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Die
Erfindung betrifft einen Unterdruckbremskraftverstärker gemäß dem Oberbegriff
des Anspruchs 1.
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Derartige
Unterdruckbremskraftverstärker werden
gegenwärtig
in Kraftfahrzeugen zur Verstärkung
der von einem Fahrer beim Bremsen auf ein Bremspedal aufgebrachten
Betätigungskraft
eingesetzt. Bei einer Betätigung
des Bremskraftverstärkers öffnet ein
Steuerventil eine Verbindung zwischen einer Arbeitskammer und der
Umgebungsatmosphäre,
so dass Luft in die Arbeitskammer strömen kann, woraufhin sich an
einer die Arbeitskammer von einer Unterdruckkammer trennenden beweglichen
Wand ein Differenzdruck aufbaut. Dieser Differenzdruck verschiebt
die bewegliche Wand sowie ein mit der beweglichen Wand verbundenes Steuerventilgehäuse axial
in Betätigungsrichtung, woraus
eine entsprechende Servokraft resultiert, die an einen dem Bremskraftverstärker funktionell
nachgeschalteten Hauptzylinder weitergeleitet wird. Nach Beendigung
des Bremsvorgangs schließt
das Steuerventil die Verbindung der Arbeitskammer zur Umgebungsatmosphäre und öffnet statt
dessen eine Verbindung zwischen der Unterdruckkammer und der Arbeitskammer.
Da die Unterdruckkammer des Bremskraftverstärkers ständig mit einer Unterdruckquelle,
beispielsweise dem Ansaugtrakt eines Verbrennungsmotors oder einer
Unterdruckpumpe in Verbindung steht, führt dies zu einer Verringerung des
Differenzdrucks an der beweglichen Wand, so dass die bewegliche
Wand und das Steuerventilgehäuse
in ihre Ausgangsstellung zurückbewegt
werden.
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Bei
bekannten Unterdruckbremskraftverstärkern ist am Verstärkergehäuse üblicherweise
ein zylindrisch ausgebildeter Verstärkerhals angeformt, der einerseits
eine Führungsfunktion
für das
axial relativ zum Verstärkergehäuse verschiebbare
Steuerventilgehäuse übernimmt
und der darüber
hinaus zur Aufnahme von Dichtungs- und Lagerungselementen dient.
Dieser Verstärkerhals
ist einteilig mit dem Verstärkergehäuse ausgebildet
und wird üblicherweise durch
Tiefziehen einer normalerweise aus Blech bestehenden Verstärkergehäuseschale
hergestellt. Eine derartige Anordnung weist den Nachteil auf, dass
das Tiefziehen der Verstärkergehäuseschale sehr
aufwendig und zeitintensiv ist. Darüber hinaus können zur
Herstellung der Verstärkergehäuseschale
nur spezielle, zur Formgebung durch Tiefziehen geeignete Materialien
eingesetzt werden, was sich ebenfalls nachteilig auf die Kosten
des Verstärkergehäuses und
somit des gesamten Unterdruckbremskraftverstärkers auswirkt.
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Die
nachveröffentlichte
DE 103 59 175 A1 betrifft
ein Gehäusemodul
für einen
Bremskraftverstärker,
das eine Gehäusehalbschale
umfasst. Die Gehäusehalbschale
ist mehrteilig ausgebildet und besteht aus einem Metallgehäuseteil
sowie einem separat von dem Metallgehäuseteil ausgebildeten Kunststoffgehäuseteil.
An das Kunststoffgehäuseteil ist
ein Dichtungselement zur abdichtenden Führung eines Steuerventilgehäuses angeformt.
Das Kunststoffgehäuseteil
weist einen radial nach außen
ragenden Anlageflansch auf, der an einer einer Eingangsseite des
Bremskraftverstärkers
zugewandten Außenfläche des
Metallgehäuseteils
anliegt. Zur Verbindung der Gehäuseteile
sind an dem Kunststoffgehäuseteil
Vorsprünge
ausgebildet, die das Metallgehäuseteil
im Bereich einer in dem Metallgehäuseteil ausgebildeten Öffnung in
Gestalt einer Bajonettverbindung umgreifen.
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Die
DE 695 02 703 T2 beschreibt
ebenfalls ein Bremskraftverstärkergehäuse, bei
dem ein Gehäuseteil
mehrteilig ausgebildet ist und aus einer Halbschale sowie einem
abdichtend mit der Halbschale verbundenen Bauteil besteht. Ein rohrförmiger Abschnitt
eines Steuerventilgehäuses
ist abdichtend und axial verschiebbar in dem Bauteil des Bremskraftverstärkergehäuses geführt. Das
Bauteil ist durch Schrauben, die durch Öffnungen in der Halbschale
ragen und dazu dienen, den Bremskraftverstärker an einer Spritzwand im
Motorraum eines Kraftfahrzeugs zu befestigen, mit der Halbschale
verbunden.
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Die
Erfindung ist auf die Aufgabe gerichtet, einen Unterdruckbremskraftverstärker mit
einem Verstärkergehäuse bereitzustellen,
das einfach aufgebaut, leicht und kostengünstig herstellbar sowie besonders
einfach montierbar ist.
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Zur
Lösung
dieser Aufgabe umfasst ein erfindungsgemäßer Unterdruckbremskraftverstärker die im
Anspruch 1 angegebenen Merkmale. Zur Führung des Steuerventilgehäuses ist
ein separat von dem Verstärkergehäuse ausgebildetes
Führungselement vorhanden,
das kraftübertragend
mit dem Verstärkergehäuse verbunden
ist. Durch die erfindungsgemäße Anordnung
kann auf das bisher übliche
aufwendige und kostenintensive Anformen eines Verstärkerhalses
an das Verstärkergehäuse durch
Tiefziehen verzichtet werden. Dadurch muss die Verstärkergehäuseschale
nicht mehr notwendigerweise aus einem tiefziehbaren Blech bestehen,
sondern kann aus anderen, kostengünstigeren Materialien, z.B.
auch aus Kunststoff, hergestellt werden. Darüber hinaus ist der erfindungsgemäße Unterdruckbremskraftverstärker mit
einem separat von dem Verstärkergehäuse ausgebildeten
Führungselement
einfach und kostengünstig
montierbar. Das Führungselement
ist, ähnlich
wie der bei bekannten Unterdruckbremskraftverstärkern vorhandene Verstärkerhals,
vorzugsweise zylind risch ausgebildet und sorgt somit für eine sichere
Führung
des üblicherweise
ebenfalls zylindrisch ausgebildeten Steuerventilgehäuses.
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In
dem Verstärkergehäuse ist
eine Öffnung zur
Aufnahme des Steuerventilgehäuses
vorgesehen. Diese Öffnung
kann auf einfache und kostengünstige
Art und Weise in die Verstärkergehäuseschale
eingebracht werden. Zur Verbindung des Verstärkergehäuses mit dem Führungselement
durchgreift ein erstes Ende des Führungselements vorzugsweise
die in dem Verstärkergehäuse ausgebildete Öffnung,
wohingegen ein dem ersten Ende gegenüberliegendes zweites Ende des
Führungselements
aus dem Verstärkergehäuse herausragt.
Das Führungselement
ist dadurch dazu in der Lage, eine ordnungsgemäße Führung der Bewegung des Steuerventilgehäuses zu
gewährleisten.
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Bei
dem erfindungsgemäßen Unterdruckbremskraftverstärker sind
im Bereich des ersten Endes des Führungselements ein radial nach
außen
ragender, d.h. ein sich vorzugsweise im Wesentlichen parallel zu
einer Verstärkergehäusewand
erstreckender Anlageflansch sowie mindestens eine in einem Abstand
von dem Anlageflansch angeordnete radial nach außen ragende Verschlussnase
ausgebildet. Die Verstärkergehäusewand
kann dann zur sicheren Befestigung des Führungselements am Verstärkergehäuse zwischen
dem Anlageflansch und der Verschlussnase aufgenommen werden. An
dem Führungselement
kann lediglich eine Verschlussnase ausgebildet sein. Vorzugsweise
ist jedoch eine Mehrzahl von Verschlussnasen vorgesehen, die im
Bereich des ersten Endes des Führungselements über einen
Umfang des Führungselements
verteilt angeordnet sind.
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Im
Bereich der im Verstärkergehäuse vorgesehenen Öffnung ist
in der Verstärkergehäusewand vorzugsweise
mindestens eine zu der mindestens einen an dem Führungselement ausgebildeten
Verschlussnase komplementäre
Aussparung ausgebildet. Zur Befestigung des Führungselements an dem Verstärkergehäuse kann
das Führungselement
dann in einfacher Art und Weise in Richtung der Eingangsseite des
Bremskraftverstärkers
durch die im Verstärkergehäuse vorgesehene Öffnung geschoben
werden, wobei die Verschlussnase durch die Aussparung in der Verstärkergehäusewand
hindurchgeführt wird,
bis der Anlageflansch des Führungselements
in Anlage an die Innenseite der Verstärkergehäusewand gerät. Nach dem Hindurchführen des
Führungselements
durch die im Verstärkergehäuse ausgebildete Öffnung kann
das Führungselement
um einen definierten Winkel gedreht werden, so dass die mindestens
eine Verschlussnase mit einem nicht mit einer Aussparung versehenen
Bereich der Außenseite
der Verstärkergehäusewand
in Anlage gerät. Durch
einen derartigen Bajonettverschluss kann das Führungselement auf besonders
einfache Art und Weise kraftschlüssig
mit dem Verstärkergehäuse verbunden
werden. Es versteht sich, dass dann, wenn an dem Führungselement
mehrere um den Umfang des Führungselements
verteilte Verschlussnasen ausgebildet sind, in der Verstärkergehäusewand
eine entsprechende Anzahl von um einen Umfang der in dem Verstärkergehäuse vorgesehenen Öffnung verteilten
komplementären
Aussparungen vorhanden ist.
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Bei
einer bevorzugten Ausführungsform
des erfindungsgemäßen Unterdruckbremskraftverstärkers ist
das Führungselement
mittels eines Bajonettverschlusses oder einer Rastverbindung kraftübertragend
mit dem Verstärkergehäuse verbunden.
Sowohl ein Bajonettverschluss als auch eine Rastverbindung ermöglicht eine
sichere, rasche und einfache Befestigung des Führungselements am Verstärkergehäuse.
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Vorzugsweise
besteht das Führungselement aus
einem Kunststoff. Die Formgebung des Führungselements kann dann auf
einfache und kostengünstige
Art und Weise durch Spritzgießen
erfolgen.
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Vorzugsweise
entspricht der Abstand zwischen dem Anlageflansch und der mindestens
einen Verschlussnase im Wesentlichen der Dicke der Verstärkergehäusewand.
Dadurch wird eine besonders sichere Befestigung des Führungselements
an dem Verstärkergehäuse ermöglicht.
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Bei
einer Ausführungsform
des erfindungsgemäßen Unterdruckbremskraftverstärkers liegt
der Anlageflansch des Führungselements
an einer von einer Eingangsseite des Unterdruckbremskraftverstärkers abgewandten
Seite, d.h. einer dem Inneren des Verstärkergehäuses zugewandten Innenseite der
Verstärkergehäusewand
an. Der Anlageflansch kann dann unmittelbar am ersten Ende des Führungselements
angeformt sein. Die an dem Führungselement
vorgesehene mindestens eine Verschlussnase hat vorzugsweise einen
in Form eines rechtwinkligen Dreiecks ausgebildeten Querschnitt, dessen
kurze Kathete an einer der Eingangsseite des Unterdruckbremskraftverstärkers zugewandten
Seite, d.h. einer Außenseite
der Verstärkergehäusewand
anliegt.
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Bei
einer alternativen Ausführungsform
eines Unterdruckbremskraftverstärkers,
der nicht Gegenstand der Erfindung ist, liegt der Anlageflansch des
Führungselements
dagegen an einer der Eingangsseite des Unterdruckbremskraftverstärkers zugewandten
Seite, d.h. einer Außenseite
der Verstärkergehäusewand
an. Am ersten Ende des Führungselements
ist vorzugsweise ein sich axial erstreckender federelastischer Tragarm
ausgebildet, der die mindestens eine Verschlussnase des Führungselements
trägt.
Die Verschlussnase hat vorzugsweise wiederum einen in Form eines
rechtwinkligen Dreiecks ausgebildeten Querschnitt, dessen kurze
Kathete an einer von der Eingangsseite des Unterdruckbremskraftverstärkers abgewandten
Seite, d.h. einer Innenseite der Verstärkergehäusewand anliegt. Zur Befestigung
des Führungselements
an dem Verstärkergehäuse kann
das Führungselement
dann in einfacher Art und Weise in Richtung einer Ausgangsseite
des Bremskraftverstärkers
durch die im Verstärkergehäuse vorgesehene Öffnung geschoben
werden, wobei der die Verschlussnase tragende Tragarm federelastisch
radial nach innen verformt wird. Wenn das Führungselement seine vorgesehene
Position erreicht hat und der Anlageflansch des Führungselements
in Anlage an die Außenseite
der Verstärkergehäusewand
gerät,
verrastet die Verschlussnase aufgrund der federelastischen Eigenschaften
des Tragarms mit der Innenseite der Verstärkergehäusewand, so dass die Verstärkergehäusewand
zwischen dem Anlageflansch und der Verschlussnase festgelegt wird.
Eine derartige Rastverbindung ermöglicht eine besonders einfach
und zeitsparende Montage des Führungselements
am Verstärkergehäuse.
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Bei
einer bevorzugten Ausführungsform
des erfindungsgemäßen Unterdruckbremskraftverstärkers ist
im Bereich einer der Verstärkergehäusewand zugewandten
Seite des Anlageflansches ein Dichtelement zur Abdichtung des Führungselements
gegenüber
dem Verstärkergehäuse vorgesehen.
Das Dichtelement kann z.B. in einer an dem Anlageflansch auf seiner
der Verstärkergehäusewand
zugewandten Seite ausgebildeten Nut aufgenommen sein. Um eine sichere
Abdichtung des Führungselements
gegenüber
dem Verstärkergehäuse zu gewährleisten,
kann das Dichtelement als umlaufende Dichtung ausgebildet sein.
Durch die Abdichtung des Führungselements
gegenüber
dem Verstärkergehäuse wird
das Innere des Verstärkergehäuses und insbesondere
die sich im Verstärkergehäuse befindende
Arbeitskammer zuverlässig
gegen die Außenatmosphäre abgedichtet.
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Vorzugsweise
besteht das Dichtelement aus einem thermoplastischen Elastomermaterial.
Das Dichtelement kann dann auf einfache Art und Weise durch Spritzgießen an das
Führungselement
angeformt und somit einteilig mit dem Führungselement ausgebildet werden.
Alternativ dazu kann jedoch auch ein separat von dem Führungselement
ausgebildetes Dichtelement, wie z.B. eine O-Ringdichtung verwendet
werden.
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Bei
einer bevorzugten Ausführungsform
des erfindungsgemäßen Unterdruckbremskraftverstärkers weist
das Führungselement
einen vorzugsweise an dem dem ersten Ende gegenüberliegenden zweiten Ende des
Führungselements
angeordneten Aufnahmeabschnitt zur Aufnahme eines Dichtungs- und Lagerungselements
auf. Das im Wesentlichen ringförmig
ausgebildete Dichtungs- und Lagerungselement dichtet einen Innenumfang
des Führungselements
gegenüber
einem Außenumfang
des in dem Führungselement
geführten
Steuerventilgehäuses ab
und sorgt somit für
eine sichere Abdichtung des Inneren des Verstärkergehäuses, d.h. insbesondere der
Arbeitskammer des Unterdruckbremskraftverstärkers gegenüber der Umgebungsatmosphäre. Darüber hinaus
erfüllt
das Dichtungs- und Lagerungselement eine Lagerfunktion, da es eine
Gleitführung
des axial verschiebbaren Steuerventilgehäuses in dem Führungselement
ermöglicht.
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Der
Aufnahmeabschnitt kann beispielsweise durch einen Abschnitt des
zylindrischen Führungselements
mit einem im Vergleich zum ersten Ende des Führungselements verringerten
Durchmesser gebildet sein. Das Führungselement
ist vorzugsweise ferner mit einem radial nach innen ragenden Flanschabschnitt
versehen, der beispielsweise unmittelbar an das zweite Ende des
Führungselements
angeformt sein kann.
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Eine
von der Eingangsseite des Bremskraftverstärkers abgewandte Fläche des
Flanschabschnitts liegt vorzugsweise an einer der Eingangsseite
des Bremskraftverstärkers
zugewandten Fläche des
Dichtungs- und Lagerungselements an, so dass das Dichtungs- und
Lagerungselement sicher in dem Aufnahmeabschnitt des Führungselements
gehalten wird.
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Das
Dichtungs- und Lagerungselement kann ein thermoplastisches Elastomermaterial
umfassen oder vollständig
aus einem thermoplastischen Elastomermaterial bestehen. Bei einer
Ausführungsform des
erfindungsgemäßen Unterdruckbremskraftverstärkers ist
das Dichtungs- und Lagerungselement bezüglich des Führungselements als separates
Bauteil ausgebildet. Alternativ dazu ist es jedoch auch möglich, das
Dichtungs- und Lagerungselement durch
Spritzgießen
an das Führungselement
anzuformen und somit einstückig
mit dem Führungselement
auszubilden. Dadurch wird die Montage des erfindungsgemäßen Unterdruckbremskraftverstärkers wesentlich
erleichtert.
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In ähnlicher
Weise kann auch ein Staubschutzbalg bezüglich des Führungselements als separates
Bauteil ausgeführt
und abdichtend mit dem Führungselement
verbunden sein. Alternativ dazu besteht jedoch auch die Möglichkeit,
den Staubschutzbalg aus einem thermoplastischen Elastomermaterial
herzustellen und durch Spritzgießen an das Führungselement
anzuformen, d.h. einstückig
mit dem Führungselement
auszubilden. Dies führt
zu einer weiteren Vereinfachung der Montage des erfindungsgemäßen Bremskraftverstärkers.
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Vorzugsweise
umfasst das Dichtungs- und Lagerungselement einen Armierungseinsatz.
Der Armierungseinsatz ist vorzugsweise ringförmig ausgebildet und dient
der Erhöhung
der Festigkeit des Dichtungs- und Lagerungselements. Der Armierungseinsatz
kann beim Anformen des Dichtungs- und Lagerungselements an das Führungselement durch
Spritzgießen
als separates Bauteil in das Dichtungs- und Lagerungselement eingebracht
werden.
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Eine
bevorzugte Ausführungsform
des erfindungsgemäßen Unterdruckbremskraftverstärkers wird
nun anhand der beigefügten
schematischen Zeichnungen näher
erläutert,
von denen
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1 einen
Längsschnitt
eines Unterdruckbremskraftverstärkers
gemäß einer
Ausführungsform der
Erfindung zeigt,
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2 eine
vergrößerte Darstellung
des relevanten Bereichs des in 1 dargestellten
Unterdruckbremskraftverstärkers
zeigt und
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3 den
relevanten Bereich eines Unterdruckbremskraftverstärker zeigt,
der nicht Gegenstand der Erfindung ist.
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In 1 ist
ein Unterdruckbremskraftverstärker 10 für eine Fahrzeugbremsanlage
in seiner Ruhestellung dargestellt. Der Innenraum eines Bremskraftverstärkergehäuses 12 ist
von einer in der 1 nicht gezeigten Trennwand
in einen ersten und einen zweiten Abschnitt unterteilt. Im ersten
Abschnitt des Verstärkergehäuses 12 befindet
sich eine Arbeitskammer 14, die durch eine bewegliche Wand 16 von einer
Unterdruckkammer 18 getrennt ist. In dem in der 1 nicht
gezeigten zweiten Abschnitt des Verstärkergehäuses 12 befindet sich
eine weitere Arbeitskammer, die durch eine weitere bewegliche Wand
von einer weiteren Unterdruckkammer getrennt ist. Die Unterdruckkammern
stehen im Betrieb des Bremskraftverstärkers 10 ständig mit
einer Unterdruckquelle in Verbindung, beispielsweise dem Ansaugtrakt
eines Verbrennungsmotors oder einer Unterdruckpumpe. Die Arbeitskammer 14 ist
durch eine die bewegliche Wand 16 durchsetzende Lufthülse 20 mit
der weiteren Arbeitskammer verbunden.
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Zwei
Zugbolzen durchsetzen das komplette Verstärkergehäuse 12 und ragen mit
ihren Enden aus dem Verstärkergehäuse 12 heraus.
Der in der 1 gezeigte Zugbolzen 22 ist
dabei durch die die Arbeitskammer 14 mit der weiteren Arbeitskammer
verbindenden Lufthülse 20 hindurchgeführt. Die
Enden der Zugbolzen werden dazu genutzt, einen in der 1 nicht
gezeigten, dem Bremskraftverstärker 10 funktionell
nachgeschalteten Hauptzylinder mit dem Bremskraftverstärker 10 zu
verbinden bzw. das Verstärkergehäuse 12 an
einer ebenfalls nicht gezeigten Spritzwand eines Kraftfahrzeugs
zu befestigen.
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Zur
Steuerung einer auf die beweglichen Wände einwirkenden Druckdifferenz
ist eine Steuerventilanordnung 24 vorgesehen. Der Bremskraftverstärker 10 wird
mittels eines stangenförmigen
Eingangsglieds 26 betätigt,
das längs
einer Achse A in das Verstärkergehäuse 12 ragt
und mit einem Ende 28 in einem Übertragungskolben 30 befestigt
ist. Ein kugeliges Ende 32 des Übertragungskolbens 30 ist mit
einem Ventilkolben 34 verbunden, der seinerseits über einen
Fühlkolben 36 mit
einer Reaktionsscheibe 38 aus Elastomermaterial in Verbindung
steht, die eine über
das Eingangsglied 26 in den Bremskraftverstärker eingeleitete
Betätigungskraft
F auf einen Ausgangskolben 40 und somit den nicht dargestellten
Hauptzylinder einer hydraulischen Fahrzeugbremsanlage überträgt.
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Die
Steuerventilanordnung 24 weist ein als Kunststoffspritzgussteil
gefertigtes Steuerventilgehäuse 42 auf,
das kraftübertragend
mit der die Unterdruckkammer 18 von der Arbeitskammer 14 trennenden
beweglichen Wand 16 gekoppelt ist. An einem einer Eingangsseite
des Bremskraftverstärkers 10 zugewandten,
d.h. einem in 1 rechten Ende des Ventilkolbens 34 ist
ein ringförmiger
erster Ventilsitz 44 ausgebildet, der zusammen mit einem
ringförmigen
an einem Teil des Steuerventilgehäuses 42 ausgebildeten
zweiten Ventilsitz 46 und einem Ventilschließglied 48 für die Ventilfunktion
der Steuerventilanordnung 24 sorgt. Das Ventilschließglied 48 wird durch
eine sich an einem Halter 50 abstützende Feder 52 gegen
die beiden Ventilsitze 44 und 46 gedrückt.
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Im
Verstärkergehäuse 12,
d.h. einer der Eingangsseite des Bremskraftverstärkers 10 zugewandten
Verstärkergehäusewand 54 ist
eine Öffnung 56 zur
Aufnahme des Steuerventilgehäuses 42 im
Verstärkergehäuse 12 ausgebildet.
Zur Führung
der Bewegung des Steuerventilgehäuses 42 ist
ein zylindrisches Führungselement 58 vorgesehen,
das kraftübertragend
mit dem Verstärkergehäuse 12,
d.h. der der Eingangsseite des Bremskraftverstärkers 10 zugewandten
Verstärkergehäusewand 54 verbunden ist.
Das Führungselement 58 ist
als spritzgegossenes Kunststoffbauteil ausgeführt.
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Wie
insbesondere aus 2 ersichtlich ist, durchgreift
ein erstes Ende 60 des Führungselements 58 die
in der Verstärkergehäusewand 54 ausgebildete Öffnung 56.
Im Bereich des ersten Endes 60 des Führungselements 58 sind
ein radial nach außen
ragender Anlageflansch 62 sowie eine Mehrzahl von radial
nach außen
ragenden Verschlussnasen 64 vorgesehen, die im Bereich
des ersten Endes 60 des Führungselements 58 über einen
Umfang des Führungselements 58 verteilt
angeordnet sind. Die Verstärkergehäusewand 54 ist
zwischen dem Anlageflansch 62 und den Verschlussnasen 64 aufgenommen,
wobei ein Abstand D zwischen dem Anlageflansch 62 und den
Verschlussnasen 64 im Wesentlichen der Dicke der Verstärkergehäusewand 54 entspricht.
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Bei
der in 2 gezeigten Ausführungsform des Unterdruckbremskraftverstärkers 10 liegt
der Anlageflansch 62 des Führungselements 58 an
einer von der Eingangsseite des Bremskraftverstärkers 10 abgewandten
Seite, d.h. einer dem Inneren des Verstärkergehäuses 12 zugewandten
Innenseite der Verstärkergehäusewand 54 an.
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Die
Verschlussnasen 64 haben einen in Form eines rechtwinkligen
Dreiecks ausgebildeten Querschnitt, dessen kurze Kathete an einer
der Eingangsseite des Unterdruckbremskraftverstärkers 10 zugewandten
Seite, d.h. einer Außenseite
der Verstärkergehäusewand 54 anliegt.
Im Bereich der im Verstärkergehäuse 12 vorgesehenen Öffnung 56 sind
in der Verstärkergehäusewand 54 zu
den an dem Führungselement 58 ausgebildeten
Verschlussnasen 64 komplementäre Aussparungen (in den 1 und 2 nicht
gezeigt) ausgebildet.
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Zur
Befestigung des Führungselements 58 an
dem Verstärkergehäuse 12 wird
das Führungselement 58 in
Richtung der Eingangsseite des Bremskraftverstärkers 10 (d.h. in
den 1 und 2 von links nach rechts) durch
die im Verstärkergehäuse 12 vorgesehene Öffnung 56 geschoben,
wobei die Verschlussnasen 64 durch die Aussparungen in
der Verstärkergehäusewand 54 hindurchgeführt werden,
bis der Anlageflansch 62 des Führungselements 58 in Anlage
an die Innenseite der Verstärkergehäusewand 54 gerät. Nach
dem Hindurchführen
des Führungselements 58 durch
die Öffnung 56 wird
das Führungselement 58 um
einen definierten Winkel gedreht, so dass die Verschlussnasen 64 jeweils
mit einem nicht mit einer Aussparung versehenen Bereich der Außenseite
der Verstärkergehäusewand 54 in Anlage
geraten.
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An
einer der Verstärkergehäusewand 54 zugewandten,
d.h. einer in den 1 und 2 rechten
Seite des Anlageflansches 62 ist ein Dichtelement 66 zur
Abdichtung des Führungselements 58 gegenüber der
Verstärkergehäusewand 54 vorgesehen.
Das ringförmige
und aus einem thermoplastischen Elastomermaterial bestehende Dichtelement 66 ist
in einer an der der Verstärkergehäusewand 54 zugewandten
Seite des Anlageflansches 62 ausgebildeten Nut 68 aufgenommen
und durch Spritzgießen
an das Führungselement 58 angeformt.
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An
seinem dem ersten Ende 60 gegenüberliegenden zweiten Ende 70 weist
das Führungselement 58 einen
Aufnahmeabschnitt 72 zur Aufnahme eines Dichtungs- und
Lagerungselements 74 auf. Das im Wesentlichen ringförmig ausgebildete
Dichtungs- und Lagerungselement 74 dichtet
einen Innenumfang des Führungselements 58 gegenüber einem
Außenumfang
des in dem Führungselement 58 geführten Steuerventilgehäuses 42 ab
und sorgt somit für
eine Abdichtung des Inneren des Verstärkergehäuses 12, d.h. der
Arbeitskammer 14 des Unterdruckbremskraftverstärkers 10 gegenüber der
Umgebungsatmosphäre.
Darüber
hinaus erfüllt
das Dichtungs- und Lagerungselement 74 eine Lagerfunktion,
da es eine Gleitführung
des axial verschiebbaren Steuerventilgehäuses 42 in dem Führungselement 58 ermöglicht.
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Das
Dichtungs- und Lagerungselement 74 umfasst ein thermoplastisches
Elastomermaterial in das ein Armierungseinsatz 78 eingelagert
ist. Der ringförmig
ausgebildete Armierungseinsatz 78 wird beim Anformen des
Dichtungs- und Lagerungselements 74 an das Führungselement 58 durch
Spritzgießen
als separates Bauteil in das Dichtungs- und Lagerungselement 74 eingebracht.
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Der
Aufnahmeabschnitt 72 des Führungselements 58 ist
zylindrisch ausgebildet und weist im Vergleich zu dem ersten Ende 60 des
Führungselements 58 einen
verringerten Durchmesser auf. An das zweite Ende 70 des
Führungselement 58 ist
ein radial nach innen ragender Flanschabschnitt 76 angeformt. Eine
von der Eingangsseite des Bremskraftverstärkers 10 abgewandte
Seitenfläche
des Flanschabschnitts 76 liegt an einer der Eingangsseite
des Bremskraftverstärkers 10 zugewandten
Fläche
des Dichtungs- und Lagerungselements 74 an.
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Im
Bereich des zweiten Endes 70 des Führungselements 58 ist
ferner ein aus einem thermoplastischen Elastomermaterial bestehender
Staubschutzbalg 80 mit dem Führungselement 58 verbunden.
Der Staubschutzbalg 80 ist einteilig mit dem Führungselement 58 ausgebildet
und durch Spritzgießen
an das Führungselement 58 angeformt.
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Die
in der 3 gezeigte Ausführungsform eines Unterdruckbremskraftverstärkers unterscheidet
sich von der in den 1 und 2 dargestellten Anordnung
dadurch, dass der Anlageflansch 62 des Führungselements 58 an
einer der Eingangsseite des Unterdruckbremskraftverstärkers zugewandten Seite,
d.h. einer Außenseite
der Verstärkergehäusewand 54 anliegt.
Am ersten Ende 60 des Führungselements 58 ist
ein sich parallel zur Achse A erstreckender federelastischer Tragarm 80 ausgebildet, der
die um den Umfang des ersten Endes 60 des Führungselements 58 verteilten
und sich radial nach außen
erstreckenden Verschlussnasen 64 trägt. Die Verschlussnasen 64 haben
wiederum einen in Form eines rechtwinkligen Dreiecks ausgebildeten
Querschnitt, dessen kurze Kathete an einer von der Eingangsseite
des Unterdruckbremskraftverstärkers
abgewandten Seite, d.h. einer Innenseite der Verstärkergehäusewand 54 anliegt.
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Zur
Befestigung des Führungselements 58 an
dem Verstärkergehäuse 12 wird
das Führungselement 58 in
Richtung einer Ausgangsseite des Bremskraftverstärkers (d.h. in der 3 von
rechts nach links) durch die in der Verstärkergehäusewand 54 vorgesehene Öffnung 56 geschoben.
Dabei wird der die Verschlussnasen 64 tragende Tragarm 82 federelastisch
radial nach innen verformt. Wenn das Führungselement 58 seine
vorgesehene Position erreicht hat und der Anlageflansch 62 des
Führungselements 58 in
Anlage an die Außenseite
der Verstärkergehäusewand 54 gerät, verrasten
die Verschlussnasen 64 aufgrund der federelastischen Eigenschaften
des Tragarms 82 mit der Innenseite der Verstärkergehäusewand 54,
so dass die Verstärkergehäusewand 54 zwischen
dem Anlageflansch 62 und den Verschlussnasen 64 festgelegt
wird.
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Nachfolgend
wird die Funktionsweise des in den 1 bis 3 dargestellten
Unterdruckbremskraftverstärkers 10 erläutert. Wenn über ein
nicht gezeigtes Betätigungsglied
der Fahrzeugbremsanlage, beispielsweise ein Bremspedal, eine Kraft
F auf das Eingangsglied 26 aufgebracht wird, wird diese
Kraft über
den Übertragungskolben 30 auf
den Ventilkolben 34 übertragen
und über
den Fühlkolben 36 und die
Reaktionsscheibe 38 an den nicht dargestellten Hauptzylinder
weitergeleitet. Die Verschiebung des Eingangsglieds 26 und
somit des Übertragungskolbens 30 und
des Ventilkolbens 34 in Betätigungsrichtung lässt den
am Ventilkolben 34 ausgebildeten ersten Ventilsitz 44 vom
Ventilschließglied 48 abheben, wodurch
eine in 1 nicht gezeigte Verbindung
zwischen der Arbeitskammer 14 und der Umgebungsatmosphäre geöffnet wird.
Die in die Arbeitskammer 14 einströmende Umgebungsluft wird durch
die Lufthülse 20 in
die nicht gezeigte weitere Arbeitskammer weitergeleitet.
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Durch
die in die Arbeitskammer 14 sowie die in 1 nicht
gezeigte weitere Arbeitskammer einströmende Umgebungsluft wird an
der beweglichen Wand 16 sowie an der ebenfalls nicht veranschaulichten
weiteren beweglichen Wand eine Druckdifferenz zwischen dem in der
Unterdruckkammer 18 und dem in der Arbeitskammer 14 bzw.
dem in der weiteren Unterdruckkammer (ebenfalls nicht gezeigt) und dem
in der weiteren Arbeitskammer vorherrschenden Druck aufgebaut. Diese
Druckdifferenz bewirkt, dass sich die bewegliche Wand 16 und
die weitere bewegliche Wand gemeinsam mit dem Steuerventilgehäuse 42 in
Betätigungsrichtung,
d.h. in 1 nach links verschieben. Durch
die Verschiebung des Steuerventilgehäuses 42 in Betätigungsrichtung
wird eine zusätzliche
Betätigungskraft
auf die Reaktionsscheibe 38 und somit auf den Ausgangskolben 40 und
den Hauptzylinder übertragen.
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Bei
Beendigung der Bremsbetätigung
werden das Eingangsglied 26, der Übertragungskolben 30,
der Ventilkolben 34 und der Fühlkolben 36 entgegen
der Betätigungsrichtung,
d.h. in 1 nach rechts im Verstärkergehäuse 12 zurückbewegt.
Das Ventilschließglied 48 wird
von der Rückbewegung des
Ventilkolbens 34 mitgenommen, wodurch der am Steuerventilgehäuse 42 ausgebildete
zweite Ventilsitz 46 geöffnet
und somit eine Verbindung zwischen der Unterdruckkammer 18 und
der Arbeitskammer 14 bzw. der weiteren Arbeitskammer des
Bremskraftverstärkers 10 geöffnet wird.
Wenn die auf die bewegliche Wände
wirkende Druckdifferenz abgebaut ist, verschiebt sich das Steuerventilgehäuse 42 wieder
in seine Ruheposition und der zweite Ventilsitz 46 wird
wieder geschlossen.