befestigungselementes mittels
Klebeverbindungen mit der Litzentragstange verbunden sind. Dadurch
ergibt sich ebenfalls eine einfache und schnelle Montage des Befestigungselementes
an der Litzentragstange.
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Bei
einer anderen Ausführungsform
wird vorgesehen, dass die Zapfen mittels plastischen Verformens
ihre Enden mit der Litzentragstange verbunden sind. Bei einem metallischen
Befestigungselement werden die Enden der Zapfen durch Krafteinwirkung, beispielsweise
mittels Schlägen,
gestaucht. Bei nichtmetallischen Befestigungselemente werden die Enden
der Zapfen heiß verformt.
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In
Ausgestaltung der Erfindung wird vorgesehen, dass das Befestigungselement
in Richtung zu der Litzentragstange über die Längsnut übersteht. Bei dieser Ausbildung
besteht kein direkter Kontakt zwischen dem Befestigungsprofil und
der Litzentragstange. Wenn das Befestigungselement aus Kunststoff
oder einem relativ weichen Metall hergestellt ist, wird auf diese
Weise eine gute Dämpfung
erhalten.
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In
weiterer Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass die Längsnut des
Rahmenteils wenigstens eine Hinterschneidung zur Aufnahme des Befestigungselementes
aufweist. Mittels dieser Hinterschneidung oder Hinterschneidungen
lässt sich der
Halt des Befestigungselementes verbessern und auch die Fläche für eine Klebeverbindung
vergrößern.
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In
weiterer Ausgestaltung der Erfindung wird vorgesehen, dass das Befestigungselement
mit wenigstens einer in seiner Längsrichtung
verlaufenden Profilierung versehen ist. Diese Profilierung kann ebenfalls
zur Vergrößerung der
Klebefläche
benutzt werden. Wenn auch die Längsnut
eine entsprechende Profilierung aufweist, so wird der mechanische Halt
verbessert. Die Litzentragstange mit dem Befestigungselement kann dann
mittels einer Bewegung in Längsrichtung
des Rahmenteils in die Längsnut
eingeschoben werden.
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Weitere
Vorteile und Merkmale der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden
Beschreibung der in den Zeichnungen dargestellten Ausführungsformen
und den Unteransprüchen.
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1 zeigt
eine Ansicht eines erfindungsgemäßen Webschaftes,
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2 eine
vergrößerte Teilansicht
in Richtung des Pfeiles II der 1,
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3 eine
perspektivische Teilansicht einer abgewandelten Ausführungsform
einer Litzentragstange und eines zugehörigen Befestigungselementes,
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4, 5 und 6 Ansichten
in Längsrichtung
einer Litzentragstange während
der Montage des Befestigungselementes an der Litzentragstange und
während
der Montage der Litzentragstange mit dem Befestigungselement an
einem Rahmenteil und
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7 eine
Ansicht in Längsrichtung
einer Litzentragstange und eines Abschnittes eines Rahmenteils in
einer abgewandelten Ausführungsform.
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Der
in 1 dargestellte Webschaft besitzt einen oberen
Rahmenteil 10 und einen unteren Rahmenteil 11,
die mittels zwei Seitenteilen 12, 13 zu einem
Rahmen miteinander verbunden sind. Die Rahmenteile 10, 11 haben
den gleichen Querschnitt und sind spiegelbildlich zueinander derart
angeordnet, dass sich zwei Flansche 14, 15 gegenüberliegen.
An den Flanschen 14, 15 sind Litzentragstangen 16, 17 befestigt,
an denen Litzen 18 mittels Ösen 19, 20 geführt sind.
Die Litzen 18 weisen Faden augen 21 auf, durch
die Kettfäden
hindurchlaufen. Die Ösen 19, 20 sind
auf den Litzentragstangen 16, 17 mit Spiel geführt, so
dass die Litzen 18 relativ leicht auf den Litzentragstangen 16, 17 verschoben
werden können, beispielsweise
wenn ein Bruch eines Kettfadens behoben werden muss.
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Bei
dem Ausführungsbeispiel
sind die Rahmenteile 10, 11 gleich ausgebildet,
d.h. sie weisen das gleiche Profil auf. Die Litzentragstangen 16, 17 sind
ebenfalls gleich gestaltet und in gleicher Weise an den Rahmenteilen 10, 11 befestigt,
so dass die nachstehende Beschreibung, die sich auf den oberen Rahmenteil 10 und
die obere Litzentragstange 16 bezieht, in gleicher Weise
auch für
den unteren Rahmenteil 11 und die Litzentragstange 17 gilt.
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Der
Rahmenteil 10 ist ein extrudiertes Profil aus Aluminium
oder einer Aluminiumlegierung. Er ist so gestaltet, dass er ein
möglichst
geringes Gewicht jedoch eine hohe Biegesteifigkeit besitzt. Die
Litzentragstange 16 ist bevorzugt ein extrudiertes Stahlprofil.
Es ist jedoch auch ohne weiteres möglich, Litzentragstangen 16 aus
Stahlguss oder auch aus Keramik oder einen anderen Werkstoff einzusetzen.
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Die
Litzentragstange 16 ist mittels eines Befestigungselementes 22 an
dem Rahmenteil 10 angebracht. Der Flansch 14 des
Rahmenteils 10 weist zwei in seiner Längsrichtung verlaufende Stege
auf, die zwischen sich eine Längsnut 23 bilden,
in die das leistenförmige
Befestigungselement 22 eingesetzt ist. Das Befestigungselement 22 ist
auf seiner von der Längsnut 23 abragenden
Seite mit einer Vielzahl von Zapfen 24 versehen, die in
Aussparungen der Litzentragstange 16 eingreifen. Die Litzentragstange 16 ist
auf der dem Flansch 14 abgewandten Seite mit einer breiten
Längsnut 25 versehen,
deren Tiefe etwa der halben Stärke
der Litzentragstange 16 entspricht. In dieser Längsnut 25 befinden
sich die Aussparungen für
die Zapfen 24 des Befestigungselementes 22.
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Bei
dem Ausführungsbeispiel
nach 1 und 2 sind runde, zylindrische Zapfen 24 vorgesehen.
Im Prinzip können
diese Zapfen jedoch eine beliebige Form haben, beispielsweise einen
rechteckigen Querschnitt, wie dies in 3 für das Befestigungselement 22' mit den Zapfen 24' dargestellt
ist. Die Aussparungen der Litzentragstange 16 sind selbstverständlich an
die Gestalt der Zapfen 24 oder 24' angepasst.
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Bei
der Montage wird erst das Befestigungselement 22 oder 22' an der Litzentragstange 16 befestigt.
Wie in 4 dargestellt ist, werden die Zapfen 24 des
Befestigungselementes 22 durch die Aussparungen der Litzentragstange 16 hindurchgesteckt,
bis der leistenförmige
Teil des Befestigungselementes 22 an der Außenfläche der
Litzentragstange 16 anliegt. Bei dem Ausführungsbeispiel
nach 4 bis 6 werden dann die Zapfen zu
nietenartigen Köpfen 26 plastisch
verformt, so dass das Befestigungselement 22 mit der Litzentragstange 16 verbunden
ist. Wenn das Befestigungselement 22 aus einem metallischen
Werkstoff besteht, so werden die Zapfen durch Aufbringen einer Kraft,
vorzugsweise einer schlagenden Kraft, zu den Köpfen 26 gestaucht.
Wenn ein Befestigungselement 22 aus einem vorzugsweise
thermoplastischen Werkstoff vorgesehen wird, so werden die Zapfen 24 durch
Erwärmen
zu Köpfen 26 verformt.
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Nachdem
das Befestigungselement 22 an der Litzentragstange 16 angebracht
worden ist, wird die Litzentragstange 16 mittels des Befestigungselementes
an dem Flansch 14 des Rahmenteils 10 befestigt.
Bei dem Ausführungsbeispiel
nach 6 wird das leistenförmige Befestigungselement 22 in
die Längsnut 23 eingeklebt.
Die Längsnut 23 ist
so profiliert, dass eine ausreichend starke Schicht von Klebemittel
eingebracht werden kann. Wie aus 6 zu ersehen
ist, ist die offene Seite der Längsnut 23 so verbreitert,
dass auch die Außenseite
der Litzentragstange 16 mit dem Klebstoff in Berührung kommt.
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Bei
der Ausführungsform
nach 7 ist ein leistenförmiges Befestigungselement 27 vorgesehen,
das eine sich in seiner Längsrichtung
erstreckende Profilierung aufweist, der eine entsprechende Profilierung
der Längsnut 23' zugeordnet
ist. Dadurch wird eine Verbindung zwischen dem Befestigungselement 27 und
der Längsnut 23' des Flansches 14 erzielt,
die in Richtung zu der Litzentragstange 16 hin formschlüssig ist.
Zusätzlich
kann die Verbindung mittels eines Klebemittels verstärkt werden.
Das Befestigungselement 27 wird beispielsweise bei dieser
Ausführungsform
in die Längsnut
des Flansches 14 des Rahmenteils 10 eingeschoben.
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Bei
der Ausführungsform
nach 7 ist ferner vorgesehen, dass zwischen den zu
Köpfen 28 verformten
Zapfen und dem profilierten Teil des Befestigungselementes 27 ein
Bereich 29 vorhanden ist, der die Längsnut auf beiden Seiten überragt
und so zwischen dem Ende der die Längsnut 23' begrenzenden
Stege 30, 31 und der Litzentragstange 16 angeordnet
ist. Es besteht somit kein direkter Kontakt zwischen der Litzentragstange 16 und
dem Flansch 14 des Rahmenteils 10. Insbesondere
wenn das Befestigungselement 27 aus einem Kunststoff hergestellt
ist, so führt
das zu einer Schwingungsdämpfung
und Geräuschdämpfung.
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Bei
einer abgewandelten Ausführungsform werden
Befestigungselemente 22, 22', 27 verwendet, die sich
nur über
einen Teil der Länge
der Litzentragstange 16 erstrecken. In diesem Falle werden
dann mehrere derartiger Befestigungselemente 22, 22', 27 in
der Längsnut 23, 23' hintereinander
angeordnet. Jedes dieser Befestigungselemente besitzt dann zwei
oder mehrere Zapfen.
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Die
Zapfen können
auch eine andere Form als die Zapfen
24 der dargestellten
Ausführungsbeispiele
haben, beispielsweise eine langgestreckte Form. Bei einer nicht
dargestellten Ausführungsform sind
die Zapfen ähnlich
gestaltet wie die in der Patentanmeldung
DE 102004036025.1 vom 16.07.2004 dargestellten
Zapfen. Dabei können
auch mehrere derartiger Zapfen untereinander mittels eines Befestigungselementes
22 oder
22' verbunden werden, das
an dem Flansch des Rahmenteils
14 befestigt werden kann.
Bei dieser Ausführungsform
der Erfindung können
die Zapfen und/oder die Befestigungselemente
22 oder
22' sowohl aus
metallischem als auch aus nicht metallischem Material hergestellt sein.
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Bei
einer nicht dargestellten Ausführungsform
wird vorgesehen, dass die Befestigungselemente 22 oder 22' nur über einen
Teil ihrer Länge
fest mit dem Flansch 14 des Rahmenteils 10 verbunden
werden, während
andere Teile ihrer Länge,
vorzugsweise die Abschnitte zwischen aufeinanderfolgenden Zapfen 24,
nur in die Längsnut 23 des
Flansches 14 eingesteckt, aber nicht mit dieser fest verbunden sind.
Beispielsweise können
die Abschnitte des Befestigungselementes kleinere Querschnitte haben
als die Abschnitte, in deren Bereich sich Zapfen befinden.
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Bei
einer abgewandelten Ausführungsform sind
Rahmenteile aus faserverstärktem
Kunststoff, insbesondere aus mit Kohlefasern oder Keflarfasern verstärktem Kunststoff,
vorgesehen. Auch die Litzentragstangen 16, 17 können aus
faserverstärktem Kunststoff
hergestellt sein. Die Erfindung ist auch für Webschäfte geeignet, die unterschiedlich
gestaltete Rahmenteile 10 oder 11 mit daran befestigten
Litzentragstangen 16, 17 besitzen oder die auch
nur einen Rahmenteil mit einer Litzentragstange besitzen.