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DE102004002539A1 - Biegeverfahren und -vorrichtung für thermoformbare Kunst- und Verbundstoffe - Google Patents

Biegeverfahren und -vorrichtung für thermoformbare Kunst- und Verbundstoffe Download PDF

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DE102004002539A1
DE102004002539A1 DE200410002539 DE102004002539A DE102004002539A1 DE 102004002539 A1 DE102004002539 A1 DE 102004002539A1 DE 200410002539 DE200410002539 DE 200410002539 DE 102004002539 A DE102004002539 A DE 102004002539A DE 102004002539 A1 DE102004002539 A1 DE 102004002539A1
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bending
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pipe
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Application number
DE200410002539
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English (en)
Inventor
Silvio Rödel
Michael Weber
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Rehau Automotive SE and Co KG
Original Assignee
Rehau AG and Co
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Publication date
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Ceased legal-status Critical Current

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    • BPERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
    • B29WORKING OF PLASTICS; WORKING OF SUBSTANCES IN A PLASTIC STATE IN GENERAL
    • B29CSHAPING OR JOINING OF PLASTICS; SHAPING OF MATERIAL IN A PLASTIC STATE, NOT OTHERWISE PROVIDED FOR; AFTER-TREATMENT OF THE SHAPED PRODUCTS, e.g. REPAIRING
    • B29C53/00Shaping by bending, folding, twisting, straightening or flattening; Apparatus therefor
    • B29C53/80Component parts, details or accessories; Auxiliary operations
    • B29C53/84Heating or cooling
    • BPERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
    • B29WORKING OF PLASTICS; WORKING OF SUBSTANCES IN A PLASTIC STATE IN GENERAL
    • B29CSHAPING OR JOINING OF PLASTICS; SHAPING OF MATERIAL IN A PLASTIC STATE, NOT OTHERWISE PROVIDED FOR; AFTER-TREATMENT OF THE SHAPED PRODUCTS, e.g. REPAIRING
    • B29C53/00Shaping by bending, folding, twisting, straightening or flattening; Apparatus therefor
    • B29C53/02Bending or folding
    • B29C53/08Bending or folding of tubes or other profiled members
    • B29C53/083Bending or folding of tubes or other profiled members bending longitudinally, i.e. modifying the curvature of the tube axis

Landscapes

  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Mechanical Engineering (AREA)
  • Shaping Of Tube Ends By Bending Or Straightening (AREA)

Abstract

Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Biegen eines länglichen Profilkörpers, vorzugsweise eines Rohres, aus thermoformbarem Kunst- und/oder Verbundstoff. Um die Werkzeugkosten, den erforderlichen Energie- und Personalaufwand und die Bearbeitungsdauer eines Biegeteils gegenüber herkömmlichen Verfahren und Vorrichtungen zu verringern sowie die Möglichkeit einer kurzfristigen und kostengünstigen Mustererstellung zu schaffen, werden die länglichen Profilkörper in einer Vorschubrichtung, vorzugsweise in axialer Richtung des Profilkörpers, gefördert, und die zu biegenden Bereiche des jeweiligen Profilkörpers aufgeheizt und unmittelbar anschließend verbogen, dann abgekühlt und die Biegekontur so eingefroren.

Description

  • Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Biegen eines länglichen Profilkörpers, vorzugsweise eines Rohres, aus thermoformbarem Kunst- und/oder Verbundstoff.
  • In einem herkömmlichen Verfahren zum Biegen von thermoformbaren Kunst- und Verbundstoffen mit unterschiedlichen Geometrien wird z.B. ein zunächst gerades Rohr in eine Negativform eingelegt. Danach wird die Form mit dem Rohr erwärmt, bis die Spannungen im Rohr abgebaut sind und anschließend wieder abgekühlt.
  • Die meisten gängigen Verfahren zum Biegen von polymeren Rohren folgen dabei dem gleichen Grundprinzip, zuerst das Rohr zu erwärmen, anschließend zu formen und letztlich durch Kühlung die Form zu fixieren. Daneben sind z. B. aus der DE 197 20 567 und der EP 0 504 488 weitere Rohrbiegeeinrichtungen und -verfahren bekannt, in denen das umgebogene Rohr stationär mit Klemm- oder Druckwerkzeugen gehalten und durch Betätigung einzelner Biege- und Verdreheinheiten verbogen wird. Diese Verfahren und Einrichtungen erweisen sich beim Biegen von Kunststoffrohren in der Praxis als unvorteilhaft, da sie jeweils nur unter hohem Zeit- und Personalaufwand durchgeführt, bzw. bedient werden können.
  • Die bisher bekannten Verfahren erster Art sind mit den folgenden Nachteilen verbunden:
    Unabhängig von den Kosten für das zu verarbeitende Rohmaterial entstehen hohe Anlagenkosten durch die Anfertigung der individuellen Negativformen.
  • Für jede zu formende Geometrie ist eine eigene Negativform anzufertigen. Dies mag bei hohen Stückzahlen z.B. bei der Serienfertigung eines bestimmten Formteils weniger relevant sein, jedoch stellen die Aufwendungen für die Anfertigung der Negativform im Verhältnis zu den Materialkosten gerade bei Kleinserien oder Musterteilen einen hohen Kostenfaktor dar. In einer Negativform kann zeitgleich nur ein einzelnes Rohrstück bzw. nur eine begrenzte Anzahl von Rohren bearbeitet werden. Das führt zu langen Zykluszeiten, einem hohen Energieaufwand zum Beheizen der Formen und Rohre auf die Erweichungstemperatur, sowie zu einem hohen Personalaufwand, um die Rohteile in die Negativformen einzulegen und nach erfolgter Umformung wieder herauszunehmen.
  • Üblicherweise werden die Rohre in einem Ölbad, einem Warmluftofen oder mittels Heißdampf bis zu einer Erweichungstemperatur des verwendeten Kunst- oder Verbundstoffs aufgeheizt. Dies geht einher mit einem hohen sicherheitstechnischen Aufwand, um das Bedienpersonal vor den Gefahren im Umgang z.B. mit dem Hochdruckheißdampf zu schützen. Auch für das Erhitzen des wärmeübertragenden Öls werden erhebliche Mengen an Energie benötigt, zudem belastet das verbrauchte Öl bei der Entsorgung die Umwelt. Die Gestaltungsfreiheit hinsichtlich der Biegekontur ist bei der Verwendung von Negativformen für dreidimensionale Geometrien erheblich eingeschränkt. Das Biegen sehr kleiner Biegeradien ist nur in bestimmten Bereichen (Anfangs- und Endbereiche des Rohres) möglich, da sich die Biegeeinlage nicht mehr entfernen lässt, wenn die Biegeradien zu klein geraten. So können z.B. lange ("endlose") Spiralen mit Biegeeinlage nicht in einer Negativform gefertigt werden.
  • Ausgehend von diesem Stand der Technik hat sich die Erfindung das Ziel gesetzt, ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Biegen eines länglichen Profilkörpers, vorzugsweise eines Rohrs, aus thermoformbaren Kunst- und Verbundstoffen bereitzustellen, die sich von herkömmlichen Verfahren und Vorrichtungen durch geringere Werkzeugkosten, eine frei wählbare Biegekontur, einen geringeren Energie- und Personalaufwand, kürzere Bearbeitungszyklen und die Möglichkeit einer kurzfristigen und kostengünstigen Mustererstellung unterscheiden.
  • Die Aufgabe der Erfindung wird gelöst durch ein Verfahren nach Anspruch 1 und einer Vorrichtung nach Anspruch 11.
  • Das erfindungsgemäße Verfahren betrifft das Biegen eines länglichen Profilkörpers, vorzugsweise eines Rohres, aus thermoformbarem Kunst- und Verbundstoff, mit den Verfahrensschritten: Fördern des länglichen Profilkörpers in einer Vorschubrichtung, vorzugsweise in axialer Richtung des Profilkörpers, Aufheizen der zu biegenden Bereiche des Profilkörpers und Verbiegen der aufgeheizten Biegebereiche des Profilkörpers, anschließend Abkühlen der gebogenen Bereiche des Profilkörpers und Ablängen des Profilkörpers.
  • Ein länglicher Profilkörper wird während des Transports durch eine Heizeinrichtung örtlich erhitzt und erreicht die Biegeeinrichtung im aufgeheizten Zustand. Dabei werden gerade nur die Bereiche eines Profilkörpers erhitzt, die auch anschließend gebogen werden sollen. Die zum Heizen erforderliche Energie wird dadurch gezielt eingesetzt und verringert den Heizenergiebedarf des erfindungsgemäßen Biegeverfahrens erheblich im Vergleich zu herkömmlichen Anwendungen. Mit dem gezielten Aufheizen der zu biegenden Bereiche des zu bearbeitenden Profilkörpers, und gerade durch das gezielte Verbiegen der aufgeheizten Bereiche ist die Biegekontur frei wählbar und es entfällt die Notwendigkeit einer Negativform. Vor allem dann, wenn Kleinserien oder nur Musterteile gefertigt werden sollen, machen sich die deutlich geringeren Anlagenkosten gegenüber herkömmlichen Verfahren bemerkbar. Geometrische Änderungen an einer zu erstellenden Biegekontur lassen sich durch geringfügige Änderungen an den Einstellungen der Heiz- und Biegeeinrichtungen bewerkstelligen. So ist das kurzfristige und kostengünstige Erstellen von Mustern möglich. Das örtlich begrenzte Aufheizen der Biegebereiche erfordert einerseits einen geringeren sicherheitstechnischen Aufwand, andererseits schont es das umliegende, nicht zu biegende Material.
  • Eine noch höhere Bearbeitungsgeschwindigkeit und noch kürzere Zykluszeiten können erreicht werden, wenn der Profilkörper während des Biegens weitergefördert wird.
  • In einem bevorzugten, diskontinuierlichen Verfahren können Mehrfachlängen ungebogener Polyamidrohre in vorgegebenen Arbeitsschritten zu gebogenen Fertigteilen verarbeitet werden.
  • Es ist besonders vorteilhaft, den Profilkörper, vorzugsweise während des Vorschubs, im Wesentlichen um dessen Achse zu verdrehen. So lassen sich in Zusammenwirkung mit einer steuerbaren Biegevorrichtung im Anschluss an die Heizvorrichtung komplexe räumliche Geometrien, z.B. eine Spiralform mit geringem Steigungswinkel erzeugen.
  • Um die Biegegenauigkeit zu erhöhen, erweist es sich als günstig, den Profilkörper zu verdrehen, wenn der Profilkörper nicht gebogen wird. Wenn die Biegeeinrichtung mit dem Profilkörper während der Verdrehung in Kontakt ist, können ungewollte Verformungen die Folge sein.
  • Ein besonders hilfreicher Arbeitsschritt ist das Abmessen der Vorschublänge des Profilkörpers. So können weitere Arbeitsgänge, z.B. die Verdrehung des Profilkörpers und das Zustellen einer Biegeeinrichtung zur Erzeugung der Biegekontur in Abhängigkeit des ermittelten Vorschubs gesteuert werden.
  • Eine besonders materialschonende Biegung erfolgt um eine Krümmungsachse, die im Wesentlichen senkrecht auf einer Ebene steht, in der die Vorschubachse liegt.
  • In einer vorteilhaften Ausführung wird der Profilkörper vorzugsweise in unmittelbarer Nähe, bevorzugt kurz nach dem Biegen gekühlt. Das gebogene Profilstück wird in seiner Endform fixiert, ohne dass es sich nach dem eigentlichen Biegevorgang ungewollt (z.B. durch sein Eigengewicht) verbiegen kann. Dadurch kann eine hohe Biegegenauigkeit erzielt werden.
  • Bei Hohlprofilkörpern werden Biegeeinlagen eingesetzt, um den Querschnitt des Hohlprofilkörpers beim Biegen zu erhalten.
  • In einer bevorzugten alternativen Ausführungsform kann anstelle der Biegeeinlage eine Füllung des Hohlprofilkörpers mit einem flüssigen oder gasförmigen Medium erfolgen.
  • Dadurch lässt sich im Inneren des Hohlkörpers ein Druck erzeugen, der den auf den Querschnitt einwirkenden Biegekräften entgegenwirkt und die Bildung von Knicken verhindert.
  • Die Biegeeinlage wird vorzugsweise bei Hohlkörperprofilen verwendet, deren Wandstärke weniger als ein Viertel des Außenquerschnitts beträgt, da bei diesen dünnwandigen Hohlkörperprofilen eine hohe Knickgefahr während des Biegens besteht.
  • Eine erfindungsgemäße Vorrichtung betrifft das Biegen eines länglichen Profilkörpers, vorzugsweise eines Rohrs, wobei der Profilkörper in einer Vorschubrichtung, vorzugsweise in axialer Richtung, transportierbar ist, und eine Heizeinrichtung zum örtlichen Aufheizen der zu biegenden Bereiche des Profilkörpers und eine Biegeeinrichtung zum Biegen der aufgeheizten Biegebereiche des Profilkörpers umfasst, wobei die Biegeeinrichtung in Vorschubrichtung nach der Heizeinrichtung, vorzugsweise in unmittelbarer Nähe der Heizeinrichtung, angeordnet ist. In gleicher Weise wie beim oben beschriebenen Verfahren entfällt durch die erfindungsgemäße Biegevorrichtung die Notwendigkeit einer Negativform. So ergeben sich analog zum vorgenannten Verfahren ähnliche Vorteile gegenüber herkömmlichen Biegevorrichtungen.
  • Die Erstellung komplexer, räumlicher Biegekonturen wird grundsätzlich begünstigt, wenn der Profilkörper in der Vorrichtung drehbar angeordnet ist Im Vergleich zu einer manuellen Verdrehung lässt sich der Profilkörper schneller und präziser ausrichten, wenn eine Dreheinrichtung zum Verdrehen des Profilkörpers im Wesentlichen um seine Achse vorgesehen ist. So lässt sich eine höhere Biegegenauigkeit erzielen.
  • Darüber hinaus erweist es sich als vorteilhaft, wenn die Vorrichtung eine Messeinrichtung aufweist, um den Verdrehwinkel des Profilkörpers beim Verdrehen zu messen.
  • In einer bevorzugten Ausführungsform ist eine Antriebseinheit zum Erzeugen des Vorschubs des Profilkörpers vorgesehen. Dadurch verringert sich der erforderliche Personalaufwand. Ferner erlaubt das Vorsehen einer Antriebseinheit auch eine präzise automatische Steuerung des Materialvorschubs in der Vorrichtung.
  • In einer vorteilhaften Ausführungsform weist die Vorrichtung eine Messeinrichtung zum Messen des Vorschubs des Profilkörpers auf. In Abhängigkeit des ermittelten Vorschubs können z.B. die Dreheinrichtung, die Heizeinrichtung und die Biegeeinrichtung gezielt eingestellt werden, um eine vorgegebene Biegekontur zu erstellen.
  • Es verringert den Personalaufwand beim Bedienen einer erfindungsgemäßen Vorrichtung weiter, wenn zusätzlich eine Schneidvorrichtung zum Schneiden des Profilkörpers in eine vorgegebene Länge vorgesehen ist. So kann z.B. ein extrudiertes oder ein aus einem langen Rohteil geformtes Profilstück in eine vorgegebene Form gebogen und nach erfolgter Bearbeitung zurechtgeschnitten werden. Dieser Aspekt ist bei der Serienfertigung von Biegeteilen von großer Bedeutung.
  • In einer besonders bevorzugten Ausführungsform weist die Biegeeinrichtung zumindest zwei Biegeabschnitte auf, wobei die Position eines ersten Biegeabschnitts im Wesentlichen fest ist, und die Position eines zweiten Biegeabschnitts in Relation zum ersten Biegeabschnitt veränderbar ist. Die Auslenkung der erhitzten Biegebereiche kann alleine durch das Zustellen des zweiten, frei positionierbaren Biegeabschnitts gesteuert werden.
  • In einer weiteren besonders bevorzugten Ausführungsform umfasst die Vorrichtung eine Steuereinrichtung zur Steuerung zumindest einer Einrichtung bzw. Vorrichtung der Biegeeinlage, der Dreheinrichtung, der Schneideinrichtung, der Antriebseinheit, der Heizeinrichtung, der Biegeeinrichtung und der Kühleinrichtung. Im Vergleich zur manuellen Bedienung kann dadurch bei Großserien von Biegeteilen die Zykluszeit zur Bearbeitung einzelner Biegeteile erheblich verringert, und die Formgenauigkeit erheblich verbessert werden.
  • Wenn die Steuereinrichtung programmierbar ist, können die erwähnten Einrichtungen automatisch gesteuert werden, so dass z.B. komplexe Biegekonturen bearbeitet werden, ohne dass eine Bedienperson in den Bearbeitungsvorgang eingreifen muss. Die Aufgabe einer Bedienperson beschränkt sich dann auf das Nachfüllen von Rohmaterial in einen Vorratsbehälter der Vorrichtung und die Entnahme der gebogenen Fertigteile aus einem dafür vorgesehenen Sammelbehälter.
  • Es erhöht die Biegegenauigkeit und verkürzt die Zyklusdauer zur Bearbeitung eines ungebogenen Profilkörpers erheblich, wenn die Position des zweiten Biegeabschnitts durch die Steuereinrichtung gesteuert werden kann.
  • Der Personalaufwand bei der Bedienung einer erfindungsgemäßen Vorrichtung wird weiter verringert, wenn der Vorschub des Profilkörpers durch die Steuereinrichtung gesteuert werden kann.
  • Eine besonders genaue Ausrichtung des Profilkörpers auf der Vorrichtung kann erreicht werden, wenn die Drehung des Profilkörpers durch die Steuereinrichtung gesteuert wird.
  • Der Materialvorschubs kann beim Antrieb besonders genau abgemessen werden, wenn die Antriebseinheit über einen Mechanismus verfügt, um den Profilkörper schlupffrei zu fördern.
  • Für das schlupffreie Fördern des Profilkörpers und das zeitgleiche Abmessen des Vorschubs hat es sich als besonders vorteilhaft erwiesen, wenn die Antriebseinheit zumindest ein Paar gegenläufiger, angetriebener Rollen umfasst.
  • Als besonders günstig erweist es sich, wenn der zweite frei positionierbare Biegeabschnitt im Wesentlichen entlang der Vorschubrichtung verstellt werden kann. So kann der Biegeradius effektiv verstellt werden.
  • Bei großen Biegeradien erweist es sich als vorteilhaft, wenn der zweite frei positionierbare Biegeabschnitt im Wesentlichen senkrecht zur Vorschubrichtung verstellt werden kann.
  • Es fördert die Anwendbarkeit einer erfindungsgemäßen Vorrichtung für komplexe räumliche Geometrien erheblich, wenn der zweite frei positionierbare Biegeabschnitt im Wesentlichen um die Vorschubachse verdreht werden kann.
  • Um den Materialvorschub gezielt auf den frei positionierbaren Biegeabschnitt zu lenken und um den Außenquerschnitt des geschwächten Profilkörpers im erhitzten Zustand zu stabilisieren, erweist es sich als besonders günstig, wenn die Biegeeinrichtung über einen Mechanismus verfügt, um den Profilkörper schlupffrei zu fördern.
  • Die Heizleistung kann besonders gezielt und wirksam auf den geförderten Profilkörper übertragen werden, wenn die Heizeinrichtung eine Warmluftquelle, eine thermische IR-Strahlungsquelle oder eine Hochfrequenzquelle ist.
  • Für eine besonders effiziente Erhitzung des Profilkörpers stellt es sich als sehr vorteilhaft heraus, die Temperatur der Heizeinrichtung auf den zu biegenden Abschnitt des transportierten Profilkörpers einwirken zu lassen.
  • In einer bevorzugten Ausführungsform weist die Vorrichtung eine Biegeeinlage zur Einführung in einen Hohlprofilkörper auf, um den Querschnitt dünnwandiger Hohlprofilkörper beim Biegen zu bewahren.
  • Eine Biegeeinlage, bestehend aus Silikon oder Federstahl oder einem Verbund beider Materialien, eignet sich besonders gut für den Einsatz in einer erfindungsgemäßen Vorrichtung, da diese Materialien besonders flexibel sind und sich einer entsprechenden Biegekontur besonders gut anpassen.
  • Bei der Weiterförderung des Profilkörpers während der Biegung erweist es sich als besonders günstig, wenn ein Hohlprofilkörper von innen mit Druck beaufschlagt wird und der Querschnitt des Hohlprofilkörpers an zumindest einer Stelle druckdicht geschlossen ist. So entsteht während des Förderns weniger Reibung an der Hohlprofilkörperinnenwand als bei der Verwendung einer herkömmlichen Biegeeinlage.
  • Dazu eignet es sich besonders, wenn die Füllung aus einem flüssigen oder gasförmigen Medium besteht.
  • Die bevorzugten Ausführungsbeispiele werden nun mit Bezug auf die beiliegenden Zeichnungen und Diagramme erläutert.
  • 1: Prinzipskizze des Rollbiegeverfahrens.
  • 2: Schematische Darstellung einer Vorrichtung zur Durchführung des Rollbiegeverfahrens.
  • 3: Schematische Darstellung einer Vorrichtung zur Durchführung des Rollbiegeverfahrens in Detailansicht.
  • 4: Flussdiagramm des Rollbiegeverfahrens.
  • 5: Ein nach dem Rollbiegeverfahren gebogenes Rohrteil.
  • Verfahren und Vorrichtung zum Biegen eines länglichen Profils aus thermoformbaren Kunst- und Verbundstoff
  • Das mit Bezug auf 1 beschriebene Ausführungsbeispiel bezieht sich auf ein diskontinuierliches Rollbiegeverfahren, bei dem fertige Biegeteile aus einem langen, zunächst geraden Polyamidrohr in eine vorgegebene Form gebogen werden. Das Verfahren kann auch kontinuierlich angewendet werden, z.B. beim Anschluss an einen Extruder.
  • 1 zeigt dabei eine Prinzipskizze einer erfindungsgemäßen Vorrichtung. Die Vorrichtung (10) umfasst einen Vorratsbehälter (V), der Mehrfachlängen eines zu biegenden Polyamidrohrs (1) enthält. Durch eine Positioniereinrichtung (P) (nicht gezeigt) werden einzelne Mehrfachlängen eines zu biegenden Polyamidrohrs (1) aus dem Vorratsbehälter (V) automatisch entnommen und auf der Rollbiegestrecke (10) positioniert.
  • Danach wird eine Biegeeinlage (2a) durch einen Servomotor (2b) in das Innere des vorpositionierten Rohres (1) automatisch eingeführt. Die Biegeeinlage (2a) wird verwendet, um den kreisförmigen Querschnitt des Rohres (1) beim Biegen zu bewahren, vorzugsweise wenn die Wandstärke des Rohres (1) weniger als ein Viertel des Außendurchmessers beträgt. Dabei werden die Geometrie, Härte, Wärmeleitfähigkeit und -aufnahme, Dehnung, Positionierung, etc. der Biegeeinlage (2a) auf das zu biegende Rohr (1) abgestimmt. Die Härte der Biegeeinlage (2a) wird hauptsächlich in Abhängigkeit von den Rohrabmessungen (Wandstärke, Rohrdurchmesser, etc.) gewählt. Als mögliche Materialien für die Biegeeinlage (2a) eignen sich Silikon, Federstahl und ein Verbund der beiden genannten Materialien. Auch weitere Materialien kommen in Frage.
  • Alternativ kann ein Hohlprofilkörper/Rohr (1) von innen mit Druck beaufschlagt werden, allerdings sollte der Querschnitt des Hohlprofilkörpers/Rohrs (1) dann an zumindest einer Stelle druckdicht geschlossen sein. So sind auch flüssige und gasförmige Medien als Füllung anstelle einer Biegeeinlage (2a) denkbar, wenn das Rohre an einem Ende abgeschweißt wird, um einen Austritt des Mediums und den damit verbundenen Druckverlust zu verhindern. Der aufgebaute Druck im Rohrinneren wirkt einer Querschnittsveränderung des Rohres (1) beim Biegen entgegen.
  • Das in der Rollbiegevorrichtung fixierte Rohr (1) wird nun in eine erste Rohrführung (F1) eingelegt und auf die nachgeschalteten Dreh- (3), Schneid- (4), Antriebs- (5), Heiz- (6), Biege- (7) und Kühleinrichtungen (8) ausgerichtet. Die grundlegenden technischen Ausführungen der Dreh-, Schneide-, Antriebs-, Heiz-, Biege- und Kühleinrichtungen (3, 4, 5, 6, 7, 8) sind für den Fachmann ohne weiteres realisierbar und werden daher im Rahmen dieser Erfindung nicht näher beschrieben. In der 1 werden diese Einrichtungen zunächst symbolisch dargestellt. In den 2 und 3 sowie an den zugehörigen Textstellen beschränkt sich die Beschreibung dieser Einrichtungen jeweils auf spezifische technische Merkmale.
  • Anschließend wird das Rohr (1) über zwei gegenläufige, angetriebene Rollen (5a, b), mit deren Hilfe auch die Längenbemessung erfolgt, transportiert. Die Rollen (5a, b) der Antriebseinheit (5) sind auf das Profil (z.B. den Durchmesser) des zu fördernden Profilkörpers (1) ausgerichtet um einen schlupffreien Vorschub zu gewährleisten. Die Umfangsflächen der zwei gegenläufigen Rollen (5a) und (5b) berühren sich zumindest abschnittsweise und bilden auf den Umfangsflächen jeweils eine umlaufende Nut (5c) mit einem in etwa halbkreisförmigem Querschnitt, deren Radius in etwa dem halben Außendurchmesser des zu transportierenden Rohrs (1) entspricht. Die Antriebsrollen (5a) und (5b) sind austauschbar und können der Größe eines zu transportierenden Rohrs (1) angepasst werden. Die Rollen (5a, b) wälzen sich schlupffrei auf der Oberfläche des zu transportierenden Rohres (1) ab und bilden an der Kontaktfläche einen in etwa kreisförmigen Durchgang mit in etwa dem Durchmesser des zu fördernden Rohres (1). Somit kann die Länge des transportierten Rohrs in Abhängigkeit der Umdrehung beider Rollen (5a, b) genau ermittelt werden. Die Transportgeschwindigkeit kann variiert werden, wobei gerade Bereiche mit höherer Geschwindigkeit transportiert werden als Biegebereiche. Im Normalbetrieb beträgt der Vorschub ca. 1 m/min.
  • Der Antriebseinheit (5) mit den beiden Antriebsrollen (5a, b) ist eine weitere Rohrführung (F2) nachgeschaltet. Eine Dreheinheit (3) ist vorgesehen, um das Rohr um seine eigene Achse zu drehen. Zur Erstellung von 3-D-Biegungen, d. h. Biegungen in drei Raumrichtungen bzw. von komplexen räumlichen Biegekonturen kann das Rohr (1) mit Hilfe der Dreheinheit (3) um 360° um seine eigene Achse gedreht werden. Die Drehung des Rohres (1) erfolgt dabei vorzugsweise, wenn der Profilkörper (1) nicht gebogen wird, um eine unkontrollierte Verformung des Profilkörpers (1) zu verhindern. Die Dreheinheit (3) ist im vorliegenden Ausführungsbeispiel zwischen der ersten Rohrführung (F1) und der Antriebseinheit (5) angeordnet. Die Dreheinrichtung (3) umfasst einen Sensor zum Messen des Verdrehwinkels des Profilkörpers (1) bei der Drehung.
  • Zwischen der ersten Rohrführung (F1) und der Dreheinheit (3) ist eine Schneidvorrichtung (4) vorgesehen, um die Mehrfachlängen des zu biegenden Rohrs zu Fixlängen zu verarbeiten. Die Messer der Schneidvorrichtung (4) sind dabei so angeordnet, dass sie die Biegeeinlage (2a) beim Abschneiden des Rohres nicht durchtrennen.
  • Der zweiten Rohrführung (F2) ist eine regelbare Heizeinrichtung (6) nachgeschaltet, um die zu biegenden Bereiche des Rohrs (1) während des Transports auf die Biegetemperatur aufzuheizen. Die Biegetemperatur eines Rohres aus Polyamid (PA 12) bestehend liegt bsplw. im Temperaturintervall von 160°C–170°C. Über nicht weiter dargestellte Düsen wird Warmluft örtlich gezielt auf die zu biegenden Bereiche des Profilkörpers (1) aufgetragen. Die Heizeinrichtung kann alternativ aus einer thermischen IR-Strahlungsquelle oder Hochfrequenzquelle bestehen, deren Heizleistung ausreichend hoch ist, um auch Rohre mit größeren Wandstärken innerhalb kürzester Zeit auf die Biegetemperatur knapp unter der Schmelztemperatur des verwendeten Kunst- bzw. Verbundstoffs aufzuheizen.
  • Die Biegeeinrichtung (7) schließt in Vorschubrichtung an die Heizeinrichtung (6) an. Um den Wärmeverlust auf dem Transportweg so klein wie möglich zu halten, befindet sich die Biegeeinrichtung (7) in unmittelbarer Nähe der Heizeinrichtung (6). Der Profilkörper ist nach dem Erwärmen in einem biegbaren zähviskosen Zustand, so dass lange Wegstecken zur Biegevorrichtung zu vermeiden sind. Der Bereich um die Heizeinrichtung (6) sowie der Übergangsbereich zur Biegeeinrichtung (7) ist darüber hinaus thermisch isoliert. In der gezeigten Ausführungsform umfasst die Biegeeinrichtung (7) drei Biegerollen (7a, b, d).
  • Den ersten Abschnitt der Biegeeinheit (7) bildet ein Paar entgegenlaufender, angetriebener Biegerollen (7a, b), die sich an den Umfangsflächen zumindest abschnittsweise berühren und auf der Umfangsfläche jeweils eine umlaufende Nut (7c) mit etwa halbkreisförmigem Querschnitt ausbilden, deren Radius in etwa dem halben Außendurchmesser des transportierten Rohrs entspricht. Die Position der Biegerollen (7a, b) ist fest. Im Anschluss an die Biegerollen (7a, b) trifft der transportierte Profilkörper (1) auf die frei positionierbare Biegerolle (7d) – den zweiten Abschnitt der Biegeeinheit (7). Dort werden die aufgeheizten, zu biegenden Bereiche des Profilkörpers (1) durch die Biegerolle (7d) umgelenkt. Die Biegerolle (7d) ist in Vorschubrichtung und senkrecht dazu verstellbar und kann um eine Achse im Wesentlichen parallel zur Vorschubachse um 360° verdreht werden. Der Durchmesser der Biegerollen (7a, b, d) muss etwas kleiner sein als der gewünschte minimale Biegeradius des Rohrs (1).
  • Die Kühleinrichtung (8) befindet sich in unmittelbarer Nähe der Biegeeinrichtung (7). Die Kühleinrichtung (8) verfügt über Düsen, die nicht weiter dargestellt sind, um ein Kühlmittel gezielt auf die zu kühlenden Bereiche aufzutragen. Das Kühlmittel ist bsplw. Wasser mit einer Temperatur von ca. 8°C.
  • Die Positioniervorrichtung (P), die servogesteuerte Biegeeinlage (2a), die Dreheinrichtung (3), die Schneideinrichtung (4), die Antriebseinrichtung (5), die Heizeinrichtung (6), die Biegeeinrichtung (7) sowie die Kühleinrichtung (8) sind über eine Steuereinrichtung (S) verbunden.
  • Nachstehend wird das Rollbiegeverfahren mit Bezug auf das Flussdiagramm in 4 erläutert. Das beschriebene Beispiel betrifft ein diskontinuierliches Verfahren.
  • In einem Schritt (S1) wird ein Vorratsbehälter (V) durch eine Bedienperson mit den zu biegenden Profilkörpern (1), z.B. Mehrfachlängen ungebogener Polyamidrohre bestückt. Aus diesen Rohrlängen können einzelne Fertigteile mit einer vorgegebenen Fixlänge gearbeitet werden. Die Mehrfachlänge des Rohrlängen beträgt dabei ein Vielfaches der Fixlänge.
  • Im Schritt (S2) entnimmt die durch die Steuereinrichtung (S) gesteuerte Positioniervorrichtung (P) (nicht gezeigt) automatisch eine Mehrfachlänge des ungebogenen Polyamidrohrs (1) aus dem Vorratsbehälter (V) und positioniert sie in der Rollbiegevorrichtung (10) vor.
  • Gesteuert durch die Steuervorrichtung (S) wird eine auf die jeweiligen Rohrverhältnisse ausgerichtete Biegeeinlage (2a) mittels eines Servomotors (2b) im Schritt (S3) in das Innere des vorpositionierten Rohres (1) eingeführt. Die Aufgabe der Biegeeinlage (2b) besteht darin, den kreisförmigen Querschnitt des Rohres (1) beim Biegevorgang zu gewährleisten.
  • Im Schritt (S4) wird das Rohr, angetrieben durch die Antriebseinheit (5), transportiert und gleichzeitig in seiner Länge bemessen. Das Rohr wird dabei über die Rohrführung (F1) genau auf die Rollen (5a, b) ausgerichtet. Der Vorschub und die Längenbemessung erfolgt über die zwei angetriebenen Rollen (5a, b), die sich schlupffrei an dem Profilkörper (1) abwälzen. Die Transportgeschwindigkeit des Rohrs (1) kann über die Steuereinheit (S) gesteuert werden. So wird bei geraden Bereichen ein höherer Vorschub und bei Biegebereichen ein geringerer Vorschub gewählt. Der gemessene Wert des Materialvorschubs wird an die Steuereinheit (S) als Eingabewert elektronisch übermittelt.
  • Im Schritt (S5) werden die zu biegenden Bereiche des Rohrs (1) durch die regelbare Heizeinrichtung (6) während des Transports erwärmt. Gesteuert durch die Steuereinrichtung (S) kann die Heizleistung der Heizeinrichtung (6) genau auf die jeweiligen Erfordernisse (Rohrdurchmesser, Wandstärke, Biegetemperatur, Biegegeschwindigkeit, etc.) abgestimmt werden. Während des Vorschubs werden die zu biegenden Bereiche auf die Biegetemperatur, d. h. in etwa 10–30% unter der Schmelztemperatur des verwendeten Kunst- bzw. Verbundstoffs erhitzt. Die Biegetemperatur bei dem verwendeten Polyamidrohr (PA 12) beträgt ca. 160–170°C, wobei die auf die zu biegenden Bereiche des Rohrkörpers einwirkende Heiztemperatur der Heizeinrichtung (6) deutlich größer ist. Die Heizeinrichtung (6) sitzt dazu unmittelbar vor den Biegerollen (7a, b), da zum einen das Rohr (1) nach dem Erwärmen sehr instabil ist (nahe am Schmelzpunkt) und zum anderen lange Wegstrecken zur Biegevorrichtung zu vermeiden sind, die das Biegeergebnis auf Grund der Abkühlung des Profilkörpers verschlechtern.
  • Der Schritt (S6) betrifft den eigentlichen Biegevorgang. Nach dem Durchlaufen der Heizeinrichtung (6) kommt der erwärmte Biegebereich zunächst an den festen Biegerollen (7a, b) an. Die Biegerollen (7a, b) sind angetrieben und wälzen an den Kontaktflächen in entgegengesetzter Richtung ab. Die umlaufenden Nuten (7c) bilden an der Kontaktfläche einen kreisförmigen Durchgang mit dem Durchmesser des zu transportierenden Rohres. Durch die Biegerollen (7a, b) wird der transportierte Profilkörper in seiner äußeren Form und Richtung stabilisiert und genau auf die Biegerolle (7d) gelenkt. Während des Durchlaufens der Biegeeinheit (7) werden die erwärmten Biegebereiche des Rohrs (1) durch die frei positionierbare Biegerolle (7d) umgelenkt und in die vorbestimmte Kontur gebogen. Das Rohr (1) wird während des Biegevorgangs ständig weitertransportiert. Die frei positionierbare Biegerolle (7d) ist mit der Steuereinheit (S) verbunden und wird in Abhängigkeit des ermittelten Vorschubs des Rohres (1) zugestellt. So kann die Biegerolle (7d) auch während des Vorschubs umpositioniert werden, um die Biegerichtung bzw. den Biegeradius zu verändern. Im Normalfall beträgt die Biegegeschwindigkeit bei einer derartigen erfindungsgemäßen Vorrichtung ca. 1 m/min. Die maximale Biegegeschwindigkeit ist abhängig von dem Rohrdurchmesser, der Wandstärke des Rohres (1), dem Biegewinkel, dem Biegeradius, der verwendeten Biegeeinlage (2a), dem verwendeten Rohrmaterial und der Biegetemperatur. Bei geringer Wandstärke des Rohres (1), einem geringen Biegewinkel, einem hohen Biegeradius und einer hohen Heizleistung sind Biegegeschwindigkeiten bis zu 10 m/min denkbar. Der Biegewinkel ist in einem Bereich von 0 bis 360° wählbar. Der minimale Biegeradius des zu biegenden Rohrs (1) ist abhängig von dem jeweiligen Rohrdurchmesser, der jeweiligen Wandstärke, dem Biegewinkel, der verwendeten Biegeeinlage, dem Rohrmaterial, der Transportgeschwindigkeit und der Biegetemperatur. Als Richtwert für den minimalen Biegeradius gilt dabei der dreifache Rohrdurchmesser. Die erhitzten Bereiche des Rohrs (1) werden unmittelbar nach dem Biegevorgang mit Hilfe des Kühlmittels über die Düsen der Kühleinrichtung (8) auf eine Temperatur von ca. 40°C abgekühlt und dadurch in Ihrer Position fixiert. Die fertig gebogene Biegekontur wird "eingefroren", um eine ungewollte nachträgliche Verformung des Rohrstücks z.B. durch sein Eigengewicht zu verhindern.
  • Im Schritt (S7) wird das Rohr – für die Erstellung dreidimensionaler Biegungen – durch die Dreheinheit (3) wahlweise um bis zu 360° um seine eigene Achse gedreht. Die Dreheinheit (3) ist mit der Steuervorrichtung (S) elektronisch verbunden und wird von dieser gesteuert. Der Verdrehwinkel des Profilkörpers wird während des Verdrehens des Rohres (1) mittels eines Sensors in der Dreheinrichtung (3) gemessen.
  • Der Profilkörper (1) kann während der Drehung weitertransportiert werden. Die Biegerolle (7d) wird während der Drehung des Profilkörpers (1) wahlweise von der Biegestelle des Profilkörpers (1) entfernt oder in Drehrichtung mitgeführt, um eine ungewollte Verformung des Profilkörpers (1) bei der Drehung zu vermeiden. Durch eine entsprechende Programmierung der elektronischen Steuervorrichtung (S) kann eine Positionierung bzw. Nachführung der Biegerolle (7d) während des Drehvorgangs vorgesehen werden. Die gedrehten Bereiche des Rohres (1) werden durch Wiederholung der Schritte (S4) bis (S6) ebenso transportiert und bemessen, während des Transports bis zur Biegetemperatur erwärmt und beim Durchlaufen der Biegeeinheit (7) umgeformt und anschließend in der Kühleinrichtung (8) gekühlt. Durch mehrfache Wiederholung der Schritte (S4) bis (S6) können komplexe räumliche Geometrien erstellt werden.
  • Nach dem Durchlaufen der voranstehenden Verfahrensschritte wird in einem Schritt (S8) das Rohr (1) nach erfolgter Bearbeitung durch die Scheideinrichtung (4) abgelängt. Während des Schneidvorgangs kann die Biegeeinlage (2a) im Rohr verbleiben, da durch eine geschickte Auslegung der Messer die Durchtrennung der Biegeeinlage (2a) verhindert wird.
  • Im Schritt (S9) wird das fertig bearbeitete Rohr (1) aus der Vorrichtung (10) ausgegeben.
  • Im diskontinuierlichen Verfahren wird ein noch nicht aufgebrauchtes Rohrteil durch Wiederholung des Rollbiegeverfahrens ab Schritt (S4) weiterverarbeitet.
  • Ist eine Mehrfachlänge eines ungebogenen Rohres (1) aufgebraucht, so wird die Biegeeinlage (2a) im Schritt (10) in die Ausgangsposition zurückgeführt und der Vorgang ab dem Schritt (S2) neu gestartet. Der Servomotor (2b) der Biegeeinlage (2a) wird dabei von der Steuervorrichtung (S) gesteuert.
  • Im Schritt (S11) werden die Biegeteile entnommen.
  • In einer bevorzugten Ausführungsform werden die Verfahrensschritte (S2) bis (S10) mittels einer speicherprogrammierbaren Steuerung ausgeführt, wobei elektronische Steuerbefehle generiert werden, die eine Steuervorrichtung (S) den jeweiligen Vorrichtungen (3, 4, 5, 6, 7, 8) zuweist. Die technische Umsetzung einer derartigen Steuervorrichtung ist für einen Fachmann ohne weiteres realisierbar und wird an dieser Stelle nicht näher beschrieben.
  • Der Bediener der Maschine hat nur dafür zu sorgen, dass genügend Rohmaterial im Vorratsbehälter (B) vorhanden ist und dass die Fertigteile nach der Ausgabe entnommen werden.
  • Mit der erfindungsgemäßen Vorrichtung und dem erfindungsgemäßen Verfahren können alle thermoformbaren Werkstoffe, besonders Kunst- und Verbundstoffe verarbeitet werden. Der Verarbeitbarkeit sind durch die Abmessungen eines Profilkörpers (Durchmesser, Rohrlängen und Wanddicken) keine Begrenzungen gesetzt.
  • Das erfindungsgemäße Biegeverfahren lässt sich auch leicht mit anderen vollautomatischen Arbeitsgängen wie z.B. Steckmontage oder Anstauchen kombinieren. Bei dickwandigen Rohren kann statt der Verwendung aus einem Vorratsbehälter z.B. direkt von einer Spule gearbeitet werden. Das erfindungsgemäße Biegeverfahren ist materialschonend, da nur die vorgesehenen Biegebereiche erwärmt werden. Durch die speicherprogrammierbare Steuerung (S) des vorgenannten erfindungsgemäßen Biegeverfahrens ist die Herstellung von mehrfach gebogenen Rohren (1) reproduzierbar in großen Stückzahlen möglich. Weiterhin können mit dem erfindungsgemäßen Verfahren und mit der erfindungsgemäßen Vorrichtung auch andere geometrische Körper gebogen werden.
  • Das obengenannte Verfahren und die obengenannte Vorrichtung wird üblicherweise außerhalb einer Extrusionsstrecke eingesetzt und als diskontinuierliches Verfahren bezeichnet. Ebenso ist ein kontinuierliches Verfahren, beispielsweise beim Einsatz innerhalb einer Extrusionsstrecke möglich.

Claims (34)

  1. Verfahren zum Biegen eines länglichen Profilkörpers (1), vorzugsweise eines Rohres, aus thermoformbarem Kunst- und/oder Verbundstoff, mit den Verfahrensschritten: – Fördern des länglichen Profilkörpers (1) in einer Vorschubrichtung, vorzugsweise in axialer Richtung des Profilkörpers (1), – Aufheizen der zu biegenden Bereiche des Profilkörpers (1) und – Verbiegen der aufgeheizten Biegebereiche des Profilkörpers (1), anschließend – Abkühlen der aufgeheizten Bereiche des Profilkörpers (1) und abschließend – Ablängen des Profilkörpers (1).
  2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Profilkörper (1) während des Biegevorgangs weitertransportiert wird.
  3. Verfahren nach einem der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Verfahren ein diskontinuierliches Verfahren ist.
  4. Verfahren nach einem der vorgenannten Ansprüche, gekennzeichnet durch einen Schritt zum Verdrehen des Profilkörpers (1) im Wesentlichen um dessen Achse in Vorschubrichtung.
  5. Verfahren nach einem der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Verdrehen des Profilkörpers (1) erfolgt, wenn der Profilkörper (1) nicht gebogen wird.
  6. Verfahren nach einem der vorgenannten Ansprüche, gekennzeichnet durch einen Schritt zum Abmessen der Vorschublänge des Profilkörpers (1).
  7. Verfahren nach einem der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Biegung des Profilkörpers (1) um eine Krümmungsachse erfolgt, die im Wesentlichen senkrecht auf einer Ebene steht, in der die Vorschubachse liegt.
  8. Verfahren nach einem der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Abkühlung des Profilkörpers (1) nach dem Biegen erfolgt.
  9. Verfahren nach einem der vorgenannten Ansprüche, gekennzeichnet durch die Verwendung einer Biegeeinlage (2a).
  10. Verfahren nach einem der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Biegeeinlage (2a) bei Hohlkörperprofilen verwendet wird, deren Wandstärke weniger als ein Viertel des Außendurchmessers beträgt.
  11. Vorrichtung zum Biegen eines länglichen Profilkörpers (1), vorzugsweise eines Rohrs, wobei der Profilkörper (1) in einer Vorschubrichtung, vorzugsweise in axialer Richtung, transportierbar ist, umfassend: – eine Heizeinrichtung (6) zum örtlichen Aufheizen der zu biegenden Bereiche des Profilkörpers (1 ), und – eine Biegeeinrichtung (7) zum Biegen der aufgeheizten Biegebereiche des Profilkörpers (1), wobei die Biegeeinrichtung (7) in Vorschubrichtung nach der Heizeinrichtung (6), vorzugsweise in unmittelbarer Nähe der Heizeinrichtung (6), angeordnet ist und – eine Kühleinrichtung (8) zum Abkühlen des Profilkörpers (1), wobei die Biegeform des Profilkörpers (1) stabilisiert wird.
  12. Vorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass der Profilkörper in der Vorrichtung (10) drehbar angeordnet ist.
  13. Vorrichtung nach einem der vorgenannten Ansprüche, gekennzeichnet durch eine Dreheinrichtung (3) zum Verdrehen des Profilkörpers (1) im Wesentlichen um seine Achse in Vorschubrichtung.
  14. Vorrichtung nach Anspruch 13, gekennzeichnet durch eine Messeinrichtung zum Messen des Verdrehwinkels des Profilkörpers (1) beim Verdrehen durch die Dreheinrichtung (3).
  15. Vorrichtung nach einem der vorgenannten Ansprüche, gekennzeichnet durch eine Antriebseinheit (5) zum Erzeugen des Vorschubs des Profilkörpers (1) in Vorschubrichtung.
  16. Vorrichtung nach Anspruch 15, gekennzeichnet durch eine Messeinrichtung zum Messen des Vorschubs des Profilkörpers (1) beim Transport durch die Antriebseinheit (5).
  17. Vorrichtung nach einem der vorgenannten Ansprüche, gekennzeichnet durch eine Schneideinrichtung (4) zum Schneiden des Profilkörpers (1) in eine vorgegebene Länge.
  18. Vorrichtung nach einem der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Biegeeinrichtung (7) zumindest eine frei positionierbare Biegerolle (7d) aufweist.
  19. Vorrichtung nach einem der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Biegeeinrichtung (7) zumindest zwei Biegeabschnitte (7a, 7b) und (7d) aufweist, wobei die Position eines ersten Biegeabschnitts (7a, 7b) im Wesentlichen fest ist, und die Position eines zweiten Biegeabschnitts (7d) in Relation zum ersten Biegeabschnitt (7b, 7d) veränderbar ist.
  20. Vorrichtung nach einem der vorgenannten Ansprüche, gekennzeichnet durch eine Steuervorrichtung (S) zur Steuerung zumindest einer Einrichtung bzw. Vorrichtung der servogesteuerten Biegeeinlage (2a), der Dreheinrichtung (3), der Schneidvorrichtung (4), der Antriebseinheit (5), der Heizeinrichtung (6), der Biegeeinrichtung (7) und der Kühleinrichtung (8).
  21. Vorrichtung nach einem der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuervorrichtung (S) speicherprogrammierbar ist.
  22. Vorrichtung nach einem der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Position des frei positionierbaren Biegeabschnitts (7d) durch die Steuereinrichtung (S) gesteuert wird.
  23. Vorrichtung nach einem der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Vorschub des Profilkörpers (1) durch die speicherprogrammierbare Steuervorrichtung (S) gesteuert wird.
  24. Vorrichtung nach einem der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Drehung des Profilkörpers (1) durch die speicherprogrammierbare Steuervorrichtung (S) gesteuert wird.
  25. Vorrichtung nach einem der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Antriebseinheit (5) über Mittel (5a, b, c) verfügt, den Profilkörper (1) schlupffrei zu transportieren.
  26. Vorrichtung nach einem der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Antriebseinheit (5) wenigstens ein Paar gegenläufiger, angetriebener Rollen (5a, b) umfasst.
  27. Vorrichtung nach einem der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der zweite Biegeabschnitt (7d) im Wesentlichen entlang der Vorschubachse verstellt wird.
  28. Vorrichtung nach einem der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der zweite Biegeabschnitt (7d) im Wesentlichen senkrecht zur Vorschubachse verstellt wird.
  29. Vorrichtung nach einem der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der zweite Biegeabschnitt (7d) im Wesentlichen um die Vorschubachse verdreht wird.
  30. Vorrichtung nach einem der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Heizeinrichtung (6) eine Warmluftquelle, eine thermische IR-Strahlungsquelle oder eine Hochfrequenzquelle ist.
  31. Vorrichtung nach einem der vorgenannten Ansprüche, gekennzeichnet durch eine Biegeeinlage (2a) zur Einführung in einen Hohlprofilkörper (1).
  32. Vorrichtung nach Anspruch 31, dadurch gekennzeichnet, dass die Biegeeinlage (2a) aus Silikon oder Federstahl oder einem Verbund beider Materialien besteht.
  33. Vorrichtung nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein Hohlprofilkörper (1) mit einem flüssigen oder gasförmigen Medium gefüllt wird.
  34. Vorrichtung nach Anspruch 33, dadurch gekennzeichnet, dass ein Hohlprofilkörper (1) von innen mit Druck beaufschlagt wird und der Querschnitt des Hohlprofilkörpers (1) an zumindest einer Stelle druckdicht geschlossen ist.
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