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Die
Erfindung betrifft ein Bahnübergangssystem
gemäß dem Oberbegriff
des Patentanspruchs 1.
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Mehr
als 60 % aller unbeschrankten Bahnübergänge weltweit sind einfache
Anwendungen. Dabei handelt es sich überwiegend um eingleisige Bahnstrecken
mit bidirektionaler Verkehrsführung. Entlang
der Strecke ist kein Kabelnetz vorhanden und es gibt keine Elektro-
oder Gerätehäuser an
den Einschaltpunkten.
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Der
Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Bahnübergangssicherungssystem der
gattungsgemäßen Art
anzugeben, dessen Bahnübergangscontroller
weitgehend kabellos ansteuerbar ist.
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Die
Aufgabe wird mit den kennzeichnenden Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.
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Die
beanspruchte Anlage zur Sicherung und Steuerung von Bahnübergängen ist
ein computergestütztes
System, das speziell für
einfache Anwendungen vorgesehen ist. Das System ist, verglichen mit
anderen computergestützten
und konventionellen relaisgestützten
Bahnübergangssystemen,
in Bezug auf Sicherheit und Preis höchst konkurrenzfähig.
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Das
System, nachfolgend LX7 genannt, verfügt über die Funktionalität eines
automatisierten Bahnübergangssicherungssystems
für eine
eingleisige Bahnstrecke mit bidirektionaler Verkehrsführung.
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Die
fahrzeuggesteuerten Gleisstromkreise, nachfolgend FTC – Frequency-operated
Track Circuit – genannt,
dienen zur Erkennung von Zügen
oder anderen Schienenfahrzeugen auf überwachten Streckenabschnitten.
Ein FTC ist ein elektronischer Gleisstromkreis ohne isolierte Schienenstöße. Die
Funktionalität
des FTC beruht auf dem variablen Übertragungsbereich der Signale
mit unterschiedlichen Frequenzen, die auf die Abweichungen der induktiven Komponente
der Gleisimpedanz zurückzuführen sind.
Somit bestimmt der mit dem Gleis verbundene Sender den Übergangsbereich
in Abhängigkeit
von seiner Arbeitsfrequenz. Der Empfänger, der in unmittelbarer
Nähe des
Senders an das Gleis angeschlossen sein kann, erkennt die Änderung
der Gleisimpedanz. Wenn ein Zug oder ein anderes Schienenfahrzeug
den kontrollierten Gleisabschnitt belegt, d. h. befährt und
sich dem Anschlusspunkt des FTC annähert, verringert sich die Gleisimpedanz.
Diese Änderung
der Gleisimpedanz wird vom Empfänger
des FTC registriert, der auf den Übertragungsbereich eingestellt
und auf die Betriebsfrequenz des Senders abgestimmt ist.
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Nachfolgend
wird die Erfindung anhand figürlicher
Darstellungen näher
erläutert.
Es zeigen
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1 das
Funktionsprinzip eines Bahnübergangssicherungssystems,
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2 die
wesentlichen Baugruppen eines Controllers, 3 eine Anordnung
frequenzgesteuerter Gleisstromkreise und
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4 ein
Bahnübergangssicherungssystem.
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Die
schematische Anordnung der Komponenten für ein typisches Anwendungsbeispiel
ist in 1 dargestellt. Das LX7 ist ein automatischer Bahnübergangscontroller,
der durch den Zug gesteuert wird. Das LX7 wird durch einen frequenzgesteuerten
Gleisstromkreis für
Fernbereich LFTC aktiviert (LFTC – Long Frequency-operated Track
Circuit) und durch einen frequenzgesteuerten Gleisstromkreis für Nahbereich
SFTC deaktiviert (SFTC – Short
Frequency-operated Track Circuit). FTCs (Frequency-operated Track
Circuits, frequenzgesteuerte Gleisstromkreise) sind isolierstoßfreie und
kabellose Detektoren, so dass mit dem LX7 flexible, isolierstoßfreie und
kabellose Anwendungen für
Bahnübergänge ermöglicht werden.
FTCs sind gegenüber
den von Fahrleitungen verursachten Interferenzen störfest und
können
somit gleichermaßen
auf elektrifizierten und nicht elektrifizierten Strecken eingesetzt
werden. Die Funktionsweise von SFTCs beruht auf Tonfrequenzen, so
dass diese SFTCs auch als Overlay-Gleisstromkreise in der bestehenden
Infrastruktur verwendet werden können.
Falls präzise
Einschaltpunkte erforderlich sind, können wahlweise herkömmlich isolierte
Schienenstöße oder
passive elektrische Schienenverbinder verwendet werden.
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In
einer Grundversion sind als Sicherungseinrichtungen des LX7 rot/weiß blinkende
Road Signals-Straßensignale-RS1
und RS2 sowie Warning Bells-Läutewerke-WB1
und WB2 vorgesehen. Aufgrund der modularen und erweiterbaren Struktur
des LX7 kann das System zur Steuerung weiterer optionaler externer
Sicherungseinrichtungen aufgerüstet werden,
beispielsweise Boom Barriers-Schranken-BB1 und BB2 oder durchgehend
gelb leuchtende und weiß blinkende
Signallampen-Train Control Signals-TCS1 und TCS2.
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2 zeigt
eine LX7-Architektur. Das LX7 basiert auf einem PLC, einem programmierbaren
logischen Controller. Dieser Controller zeichnet sich durch eine
hohe Modularität
aus (Anspruch 2). Die meisten verwendeten Module sind im Handel
frei erhältlich.
Diese Module stellen selbstständige
funktionale Einheiten dar und sind für die jeweiligen Verwendungszwecke
geprüft
und zugelassen. Zusammen bilden diese Module eine einfache und kostengünstige Hardwarestruktur,
die eine größtmögliche Anwendungsflexibilität, Wartungsfreundlichkeit,
Zuverlässigkeit
und Sicherheit gewährleistet.
Das LX7 verfügt über ein
batteriegespeistes Stromversorgungssystem mit einer entsprechenden
akkubasierten Reservestromversorgung, die den Betrieb der Anlage
für eine
festgelegte Dauer sichert – in
der Regel acht Stunden. Die Eingänge
sind isoliert und werden durch unabhängige Kontakte von Miniatursicherheitsrelais
angesteuert. Stromtestfunktionen werden durch Miniatur-Festkörperelemente
für verschiedene Stromstärken ausgeführt. Somit
werden nahezu alle weltweit verfügbaren
Lampentypen und LED-Module unterstützt. Die Ausgänge sind
ebenfalls isoliert und werden über
Miniatursicherheitsrelais aktiviert.
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Die
PLC-Plattform ermöglicht
einen einfachen Zugriff auf die Software, weit verbreitete Designtools
sowie eine einfache Anpassung der Software an verschiedene Anwendungsbedürfnisse.
Die Software des Systems wird aus unabhängigen funktionalen Modulen
erstellt. Jedes Modul enthält
eine spezielle Funktion oder Funktionsgruppe. Die Software wird
nach dem Ladder-Logic-Prinzip
entwickelt. Somit können
Ingenieure, die mit der Konstruktion der Relaiskontakte vertraut
sind, die Funktionalität
des Systems problemlos verfolgen. Die wichtigsten Softwaremodule
sind:
- • Modul
für Steuerungs-
und Überwachungsfunktion,
- • Modul
für Anwendungsdaten,
- • Modul
für Service,
Diagnose und Ereignisprotokollierung,
- • Modul
für Service-,
Diagnose- und Ereignisprotokollierungsdaten,
- • Modul
für SMS-Unterstützung.
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Das
LX7 ist vorzugsweise für
universelle Anwendbarkeit konzipiert. Landesspezifische Unterschiede,
die durch die jeweili ge Eisenbahnbehörde vorgeschrieben sind, werden
größtenteils
innerhalb des Moduls für
Anwendungsdaten definiert. Für
die meisten Anwendungen beziehen sich die entsprechenden Änderungen
jeweils auf unterschiedliche Einstellungen von Timern. Änderungen
der Hardware und der landesspezifischen Software werden nur in sehr
geringem Umfang erforderlich sein und sich vorwiegend auf die Schaltkreise
der Relaisschnittstellen beschränken.
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Das
LX7 ist für
einfache Anwendungen bestimmt und für alle Einsatzzwecke auf eingleisigen Strecken
mit Gegenverkehr geeignet. In diesem Fall ist nur eine geringe Anzahl
von Eingängen
und Ausgängen
erforderlich. Daher wird eine kostengünstige, für den Einsatzzweck adäquate Architektur
verwendet. Bei diesem System ist jedoch die Möglichkeit einer Erweiterung
durch Einbau zusätzlicher
Ein-/Ausgänge
und weiterer funktionaler Module nicht ausgeschlossen, so dass auch
komplexere Anwendungen, z. B. zweigleisige Konfigurationen mit Implementierung
der Down-Holding-Funktion, möglich
sind. In solchen Fällen
müssen
jedoch Software- und Hardwareerweiterungen für das jeweilige Land vorgenommen
werden.
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Der
Sicherheit des Systems LX7 basiert auf PLC-Komponenten, die in einer
Basisversion und einer ausfallsicheren F-Version- Failsafe-erhältlich sind. Die F-Versionen
sind bis zu SIL3 entsprechend den CENELEC-Normen zertifiziert. Die
Sicherheit des Systems ist skalierbar, so dass die verschiedenen
SIL-Anforderungen erfüllt
werden können.
Die Basisversion des LX7 ist auf die Einhaltung der Anforderungen
gemäß SIL1/SIL2
ausgelegt. Mit der F-Version der PLCs kann das LX7 auf SIL3 und
SIL4 aufgerüstet
werden.
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Die
Ausgänge
sind ausfallsicher konstruiert, d. h. diese befinden sich normalerweise
in aktiviertem Zustand. Der Zustand der Ausgangsrelais wird durch den
PLC auf der entsprechenden Verarbeitungsstufe abgerufen. Daher wird
ein regelwidriger Zustand jedes einzelnen Relais erkannt und angezeigt,
so dass Sicherheitsvorkehrungen über
die Funktionalität
des LX7 ausgeführt
werden können.
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Die
Software kann in Anlehnung an die Relaisschaltkreise, die sich seit
vielen Jahren in Sicherheitsanwendungen bewährt haben, entwickelt werden.
Bei der Definition einer gemeinsamen Funktionalität und der
Entwicklung möglichst
flexibel anwendbarer Software können
verschiedene länderspezifische
Praktiken berücksichtigt
werden. Prüfschaltkreise
dienen zur Lampenüberprüfung und
zur Kontrolle der Blinkfunktionen, um die entsprechenden Ausfälle möglichst
rechtzeitig zu erkennen und somit die SIL-Stufe des Systems zu erhöhen.
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Durch
Verwendung der optionalen Zugkontrollsignale TCS ((Anspruch 3) lässt sich
bei Bedarf ebenfalls die SIL-Stufe des Systems erhöhen. Das TCS
kann das Streckensignal nur dann auf Weiterfahrt stellen, wenn die
entsprechenden Freigabebedingungen erfüllt sind, nämlich Bahnübergang eingeschaltet, Streckensignalleuchten
funktionsfähig
und LX7 fehlerfrei. Für
die Funktionsüberwachung
des LX7 wird ein Arbeitskontakt Fehlererkennungsrelais FDR (Fault
Detection Relay) bereitgestellt (Anspruch 4). Das FDR führt die Überwachungsfunktionen
für den
PLC aus. Die Funktionsfähigkeit
des FDR wird unmittelbar nach jeder Aktivierung des LX7 überprüft. Das
Zeitfenster, in dem ein potenzieller Ausfall des PLC unerkannt bleiben
könnte,
wird somit erheblich eingeschränkt.
Das FDR muss aktiviert und betriebsbereit sein, damit die Zugkontrollsignale
TCS auf Freigabe geschaltet werden können.
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Das
beschriebene skalierbare Sicherheitskonzept des LX7 in Verbindung
mit seiner relativ einfachen Architektur, der ge ringen Komponentenzahl sowie
seiner hohen Zuverlässigkeit
erfüllt
ein breites Spektrum der von Eisenbahnbehörden gestellten Anforderungen
in Bezug auf die Ausfallsicherheit von Systemen.
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Das
LX7 überwacht
ständig
einen Annäherungsabschnitt,
um einen ggf. herannahenden Zug zu erkennen. Dabei ist das LX7 in
der Lage, die erforderliche Anzahl von Annäherungsgleisabschnitten, den
Freigabegleisabschnitt und einen zusätzlichen Overlay-Freigabedetektor
mit geeigneter Schnittstellenkonstruktion zu überwachen, ohne dass die Software
des Controllers geändert
werden muss. Der Annäherungsgleisabschnitt – vorsignalabstand – wird beispielsweise
in einem Intervall von 25 bis 90 Sekunden – bis max. 2 km definiert,
je nachdem, welche Höchstgeschwindigkeit
im Annäherungsgleisabschnitt
erreicht werden kann.
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Das
LX7 verfügt
vorzugsweise über
eine integrierte direktionale Selbsthaltungsfunktion, so dass eine
Reaktivierung des LX7 durch einem abfahrenden Zug verhindert wird.
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Die
Abfolge der Belegung und die Freigabe der Einschalt- und Ausschaltkomponenten
werden durch den Controller überprüft und registriert.
Wenn ein Fehler festgestellt wird, schaltet das LX7 die Streckensignallampen
aus – dunkle
Signale. Bei einem Fehler des Controllers wird der Blinkausgang
deaktiviert und die Stromversorgung für die Streckensignallampen
wird unterbrochen – dunkle
Signale.
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Wenn
die erste Achse des ankommenden Zuges den Annäherungsgleisabschnitt erreicht
hat, aktiviert sich das LX7 und schaltet die weißen Lampen der Straßensignale
aus. Zugleich werden die roten Lampen der Straßensignale eingeschaltet. Nachdem
die letzte Achse des abfahrenden Zuges den Freigabe gleisabschnitt
verlassen hat, deaktiviert sich das LX7 und schaltet die roten Straßensignallampen aus
und die weißen
Straßensignallampen
wieder ein. Bei einer normalen Zugfreigabemeldung des LX7 muss das
rote Blinklicht der Straßensignale
spätestens
5 Sekunden nach dem Verlassen des Freigabegleisabschnitts auf das
weiße
Blinklicht umschalten. Das Blinken des Signals wird durch die Software
generiert und überwacht,
so dass die verschiedenen Blinkfrequenzen und Einschaltzyklen unterstützt werden.
Für die
Schnittstellen werden Halbleiterrelais verwendet.
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Normalerweise
erkennt das LX7 mit dem LFTC und dem SFTC einen Zug auf dem Zufahrtsgleis.
Voraussetzung ist, dass die Schienengleise im Annäherungsabschnitt
durchgängig
geschweißt
oder auf eine andere geeignete Weise verbunden sind, wobei der Annäherungsabschnitt
mindestens über einen
Ballastwiderstand von 1,5 Ohm/km verfügen muss. Die beidseitige Überwachung
der Annäherungsabschnitte
erfolgt mit der LFTC – bidirektionalen Anwendung.
Wahlweise ist auch eine einseitige Anwendung möglich. In diesem Fall sind
isolierte oder elektrische Schienenlaschen am LX7-Standort zu montieren.
Außerdem
werden zwei Einheiten des LFTC benötigt – jeweils eine Einheit pro
Annäherungsgleisabschnitt.
Die Vorteile in diesem Fall bestehen in der Möglichkeit der Erkennung des
herannahenden Zuges sowie in den längeren Annäherungsgleisabschnitten.
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Das
LFTC kann im LX7-Gehäuse
eingebaut werden. Ein Einbau in einem Gehäuse entlang der Strecke ist
jedoch ebenfalls möglich,
beispielsweise als Remote-Einschaltmodul mit hoher Reichweite. Auch
das SFTC kann im LX7-Gehäuse
eingebaut werden.
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Falls
der vorhandene Gleisabschnitt zu lang für die Freigabe ist, kann das
SFTC zusätzlich
als Overlay-Schaltkreis verwen det werden, um die erforderliche Länge des
Freigabegleisabschnitts zu erreichen. Falls das vorhandene Gleis
zu lang für
die Annäherungssignalisierung
ist, kann auch das LFTC zusätzlich
als Overlay-Schaltkreis verwendet werden, um die erforderliche Länge des
Annäherungsgleisabschnitts
zu erreichen – kabellose
Anwendung vom Ende des vorhandenen Gleises. Das FTC, das zur Ferneinschaltung
dient, benötigt
lediglich zwei Leiter des Signalkabels pro Empfänger zur Übertragung der Informationen "Belegt/Frei" an das LX7. Bei
doppeltem Empfänger
werden vier Leiter benötigt,
um zwei Impulsrelais am LX7-Standort
anzusteuern.
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Falls
der Annäherungsgleisabschnitt
für eine festgelegte
maximale Zeitspanne belegt war und der Freigabebereich nicht ausgelöst wurde,
wird ein Fehler des Annäherungsdetektors
festgestellt sowie gemeldet, und die Streckensignalleuchten werden
abgeschaltet. Auch andere Fehler und Störungen des Annäherungsdetektors
und des Freigabedetektors können
erkannt und gemeldet werden.
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Wenn
keine externe Stromversorgung – 230 V/50
Hz – vorhanden
ist, die Batterie jedoch betriebsbereit ist, wird eine Unterbrechung
erkannt und gemeldet. Die normale Funktionsweise wird davon jedoch
nicht beeinträchtigt.
Bei einer zu geringen Akkuspannung kann ein Fehler der Batterie
erkannt und gemeldet werden. Die Streckensignalleuchten werden dann
ausgeschaltet.
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Beim
Ausfall einer Glühlampe
eines Streckensignals wird die Ersatzglühlampe automatisch eingeschaltet,
und die Unterbrechung der Lampenfunktion wird erkannt bzw. gemeldet.
Das gilt auch für den
Ausfall eines Straßensignals.
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Falls
die Blinkfrequenz oder der Einschaltzyklus außerhalb des voreingestellten
Bereiches liegen, wird ein Fehler des Blinkmoduls festgestellt und gemeldet.
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Nachdem
das System die erste reguläre
fehlerfreie Zugdurchfahrt registriert hat und keine weiteren Gründe für einen
Systemfehlerzustand vorliegen, schaltet das System in den Normalzustand
zurück und
schaltet die weißen
Blinkleuchten der Streckensignale ein.
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Das
LX7 kann auch in Bahnhofsbereichen eingesetzt werden, in denen Signale
innerhalb der Annäherungsgleisabschnitte – Sicherungssignale
für den
Bahnübergang – vorhanden
sind. Die Aktivierung des LX7 durch die Belegung des Annäherungsgleisabschnitts
wird hier deaktiviert, solange das Haltesignal gesetzt ist. In Abhängigkeit
von der Stellung des Signals und der Zuggeschwindigkeit ist es unter Umständen erforderlich,
die Freigabestellung des Sicherungssignals durch Blockierung im
Bahnhof zu verzögern,
um einen ausreichenden Warnzeitraum für das LX7 zu gewährleisten.
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Das
Stromversorgungssystem des LX7 (2) besitzt
vorzugsweise eine modulare Struktur. Die Basisversion benötigt eine
Stromquelle mit 230 V/50 Hz. Die Stromversorgung kann jedoch auch
problemlos auf andere externe Stromquellen, beispielsweise auf 230
V/16 2/3 Hz, Solarkollektoren
oder auf ausschließlichen
Akkubetrieb umgerüstet
werden. Alle verschiedenen Varianten der Stromversorgung lassen
sich optional durch Austausch der entsprechenden Module kostengünstig realisieren.
Die Grundversion des LX7 zeichnet sich durch einen geringen Energieverbrauch
aus. Das LX7 sowie die Zugdetektoren enthalten jeweils einen Akku
zur Reservestromversorgung, die den Normalbetrieb für die benötigte Mindestdauer – in der
Regel acht Stunden – aufrechterhalten.
Auf elektrifizierten Strecken, auf denen keine externe Stromversorgung
zur Verfügung steht,
kann das System durch die Oberleitungen, beispielsweise 17 kV/16 2/3 Hz gespeist werden,
wobei mittels Transformatoren die Spannung auf 230 V/16 2/3 Hz verringert
wird. In diesem Fall muss das Wechselrichter-/Lademodul 230 V/50
Hz durch ein entsprechendes, auf 230 V/16 2/3 Hz ausgelegtes Wechselrichter-/Lademodul
ersetzt werden. Falls keine konventionelle Stromversorgung verfügbar ist,
können
Solarkollektoren mit geeigneten Akkulademodulen eingesetzt werden.
In diesem Fall wird auf ein Wechselrichter-/Lademodul verzichtet.
Für alle
Systeme oder nur für
Systeme mit direkter Energieerzeugung vor Ort kann bei Bedarf eine
Funktion zur Energieeinsparung während
der Nacht integriert werden. Standorte ohne externe Stromversorgung,
an denen auch eine Stromerzeugung vor Ort unrealistisch ist, können direkt über wiederaufladbare
Batterien mit Strom versorgt werden. Überspannungsschutzmodule werden
an allen Anschlusspunkten an der Einführung der äußeren Kabel in das Gehäuse sowie
am Eingang der externen Stromversorgung des LX7 installiert.
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Bei
Sytemen mit direkter Energieerzeugung vor Ort, die über eine
Alarmanlage mit Sirenen verfügen,
kann ein Eingang des Controllers speziell für das Senden von SMS-Meldungen
an einen zuentralen Dispatcher reserviert werden (Anspruch 5). Die Spannung
der Akkus wird überwacht.
Falls diese Spannung unter den zulässigen Mindestwert fällt, kann
eine entsprechende SMS-Meldung an das zuständige Wartungspersonal gesendet
werden. Das LX7 ist vorzugsweise in der Lage, SMS-Meldungen zu senden
und zu empfangen. Als optionale Ausstattungsvariante kann das LX7
per SMS-Meldung neu gestartet werden, wenn das System fehlerfrei
funktioniert. Wenn das LX7 einen Fehler, eine Störung oder ein anderes meldepflichtiges
Ereignis feststellt, wird eine SMS-Meldung an das Wartungs- oder Wachpersonal
oder den Zugdispatcher gesendet. Diese GSM-Meldung ent hält die ID-Nummer
des Bahnübergangs,
den Code bzw. die Beschreibung des Vorfalls und den Zeitpunkt des
Vorfalls. Das LX7 ist vorzugsweise in der Lage, SMS-Meldungen als Empfangsbestätigung vom
Dispatcher, Wach- oder Wartungspersonal zu empfangen.
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Das
LX7 verfügt über eine
integrierte Diagnosedatenbank, durch die festgelegte reguläre Ereignisse
sowie Fehler und Störungen
in Echtzeit aufgezeichnet werden. Die Datenbank funktioniert vorzugsweise
zyklisch, d. h. bei einer erschöpften
Speicherkapazität
werden jeweils die ältesten
Ereignisse durch neue Ereignisse überschrieben. Zum Abrufen der
Datenbank dient spezielle Software, die unter Windows auf PCs oder
Laptop-Computern ausgeführt
sein kann. Ein lokaler oder Remote-Zugriff auf die Datenbank ist
somit problemlos möglich.
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Ein
Blockschaltbild des FTC mit Gleisanschlüssen ist in 3 dargestellt.
Jeder FTC besteht aus einem Sender und dem Empfänger, die zusammen in einen
Metallbehälter
eingebaut und durch separate Kabel an das Gleis angeschlossen sind.
Der Erkennungsbereich ist für
bidirektionale Anwendung beidseitig symmetrisch und erstreckt sich
nach links und rechts von den Anschlusspunkten des FTC. Dieser Bereich
ist von den Eigenschaften der Gleisbettung abhängig und wird durch die Gleisimpedanz ausgedrückt.
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Für asymmetrische
Annäherungen
werden elektrische oder mechanische Schienenstöße benötigt. Schienenstöße können unmittelbar
neben dem Anschlusspunkt des Senders eingebaut werden. In diesem
Fall ist der Erkennungsbereich nur auf eine Seite des Gleises gerichtet – unidirektionale
Anwendung. Der einseitig gerichtete Erkennungsbereich ist bei unidirektionaler
Anwendung ca. 33 % länger
als bei bidirektionaler Anwendung.
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Da
die Gleisimpedanz von den Witterungsbedingungen abhängig ist,
ergeben sich bezüglich des
Erkennungsbereiches, insbesondere bei LFTCs, leichte Schwankungen.
Wenn für
die entsprechende Anwendung ein sehr genauer Erkennungsbereich erforderlich
ist, sind Schienenstöße zu verwenden.
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Die
Arbeitsfrequenzen von FTCs werden so ausgewählt, dass der Einfluss der
Bahnstromversorgung (25 kV/50 Hz) und der entsprechenden Oberschwingungen
möglichst
minimiert wird. Durch die Arbeitsfrequenzen wird ebenfalls die maximale
Erkennungsreichweite definiert. Eine Trennung zwischen den verschiedenen
Arbeitsfrequenzen wird gewählt,
um die Verwendung von zwei oder mehr FTCs mit unterschiedlichen
Betriebsfrequenzen auf einem kontrollierten Gleisabschnitt zu ermöglichen.
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Durch
den Einbau sowohl des Empfängers als
auch des Senders in einem gemeinsamen Gerätegehäuse wird erreicht, dass der
Empfänger
ein starkes Signal in unmittelbarer Nähe des Senders empfängt und
nicht lediglich ein schwaches Signal am Ende des kontrollierten
Gleisabschnitts registriert. Dies ermöglicht es, die Leistung des
Senders und Empfängers
zu reduzieren und führt
außerdem zu
Kosteneinsparungen hinsichtlich des Kabelnetzes zwischen Sender
und Empfänger.
Die Kosten für
ein zusätzliches
Gerätegehäuse können hierbei
ebenfalls eingespart werden. Insgesamt ergeben sich, insbesondere
bei den LFTCs, Einsparungen in beträchtlicher Höhe.
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Die
Erkennungsreichweite des FTC kann über einen Regelwiderstand eingestellt
werden. Zwei FTCs mit nebeneinander liegenden Arbeitsfrequenzen
können
daher über
dieselbe Erkennungsreichweite verfügen. Daraus ergibt sich, dass
die Zugerkennungsfunktion innerhalb des überwachten Streckenabschnitts
dupliziert werden kann – Redundanz. Dies
ist für
manche Signalanwendungen von großer Bedeutung, insbesondere
für die Steuerung
von Bahnübergängen, bei
denen durch die Eisenbahnbehörden
in vielen Ländern
eine duplizierte Zugmeldung vorgeschrieben ist. FTCs ermöglichen
die Implementierung der duplizierten Annäherungsgleisabschnitte für die Bahnübergangscontroller,
ohne dass teure Kabelnetze neben den Gleisen verlegt werden müssen. Zwei
Empfänger
R1 und R2 sind mit den FTCs verbunden und beaufschlagen serielle
Kontakte Cont.1 und Cont.2 der zugeordneten Relais Re1 und Re2.
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Welche
Einsparungen dadurch erzielt werden können, dass kein Kabelnetz neben
der Strecke – Kabel,
Grabenaushub, Verlegung und Prüfung – benötigt wird,
ist von der maximalen Zuggeschwindigkeit abhängig. Demzufolge können bei
höheren Zuggeschwindigkeiten
wegen der längeren
Annäherungsgleisabschnitte
auch höhere
Einsparungen erzielt werden. Diese Einsparungen sind außerdem von
dem jeweils vor Ort gültigen
Preis der Kabel und vor allem auch von den Arbeitskosten abhängig. Überwiegend
könnten
Kosten für
mehr als 2.600 m Kabel eingespart werden.
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Eine
typische Anordnung einer stoßlosen und
kabellosen Bahnübergangsanwendung
ist in 4 dargestellt. Vorzugsweise ist der Bahnübergangscontroller
mit einem Funkmodem zum Empfang von Programmierungsdaten, insbesondere
bezüglich
Applikationen, zusätzlicher
Parameter, Fehlerkorrektur und Updates, ausgestattet (Anspruch 6). Dazu
ist eine Fernübertragung
der Programmierungsdaten durch eine Zentrale vorgesehen (Anspruch
7).
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Die
Erfindung beschränkt
sich nicht auf das vorstehend genannte Ausführungsbeispiel. Vielmehr ist
eine Anzahl von Varianten denkbar, welche auch bei grundsätzlich anders
gearteter Ausführung
von den Merkmalen der Erfindung Gebrauch machen. Insbesondere ist
die Fernprogrammierung gemäß Anspruch 7
nicht auf Systeme mit LFTCs und SFTCs beschränkt, sondern kann bei jeglichen
Bahnübergangssicherungssystemen
verwendet werden, sofern diese einen programmierbaren Bahnübergangscontroller
aufweisen.