DE102004056967B4 - Vorrichtung zum Ausstanzen einer Elastomerfolie und Verfahren zur Herstellung von Prüfkörpern - Google Patents
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Abstract
Vorrichtung
zum Ausstanzen einer Elastomerfolie (2) durch ein in der Kontur
geschlossenes Stanzmesser (8), wobei die Schneide des Stanzmessers (8)
symmetrisch ist und gleiche Stanzwinkel aufweist, dadurch gekennzeichnet,
dass die Vorrichtung eine symmetrische Schneide (5) mit gleichen
Stanzwinkeln aufweist, wobei die Schneide (5) an mindestens einem
Nadelstift (4) zurückgesetzt
befestigt ist und der Nadelstift (4) in mindestens eine Führungsbohrung
(6) in der Auflagefläche
(1) einführbar
ist.
Description
- Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Ausstanzen einer Elastomerfolie durch ein in der Kontur geschlossenes Stanzmesser, wobei die Schneide des Stanzmesser symmetrisch ist und gleiche Stanzwinkel aufweist sowie ein Verfahren zur Herstellung von Prüfkörpern aus einer Elastomerfolie, wobei die Elastomerfolie durch Niederhalter fixiert wird.
- Aus der
DE 44 45 765 B4 ist ein Stanzwerkzeug mit gekrümmten Schnitt in Band- oder Stabform aus Eisenbasislegierungen bekannt, das zur Schneidkante hin verjüngt ausgebildet ist und einen keilförmigen Schneidteil aufweist. - Aus der
DE 102 30 365 A1 ist ein Verfahren zum Heraustrennen von Kunststoffkarten bekannt, wobei die Karten vor dem Heraustrennen fixiert werden. - Zur Bestimmung der Reißfestigkeit, Zugfestigkeit, Reißdehnung und von Spannungswerten im Zugversuch verwendet man bei Elastomerwerkstoffen, Kautschuk und anderen Elastomeren Prüfkörper, die mittels eines Stanzmessers hergestellt werden (s. DIN 53504). Ferner werden Weiterreißversuche mit einer Winkelprobe nach Graves mit Einschnitt zur Untersuchung herangezogen (s. DIN 53515).
- Die dazu erforderlichen Stanzmesser unterliegen der DIN ISO 4661-1. In dieser Norm sind geeignete Ausführungen von Schneiden beschrieben und dargestellt, wobei die Schneid- bzw. Stanzmesser eine innere senkrechte Klingenoberfläche und eine äußere zweistufige Klingenoberfläche aufweisen. Der untere Teil mit etwa 3 bis 5 mm ist unter einem Winkel von 30 bis 35° zur inneren senkrechten Klingenoberfläche und ihr oberer Teil unter einem Winkel von 18 bis 22° gestaltet. Nach dieser Norm hergestellte Stanzmesser führen zu konkaven Schnittflächen, die von der Härte des Prüfwerkstoffes und der Schärfe der Schneide abhängig sind. Die vorgegebene Probenbreite zum Beispiel von 6 mm beträgt tatsächlich zwischen 5,4 bis 6,4 mm über den Querschnitt und weist eine konkave Schnittfläche auf. Die konkave Schnittfläche ist durch die unsymmetrische Schneidengeometrie und das unterschiedliche Produktverdrängungsverhalten zu beiden – unterschiedlichen – Seiten der Schneide bewirkt.
- Die relativ großen Querschnittsdifferenzen bei der Prüfkörperherstellung führen zu Messfehlern und unbefriedigenden Messergebnissen.
- Aufgabe der Erfindung ist es, eine Vorrichtung zum Ausstanzen einer Elastomerfolie und ein verfahren zu Hostellung von Prüfkörpern durch ein in der Kontur geschlossenes Stanzmesser, deren Schneide symmetrisch ist und gleiche Stanzwinkel aufweist, dahingehend weiter auszubilden, dass exakte Prüfkörper mit einem Einschnitt für Weiterreißversuche hergestellt werden können.
- Diese Aufgabe wird durch eine Vorrichtung dadurch gelöst, dass sie eine zusätzliche Schneide mit gleichen Stanzwinkeln aufweist, wobei die Schneide an mindestens einem Nadelstift zurückgesetzt befestigt ist und der Nadelstift in mindestens eine Führungsbohrung in der Auflagefläche einführbar ist.
- Vorzugsweise Ausführungen sind den Unteransprüchen zu entnehmen.
- Die Aufgabe wird auch durch ein Verfahren gelöst, dass in einem ersten Schritt ein Einschnitt für Weiterreißversuche durch das Absenken der Schneide mit dem Nadelstift in eine Führungsbohrung in die Auflagefläche ausgeführt wird, in einem zweiten Schritt die Schneide durch Abheben von der Elastomerfolie entfernt und in einem dritten Schritt das Ausstanzen des Prüfkörpers entlang der vorgegebenen Schnitt- oder Umrisslinie erfolgt.
- Vorzugsweise sind die Niederhalter permanent vom Schneiden des Einschnitts bis zum Ausstanzen der Prüfkörper aus der Elastomerfolie mit einer definierten Kraft fixiert und belastet.
- Durch das Stanzmesser gemäß der Erfindung lassen sich Prüfkörper mit einer Querschnittstoleranz zwischen 5,94 bis 6,04 mm herstellen. Dies bedeutet eine Verringerung der Toleranz der Prüfkörper um den Faktor 10. Auch eine Verringerung der Schneidenqualität hat nur einen relativ geringen Einfluss auf die Genauigkeit. Durch diese höhere Genauigkeit der Prüfkörper lassen sich die zu bestimmenden physikalischen Eigenschaften erheblich präziser erheben, da genauere Werte gemessen werden können. Es erfolgt eine unterschiedliche Beeinflussung durch das Variieren beim Ausweichen des durch die Schneiden verdrängten Materials der Prüfkörper, wobei Niederhalter eingesetzt werden, die die auszustanzende Produktfolie mit einer definierten Kraft an die Stanzauflage andrücken, so dass der Produktverdrängungsbereich durch das Stanzen um das Stanzmesser bzw. um die Schneide herum begrenzt wird. Eine Änderung bezüglich der Stumpfheit der Stanzmesser der Schneide hat keinen oder nur einen sehr minimalen Einfluss auf die Geometrie der hergestellten Prüfkörper.
- Zur Herstellung von Einschnitten für eine Winkelprobe nach Graves ist es vorteilhaft, eine symmetrische Schneide an einem vorstehenden Nadelstift anzuordnen, der für eine positionsgenaue und akkurate Schnittlinie im Prüfkörper sorgt, wobei der gegenüber der Schneide vorstehende Nadelstift beim Absenken in eine Führungsbohrung eingeht bzw. in eine weiche Stanzunterlage eintaucht.
- Zur Schonung der Stanzunterlage und zur Sicherstellung einer Durchstanzposition wird eine vorzugsweise auswechselbare Stanzunterlage z. B. aus einem Karton verwendet, die als Verschleißteil dient.
- Nachfolgend wird die Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen unter Bezug auf Zeichnungen näher erläutert. Es zeigt:
-
1 einen Prüfkörper in Form eines Schulterstabes; -
2 einen Prüfkörper in Form einer Winkelprobe, die im Scheitelpunkt der inneren Abwinklung einen Einschnitt aufweist; -
3 eine Elastomerfolie auf einer Unterlage mit einer Führungsbohrung mit Niederhaltern und einem Nadelstift mit Schneide; -
4 zwei Nadelstifte mit dazwischen angeordneter Schneide; -
5 einen Querschnitt durch ein Stanzmesser, das gleichzeitig ein Querschnitt durch eine Schneide wiedergibt; -
6 eine Schneide mit zwei Winkeln; und -
7 eine Elastormerfolie mit zwei Niederhaltern und dazwischen angeordnetem Stanzmesser. - Eine Vorrichtung wie sie schematisch in
3 dargestellt ist, enthält eine Auflagefläche1 , auf die eine Elastomerfolie2 aufgelegt ist. Die Elastomerfolie2 wird durch Niederhalter3 an die Auflagefläche1 angedrückt, so dass sie nicht verrutschen kann. Zwischen den dargestellten beiden Niederhaltern3 ist ein auf- und abbewegbarer Nadelstift4 mit einer daran beabstandet zu dessen Spitze befestigter Schneide5 (s. auch4 ) angeordnet. - In
3 ist eine Führungsbohrung6 dargestellt, in die der vorspringende Nadelstift4 so weit einführbar ist, dass die Schneide5 in der Elastomerfolie2 einen Einschnitt7 für Weiterreißversuche ausführen kann. - Bei einer Ausführung mit zwei Nadelstiften gemäß
4 weist die Auflagefläche zwei beabstandete Führungsbohrungen6 auf. Nachdem die Vorrichtung mit Nadelstiften4 angehoben und entfernt ist, beispielsweise durch Verschwenken zwischen zwei Endpunkten, halten die Niederhalter3 die Elastomerfolie2 weiter fest, wonach mittels eines Stanzmessers8 Prüfkörper9 , wie sie beispielsweise in1 und2 dargestellt sind, ausgeschnitten bzw. ausgestanzt. Durch die Niederhalter3 bleibt die Position und Tiefe des Einschnitts7 zur Prüfkörperumrandung absolut sichergestellt. Die Stanzmesser8 entsprechen der jeweiligen Umrisslinie der gewünschten Prüfkörper9 . - Wenn ein Prüfkörper
9 gemäß2 mit Einschnitt7 zum Weiterreißen hergestellt werden soll, ist vorzugsweise der Ablauf wie oben beschrieben. Soll jedoch ein Prüfkörper9 ohne Einschnitt hergestellt werden, wie beispielsweise in1 dargestellt, wird sogleich, nachdem mehrere Niederhalter3 zu beiden Seiten entlang der gewünschten Umrisslinie abgesenkt sind, mittels eines Stanzmessers8 der gewünschte Prüfkörper9 ausgestanzt und weiterhin einem Prüf- oder Messvorgang zugeführt. - Vorzugsweise weisen die Schneiden
5 des Stanzmessers8 als auch der Schneide5 eine symmetrische in bezug auf die jeweilige Schnitt- oder Stanzlinie gleiche Schneid- oder Stanzwinkel auf, die vorzugsweise einen Winkel von 15 bis 30° einschließen. Das Stanzmesser8 kann an der Spitze einen abgesetzten Bereich von nur 10°–25° aufweisen (s.6 ). Durch die symmetrische Gestalt des Querschnitts von Stanzmesser8 , der Schneide5 und der Spitze des Nadelstiftes4 , wie sie in5 dargestellt sind, erfolgt eine Verdrängung beim Schneiden bzw. Stanzen gleichmäßig in beide/alle Richtungen der Schneiden von Stanzmesser8 bzw. der Spitze des Nadelstiftes4 und der Schneiden5 , wodurch eine höhere Präzision der Umrisslinie der Prüfkörper9 erzielbar sind, wodurch auch die nachfolgenden Messungen an oder mit den Prüfkörpern9 mit höherer Präzision durchgeführt werden können. - Zum Schutz der Unterlage
1 kann vor dem Auflegen der Elastomerfolie2 , die eine Dicke bis zu 3 mm, vorzugsweise 0,5 mm aufweist, eine stärkere Pappe, vorzugsweise 0,5 bis 0,6 mm angeordnet sein, in die dann der oder die Nadelstifte4 nach dem Durchstechen der Elastomerfolie2 Eingang und Halt finden können. - Vorzugsweise sind die Niederhalter
3 mit einer bestimmbaren Kraft an die Elastomerfolie2 andrückbar, wozu beispielsweise Federn oder Hebelverbindungen (nicht dargestellt) dienen können. Für besondere Verwendungen kann diese Kraft auch verstellbar sein. Vorzugsweise weisen die Niederhalter3 Längsrillen (nicht dargestellt) oder eine andere reliefartige Gestaltung auf, die nicht nur die Elastomerfolie2 gut fixiert, sondern auch dafür sorgt, dass der hergestellte Prüfkörper9 nicht an den Niederhaltern3 haftet, d. h. auch quasi als Auswerter dient.
Claims (8)
- Vorrichtung zum Ausstanzen einer Elastomerfolie (
2 ) durch ein in der Kontur geschlossenes Stanzmesser (8 ), wobei die Schneide des Stanzmessers (8 ) symmetrisch ist und gleiche Stanzwinkel aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung eine symmetrische Schneide (5 ) mit gleichen Stanzwinkeln aufweist, wobei die Schneide (5 ) an mindestens einem Nadelstift (4 ) zurückgesetzt befestigt ist und der Nadelstift (4 ) in mindestens eine Führungsbohrung (6 ) in der Auflagefläche (1 ) einführbar ist. - Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass jede Führungsbohrung dem Querschnitt der Nadelstifte (
4 ) angepasst ist. - Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass beim Absenken der Schneide (
5 ) jeder Nadelstift (4 ) in ein Schutzmaterial in der Auflagefläche (1 ) der Elastomerfolie (2 ) einführbar ist. - Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens zwei Niederhalter (
3 ) in geringem Abstand zu beiden Seiten der Schnitt- oder Umrisslinie angeordnet sind. - Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass jedem Niederhalter (
3 ) zum Andrücken der Elastomerfolie (2 ) an ihre jeweilige Auflagefläche (1 ) eine gleich große Kraft zugeordnet ist. - Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Kraft einstellbar ist.
- Verfahren zur Herstellung von Prüfkörpern (
9 ) aus einer Elastomerfolie (2 ), wobei die Elastomerfolie (2 ) durch Niederhalter (3 ) fixiert wird, dadurch gekennzeichnet, dass in einem – ersten Schritt ein Einschnitt (7 ) für Weiterreißversuche durch das Absenken der Schneide (5 ) mit dem Nadelstift (4 ) in eine Führungsbohrung (6 ) in die Auflagefläche (1 ) ausgeführt wird, in einem – zweiten Schritt die Schneide (5 ) durch Abheben von der Elastomerfolie (2 ) entfernt und in einem – dritten Schritt das Ausstanzen des Prüfkörpers (9 ) entlang der vorgegebenen Schnitt- oder Umrisslinie erfolgt. - Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Niederhalter (
3 ) permanent vom Schneiden des Einschnitts (7 ) bis zum Ausstanzen der Prüfkörper (9 ) auf die Elastomerfolie (2 ) mit einer definierten Kraft fixiert und belastet werden.
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