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DE102004036734A1 - Kostengünstige organische Solarzelle und Verfahren zur Herstellung - Google Patents

Kostengünstige organische Solarzelle und Verfahren zur Herstellung Download PDF

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DE102004036734A1
DE102004036734A1 DE102004036734A DE102004036734A DE102004036734A1 DE 102004036734 A1 DE102004036734 A1 DE 102004036734A1 DE 102004036734 A DE102004036734 A DE 102004036734A DE 102004036734 A DE102004036734 A DE 102004036734A DE 102004036734 A1 DE102004036734 A1 DE 102004036734A1
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organic
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Christoph Dr. Brabec
Pavel Schilinsky
Christoph Waldauf
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Konarka Technologies Inc
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Abstract

Die vorliegende Erfindung schlägt ein organisches Photovoltaik-Bauelement, insbesondere eine organische Solarzelle, vor, deren Elektrode unstrukturiert ausgebildet ist und mit einer Passivierungsschicht versehen ist, so dass die passivierte Elektrodenschicht funktionell als eine strukturierte Elektrode bzw. Elektrodenschicht wirkt.

Description

  • Die vorliegende Erfindung betrifft das Gebiet organischer Halbleiterbauelemente. Insbesondere betrifft die vorliegende Erfindung das Gebiet der Photovoltaik bzw. der Photovoltaik basierend auf organischen Bauelementen.
  • Mit der Photovoltaik, insbesondere in Form der so genannten Solarzelle, steht ein geräuschlose und emissionslose Verfahren zur Erzeugung elektrischer Energie zur Verfügung. Eine weite Verbreitung von Photovoltaikanlagen zur Erzeugung von Elektrizität scheiterte lange Zeit an den hohen Herstellungskosten insbesondere von Photovoltaiksystemen der so genannten ersten Generation. Photovoltaiksystemen bzw. Solarzellen der ersten Generation basieren auf kristallinen Silizium-Wafern, deren Herstellung und Bearbeitung aufwändig und somit teuer ist. Typische Photovoltaiksystemen der ersten Generation erreichte einen Wirkungsgrad von ungefähr 15%. Die zweite Generation, so genannte Dünnfilm-Solarzellen, nutzen Halbleiterschichten mit einer Dicke von wenigen Mikrometern und sind somit im Vergleich zu denen der ersten Generation kostengünstiger herzustellen. Allerdings erreichen Photovoltaiksysteme der zweiten Generation bisher nicht den Wirkungsgrad der ersten Generation, sondern weisen einen Wirkungsgrad in einem Bereich von ungefähr 3% bis 7% auf.
  • Neben den Herstellungskosten und dem Wirkungsgrad sind ebenso die mechanischen Eigenschaften von Photovoltaiksystemen von Interesse, um möglichst zahlreiche Anwendungsbereiche für deren Einsatz zu erschließen. Die Systeme der ersten und zweiten Generation müssen auf einem im wesentlichen mechanisch starren Substrat zumeist Glas aufgebracht werden. Die derzeit in Entwicklung befindlichen Systeme der dritten Generation tragen diesem Wunsch Rechnung. Die Systeme der dritten Gene ration weisen ein geringes Eigengewicht auf und können auf mechanisch flexiblem Substrat aufgebracht werden, so dass diese Systeme neue und erfolg versprechende Anwendungsgebiete erschließen. Als Substrate kommen hierbei insbesondere Polymerfolien zum Einsatz. Eine möglichst kostengünstige Herstellung der Systeme der dritten Generation kann ferner dazu beitragen, dass derartige Systeme konkurrenzfähig im Sinne von Leistung und Energiekosten zu derzeit genutzten Stromversorgungen erlangen können.
  • Die bisher bekannten Herstellungsverfahren von Solarzellen bzw. Solarzellmodulen, insbesondere organische Solarzellen bzw. Solarzellmodulen, unterliegen zahlreichen Einschränkungen, die aufwändige und kostenintensive Fertigungsverfahren aber auch prinzipielle physikalische bzw. schaltungstechnische Nachteile bedingen.
  • Typischerweise wurden bisher Indium/Zinn-Oxid (ITO) Elektroden verwendet, die ebenfalls als Substrat für die organischen Solarzellen dienen. Indium/Zinn-Oxid (ITO) Elektroden sind teuer, weisen eine im Vergleich zu ansonsten üblichen Leitern wie zum Beispile metallische Leiter eine gringe eletrische Leitfähigkeit auf, die insbesondere bei der Realisierung großflächiger organischer Solarzellen nachteilig bzw. zu gering sein kann, und die Bearbeitung von Indium/Zinn-Oxid (ITO) Elektroden, insbesondere deren Strukturierung, kann nur mittels nasschemischer Ätzprozesse erfolgen.
  • Eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, eine Alternative zu der üblichen Strukturierung der Elektroden bereitzustellen, die sich sowohl kostengünstig realisieren lässt als auch eine Auswahl auf einer Vielzahl an Substanzen für die Realisierung der Elektroden gestattet. Insbesondere sind kostengünstige Substrate von Interesse.
  • Eine weitere Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin, eine die elektrische Leitfähigkeit der Elektroden zu erhöhen, so dass alternative Substanzen mit geringerer elektrischer Leitfähigkeit verwendet werden können.
  • Eine weitere Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht weiterhin darin, die Strukturierung der Elektroden derart zu ermöglichen, dass sowohl Parallel- als auch Serienverschaltung einzelner organischer Solarzellenmodule möglich ist.
  • Die Aufgabe der Erfindung wird durch in Anspruch 1 bzw. Anspruch 13 mittels einer passivierten Elektrode bzw. Elektrodenschicht definierten Gegenstand der Erfindung gelöst.
  • Erfindungsgemäß wird ein Organisches Photovoltaik-Bauelement, insbesondere eine organische Solarzelle bereitgestellt, deren Elektrode unstrukturiert ausgebildet ist und mit einer Passivierungsschicht versehen ist, derart dass funktionell eine strukturierte Elektrode resultiert.
  • Vorzugsweise ist die Passivierungsschicht selektiv und ausgebildet ist. Insbesondere kann die selektive Passivierungsschicht die Elektrode bereichsweise abdecken und/oder variierende Schichtdicken aufweisen. Vorteilhafterweise weist die Passivierungsschicht eine Schichtdicke in einem Bereich von 100 nm bis zu einige 10 μm auf. Bevorzugt ist die Passivierungsschicht ein Dielektrikum.
  • Gemäß einer Ausführungsform ist die Elektrode mit zusätzlichen Leiterbahnen versehen, um die elektrische Leitfähigkeit der Elektrode zu erhöhen. Vorteilhafterweise sind die Leiterbahnen ebenfalls durch die Passivierungsschicht bedeckt sind.
  • Gemäß einer weiteren Ausführungsform dient die Elektrode zugleich als Substrat.
  • Gemäß einer weiteren Ausführungsform sind einzelne Bereiche des Photovoltaik-Bauelements, insbesondere der organischen Solarzelle, miteinander in einem Randbereich verschaltet. Vorteilhafterweise erfolgt die Verschaltung seriell oder parallel. Vorzugsweise werden die einzelnen Bereiche mittels mechanischer Strukturierung erzeugt.
  • Erfindungsgemäß wird ein Verfahren zum Herstellen eines organisches Photovoltaik-Bauelements, insbesondere einer organischen Solarzelle, bereitgestellt. Zunächst wird eine unstrukturierten Elektrodenschicht zur Verfügung gestellt. Auf der unstrukturierten Elektrodenschicht wird anschließend eine Passivierungsschicht abgeschieden, so dass eine passivierte Elektrodenschicht erhalten wird, die im wesentlichen in ihrer funktionellen Natur einer strukturierte Elektrodenschicht entspricht.
  • Einzelheiten und bevorzugte Ausführungsformen des erfindungsgemäßen Gegenstands ergeben sich aus den abhängigen Ansprüchen sowie den Zeichnungen, anhand deren im folgenden Ausführungsbeispiele detailliert erläutert werden, so dass der erfindungsgemäße Gegenstand klar ersichtlich wird. In den Zeichnungen zeigen:
  • 1 eine auf einem Substrat aufgebrachte unstrukturierte Elektrodenschicht (Bottom-Elektrode) in einer Schnittansicht gemäß einer Ausführungsform der Erfindung;
  • 2 in Fortbildung von 1, zusätzliche auf der Elektrode aufgebrachte Leiterstege gemäß der Ausführungsform der Erfindung:
  • 3 in Fortbildung von 2, selektiv passivierte Bereiche der unstrukturierten Elektrode bzw. der Leitestege mittels einer Passivierung gemäß der Ausführungsform der Erfindung;
  • 4 in Fortbildung von 3, eine strukturiert aufgebrachte Halbleiterschicht gemäß der Ausführungsform der Erfindung; und
  • 5 in Fortbildung von 4, eine strukturiert aufgebrachte Elektrodenschicht (Top-Elektrode) gemäß der Ausführungsform der Erfindung.
  • 1 bis 5 zeigen beispielhaft den Forschrittsverlauf der Schichtaufbringung während des Herstellungsprozesses einer organischen Solarzelle, die als ein Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung dient.
  • Organische Bauelemente, insbesondere organische Halbleiter-Bauelemente, definieren sich im allgemeinen darin, dass zumindest eine funktionale Einheit zumindest teilweise organischer Natur ist. Unter Bezugnahme auf organische Halbleiter-Bauelemente ist entsprechend zu verstehen, dass eine zumindest eine der funktionalen Schichten, wie zum Beispiel Substrat, Bottom-Elektrodenschicht, Halbleiterschicht, Top-Elektrodenschicht, Durchkontakte, Leiterbahnelemente, etc. zumindest überwiegend aus einer organischen Substanz gebildet ist. Mögliche organische Substanzen, insbesondere polymere Substanzen, werden im weiteren Verlauf der detaillierten Beschreibung der Ausführungsformen der Erfindung beispielhaft benannt. Es soll jedoch verstanden werden, dass die vorliegenden Erfindung nicht auf die nachfolgend aufgeführte organische Substanzen und gegebenenfalls anorganischen Substanzen beschränkt ist.
  • Unter dem Begriff "organische Materialien" sollen alle Arten von organischen, metallorganischen und/oder anorganischen Kunststoffen unter Ausnahme der klassischen auf Germanium, Silizium usw, basierenden Halbleitermaterialien verstanden werden. Ferner soll der Begriff "organisches Material" ebenfalls nicht auf kohlenstoffhaltiges Material beschränkt sein, vielmehr sind ebenfalls Materialien wie Silicone möglich. Weiterhin sind neben polymere und oligomere Substanzen sowie ebenso "small molecules" verwendbar.
  • Bezugnehmend auf 1 ist auf ein Substrat 1 eine erste Elektrodenschicht aufgebracht, die nachfolgend als Bottom-Elektrodenschicht bezeichnet wird.
  • Das Substrat 1, das als Träger für die als Ausführungsform beispielhaft beschriebene organische Solarzelle dient, ist bevorzugt aus einem flexiblen Material d.h. einem mechanisch flexiblen Material gebildet. Hierfür kommen zum Beispiel dünne Gläser als auch Polymerfolien in Betracht. Aus dem Bereich der Polymerfolien bzw. Kunststofffolien kommen ferner zum Beispiel Polyethylenterephthalat-, Polyimid- und Polyesterfolien zum Einsatz. Die Dicke des Substrats bestimmt im wesentlichen die Gesamtdicke des Bauelements, da die Schichtdicken bzw. Schichthöhen der auf das Substrat 1 aufgebrachten funktionellen Schichten um Größenordungen geringer sind. Typischerweise liegt die Dicke des Substrats 1 im Bereich von 0,05 bis 0,5 mm. Die Substratdicke kann natürlich je nach Anwendungsbereich unterhalb bzw. oberhalb des vorstehend beschriebenen Bereichs liegen. Insbesondere, wenn mechanisch beanspruchbare organische Bauelemente, Schaltungen bzw. Systeme zu realisieren sind, kann die Verwendung von hohen Substratdicken empfehlenswert sein.
  • Die Bottom-Elektrodenschicht 2 ist unstrukturiert auf dem Substrat 1 aufgetragen. Die Elektrodenschicht kann aus verschiedensten Substanzen realisiert werden, d.h. je nach Wahl des Herstellungsprozesses und Anforderungen an die Elektrodenschicht kommen sowohl organische als auch metallische Substanzen in Betracht. Zu nennen sind in diesem Zusammenhang insbesondere Indium/Zinn-Oxid (ITO), dotiertes Polyethylen (PEDOT), Polyanilin (PANI), Silber (Ag), Gold (Au) und weitere inerte Metalle, organische Halbleiter, nanopartikuläre Lösungen (zum Beispiel Indium/Zinn-Oxid (ITO) Nanoteilchen, Zinkoxid (ZnO) Nanoteilchen) etc. Die Aufzählung ist als nicht abschließend zu betrachten.
  • Herkömmlicherweise erfordert die Herstellung einer organischen Solarzelle eine Strukturierung der Bottom-Elektrodenschicht 2, um die Funktion der organischen Solarzelle zu ermöglichen. Die Strukturierung erfolgt durch selektives Abtragen der Bottom-Elektrodenschicht 2 in vorbestimmten Bereichen. Derartiges Strukturieren erfolgt typischerweise mittels nasschemischem Ätzen, das einen aufwendigen Prozessschritt darstellt, dessen Durchführung zumeist die Handhabung von hochreaktiven und umweltpolitisch unerwünschten Chemikalien erfordert.
  • Das Konzept der vorliegenden Erfindung sieht keine Strukturierung der Bottom-Elektrodenschicht vor. Anstatt die Bottom Elektrode zu strukturieren also, das leitfähige Material an den nicht erwünschten Bereichen abzutragen, wird erfindungsgemäß vorgeschlagen, das leitfähige Material zu passivieren. Unter Passivierung ist hierbei zu verstehen, dass eine additive, isolierende Schicht auf die Elektrodenschicht, d.h, hier die Bottom-Elektrodenschicht 2 aufgetragen wird, so dass es zu einer Abdeckung gegenüber den nachfolgend auf die Bottom-Elektrodenschicht aufgetragene Schicht kommt. Die Passivierung erfolgt selektiv, d.h. in bzw. auf vorbestimmten Bereichen der Elektrodenschicht und mit individuell angepassten Schichtdicken für jeden der vorbestimmten Bereiche, die mit einer Passivierungsschicht bedeckt werden. Vorteilhafterweise wird die Passivierungsschicht soll aus der Lösung aufgetragen werden, insbesondere durch kostengünstige Druck- oder Coatingverfahren. Die Schichtdicken der Passivierungschicht ist individuell einstellbar und kann beispielsweise in einem Bereich von wenigen 100 nm (Nanometer) bis hin zu einigen 10 μm (Mirkometer) liegen.
  • Funktional entscheident ist die elektrisch isolierende Eigenschaft der Passivierungsschicht gegenüber einer darauf aufgebrachten elektisch leitfähigen Schicht, d.h. einer Elektrodenschicht zum Beispiel einer Top-Elektrodenschicht. Als Substanz für die Passivierungsschicht wird smoit ein geeignetes Dielektrikum verwendet. Das Dielektrikum kann beispielsweise anorganisch oder organisch bzw. polymerer Natur sein.
  • Die erfindungsgemäß vorgeschlagene Passivierung weist gegenüber der herkömmlich vorgesehenen strukturierten Elektrodenschicht noch weitere Vorteil auf.
  • Unebenheiten, Ungleichmäßigkeiten der Elektrodenschicht, die eventuell zu Kurzschlüssen führen können, lassen sich ebenfalls gezielt abdecken. Dies ermöglicht in einer Weiterbildung dass elektrisch leitfähige Stege aber auch komplexer strukturierte Leiteranodnungen, wie zum Beispiel gitterförmige Leiteranordnungen, aus hochleitfähigem Material auf die Elektrodenschicht aufgebracht werden können, wie dies unter Bezugnahme auf 2 am Beispiel zweier Leiterstege 3a und 3b dargestellt ist. Derartige Strukturen aus leitfähigen Stegen, die auf einer Elektrodenschicht aufgebracht sind, ermöglichen die Gesamtleitfähigkeit der Elektrodenschicht, hier der Bottom-Elektrodenschicht 2, deutlich zu verbessern. Diese leitfähigen Stegen, die Schichthöhen in einem Bereich von einigen 10 nm bis einigen oder mehreren Mikrometern haben aufweisen können, können sowohl aufgedampft, d.h. mittels physikalischer Gasphasenabscheidung von zum Beispiel Silber (Ag), Kupfer (Cu), als auch aufgedruckt, d.h. Mittel zum Beispiel eines Siebdruckverfahrens, das Silber-(Ag)-Siebdruckpaste verwendet, werden.
  • Da diese Stege nachträglich durch eine isolierende Schicht, d.h. die Passivierungsschicht, passiviert werden, können Sie mit einer weitgehend beliebigen Höhe bzw. Schichtdickte beispielsweise in einem Bereich von wenigen 10 nm bis einigen 10 μm hergestellt werden.
  • In 4 ist die selektiv passivierte Bottom-Elektrodenschicht 2 mit Leitstegen 3a und 3b beispielhaft dargestellt. In Entsprechnung ihrer Selektivität setzts sich die auf der Bottom-Elektodenschicht 2 angeordnete strukturierte Passivierungsschicht aus individuellen Passivierunqsstrukturen bzw. Passivierungsbereichen 4a bis 4d zusammen, die in individuellen Bereichen auf der Bottom-Elektrodenschicht angeordnet sind und die jeweils individuelle Schichtdicken bzw. Schichthöhen aufweisen. Die Leitstege 3a und 3b mit Passivierungsstrukturen 4b und 4c geringer Schichtdicke relativ zu den Passivierungsstrukturen 4a und 4d, die hier beispielhaft für die Bereitstellung bzw. Realisierung von Kontakten vorgesehen sind (vgl. 5 und nachfolgende Beschreibung).
  • Es sollte beachtet werden, dass die Kanten einer gedruckten Passivierungsschicht bzw. der Ausbildung nicht aufgrund des Mushroom-Effekts zu einer Separation einer oberhalb der Passivierungsschicht angeordneten Elektrodenschicht wie zum Beispiel der Top-Elektrodenschicht führen.
  • Zusammenfassend kann zunächst bemerkt werden, dass die erfindungsgemäß vorgeschlagene unstrukturierte Elektrodenschicht mit selektiver Passivierung funktionale äquivalent eine strukturierte Elektrodenschicht realisiert. Der Herstellungsprozess einer derartigen unstrukturierten Elektrodenschicht mit selektiver Passivierung ist vorteilhaft gegenüber der Herstellungsprozess einer strukturierten Elektrodenschicht. Die selektive Passivierung weist weiterhin ergänzende Vorteile auf, insbesondere sowohl die vorstehend beschriebenen als auch nachfolgend beschriebene.
  • Bezugnehmend auf 4 ist nachfolgend eine die Bottom-Elektrodenschicht 2 zumindest teilweise bedeckende Halblei terschicht 5 dargestellt. Die Halbleiterschicht 5 bedeckt ebenfalls die passivierten Leitstege 3a und 3b. Das heist, dass die Gesamtschichthöhe der Leitstege 3a, 3b und die darauf aufgebrachte Passivierungsschicht (Passivierungsstrukturen 4b und 4c) hier beispielsweise derart ausgebildet ist, dass diese Gesamtschichthöhe geringer ist als die Schichtdicke der Halbleiterschicht 5. Dies hat zur Folge, dass die Leitstege 3a und 3b mit zugehöriger Passivierungsschicht vollständig in der Halbleiterschicht 5 eingebetten sind.
  • Die beispielhaft illustrierte Halbleiterschicht 5 bedeckt insbesondere einen Bereich der Bottom-Elektrodenschicht 2, der durch die Passivierungsstrukturen 4a und 4d der auf der Bottom-Elektrodenschicht 2 aufgebrachten Passivierungsschicht begrenzt wird.
  • Die Halbleiterschicht 5 kann als sowohl anorganische als auch bevorzugt organische Halbleiterschicht ausgebildet sein. Bekannte organische Halbleiterschicht bestehen beispielsweise aus Polythiophenen, Polyalkylthiophen, Poly-Di-Hexyl-Ter-Thiophen (PDHTT), Polythienylenvinylenen, Polyfluoren-Derivaten oder konjugierten Polymeren, um lediglich eine nicht begrenzende Auswahl an möglichen organischen Substanzen zu nennen. Die Halbleiterschicht 5 kann typischerweise aus Lösung durch Aufschleudern (spin-coating), Rakeln oder Bedrucken verarbeitet.
  • 5 zeigt schließlich die organische Solarzelle gemäß der erfindungsgemäßen Ausführungsform mit einer die Halbleiterschicht 5 bedeckenden Elektrodenschicht, die nachfolgend aufgrund ihrer Anordnung bezüglich des Substrats 1 als Top-Elektrodenschicht 6 bezeichnet wird. Die Elektrodenschicht kann aus verschiedensten Substanzen realisiert werden, d.h. je nach Wahl des Herstellungsprozesses und Anforderungen an die Elektrodenschicht kommen sowohl organische als auch metallische Substanzen in Betracht. Der Vollständigkeit halber soll auf die vorstehenden Beispiele für mögliche beispielhaften Substanzen, die unter Bezug auf die Bottom-Elektrodenschicht aufgeführt sind, verwiesen werden.
  • Die Top-Elektrodenschicht 6 ist in dem illustrierten Ausführungsbeispiel derart ausgebildet, dass die Passivierungsstruktur 4a der Passivierungsschicht, die nicht von der Halbleiterschicht 5 bedeckt wird, von der Top-Elektrodenschicht 6 zumindest partiell bedeckt wird. Im Gegensatz hierzu wird die Passivierungsstruktur 4d der Passivierungsschicht, die ebenfalls nicht von der Halbleiterschicht 5 bedeckt wird, auch nicht von der Top-Elektrodenschicht 6 bedeckt. Mittels der Passivierungsstruktur 4d, die als Isolatorelement gegenüber der Top-Elektrodenschicht 6 in deren Schichtebene geeignet ist, kann ein Kontakt 20 realisiert werden, der mit dem Bottom-Elektrodenschicht 2 verbunden ist und gegenüber der Top-Elektrodenschicht isoliert ist. Zur Realisierung eines vertikalen Kontaktelements zur Bottom-Elektrodenschicht 2 kann beispielsweise die elektrisch leitfähige Substanz, aus der sich die Top-Elektrodenschicht 6 zusammensetzt, verwendet werden. Ein derartiges vertikales Kontaktelement für den Kontakt 20 kann zeitgleich mit der Aufbringung der Top-Elektrodenschicht 6 realisiert werden.
  • Ein entsprechender Kontakt 10, der mit der Top-Elektrodenschicht 6 verbindet, wird vorteilhafterweise in einem Bereich der Top-Elektrodenschicht 6 realisiert, in dem die Top-Elektrodenschicht 6 die Passivierungsstruktur 4a überdeckt. Wie vorstehend beschrieben isoliert die Passivierungsstruktur 4a die Elektrodenschichten 2 und 6 gegeneinander elektrisch ab.
  • Unter Bezugnahme auf mehrteilig modular ausgeführte organische Photovoltaik-Bauelemente bzw. organische Solarzellen kann aufgrund des erfindungsgemäßen Konzepts eine vorteilhaft einfach zu realisierende Strukturierung der Elektroden für die Modulverschaltung gewählt werden.
  • Um einzelne aktive Bereiche auf dem Substrat 1 zu erhalten, die miteinander seriell verschaltet werden können, ist eine Trennung der Bottom-Elektrodenschicht 2 notwendig. Bei einer Parallelverschaltung ist eine deratige Trennung nicht erforderlich. Diese Trennung wird herkömmlicherweise mit Hilfe von nasslithographischen Verfahren durchgeführt. Im Zusammenhang mit dem vorgeschlagenen erfinderischen Konzept kann die Trennung der Elektrodenschicht vorteilhafterweise mittels einer mechanischen Strukturierung erhalten werden. Insbesondere sind für die mechanischen Strukturierung zwei Verfahren geeignet: (i) eine Laserstrukturierung und (ii) ein mechanisches Ritzen oder Schneiden. Da diese Trennbereiche nachträglich wieder durch die Passivierungsschicht (Dielektrikum) passiviert und eventuelle Kanten abgedeckt werden, ist keine besondere Sorgfalt und Genauigkeit an die Güte der Trennung zu stellen..
  • Im Gegensatz zu anorganischen Solarzellen, die herkömmlicherweise mittels einer Z- Verschaltung seriell zu Modulen gekoppelt werden, wird weiterhin erfindungsgemäß ein vorteilhaftes einfacheres Verschaltungsschema vorgeschlagen, das insbesondere geringere Ansprüche an die Produktionsgenauigkeit hat. Bei der Herstellung der organischen Solarzelle mittels Coatingverfahren kann mühelos der Randbereich von gedruckten Schichten freihalten. Hierbei werden lediglich geringe (bzw. geringste) Auflösungsansprüche an das Drucken gestellt. In diesem Randbereich kann während der Auftragung der Top-Elektrodeschicht, die zu Beispiel entweder aus der Gasphase abgeschieden oder gedruckt wird, die Verschaltung durchgeführt werden. Da die restlichen Elektrodenbereiche durch das Dielektrikum passiviert sind, sind bei der Verschaltung nur geringe (bzw. geringste) Anforderungen an die Präzision zu stellen.
  • Folgende Ausführungsformen sind mit Hilfe der vorstehend beschriebenen Passivierung der Bottom-Elektrodenschicht 2 realisierbar.
  • Die erste Ausführungsform einer organischen Solarzelle ist in 5 detailliert dargestellt. Diese Ausführungsform der organische Solarzelle weist zusätzlichen Leiterstege auf, die beispielhaft in Form der Leiterstege 3a und 3b illustriuert sind, die ebenfalls passiviert sind, d.h. mit der aufgebarchten Passivierungsschicht abgedeckt sind.
  • Eine zweite Ausführung einer organischen Solarzellle entspricht im wesentlichen der in 5 darstellten Ausführungsform. Diese Ausführungsform der organische Solarzelle ist mit passivierter Bottom-Elektrodeschicht versehen, weist jedoch keine zusätzlichen Leiterstege auf, d.h. die beispielhaft in Form der Leiterstege 3a und 3b in 5 illustriuerten Leiterstege sind in dieser Ausführungsform nicht vorhanden.
  • Eine dritte Ausführung einer organischen Solarzelle weist ebenfalls eine passivierte Bottom-Elektrodenschicht auf, die sowohl mit als auch ohne passivieret Leiterstege versehen sein kann. Die einzelnen Elemente der organischen Solarzelle sind parallel verschaltet. Die Bottom-Elektrodenschicht kann daher großflächig ausgebildet sein oder struturiert in einzelne Bereiche getrennt ausgelidet werden. Die Ausbildung der einzelnen Bereich ist mit Hilfe der vorstehend beschriebenen mechanischen Strukturierunqsverfahren durchführbar.
  • Eine vierte Ausführungsform einer organischen Solarzelle sieht weiterhin ebenfalls eine passivierte Bottom-Elektrodenschicht vor, die ebenfalls sowohl mit als auch ohne passivierte Leiterstege versehen sein kann. Die einzelnen Elemente der organischen Solarzelle sind hierbei bevorzugt seriell verschaltet. Folglich ist die Bottom- Elektrodenschicht großflächig in einzelne Bereiche getrennt ausgebildet. Die Ausbildung der einzelnen Bereich ist mit Hilfe der vorstehend beschriebenen mechanischen Strukturierungsverfahren durchführbar.
  • Eine fünfte Ausführungsform einer organischen Solarzelle sieht im wesentlichen eine der vorstehend beschriebenen Ausführungsformen vor, bei denen die Verschaltung der einzelnen Elemente im nicht bedruckten Randbereich der Elemente erfolgt.
  • Im Rahen einer sechsten Ausführungsform einer organischen Solarzelle wird eine metallisches Substrat 1 erfindungsgemäß vorgeschlagen, das entsprechend einer elektrischen Leitfähigkeitseigenschaften zugleich als Bottom-Elektrodenschicht dienen kann. Als metallisches Substrat 1 kann zum Beispiel eine Metallfolie, ein Stahlblech, eine mit einer dünnen Metallschicht versehene Folie, etc verwendet werden. Die Folie, insbesondere eine organische Folie wie zum Beispiel eine Polymerfolie, könnte zum Beispiel durch Aufdampfen von beispeilsweise Kupfer (Cu) mit der dünnen Metallschicht versehen werden. Derartige metallisierte Folien sind zum Beispiel auf dem Gebiet der flexible gedrukckte Leiterplatten bekannt.

Claims (13)

  1. Organisches Photovoltaik-Bauelement, insbesondere organische Solarzelle, deren Elektrodenschicht unstrukturiert ausgebildet und mit einer Passivierungsschicht versehen ist, derart dass die passivierte Elektrodenschicht funktionell einer strukturierten Elektrode entspricht.
  2. Organisches Photovoltaik-Bauelement gemäß Anspruch 1, wobei die Passivierungsschicht selektiv ausgebildet ist.
  3. Organisches Photovoltaik-Bauelement gemäß Anspruch 2, wobei die selektive Passivierungsschicht bereichsweise die Elektrode abdeckt.
  4. Organisches Photovoltaik-Bauelement gemäß Anspruch 2 oder Anspruch 3, wobei die selektive Passivierungsschicht variierende Schichtdicken aufweist.
  5. Organisches Photovoltaik-Bauelement gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Passivierungsschicht eine Schichtdicke in einem Bereich von 100 nm bis zu einige 10 μm betragen kann.
  6. Organisches Photovoltaik-Bauelement gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Passivierungsschicht ein Dielektrikum ist.
  7. Organisches Photovoltaik-Bauelement gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Elektrode mit zusätzlichen Leiterbahnen versehen sein kann, um die elektrische Leitfähigkeit der Elektrode zu erhöhen.
  8. Organisches Photovoltaik-Bauelement gemäß Anspruch 5, wobei die Leiterbahnen ebenfalls durch die Passivierungsschicht bedeckt sind.
  9. Organisches Photovoltaik-Bauelement gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Elektrode zugleich als Substrat dient.
  10. Organisches Photovoltaik-Bauelement gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei einzelne Bereiche des Photovoltaik-Bauelements verschaltet sind, wobei die Verschaltung in einem Randbereich durchgeführt wird.
  11. Organisches Photovoltaik-Bauelement gemäß Anspruch 10, wobei die Verschaltung seriell oder parallel erfolgen kann.
  12. Organisches Photovoltaik-Bauelement gemäß Anspruch 10 oder Anspruch 11, wobei die einzelnen Bereiche mittels mechanischer Strukturierung erzeugt werden.
  13. Verfahren zum Herstellen eines organisches Photovoltaik-Bauelements, insbesondere einer organischen Solarzelle, umfassend: – Bereitstellen einer unstrukturierten Elektrodenschicht; und – Abscheiden einer Passivierungsschicht auf der unstrukturierten Elektrodenschicht, um eine funktionell resultierende strukturierte Elektrodenschicht zu erhalten.
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