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Die
Erfindung betrifft einen Skitunnel zum Betreiben von Skilanglauf
auf Natur- oder Kunstschnee. Derartige Skitunnel ermöglichen
den Skilanglauf unabhängig
von den jeweiligen Witterungsverhältnissen, insbesondere auch
bei Witterungsverhältnissen
oder zu Jahreszeiten, bei denen im Freien üblicherweise kein Schnee vorgefunden
wird.
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Vorbekannt
sind Skitunnel und Skihallen zum Praktizieren von alpinem Skilauf
und nordischem Skilanglauf. Sie weisen regelmäßig einen Boden und einen Überbau auf,
die einen gegenüber
der Außenwelt
im wesentlichen klimatisch abgeschlossenen Innenraum bilden. In
den vorbekannten Skitunneln und Skihallen befindet sich regelmäßig ein
Kühlboden,
der von einem geeigneten Kühlmittel
durchströmt
wird. Auf diesen Kühlboden
wird der Schnee zum Praktizieren des Skilaufs aufgebracht und bodenseitig
gekühlt.
Weiterhin ist es bekannt, Skihallen mit Klimaanlagen und/oder Belüftungssystemen
zur Aufbereitung der Innenraumluft zu versehen.
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Die
DE 102 61 716 A1 offenbart
einen Skitunnel gemäß dem Oberbegriff
des Anspruchs 1, bei dem über
dem Kühlboden
weitere Kühlelemente
angebracht sind. Kühlboden
und Kühlelemente
sind abhängig
von den Bedingungen im Bauwerk steuerbar um gewünschte Schneebedingungen herzustellen bzw.
um den Schnee in seiner Konsistenz zu erhalten. Aus der
DE 201 09 268 U1 ist
eine Skihalle bekannt, die einen im wesentlichen geschlossenen thermisch
isolierten Raum bildet. Durch geeignete Ausgestaltung des Daches
sowie zweckmäßige Anordnung
von Luftkühlern
und Schneerzeugern soll die Herstellung von Kunstschnee besserer
Qualität ermöglicht werden.
Die
US 5 327 738 offenbart
Verfahren zur Herstellung und Erhaltung einer künstlichen Schneeschicht in
einer Skihalle, bei denen die Luftfeuchtigkeit mittels einer Klimaanlage
gesteuert wird. Aus der
US 6
079 161 ist eine Skihalle bekannt, in der durch ein geeignetes
Belüftungssystem über der
Schneeoberfläche
Schichten unterschiedlicher Lufttemperatur aufgebaut werden.
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Die
vorbekannten Skitunnel bzw. Skihallen weisen eine Reihe von Nachteilen
auf. Zum einen kann in ihnen der Schnee nicht über einen längeren Zeitraum in guter Qualität erhalten
werden. Vielmehr kommt es in den vorbekannten Skitunneln bzw. Skihallen
zu einer vergleichsweise schnellen Metamorphose des Schnees zu Eis.
Diese Schneemetamorphose ist auch aus der Natur bekannt. Beispiele
aus der Natur sind die Bildung von Harsch oder die Eisbildung in
Gletschern. Beschleunigt wird die für die Schneequalität nachteilige
Schneemetamorphose durch Schwankungen der Schneetemperatur, durch einen
Temperaturgradienten in der Schneeauflage, durch gegenüber der
Schneetemperatur wärmere Luft über dem
Schnee sowie durch Luftströmung (Wind) über dem
Schnee. In den vorbekannten Skihallen bzw. Skitunneln ist es nicht
möglich,
die vorgenannten Faktoren derart zu steuern, daß die Schneemetamorphose soweit
wie möglich
verzögert
wird.
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Zudem
weisen bei den vorbekannten Skihallen bzw. Skitunneln verschiedene
Bereiche des Überbaus
verschiedene und häufig
unerwünschte Temperaturen
auf, die zudem von der Lufttemperatur verschieden sein können. Dadurch
kommt es einerseits zu Niederschlag von Kondenswasser sowie zu Vereisung
von Oberflächen
im Bereich des Überbaus,
andererseits zu lokaler Erwärmung
der Luft und Feuchtigkeitsaufnahme.
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Weiterhin
weisen die vorgekannten Skitunnel bzw. Skihallen den Nachteil auf,
daß es
nicht möglich
ist, exakt definierte Schnee- und Klimabedingungen herzustellen.
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Dies
ist jedoch wünschenswert,
um in dem Skitunnel die Schnee- und Klimabedinungen eines bestimmten
Wettkampfortes simulieren zu können.
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Vor
diesem Hintergrund ist es Aufgabe der vorliegenden Erfindung, einen
verbesserten Skitunnel vorzuschlagen. Insbesondere soll ein Skitunnel vorgeschlagen
werden, der die vorgenannten Nachteile nicht aufweist. Angestrebt
ist daher ein Skitunnel, bei dem der eingebrachte Schnee möglichst
lange in möglichst
guter Qualität
erhalten wird. Weiterhin soll vermieden werden, daß einzelnen
Bereiche oder Teile des Skitunnels, insbesondere des Überbaus, unkontrolliert
unerwünschte
Temperaturen annehmen. Schließlich
soll es der erfindungsgemäße Skitunnel
ermöglichen,
bestimmte, wohl definierte Schnee- und Klimabedingungen herzustellen,
um beispielsweise die Wettkampfbedingungen eines bestimmen Wettkampfortes
zu simulieren.
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Erfindungsgemäß wird die
Aufgabe durch einen Skitunnel mit den in Anspruch 1 genannten Merkmalen
gelöst.
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Auf
diese Weise werden die gewünschten Vorteile
erreicht. Durch die Innenflächenkühlung kann
die Innenfläche
des Überbaus
vollflächig
temperiert werden, das heißt
weitgehend in ihrer vollen Fläche
auf eine vorgewählte
Temperatur gebracht bzw. heruntergekühlt werden. Insbesondere kann
die Innenfläche
des Überbaus
vollflächig
auf die gleiche Temperatur wie die Innenraumluft gebracht werden. Dadurch
wird einerseits die Kondensat- und Eisbildung an der Innenwand des Überbaus
weitgehend vermieden. Andererseits wird die Erwärmung der in der Nähe der Innenwand
befindlichen Luft vermieden. Durch die vollflächige Kühlung des Bodens mit dem Kühlboden
und die vollflächige
Kühlung
mittels der Innenflächenkühlung sind
alle für
das Innenraumklima des Skitunnels relevanten Bauteile thermisch aktiviert,
das heißt
sie können
auf eine vorgewählte Temperatur
gebracht werden.
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Durch
die Kombination der vollständigen thermischen
Aktivierung der Bauteile mit der regulierbaren Klimaanlage werden
die angestrebten besonderen Vorteile erreicht. Die vollständige thermische Aktivierung
der relevanten Bauteile erlaubt die Vermeidung von unerwünschten
klimatischen Effekten, da die Randbedingungen des Klimasystems im
Tunnelinnenraum nahezu lückenlos
vorgegeben werden können.
So können
insbesondere die von der Klimaanlage erzeugten Lufttemperatur- und Luftfeuchtigkeitswerte
im Tunnelinnenraum besser aufrechterhalten werden. Weiterhin erlaubt
die vollständige thermische
Aktivierung der Bauteile in Kombination mit der Klimaanlage eine
gezielte und exakte Einstellung der Temperatur der über dem
Schnee befindlichen Luft. Durch Regulierung des Kühlbodens
kann zudem die Schneetemperatur gesteuert werden. Die thermische
Aktivierung der Bauteile in Kombination mit der Klimaanlage erlaubt
also die gewünschten Klimabedingungen
und die gewünschte
Schneetemperatur im Innenraum tatsächlich zu erreichen und über lange
Zeit aufrechtzuerhalten, und zwar selbst dann, wenn – zum Beispiel
jahreszeitbedingt – das Außenklima
grundlegend verschieden ist. Zudem können über die gesamte Tunnellänge konstante
Bedingungen erreicht werden. So kann insbesondere die für Schneemetamorphose
durch Beeinflussen der verantwortlichen Faktoren maßgeblich
verzögert werden.
Weiterhin können
die Schnee- und
Klimabedingungen bestimmter Wettkampforte simuliert werden.
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In
einer bevorzugten Ausgestaltung sind der Kühlboden, die Innenflächenkühlung und
die Klimaanlage unabhängig
voneinander regulierbar. Durch diese Ausgestaltung können gezielt
definierte Schnee- und Klimabedingungen leichter hergestellt werden.
Beispielsweise können
die Bedingungen eines bestimmten Wettkampfortes hinsichtlich Schneetemperatur,
Lufttemperatur und Luftfeuchtigkeit besser eingestellt werden.
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In
einer weiter bevorzugten Ausgestaltung umfaßt der Skitunnel ein Belüftungssystem,
das derart ausgebildet ist, daß klimatisierte
Luft unter möglichst
weitgehender Vermeidung von Luftströmung über der Oberfläche des
Schnees in den Tunnelraum zugeführt
werden kann. Damit wird durch diese Ausgestaltung ein weiterer Faktor
der Schneemetamorphose, nämlich
Luftzug über
der Schneeoberfläche, vermindert.
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Vorteilhaft
ist es, unter dem Kühlboden
eine Isolierschicht zur thermischen Isolierung des Kühlbodens
gegenüber
dem Unterbau vorzusehen. Die Isolierschicht kann auch durch ein
Vakuum gebildet werden. Durch eine solche thermische Isolierschicht
wird der Verlust von Kühlleistung
in den Unterbau und in den darunter befindlichen Untergrund vermindert. Weiterhin
wird die Beeinträchtigung
der Regulierung des Kühlbodens
durch Wärme-
bzw. Kältefluß aus dem
Untergrund bzw. aus dem Unterbau vermindert. Dadurch wird ein effizienterer
und kostengünstiger Betrieb
des Skitunnels möglich.
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Nach
einer weiteren Verbesserung ist unterhalb der Isolierschicht eine
beheizbare Schicht und/oder ein beheizbarer und/oder von außen belüfteter Hohlraum
vorgesehen. Die Beheizung der beheizbaren Schicht kann beispielsweise
durch eine Elektroheizung erfolgen. Die Beheizung des Hohlraumes
kann beispielsweise durch Einblasen von geheizter Luft vorgenommen
werden. Mit dieser Verbesserung wird ein dauerhaftes Durchfrieren
des Unterbaus bzw. Fundamentes des Skitunnels verhindert. Die unter
dem Kühlboden
befindliche thermische Isolierschicht kann den Wärme- bzw. Kältefluß nämlich nicht vollständig verhindern,
sondern nur verzögern.
Dies kann dazu führen,
daß der
vom Kühlboden
hergestellte Frostbereich unter bestimmten Bedingungen durch die
gesamte Isolierschicht hindurchreicht, so daß sich die Frostgrenze im Unterbau bzw.
im Fundament des Skitunnels befindet. Durch eine unterhalb der Isolierschicht
befindliche Heizung kann die Frostgrenze im Bereich der Isolierschicht gehalten
werden. Der gleiche Effekt kann dadurch erreicht werden, daß ein unterhalb
der Isolierschicht befindlicher Hohlraum bei Außentemperaturen über 0°C von außen belüftet wird.
Auf diese Weise wird ein häufiges
oder dauerhaftes Gefrieren des Unterbaus bzw. Fundaments des Tunnels
verhindert. Dadurch kann die Haltbarkeit des Skitunnels erhöht werden, da
Frost Unterbau und Fundament beschädigt.
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In
einer weiter bevorzugten Ausgestaltung ist die Innenflächenkühlung zur
Kühlung
der Innenflächen
des Überbaus
in den Überbau
integriert. Dies kann beispielsweise dadurch erfolgen, daß im Überbau bzw.
in einer inneren Schicht des Überbaus
vollflächig
Kühlrohre
verlegt werden, die von einem geeigneten Kühlmittel durchströmt werden.
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In
einer anderen Ausgestaltung wird die Innenflächenkühlung auf die Innenwand des Überbaus aufgebracht.
Dies kann zum Beispiel in der Weise geschehen, daß Kühlmatten
an den Innenwänden
des Überbaus
befestigt werden. Auf diese Weise ist die Innenflächenkühlung leicht
für Wartungsarbeiten
zugänglich.
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In
einer weiter bevorzugten Ausgestaltung weist der Überbau mehrere
Schichten auf, von denen mindestens eine als Innenflächenkühlung ausgebildet
ist. Zweckmäßigerweise
wird die innerste Schicht als Innenflächenkühlung ausgebildet. Die nächstliegende äußere Schicht
kann beispielsweise als Isolierschicht ausgestaltet werden. Auch
im Überbau kann
die Isolierschicht durch ein Vakuum gebildet werden. Die äußerste Schicht
bzw. der äußere Mantel
kann die tragende Konstruktion aufnehmen. Auch im Überbau kann
eine beheizbare Schicht und/oder ein belüfteter und/oder beheizter Hohlraum
vorgesehen werden, um ein dauerhaftes oder häufiges Durchfrieren des äußeren Mantels
des Überbaus
zu verhindern.
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Eine
weitere Verbesserung betrifft die Ausgestaltung des Belüftungssystems.
Das Belüftungssystem
ist an die Klimaanlage angeschlossen und dient der Zuführung der
klimatisierten Luft und ihrer Verteilung im Tunnelinnenraum. Vorteilhafterweise
ist das Belüftungssystem
entlang der Längsrichtung
des Tunnels geführt
und weist mehrere, über
die Länge des
Tunnels verteilte Auslässe
auf. Diese Auslässe sind
derart verteilt, daß durch
die Zuführung
der klimatisierten Luft eine Luftströmung bzw. ein Luftzug über die
Oberfläche
des eingebrachten Schnees möglichst
weitgehend vermieden wird. Dies kann insbesondere dadurch erreicht
werden, daß die
Auslässe
in Tunnellängsrichtung
in hinreichend dichten Abständen
gesetzt werden. Vorteilhafterweise ist das Belüftungssystem als Rohrsystem
ausgestaltet, das entlang des Tunnels, vorzugsweise über die
gesamte Länge,
geführt
ist. Eine zusätzli che
Verminderung von Luftzirkulationen kann dadurch erreicht werden, daß die Auslässe als
Rohrendstücke
ausgestaltet sind, die in alle Raumrichtung gewandte, kleine Löcher aufweisen,
so daß die
austretende Luft möglichst
gleichmäßig in mehrere
Raumrichtungen strömt.
Durch die vorgenannten Verbesserungen des Belüftungssystems wird die Metamorphose
des Schnees zu Eis durch Luftzug über der Schneeoberfläche verringert.
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In
einer weiter bevorzugten Ausgestaltung ist das Belüftungssystem
gegenüber
dem Tunnelraum isoliert. Dadurch wird verhindert, daß es zu
einem thermischen Austausch zwischen der Luft im Innenraum des Tunnels
und der noch im Belüftungssystem befindlichen
klimatisierten Luft kommt, bevor die klimatisierte Luft durch die
Auslässe
in den Tunnelinnenraum gelangt. Auf diese Weise wird erreicht, daß die klimatisierte
Luft mit den von der Klimaanlage erzeugten Temperatur- bzw. Feuchtigkeitswerten
zu den Auslässen
des Belüftungssystems
gelangt.
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Eine
weitere bevorzugte Ausgestaltung sieht im Tunnelinnenraum Sensoren
zur Erfassung der Luft- und/oder Schneetemperatur und/oder der Luftfeuchtigkeit
und/oder zur Erfassung der Wärmeabstrahlung
der Nutzer vor. Mit diesen Sensoren können die tatsächlichen
Schnee- und Klimabedingungen im Tunnelinneren erfaßt werden.
Die Erfassung der Wärmeabstrahlung
der Nutzer kann verwendet werden, um die Kühlleistung besser zu steuern.
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In
einer weiteren Verbesserung ist eine Steuereinheit vorgesehen, mit
der der Kühlboden,
die Innenflächenkühlung und/oder
die Klimaanlage in Abhängigkeit
von den Bedingungen im Tunnelinnenraum gesteuert werden. Insbesondere
kann die Steuerung durch die Steuereinheit unter Verwendung der von
den Sensoren gemessenen Werte erfolgen. In einer weiteren Verbesserung
ist in der Steuereinheit ein Steuerprogramm codiert. Mit diesem
Steuerprogramm werden der Kühlboden,
die Innenflächenkühlung, die
Klimaanlage und das Belüftungssystem
in Abhängigkeit
von den von den Sensoren gemessenen Werten gesteuert. Zweckmäßigerweise
ist der Kühlboden
in einem Temperaturbereich von –15°C bis 0°C, die Innenflächenkühlung in
einem Temperaturbereich von –15°C bis +15°C, die Lufttemperatur im
Bereich von –15°C bis +15°C und die
Luftfeuchtigkeit im Bereich 45% bis 98% regulierbar.
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In
einem weiter verbesserten Skitunnel ist im Boden mindestens ein
Entwässerungskanal
vorgesehen, wobei der Boden zu dem mindestens einen Entwässerungskanal
hin ein leichtes Gefälle
aufweist. Durch diese Ausgestaltung wird erreicht, daß das beim
Abtauen der Schneeauflage entstehende Wasser in den mindestens einen
Entwässerungskanal
hineinläuft
und über
diesen abgeführt
wird. So wird verhindert, daß sich
das Tauwasser beim Abtauen des Tunnels in der Abtauphase unkontrolliert über den
Tunnelboden verteilt oder in den Unterbau bzw. in das Fundament
hineinläuft.
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Vorteilhafterweise
ist der Kühlboden
so ausgestaltet, daß er
in der Kühlphase
mit einem Kühlmittel
und in der Abtauphase mit Wasser beschickt werden kann. Diese Ausgestaltung
erlaubt es, den Abtauvorgang zu beschleunigen, wenn der Tunnel,
beispielsweise zu Wartungszwecken, abgetaut werden muß. In diesem
Fall kann der Kühlboden
mit warmem Wasser beschickt werden, was zu einem beschleunigten
Abtauen des auf den Kühlboden
aufgebrachten Schnees führt.
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In
einer anderen vorteilhaften Ausgestaltung besteht der Überbau des
Skitunnels aus mehreren Überbauelementen,
beispielsweise aus zwei Seitenwänden,
zwei Schrägelementen
und einer Decke. Auch bei dieser Ausgestaltung sind die zum Innenraum
des Tunnels gewandten Innenflächen
der Bestandteile durch Innenflächenkühlungen
im wesentlichen vollflächig
kühlbar.
Dabei sind die Innenflächenkühlungen
so ausbildet, daß die
Innenflächenkühlung einzelner Überbauelemente
unabhängig
voneinander regulierbar sind. Dies ermöglicht eine noch bessere Herstellung
von definierten Schnee- und Klimabedingungen in dem Tunnelinnenraum.
Insbesondere kann im Innenraum auf diese Weise ein Zustand hergestellt
werden, bei dem die Lufttemperatur mit der Höhe variiert.
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Vorteilhafterweise
ist der Skitunnel in Längsrichtung
in mehrere Tunnelabschnitte unterteilt. Derartige Tunnelabschnitte
können
vorgefertigt werden und dann zu ei nem Skitunnel zusammengesetzt
werden. Möglich
ist insbesondere die Vorfertigung standardisierter Tunnelabschnitte,
die dann nach dem Bausatzprinzip zu einem Skitunnel zusammengesetzt
werden können.
In dieser Ausgestaltung weist jeder Tunnelabschnitt einen Kühlboden
und eine Innenflächenkühlung auf.
Die Kühlböden und/oder
die Innenflächenkühlungen
verschiedener Tunnelabschnitte sind vorzugsweise unabhängig voneinander regulierbar.
Dadurch können
die Kühlböden und
Innenflächenkühlungen
in den jeweiligen Tunnelabschnitten gezielt gesteuert werden. Damit
wird die Herstellung von einheitlichen Schnee- und Klimabedingungen über die
Gesamtlänge
des Tunnels leichter und effizienter möglich.
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Ein
Ausführungsbeispiel
der Erfindung wird nachstehend anhand der beigefügten Zeichnungen im einzelnen
erläutert.
Dabei zeigt:
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1 Querschnitt
durch einen Skitunnel in schematischer Darstellung
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2 Draufsicht
auf einen Skitunnel mit Klimaanlage, Belüftungssystem, Kühlanlage
und Steuereinheit
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3 Querschnitt
durch einen erfindungsgemäßen Skitunnel
mit Klimaanlage
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4 Querschnitt
durch einen erfindungsgemäßen Skitunnel
mit bevorzugter Ausgestaltung des Bodens
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5 Detaillierter
Querschnitt durch den Boden mit Isolierschicht und beheizter Schicht
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6 Detaillierter
Querschnitt durch den Boden mit Isolierschicht und Hohlraum
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7 Detaillierter
Querschnitt durch die Wandung des Überbaus mit Hohlraum
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8 Detaillierter
Querschnitt durch die Wandung des Überbaus mit beheizter Schicht
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9 Längsschnitt
durch einen Skitunnel mit Nahtstelle zwischen zwei Tunnelabschnitten
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10 Querschnitt
durch den Skitunnel mit Sensoren
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11 Detailansicht
des Entwässerungskanals
bei Boden mit Hohlraum
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12 Detailansicht
des Entwässerungskanals
bei Boden mit beheizter Schicht
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13 Querschnitt
durch Skitunnel mit mehreren Überbauelementen
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14 Draufsicht
auf den Skitunnel bestehend aus mehreren Tunnelabschnitten
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1 und 2 zeigen
in schematischer Darstellung den Grundaufbau des erfindungsgemäßen Skitunnels 1.
In 1 ist ein Querschnitt durch den Skitunnel 1 dargestellt. Über dem
Boden 10 befindet sich der Überbau 20. Boden 10 und Überbau 20 sind
dichtend miteinander verbunden und bilden eine gegenüber der
Außenwelt
im wesentlichen klimatisch abgeschlossene Tunnelröhre. Auf
den Boden 10 wird der für
den Skilanglauf erforderliche Natur- oder Kunstschnee 2 aufgebracht.
An der Decke des Überbaus 20 ist
das Belüftungssystem 40 aufgehängt. In 1 ist
ein aus Belüftungsrohren
gebildetes Belüftungssystem 40 dargestellt,
wobei die Belüftungsrohre
mittels Aufhängungen 44 an
der zum Überbau
gehörigen
Decke des Skitunnels befestigt sind.
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In 2 ist
der erfindungsgemäße Skitunnel 1 in
Draufsicht schematisch dargestellt. In der Draufsicht sind die zum Überbau 20 gehörigen Seitenwände des
Skitunnels 1 sichtbar. Gezeigt ist in 2 außerdem die
Klimaanlage 30, an die das Belüftungssystem 40 angeschlossen
ist. Das Belüftungssystem 40 dient
der Zuführung
der von der Klimaanlage klimatisierten Luft und ihrer Verteilung
im Tunnelinnenraum. Das Belüftungssystem 40 ist
in 2 als Rohrsystem ausgestaltet. Weiterhin zeigt 2 eine
Kühlanlage 50.
In der Kühlanlage
wird das zur Kühlung der
thermischen aktivierten Bauteile des Skitunnels erforderliche Kühlmittel
gekühlt. Über Kühlmittelleitungen 52 ist
die Kühlanlage
mit dem thermisch aktivierten Bauteilen verbunden, so daß geschlossene Kühlkreisläufe gebildet
werden, durch die ein geeignetes Kühlmittel zirkuliert. Im erfindungsgemäßen Skitunnel
sind sowohl der Boden als auch die Innenflächen des Überbaus vollflächig thermisch
aktiviert, das heißt
insbesondere vollflächig
kühlbar.
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Die
in 2 dargestellte Klimaanlage 30 erlaubt
es, Luft im Temperaturbereich von –15°C bis +15°C und im Feuchtigkeitsbereich
von 45% bis 98% zu erzeugen. Bei dieser Klimaanlage sind Lufttemperatur
und Luftfeuchtigkeit in den vorgenannten Bereichen unabhängig voneinander
regulierbar. Die mit Hilfe der Klimaanlage 30 klimatisierte
Luft wird über das
Belüftungssystem 40 dem
Tunnelinnenraum zugeführt
und in diesem verteilt. Dabei ist das Belüftungssystem 40 derart
ausgestaltet, daß bei
der Zuführung
der klimatisierten Luft Luftströmungen
oder Luftzirkulationen über
der Oberfläche
des Schnees weitgehend vermieden werden. Mit der in 2 weiterhin
gezeigten Steuereinheit 8 können Kühlanlage 50 und Klimananlage 30 unabhängig voneinander gesteuert
werden.
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3 zeigt
in einem Querschnitt durch die Skitunnel die erfindungsgemäße vollflächige Bauteilaktivierung.
Eine Schicht des Bodens 10 ist als Kühlboden 12 ausgebildet.
Der Kühlboden 12 ist
mittels Kühlleitungen 52 mit
der Kühlanlage 50 verbunden,
so daß ein
Kühlkreislauf
gebildet wird, in dem ein Kühlmittel
zirkuliert. Der Kühlboden 12 kühlt den darauf
aufgebrachten Schnee 2 vollflächig. Unter dem Kühlboden 12 befindet
sich der Unterbau 18, so daß der Boden 10 in
dieser Aus gestaltung den Kühlboden 12 und
den Unterbau 18 umfaßt.
Die zum Innenraum des Skitunnels 1 gewandten Innenflächen 22 des Überbaus 20 werden
durch die Innenflächenkühlung 24 im
wesentlichen vollflächig
gekühlt.
In der in 3 gezeigten Ausgestaltung des
Skitunnels besteht der Überbau
aus mehreren Schichten, von denen die innerste Schicht 24 als
Innenflächenkühlung 24 ausgebildet
ist. Ebenso wie der Kühlboden 12 ist auch
die Innenflächenkühlung 24 über Kühlmittelleitungen 52 mit
der Kühlanlage 50 zur
Bildung von einem oder mehreren Kühlkreisläufen, in denen Kühlmittel
zirkuliert, verbunden. Die Innenflächenkühlung 24 kühlt weitgehend
die gesamte innere Oberfläche 22 des
Tunnelüberbaus,
so daß eine
vollständige thermische
Aktivierung des Überbaus
erreicht wird.
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4 zeigt
einen Querschnitt durch einen Skitunnel mit einem bevorzugt ausgestalteten
Boden 10 und mit einem bevorzugt ausgestalteten Überbau 20. 5 und 6 zeigen
detaillierte Querschnitte durch bevorzugte Ausgestaltungen des Bodens 10, 7 und 8 zeigen
detaillierte Querschnitte durch bevorzugte Ausgestaltungen des Überbaus 20.
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In 4 befindet
sich unter dem Kühlboden 12 eine
Isolierschicht 14 zur thermischen Isolierung des Kühlbodens 12 gegenüber dem
Unterbau 18. Wie in 5 gezeigt,
kann unter der Isolierschicht 14 eine beheizbare Schicht 16 vorgesehen
werden. Alternativ oder zusätzlich
kann wie in 6 gezeigt unter der Isolierschicht
ein beheizbarer und/oder von außen
belüfteter
Hohlraum 17 vorgesehen sein. Durch diese bevorzugten Ausgestaltungen
kann ein dauerhaftes oder wiederholtes Gefrieren des Unterbaus 18 verhindert
werden. Dies wirkt sich positiv auf die Haltbarkeit des Skitunnels
aus, da dauerhaftes oder wiederholtes Durchfrieren den Unterbau 18 schädigt. In 5 und 6 außerdem gezeigt
sind Stützen 19,
die den Kühlboden 12 auf
dem Unterbau 18 abstützen.
In den Ausgestaltungen gemäß 5 und 6 ist
der Kühlboden 12 tragend
ausgebildet. Er muß den
auf ihn wirkenden Lasten standhalten, auch der Last eines üblichen
Pistenpräpariergerätes. Isolierschicht
und/oder Hohlraum können
diese Lasten regelmäßig nicht
tragen, so daß die
Stützen 19 erforderlich
sind, um die Last auf den Unterbau überzuleiten.
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In 7 und 8 sind
mögliche
Ausgestaltungen des Schichtaufbaus des Überbaus dargestellt. Links
befindet sich jeweils der Tunnelinnenraum, rechts die Außenwelt.
In 7 ist als innerste Schicht die Innenflächenkühlung 24 vorgesehen.
Als nächstäußere Schicht
folgt eine Isolierschicht 26. Als nächste Schicht folgt ein – gegebenenfalls
beheizter oder belüfteter – Hohlraum 27,
der ein Durchfrieren der äußersten
tragenden Schicht 29 verhindern solle. Alternativ ist in 8 eine
Ausgestaltung gezeigt, bei der sich zwischen Isolierschicht 26 und
tragender Außenschicht 29 eine
Heizung 28 befindet, die ebenfalls ein häufiges oder
wiederholtes Durchfrieren der tragenden Außenschicht verhindern soll.
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9 zeigt
einen Längsschnitt
durch einen erfindungsgemäßen Skitunnel.
Dargestellt ist ein aus mehreren Tunnelabschnitten 4 zusammengesetzter Skitunnel.
Zur Bildung des Skitunnels werden die Tunnelabschnitte 4 dichtend
miteinander verbunden. In der in 9 gezeigten
Ausgestaltung sind die Schichten von Überbau und Boden an den Nahtstellen
unterbrochen. So hat jeder Tunnelabschnitt 4 einen unabhängig regulierbaren
Kühlboden 12 und eine
unabhängig
regulierbare Innenflächenkühlung 24.
Weiterhin zeigt 9 eine mögliche Ausgestaltung des Belüftungssystems 40.
Das Belüftungssystem 40 ist
als Rohrsystem mittels Aufhängungen 44 an
der Decke des Skitunnels 1 aufgehängt und entlang der Längsrichtung
des Skitunnels geführt.
Das Belüftungssystem
verfügt über Auslässe 42,
die über die
Länge des
Tunnels verteilt sind. Die Abstände zwischen
den Auslässen 42 werden
so dicht gewählt, daß es bei
der Zuführung
der klimatisierten Luft nicht zu Luftströmungen oder Luftzirkulationen über der Schneeoberfläche kommt.
Besonders vorteilhaft ist es, wenn die Auslässe 42 als siebartige
Rohrendstücke
mit einer Vielzahl von Löchern,
die in verschiedene Raumrichtungen weisen, ausgestaltet sind. Auf diese
Weise wird die klimatisierte Luft in verschiedene Raumrichtungen
ausgestoßen,
was Luftzirkulationen bei der Zuführung der klimatisierten Luft
vermindert.
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10 zeigt
einen Querschnitt durch den Skitunnel mit Sensoren 7 zur
Erfassung der Lufttempartur, der Schneetemperatur, der Luftfeuchtigkeit sowie
zur Erfassung der Wärmeabstrahlung
der Nutzer des Tunnels. Weitere Sensoren können im Be lüftungsstem 40 und
in den Auslässen 42 angebracht sein,
um beispielsweise Meßwerte
für die
Steuerung der Klimaanlage zu gewinnen. Weitere Sensoren können im
Kühlboden
in der Isolierschicht und im Unterbau vorgesehen sein, mit denen
insbesondere ein Durchfrieren des Unterbaus überwacht und verhindert werden
kann.
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4 zeigt,
daß im
Boden 10 ein Entwässerungskanal 11 vorgesehen
werden kann. Vorzugsweise kann der Entwässerungskanal 11 in
der Mitte des Kühlbodens
angeordnet werden. Dabei weist der Kühlboden 12 vorteilhafterweise
ein Gefälle
zum Entwässerungskanal
hin auf. In 11 und 12 sind Detailansichten
des Entwässerungskanals 11 sowie der
zur Abführung
des Wassers vorgesehenen Abflußsystems
gezeigt. 11 zeigt den Entwässerungskanal
bei einem Boden 10 mit Isolierschicht 14 und Hohlraum 16.
Das im Entwässerungskanal 11 aufgefangene
Wasser wird zum Abflußrohr 62 geleitet.
Das Abflußrohr 62 ist
im Bereich des Durchgangs durch die Isolierschicht 14 und
den Hohlraum 16 mit Isoliermaterial 64 isoliert,
damit über
das Abflußrohr 62 keine
Wärme zum
Kühlboden 12 geleitet
wird. Weiterhin ist das Abflußrohr
im Bereich der Isolierschicht durch einen Schieber 68 wärmeisolierend verschließbar, damit
ein Wärmefluß von der
Kanalisation zum Kühlboden
und in die Schneeauflage verhindert wird. Der Schieber ist während der
Betriebsphase des Skitunnels verschlossen und während der Abtauphase geöffent. Abgetautes
Wasser wird durch das Abflußrohr
in die Kanalisation eingeleitet. 12 zeigt
die Ausbildung des Entwässerungskanals
bei einem Boden 10 mit Isolierschicht 12 und Heizschicht.
Auch bei dieser Ausgestaltung ist eine Isolierung des Abflußrohres
mit Isoliermaterial 64 vorgesehen. Weiterhin weist auch
diese Ausgestaltung einen Schieber 68 zum Verschließen des
Abflußrohres 62 gegenüber der
Kanalisation auf.
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13 zeigt
eine Unterteilung der Innfenflächenkühlung in
mehrere Teilflächenkühlungen.
In dieser Ausgestaltung sind Wandflächenkühlungen 241 und 245,
Schrägflächenkühlungen 242 und 244 sowie
eine Deckenflächenkühlung 243 vorgesehen. Die
vorgenannten Flächenkühlungen 241, 242, 243, 244, 245 sind
so ausgestaltet, daß wiederum
die gesamte Innenfläche
des Tunnelraums im wesentlichen vollflä chig kühlbar ist. Bei dieser bevorzugten
Ausgestaltung sind die einzelnen Flächenkühlungen 201, 202, 203, 204, 205 unabhängig voneinander
kühlbar. Dies
ermöglicht
eine bessere und differenziertere Steuerung des Klimas im Tunnelinnenraum.
Insbesondere kann in der Höhe
ein Temperaturgefälle
eingestellt werden.
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14 zeigt
eine Unterteilung des Tunnels in Tunnelabschnitte 4 in
Draufsicht. Die Tunnelabschnitte können als Tunnelelemente vorgefertigt
werden und ermöglichen
einen Aufbau des Tunnels im Bausatzprinzip. Die einzelnen Tunnelabschnitte 4 weisen
Kühlböden 12 und
Innenflächenkühlungen 24 mit
jeweils eigenen Kühlkreisläufen auf,
so daß die Kühlböden und
die Innenflächenkühlungen
der verschiedenen Tunnelabschnitte unabhängig voneinander regulierbar
sind. Durch diese bevorzugte Ausgestaltung kann eine besonders effiziente
Kühlung über die
Gesamtlänge
des Tunnels erreicht werden. Zudem sind konstante Klimabedingungen über die
Gesamtlänge
des Tunnels einfacher und effizienter herstellbar.
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Mit
dem vorstehend beschriebenen Skitunnel werden eine Reihe von Vorteilen
erreicht. Der in den Skitunnel eingebrachte Schnee kann gegenüber dem
Stand der Technik länger
in seiner Konsistenz erhalten werden, da die Schneemetamorphose
von Schnee zu Eis gegenüber
dem Stand der Technik verzögert
werden kann. Weiterhin sind in dem erfindungsgemäßen Skitunnel definierte Schnee-
und Klimabedingungen einstellbar, so daß die Bedingungen an einem
bestimmten Wettkampfort simuliert werden können. Durch den erfindungsgemäßen Schichtaufbau
von Boden und Überbau,
insbesondere mit Isolier- und Heizschicht, können die tragenden Konstruktionen
von dauerhaftem und wiederholtem Durchfrieren geschützt werden,
was die Haltbarkeit des Skitunnels deutlich erhöht. Mit dem besonders ausgestalteten
Belüftungssystem
werden Luftzirkulationen und Luftzug über der Schneeoberfläche soweit
wie möglich
verringert, um eine weitere Ursache der Schneemetamorphose möglichst
weitgehend zu reduzieren. Durch die Unterteilung der den Innenraum
vollflächig
kühlenden
Innenflächenkühlungen kann
eine besonders effiziente Steuerung der Kühleinrichtung erreicht werden.
Durch eine entsprechende Steuerung, die auch die Klimaanlage und
das Belüftungssystem
mitsteuert, können über die
Gesamtlänge
des Tunnels konstante Schnee- und Klimabedingungen eingestellt werden.