-
Die
Erfindung betrifft eine Stabilisierungsvorrichtung zur Fahrstabilisierung
eines Fahrzeugs, mit Erfassungsmitteln zum Erfassen von einen Fahrzustand
des Fahrzeugs charakterisierenden Messwerten, und mit Auswertemitteln
zur Anwendung einer Spektralanalyse auf die Messwerte und ein entsprechendes
Verfahren.
-
Ein
derartiges Verfahren bzw. eine derartige Vorrichtung ist beispielsweise
aus der deutschen Offenlegungsschrift
DE 199 18 525 A1 bekannt.
Aus dem Dokument geht hervor, dass eine Gierrate anhand von Daten,
die den Fahrzustand des Fahrzeugs repräsentieren, und anhand einer
Transferfunktion, im Speziellen einer Fourier-Berechnung, ermittelt
wird. Ferner beschreibt das Dokument die Ermittlung einer Schwerpunkthöhe eines
Fahrzeugs durch Verwendung einer Transferfunktion eines Rollwinkels
in einen Steuerwinkel des Fahrzeugs. In dem Dokument ist auch das
Problem erläutert,
dass ein Fahrzeug, insbesondere ein Lastkraftwagen, ein Bus oder
dergleichen, ein unterschiedliches Fahrverhalten in Abhängigkeit
vom jeweiligen Beladungszustand aufweist. Sowohl die Masse als auch üblicherweise
die Schwerpunkthöhe
des Fahrzeugs verändern
sich in Abhängigkeit
von der Beladung. Eine Fahrstabilisierungseinrichtung des Fahrzeugs
ist jedoch beispielsweise auf einen mittleren Fahrzustand des Fahrzeugs
adaptiert.
-
Aus
der deutschen Patentschrift
DE
39 12 144 C2 gehen ein Verfahren und eine Vorrichtung zur
Achslastbestimmung eines Fahrzeugs hervor. Dabei wird das Frequenzverhalten
des Fahrzeugs beim Fahrvorgang anhand der Schwingungen des Fahrzeugaufbaus
gegenüber
einer Achse ermittelt. Zusätzlich
wird ein Verfahren vorgeschlagen, die Achslast statisch zu ermitteln.
Es ist ein Sensor erforderlich, der die Lage des Fahrzeugaufbaus
im Verhältnis
zur Achse des Fahrzeugs ermittelt. Es ist lediglich möglich, die
Masse des Fahrzeugs zu ermitteln. Eine Ermittlung der Schwerpunkthöhe ist nicht
möglich.
-
Es
ist daher die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, zuverlässige Vorrichtungen
und Verfahren anzugeben, mit denen ein Maß ermittelt werden kann, das
den Beladungszustand des Fahrzeugs charakterisiert, insbesondere
ein Maß,
das sowohl die Masse der Ladung als auch deren Schwerpunkthöhe berücksichtigt.
-
Diese
Aufgabe wird durch eine Stabilisierungsvorrichtung der eingangs
genannten Art gelöst,
bei der vorgesehen ist dass die Messwerte mit einer vom Beladungszustand
des Fahrzeugs abhängigen
Wankbewegung des Fahrzeugs korrelieren, und dass die Auswertemittel
zur Ausgabe und/oder Auswertung eines den Beladungszustand des Fahrzeugs
charakterisierenden charakteristischen Maßes anhand der Spektralanalyse ausgestaltet
sind. Ferner sind ein erfindungsgemäßes Verfahren sowie ein Fahrzeug
mit einer erfindungsgemäßen Stabilisierungsvorrichtung
zur Lösung
der Aufgabe vorgesehen.
-
Ein
Grundgedanke der Erfindung ist, eine Wankbewegung des Fahrzeugs
um eine Wankachse, die beispielsweise durch Kurvenfahrt verursacht
ist, durch eine Spektralanalyse zu analysieren, beispielsweise durch
eine Fourieranalyse, eine Fast-Fourier-Transformation
oder dergleichen. Auf diese Weise wird ein charakteristisches Spektrum
ermittelt, anhand dessen die erfindungsgemäße Stabilisierungsvorrichtung
das charakteristische Maß ermittelt,
das den Beladungszustand des Fahrzeugs charakterisiert. Bei dem
erfindungsgemäßen Fahrzeug
handelt es sich vorzugsweise um einen Lastkraftwagen oder Lieferwagen,
jedenfalls um ein Fahrzeug, das eine vergleichsweise große Zuladung
im Vergleich zu seinem Leergewicht ermöglicht.
-
In
dem charakteristischen Spektrum sind einer oder mehrere beladungsabhängige Eigenfrequenzwertkennwerte
des Fahrzeugs enthalten, die die erfindungsgemäße Stabilisierungsvorrichtung
analysiert, um das charakteristische Maß zu ermitteln.
-
Eine
bevorzugte Ausführungsform
der Erfindung sieht vor, dass die Stabilisierungsvorrichtung Auswahlmittel
aufweist, mit denen sie Regelungs-Parameter auswählen und/oder skalieren kann
und die jeweiligen Parameter, beispielsweise im Rahmen von Parametersätzen, an
eine Fahrstabilisierungsregelungseinrichtung des Fahrzeugs übermittelt.
Die Fahrstabilisierungsregelungseinrichtung stabilisiert das Fahrzeug
in Abhängigkeit
von dem jeweiligen Parametersatz. Die Fahrstabilisierungsregelungseinrichtung,
die vorzugsweise einen Bestandteil der erfindungsgemäßen Stabilisierungsvorrichtung
bildet, enthält
beispielsweise ein Antiblockiersystem, eine Antriebschlupfregelung,
einen Fahrzustandsregler oder dergleichen.
-
Die
Messwerte, die die erfindungsgemäße Stabilisierungsvorrichtung
spektral analysiert, enthalten beispielsweise eine Wankbewegung
des Fahrzeugs direkt charakterisierende Messwerte, beispielsweise Wankwinkel-
oder Wankwinkeländerungsmesswerte
(Wankraten-Messwerte) und/oder Federwegsmesswerte, und/oder die
Wankbewegung indirekt charakterisierende Messwerte, beispielsweise
Drehzahlmesswerte, Querbeschleunigungsmesswerte und/oder Raddrehzahl-Messwerte
und/oder Fahrgeschwindigkeitsmesswerte oder dergleichen, aus denen
Wankwinkel-Werte ermittelbar sind, wie später im Rahmen des Ausführungsbeispiels
noch beschrieben wird.
-
Die
Dynamik des Wankverhaltens des Fahrzeugs wird zum einen durch das
Eigenschwingverhalten des Feder-Massen-Dämpfer-Systems des Fahrzeugsaufbaus bestimmt,
zum anderen aber auch durch von außen auf das Fahrzeug einwirkende
Größen, beispielsweise
Lenkbewegungen des Fahrers, Unebenheiten der Fahrbahn oder dergleichen.
Diese Dynamik des Wankverhaltens drückt sich in einem charakteristischem Spektrum
bzw. einem Schwingungsprofil aus, dass die Stabilisierungsvorrichtung
analysiert. Dabei werden beispielsweise Teile des Spektrums, die
der Beladung zugeordnet sind, analysiert, während andere Anteile des Spektrums,
die beispielsweise durch Lenkbewegungen des Fahrers verursacht sind,
sozusagen ausgeblendet werden. Die Erfindung macht sich dabei die
typische Eigenschaft eines Fahrzeugs zu Nutze, dass sich Fahrwerkselemente,
beispielsweise Federung, Dämpfung
und dergleichen, des Fahrzeugs über
die Lebensdauer nicht ändern,
wohingegen die Beladung des Fahrzeugs sich auf das Frequenzverhalten
auswirkt. Eine verhältnismäßig große Beladung,
d.h. eine große
Masse und/oder ein hoher Schwerpunkt, führt typischerweise zu kleinen
Amplituden bei kleinen Frequenzen, während eine kleine Zuladung
mit niedrigem Schwerpunkt relativ hohe Amplituden bei hohen Frequenzen
hervorruft. Entsprechend dieser Erkennt nis bilden die Auswertemittel ein
charakteristisches Maß,
das den Beladungszustand des Fahrzeugs repräsentiert.
-
Die
erfindungsgemäße Stabilisierungsvorrichtung
ist vorzugsweise dazu ausgestaltet, Schwingungsanregungen des Fahrzeugs,
die von außen
auf das Fahrzeug wirken und nicht durch die Beladung verursacht sind,
sozusagen auszublenden. Solche von außen aufgeprägte Anregungen sind beispielsweise
schnelle Lenkbewegungen des Fahrers. Lenkbewegungen eines Fahrers
liegen jedoch üblicherweise
in einem Bereich von etwa 0 bis 0,5 Hertz, so dass die Beladung
des Fahrzeugs Amplituden bei Frequenzen oberhalb dieser Grenzfrequenz
betrifft.
-
Allerdings
ist es möglich,
dass beispielsweise dynamische Lenkanregungen des Fahrers zu Frequenzen
im charakteristischen Spektrum führen,
die oberhalb dieser Grenzfrequenz von etwa 0,5 Hz liegen. Um diese
Frequenzen "auszublenden", können die
Auswertemittel zweckmäßigerweise
verschiedene Maßnahmen
durchführen.
Eine erste Möglichkeit
besteht beispielsweise darin, einen Lenkwinkel oder eine Lenkwinkeländerung
einer Spektralanalyse zu unterziehen, die beispielsweise zur Grundlage
einer Fourier-Transformation zu machen. Ferner kann als weitere
Möglichkeit
ein Lenkwinkelgradient, d.h. eine Lenkwinkeländerung analysiert werden.
Es versteht sich, dass auch weitere Bedingungen bei der Spektralanalyse
des charakteristischen Maßes
berücksichtigt
werden können,
beispielsweise eine minimale/maximale Gierrate, ein Lenkwinkelminimum
oder -maximum, ein Gierratenänderungsminimum
oder -maximum oder dergleichen.
-
Zweckmäßigerweise
wird die Spektralanalyse auf eine Messwertreihe angewandt. Wenn
eine vorbestimmte Anzahl von Messwerten durch neue Messwerte ersetzt
worden ist, wird die Spektral analyse wiederholt. Die vorbestimmte
Anzahl kann eine, zwei oder mehrere oder vorteilhaft auch alle Messwerte
einer jeweiligen Messwertreihe umfassen.
-
Die
Fahrstabilisierungsregelungseinrichtung, die zweckmäßigerweise
einen Bestandteil der erfindungsgemäßen Stabilisierungsvorrichtung
bildet, kann z.B. eines oder mehrere der folgenden Systeme umfassen:
- – ein
Antiblockiersystem
- – eine
Antriebsschlupfregelung
- – einen
Fahrzustandsregler
- – einen
Kippverhinderungsregler
- – einen
Querbeschleunigungsbegrenzer
- – ein
elektrisches oder elektrohydraulisches Bremssystem (Sensotronic
Brake Control = SBC)
- – eine
aktive Federung (Active Body Control = ABC)
- – eine
aktive Wankstabilisierung (Active Roll Control = ARC)
- – ein
elektrisches Lenksystem (Steer-by-Wire = SBW).
-
Die
erfindungsgemäße Stabilisierungsvorrichtung
kann in Hardware und/oder Software realisiert sein.
-
Nachfolgend
wird ein Ausführungsbeispiel
der Erfindung anhand der Zeichnung näher erläutert. Dabei zeigen:
-
1 ein
schematisch dargestelltes erfindungsgemäßes Fahrzeug mit einer erfindungsgemäßen Stabilisierungsvorrichtung
zur Fahrstabilisierung,
-
2 das
Fahrzeug gemäß 1 in
einer hinteren Ansicht bei einer Kurvenfahrt, wobei der Aufbau des
Fahrzeugs wankt,
-
3 eine
schematische Darstellung der erfindungsgemäßen Fahrstabilisierungsvorrichtung,
-
4 ein
charakteristisches Spektrum des Fahrzeugs gemäß 1, das durch
eine oder mehrere Wankbewegungen des Fahrzeugs hervorgerufen ist,
und
-
5 ein
Lenk-Spektrum des Fahrzeugs gemäß 1,
das mit dem charakteristischen Spektrum gemäß 4 korreliert.
-
Das
in den Figuren dargestellte erfindungsgemäße Fahrzeug 10 ist
beispielsweise ein Lastkraftwagen oder Lieferwagen, wobei prinzipiell
auch ein Personenkraftwagen, insbesondere ein Van oder SUV (Sports
Utility Vehicle), ein Anhänger
oder Sattelauflieger als erfindungsgemäßes Fahrzeug ausgestaltet sein
können.
-
Das
Fahrzeug 10 hat eine Vorderachse 11 mit lenkbaren
Rädern 12, 13 sowie
eine Hinterachse 14 mit nicht lenkbaren Rädern 15, 16,
die auch eine Zwillingsbereifung aufweisen könnten. An den Rädern 12, 13, 15, 16 sind
Bremsen 17, 18, 19, 20 zum Abbremsen
des jeweiligen Rades sowie Drehzahlsensoren 21 bis 24 zum
Erfassen der jeweiligen Raddrehzahl des Rades 11, 12, 15, 16 angeordnet.
-
Die
Bremsen 15 bis 20 sind, was durch Pfeile schematisch
dargestellt ist, durch eine Stabilisierungsvorrichtung 25 mittels
Bremseingriffssignalen 26 bis 29 ansteuerbar.
-
Die
Drehzahlsensoren 21 bis 24 senden Drehzahlmesswerte 30 bis 33 in
Form entsprechender Drehzahlsignale, die die Drehzahl des jeweiligen
Rades 12, 13, 14, 15, 16 repräsentieren,
an die Stabilisierungsvorrichtung 25.
-
Ferner
kann die Stabilisierungsvorrichtung 25 mittels eines Motorsteuersignals 34 eine
Motorsteuerung 35 ansteuern, bei spielsweise zur Drosselung
der Motorleistung eines Motors 35, der beim Fahrzeug 10 beispielsweise
die Vorderachse 11 und/oder die Hinterachse 14 antreibt.
-
An
einem Lenkrad 37 oder einer sonstigen Lenkhandhabe kann
ein Fahrer 38 Lenkbefehle vorgeben. Beispielsweise erfasst
eine Lenkerfassungseinrichtung 39 den jeweiligen Lenkwinkel δH und
gibt diesen an einen Lenkaktor 40, beispielsweise eine
Servo-Lenkhilfe, zum Lenken der Räder 12, 13 weiter.
Ferner übermittelt
die Lenkerfassungseinrichtung 39 ein Lenkwinkelsignal 41 mit
dem Lenkwinkel δH an die Stabilisierungsvorrichtung 25.
-
Die
Stabilisierungsvorrichtung 25 stabilisiert das Fahrzeug 10 durch
Bremseingriffe und/oder den Motor 35 steuernde Eingriffe
und/oder Lenkeingriffe, z.B. wenn das Fahrzeug 10 umzukippen,
zu schleudern oder in sonstiger Weise fahr-instabil zu werden droht.
-
Die
Stabilisierungsvorrichtung 25 arbeitet vorzugsweise mit
zur Fahrstabilisierung des Fahrzeugs 10 ohnehin erforderlichen
Sensorsignalen, die beispielsweise die Drehzahlsensoren 21 bis 24 in
Form der Drehzahlwerte der Räder 12, 13, 15, 16 liefern.
-
Ferner
wertet die Stabilisierungsvorrichtung 25 beispielsweise
ein Gierratensignal 42 mit einer Gierrate Ψ . eines Giersensors 43,
ein Querbeschleunigungssignal 44 mit einem Querbeschleunigungswerten
ay eines zur Fahrzeuglängsachse 55 quer eingebauten
Querbeschleunigungssensors 45 sowie optional ein Fahrgeschwindigkeitssignal 46 mit
der Fahrgeschwindigkeit v des Fahrzeugs 10 aus, das eine
Fahrgeschwindigkeitseinrichtung 47 ermittelt. Das Fahrgeschwindigkeitssignal 46 wird
von der Fahrgeschwindigkeitseinrichtung 47 z.B. anhand
der Drehzahlwerte der Räder 12, 13, 15, 16 ermittelt.
-
Weiterhin
wertet die Stabilisierungsvorrichtung 25 ein Wankratensignal 53 eines
Wanksensors 54 aus. Der Wanksensor 54 ist beispielsweise
ein Gierratensensor, der in einer solchen Einbaulage in das Fahrzeug 10 eingebaut
ist, dass er eine Drehbewegung um eine Fahrzeuglängsachse 55 ermitteln
kann.
-
Bei
einer Kurvenfahrt, die in 2 schematisch
dargestellt ist, neigt sich ein Aufbau 56 mit einer gefederten
Masse m des Fahrzeugs 10 beispielsweise in Richtung einer
Kurvenaußenseite 57 einer
ebenen oder geneigten Fahrbahn 86. Wenn das Fahrzeug 10 dann
zu schnell ist, das heißt
die Querbeschleunigung beispielsweise ein vorbestimmtes Maß überschreitet,
droht das Fahrzeug 10 nach außen umzukippen und/oder zu
Schleudern. Diesem Problem begegnet die Fahrstabilisierungsvorrichtung 25 durch
verschiedene Maßnahmen,
beispielsweise durch Bremseingriffe an den Rädern 12, 13, 15, 16,
durch Drosselung der Motorleistung des Motors 35, durch Änderung
der Dämpfungs-
bzw. Stabilisierungseigenschaften eines Fahrwerks des Fahrzeugs 10,
durch Lenkeingriffe oder dergleichen. Zunächst wird jedoch der prinzipielle
Aufbau der Stabilisierungsvorrichtung 25, der schematisch
in den 1 und 3 dargestellt ist, erläutert.
-
Die
Stabilisierungsvorrichtung 25 ist vorliegend als ein Modul
realisiert, das sowohl Hardware auch als Software enthält. Beispielsweise
sind Ein-/Ausgabemittel 48, 49 vorhanden, die
die vorgenannten Signale der Sensoren 21 bis 24, 43, 45, 47, 54 erfassen
können
und entsprechende Steuersignale, beispielsweise das Motorsteuersignal 34 sowie
die Bremseingriffssignale 26 bis 29 und ein Lenksignal 50 zur
Ansteuerung des Lenkaktors 40, erzeugen können. Die
Ein-/Ausgabemittel 48, 49 enthalten beispielsweise
einen oder mehrere Buscontroller und/oder digitale und/oder analoge
Eingabemittel und/oder Ausgabemittel. Die Stabilisierungsvorrichtung 25 enthält ferner
einen Prozessor oder mehrere Prozessoren 51, die Programmcode
von Programmmodulen ausführen,
die in einem Speicher 52 abgelegt sind. Diese Programmmodule
enthalten beispielsweise ein Wankwinkelmodul 58 sowie ein
Fahrstabilisierungs-Regelungs-Modul 59 als Fahrstabilisierungsregelungseinrichtung.
Der Speicher 52 enthält
flüchtigen
und/oder nicht flüchtigen
Speicher, beispielsweise zum Speichern der Module 58, 59.
-
Das
Fahrstabilisierungs-Regelungs-Modul 59, das z.B. ein ESP
bildet oder enthält
(ESP = Elektronisches Stabilisierungsprogramm), umfasst beispielsweise
ein Antiblockiersystem 60 und/oder eine Antriebsschlupfreglung 61 und/oder
einen Fahrzustandsregler 62 und/oder einen Kippverhinderungsregler 63 und/oder Querbeschleunigungsbegrenzer 64.
-
Das
Wankwinkelmodul 58, das an sich bereits eine erfindungsgemäße Stabilisierungsvorrichtung
bilden kann, enthält
beispielsweise die folgenden Bestandteile, die z.B. als Programmfunktionen
oder -module realisiert sind: Erfassungsmittel 65, Auswertemittel 66,
Interpretationsmittel 68, Auswahlmittel 69 und Überwachungsmittel 74.
-
Die
Erfassungsmittel 65, erfassen die Messwerte, beispielsweise
das Wankratensignal 53 und Drehzahlwerte der Räder 12, 13, 15, 16.
-
Die
Auswertemittel 66 bilden anhand der von den Erfassungsmitteln 65 ermittelten
Messwerte ein charakteristisches Maß 67, das einen Beladungszustand
des Fahrzeugs 10 charakterisiert. Dazu werten die Auswertemittel 66 beispielsweise
das Wankratensignal 53 aus. Man kann die Auswertemittel 66 und/oder
die Erfassungsmittel 65, die zu einem einzigen Modul zusammengefasst
sein können,
auch als Erkennungslogik bezeichnen.
-
Die
Interpretationsmittel 68 interpretieren das charakteristische
Maß 67 und überprüfen es beispielsweise
auf Plausibilität.
Solange noch kein plausibles, gesichertes charakteristisches Maß 67 vorhanden
ist, übermitteln
die Interpretationsmittel 68 beispielsweise ein charakteristisches
Start-Maß,
das einen mittleren Beladungszustand des Fahrzeugs 10 repräsentiert,
an die Auswahlmittel 69. Die Interpretationsmittel 68 können auch
so lange, bis ein "gesichertes" charakteristisches
Maß 67 vorliegt,
beispielsweise einen Start-Parametersatz 73 auswählen oder
die Auswahlmittel 69 zu dessen Auswahl anweisen. Der Start-Parametersatz 73 entspricht
zweckmäßigerweise
einem mittleren Beladungszustand des Fahrzeugs 10.
-
Die
Auswahlmittel 69 wählen
in Abhängigkeit
von dem charakteristischen Maß 67 einen
Parametersatz aus und/oder oder skalieren einen Parametersatz, beispielsweise
einen der Parametersätze 70, 71, 72. Der
Parametersatz 70 repräsentiert
beispielsweise einen Beladungszustand mit geringer Beladung und/oder niedriger
Schwerpunkthöhe
des Fahrzeugs 10, der Parametersatz 71 eine mittlere
Beladung des Fahrzeugs 10 und der Parametersatz 72 eine
große
Beladung des Fahrzeugs 10. Es versteht sich, dass auch
mehr Parametersätze
als die Parametersätze 70–72 vorgesehen
sein können.
Ferner ist es möglich,
dass die Auswahlmittel 69 einen oder mehrere Parameter
der Parametersätze 70–72 in
Abhängigkeit
von dem charakte ristischen Maß 67 skalieren.
Die Auswahlmittel 69 senden den jeweils ausgewählten Parametersatz 70, 71, 72 an das
Regelungsmodul 59, das das Fahrzeug 10 anhand
des jeweils ausgewählten
Parametersatzes stabilisiert.
-
Die
zweckmäßigerweise
vorhandenen Überwachungsmittel 74 überwachen
die Auswertemittel 66, die Auswahlmittel 69 und
die Interpretationsmittel 68 und stellt beispielsweise
sicher, dass beim Start des Wankwinkelmoduls 58 zunächst der
Start-Parametersatz 73 verwendet
wird. Weitere Überwachungsfunktionen
sollen hier nicht dargestellt werden, sind aber ohne weiteres möglich.
-
Es
versteht sich, dass die vorgenannten Mittel 65, 66, 68, 69 auch
als integrale Mittel ausgestaltet sein können, beispielsweise in ein
und demselben Programmcode realisiert sein können.
-
Die
Auswertemittel 26 ermitteln das charakteristische Maß 67 anhand
einer Spektralanalyse von Messwerten, die mit einer vom Beladungszustand
des Fahrzeugs 10 abhängigen
Wankbewegung des Fahrzeugs 10 korrelieren. Bei einer Kurvenfahrt
wankt das Fahrzeug 10 beispielsweise zur Kurvenaußenseite
hin. Die Wankbewegung kann einerseits durch eine Neigung bzw. Unebenheit
der Fahrbahn 75 verursacht sein, was durch einen Fahrbahnquerneigungswinkel αfbn dargestellt
ist. Der Fahrzeugquerneigungswinkel αfzg setzt sich
aus dem Fahrbahnquerneigungswinkel αfbn und
dem Fahrzeugwankwinkel φfzg zusammen (αfzg = αfbn + φfzg).
-
In
verhältnismäßig größerem Maße wird
die Wankbewegung jedoch durch einen Lenkvorgang des Fahrzeugs 10 hervorgerufen.
Die Wankbewegung wird durch die Stabilisierungsvorrichtung 25,
insbesondere das Wankelwinkelmodul 58 anhand einer Spektralanalyse
analysiert, die nachfolgend näher
erläutert
wird.
-
Das
Wankwinkelmodul 58 analysiert beispielsweise das Wankratensignal 53,
das der Wanksensor 54 liefert. In dem Wankratensignal 53 sind
Wankwinkel oder Wankraten, d.h. Wankwinkeländerungen, des Aufbaus 56 im
Verhältnis
zum Chassis, beispielsweise im Verhältnis zur Hinterachse 14 enthalten.
-
Eine
andere Variante, die nachfolgend dargestellt wird, benötigt keinen
zusätzlichen
Wanksensor um eine Drehbewegung, d.h. eine Wankbewegung, des Aufbaus 56 um
die Fahrzeug-Lenkachse 55 zu
ermitteln.
-
Das
nachfolgend vorgestellte Verfahren verwendet Drehzahlmesswerte,
Querbeschleunigungsmesswerte sowie Gierratenmesswerte, die beispielsweise
von den Sensoren
21 bis
24,
42 und
45 erzeugt
werden, die ohnehin für
den Fahrzustandsregler
62 erforderlich sind. Es wird also
kein direkt gemessener Wankwinkel erfasst, sondern ein Ersatz-Wankwinkel
oder virtueller Wankwinkel ermittelt, bei dem die Querbeschleunigung, die
Gierrate und die Fahrzeuggeschwindigkeit des Fahrzeugs
10 ausgewertet
werden. Zur Ermittlung der Fahrzeuggeschwindigkeit können die
Drehzahlen der Räder
einer oder mehrerer Achsen des Fahrzeugs
10 ausgewertet
werden, beim Ausführungsbeispiel
die Drehzahlen der Räder
15,
16 der
Hinterachse
14. Dazu wertet das Wankwinkelmodul
58 beispielsweise
die Drehzahlmesswerte
32,
33 mit den Drehzahlen ω
R, ω
L des rechten und des linken Hinterrades
15,
16 und
die Reifenhalbmesser r der Räder
15,
16 gemäß folgender
Formel aus:
-
Eine
auf den Horizont bezogene Querbeschleunigung a
y des
Fahrzeugs
10 ermittelt das Wankwinkelmodul
58 beispielsweise
anhand der durch den Giersensor
43 gemessenen Gierrate Ψ .
mess und der Formel (1)
-
In
2 ist
ein verhältnismäßig großer Wankwinkel
eingezeichnet. Für
kleine Wankwinkel φ kann
aus dem Vergleich von aufbaufest gemessener Querbeschleunigung a
y,mess und der horizontierten Querbeschleunigung
a
y gemäß (2) unter
Beug auf die Erdbeschleunigung g ein Wankwinkel φ wie folgt bestimmt werden:
-
Das
Wankwinkelmodul
58 errechnet nun anhand der Beziehungen
(2) und (3) den Wankwinkel φ in Abhängigkeit
von den Messwerten a
y,mess, Ψ .
mess, ω
L, ω
R
-
Der
Wankwinkel φ ist
ein Maß für die Winkeldifferenz
zwischen dem Aufbau 56 des Fahrzeugs 10 und dem
Horizont.
-
Zu
diskreten, äquidistant
Zeitpunkten t
i wird der jeweilige Wankwinkel φ nun von
dem Wankwinkelmodul
58. In einem Erfassungs-Datenfenster
erfasst das Wankwinkelmodul
58 n Datenpunkte und ermittelt
diskrete Fourierkoeffizienten c
l des Wankwinkels φ z.B. gemäß der folgenden
Formel:
-
Die
Fourierkoeffizienten cl sind beispielsweise
komplexe Zahlen, deren absoluter Betrag |cl|
als Amplitude einer Frequenz l interpretiert werden kann.
-
Auf
diese Weise ermittelt das Wankwinkelmodul 58 beispielsweise
ein in 4 schematisch dargestelltes charakteristisches
Spektrum 76, das beispielsweise einer hohen Beladung bzw.
einem hohen Schwerpunkt des Fahrzeugs 10 entspricht. Wenn
das Fahrzeug 10 geringer beladen ist bzw. ein niedrigerer
Schwerpunkt vorhanden ist, stellt sich beispielsweise das Spektrum 77 ein,
das ebenfalls von dem Wankwinkelmodul 58 ermittelt wird.
Die in 4 dargestellten Spektren sind lediglich beispielhaft
und schematisch zu verstehen.
-
Wenn
das Spektrum, d.h. die Koeffizienten cl bzw.
deren Betrag beispielsweise einen festen oder frequenzabhängigen Grenzwert
SWC überschreiten,
wird die jeweilige Frequenz ermittelt, bei der der Grenzwert SWC überschritten
wird. Beispielsweise überschreitet
das Spektrum 76 bei einer Frequenz lg den Amplituden-Grenzwert
SWC.
-
Das
Spektrum 76 überschreitet
den Amplituden-Grenzwert SWC bei einer niedrigeren Frequenz 1g als
das Spektrum 77. Dem entsprechend leitet das Wankwinkelmodul 58 daraus
ab, dass das Produkt aus Schwerpunkthöhe hs und
gefederter Masse m des Aufbaus 56 beim Fahrzeug 10 klein
ist, d.h. dass das Fahrzeug 10 verhältnismäßig gering beladen ist und
die Schwerpunktshöhe
niedrig ist. Das Spektrum 77 überschreitet die Grenzfrequenz
SWC bei einer höheren
Frequenz 1g2, so dass das Wankwinkelmodul 58 daraus ableitet,
dass eine größere Beladung
des Fahrzeugs 10 vorliegt. Das Wankwinkelmodul 58 wählt beispielsweise
bei dem Spektrum 76 den Parametersatz 70, der
einem niedrigen Beladungszustand des Fahrzeug 10 entspricht,
und beim charakteristischen Spektrum 77 den Parametersatz 71 aus,
der einem höheren
Beladungszustand des Fahrzeugs 10 entspricht.
-
Ein
lediglich beispielhaft eingezeichnetes Spektrum 78 erreicht
den Amplituden-Grenzwert SWC nicht und wird dementsprechend vom
Wankwinkelmodul 58 nicht ausgewertet.
-
Das
charakteristische Spektrum 76 weist Maxima bei Frequenzen 11, 12 und 13 auf,
die als Eigenfrequenzwertkennwerte des Fahrzeugs 10 interpretierbar
sind. Da die Maxima bei den Frequenzen 11 und 13 den Amplituden-Grenzwert
SWC nicht erreichen bzw. überschreiten,
würde es
an sich genügen,
dass das Wankwinkelmodul 58 das Spektrum 76 lediglich
mit dem Amplituden-Grenzwert SWC vergleicht, um den Eigenfrequenzwertkennwert
bei der Frequenz 12 als das charakteristische Maß 67 für die Auswahl
oder Skalierung eines Parametersatzes 70 bis 72 zu
ermitteln.
-
Um
durch äußere Einflüsse, beispielsweise
Lenkung, Fahrbahnunebenheiten, Seitenwind oder dergleichen verursachte
Einflüsse
auf das charakteristische Spektrum sozusagen auszu blenden, führt das
Wankwinkelmodul 58 die nachfolgenden Maßnahmen durch:
Die Frequenz 11 ist
beispielsweise eine Frequenz, die Lenkbewegungen am Lenkrad 37 zugeordnet
sind. Maxima bei Frequenzen im Bereich der Frequenz 11 sind
jedoch nicht durch die Masse bzw. Schwerpunkthöhe des Fahrzeugs 10 verursacht,
sondern durch den Fahrer 38 bzw. dessen Lenkbewegungen.
Um derartige Maxima "auszublenden", betrachtet das
Stabilisierungsmodul 58 beispielsweise nur Frequenzen oberhalb
einer unteren Grenz-Frequenz
1min, um charakteristische Eigenfrequenzen, die auf die Beladung
zurückzuführen sind,
zu ermitteln.
-
Andererseits
ist es möglich,
dass externe Anregungen, beispielsweise hochfrequente Fahrbahnstöße oder
dergleichen, Maxima bei hohen Frequenzen erzeugen, beispielsweise
bei der Frequenz 13. Um diese Einflüsse auszublenden, betrachtet
das Wankwinkelmodul 58 Frequenzen unterhalb einer oberen
Grenz-Frequenz 1max.
Insgesamt analysiert das Wankwinkelmodul 58 demnach zweckmäßigerweise
das Spektrum 58 innerhalb eines Frequenzbandes 1 zwischen
den Grenz-Frequenzen 1min und 1max. Das jeweilige Spektrum 76, 77 wird
also in einem interessierenden Frequenzband 1 zwischen
der unteren und der oberen Grenzfrequenz 1min, 1max überprüft, z.B.
mit 1min = 0,5 Hz und 1max = 2 Hz.
-
Ferner
ist es möglich,
dass beispielsweise durch eine entsprechende Lenkbewegung, eine äußere Anregung
oder dergleichen weitere Maxima innerhalb des Frequenzbandes 1 den
Amplituden-Grenzwert SWC überschreiten.
Um Fehlparametrierungen zu vermeiden, wertet das Wankwinkelmodul 58 daher
weitere Bedingungen aus, beispielsweise das den Lenkwinkel δ repräsentierenden
Lenkwinkelsignal 41.
-
Beispielsweise
wertet das Wankwinkelmodul 58 das jeweilige charakteristische
Spektrum nur dann aus, wenn der Gradient des jeweiligen Lenkwinkels δ einen vorbestimmten
Grenzwert nicht überschreitet. Beim
Ausführungsbeispiel
führt das
Wankwinkelmodul 58 jedoch eine Spektralanalyse des Lenkwinkels δ, z.B. des
Lenkwinkelsignals 41, durch.
-
Das
erfindungsgemäße Verfahren
läuft z.B.
folgendermaßen
ab:
Zunächst
werden Messwerte im Rahmen einer Datensammlung erfasst, beispielsweise
Messwerte für
Querbeschleunigungen, Drehzahlen, Gierrate und Lenkwinkel, die zur
Ermittlung von Werten im Rahmen der Formeln (1) bis (5) benötigt werden.
-
Diese
Messwerte werden zyklisch zu den Zeitpunkten ti z.B.
mit einer Samplingzeit Δt
= ti+1 – ti erfasst. Die erfassten Messwerte werden
in einem Speicherbereich 79 der Länge N abgelegt. Nachdem der
Speicherbereich 79 aufgefüllt ist, führt das Wankwinkelmodul 58 eine
Spektralanalyse der gesammelten Messwerte durch, wobei es Messwerte
des Zeitfensters Ii = [ti+1-N,
ti] analysiert. Nach der Analyse löscht das
Wankwinkelmodul 58 den Speicherbereich 79 der
Länge N
komplett und füllt
ihn mit nachfolgenden N Messdaten auf. Wenn Messwerte eines nachfolgenden
Zeitfensters Ii+N = [ti+1,
ti+N] gesammelt sind, führt das Wankwinkelmodul 58 eine
neue Spektralanalyse durch. Die Spektralanalyse wird nicht mit der
Samplingzeit Δt
in jedem Zeitschritt ti durchgeführt, sondern
mit der Samplingzeit NΔt,
also in jedem Nten Zeitschritt.
-
In
einem nächsten
Arbeitsschritt überprüft das Wankwinkelmodul 58 das
jeweils ermittelte charakteristische Spektrum, beispielsweise das
Spektrum 76, auf äußere Anregungen,
die beispielsweise durch Fahrbahnunebenheiten oder Lenkwinkeländerungen
zurückzuführen sind.
Neben der bereits erläuterten
Lenkwinkelgradientenanalyse, Gierratenanalyse oder Gierratenänderungsanalyse,
bei denen beispielsweise gewisse maximale Änderungen zugelassen sind,
wenn das jeweilige charakteristische Spektrum als gültig erkannt
werden soll, ist auch eine Spektralanalyse eines oder mehrerer Signale
möglich.
Das Wankwinkelmodul 58 könnte beispielsweise eine Spektralanalyse
eines Gierratensignals, beispielsweise des Gierratensignals 42 durchführen. Beim
Ausführungsbeispiel
führt das
Wankwinkelmodul 58 jedoch eine Spektralanalyse des Lenkwinkelsignals 41 durch.
-
Das
Wankwinkelmodul
58 führt
eine spektrale Zerlegung des Lenkwinkelsignals
41 mit dem
Lenkwinkel δ im
jeweils aktuellen Zeitfenster I
i =[t
i+1-N, t
i]
mit Fourierkoeffizienten
|C δ / l| durch. Die Anzahl der betrachteten diskreten Frequenzen
1 ist
von der Anzahl der verwendeten Messdaten N abhängig. Um die Anzahl der Frequenzen
zu verkleinern, fasst das Wankwinkelmodul
58 die Frequenzen
und die dazugehörigen
Amplituden |C δ / l| zweckmäßigerweise
in Clustern zusammen, was jedoch aus Gründen der Vereinfachung nicht
näher erläutert ist.
-
Die
Spektralanalyse des Lenkwinkelsignals 41 ergibt beispielsweise
das in 5 dargestellte Lenk-Spektrum 78. Das
Wankwinkelmodul 58 analysiert das Lenk-Spektrum 79 in
demselben Frequenzband 1, in dem es auch die Spektren 76, 77 analy siert,
d.h. in einem Frequenzbereich, in dem sich Lenkwinkelanregungen,
die durch ein Fahrer des Fahrzeugs 10 verursacht sind,
nicht oder nicht wesentlich auswirken. Ferner überprüft das Wankwinkelmodul 58 das
Spektrum 76 anhand eines vorliegend frequenzabhängigen Lenkwinkelgrenzwertes
SWL. Wenn die Amplituden des Spektrums 79 wie bei in 5 dargestellten
Beispiel unterhalb des Lenkwinkelgrenzwertes SWL bleiben, d.h. beispielsweise
die Amplituden der Maxima bei 14 und 15, erkennt das Wankwinkelmodul 58 das
jeweilige charakteristische Spektrum 76 bzw. 77 als
gültig.
Das Maximum bei 14 ist beispielsweise durch eine Lenkbewegung verursacht.
-
Es
versteht sich, dass auch die gemäß der Gleichung
(5) ermittelten Fourierkoeffizienten zweckmäßigerweise durch Cluster-Bildung
im interessierenden Frequenzband 1 minimiert werden können.
-
Beim
Ausführungsbeispiel
wird das jeweilige Spektrum mit einem festen oder frequenzabhängigen Grenzwert
verglichen, der mit der aktuellen Beladung hsm
(Produkt aus Schwerpunktshöhe
und Beladungsmasse) des Fahrzeugs 10 korreliert. Es versteht
sich, dass auch ein Vergleich mit gespeicherten Spektren möglich ist.
Ein solches gespeicherte Spektrum kann beispielsweise einem in einem
Versuch ermittelten Beladungszustand entsprechen, wobei für unterschiedliche
Beladungszustände
unterschiedliche Spektren ermittelt und in dem Speicher 52 gespeichert
werden können.
-
Das
charakteristische Maß 67 korreliert
mit der aktuellen Beladung hsm des Fahrzeugs 10.
Es wird ein einfacher Maximum-Operator
auf das jeweilige charakteristische Spektrum 76, 77 angewendet.
Es versteht sich, dass auch andere, aufwendiger aufgebaute Operatoren
möglich
sind.
-
Wenn
die Beladungsmasse m bekannt ist, kann das Wankwinkelmodul 58 die
Schwerpunktshöhe
hs beispielsweise schätzen.
-
Das
Wankwinkelmodul 58 wiederholt die Spektralzerlegung vorzugsweise
für mehrere
Zeitfenster und ermittelt so eine Werte-Reihe für das charakteristische Maß 67.
Anhand statistischer Verfahren und/oder anhand von Mittelwertbildung
konsolidiert das Wankwinkelmodul 58 die jeweiligen Werte
für das
charakteristische Maß,
um so einen zuverlässigen
Wert für
das charakteristische Maß 67 zu
ermitteln. Es versteht sich, dass auch weitere Methoden zur Konsolidierung
des charakteristischen Maßes
möglich
sind, beispielsweise die Methode der linearen Regression oder dergleichen.
-
Das
Wankwinkelmodul 58 bzw. die Auswertemittel 66 geben
das charakteristische Maß 67 bei
Vorliegen einer, zweckmäßigerweise
aller nachfolgenden Bedingungen frei, um den jeweiligen Parametersatz 70 bis 72 auszuwählen bzw.
zu skalieren:
- – wenn eine vorbestimmte Anzahl
von Spektralanalysen durchgeführt
ist bzw. ein vorbestimmte Anzahl von Zeitfenstern durchlaufen ist,
- – wenn
das charakteristische Maß bzw.
die Eigenfrequenzen innerhalb definierter Schranken, beispielsweise
oberhalb eines unteren und/oder unterhalb eines oberen Grenzwertes
liegen,
- – die
Varianz der Eigenfrequenzen bzw. von Werten des charakteristischen
Maßes 67 einen
vorbestimmten Grenzwert nicht überschreitet.
-
Nach
einer vorbestimmten Haltephase, beispielsweise nach Abstellen des
Motors 36, nach einer vorbestimmten Phase, bei der die
Fahrzeuglängsgeschwindigkeit
des Fahrzeugs 10 null ist oder dergleichen, beginnt das
Wankwinkelmodul 58 das charakteristische Maß 67 wieder
neu zu bestimmen, weil es nach einer derartigen Stillstandsphase
zu einem neuen Beladungszustand des Fahrzeugs 10 gekommen
sein kann, beispielsweise durch Abladen oder Zuladen von Ladung.
-
Es
versteht sich, dass weitere Varianten der Erfindung ohne weiteres
möglich
sind:
Beispielsweise kann das Wankwinkelmodul 58 anhand
von Querbeschleunigungsmesswerten eine Wankbewegung des Aufbaus 56 ermitteln
und einer Spektralanalyse unterziehen. Eine Möglichkeit besteht z.B. darin, zwei
Querbeschleunigungssensoren zueinander beabstandet am Aufbau 56 zu
befestigen, so dass diese ein mit der Wankrate bzw. Drehrate um
die Längsachse
des Fahrzeugs 10 korrelierendes Signal erzeugen.
-
Es
ist nicht unbedingt erforderlich, dass die Gleichungen (3) und (4)
auf die Erdbeschleunigung bezogen sind.
-
Das
Wankwinkelmodul 58 und das Regelungsmodul 59 können ein
einziges Modul sein. Es ist auch möglich, dass das Wankwinkelmodul
eines oder mehrere Teilmodule des Regelungsmoduls 59 enthält, beispielsweise
den Fahrzustandsregler und die Antriebsschlupfregelung.