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Die
Erfindung betrifft ein Lasersystem mit einer laseraktiven Scheibe,
einer Anregungsquelle zur Erzeugung eines angeregten Zustandes der
laseraktiven Scheibe, einem Resonator, in dem die Scheibe angeordnet
ist und in dem ein optisches Strahlungsfeld die Scheibe mehrfach
durchsetzend so rückgekoppelt
wird, dass aus dem Resonator ein Laserstrahl auskoppelbar ist, dessen
Frequenzspektrum nur eine einzige Mode enthält. Die Erfindung betrifft ferner
ein Verfahren zur Güteschaltung
eines derartigen Lasersystems.
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Eine
Scheibe als laseraktives Medium ist beispielsweise aus der
EP 0 632 551 bekannt. Die
dort beschriebene vorteilhafte Ausführung in Form einer möglichst
dünnen
Scheibe erlaubt, einen solchen Scheibenlaser mit einfachen optischen
Mitteln so aufzubauen, dass er in einem Dauerstrichbetrieb, auch
mit cw-Betrieb (continuous wave) bezeichnet, in einem Grundmode
(TEM
00) und mit nur einer einzige Longitudinalmode
anschwingt.
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Soll
nun ein solcher Scheibenlaser anstatt im Dauerstrichbetrieb in einem
gütegeschalteten
Pulsbetrieb betrieben werden, ist es nicht möglich, diese vorteilhaften
Eigenschaften des Scheibenlasers aufrechtzuerhalten. Im Vergleich
zum Dauerstrichbetrieb kann der gepulste Betrieb nur mit einem breiten Spektrum
durchgeführt
werden, ein sogenannter Single-Frequency-Betrieb ist somit nicht
möglich.
Ferner kann eine Pulsenergie erhalten werden, die zur Zerstörung der
Scheibe führen
kann.
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Nachdem
vorstehende Probleme in dem Artikel „Q-switched Yb:YAG thin disk
laser" von I. Johannsen,
S. Erhard und A. Giesen (OSA TOPS, Vol. 50, advanced solid-state
lasers, S. 191-196, 2001) beschrieben wurden, wird dort als Ausweg
ein regenerativer Verstärkeraufbau
vorgeschlagen.
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Diese
vorgeschlagene regenerative Verstärkung erfordert allerdings
einen wesentlich komplizierteren Aufbau des Lasersystems. So umfasst
das Lasersystem effektiv zwei Scheibenlaser. Der erste Scheibenlaser
wird cw betrieben und bestimmt als Seed-Laser die Frequenz des gepulsten
zweiten Scheibenlasers, der als regenerativer Verstärker arbeitet.
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Aus
der
US 4,197,513 ist
ein aktiv gütegeschalteter
Einmodenlaser bekannt. Bei dem dort beschriebenen Lasersystem, das
ohne Seed-Laser auskommt, erfolgt die Güteschaltung in zwei Schritten,
um bei hoher Ausgangsleistung einem longitudinalen Einmodenbetrieb
zu erzeugen. Bei einem dort als bekannt vorausgesetzten Verfahren,
dem zweistufigen Güteschalten,
wird der Güteschalter
in zwei Stufen geöffnet.
Zuerst wird nur auf das Niveau des Schwellenwertes für Lasertätigkeit
geschaltet und anschließend
wird in einem zweiten Schritt der Güteschalter vollständig geöffnet, um
den Verstärkungspuls
maximal werden zu lassen. Der zweite Schritt erfolgt nach der ersten
auftretenden Spitze der Relaxationsoszillation bei einsetzender
Lasertätigkeit.
Dieses Verfahren funktioniert allerdings nicht zufriedenstellend
bei Hochleistungs-Festkörperlasern,
um einen longitudinalen Einmodenbetrieb zu erhalten.
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Deshalb
wird in der
US 4,197,513 vorgeschlagen,
in dem ersten Schritt das relativ hohe Verlustniveau des Güteschalters
solange zu halten, bis sich eine Mode stabilisiert hat. Erst dann
wird in einem zweiten Schritt der Güteschalter vollständig geöffnet. Dazu
wird die optische Strahlungsleistung in dem Resonator überwacht
und ein Signal für
jede Spitze der Relaxationsoszillation erzeugt. Eine Triggerschaltung
schaltet in den verlustfreien Zustand, sobald die zweite oder eine
andere nachfolgende Spitze der Relaxationsoszillation registriert
wird, weil bei der ersten Spitze kein stabiler Einmodenbetrieb des
Lasersystems erhalten wird.
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Aufgabe
der vorliegenden Erfindung ist folglich, einen Scheibenlaser dahingehend
zu verbessern, dass bei gleichbleibend unkompliziertem optischen
Aufbau ein gütegeschalteter
Einmodenbetrieb in einfacher Weise realisiert werden kann. Ferner
besteht die Aufgabe darin, ein Verfahren zur Güteschaltung des verbesserten
Scheibenlasers anzugeben.
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Der
Vorschlag zur Lösung
dieser Aufgabe umfasst ein Lasersystem mit einer laseraktiven Scheibe,
mit einer Anregungsquelle zur Erzeugung eines angeregten Zustandes
der laseraktiven Scheibe und mit einem Resonator, in dem die Scheibe
angeordnet ist und in dem ein optisches Strahlungsfeld die Scheibe
mehrfach durchsetzend so rückgekoppelt
wird, dass aus dem Resonator ein Laserstrahl auskoppelbar ist, dessen
Frequenzspektrum nur eine longitudinale Mode enthält, und
ein Verfahren zur Güteschaltung
des Lasersystems. Erfindungsgemäß ist zusätzlich ein
Güteschalter
in dem Resonator und eine Steuereinrichtung zum kontrollierten Schalten des
Güteschalters
vorgesehen.
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Im
Sperrzustand wird der Güteschalter
derart angesteuert, dass er einstellbar hohe Resonatorverluste verursacht.
Aufgrund kontinuierlichen Pumpens durch die Anregungsquelle steigt
die Besetzung des angeregten Zustandes der laseraktiven Scheibe. Erreicht
die damit verbundene Verstärkung
der Scheibe erstmals einen Schwellenwert, der die hohen Resonatorverluste
gerade kompensiert, setzt die Lasertätigkeit ein. Dann wird der
Güteschalter
komplett geöffnet,
was die Aus kopplung eines Riesenimpulses aus dem Resonator erlaubt.
Sowohl bei der einsetzenden Lasertätigkeit vor dem Öffnen als
auch beim Aufbau des Riesenimpulses unmittelbar danach begünstigen
die speziellen Eigenschaften einer Scheibe als dünnes Verstärkungsmedium auf einem Resonatorspiegel
das Anschwingen des Lasers mit einer einzigen longitudinalen Mode.
Dabei treten die vorstehend beschriebenen Probleme nicht auf und folglich
ist ein Warten auf eine Modenstabilisierung bei abklingender Relaxationszeit
nicht erforderlich.
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Das
vorgeschlagene Lasersystem weist einen einfachen und unkomplizierten
Aufbau eines kontinuierlich betriebenen Scheibenlasers auf. Aufgrund
der vorgeschlagenen Güteschaltung
kann das erfindungsgemäße Lasersystem
in einem Pulsbetrieb mit kontrollierbar großen Pulsenergien betrieben
werden und die Zerstörung
der laseraktiven Scheibe wird sicher vermieden.
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In
vorteilhafter Weise ist bei einem erfindungsgemäßen Lasersystem ein optischer
Detektor vorgesehen, der einen Anteil des optischen Strahlungsfeldes
erfasst und mindestens ein Ausgabesignal erzeugt. Die mehreren Ausgabesignale
können beispielsweise
Informationen enthalten, ob und wann ein bestimmter Wert des Strahlungsfeldes
erreicht wird oder in Relation zur Energie eines Laserpulses stehen.
Diese Ausgabesignale stehen zur Steuerung des Lasersystems zur Verfügung.
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In
einem bevorzugten Ausführungsbeispiel der
vorliegenden Erfindung ist die Steuereinrichtung vorgesehen, ein
erstes Ausgabesignal des optischen Detektors zu verarbeiten, um
den Güteschalter
zu schalten. Diese Steuereinrichtung spricht an, wenn das von dem
optischen Detektor erfasste Strahlungsfeld erstmalig einen bestimmten
kleinen Wert aufgrund der dann in dem Resonator geringer Güte vorhandenen
kleinen Nettoverstärkung
erreicht. Wird dieser Schwellenwert erreicht, schaltet die Steuereinrichtung
die Güteschalter
frei, d.h. dieser wird vollständig
geöffnet
und durchlässig.
Das erste Ausgabesignal betrifft einen bestimmten Zeitpunkt. Diese Ausgestaltung
der Steuereinrichtung gewährleistet die
erfindungsgemäße Güteschaltung
des Lasersystems.
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Bevorzugt
weist das erfindungsgemäße Lasersystem
einen linearen Aufbau des Resonators auf. Andere Aufbauweisen, beispielsweise
mit einem gefalteten oder ringförmigen
Verlauf des Strahlenfeldes sind prinzipiell auch möglich, benötigen jedoch einen
komplizierteren Aufbau mit einer Vielzahl von Spiegeln mit zusätzlichen
Resonatorverlusten. Der lineare Aufbau hingegen gewährleistet
einen kurzen Resonatoraufbau mit wenigen optischen Mitteln.
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In
einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der vorliegenden Erfindung
ist eine weitere Steuereinrichtung vorgesehen, die ein zweites Ausgabesignal
des optischen Detektors verarbeitet und eine die Länge des
linearen Resonators verändernde
Stellvorrichtung ansteuert. Das zweite Ausgabesignal des optischen
Detektors ist proportional zum Zeitintegral des Strahlungsfeldes über die
Dauer eines Laserpulses bzw. zur Pulsenergie. Maximale Pulsenergie
wird erreicht, wenn die Resonatorlänge so eingestellt wird, dass
die Wellenlänge
des Lasers genau mit dem Maximum der Transmission von modenselektierenden
optischen Elementen im Resonator und dieses mit dem Maximum des
spektralen Verstärkungsprofils
der laseraktiven Scheibe übereinstimmt.
Auf diese Weise wird die Resonatorbedingung optimal erfüllt. Dadurch
kann das Laserverstärkersystem über längere Zeit
stabil in einer einzigen longitudinalen Mode betrieben werden.
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Nachfolgend
wird die vorliegende Erfindung anhand der detaillierten Beschreibung
zweier Ausführungsbeispiele
in Zusammenhang mit den beigefügten
Zeichnungen näher
erläutert.
Diese zeigen in
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1 – eine schematische
Skizze eines ersten Ausführungsbeispiels
des erfindungsgemäßen Lasersystems;
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2 – eine schematische
Skizze eines zweiten Ausführungsbeispiels
des erfindungsgemäßen Lasersystems;
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3 – eine grafische
Darstellung der Verstärkung
und der Ausgangsleistung im Zeitverlauf.
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1 zeigt
in einer schematischen Skizze ein erstes Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen Lasersystems.
Dargestellt ist der einfachste Aufbau, ein linearer Laserresonator
mit einem hoch reflektierenden und teildurchlässigen Spiegel.
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Der
erfindungsgemäße Resonator
umfasst als laseraktives Medium eine laseraktive Scheibe 2, beispielsweise
ein plättchenförmiger Yb:YAG-Kristall.
Die Scheibe 2 ist mit der Rückseite, die auch als Spiegel
mit hoher Reflexion dient, an einer Kühleinrichtung 1 angeordnet.
Die Kühleinrichtung 1 ist
ein Kühlfinger
oder ein Peltierelement, wobei die Temperatur der Scheibe 2 auf
einem bestimmten Sollwert gehalten wird, dessen Abweichungen weniger
als etwa 0,1 °C
betragen. Der laseraktiven Scheibe 2 gegenüberliegend
angeordnet ist ein Auskoppelspiegel 3, sodass ein optisches
Strahlungsfeld 4 zwischen den beiden (End-)Spiegeln 2, 3 des
Resonators in sich abgebildet wird. Die Innenseite des Auskoppelspiegels 3,
d.h. die zur Resonator hingewandte Seite, ist leicht konkav gekrümmt, um
einen Laserbetrieb in einem Grundmode (TEM00)
zu erreichen, wobei der Durchmesser des Modenvolumens der laseraktiven Scheibe
durch die Größe eines Pumplichtflecks
definiert wird. Mit der Ziffer 5 wird das ausgekoppelte Strahlungsfeld,
also das mit dem Lasersystem erzeugte Laserlicht, bezeichnet.
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Die
laseraktive Scheibe 2 wird von einer geeigneten Anregungsquelle
angeregt, die der Übersicht
halber nicht dargestellt wird. Die Anregungsquelle oder Pumpeinrichtung
kann beispielsweise ein Diodenlaser sein, welcher ein in die Scheibe 2 einfallendes
Pumpstrahlungsfeld erzeugt, das vorzugsweise auf die laseraktive
Scheibe 2 fokussiert ist und dessen nicht absorbierter
Anteil mehrfach auf die gleiche Stelle der Scheibe refokussiert
wird.
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Die
Möglichkeit,
dass mehrere longitudinalen Moden im Verstärkungsprofil der laseraktiven
Scheibe 2 liegen und gleichzeitig oszillieren können, bzw. dass
zwar nur eine Mode oszilliert, aber durch eine Verschiebung der
relativen Lage von Verstärkungsprofil
und Resonatormoden die Laseremission zu einer anderen Mode „springen" kann, ist für viele,
insbesondere spektroskopische, Anwendungen sehr störend. In
diesen Fällen
ist es zweckmäßig, die
Oszillation durch Wellenlängen
bzw. Moden selektierende Elemente im Resonator auf eine einzelne
Mode zu beschränken.
Damit nur eine Mode in dem Resonator anschwingt, also ein longitudinaler
Einmodenbetrieb sich aufbaut, sind in dem Strahlengang des optischen Strahlungsfeldes 4 mindestens
ein Etalon 6 und ein unter Brewsterwinkel stehendes, doppelt
brechendes Filter 7 (Lyot-Filter) vorgesehen, der auch
als Polarisator wirkt.
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Obwohl
in diesem Ausführungsbeispiel
der Resonator linear ausgebildet ist, ist auch ein anderer Aufbau
denkbar, beispielsweise gefaltet oder in einer geschlossenen geometrischen
Form, die als Ringresonator bezeichnet wird. Was den kontinuierlichen Einmodenbetrieb
betrifft, so sind Ringlaser mit nur in einer Richtung umlaufenden
Welle als vorteilhaft bekannt, weil das „spatial hole burning" in dem Verstärkungsmedium
vermieden werden kann. Allerdings erfordert dies die Verwendung
einer optischen Diode in dem Resonator und einen relativ komplexen
Aufbau. Scheibenlaser mit einer laseraktiven Scheibe, deren Rückseite
als Spiegel in dem Resonator wirkt, verhalten sich ähnlich vorteilhaft,
weil alle stationä ren Resonatormoden
bei Reflexion an einem Spiegel immer einen Wellenknoten aufweisen,
also an der Rückseite
der Scheibe sich hinsichtlich „spatial
hole burning" nicht
unterscheiden. Wenn es durch die vorteilhafte Verwendung einer möglichst
dünnen
Scheibe mit einem möglichst
kleinen laseraktiven Volumen und einem angepassten kurzen Resonator
nicht direkt gelingt, den Betrieb in einer einzigen longitudinalen
Mode zu erzielen, kann dieser durch den Einsatz weniger modenselektierender
optischer Elemente in dem Resonator erreicht werden.
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Um
höhere
Spitzenleistungen des emittierten Laserlichts 5 im Pulsbetrieb
zu ermöglichen,
wird eine Gütemodulation
(Q-switch) durchgeführt.
Dazu wird in dem Resonator ein Güteschalter 8,
beispielsweise ein akustooptischer Kristall, eingebracht, mit dem
die Verluste in dem Resonator und damit seine Güte zeitlich gesteuert werden
kann.
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Im
erfindungsgemäßen Fall
wird der Güteschalter
in einem gesperrten Zustand so betrieben, dass er für einen
geringen Anteil des optischen Strahlungsfeldes 4 durchlässig ist.
Abhängig
von der Pumpleistung der Anregungsquelle und der in der Wiederholzeit
zu erreichenden Verstärkung
wird der Anteil so eingestellt, dass es zu einem Anwachsen des optischen
Strahlungsfeldes 4 kommt, wenn die Verstärkung der
laseraktiven Scheibe 2 gerade ausreichend groß ist, um
die wesentlich durch den Güteschalter 8 verursachten
hohen Resonatorverluste zu kompensieren. Bei diesem viele Resonatorumlaufzeiten
dauernden Vorgang wird die Mode mit den geringsten Verlusten bevorzugt.
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Die
zeitliche Steuerung des Güteschalters 8 erfolgt
durch eine Ansteuerelektronik 9. Hinsichtlich der Art der
Kopplung des geringen Anteils 10 aus dem optischen Strahlungsfeld 4 wurde
im Zusammenhang mit den bisherigen Erläuterungen keine näheren Angaben
gemacht. Dieses vorteilhafte Ausführungsbeispiel sieht vor, dass
der Anteil 10 von einem Frontseitenreflex des Lyot-Filters 7 stammt,
das unter Brewsterwinkel in dem Strahlengang des optischen Strahlungsfeldes 4 steht.
Eine alternative oder ergänzende
Möglichkeit
für ein
optisches Signal 10 für
einen Detektor 11 ist jeder Reflex von anderen optischen
Komponenten in dem Resonator oder ein kleiner Teil des ausgekoppelten
Laserstrahls 5.
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Der
Detektor 11 wandelt das empfangende optische Signal 10 in
einen elektronischen Triggerimpuls 12 um, der an die Ansteuerelektronik 9 weitergeleitet
wird. Diese verarbeitet den elektronischen Triggerimpuls 12 und
schaltet den Güteschalter 8 durch Veränderung
eines Steuersignals 13 frei. Mit anderen Worten, bei Erreichen
eines bestimmten Schwellenwertes des optischen Signals 10,
also bei einem bestimmten Schwellenwert der Verstärkung in
dem Resonator, wird der wie vorstehend beschrieben gesperrte Güteschalter 8 vollständig geöffnet. Dann wird
das zuvor bereits langsam angewachsene optische Strahlungsfeld 4 mit
geringen Verlusten rückgekoppelt
und so effizient bei jedem Durchgang durch die laseraktive Scheibe 2 zu
einem Riesenimpuls verstärkt.
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Obwohl
das in dem linearen Resonator umlaufende intensive Strahlungsfeld
eine linear polarisierte Welle bildet, die in Schwingungsknoten
keine Verstärkung
erfährt
und deshalb zu „spatial
hole burning" in
dem Verstärkungsmedium
führt,
wird über die
gesamte Pulsdauer keine andere Mode soweit begünstigt, dass sie mit der zu
Beginn des Pulses vorhandenen einzelnen Mode konkurrieren kann, wenn
eine dünne
Scheibe verwendet wird. Zum Beispiel hat sich eine Scheibendicke
von 250 μm
als hinreichend dünn
erwiesen. Bei einer Laserwellenlänge von
etwa 1 μm
entspricht dies etwa 500 Knoten. Das erfordert bereits im cw-Betrieb
eine sorgfältige
Auswahl der die Wellenlänge
bzw. Moden selektierenden optischen Elemente, eine präzise Justage
und einen thermisch stabilen gekapselten Resonatoraufbau, insbesondere
bei einer Resonatorlänge
von etwa 500 mm. Mit dem vorgestellten Verfahren zur Güteschaltung
kann die in dem Dauerstrichbetrieb erreichte spektrale Qualität mit einer
einzigen longitudinalen Mode auch im Pulsbetrieb erhalten werden.
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In
der 2 ist ein zweites Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen Laserverstärkersystems
in einer schematischen Skizze dargestellt, das im Vergleich zum
ersten Beispiel aus 1 erweitert ist. Gleiche und
gleichwirkende Teile sind mit denselben Bezugsziffern versehen und
deren Erklärungen werden
zur Vermeidung unnötiger
Wiederholungen an dieser Stelle weggelassen.
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Der
Vorteil der Erweiterung besteht in einer Verminderung der hohen
Anforderungen an die Präzision
der Justage und die Stabilität
des Aufbaus hinsichtlich der Einhaltung der optimalen Resonanzbedingung.
Die Randbedingung einer stehenden Welle in dem Resonator schränkt das
mögliche
Frequenzspektrum des Strahlungsfeldes 4 auf diskrete Werte ein.
Longitudinale Resonatormoden sind nur möglich, wenn die optische Weglänge in dem
Resonator zwischen den beiden Spiegeln 2, 3 ein
ganzzahliges Vielfaches der halben Wellenlänge (λ/2) beträgt. Ein optimaler Betrieb erfordert,
dass eine solche Wellenlänge
mit dem Maximum des Verstärkungsspektrums der
laseraktiven Scheibe übereinstimmt,
wobei dieses mit der wellenlängenabhängigen Transmission der
modenselektierenden optischen Elemente in dem Resonator moduliert
ist. Dabei ist die genaue Übereinstimmung
der Frequenz einer Resonatormode mit einem Transmissionsmaximum
des Etalons mit dem kleinsten freien Spektralbereich die bekannte „Achillesferse" des Resonatoraufbaus.
Eine typische optische Länge
des Resonator von etwa 500 mm bedeutet nämlich, dass benachbarte Moden
sich nur um ein ppm in ihrer Frequenz unterscheiden. Soll während einer
längeren
Betriebszeit ein Modensprung des Lasers sicher verhindert werden,
muss die relative Frequenzveränderung
von Etalon- und Resonatormode kleiner als 10-7 sein.
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Um
dies zu erreichen, erfasst der Photo-Detektor 11 zusätzlich die
Intensität
des optischen Signals 10 und erzeugt ein von der Intensität bzw. Energie
abhängiges
elektronisches Signal 14, das an eine zweite Ansteuerelektronik
gesendet wird. Wenn die Resonatorlänge optimal auf die Emissionsfrequenz eingestellt
ist, erreicht die Intensität
des optischen Signals 10 den größten Wert. Dementsprechend
verarbeitet die zweite Ansteuerelektronik 15 das empfangene
elektronische Signal 14 und erzeugt ein Stellsignal 16,
um eine Stellvorrichtung 17 anzusteuern. In diesem Ausführungsbeispiel
ist die Stellvorrichtung 17 an dem Auskoppelspiegel 3 angeordnet,
um diesen zu verschieben, damit das maximale Signal und damit ein
stabiler Einmodenbetrieb beibehalten wird. Eine die Resona torlänge verändernde
Stellvorrichtung 17 ist bevorzugt mit einem Piezo-Element
realisiert. Aber jede andere feinjustierbare Verstelleinrichtung
für die
optische Länge
des Resonators kann alternativ verwendet werden. Ohne Veränderung
des Funktionsprinzips kann die erforderliche Übereinstimmung beispielsweise
auch durch Anpassung der Temperatur der laseraktiven Scheibe 2 und/oder
der Temperatur oder Verkippung des Etalons erreicht werden.
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3 ist
eine grafische Wiedergabe der Verstärkung und der Ausgangsleistung
des Lasersystems aus den 1 und 2 im Zeitverlauf,
um das Prinzip der Güteschaltung
zu erläutern.
In diesem Graf zeigt die Linie 18 den zeitlichen Verlauf
der Verstärkung
innerhalb der laseraktiven Scheibe. Der zeitliche Verlauf der Ausgangsleistung
des Lasersystems wird mit der Linie 19 wiedergegeben. Für beide grafischen
Linien 18, 19 ist die Abszisse die Zeitachse.
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Damit
es in dem Lasersystem tatsächlich
zu einem Anschwingen einer Resonatormode kommt, muss ein entsprechendes
kleines optisches Strahlungsfeld 4 beim Durchlaufen der
Scheibe 2 eine Verstärkung
erfahren, die mindestens die Resonatorverluste ausgleicht. Solange
der Güteschalter 8 (aus den 1, 2)
sperrt, führt
ein konstantes optisches Pumpen durch die Anregungsquelle zu einem Anstieg
der Verstärkung 18 in
der laseraktiven Scheibe 2. Im Gegensatz zu einer üblichen
Güteschaltung sind
bei dem erfindungsgemäßen Lasersystem
die Verluste des gesperrten Güteschalters
nur so hoch eingestellt, dass ab einem Zeitpunkt t0 die
Verstärkung
die Verluste übersteigt,
zuerst für
die Mode, die durch die modenselektierenden optischen Elemente im
Resonator begünstigt
wird. Die geringe Netto-Verstärkung
führt zu
einem Anschwingen dieser Mode. Zum Zeitpunkt t, überschreitet das ansteigende
Signal der Verstärkung,
das von dem Photo-Detektor 11 (1, 2)
erfasst wird, erstmalig eine Triggerschwelle s1.
Der Güteschalter
wird daraufhin für
eine kurze Zeit freigeschaltet. Die Verluste in dem Resonator sinken
sehr schnell ab und die dann voll wirksame Verstärkung führt zum Aufbau eines großen Impulses
aus der vorhandenen Mode. Dadurch wird die Inversion der laseraktiven
Scheibe 2 abgebaut und die Verstärkung sinkt unter den Wert,
der für
die Selbsterregung notwendig ist. Dann schaltet die Steuereinrichtung 9 (1, 2)
den Güteschalter 8 erneut
in den gesperrten Zustand.