DE10042407C2 - Verfahren zum Messen der Verformungsreserve von Formteilen aus Metall-, insbesondere Stahlblech - Google Patents
Verfahren zum Messen der Verformungsreserve von Formteilen aus Metall-, insbesondere StahlblechInfo
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Description
Im Automobilbau, aber nicht nur in diesem Bereich der
Technik, werden aus Gründen der Gewichtsminimierung
dünnwandige Formteile aus Metall-, insbesondere
Stahlblech, eingesetzt. Die Formteile erhalten ihre Form
in einer oder mehreren Umformstufen wie Pressen,
Tiefziehen oder Hochdruckumformen, um nur einige mögliche
Verformungstechniken zu benennen. Für die Bewertung der
einzelnen Verformungsstufen, aber auch am Ende der
Gesamtverformung, ist es wichtig, Kenntnis von der
Verformungsreserve des Werkstoffes an definierten Stellen
des Formteils zu erhalten. Dann läßt sich das Verhalten
des Formteils im weiteren Herstellungsprozeß, aber auch
für den späteren betrieblichen Einsatz beurteilen. Zur
Zeit stehen dafür aber keine geeigneten Meßverfahren zur
Verfügung.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren
zum Messen der Verformungsreserve von Formteilen aus
Metall-, insbesondere Stahlblech, zu entwickeln.
Diese Aufgabe wird mit einem erfindungsgemäßen Verfahren
gelöst, bei dem ein Ausschnitt des bereits mindestens
einmal verformten Formteils in einer Klemmvorrichtung aus
der Form des Ausschnittes angepaßter Matrize und Patrize
eingeklemmt wird und von der Patrizenseite aus in einem
mittleren, von der Matrize und der Patrize ausgesparten,
freien Bereich mit einem Stempel einseitig ausgebeult
wird, dessen Durchmesser kleiner als der Durchmesser der
Aussparung in der Matrize ist, wobei für die Bewertung
der Verformungsreserve die Stempelkraft, die Tiefe
und/oder die Form der Ausbeulung dienen.
Verfahren zur Beurteilung der Qualität von Blechen,
insbesondere deren Tiefziehfähigkeit sind bekannt. Bei
all diesen Verfahren geht es aber nicht um die Messung
der Verformungsreserve eines mindestens einmal verformten
Formteils, sondern insbesondere um die Messung der
Tiefziehfähigkeit von jungfräulichen ebenen Blechproben.
Ein charakteristisches Beispiel dafür ist die DIN-Norm
50101, die die Bedingungen für einen "Tiefungsversuch an
Blechen und Bändern" festlegt. Bei diesem Tiefungsversuch
wird eine ebene Blechprobe in einer Klemmvorrichtung
zwischen einer Matrize und einer Patrize eingespannt,
wobei ein mittiger Bereich der Blechprobe frei bleibt. In
diesen mittigen Bereich wird ein kugelförmiger Kopf eines
Stempels eingedrückt, bis die Blechprobe reißt. Die
Eindringtiefe des Stempels bis zum Augenblick des
Einreißens ist ein Maß für die Beurteilung der
Tiefziehfähigkeit des Bleches. Solche Tiefungsversuche
beschäftigen sich also nicht mit der Verformungsreserve
eines bereits verformten Formteils, sondern eben nur mit
der Tiefziehfähigkeit jungfräulicher ebener Bleche.
Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren wird also im
Unterschied zu dem herkömmlichen Tiefungsversuch das
Formteil, also das mindestens einmal verformte Blech,
ohne jede weitere Verformung in einer der Form des
Formteils angepaßten Klemmvorrichtung eingespannt und an
einer definierten Stelle ausgebeult. Aus der dabei
aufgewendeten Kraft und/oder dem Beulweg beziehungsweise
der Form der Ausbeulung läßt sich dann eine Aussage über
die Verformungsreserve des für das Formteil eingesetzten
Werkstoffes an definierter Stelle machen. Sofern eine
Ausbeulung bis zum Einriß vorgenommen wird, reicht
oftmals zur Bestimmung der Verformungsreserve der Beulweg
aus.
Zur genaueren Auswertung der Messung hinsichtlich der
Verformungsreserve kann ein Meßraster auf dem Formteil
vor und nach dem Verformungsschritt, nach dem die
Verformungsreserve gemessen werden soll, angebracht
werden. Hierbei wird das Formteil mit dem dann schon
deformierten Meßraster oder dem neu aufgebrachten, noch
nicht deformierten Meßraster bei der Ausbeulung weiter
verformt. Bei einem auf eine ebene Platine aufgebrachten
Meßraster muß das Meßraster nach jeder Umformung des
Formteils analysiert werden.
Vorzugsweise wird eine Matrize mit einem an der
Aussparung abgerundeten Kantenrand verwendet. Ferner
sollte der verwendete Stempel einen Kopf haben, der
zumindest an seinem Kantenrand abgerundet ist. Der Kopf
des Stempels kann auch kugelig oder elliptisch rund sein.
Um die Reibung zwischen den am Beulvorgang beteiligten
Teilen zu reduzieren, kann der Kopf des Stempels und/oder
der Kantenrand der Aussparung in der Matrize poliert
sein. Auch ist es möglich, ein Schmiermittel zwischen dem
Formteil und dem Stempel und/oder der Matrize zu
verwenden.
Im folgenden wird die Erfindung anhand einer Zeichnung
näher erläutert, die in schematischer Darstellung im
Axialschnitt eine Vorrichtung zur Durchführung des
Verfahrens zeigt.
In einem Gestell 1 ist auswechselbar eine
Klemmvorrichtung gehalten, die aus einer Matrize 2 und
einer als Niederhalter dienenden Patrize 3 besteht. Die
zusammenwirkenden Klemmbacken von Matrize 2 und Patrize 3
sind der Form des einzuklemmenden Formteils 4, im
vorliegenden Fall der Zylinderform eines aufgeschnittenen
Rohres, angepaßt. Mittels einer Schraube 9 sind sie bei
einzuklemmendem Formteil 4 zueinander räumlich fixierbar.
In der Matrize 2 und in der Patrize 3 sind koaxiale
Bohrungen 5, 6 vorgesehen, von denen die Bohrung 5 in der
Matrize 2 einen größeren Durchmesser als die Bohrung 6 in
der Patrize 3 hat. Die Matrize 2 und die Patrize 3 sparen
also vom eingeklemmten Bereich des Formteils 4 einen
mittleren Bereich aus. Der in diesen Aussparungen 5a, 6a
liegende mittlere Bereich des Formteils 4 kann einseitig
in Richtung der Matrize 2 ausgebeult werden. Dazu dient
ein in der Bohrung 6 sitzender Stempel 7. Der Stempel 7
hat einen abgerundeten Kopf. Auch der Kantenrand der
Aussparung 5a in der Matrize 2 ist abgerundet.
Wird nun auf den Stempel 7 Druck ausgeübt, dann wird das
Formteil 4 in seinem mittleren, von der Matrize 2 und der
Patrize 3 ausgesparten Bereich ausbeult. Dieser Vorgang
kann beobachtet werden durch einen unterhalb der Matrize
2 aufgestellten Spiegel 8.
Claims (5)
1. Verfahren zum Messen der nach mindestens einem
Verformungsschritt noch verbleibenden Verformungsreserve
von Formteilen (4) aus Metall, insbesondere Stahlblech,
bei dem ein Ausschnitt des bereits mindestens einmal
verformten Formteils (4) in einer Klemmvorrichtung aus
der Form des Ausschnittes angepaßter Matrize (2) und
Patrize (3) eingeklemmt wird und von der Patrizenseite
aus in einem mittleren, von der Matrize (2) und der
Patrize (3) ausgesparten, freien Bereich mit einem
Stempel (7) einseitig ausgebeult wird, dessen Durchmesser
kleiner als der Durchmesser der Aussparung (5a) in der
Matrize (2) ist, wobei für die Bewertung der
Verformungsreserve die Stempelkraft, die Tiefe und/oder
die Form der Ausbeulung dienen.
2. Verfahren nach Patentanspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß
eine Matrize (2) mit einem an der Aussparung (5a)
abgerundeten Kantenrand verwendet wird.
3. Verfahren nach Patentanspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, daß
ein Stempel (7) verwendet wird, dessen Kopf zumindest an
seinem Kantenrand abgerundet ist.
4. Verfahren nach einem der Patentansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, daß
der Kopf des Stempels (7) und/oder der Kantenrand der
Aussparung (5a) in der Matrize (2) poliert sind.
5. Verfahren nach einem der Patentansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, daß
ein Schmiermittel zwischen dem Formteil (4) und dem
Stempel (7) und/oder der Matrize (2) verwendet wird.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE2000142407 DE10042407C2 (de) | 2000-08-30 | 2000-08-30 | Verfahren zum Messen der Verformungsreserve von Formteilen aus Metall-, insbesondere Stahlblech |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE2000142407 DE10042407C2 (de) | 2000-08-30 | 2000-08-30 | Verfahren zum Messen der Verformungsreserve von Formteilen aus Metall-, insbesondere Stahlblech |
Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE10042407A1 DE10042407A1 (de) | 2002-04-18 |
| DE10042407C2 true DE10042407C2 (de) | 2002-10-24 |
Family
ID=7654177
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE2000142407 Expired - Fee Related DE10042407C2 (de) | 2000-08-30 | 2000-08-30 | Verfahren zum Messen der Verformungsreserve von Formteilen aus Metall-, insbesondere Stahlblech |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE10042407C2 (de) |
Families Citing this family (1)
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|---|---|---|---|---|
| DE102006010431B4 (de) * | 2006-03-03 | 2011-02-03 | Thyssenkrupp Steel Europe Ag | Verfahren und Vorrichtung zur Prüfung der Qualität einer metallischen Oberfläche |
Citations (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US1397541A (en) * | 1920-02-03 | 1921-11-22 | Tinius Olsen Testing Mach Co | Method for use in connection with the testing of materials |
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2000
- 2000-08-30 DE DE2000142407 patent/DE10042407C2/de not_active Expired - Fee Related
Patent Citations (3)
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| US1397541A (en) * | 1920-02-03 | 1921-11-22 | Tinius Olsen Testing Mach Co | Method for use in connection with the testing of materials |
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Non-Patent Citations (1)
| Title |
|---|
| DIN 50101, Teil 1, Spt. 1979 * |
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| DE10042407A1 (de) | 2002-04-18 |
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