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Stand der Technik
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Die Erfindung geht aus von einer kombinierten Betriebsbrems- und Federspeicherbremsvorrichtung für Fahrzeuge, insbesondere für Nutzfahrzeuge, gemäß Anspruch 1, 8 und 10.
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Zur Betätigung von Bremsen in Nutzfahrzeugen werden unter anderem kombinierte pneumatische Betriebsbrems- und Federspeicherbremszylinder verwendet. Ein derartiger Kombizylinder ist in Hintereinanderschaltung eine Kombination eines Betriebsbremszylinders für die Betätigung der Betriebsbremse und eines Federspeicherbremszylinders für die Betätigung der Hilfs- und Federspeicherbremse. Eine am Kombizylinder im Bereich des Federspeicherbremszylinders integrierte mechanische Löseeinrichtung ermöglicht bei Ausfall der Druckluft und bei ausgefahrenem, d. h. in Bremszuspannstellung befindlichem Federspeicherkolben das Lösen der Radbremse.
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Die beengten baulichen Verhältnisse an luftgefederten Achsen moderner Nutzfahrzeuge, aber auch die im Betrieb auftretenden starken mechanischen Belastungen machen es erforderlich, derartige Kombizylinder möglichst kompakt und leicht zu gestalten. Ein solcher kurz bauender Kombizylinder ist beispielsweise aus der
EP 0 452 621 B1 bekannt.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine kombinierte Betriebsbrems- und Federspeicherbremsvorrichtung der eingangs erwähnten Art derart weiter zu bilden, dass sie noch besser für beengte bauliche Verhältnisse am Fahrzeug geeignet ist.
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Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch die Merkmale der Patentansprüche 1, 8 und 10 gelöst.
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Offenbarung der Erfindung
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Die Erfindung basiert auf dem Gedanken, bestimmte Baugruppen einer kombinierten, eigentlich rein pneumatisch betätigten Betriebsbrems- und Federspeicherbremsvorrichtung zu separieren und entfernt vom rad- oder achsnahen Bremsmechanismus anzuordnen, um dort Bauraum einzusparen. Um aber weiterhin die vorteilhafte Funktionalität eines Kombizylinders bzw. das Zusammenwirken der Betriebsbremse mit der Federspeicherbremse zu gewährleisten, werden die voneinander separierten Baugruppen durch eine hydraulische Wirkverbindung miteinander gekoppelt. Die inkompressiblen Eigenschaften von Hydraulikfluid ermöglichen eine sichere Übertragung von hydraulischen Signalen.
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Gemäß eines ersten Aspekts der Erfindung nach Anspruch 1 umfasst die kombinierte Betriebsbrems- und Federspeicherbremsvorrichtung folgendes:
- a) Eine unmittelbar an einem rad- oder achsnahen Bremsmechanismus angeordnete Betriebsbremseinrichtung mit einem Betriebsbremszylinder, in dem ein pneumatisch beaufschlagbarer Betriebsbremskolben geführt ist, welcher über eine Betriebsbremskolbenstange den Bremsmechanismus betätigt,
- b) eine entfernt von dem rad- oder achsnahen Bremsmechanismus angeordnete Federspeicherbremseinrichtung mit einem Federspeicherbremszylinder, in dem ein durch pneumatischen Druck in einer Federspeicherbremskammer gegen die Federkraft einer Speicherfeder spannbarer Federspeicherbremskolben geführt ist,
- c) eine hydraulische Wirkverbindung zwischen dem Federspeicherbremskolben und dem Betriebsbremskolben, derart, dass eine durch Be- oder Entlüften der Federspeicherbremskammer hervorgerufene Betätigung des Federspeicherbremskolbens eine Betätigung des Betriebsbremskolbens bewirkt.
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Dieser Aspekt basiert folglich auf dem Gedanken, lediglich die Betriebsbremseinrichtung am rad- oder achsnahen Bremsmechanismus anzuordnen und die Federspeicherbremseinrichtung entfernt von diesem und eine hydraulische Wirkverbindung zwischen den beiden Vorrichtungen vorzusehen, um die pneumatische Betriebsbremseinrichtung auch über einen längeren Zeitraum mittels der in Bremszuspannstellung befindlichen Feststellbremseinrichtung verriegelt halten zu können. Weil der rad- oder achsnah positionierte Betriebsbremszylinder kürzer und leichter baut als ein Kombizylinder wird an der Achse bzw. an dem abzubremsenden Rad Bauraum und Gewicht gespart. Dies wirkt sich auch wegen der geringeren ungefederten Lasten günstig auf die dynamischen Eigenschaften des Fahrzeugs aus.
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Gemäß eines weiteren Aspekts der Erfindung nach Anspruch 8 umfasst die kombinierte Betriebsbrems- und Federspeicherbremsvorrichtung folgendes:
- a) Einen entfernt von einem rad- oder achsnahen Bremsmechanismus angeordneten Betriebsbremszylinder, in dem ein pneumatisch beaufschlagbarer Betriebsbremskolben geführt ist, welcher mit einem ersten, mit einer ersten hydraulischen Druckkammer zusammenwirkenden hydraulischen Kolben in Verbindung steht,
- b) einen entfernt von dem rad- oder achsnahen Bremsmechanismus angeordneten Federspeicherbremszylinder, in welchem ein durch pneumatischen Druck in einer Federspeicherbremskammer gegen die Federkraft einer Speicherfeder spannbarer Federspeicherbremskolben geführt ist, durch welchen der Betriebsbremskolben in Bremszuspannrichtung beaufschlagbar ist,
- c) eine hydraulische Druckleitung zwischen der ersten hydraulischen Druckkammer und einer zweiten hydraulischen Druckkammer in einem rad- oder achsnahen Zylinder-Kolbentrieb mit einem zweiten hydraulischen Kolben, der über eine Kolbenstange den rad- oder achsnahen Bremsmechanismus betätigt.
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Gemäß dieses Aspekts der Erfindung ist folglich der gesamte pneumatisch betätigte Kombizylinder, bestehend aus Federspeicherbremszylinder und Betriebsbremszylinder, entfernt von dem rad- oder achsnahen Bremsmechanismus angeordnet und steuert über eine hydraulische Wirkverbindung einen rad- oder achsnahen hydraulischen Zylinder-Kolbentrieb an, welcher wiederum den rad- oder achsnahen Bremsmechanismus betätigt. Ein solcher Zylinder-Kolbentrieb baut in der Regel ebenfalls kürzer und leichter als ein pneumatischer Kombizylinder.
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Nicht zuletzt kann gemäß eines weiteren Aspekts der Erfindung die kombinierte Betriebsbrems- und Federspeicherbremsvorrichtung folgendes beinhalten:
- a) Einen entfernt von einem rad- oder achsnahen Bremsmechanismus angeordneten Betriebsbremszylinder, in dem ein pneumatisch beaufschlagbarer Betriebsbremskolben geführt ist, welcher mit einem ersten, mit einer ersten hydraulischen Druckkammer zusammenwirkenden hydraulisch betätigten Kolben in Verbindung steht,
- b) einen entfernt von dem rad- oder achsnahen Bremsmechanismus angeordneten Federspeicherbremszylinder, in dem ein durch pneumatischen Druck in einer Federspeicherbremskammer gegen die Federkraft einer Speicherfeder spannbarer Federspeicherbremskolben geführt ist, durch welchen der Betriebsbremskolben in Bremszuspannrichtung beaufschlagbar ist,
- c) eine hydraulische Druckleitung zwischen der ersten hydraulischen Druckkammer und wenigstens einer zweiten hydraulischen Druckkammer eines rad- oder achsbezogenen hydraulisch betätigten Bremsmechanismus.
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In diesem Fall ist ebenfalls der gesamte pneumatisch betätigte Kombizylinder, bestehend aus Federspeicherbremszylinder und Betriebsbremszylinder, entfernt von dem rad- oder achsnahen Bremsmechanismus angeordnet. Jedoch wird über die hydraulische Wirkverbindung der hydraulische Bremsmechanismus direkt betätigt, d. h. dass die zweite hydraulische Druckkammer integraler Bestandteil des hydraulischen Bremsmechanismus ist und beispielsweise durch die hydraulische Druckkammer im Rahmen einer hydraulischen Scheibenbremse gebildet wird. Diese Ausführung benötigt den geringsten Bauraum im Bereich der Räder bzw. Achsen.
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Durch die in den Unteransprüchen aufgeführten Maßnahmen sind vorteilhafte Weiterbildungen und Verbesserungen der in den unabhängigen Ansprüchen angegebenen Erfindung möglich.
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Zeichnungen
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Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in der Zeichnung dargestellt und in der nachfolgenden Beschreibung näher erläutert. In der Zeichnung zeigt:
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1 eine schematische Querschnittsdarstellung einer kombinierten Betriebsbrems- und Federspeicherbremsvorrichtung gemäß eines ersten Aspekts der Erfindung;
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2 eine schematische Querschnittsdarstellung einer kombinierten Betriebsbrems- und Federspeicherbremsvorrichtung gemäß eines weiteren Aspekts der Erfindung;
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3 eine schematische Querschnittsdarstellung einer kombinierten Betriebsbrems- und Federspeicherbremsvorrichtung gemäß eines weiteren Aspekts der Erfindung.
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Beschreibung der Ausführungsbeispiele
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In 1 ist eine kombinierte Betriebsbrems- und Federspeicherbremsvorrichtung 1 gemäß eines ersten Aspekts der Erfindung gezeigt, welche eine unmittelbar an einem rad- oder achsnahen, aus Maßstabsgründen nicht gezeigten Bremsmechanismus angeordnete Betriebsbremseinrichtung 2 beinhaltet. Diese umfasst einen Betriebsbremszylinder 4, in dem ein pneumatisch beaufschlagbarer Betriebsbremskolben 6 geführt ist, welcher über eine Betriebsbremskolbenstange 8 den Bremsmechanismus betätigt. Bei dem Bremsmechanismus handelt es sich beispielsweise um eine Scheibenbremse, welche rein mechanisch, d. h. ausschließlich mittels einer durch den Pfeil in 1 veranschaulichten Linearbewegung der Betriebsbremskolbenstange 8 zugespannt bzw. gelöst wird.
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Darüber hinaus umfasst die kombinierte Betriebsbrems- und Federspeicherbremsvorrichtung 1 eine entfernt von dem rad- oder achsnahen Bremsmechanismus angeordnete Federspeicherbremseinrichtung 10 mit einem Federspeicherbremszylinder 12, in dem ein durch pneumatischen Druck in einer Federspeicherbremskammer 14 gegen die Federkraft einer Speicherfeder 16 spannbarer Federspeicherbremskolben 18 geführt ist. Letzterer beinhaltet beispielsweise eine in einer Mantelwand des Federspeicherbremszylinders 12 eingespannte und in Axialrichtung bewegliche Membran 20, welche mittig durch eine Kolbenscheibe 22 verstärkt ist. Die Ent- bzw. Belüftung der Federspeicherbremskammer 14 geschieht durch einen pneumatischen Anschluss 24. Weiterhin ist die Speicherfeder 16 einerseits auf der von der Federspeicherbremskammer 14 weg weisenden Seite des Federspeicherbremskolbens 18 und andererseits an einer Stirnwand des Federspeicherbremszylinders 12 abgestützt.
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Zwischen dem Federspeicherbremskolben 18 und dem Betriebsbremskolben 6 ist eine hydraulische Wirkverbindung derart vorhanden, dass eine durch Be- oder Entlüften der Federspeicherbremskammer 14 hervorgerufene Linearbewegung des Federspeicherbremskolbens 18 eine Linearbewegung des Betriebsbremskolbens 6 in Zuspann- oder Löserichtung bewirkt. Folglich ist zwar die Betriebsbremseinrichtung 2 am rad- oder achsnahen Bremsmechanismus angeordnet, aber die Federspeicherbremseinrichtung 10 entfernt von diesem. Eine Koppelung der beiden Einrichtungen 2, 10 ist durch die hydraulische Wirkverbindung gegeben. Diese umfasst zumindest einen ersten, mit einer ersten hydraulischen Druckkammer 26 zusammenwirkenden hydraulischen Kolben 28, einen zweiten, mit einer zweiten hydraulischen Druckkammer 30 zusammenwirkenden hydraulischen Kolben 32, sowie eine Druckleitung 34 zwischen der ersten hydraulischen Druckkammer 26 und der zweiten hydraulischen Druckkammer 30. Die hydraulische Druckleitung 34 steht wiederum mit einem Hydraulikreservoir 36 in Verbindung, welches ein inkompressibles Hydraulikfluid speichert und bei Bedarf in die Druckleitung 34 einspeist.
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Der erste hydraulische Kolben 28 ist in einem mit dem Federspeicherbremszylinder 12 integral ausgeführten Hydraulikzylinder 38 linear geführt und steht durch eine Federspeicherbremskolbenstange 40 mit dem koaxialen Federspeicherbremskolben 18 axialfest in Verbindung. Insbesondere ragt die Federspeicherbremskolbenstange 40 durch eine Durchgangsöffnung in einer zum Federspeicherbremskolben 18 weisenden Stirnwand des Hydraulikzylinders 38 dichtend hindurch, dessen vom Federspeicherbremskolben 18 weg weisende Stirnwand eine weitere Durchgangsöffnung aufweist, in die die Druckleitung 34 mündet.
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Die Federspeicherbremseinrichtung 10 ist eine passive Bremse, d. h. eine Belüftung der Federspeicherbremskammer 14 bewirkt ein Lösen der Federspeicherbremse durch Bewegung des Federspeicherbremskolbens 18 und des ersten hydraulischen Kolbens 28 gegen die Wirkung der Speicherfeder 16 in 1 nach rechts, während das Zuspannen durch eine Entlüftung der Federspeicherbremskammer 14 bewerkstelligt wird, wodurch die Speicherfeder 16 den Federspeicherbremskolben 18 sowie den ersten hydraulischen Kolben 28 in 1 nach links drängt.
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Der zweite hydraulisch betätigte Kolben 32 ist der Betriebsbremseinrichtung 2 zugeordnet und umfasst beispielsweise eine axial bewegliche Membran 42 mit zentraler Kolbenscheibe 44, welche zwischen sich und einer Stirnwand des Betriebsbremszylinders 4, in welche die Druckleitung 34 mündet die zweite hydraulische Druckkammer 30 ausbildet. Zwischen dem zweiten hydraulisch betätigten Kolben 32 und dem Betriebsbremskolben 6, der vorzugsweise ebenfalls eine axial bewegliche Membran 46 mit zentraler Kolbenscheibe 48 umfasst, erstreckt sich eine Betriebsbremskammer 50, die mittels eines pneumatischen Anschlusses 52 be- und entlüftet werden kann. Der zweite hydraulische Kolben 32 ist dann einerseits durch den Hydraulikdruck in der Druckleitung 34 und andererseits durch den Pneumatikdruck in der Betriebsbremskammer 50 beaufschlagt. Wie aus 1 hervorgeht, kann der zweite hydraulische Kolben 32 am Betriebsbremskolben 6 anschlagen und ihn mitnehmen. Weiterhin wird der Betriebsbremskolben 6 durch eine Rückholfeder 54 in Lösestellung gebracht, wenn weder in der Betriebsbremskammer 50 noch in der zweiten hydraulischen Druckkammer 30 Druck ansteht.
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Vor diesem Hintergrund ist die Funktionsweise der kombinierten Betriebsbrems- und Federspeicherbremsvorrichtung 1 gemäß des ersten Aspekts der Erfindung wie folgt:
Ausgehend von der in 1 gezeigten Situation, in der sowohl die Federspeicherbremse als auch die Betriebsbremse gelöst sind, wird zum Zuspannen der Betriebsbremse die Betriebsbremskammer 50 über den pneumatischen Anschluss 52 belüftet, woraufhin einerseits der Betriebsbremskolben 6 in 1 nach links in Zuspannstellung als auch der zweite hydraulische Kolben 32 nach rechts gegen die Stirnwand des Betriebsbremszylinders 4 gedrängt wird. Dadurch spannt die Betriebsbremskolbenstange 8 die Scheibenbremse zu. Weiterhin trägt auch die in der Druckleitung 34 durch den zweiten hydraulischen Kolben 32 erzeugte und auf den ersten hydraulischen Kolben 28 mittels der Druckleitung 34 übertragende hydraulische Kraft dazu bei, dass der Federspeicherbremskolben 18 gegen die Wirkung der Speicherfeder 16 in Lösestellung gehalten wird.
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Hingegen sorgt ein Entlüften der Betriebsbremskammer 50 bei gelöster Federspeicherbremse dafür, dass der Betriebsbremskolben 6 durch die Rückholfeder 54 in Lösestellung, d. h. in 1 nach rechts verschoben wird und am zweiten hydraulischen Kolben 32 anschlägt, welcher dann an der Stirnwand des Betriebsbremszylinders 4 anliegt.
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Zum längeren Halten der Betriebsbremse in Zuspannstellung, d. h. wenn sich der pneumatische Druck in der Betriebsbremskammer 50 nach einiger Zeit abgebaut hat oder die Betriebsbremskammer 50 über den pneumatischen Anschluss 52 entlüftet wurde, soll nun die Federspeicherbremse zugespannt werden. Dazu wird die Federspeicherbremskammer 14 über den pneumatischen Anschluss 24 entlüftet, woraufhin die Speicherfeder 16 den Federspeicherbremskolben 18 zusammen mit dem ersten hydraulischen Kolben 28 in 1 nach links drängt. Diese Verschiebung des ersten hydraulischen Kolbens 28 bewirkt eine Verkleinerung der ersten hydraulischen Druckkammer 26, so dass Hydraulikfluid über die Druckleitung 34 in die zweite hydraulische Druckkammer 30 gepresst wird. Der dort erhöhte Hydraulikdruck spannt den zweiten hydraulischen Kolben 32 zusammen mit dem Betriebsbremskolben 6 in 1 nach links und hält ihn in Zuspannstellung.
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Gemäß eines weiteren Aspekts der Erfindung nach 2 umfasst die kombinierte Betriebsbrems- und Federspeicherbremsvorrichtung 1a einen entfernt von einem rad- oder achsnahen Bremsmechanismus angeordneten Betriebsbremszylinder 4a, in dem ein pneumatisch beaufschlagbarer Betriebsbremskolben 6a geführt ist, welcher mit einem ersten, mit einer ersten hydraulischen Druckkammer 26a zusammenwirkenden hydraulischen Kolben 28a in Verbindung steht, einen entfernt von dem rad- oder achsnahen Bremsmechanismus angeordneten Federspeicherbremszylinder 12a, in welchem ein durch pneumatischen Druck in einer Federspeicherbremskammer 14a gegen die Federkraft einer Speicherfeder 16a spannbarer Federspeicherbremskolben 18a geführt ist, durch welchen der Betriebsbremskolben 6a in Bremszuspannrichtung beaufschlagbar ist, eine hydraulische Druckleitung 34a zwischen der ersten hydraulischen Druckkammer 26a und der zweiten hydraulischen Druckkammer 30a in einem rad- oder achsnahen Zylinder-Kolbentrieb 56a mit dem zweiten hydraulischen Kolben 32a, der über eine Kolbenstange 58a den rad- oder achsnahen Bremsmechanismus betätigt, der beispielsweise durch eine Scheibenbremse gebildet wird.
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Gemäß dieses Aspekts der Erfindung bilden der Betriebsbremszylinder 4a und der Federspeicherbremszylinder 12a hintereinander koaxial angeordnet einen Kombizylinder 60a, welcher entfernt von dem rad- oder achsnahen Bremsmechanismus angeordnet ist und über eine hydraulische Wirkverbindung den rad- oder achsnahen hydraulischen Zylinder-Kolbentrieb 56a ansteuert, welcher wiederum die rad- oder achsbezogene Scheibenbremse betätigt.
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Die Federspeicherbremskolbenstange 40a des Federspeicherbremskolbens 18a durchragt dichtend eine Durchgangsöffnung in einer Trennwand 62a zwischen dem Federspeicherbremszylinder 12a und dem Betriebsbremszylinder 4a und kann mit ihrer Stirnfläche am Betriebsbremskolben 6a anschlagen, welcher eine an der Mantelwand des Betriebsbremszylinders 4a eingespannte und axial bewegliche Membran 46a sowie eine zentrale Kolbenscheibe 48a beinhaltet. In bekannter Weise kann außerdem der Federspeicherbremskolben 18a gegen die Wirkung der Speicherfeder 16a durch Belüften der Federspeicherbremskammer 14a mittels des pneumatischen Anschlusses 24a in Lösestellung gebracht werden. Weiterhin kann durch mittels des pneumatischen Anschlusses 52a vorgenommenes Belüften der Betriebsbremskammer 50a, welche sich zwischen der Trennwand 62a und dem Betriebsbremskolben 6a erstreckt, Letzterer gegen die Wirkung der Rückholfeder 54a in Zuspannstellung gebracht werden. Dann reduziert der am Ende der Betriebsbremskolbenstange 8a koaxial angeordnete erste hydraulische Kolben 28a das Volumen in der ersten hydraulischen Druckkammer 26a, die in den Betriebsbremszylinder 4a integriert und an der der Trennwand 62a gegenüberliegenden Stirnwand angeordnet ist und in welche die Betriebsbremskolbenstange 8a hineinragt. Nicht zuletzt ist innerhalb der Federspeicherbremskolbenstange 40a eine mechanische Löseeinrichtung 64a integriert, mit welcher die Federspeicherbremse bei Druckausfall not- oder hilfsgelöst werden kann.
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Vor diesem Hintergrund ist die Funktionsweise der kombinierten Betriebsbrems- und Federspeicherbremsvorrichtung 1a gemäß des zweiten Aspekts der Erfindung wie folgt:
Ausgehend von der in 2 gezeigten Situation, in der sowohl die Federspeicherbremse als auch die Betriebsbremse gelöst sind, wird zum Zuspannen der Betriebsbremse die Betriebsbremskammer 50a über den pneumatischen Anschluss 52a belüftet, woraufhin einerseits der Betriebsbremskolben 6a von der Trennwand 62a weg als auch der erste hydraulische Kolben 28a in 2 nach links verschoben wird. Die Verschiebung des ersten hydraulischen Kolbens 28a bewirkt eine Verkleinerung der ersten hydraulischen Druckkammer 26a, so dass Hydraulikfluid über die Druckleitung 34 in die zweite hydraulische Druckkammer 30a im Zylinder-Kolbentrieb 56a gepresst wird. Der dort erhöhte Hydraulikdruck drängt den zweiten hydraulischen Kolben 32a des Zylinder-Kolbentriebs 56a in 2 nach links, wodurch die Scheibenbremse zugespannt wird.
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Hingegen sorgt ein Entlüften der Betriebsbremskammer 50a dafür, dass der Betriebsbremskolben 6a durch die Rückholfeder 54a in Lösestellung, d. h. in 2 nach rechts verschoben wird und an der Stirnfläche der Federspeicherbremskolbenstange 40a bzw. an der Trennwand 62a anschlägt.
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Zum längeren Halten der Betriebsbremse in Zuspannstellung, d. h. wenn sich der pneumatische Druck in der Betriebsbremskammer 50a nach einiger Zeit abgebaut hat oder die Betriebsbremskammer 50a über den pneumatischen Anschluss 52a entlüftet wurde, soll nun die Federspeicherbremse zugespannt werden. Dazu wird die Federspeicherbremskammer 14a über den pneumatischen Anschluss 24a entlüftet, woraufhin die Speicherfeder 16a den Federspeicherbremskolben 18a zusammen mit der Federspeicherbremskolbenstange 40a in 2 nach links drängt. Dieser Bewegung folgt der Betriebsbremskolben 6a sowie der mit ihm über die Betriebsbremskolbenstange 8a gekoppelte erste hydraulische Kolben 28a, was eine Verkleinerung der ersten hydraulischen Druckkammer 26a bewirkt, so dass Hydraulikfluid über die Druckleitung 34 in die zweite hydraulische Druckkammer 30a des Zylinder-Kolbentriebs 56a gepresst wird. Der dort erhöhte Hydraulikdruck drängt den zweiten hydraulischen Kolben 32a in 2 nach links in Zuspannrichtung. Solange der Federdruck nicht durch Belüften der Federspeicherbremskammer 14a kompensiert wird, wird der zweite hydraulische Kolben 32a durch die Reihenschaltung aus Speicherfeder 16a, Federspeicherbremskolbenstange 40a, Betriebsbremskolbenstange 8a und hydraulischer Flüssigkeitssäule in der Druckleitung 34a in Zuspannstellung gehalten.
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Die kombinierte Betriebsbrems- und Federspeicherbremsvorrichtung 1b gemäß eines dritten Aspekts der Erfindung unterscheidet sich von derjenigen gemäß 2 lediglich darin, dass anstatt eines Zylinder-Kolbentriebs 56a, welcher einen rein mechanischen Bremsmechanismus betätigt, nun ein hydraulisch betätigter Bremsmechanismus 66b vorhanden ist, welcher direkt an die Druckleitung 34 angeschlossen ist. Somit ist die zweite hydraulische Druckkammer 30b integraler Bestandteil des hydraulischen Bremsmechanismus 66b, so dass kein zusätzlicher Zylinder-Kolbentrieb mehr notwendig ist. Die Funktionsweise entspricht dann derjenigen der vorangehenden Ausführung, Bauteile und Baugruppen gleicher Funktion sind mit den gleichen Bezugszahlen, zur Unterscheidung lediglich durch den Buchstaben b ergänzt, bezeichnet.
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Bei allen drei Ausführungen ist die Betriebsbremseinrichtung 2, 2a, 2b unabhängig von der Federspeicherbremseinrichtung 10, 10a, 10b betätigbar und umgekehrt.
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Bezugszeichenliste
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- 1, 1a, 1b
- Betriebsbrems- und Federspeicherbremsvorrichtung
- 2, 2a, 2b
- Betriebsbremseinrichtung
- 4, 4a, 4b
- Betriebsbremszylinder
- 6, 6a, 6b
- Betriebsbremskolben
- 8, 8a, 8b
- Betriebsbremskolbenstange
- 10, 10a, 10b
- Federspeicherbremseinrichtung
- 12, 12a, 12b
- Federspeicherbremszylinder
- 14, 14a, 14b
- Federspeicherbremskammer
- 16, 16a, 16b
- Speicherfeder
- 18, 18a, 18b
- Federspeicherbremskolben
- 20
- Membran
- 22
- Kolbenscheibe
- 24, 24a, 24b
- pneumat. Anschluss
- 26, 26a, 26b
- erste hydr. Druckkammer
- 28, 28a, 28b
- erster hydr. Kolben
- 30, 30a, 30b
- zweite hydr. Druckkammer
- 32, 32a
- zweiter hydr. Kolben
- 34, 34a, 34b
- Druckleitung
- 36, 36a, 36b
- Hydraulikreservoir
- 38, 38a, 38b
- Hydraulikzylinder
- 40, 40a, 40b
- Federspeicherbremskolbenstange
- 42
- Membran
- 44
- Kolbenscheibe
- 46, 46a, 46b
- Membran
- 48, 48a, 48b
- Kolbenscheibe
- 50, 50a, 50b
- Betriebsbremskammer
- 52, 52a, 52b
- pneumat. Anschluss
- 54, 54a, 54b
- Rückholfeder
- 56a
- Zylinder-Kolbentrieb
- 58a
- Kolbenstange
- 60a, 60b
- Kombizylinder
- 62a, 62b
- Trennwand
- 64a, 64b
- Löseeinrichtung
- 66b
- hydraul. Bremsmechanismus