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Die
Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Aufbringen einer metallischen
Struktur auf ein Substrat. Die Erfindung bezieht sich ferner auf
ein Verfahren zur Ausbildung einer Kontaktanordnung zur Verbindung
einer leitfähigen
Struktur auf einem Substrat eines Halbleiterbauelements mit einem Bauteilanschluss
des Halbleiterbauelements sowie auf ein Halbleiterbauelement.
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Werden
in der Halbleiterprozesstechnologie Schichten aus unterschiedlichen
Materialien aufeinander folgend übereinanderliegend
vorgesehen, so führen
unterschiedliche thermische Ausdehnungskoeffizienten beim Erwärmen bzw.
Abkühlen
zu mechanischen Spannungen in den Schichten. Die mechanischen Spannungen
führen
zur Ausbildung von Rissen oder zur Schädigung des inneren Gefüges einzelner
Schichten.
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Mechanische
Spannungen treten auch auf, wenn im Zuge der Prozessierung auf eine
oder mehrere der Schichten Scherkräfte wirken.
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Anhand
der 1 wird das Zustandekommen von mechanischen Spannungen
im Grenzflächenbereich
zweier Strukturen aus unterschiedlichen Materialien erläutert.
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Eine
dielektrische Passivierungsschicht 11 eines Substrats 1 bildet
abschnittsweise eine Substratoberfläche 10 des Substrats 1 aus.
Das Substrat 1 weist eine leitfähige Struktur 13 auf.
Durch die Passivierungsschicht 11 ist ein Graben in das
Substrat 1 eingebracht, durch den die vergrabene leitfä hige Struktur 13 abschnittsweise
freigelegt wird. Eine metallische Struktur 6 füllt den
Graben und erstreckt sich sowohl in vertikaler als auch horizontaler
Richtung über
diesen hinaus. Die metallische Struktur 6 ist mit einer
Mantelschicht 61 beschichtet.
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Das
Material der metallischen Struktur 6 weist einen ersten
thermischen Ausdehnungskoeffizienten auf, der sich von dem Ausdehnungskoeffizienten
des Materials der Passivierungsschicht 11 unterscheidet.
Die Passivierungsschicht 11 besteht etwa aus Siliziumnitrid
oder enthält
Siliziumnitrid. Aufgrund der durch die unterschiedlichen thermischen
Ausdehnungskoeffizienten bedingten unterschiedliche Ausdehnung bzw.
Kontraktion ΔL1, ΔL2 von Passivierungsschicht 11 und
metallischer Struktur 6 ist die Passivierungsschicht beim
Abkühlen
Zugspannungen σ ausgesetzt,
deren Maximum etwa im oberflächennahen
Grenzflächenbereich
an der äußeren Kante
der metallischen Struktur 6 lokalisiert ist.
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Eine
zweite Quelle für
mechanische Spannungen sind Scherkräfte, denen der Abschnitt der metallischen
Struktur 6, der oberhalb der Passivierungsschicht 11 ausgebildet
ist, etwa durch Gehäusepressmassen
beim Häusen
eines Halbleiterbauelements ausgesetzt ist.
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In
der Passivierungsschicht 11, die das unterliegende Substrat 1 etwa
gegen eindringende Feuchtigkeit schützt, kommt es zur Ausbildung
von Rissen, so dass Fremdstoffe, etwa Wasserstoff oder Wasser, in
das Substrat 1 eindringen können. Handelt es sich bei der
abgebildeten Struktur etwa um einen Ausschnitt eines Verdrahtungsbereichs
eines Halbleiterbauelements, so führen die eindringenden Fremdstoffe
zu einer Kontamination des Halbleiterbauelements. Solche Kontaminationen können die Ursache
von Leckströmen
oder Kurzschlüssen
sein und führen
zu Fehlfunktionen des Halbleiterbauelements.
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Etwa
aus der
US 6,103,639 ist
es bekannt, Fehlstellen in einer Siliziumnitrid-Passivierungsschicht
zu vermeiden, indem zwischen der Passivierungsschicht und einer
leitfähigen
Struktur aus Aluminium eine Oxidschicht zur Reduzierung thermomechanischer
Spannungen vorgesehen wird.
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Eine
weitere Methode zur Reduzierung mechanischer Spannungen zwischen
einer Leiterbahn bzw. metallischen Struktur mit einer aufliegenden Passivierungsschicht
ist in der US 2002/0163062 A1 beschrieben. Die metallische Struktur
ist oberhalb eines Substrats vorgesehen. Zwischen der metallischen
Struktur und der sie ummantelnden Passivierungsschicht ist eine
Pufferschicht aus einem Polymer vorgesehen, dessen thermischer Ausdehnungskoeffizient
zwischen dem des Materials der metallischen Struktur und dem des
Materials der Passivierungsschicht liegt, und das einen kleinen
Elastizitätsmodulus
aufweist.
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Der
Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zum Aufbringen
einer metallischen Struktur auf ein Substrat zur Verfügung zu
stellen, bei dem die metallische Struktur niederohmig mit leitfähigen Abschnitten
des Substrats verbunden wird und bei dem der metallischen Struktur
unterliegende dielektrische Abschnitte des Substrats gegen mechanische
Zerstörung
in Folge hoher Zugspannungen geschützt werden. Von der Aufgabe
wird ein Verfahren zur Ausbildung einer Kontaktanordnung auf einem Halbleiterbauelement
sowie ein Halbleiterbauelement umfasst.
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Die
Aufgabe wird durch ein Verfahren mit dem im Patentanspruch 1 genannten
Merkmalen gelöst.
Ferner wird die Aufgabe durch das im Patentanspruch 10 genannte
Verfahren sowie durch ein Halbleiterbauelement mit den im Patentanspruch
12 genannten Merkmalen gelöst.
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Gemäß dem erfindungsgemäßen Verfahren wird
eine metallische Struktur auf einem Substrat vorgesehen, das eine
Substratoberfläche
mit ersten Abschnitten aus einem leitfähigem Material und mit zweiten
Abschnitten aus einem dielektrischen Material aufweist. Erfindungsgemäß wird eine
niederohmige duktile Schicht auf jeweils mindestens Abschnitten
der ersten und zweiten Abschnitte der Substratoberfläche aufgebracht.
Die Duktilität
des Materials der duktilen Schicht ist dabei höher als die Duktilität des Materials
der metallischen Struktur. Der spezifische Widerstand des Materials
der duktilen Schicht ist kleiner als 10–4 Ω cm.
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Auf
mindestens Abschnitte der duktilen Schicht wird die metallische
Struktur aufgebracht.
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Die
metallische Struktur ist niederohmig mit den leitfähigen Strukturen
im Substrat verbunden. Parallel zu den Grenzflächen zwischen der metallischen
Struktur und dem unterliegenden Substrat, bzw. der unterliegenden
duktilen Schicht wirkende Spannungen insbesondere in den zweiten,
dielektrischen Abschnitten des Substrats werden durch plastische
Verformung der duktilen Schicht reduziert.
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Zugspannungen
an der Grenzfläche
zwischen der metallischen Struktur und der jeweils unterliegenden
Struktur sind etwa auf unterschiedliche thermische Ausdehnungskoeffizienten
des Materials der metallischen Struktur und des Materials der dielektrischen
Abschnitte des Substrats zurückzuführen. Wird
die aus der metallischen Struktur und dem Substrat gebildete Anordnung
mit einer Gehäusepressmasse
eingehüllt,
so wirken parallel zur Grenzfläche zusätzlich Scherkräfte auf
die nur abschnittsweise auf dem Substrat aufliegenden metallischen
Strukturen. Die Scherkräfte
wirken aus der Gehäusepressmasse
zwischen dem Substrat und der metallischen Struktur.
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Die
Substratoberfläche
mit den ersten Abschnitten aus dem leitfähigen Material und den zweiten
Abschnitten aus dem dielektrischen Material ist eben oder durch
Gräben
strukturiert, wobei die ersten Abschnitte aus dem leitfähigen Material
jeweils im Bereich der Böden
der Gräben
ausgebildet werden können.
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Bevorzugt
wird zwischen dem Substrat und der metallischen Struktur eine Barriereschicht
vorgesehen, die eine Diffusion von Metallatomen in das Substrat
unterdrückt.
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Die
Barriereschicht kann nach dem Aufbringen der duktilen Schicht auf
die Prozessoberfläche aufgebracht
werden. Dabei wird in besonders vorteilhafter Weise zusätzlich die
Haftung der Barriereschicht verbessert.
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In
besonders bevorzugter Weise wird die Barriereschicht zwischen einer
ersten und einer zweiten duktilen Schicht eingebettet. Dazu wird
zunächst
eine erste duktile Schicht auf der Substratoberfläche vorgesehen.
Auf die erste duktile Schicht wird die Barriereschicht aufgebracht.
Auf der Barriereschicht wird die zweite duktile Schicht vorgesehen. Die
metallische Struktur wird auf die zweite duktile Schicht aufgebracht.
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Die
duktile Schicht bzw. die duktilen Schichten sind dabei jeweils als
homogene Schicht oder als Schichtsystem mit einer Mehrzahl von Teillagen
aus unterschiedlichen Materialien oder chemisch gleichartigen Materialien
vorgesehen, die unter unterschiedlichen Prozessbedingungen aufgebracht
werden.
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Zum
Aufbringen der metallischen Struktur wird bevorzugt auf die jeweils
unterliegende Schicht, etwa einem Seed-Layer, eine Photoresistschicht
aufgebracht. Die Photoresistschicht wird belichtet und entwickelt,
wobei in der Photoresistschicht Öffnungen
erzeugt werden und im Bereich der Öffnungen die jeweils unterliegende
Schicht freigelegt wird. Das Material der metallischen Struktur
wird elektrochemisch abgeschieden, wobei die metallischen Strukturen
die Öffnungen
der Photoresistschicht mindestens teilweise füllen. Die remanenten Abschnitte
der Photoresistschicht werden entfernt.
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In
besonders bevorzugter Weise wird vor dem Aufwachsen des Materials
der metallischen Struktur eine leitfähige Initialschicht als Seed-Layer auf
die jeweils unterliegende duktile Schicht, Barriereschicht oder
obere Teilschicht der duktilen Schicht vorgesehen. Wird der Seed-Layer
aus dem Material der metallischen Struktur vorgesehen, so ergibt
sich eine besonders gleichförmige
galvanische Abscheidung.
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In
den nicht von der metallischen Struktur abgedeckten Abschnitten
werden die Barriereschicht, die duktile Schicht sowie der Seed-Layer
entfernt.
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Aus
dem erfindungsgemäßen Verfahren
zum Aufbringen einer metallischen Struktur auf einem Substrat ergibt
sich ein vorteilhaftes Verfahren zur Ausbildung einer Kontaktanordnung
für ein
Halbleiterbauelement, die eine leitfähige Struktur eines Substrats
des Halbleiterbauelements mit einem Bauteilanschluss des Halbleiterbauelements
verbindet.
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Zur
Ausbildung einer solchen Kontaktanordnung wird eine metallische
Struktur vorgesehen, die mit der leitfähigen Struktur des Substrats
verbunden ist. Die metallische Struktur wird mit einer eine Korrosion
der metallischen Struktur hemmenden Mantelschicht beschichtet. Ein
Verbindungsdraht wird auf die Mantelschicht aufgebracht und mit
dem Bauteilanschluss verbunden. Erfindungsgemäß wird die metallische Struktur
entsprechend dem erfindungsgemäßen Verfahren
zum Aufbringen einer metallischen Struktur auf ein Substrat vorgesehen.
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Das
Beschichten der metallischen Struktur mit der Mantelschicht erfolgt
bevorzugt durch autogalvanische Abscheidung.
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Der
Verbindungsdraht wird jeweils durch Bonden auf die Mantelschicht
aufgebracht und mit dem Bauteilanschluss verbunden.
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Das
erfindungsgemäße Halbleiterbauelement
weist ein Substrat mit dielektrischen Strukturen und mit leitfähigen Strukturen
auf, wobei eine Substratoberfläche
abschnittsweise durch die dielektrischen und leitfähigen Strukturen
gebildet wird. Eine Kontaktstruktur ist niederohmig mit der leitfähigen Struktur
verbunden und mindestens abschnittsweise oberhalb der Substratoberfläche des
Substrats vorgesehen. Die metallische Kontaktstruktur erstreckt sich
mindestens abschnittsweise über
den dielektrischen Abschnitt. Die metallische Kontaktstruktur ist über einen
Verbindungsdraht mit einem Bauteilanschluss zur externen Kontaktierung
des Halbleiterbauelements verbunden.
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Erfindungsgemäß ist zwischen
der leitfähigen
Struktur und der metallischen Kontaktstruktur eine niederohmige
duktile Schicht vorgesehen, die eine höhere Duktilität aufweist
als das Material der metallischen Kontaktstruktur.
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Durch
die duktile Schicht werden mechanische Spannungen zwischen der metallischen
Kontaktstruktur und dem unterliegenden Substrat in vorteilhafter
Weise abgebaut.
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In
bevorzugter Weise ist zwischen der metallischen Kontaktstruktur
und der duktilen Schicht eine Barriereschicht vorgesehen, die eine
Diffusion von Metallatomen aus der metallischen Kontaktstruktur
in das Substrat unterdrückt.
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Durch
diese besonders bevorzugte Anordnung der duktilen Schicht zur Barriereschicht
wird die Haftung der Barriereschicht auf dem Substrat in vorteilhafter
Weise verbessert.
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In
einer anderen bevorzugten Ausführungsform
des erfindungsgemäßen Halbleiterbauelements ist
die duktile Schicht zwischen der Barriereschicht und der metallischen
Kontaktstruktur vorgesehen. In diesem Fall werden die mechanischen
Spannungen bereits zur Barriereschicht abgebaut und deren mechanische
Belastung reduziert.
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In
anders bevorzugter Weise ist die Barriereschicht zwischen zwei leitfähige duktile
Schichten eingebettet. Dabei liegt eine erste duktile Schicht auf dem
Substrat auf. Die Barriereschicht ist zwischen der ersten duktilen
Schicht und einer zweiten duktilen Schicht angeordnet. Die metallische
Kontaktstruktur liegt auf der zweiten duktilen Schicht auf.
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Die
Barriereschicht ist in bevorzugter Weise als aufgesputterte Wolfram-
und Titanhaltige Barriereschicht ausgebildet. Eine W/Ti-Schicht
ist für
Metallatome im Wesentlichen undurchlässig.
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Die
metallische Kontaktstruktur ist in vorteilhafter Weise mit einer
Mantelschicht beschichtet. Die Mantelschicht be steht in vorteilhafter
Weise aus einer Nickelphosphor-Palladium-Legierung
mit oder ohne Goldbeimengung. Eine solche Mantelschicht kann autogalvanisch
auf der metallischen Kontaktstruktur aufgewachsen werden und erlaubt
es zudem, den Verbindungsdraht mit üblichen Bond-Techniken wie etwa
Au-Nail-Head oder
Al-Wedge vorzusehen.
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Die
metallische Kontaktstruktur ist in bevorzugter Weise aus Kupfer,
das einen besonders niedrigen spezifischen elektrischen Widerstand
aufweist. Als Material der duktilen Schicht ist in bevorzugter Weise
ein Metall oder eine Metalllegierung vorgesehen. In besonders bevorzugter
Weise ist das Material der duktilen Schicht Aluminium, Zinn, Blei,
oder Zink oder eine Aluminium-, Zinn-, Blei- oder Zinklegierung,
wie etwa AlCu oder AlSiCu. Insbesondere Aluminium und Aluminiumlegierungen
weisen sowohl einen niedrigen spezifischen Widerstand als auch eine hohe
Duktilität
auf.
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Die
Mindestschichtdicke der duktilen Schicht beträgt 2 Nanometer, wobei eine
ausreichend gute Haftung der aufliegenden Barriereschicht erzielt
wird. Die maximale Schichtdicke der duktilen Schicht beträgt etwa
20 % der Schichtdicke, mit der die metallische Struktur auf den
dielektrischen Abschnitten des Substrats aufliegt. Liegt die metallische
Struktur in einer Schichtdicke von 20 Mikrometern auf, so ist eine Schichtdicke
der duktilen Schicht von unter 500 Nanometern bevorzugt.
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Die
dielektrischen Strukturen des Substrats sind etwa Passivierungsschichten
aus Siliziumoxid, Siliziumnitrid oder Siliziumoxid und Siliziumnitrid.
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Nachfolgend
werden die Erfindung und ihre Vorteile anhand der Figuren beschrieben.
Einander entsprechende Komponenten und Bauteile sind dabei mit den
gleichen Bezugszeichen bezeichnet. Es zeigen:
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1:
einen schematischen Querschnitt durch eine herkömmliche, auf einem Substrat
angeordnete metallische Struktur;
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2: ein Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen Verfahrens
zur Herstellung einer Kontaktstruktur eines Halbleiterbauelements
in mehreren Phasen anhand von Querschnitten;
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3:
einen Querschnitt durch eine Kontaktanordnung eines erfindungsgemäßen Halbleiterbauelements
nach einem ersten Ausführungsbeispiel;
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4:
einen Querschnitt durch eine Kontaktanordnung eines erfindungsgemäßen Halbleiterbauelements
nach einem zweiten Ausführungsbeispiel;
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5:
einen Querschnitt durch eine Kontaktanordnung eines erfindungsgemäßen Halbleiterbauelements
nach einem dritten Ausführungsbeispiel,
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6:
eine schematische Darstellung des Verlaufs der Zugspannung in einer
Kontaktanordnung eines herkömmlichen
Halbleiterbauelements anhand einer Querschnittdarstellung;
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7:
eine schematische Darstellung des Verlaufs der Zugspannung in einer
Kontaktanordnung eines Halbleiterbauelements nach einem Ausführungsbeispiel
der Erfindung anhand einer Querschnittsdarstellung;
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8: eine schematische Darstellung des Verlaufs
der Zugspannung in einer Kontaktanordnung eines herkömmlichen
Halbleiterbauelements mit beschichteter metallischer Struktur anhand
von Querschnittsdarstellungen; und
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9: eine schematische Darstellung des Verlaufs
der Zugspannung in einer Kontaktanordnung eines Halbleiterbauelements
mit beschichteter metallischer Struktur nach einem Ausführungsbeispiel
der Erfindung anhand von Querschnittsdarstellungen;
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Die 1 wurde
bereits eingangs erläutert.
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Die 2 zeigt ein Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen Verfahrens
zur Ausbildung einer Kontaktanordnung für ein Halbleiterbauelement.
Dabei wird über
die Kontaktanordnung eine leitfähige Struktur
in einem Substrat des Halbleiterbauelements mit einem Bauteilanschluss
des Halbleiterbauelements verbunden.
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Ein
Substrat 1 wird bereitgestellt. Neben einem Hauptsubstrat 12 umfasst
das Substrat 1 eine Passivierungsschicht 11. Die
Passivierungsschicht 11 schützt das Hauptsubstrat 12 gegen
die Umwelt, insbesondere gegen das Eindringen von Fremdstoffen.
Im Hauptsubstrat 12 sind in der Halbleiterprozesstechnologie
ausgeführte
mikroelektronische Schaltungen ausgeführt. Im Bereich des Hauptsubstrats 12 ist
eine leitfähige
Struktur 13, etwa eine Leiterbahn aus einem Metall oder
einer Metalllegierung in ein Dielektrikum, etwa Siliziumoxid eingebettet. Von
einer Substratoberfläche 10 des
Substrats 1 wird ein Graben durch die Passivierungsschicht 11 hindurch
in das Hauptsubstrat 12 eingebracht und die leitfähige Struktur 13 teilweise
freigelegt.
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Die 2A zeigt
das Substrat 1, umfassend die Passivierungsschicht 11,
ein Hauptsubstrat 12, und eine leitfähige Struktur 13.
Die leitfähige
Struktur 13 ist im Bereich eines Grabens, der von einer
Substratoberfläche 10 des
Substrats 1 aus in das Substrat 1 eingebracht
ist, freigelegt.
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Durch
Sputtern wird eine Vorläuferschicht 4' einer W/Ti-Barriereschicht aufgebracht.
Auf der Vorläuferschicht 4' wird eine Vorläuferschicht 3' einer duktilen
Schicht und auf diese ein Seed-Layer 60' aufgebracht.
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Entsprechend
der 2B bedecken der Seed-Layer 60', die Vorläuferschicht 4' der Barriereschicht
und die Vorläuferschicht 3' der duktilen Schicht
als jeweils konforme Schichten jeweils aufeinander folgend die Substratoberfläche 10.
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Ein
Photoresist wird als etwa 30 Mikrometer starke Resistschicht 5 aufgebracht,
gemäß einer Mustervorlage
belichtet und entwickelt.
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Nach
dem Entwickeln ist der Photoresist an den zur Ausbildung einer metallischen
Struktur vorgesehenen Abschnitten entfernt. Der Seed-Layer 60' ist im Bereich
des Grabens und in an den Graben anschließenden Abschnitten des Substrats 1 freigelegt.
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In
einer Stärke
von etwa 20 Mikrometer oberhalb der Grabenöffnung wird Kupfer elektrochemisch abgeschieden.
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Entsprechend
der 2D ist aus dem abgeschiedenen Kupfer eine metallische
Struktur 6 hervorgegangen, die im Bereich des Grabenbodens 2 über den
Seed-Layer 60',
die Vorläuferschicht
der duktilen Schicht 3' und
die Vorläuferschicht
der Barriereschicht 4' elektrisch
leitend an die leitfähige
Struktur 13 angeschlossen ist.
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Entsprechend
der 2E wird die strukturierte Photoresistschicht 5 entfernt.
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Die
nicht von der metallischen Struktur 6 abgedeckten Abschnitte
des Seed-Layers 60' sowie
der Vorläuferschichten
der duktilen Schicht 3' und
der Barriereschicht 4' werden
entfernt.
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Wie
in der 2F gezeigt, sind aus den jeweiligen
Vorläuferschichten 3', 4' die duktile
Schicht 3 sowie die Barriereschicht 4 hervorgegangen.
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Durch
autogalvanische Abscheidung wird die metallische Struktur 6 mit
einer Mantelschicht 61 beschichtet. Entsprechend der 2G bedeckt
die Mantelschicht 61 die metallische Struktur 6.
Die Mantelschicht 61 besteht aus einer Nickel-Phosphor-Palladium-Gold-Legierung.
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Entsprechend
der 2H wird in üblicher Bondtechnologie
ein Verbindungsdraht 71 mit einem Bondstützpunkt 70 auf
der Mantelschicht 61 befestigt.
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Das
in der 3 gezeigte Ausführungsbeispiel für eine Kontaktanordnung
eines erfindungsgemäßen Halbleiterbauelements
umfasst eine metallische Struktur 6, die elektrisch leitend
mit einer leitfähigen
Struktur 13 verbunden ist. Die leitfähige Struktur 13 ist
in einem dielektrischen Hauptsubstrat 12 des Substrats 1 einbettet.
Auf dem Hauptsubstrat 12 liegt eine Passivierungsschicht 11 des
Substrats 1 auf. Die Kontaktstruktur 6 füllt einen
von einer Substratoberfläche 10 aus
durch die Passivierungsschicht 11 in das Substrat 1 einge brachten
Graben und erstreckt sich im Bereich der Grabenöffnung über die an den Graben anschließenden Abschnitte
der Passivierungsschicht 11.
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Der
metallischen Struktur 6 unterliegt eine gesputterte W/Ti-Schicht als Barriereschicht.
Auf die vergleichsweise hohe metallische Struktur 6 wirken etwa
aus einer Gehäusepressmasse 8 Scherkräfte parallel
zur Substratoberfläche 10.
Wird die Kontaktanordnung einer Prozessierung unterzogen, bei der sie
hohen Temperaturunterschieden ausgesetzt ist, so treten, bedingt
durch die unterschiedlichen thermischen Ausdehnungskoeffizienten, überwiegend
im Bereich der Grenzflächen
zwischen der metallischen Kontaktstruktur 6 und der Passivierungsschicht 11 mechanische
Zug- und Druckspannungen auf. Der Betrag der Zugspannungen wird
durch plastische Verformung der duktilen Schicht 3 herabgesetzt.
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Im
Ausführungsbeispiel
der 4 ist gegenüber
dem der 3 die Reihenfolge der duktilen Schicht 3 und
der Barriereschicht 4 vertauscht, so dass die duktile Schicht 3 unmittelbar
auf der Passivierungsschicht 11 aufliegt und der Barriereschicht 4 unterliegt.
In diesem Fall wird die Haftung der Barriereschicht 4 durch
die duktile Schicht 3 verbessert. Die duktile Schicht 3 ist
dabei als wenige Nanometer dicke Aluminiumschicht ausgebildet. Das
Material der metallischen Struktur 6 ist Kupfer. Das Kupfer
ist durch eine Mantelschicht 61 aus einer vergleichsweise
harten Nickelphosphat-Palladium-Gold-Legierung abgedeckt.
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Im
Ausführungsbeispiel
der 5 ist eine erste duktile Schicht 31 zwischen
der Barriereschicht 4 und dem Substrat 1 und eine
zweite duktile Schicht 32 zwischen der metallischen Struktur 6 und
der Barriereschicht 4 angeordnet. Bezogen auf eine etwa
20 Mikrometer hohe metallische Struktur 6 beträgt die Schichtdicke
der ersten duktilen Schicht 31 200 bis 300 Nanometer.
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Die
folgenden Figuren schlüsseln
die lokale Beanspruchung durch thermomechanische Spannungen für verschiedene
Kontaktanordnungen bei einer Abkühlung
der Kontaktanordnung von 380 Grad Celsius auf 25 Grad Celsius lokal
auf.
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In
der 6 sind die Verhältnisse für eine 20 Mikrometer hohe Kontaktstruktur 6 dargestellt,
die im dargestellten Abschnitt auf einer vergleichsweise harten,
1 Mikrometer dicken Passivierungsschicht 11 aufliegt, wobei
zwischen der Kontaktstruktur 6 und der Passivierungsschicht 11 eine
wenige Nanometer dicke Barriereschicht 4 angeordnet ist.
Der Passivierungsschicht 11 unterliegt eine leitfähige Struktur 13 eines
Substrats 1 von 1 Mikrometer Stärke, die außerhalb des dargestellten Bereichs
mit der Kontaktstruktur 6 verbunden sein kann. Ein weiterer
Abschnitt des Substrats 1 besteht aus Silizium. Die schraffierten
Bereiche geben den Betrag der thermomechanischen Spannung an, die
sich jeweils nach einem Abkühlen
der Kontaktanordnung von 380º auf 25º C einstellt.
In der Passivierungsschicht 11 beträgt die maximale Zugspannung
in der Nähe
der vertikalen Kante der metallischen Struktur 6 778 MPa.
Für Kupfer
ist ein σf von 210 MPa und für das Silizium ein σf von
50 MPa angenommen.
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Im
Unterschied zur 6 liegt in der 7 eine
duktile Schicht 3 auf der harten Passivierungsschicht 11 auf.
Die Schichtdicken der duktilen Schicht 3, der leitfähigen Struktur 13 sowie
der Passivierungsschicht 11 betragen jeweils 1 Mikrometer. Durch
die duktile Schicht 3 wird die maximale Zugspannung im
Bereich der vertikalen Kante der metallischen Struktur 6 beim
Abkühlen
von 380º C
auf 25º C
von 778 MPa auf 114 MPa reduziert.
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In
der 8 ist die metallische Struktur 6 der 5 von
einer NiP-Schicht ummantelt. Die NiP-Schicht ist vergleichsweise
hart und weist ein σf von 490 MPa auf. Ansonsten entspricht die
Anordnung der der 6. Die maximale Zugspannung
innerhalb der harten Passivierungsschicht 11 stellt sich im
Bereich der vertikalen Kante der metallischen Struktur 6 ein
und beträgt
mehr als 1200 MPa. Die Spannungsverhältnisse in dem Bereich, in
dem der Übergang
zwischen der metallischen Struktur 6 zur harten Mantelschicht 61 an
die Passivierungsschicht 11 anstößt, ist in der 8B vergrößert dargestellt. Die
Mantelschicht 61 wächst
selektiv auf der metallischen Struktur 6 auf. Zwischen
der Mantelschicht 61 und der Passivierungsschicht 11 ergibt
sich ein Spalt 610, so dass die Mantelschicht 61 in
vorteilhafter Weise von der Passivierungsschicht 11 entkoppelt ist.
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Gegenüber der
Kontaktanordnung der 8 weist die Kontaktanordnung
der 9 eine duktile Schicht 3 auf,
die zwischen der harten Passivierungsschicht 11 und der
Barriereschicht 4 angeordnet ist. Dabei ist die duktile
Schicht 3 mit einer Schichtstärke von 0,2 Mikrometer vorgesehen.
Durch die duktile Schicht 3 wird die maximale Zugspannung
in der harten Passivierungsschicht 11 um etwa den Faktor
10 verringert.
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- 1
- Substrat
- 10
- Substratoberfläche
- 11
- Passivierungsschicht
- 12
- Hauptsubstrat
- 13
- leitfähige Struktur
- 3'
- Vorläuferschicht
von 3
- 3
- duktile
Schicht
- 31
- erste
duktile Schicht
- 32
- zweite
duktile Schicht
- 4'
- Vorläuferschicht
von 4
- 4
- Barriereschicht
- 5
- Photoresistschicht
- 6
- metallische
Struktur
- 60'
- Vorläuferschicht
von 60
- 60
- Seed-Layer
- 61
- Mantelschicht
- 610
- Spalt
- 70
- Bondstützpunkt
- 71
- Verbindungsdraht
- 8
- Gehäusepressmasse
- ΔL1
- thermisch
bedingte Ausdehnung
- ΔL2
- thermisch
bedingte Ausdehnung
- σ
- Zugspannung
- FS
- Scherkraft