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Die
Erfindung betrifft einen Identifikations-Datenträger, eine Lese-Vorrichtung,
ein Identifikations-System und ein Verfahren zum Betreiben eines
Identifikations-Systems.
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In
vielen Gebieten des täglichen
Lebens werden Identifizierungsmarken zum Identifizieren von Personen
oder Gegenständen
eingesetzt. Gemäß dem Stand
der Technik werden Identifizierungsmarken auf der Basis von Barcodes
verwendet, die allerdings in der Anwendung personalintensiv und
somit teuer sind, da sie unter Verwendung einer optischen Lese-Vorrichtung ausgelesen
werden müssen,
die von einem Benutzer bedient werden muss. Außerdem können Barcodesysteme auf vielen
Anwendungsgebieten von Identifizierungsmarken (zum Beispiel Diebstahlsicherungssysteme
in Kaufhäusern) nicht
sinnvoll eingesetzt werden.
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Für solche
Anwendungen geeignet sind die "Radio
Frequency Identification Tags" (RFID-Tags). Ein
RFID-Tag enthält üblicherweise
eine Antenne, einen Schaltkreis zum Empfangen und Senden elektromagnetischer
Wellen (Transponder) und einen Signalverarbeitungsschaltkreis. Ein
solcher RFID-Tag ist somit häufig
aus einem kleinen Silizium-Chip aufgebaut, der an eine auf einem
Plastikträger
aufgebrachte Antenne angeschlossen ist.
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Ein
RFID-Tag ermöglicht
es, kontaktlos Daten lesen bzw. speichern zu können. Solche Daten werden auf
RFID-Tags (anschaulich elektronische Etiketten) gespeichert. Die gespeicherten
Daten werden mittels elektromagnetischer Wellen gelesen, die über die
Antenne in den RFID-Tag eingekoppelt werden können.
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RFID-Tags
sind somit kleine, per Funk auslesbare Transponder, die aus einem
Speicherchip und einer separaten Antenne gebildet sind. In dem Speicherchip
kann jeweils ein einzigartiger elektronischer Produktcode (EPC, "Electronic Product
Code") gespeichert
sein, der Chancen hat, den heutzutage im Handel üblichen 13-stelligen EAN-Barcode
("Europäische Artikelnummer") zu ersetzen. Jedes
einzelne Produkt kann mittels des EPC-Codes weltweit mit einer einmaligen
Nummer versehen werden.
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Viele
deutsche und ausländische
Firmen aus dem Einzelhandelssektor planen den Einsatz von RFID-Technologien
im Zulieferbereich. Das Investitionsvolumen wird allein in den USA
bis zum Jahr 2008 auf 1.3 Milliarden US-Dollar geschätzt, siehe [1].
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Zum
Erreichen eines großen
Umsatzvolumens ist es wichtig, dass die Kommunikation zwischen einem
Lesegerät
und Identifikations-Datenträgern
zuverlässig
und störungsfrei
geführt
werden kann.
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Jeder
Identifikations-Datenträger
ist weltweit mit einer einmaligen Kennzeichnung, einer sogenannten
UID ("Unique Identifier") gekennzeichnet.
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In
einem Identifikations-System mit einem Lesegerät und einer Mehrzahl von Transpondern kann
es vorkommen, dass eine fehlerhafte UID detektiert wird, wenn mehrere
der Identifikations-Datenträger
(Transponder) zeitlich simultan antworten. Anschaulich kann es aufgrund
einer unerwünschten Überlagerung
von Einzelwellen der Identifikations-Datenträger (mittels welcher Einzelwellen
jeder der Identifikations-Datenträger einem
Lesegerät
seine UID übermittelt)
zu parasitären
Artefakten kommen. Solche parasitären Wellenüberlagerungen können dem
Lesegerät
die Anwesenheit einer UID und somit eines Identifikations-Datenträgers vortäuschen,
der real gar nicht im Detektionsbereich eines Lesegeräts vorhanden
ist.
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Die
Erkennung solcher falscher UIDs wird gemäß dem Stand der Technik nicht
bzw. nur mangelhaft vorgenommen. Dadurch kann es vorkommen, dass
in einem Lesegerät
real nicht vorhandene UIDs angezeigt werden. Zum Beispiel ist experimentell
beobachtet worden, dass es bei dreißig real vorhandenen Identifikations-Datenträgern im
Einflussbereich eines Lesegeräts
vorkommen kann, dass fälschlicherweise
einunddreißig
Identifikations-Datenträger erkannt
werden.
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Ein
Identifikations-System aus einem Lesegerät und mindestens einem Identifikations-Datenträger wird
gemäß der Industrienorm
ISO 15693 bzw. ISO 18000.3-1 betrieben, siehe [2], [3].
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Die
ISO 15693 ermöglicht
zwar eine Fehlerkorrektur mittels eines CRC-Verfahrens ("cyclic redundant
check", zyklisches
Redundanzprüfverfahren), das
heißt
mittels eines Algorithmus, mit dem aus einer gegebenen Nachricht
in systematischer Weise ein Codewort konstruiert werden kann. In
ungünstigen
Fällen
kommt es jedoch bei Anwesenheit mehrerer Identifikations-Datenträger aufgrund
einer Überlagerung
mehrerer Antwortsignale zu einer trotz des CRC-Verfahrens fälschlicherweise
als gesichert und gültig
angesehenen Antwort.
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Die
ISO 15693 beschreibt ein Antikollisionsverfahren, bei dem mit einem
Inventory-Befehl zunächst
einzelne Transponder erkannt und danach mit einem StayQuiet-Befehl
in den Quiet- Zustand
geschickt werden. Ein Identifikations-Datenträger (Transponder), der in den
Quiet-Zustand gebracht ist, ignoriert im Weiteren Befehle, bis er
wieder in einen aktiven Zustand zurückgebracht wird. Da das Lesegerät eines
Identifikations-Datenträgers
keine Möglichkeit
hat, zu überprüfen, ob
ein in den StayQuiet-Zustand geschickter zuvor erkannter Identifikations-Datenträger tatsächlich vorhanden
ist oder ob die zugehörige
UID lediglich ein Artefakt der Überlagerung
von Wellen anderer Identifikations-Datenträger ist, kann es gemäß dem Stand
der Technik vorkommen, dass ein Lesegerät eine Mehrzahl von Identifikations-Datenträgern erkennt,
obwohl eine oder mehrere der Identifikations-Datenträger mit fehlerhaft ermittelten
UIDs gar nicht im Feld enthalten sind.
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Der
Erfindung liegt das Problem zugrunde, eine Möglichkeit zu schaffen, dass
ein Identifikations-Datenträger
mit höherer
Zuverlässigkeit
von einem Lesegerät
erkennbar ist.
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Dieses
Problem wird durch einen Identifikations-Datenträger, durch eine Lese-Vorrichtung,
durch ein Identifikations-System und durch ein Verfahren zum Betreiben
eines Identifikations-Systems
mit den Merkmalen gemäß den unabhängigen Patentansprüchen gelöst.
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Der
erfindungsgemäße Identifikations-Datenträger enthält ein Substrat,
eine auf und/oder in dem Substrat gebildete Antenne und einen auf und/oder
in dem Substrat gebildeten integrierten Schaltkreis, der mit der
Antenne gekoppelt ist. Der integrierte Schaltkreis ist derart eingerichtet,
dass er auf eine mittels der Antenne empfangenen, an den Identifikations-Datenträger adressierte
Nachricht hin der Antenne ein Rückmeldungssignal
erzeugt.
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Ferner
ist erfindungsgemäß eine Lese-Vorrichtung
zum Kommunizieren mit einem Identifikations-Datenträger geschaffen,
mit einer elektromagnetischen Strahlungsquelle, die zum Senden elektromagnetischer
Strahlung eingerichtet ist, die von einem Identifikations-Datenträger empfangbar
ist, mit einer Detektions-Einrichtung zum Erfassen von elektromagnetischer
Strahlung, die von einem Identifikations-Datenträger gesendet ist, und mit einer
Steuereinheit, die derart eingerichtet ist, dass sie der elektromagnetischen
Strahlungsquelle ein Steuersignal zum Senden einer speziell an einen
Identifikations-Datenträger
adressierten Nachricht bereitstellen kann, derart, dass der speziell
adressierte Identifikations-Datenträger aufgefordert wird, auf
die Nachricht hin ein Rückmeldungssignal
zu senden, das von der Detektions-Einrichtung erfassbar ist.
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Darüber hinaus
ist erfindungsgemäß ein Identifikations-System
bereitgestellt, das mindestens einen Identifikations-Datenträger mit
den oben beschriebenen Merkmalen und eine Lese-Vorrichtung mit den
oben beschriebenen Merkmalen zum Kommunizieren mit dem Identifikations-Datenträger aufweist.
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Ferner
ist erfindungsgemäß ein Verfahren zum
Betreiben eines Identifikations-Systems geschaffen, wobei das Identifikations-System
mindestens einen Identifikations-Datenträger mit
den oben beschriebenen Merkmalen und eine Lese-Vorrichtung mit den
oben beschriebenen Merkmalen zum Kommunizieren mit dem Identifikations-Datenträger aufweist.
Bei dem Verfahren sendet die elektromagnetische Strahlungsquelle
eine speziell an einen Identifikations-Datenträger adressierte Nachricht,
mit welcher der speziell adressierte Identifikations-Datenträger aufgefordert
wird, auf die Nachricht hin ein Rückmeldungssignal zu senden.
Auf die empfangene Nachricht hin wird von dem Identifikations-Datenträger ein
Rückmeldungssignal
gesendet, das von der Detektions-Einrichtung erfasst wird.
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Eine
Grundidee der Erfindung ist anschaulich darin zu sehen, dass ein
Kommunikations-Protokoll zur Kommunikation zwischen Identifikations-Datenträgern und
einem Lesegerät
derart implementiert wird, dass auf ein Kommando bzw. eine Nachricht
einer Lese-Vorrichtung hin, mit dem ein ganz bestimmter Identifikations-Datenträger angesprochen
wird, ein Rückmeldungs-
bzw. Bestätigungssignal
("Acknowlegement") von dem angesprochenen
Identifikations-Datenträger
an das Lesegerät
zurückgesendet wird.
Dadurch wird die Lese-Vorrichtung
eindeutig darüber
informiert, dass der einzige mit dem Kommando angesprochene Identifikations-Datenträger tatsächlich physisch
in dem Einflussbereich des Lesegeräts vorhanden ist. Dadurch kann
erkannt werden, wenn von der Lese-Vorrichtung ein in einem elektrischen
Feld real gar nicht vorhandener Identifikations-Datenträger fälschlich
als anwesend identifiziert worden ist. Wenn nämlich auf das Kommando des
Lesegeräts
hin, das genau einen unitären
Identifikations-Datenträger
anspricht (zum Beispiel indem dessen UID in dem Kommando enthalten
ist), kein Rückmeldungssignal
detektierbar ist, kann die Lesevorrichtung darauf schließen, dass
der ermittelte Identifikations-Datenträger real in dem elektrischen Feld
gar nicht vorhanden ist. Dadurch ist die Fehlerrobustheit des Systems
aus Identifikations-Datenträgern
und Lese-Vorrichtung erfindungsgemäß erheblich verbessert, da
ein irrtümliches
Identifizieren einer UID aufgrund der parasitären Überlagerung von elektromagnetischen
Wellen unterschiedlicher Identifikations-Datenträger dadurch vermieden ist,
dass nach dem Auffinden einer UID sicher verifiziert werden kann,
ob ein der UID zugehöriger
Identifikations-Datenträger
tatsächlich
vorhanden ist oder nicht.
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Somit
kann insbesondere im Rahmen der ISO 15693 (bzw. ISO 18000.3-1) auf
ein Kommando (zum Beispiel auf ein StayQuiet-Kommando) eines Lesegeräts hin,
von einem angesprochenen Identifikations-Datenträger eine Antwort an die Lese-Vorrichtung geschickt
werden, welches zum Beispiel die UID des angesprochenen Identifikations-Datenträgers enthält. Dadurch
kann erfindungsgemäß die Erkennung
falscher Seriennummern (UID) von RFID-Transpondern eliminiert werden, da
nach dem Erkennen einer UID ein zugehöriger Identifikations-Datenträger von
dem Lesegerät
angesprochen werden kann und zum Senden eines Bestätigungssignals
aufgefordert wird. Nur wenn der Identifikations-Datenträger körperlich
tatsächlich
vorhanden ist, kann er ein solches Bestätigungssignal senden. Bei Erhalt
eines Bestätigungssignals
klassifiziert das Lesegerät
den verifizierten Identifikations-Datenträger als physisch vorhanden.
Andernfalls kann die zuvor identifizierte UID als falsch oder zumindest
als verdächtig
klassifiziert werden. Gegebenenfalls kann mit einem zusätzlichen
Kontrollverfahren (zum Beispiel händisch) überprüft werden, ob ein als falsch
oder als verdächtig
klassifizierter Identifikations-Datenträger tatsächlich in
dem Einflussbereich des Lesegeräts fehlt.
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Das
Kommando des Lesegeräts,
auf dessen Erhalt hin der entsprechende Identifikations-Datenträger eine
Antwort sendet, kann einen beliebigen Inhalt haben. Zum Beispiel
kann ein solches Kommando ein StayQuiet-Befehl sein, mit dem das
Lesegerät einen
bestimmten Identifikations-Datenträger in einen Ruhezustand schickt,
in welchem der Identifikations-Datenträger bis
zu seiner Reaktivierung auf weitere Kommandos nicht reagiert. Vor
dem Übergang
in den Ruhezustand sendet der Identifikations-Datenträger, an
den das Kommando gerichtet ist, noch ein positives Bestätigungssignal,
mit welchem dem Lesegerät
der tatsächliche
Empfang des Kommandos durch den Identifikations-Datenträger angezeigt
wird.
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Erfindungsgemäß kann zum
Beispiel der StayQuiet-Befehl mit einem Option_flag erweitert werden.
Dadurch wird auf einen StayQuiet-Befehl hin von dem Identifikations-Datenträger eine
Antwort an das Lesegerät
gesendet. Ein Identifikations-Datenträger kann
somit ein positives Acknowledge an einen Reader senden, wenn der
Identifikations-Datenträger
in den Quiet-State übergeht.
Dieses Verfahren ist im Rahmen der Industrienormen ISO 15693 bzw. ISO
18000.3-1 kompatibel zu einem darin bereits definierten StayQuiet-Befehl.
Dieser sieht ein erfindungsgemäß implementierbares
Option_flag nicht vor.
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Ein
Vorteil des erfindungsgemäßen Verfahrens
ist das Erkennen von falschen (zusätzlichen und real nicht vorhandenen)
UIDs durch ein Lesegerät. Dieses
kann auf eine empfangene UID hin zum Beispiel einen StayQuiet-Befehl
absetzen. Es wird dieser durch ein Acknowlege beantwortet, wenn
der Identifikations-Datenträger tatsächlich vorhanden
ist. Wenn keine Antwort empfangen wird, ist dieser Transponder nicht
vorhanden und die UID wird ignoriert. Dadurch ist erfindungsgemäß die Zuverlässigkeit
beim Ermitteln der in einem elektrischen Feld einer Lese-Vorrichtung
befindlichen Identifikations-Datenträger signifikant
verbessert.
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Eine
wichtige Idee der Erfindung besteht somit darin, durch die Erweiterung
des StayQuiet-Befehls eine eineindeutige Erkennung aller RFID-Transponder
in einem Antennenfeld eines RFID-Lesers zu ermöglichen. Das Verfahren der
Erfindung erlaubt ein schnelles und sicheres Erkennen. Es kommt
somit zu keiner unerwünschten
Erkennung zusätzlicher
und physisch nicht vorhandener UIDs durch den RFID-Leser.
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Das
Implementieren eines Bestätigungssignals
eines Identifikations-Datenträgers
in Reaktion auf ein zuvor gesendetes Kommando des Lesegerät eliminiert
somit falsche UIDs, ermöglicht
eine Überprüfung, ob
ein Identifikations-Datenträger (noch)
in dem Einflussbereich des Lesegeräts vorhanden ist, ermöglicht schneller
als gemäß der ISO-Norm
eine solche Überprüfung und
ist vollkompatibel zu der ISO 18000.3-1, das heißt kann vollständig im
Rahmen dieser Industrienorm implementiert werden. Ein Option_flag,
in welchem die Aufforderung zum Senden eines Bestätigungssignals
enthalten ist, kann als Teil der Flag-Struktur in dem Kommunikationsprotokoll
des Lesers vorgesehen sein.
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Erfindungsgemäß kann ein
RFID-Tag von sich aus auf jedes beliebige, aber eindeutig das jeweilige
RFID-Tag adressierende Kommando eines Lesegeräts hin ein Acknowlegement senden.
Insbesondere das Setzen eines Option_flag und das Auffordern zum
Senden eines Bestätigungssignals
in Reaktion auf ein StayQuiet-Kommando stellt eine bevorzugte Ausführungsform
der Erfindung dar.
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Die
erfindungsgemäße Erkennung
einer fehlerhaft erkannten UID, das heißt eines detektierten aber
real nicht vorhandenen Identifikations-Datenträgers, ist mit hoher Geschwindigkeit
möglich.
Eine schnelle Transponder-Erkennung führt zu einer hohen Leistungsfähigkeit
eines solchen Systems. Insbesondere ist eine schnellere Antikollisionsprüfung bzw.
-auswertung bei dem erfindungsgemäßen System ermöglicht.
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Auch
ein in einem Quiet-Zustand befindliches RFID-Tag kann auf ein entsprechendes
Kommando des Lesegeräts
hin nochmals antworten, so dass mit dem Lesegerät überprüft werden kann, ob ein zuvor
in dem Einflussbereich des Lesegeräts befindlicher Identifikations-Datenträger immer
noch vorhanden ist. Mit dem Kommando kann zum Beispiel bei einem Übergang
von einem Ready-Zustand in einen Quiet-Zustand, bei einem Übergang
von einem Select-Zustand in einen Quiet-Zustand oder bei einem Kommando
zum Verbleiben in einem bereits zuvor eingenommenen Quiet-Zustand
von dem Identifikations-Datenträger ein
Antwortsignal gesendet werden, welches die Information enthält, dass
der Identifikations-Datenträger
mit der unitären
UID in dem elektrischen Feld vorhanden ist.
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Zusammenfassend
besteht ein Kernaspekt der Erfindung darin, dass ein Lesegerät zunächst die UIDs
aller in seinem Einflussbereich befindlicher Identifikations-Datenträger ermittelt,
wobei in den ermittelten UIDs auch parasitäre UIDs enthalten sein können. Das
Lesegerät
kann dann einem ganz bestimmten der ermittelten Identifikations-Datenträger ein
Kommando senden, das einzig an diesen unitären Identifikations-Datenträger (nicht
aber an alle anderen Identifikations-Datenträger) gerichtet ist, zum Beispiel
indem der unitäre
Identifikations-Datenträger
mittels seiner weltweit einmaligen UID angesprochen wird. Das Kommando
enthält
die Aufforderung an den Identifikations-Datenträger, ein Bestätigungssignal
an das Lesegerät
zurückzusenden,
in dem eindeutig kodiert ist, welcher Identifikations-Datenträger das
Bestätigungssignal
gesendet hat. Empfängt
das Lesegerät
solch ein Bestätigungssignal,
so kann es daraus schließen,
dass ein Identifikations-Datenträger
mit der zugehörigen
UID tatsächlich
in dem Einflussbereich des Lesegeräts enthalten ist. Andernfalls
kann die UID als parasitär
klassifiziert werden. Wiederholt das Lesegerät den Zyklus des Sendens eines
Kommandos und des Detektierens eines Bestätigungssignals mit jedem einzelnen
der ermittelten Identifikations-Datenträger, so kann störungssicher verifiziert
werden, welche Identifikations-Datenträger tatsächlich vorhanden sind und welche
nicht. Das Kommando kann abgesehen von der Aufforderung zum Aussenden
eines Bestätigungssignals
eine zusätzliche
Aufforderung enthalten, zum Beispiel eine Aufforderung an den Identifikations-Datenträger, in einen
Quiet-Zustand überzugehen.
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Bevorzugte
Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus den abhängigen Ansprüchen.
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Im
Weiteren werden Weiterbildungen des erfindungsgemäßen Identifikations-Datenträgers beschrieben,
die auch für
die Lese-Vorrichtung, das Identifikations-System und das Verfahren
zum Betreiben eines Identifikations-Systems gelten.
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Der
integrierte Schaltkreis kann derart eingerichtet sein, dass er auf
eine mittels der Antenne empfangenen, an den Identifikations-Datenträger adressierte
Nachricht hin, dass der Identifikations-Datenträger in einen Ruhezustand übergehen soll,
der Identifikations-Datenträger
in einen Ruhezustand übergeht
und der Antenne ein Rückmeldungssignal
erzeugt.
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Anders
ausgedrückt
ist der integrierte Schaltkreis gemäß dieser Weiterbildung derart
eingerichtet, dass er auf ein von der Antenne empfangenes StayQuiet-Kommando
hin, welches StayQuiet-Kommando speziell an den Identifikations-Datenträger adressiert
ist, in einen StayQuiet-Zustand übergeht und
der Antenne ein Signal zum Senden eines Rückmeldungssignals bereitstellt.
Gemäß dieser
Weiterbildung enthält
das Kommando somit ein StayQuiet-Kommando, welches den zugehörigen Identifikations-Datenträger in einen
Ruhezustand bringt, in welchem der Identifikations-Datenträger bis
zu einer Reaktivierung deaktiviert bleibt und nachfolgende Signale
ignoriert. Ein in dem Quiet-Zustand befindlicher Identifikations-Datenträger kann
durch ein anderes Steuersignal der Lese-Vorrichtung reaktiviert
werden, zum Beispiel in einen Ready-Zustand oder in einen Select-Zustand übergeführt werden.
In einem Ready-Zustand ist das RFID-Tag für Kommandos wieder empfänglich,
in einem Select-Zustand
ist das RFID-Tag ausgewählt.
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Das
StayQuiet-Kommando überführt nur
den dadurch eindeutig adressierten Identifikations-Datenträger in den
Ruhezustand. Das Kommando ist daher einzig auf weltweit genau einen
Identifikations-Datenträger
zugeschnitten, wobei auch die angehängte Aufforderung zum Aussenden
eines Bestätigungssignals
einzig auf weltweit genau einen Identifikations-Datenträger zugeschnitten
ist. Alle anderen Identifikations-Datenträger, denen andere unitäre UIDs
zugeordnet sind, reagieren weder auf das StayQuiet-Kommando noch
auf die Aufforderung zum Senden eines Bestätigungssignals.
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Der
integrierte Schaltkreis des Identifikations-Datenträgers kann
derart eingerichtet sein, dass in dem Rückmeldungssignal eine eindeutige
Identifikationskennzeichnung zum eindeutigen Identifizieren des
Identifikations-Datenträgers
kodiert ist.
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Das
Rückmeldungssignal
enthält
gemäß dieser
Ausgestaltung somit anschaulich die UID, das heißt die weltweit einmalig für den Identifikations-Datenträger vergebene
Identifikationskennzeichnung. Dadurch kann die Lese-Vorrichtung, welche
aus einem übermittelten
Signal die Identifikationskennzeichnung dekodiert hat, eindeutig
erkennen, dass der identifizierte Identifikations-Datenträger mit
der jeweiligen UID tatsächlich
im Einflussbereich der Lese-Vorrichtung vorhanden ist.
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Bei
dem Identifikations-Datenträger
kann der integrierte Schaltkreis derart eingerichtet sein, dass er
der Antenne ein Signal zum Senden eines Rückmeldungssignals bereitstellt,
wenn die speziell an den Identifikations-Datenträger adressierte Nachricht eine
eindeutige Identifikationskennzeichnung zum eindeutigen Identifizieren
des Identifikations-Datenträgers
enthält.
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Gemäß dieser
Ausgestaltung sendet der Identifikations-Datenträger nur dann das Bestätigungssignal
an die Lese-Vorrichtung
zurück,
wenn das Kommando eindeutig und ausschließlich an speziell diesen Identifikations-Datenträger gerichtet
ist, insbesondere wenn das Kommando den Identifikations-Datenträger eindeutig
anhand seiner UID adressiert.
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Der
Identifikations-Datenträger
kann eine Einrichtung zum Befestigen des Identifikations-Datenträgers an
einem Objekt, insbesondere an einer Produktverpackung, aufweisen.
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Eine
solche Einrichtung kann zum Beispiel eine Klebeverbindung oder eine
sonstige Verbindung zwischen dem Identifikations-Datenträger und
einer Verpackung eines Produkts oder an einem Produkt selbst sein.
Dadurch kann das Produkt, an welchem der Identifikations-Datenträger anbringbar
ist, über die
UID weltweit eindeutig identifiziert werden. In einer Speichereinrichtung
des Identifikations-Datenträgers können auch
auslesbare Informationen über das
Produkt gespeichert sein, wie zum Beispiel ein Preis des Produkts
oder sonstige Produktinformationen. Solche Informationen können von
dem Lesegerät
ausgelesen werden.
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Der
Identifikations-Datenträger
kann als Radio Frequency Identification Tag (RFID-Tag) eingerichtet
sein, der insbesondere in einem Frequenzbereich von 13.56 MHz betrieben
werden kann.
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Einsatzgebiete
eines solchen RFID-Tags sind elektronische Warensicherheitssysteme
zum Unterbinden von Diebstählen,
Anwendungen in der Automatisierungstechnik (zum Beispiel die automatische
Identifizierung von Fahrzeugen im Verkehr im Rahmen von Mautsystemen),
Zugangskontrollsysteme, bargeldloses Zahlen, Skipässe, Tankkarten,
Tierkennzeichnung und Anwendungen in Leihbüchereien.
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Insbesondere
kann der Identifikations-Datenträger
als Identifikations-Datenträger
gemäß ISO 15693
eingerichtet sein, und mit dieser Industrienorm voll kompatibel
arbeiten.
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Der
Identifikations-Datenträger
kann derart eingerichtet sein, dass er auf Empfang des Kommandos
hin von einem betriebsbereiten Zustand (Ready-Zustand) in einen
Ruhezustand (StayQuiet-Zustand), von einem ausgewählten Zustand
(Select-Zustand)
in einen Ruhezustand (StayQuiet-Zustand) oder von einem Ruhezustand
(StayQuiet-Zustand) in einen Ruhezustand (StayQuiet-Zustand) übergeht.
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Mit
anderen Worten muss mit dem Kommando nicht notwendigerweise der
Identifikations-Datenträger
ausgehend von einem aktiven Zustand (Ready-Zustand, Select-Zustand)
in den StayQuiet-Zustand geschickt werden, es kann auch ein StayQuiet→StayQuiet-Kommando
abgesetzt werden.
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Im
Weiteren werden Ausgestaltungen der erfindungsgemäßen Lese-Vorrichtung
beschrieben, die auch für
den Identifikations-Datenträger,
das Identifikations-System und das Verfahren zum Betreiben eines
Identifikations-Systems gelten.
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Bei
der Lese-Vorrichtung kann die Steuereinheit derart eingerichtet
sein, dass sie der elektromagnetischen Strahlungsquelle ein Steuersignal
zum Senden einer von einem Identifikations-Datenträger empfangbaren
Nachricht, dass der Identifikations-Datenträger in einen Ruhezustand übergehen soll,
bereitstellt, welche Nachricht speziell an einen Identifikations-Datenträger adressiert
ist.
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Die
Detektions-Einrichtung kann derart eingerichtet sein, dass sie aus
dem Rückmeldungssignal
eine einmalige Identifikationskennzeichnung zum eindeutigen Identifizieren
des Identifikations-Datenträgers
dekodiert.
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Die
Lese-Vorrichtung kann gemäß ISO 15693
eingerichtet sein.
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Im
Weiteren werden Ausgestaltungen des erfindungsgemäßen Identifikations-Systems
beschrieben, die auch für
den Identifikations-Datenträger,
die Lese-Vorrichtung und das Verfahren zum Betreiben eines Identifikations-Systems
gelten.
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Das
Identifikations-System weist vorzugsweise eine Mehrzahl von Identifikations-Datenträgern auf.
Bei einem solchen System aus einer Lese-Vorrichtung und mehreren
Identifikations-Datenträgern
kann das erfindungsgemäß angeforderte Rückmeldungssignal
vorteilhaft dazu verwendet werden, das Verifizieren von jedem einzelnen
der Identifikations-Datenträger
mit hoher Zuverlässigkeit
zu ermöglichen.
Anders ausgedrückt
kann bei einem erkannten UID verifiziert werden, ob ein diesem UID zugehöriger der
Identifikations-Datenträger
im Einflussbereich der Lese-Vorrichtung
tatsächlich
vorhanden ist oder nicht.
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Das
Identifikations-System kann derart eingerichtet sein, dass mit ihm
jeder von zumindest einem Teil der Identifikations-Datenträger identifizierbar
ist, indem mittels der Lese-Vorrichtung eine eindeutige Identifikationskennzeichnung
zum eindeutigen Identifizieren eines Identifikations-Datenträgers von
jedem des zumindest einen Teils der Identifikations-Datenträger identifiziert
wird, und eine möglicherweise
fehlerhaft identifizierte Identifikationskennzeichnung erkannt wird,
indem dem möglicherweise zugehörigen Identifikations-Datenträger eine
Nachricht übermittelt
wird, ein daraufhin möglicherweise von
dem Identifikations-Datenträger
gesendetes Rückmeldungssignal
detektiert wird, und aus dem Vorliegen oder Fehlen des Rückmeldungssignals entschieden
wird, ob eine identifizierte Identifikationskennzeichnung als fehlerhaft
klassifiziert wird.
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Gemäß dieser
Ausgestaltung kann jeder einzelne der Identifikations-Datenträger fehlerrobust
erkannt werden.
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Ausführungsbeispiele
der Erfindung sind in den Figuren dargestellt und werden im Weiteren
näher erläutert.
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Es
zeigen:
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1 ein
Abfrageprotokoll einer erfindungsgemäßen Lese-Vorrichtung,
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2 und 3 Antwortprotokolle
eines erfindungsgemäßen Identifikations-Datenträgers für den Fall
einer fehlerbehafteten und für
den Fall einer fehlerfreien Abarbeitung des Abfrageprotokolls aus 1,
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4 ein
Identifikations-System gemäß einem
Ausführungsbeispiel
der Erfindung,
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5 ein
Zustandsdiagramm mit Zuständen,
die ein Identifikations-Datenträger
der Erfindung einnehmen kann,
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6 ein
Abfrageprotokoll einer erfindungsgemäßen Lese-Vorrichtung,
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7 ein
Antwortprotokoll eines erfindungsgemäßen Identifikations-Datenträgers.
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Gleiche
oder ähnliche
Komponenten in unterschiedlichen Figuren sind mit gleichen Bezugsziffern
versehen.
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Die
Darstellungen in den Figuren sind schematisch und nicht maßstäblich.
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Gemäß einem
Ausführungsbeispiel
der Erfindung wird an einem ISO 15693 (ISO 18000.3-1) kompatiblen
Transponder eine Erweiterung des StayQuiet-Befehls vorgenommen.
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Der
Transponder kann den StayQuiet-Befehl mit aktiviertem Option_flag
erkennen und kann eine Antwort auf die von dem Lesegerät an ihn
gerichtete Anfrage (Request) schicken. Die erfindungsgemäße Systemerweiterung
kann in einem integrierten Schaltkreis des RFIDs vorgenommen werden.
In einem RFID-Lesegerät ist die
Erweiterung ebenfalls implementiert, um den oder die Transponder
korrekt ansprechen zu können.
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Ausgehend
von einem StayQuiet-Befehl, der in der ISO 15693 definiert ist,
kommen gemäß dem beschriebenen
Ausführungsbeispiel
die folgenden Erweiterungen hinzu.
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In
einem aktiven Zustand ("active
state") sendet der
Transponder eine Antwort, wenn er ein gültiges StayQuiet-Kommando erhält. Die
Antwort wird nur gesendet, wenn ein option_flag gesetzt ist.
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Im
Weiteren wird bezugnehmend auf 1 ein Abfrageformat 100 einer
erfindungsgemäßen Lese-Vorrichtung
beschrieben.
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In 1 sind
eine Mehrzahl von Abfrageabschnitten 101 gezeigt, von denen
jedem eine jeweilige Datenmenge 102 zugeordnet ist.
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Das
Abfrageprotokoll 100 beginnt mit einem SOF-Abfrageabschnitt
("start of frame"). Nachfolgend wird
ein 8 Bit langer Flag-Abschnitt abgesetzt, der von einem 8 Bit langem
StayQuiet-Abschnitt gefolgt wird. Ist in dem Flag-Abschnitt ein entsprechendes
Flag gesetzt, so wird ein Transponder, an den das Abfrageprotokoll 100 gerichtet
wird, aufgefordert, ein Bestätigungssignal
zu senden. Der StayQuiet-Abschnitt bewirkt in einem Transponder,
an den das Abfrageprotokoll gerichtet wird, in einen Ruhezustand überzugehen.
Danach wird ein 64 Bit langer UID-Abschnitt abgesetzt, der eine
weltweit unitäre
UID eines angesprochenen Transponders enthält. Dem UID-Abschnitt folgt
ein 16 Bit langer CRC-Abfrageabschnitt. Der letzte Abfrageabschnitt
ist ein EOF-Abfrageabschnitt ("end
of frame").
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Im
Weiteren wird bezugnehmend auf 2 ein Antwortformat 200 eines
Identifikations-Datenträgers
(RFID-Tag) beschrieben, wie es im Fall eines negativen Acknowlegements
eines StayQuiet-Befehls von dem Identifikations-Datenträger an eine
Lese-Vorrichtung abgesandt wird, wenn ein Fehler aufgetreten ist.
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Anders
ausgedrückt
erfolgt eine Rückmeldung
eines von der Lese-Vorrichtung mittels einer unitären UID
angesprochenen RFID-Tags gemäß dem Antwortprotokoll 200 von 2,
wenn in dem RFID-Tag bei der Abarbeitung des Abfrageprotokolls 100 von 1 ein
Fehler auftritt.
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Das
Antwortformat 200 enthält
eine Mehrzahl von Antwortabschnitten 201, denen jeweilige Datenmengen 202 zugeordnet
sind.
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Ein
SOF-Antwortabschnitt ("start
of frame") wird
von einem 8 Bit langen Flag-Antwortabschnitt gefolgt, dem ein 8
Bit langer ErrorCode-Antwortabschnitt nachfolgt. Auf diesem folgt
ein 16 Bit langer CRC-Antwortabschnitt, bevor am Ende des Antwortformats 200 ein
EOF-Antwortabschnitt ("end
of frame") vorgesehen
ist. In dem ErrorCode-Antwortabschnitt ist die Information kodiert,
dass bei der Abarbeitung des Abfrageprotokolls 100 in dem
RFID-Tag ein Fehler aufgetreten ist.
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Im
Weiteren wird bezugnehmend auf 3 ein Antwortformat 300 beschrieben,
mit dem ein positives Acknowlegement eines StayQuiet-Befehls gegeben
wird.
-
In
dem Antwortformat 300 ist eine Mehrzahl von Antwortabschnitten 301 vorgesehen,
denen jeweils eine Datenmenge 302 zugeordnet ist.
-
Gefolgt
von einem SOF-Antwortabschnitt ("start
of frame"), folgt
ein 8Bit langer Flag-Antwortabschnitt, und danach ein 16 Bit langer
CRC-Antwortabschnitt. Am Ende dieses Antwortformats 300 steht ein
EOF-Antwortabschnitt ("end
of frame").
-
Das
Antwortformat 300 wird von einem RFID-Tag abgesetzt, der
zuvor ein speziell an dieses RFID-Tag adressiertes Kommando gemäß dem Abfrageprotokoll 100 erhalten
und fehlerfrei abgearbeitet hat. Damit bestätigt der RFID-Tag den Erhalt
des Kommandos uns informiert dadurch das Lesegerät über die Anwesenheit des RFID-Tags.
-
Erfindungsgemäß sendet
somit ein Transponder auf ein StayQuiet-Kommando mit aktivierten Option_flag
hin eine Antwort.
-
Im
Weiteren wird bezugnehmend auf 4 ein Identifikations-System 400 gemäß einem
Ausführungsbeispiel
der Erfindung beschrieben.
-
Das
Identifikations-System 400 enthält einen ersten RFID-Tag 401,
einen zweiten RFID-Tag 411, ... und einen n-ten RFID-Tag 421.
Ferner ist eine Lese-Vorrichtung 430 bereitgestellt, die
mit den RFID-Tags 401, 411, ..., 421 kommunizierfähig vorgesehen
ist.
-
Der
erste Identifikations-Datenträger 401 enthält einen
ersten Kunststoffträger 402,
auf dem eine erste Antenne 403 und ein mit dieser gekoppelter
erster monolithisch integrierter CMOS-Schaltkreis 404 aufgebracht
sind. Der monolithisch integrierte, in Siliziumtechnologie gefertigte
erste integrierte Schaltkreis 404 enthält eine erste Steuereinheit 405 und
einen ersten EEPROM-Speicher 406 ("electrically erasable and programmable
read only memory"). In
dem ersten EEPROM-Speicher 406 ist ein UID ("Unique Identifier") des ersten RFID-Tags 401,
das heißt
eine weltweit einmalige Kennzeichnung des ersten RFID-Tags 401,
gespeichert. Wird elektrische Energie über die erste Antenne 403 in
den ersten RFID-Tag 401 eingekoppelt, so kann damit die
erste Steuereinheit 405 betrieben werden. Diese detektiert ein
empfangenes Signal und verarbeitet dieses, wobei gegebenenfalls
ein Signal von der ersten Antenne, gesteuert durch die erste Steuereinheit 405,
abgestrahlt werden kann.
-
Der
zweite RFID-Tag 411 ist ähnlich aufgebaut wie der erste
RFID-Tag 401 und enthält
einen zweiten Kunststoffträger 412,
eine zweite Antenne 413, einen zweiten integrierten Schaltkreis 414,
eine zweite Steuereinheit 415 und einen zweiten EEPROM-Speicher 416.
Ferner ist ein n-ter RFID-Tag 421 bereitgestellt, der ähnlich aufgebaut
ist wie der erste RFID-Tag 401 bzw. wie der zweite RFID-Tag 411,
und der einen n-ten Kunststoffträger 422,
eine n-te Antenne 423, ein n-ten integrierten Schaltkreis 424,
eine n-te Steuereinheit 425 sowie einen n-ten EEPROM-Speicher 426 aufweist.
-
In
jedem der RFID-Tags 401, 411, ..., 421 ist ein
weltweit einmaliger UID gespeichert, wobei die Lese-Vorrichtung 430 mittels
Sendens eines ersten Signals das Senden eines Signals von jedem
der RFID-Tags 401, 411, ..., 421 bewirken
kann. Aus den von den RFID-Tags 401, 411, ..., 421 abgestrahlten Signalen
kann die Lese-Vorrichtung 430 die UIDs ermitteln, welche
den jeweiligen RFID-Tags 401, 411, ..., 421 zugeordnet
sind.
-
Die
Lese-Vorrichtung 430 enthält eine Sendespule 431,
mittels welcher elektromagnetische Strahlung abstrahlbar ist, die
von einem jeweiligen der RFID-Tags 401, 411, ..., 421 empfangbar
ist. Die von der Sendespule 431 abgestrahlten elektromagnetischen
Wellen werden von einem Sendesignal-Generator 432 gesteuert, welcher
ein Sendesignal generiert und dieses der Sendespule 431 bereitstellt.
Die Funktionalität
des Sendesignal-Generators 432 wird von der Steuereinrichtung 435 gesteuert.
-
Ferner
enthält
die Lese-Vorrichtung 430 eine Empfangsspule 433 zum
Empfangen von elektromagnetischer Strahlung, die von einem jeweiligen
der RFID-Tags 401, 411, ..., 421 emittiert
ist. Diese empfangene elektromagnetische Strahlung kann einer Detektionseinheit 434 bereitgestellt
werden, die eine in dem Signal kodierte Information dekodieren kann. Diese
Information kann von der Detektionseinheit 434 der Steuereinrichtung 435 bereitgestellt
werden.
-
Im
Weiteren wird die Funktionalität
des Identifikations-Systems 400 beschrieben.
-
Wenn
die Lese-Vorrichtung 430 die in ihrem Einflussbereich befindlichen
RFID-Tags 401, 411, ..., 421 identifizieren
will, sendet sie hierfür
ein entsprechendes Signal an die jeweiligen RFID-Tags 401, 411,
..., 421. Entsprechend der Funktionalität der Steuereinheiten 405, 415,
..., 425 senden die RFID-Tags 401, 411,
..., 421 dann ein elektromagnetisches Signal, in dem der
jeweilige UID als Information enthalten ist, der in dem jeweiligen
EEPROM-Speicher 406, 416, 426 gespeichert
ist. Diese Signale können
von der Empfangsspule 433 empfangen und von der Detektionseinheit 434 dekodiert
werden.
-
Bei
einer Vielzahl von in dem Einflussbereich der Lese-Vorrichtung 430 befindlichen
RFID-Tags 401, 411, ..., 421 kann es
vorkommen, dass aufgrund einer parasitären Wellenüberlagerung der von den einzelnen
RFID-Tags 401, 411, ..., 421 abgestrahlten elektromagnetischen
Wellen in der Lese-Vorrichtung 430 zusätzliche UIDs detektiert werden,
zu denen ein entsprechendes RFID-Tag physisch gar nicht vorhanden
ist. Dies kann gemäß dem Stand
der Technik zu einem fehlerhaften Identifizieren von UIDs führen.
-
Erfindungsgemäß ist nunmehr
eine eindeutige Erkennung aller im Einflussbereich der Lese-Vorrichtung 430 befindlichen
RFID-Tags 401, 411, ..., 421 ermöglicht und
ein fehlerhaftes Identifizieren von UIDs vermieden. Dies wird bewerkstelligt,
indem nach dem Identifizieren aller UIDs jeder einzelne der RFID-Tags 401, 411,
..., 421 verifiziert wird.
-
Für einen
ermittelten RFID-Tag 401, 411, ..., 421 kann
wie folgt verifiziert werden, ob dieser RFID-Tag 401, 411,
..., 421 in dem Einflussbereich der Lese-Vorrichtung 430 tatsächlich vorhanden
ist oder ob es sich bloß um
ein Artefakt handelt: Nachdem die Lese-Vorrichtung 430 zunächst die
UIDs aller in seinem Einflussbereich befindlicher RFID-Tags 401, 411,
..., 421 ermittelt hat, wobei in den ermittelten UIDs auch
parasitäre
UIDs enthalten sein können,
sendet die Lese-Vorrichtung 430 dann einem ganz bestimmten
der ermittelten RFID-Tags 401, 411, ..., 421 ein
Kommando, das einzig an diesen unitären RFID-Tag 401, 411,
..., 421 (nicht aber an alle anderen RFID-Tags 401, 411,
..., 421) gerichtet ist. Dieses Auswählen eines bestimmten RFID-Tags 401, 411,
..., 421 erfolgt, indem der unitäre RFID-Tag 401, 411,
..., 421 mittels seines weltweit einmaligen UIDs angesprochen
wird. Das Kommando enthält
die Aufforderung an den RFID-Tag 401, 411, ..., 421,
ein Bestätigungssignal
an die Lese-Vorrichtung 430 zurückzusenden, in dem eindeutig
kodiert ist, welcher RFID-Tag 401, 411, ..., 421 das
Bestätigungssignal gesendet
hat. Empfängt
die Lese-Vorrichtung 430 solch
ein Bestätigungssignal,
so kann es daraus schließen,
dass ein RFID-Tag 401, 411, ..., 421 mit der
zugehörigen
UID tatsächlich
in dem Einflussbereich der Lese-Vorrichtung 430 physisch
enthalten ist. Andernfalls kann die UID als parasitär klassifiziert werden.
Die Lese-Vorrichtung 430 wiederholt
dann den Zyklus des Sendens eines Kommandos und des Detektierens
eines Bestätigungssignals
mit jedem einzelnen der ermittelten RFID-Tags 401, 411,
..., 421. So kann störungssicher
verifiziert werden, welche der ermittelten RFID-Tags 401, 411,
..., 421 tatsächlich
vorhanden sind und welche nicht. Das Kommando enthält gemäß dem beschriebenen
Ausführungsbeispiel
zusätzlich
zu der Aufforderung zum Aussenden eines Bestätigungssignals ein StayQuiet-Kommando
an den jeweiligen RFID-Tag 401, 411, ..., 421 mit
der Aufforderung, in einen Quiet-Zustand überzugehen.
-
Fehlerhaft
ermittelte UIDs können
somit erfindungsgemäß sicher
eliminiert werden.
-
Im
Weiteren wird bezugnehmend auf 5 ein Diagramm 500 beschrieben,
in dem schematisch mögliche
Betriebszustände
eines RFID-Tags eines Identifikations-Systems gezeigt sind, und Übergänge zwischen
diesen Betriebszuständen,
die mittels entsprechender Steuersignale einer Lese-Vorrichtung ausgelöst werden
können.
-
In 5 ist
ein Power-Off-Zustand 501 gezeigt, in dem ein Identifikations-Datenträger in einem ausgeschalteten
Zustand ist. Von diesem Power-Off-Zustand 501 kann das
RFID-Tag mittels eines entsprechenden Kommandosignals in einen Ready-Zustand 502 gebracht
werden, in dem das RFID-Tag fertig für den Einsatz ist. Ausgehend
von dem Ready-Zustand kann durch ein StayQuiet-Signal das RFID-Tag
in einen Quiet-Zustand 504 gebracht werden, in welchem
es bis auf Weiteres deaktiviert ist und Signale im Weiteren ignoriert.
Erst nach einem Reaktiviersignal geht ein in dem Quiet-Zustand befindliches
RFID-Tag wieder in einen aktiven Zustand zurück. Ausgehend von dem Ready-Zustand 502 kann
mit einem entsprechenden Antikollisionsignal das RFID-Tag in den
Select-Zustand 503 gebracht werden. Auch kann von dem Select-Zustand 503 der
Identifikations-Datenträger
in den Quiet-Zustand 504 oder in den Power-Off-Zustand 501 gebracht
werden. Zwischen dem Quiet-Zustand 504 und dem Power-Off-Zustand 502 kann
durch ein Reset-to-Ready-Signal ein Übergang hervorgerufen werden.
Bei einem Übergang
von dem Select-Zustand 503 in den Power-Off-Zustand 501 wird das entsprechende
RFID-Tag aus dem elektromagnetischen Feldbereich einer Lese-Vorrichtung
entfernt.
-
Im
Weiteren wird bezugnehmend auf 6 ein Abfrageprotokoll 600,
das von einer Lese-Vorrichtung an ein Tag gerichtet werden kann,
in einer Inventory-Phase beschrieben.
-
In 6 sind
eine Mehrzahl von Abfrageabschnitten 601 und die entsprechenden
Datenmengen 602 gezeigt. Bei der Inventory-Abfrage gemäß 6 wird
nach einem SOF-Abfrageabschnitt
("start of frame") ein Flag-Abfrageabschnitt,
nachfolgend ein Inventory-Abfrageabschnitt, dann eine Maskenlänge und
nachfolgend eine Maske abgesetzt.
-
Maskenlänge und
Maske werden im Rahmen eines Antikollisionsverfahrens implementiert.
-
Im
Weiteren wird bezugnehmend auf 7 ein Antwortprotokoll 700 beschrieben,
das von einem RFID-Tag an eine Lese-Vorrichtung gesendet werden kann, wobei
das Antwortformat 700 eine Mehrzahl von Antwortabschnitte 701 mit
zugehörigen
Datenmengen 702 aufweist.
-
Nach
einem SOF-Antwortabschnitt ("start
of frame"), folgt
ein Flag-Antwortabschnitt mit einer Länge von 8 Bit, danach ein DSFID
("data storage format identifier") und danach folgt
ein UID-Antwortabschnitt mit einer Länge von 64 Bit, und danach
ein CRC-Antwortabschnitt mit einer Länge von 16 Bit.
-
In
diesem Dokument sind folgende Veröffentlichungen zitiert:
- [1] "C't – Magazin
für Computer
und Technik", Heise Zeitschriften
Verlag, Ausgabe 3/2004, Seite 46
- [2] ISO 15693, Teil 1-3, Contactless integrated circuits cards
- [3] ISO 18000.3, RFID for Item Management – Air Interface, Part 3 – Parameters
for Air interface at 13.56 MHz
-
- 100
- Abfrageformat
- 101
- Abfrageabschnitte
- 102
- Datenmengen
- 200
- Antwortformat
- 201
- Antwortabschnitte
- 202
- Datenmengen
- 300
- Antwortformat
- 301
- Antwortabschnitte
- 302
- Datenmengen
- 400
- Identifikations-System
- 401
- erster
RFID Tag
- 402
- erster
Kunststoffträger
- 403
- erste
Antenne
- 404
- erster
integrierter Schaltkreis
- 405
- erste
Steuereinheit
- 406
- erster
EEPROM-Speicher
- 411
- zweiter
RFID Tag
- 412
- zweiter
Kunststoffträger
- 413
- zweite
Antenne
- 414
- zweiter
integrierter Schaltkreis
- 415
- zweite
Steuereinheit
- 416
- zweiter
EEPROM-Speicher
- 421
- n-ter
RFID Tag
- 422
- n-ter
Kunststoffträger
- 423
- n-te
Antenne
- 424
- n-ter
integrierter Schaltkreis
- 425
- n-te
Steuereinheit
- 426
- n-ter
EEPROM-Speicher
- 430
- Lese-Vorrichtung
- 431
- Sendespule
- 432
- Sendesignal-Generator
- 433
- Empfangsspule
- 434
- Detektionseinheit
- 435
- Steuereinrichtung
- 500
- Diagramm
- 501
- PowerOff-Zustand
- 502
- Ready-Zustand
- 503
- Select-Zustand
- 504
- Quiet-Zustand
- 600
- Abfrageformat
- 601
- Abfrageabschnitte
- 602
- Datenmengen
- 700
- Antwortformat
- 701
- Antwortabschnitte
- 702
- Datenmengen