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BEREICH DER
ERFINDUNG
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Die
vorliegende Erfindung betrifft ein Füllrohr für eine Formgießmaschine.
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HINTERGRUND
DER ERFINDUNG
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Bei
bestimmten Formgießmaschinen
ist die zu vergießende
Metall- oder Legierungsschmelze in einem Behälter gehalten. Ein Füllrohr erstreckt
sich von unterhalb der Oberfläche
der Metall- oder Legierungsschmelze zu einem Formhohlraum. Wenn
ein Gas-(z.B. Luft-)druck für
eine Zeit auf die Metall- oder Legierungsschmelze in dem Behälter aufgebracht wird,
wird die Metall- oder Legierungsschmelze durch das Füllrohr in
den Formhohlraum gedrückt,
in einer Menge, mit der der Formhohlraum gefüllt wird. Bei einer automatisierten
Formgießmaschine
wird die Gasdruckbeaufschlagung der Metall- oder Legierungsschmelze
in dem Behälter
so gesteuert, dass periodisch eine Menge der Metall- oder Legierungsschmelze
von dem Behälter
in den Formhohlraum eingeführt
wird.
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Automatisierte
Formgießmaschinen
verwenden ein gasdurchlässiges
Keramikfüllrohr,
um die Metall- oder Legierungsschmelze von dem Behälter zu
den Formen, welche zwischen sich den Formhohlraum bilden, zu befördern. Die
Verwendung eines gasdurchlässigen
Keramikfüllrohrs
ist nachteilig, weil unter Druck stehende Umgebungsluft (oder ein
anderes Druckgas) durch die gasdurchlässige Wandung des Füllrohrs
hindurchtreten kann, derart, dass die Druckdifferenz, die erforderlich
ist, um die Metall- oder Legierungsschmelze durch das Füllrohr zu
dem Formhohlraum zu drücken,
nicht erzielt werden kann. Ferner kann Druckgas, welches durch die
Wandung des Füllrohrs
hindurchtritt, zu dem Formhohlraum gelangen, wo die Luft (das Gas)
in die Metall- oder Legierungsschmelze mit aufgenommen werden kann und
als Folge davon Fehler in dem Gussstück, welches in dem Formhohlraum
erstarrt, verursachen kann.
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Die
vorliegende Erfindung überwindet
diesen Nachteil durch Bereitstellen einer glasartigen Beschichtung
auf dem Keramikfüllrohr,
wobei die glasartige Beschichtung den Luftstrom durch die gasdurchlässige Wandung
des Füllrohrs
während
des Formgießens,
wenn die Metall- oder Legierungsschmelze in dem Behälter mit
Luftdruck beaufschlagt wird, reduzieren oder eliminieren kann.
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Bei
einer beispielhaften Ausführungsform der
Erfindung wird die glasartige Beschichtung hergestellt durch Mischen
von einer Glasfritte und deionisiertem Wasser in geeigneten Anteilen
und Beschichten einer Oberfläche
des Keramikfüllrohrs
mit der Mischung. Die Beschichtung auf dem Füllrohr wird dann gebrannt,
um die glasartige Beschichtung zu erzeugen, welche den Luftstrom
durch die gasdurchlässige
Wandung des Füllrohres
während
des Formgießens,
wenn die Metall- oder Legierungsschmelze in dem Behälter mit
Luftdruck beaufschlagt wird, reduziert oder eliminiert.
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Vorteile
der vorliegenden Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Detailbeschreibung
der Erfindung in Verbindung mit den folgenden Zeichnungen.
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BESCHREIBUNG
DER FIGUREN
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1 ist eine schematische
Schnittdarstellung eines Füllrohrs,
welches zwischen einem Haltebehälter
für eine
Metall- oder Legierungsschmelze und einem Paar von Formen, die zwischen
sich einen Formhohlraum definieren, angeordnet ist.
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2 ist eine vergrößerte Schnittdarstellung des
Füllrohres,
welche die glasartige Beschichtung auf der äußeren Oberfläche des
Füllrohres
zeigt.
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BESCHREIBUNG
DER ERFINDUNG
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Es
wird nun auf 1 Bezug
genommen, gemäß welcher
die vorliegende Erfindung ein Füllrohr 10 zur
Verwendung in einer Formgießmaschine bereitstellt.
Ein Ende 10a des Füllrohres 10 ist
in die Metall- oder Legierungsschmelze M in einem Schmelzehaltebehälter 20 getaucht,
während
das andere Ende 10b mit einem zwischen Formen 32, 34 gebildeten
Formhohlraum 30 via Durchlass 36 in der Form 32 verbunden
ist. Das Füllrohr 10 umfasst
einen inneren Durchlass 10c entlang seiner Länge zum Transport
einer Metall- oder Legierungsschmelze zwischen dem Schmelzehaltebehälter 20,
z.B. ein Tiegel, und dem Formhohlraum 30. Eine gasdruckbeaufschlagbare
Kammer C befindet sich oberhalb der Metall- oder Legierungsschmelze
in dem Behälter 20 und
kann gasdruckbeaufschlagt werden, derart, dass die Metall- oder
Legierungsschmelze M in dem Behälter 20 mit
Gasdruck beaufschlagt und aufwärts durch
das Füllrohr 10 in
den Formhohlraum 30 gedrückt wird. Beispielhaft und
ohne hierauf begrenzt zu sein, kann der Gasdruck Luftdruck umfassen,
den die Kammer C durch einen konventionellen Luftverdichter oder
Pumpe 40 über
eine Leitung 42 zwischen dem Verdichter und der Kammer
erhält.
Im Betrieb der Formgießmaschine
wird die Zeit der Gasdruckbeaufschlagung des Behälters 20 so gesteuert, dass
die Metall- oder Legierungsschmelze in dem Behälter periodisch druckbeaufschlagt
wird, um so aufeinanderfolgende Mengen der Metall- oder Legierungsschmelze
von dem Behälter
in den Formhohlraum 30 einzuführen, wie hinreichend bekannt.
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Beim
Niederdruckformgießen
von Aluminium und seinen Legierungen kann das Keramikfüllrohr 10 Zirconia
oder ein anderes geeignetes Keramikmaterial umfassen, welches gegen
das geschmolzene Aluminium und seine Legierungen resistent ist.
Andere Keramikmaterialien können
für das
Füllrohr 10 gewählt werden,
in Abhängigkeit
von der in eine Form zu vergießenden
Metall- oder Legierungsschmelze. Das Füllrohr 10 ist typisch
ein vorgeformtes monolithisches Rohr von geeigneter Gestalt und Abmessung
für den
durchzuführenden
Formgießvorgang.
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Gemäß einer
beispielhaften Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung wird das Keramikfüllrohr 10 in situ
mit einer glasartigen Beschichtung 11 überzogen, wie in den 1 und 2 gezeigt. Die glasartige Beschichtung 11 ist
so gewählt,
dass sie eine verminderte Gasdurchlässigkeit im Vergleich zu dem
Füllrohr 10 zeigt,
um so den Durchtritt oder die Infiltration eines Druckgases in dem
Behälter 10 durch
die gasdurchlässige
Wandung 10w in den Durchlass 10c des Füllrohrs 10 während des
Formgießens,
wenn die Metall- oder Legierungsschmelze in dem Behälter 10 mit
Gasdruck beaufschlagt wird, zu reduzieren oder zu eliminieren. Zu
diesem Zweck ist die glasartige Beschichtung 11 bevorzugt
im Wesentlichen gasundurchlässig
gegenüber
dem Druckgas in Kammer 35.
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Bei
einer beispielhaften Ausführungsform der
Erfindung wird die glasartige Beschichtung in situ auf dem Füllrohr gebildet
durch Mischen einer Glasfritte und eines Trägermittels, welches bevorzugt
deionisiertes Wasser umfasst, in geeigneten Mengen, zum Bilden einer
glasbildenden Mischung und Beschichten der Außenfläche des Keramikfüllrohrs 10 mit
der Mischung. Andere Trägermittel,
z.B. kolloidales Siliciumoxid, können
für die
Umsetzung der Erfindung verwendet werden, in Abhängigkeit von der für das Füllrohr 10 gewählten Keramik.
Die Außenfläche des
Füllrohrs 10 kann
beschichtet werden durch Tauchen des Füllrohrs 10 (dessen
offene Enden mit Stopfen verschlossen wurden) in die glasbildende Mischung
oder, alternativ, durch Aufbürsten,
Sprühen oder
eine andere Art des Aufbringens der glasbildenden Mischung auf die
Außenfläche des
Füllrohrs 10. Allgemein
kann die Außen-
und/oder die Innenfläche des
Füllrohrs 10 mit
der gleichen oder mit unterschiedlichen glasartigen Beschichtungen überzogen werden.
Die glasartige(n) Beschichtung(en) sollte(n) mit der durch das Füllrohr zu
vergießenden
Metall- oder Legierungsschmelze verträglich sein, um die jeweilige
zu vergießende
Metall- oder Legierungsschmelze nicht abträglich zu beeinflussen. Die
Beschichtung aus der glasbildenden Mischung auf dem Füllrohr wird
dann bei einer geeigneten Brenntemperatur gebrannt, um die glasartige
Beschichtung 11 zu erzeugen, welche den Durchtritt von
Gas durch die gasdurchlässige
Wandung 10b in den Füllrohrdurchlass 10a während des
Formgießens,
wenn die Metall- oder Legierungsschmelze in dem Schmelzehaltebehälter 20 mit
Gasdruck beaufschlagt wird, reduziert oder eliminiert.
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Beispielhaft
und ohne hierauf begrenzt zu sein, kann eine glasbildende Mischung,
welche zur Verwendung mit einem Zirconia-Füllrohr, welches in einer Niederdruck-Aluminiumformgießmaschine
verwendet wird, hergestellt werden durch Mischen von 4 Gewichtsteilen
einer kommerziell erhältlichen
Glasfritte mit 6 Gewichtsteilen deionisiertem Wasser. Eine geeignete
Glasfritte kann erhalten werden durch Mischen der Fritte Ferro 3225
und der Fritte Ferro 3226 der Fa. Ferro Corporation zu gleichen
Gewichtsteilen. Die resultierende Mischung weist eine chemische
Zusammensetzungen auf, umfassend ca. 58,75 % SiO2,
29,10 % B2O3, 4,60
% Al2O3, 3,75 %
MgO, 2,20 % Na2O und 1,60 % CaO, wobei die
Prozentangaben Gewichtsprozente sind. Die Glasfritte und das deionisierte
Wasser können
gemischt werden, indem zuerst geeignete Mengen jeder Komponente
ausgewogen werden, die Komponenten in einen Behälter gegeben werden und der
Behälter
geschüttelt
wird, um die Glasfritte in dem deionisierten Wasser zu dispergieren,
um die/das glasbildende Mischung oder Material zu bilden. Diese/s
glasbildende Mischung oder Material wird dann auf das Füllrohr 10 aufgebracht
durch Tauchen des Füllrohres
in die Mischung oder das Material, wobei die offenen Enden des Füllrohres 10 mit
Stopfen verschlossen sind, so dass die Innenfläche des Füllrohres nicht mit der Mischung beschichtet
wird. Das Füllrohr
wird für
eine Zeitspanne (z.B. 1 Sekunde; in der/dem glasbildenden Mischung
oder Material gehalten und dann entnommen und vor dem weiteren Handling
luftgetrocknet. Das getrocknete beschichtete Füllrohr 10 wird dann
in einen Ofen überführt und
bei einer Temperatur von 850 bis 1000 °C in Luft gebrannt, um die Glasfritte
zu einer in situ auf der Außenfläche des
Füllrohres 10 gebildeten,
im Wesentlichen gasundurchlässigen
glasartigen Beschichtung 11 zu verfestigen. Beispielhaft und
ohne hierauf begrenzt zu sein, kann ein getrocknetes beschichtetes
Zirconia-Füllrohr
auf 980 °C
erhitzt werden durch langsames Aufheizen mit 1°C/h, gefolgt von Halten bei
der Temperatur für
1 Stunde und langsames Abkühlen
auf Raumtemperatur mit 1°C/h.
Die gebrannte glasartige Beschichtung 11 weist typisch
eine Dicke von 0,001 bis 0,004 Inch auf, wobei jedoch auch andere
Beschichtungsdicken für die
Umsetzung der Erfindung Verwendung finden können.
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Für die Umsetzung
der Erfindung können
andere Glasfritten verwendet werden, die so gewählt sind, dass sie mit dem
jeweiligen Keramikmaterial, aus dem das Füllrohr 10 gebildet
ist, verträglich
sind. Das thermische Verhalten (z.B. der thermische Ausdehnungskoeffizient)
der glasartigen Beschichtung und des Füllrohrs sollten kompatibel
sein, um Rissbildung, Abplatzen oder andere Schäden an der Beschichtung während des
Einsatzes des Füllrohres 10 beim
Formgießen
zu vermeiden. Ferner können
andere Beschichtungstechniken zum Aufbringen der glasbildenden Mischung
auf das Füllrohr
und andere Brenntemperaturen und -zeiten verwendet werden, in Abhängigkeit
von der eingesetzten glasbildenden Mischung.
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Es
wird nun auf 1 Bezug
genommen, gemäß welcher
das Füllrohr 10,
welches die glasartige Beschichtung 11 trägt, zwischen
dem Haltebehälter 20 und
den Formen 32, 34 nach konventioneller Art angeordnet
ist, um die Metall- oder Legierungsschmelze in dem Behälter 20 zu
dem Formhohlraum 30 zu befördern, wenn die Kammer C gasdruckbeaufschlagt
wird. Beispielsweise geht man beim Niederdruckformgießen von
Aluminium und seinen Legierungen typisch so vor, dass die Kammer
C periodisch für
eine vorgegebene Zeit mit Luft druckbeaufschlagt wird, z.B. mit
11 psi oder einem anderen Druck über
Atmosphärendruck,
um eine gewünschte Menge
geschmolzenen Aluminiums oder einer Legierung desselben durch das
Füllrohr
zu dem Formhohlraum zu drücken.
Die glasartige Beschichtung 11 auf der äußeren und/oder inneren Oberfläche des Füllrohrs 10 reduziert
oder eliminiert den Durchtritt des Druckgases (z.B. Luft) in der
Kammer C durch die Wandung 10w in den Durchlass 10c des
Füllrohrs 10,
wodurch die erforderliche Druckdifferenz zum Drücken der Menge an geschmolzenem
Aluminium oder geschmolzener Legierung derselben in den Formhohlraum 30 bereitgestellt
wird. Ferner vermindert oder verhindert die glasartige Beschichtung 11, dass
das Druckgas in den Durchlass 10c eintritt und zu dem Formhohlraum 30 transportiert
wird, wodurch Gussfehler, welche auf Gas (Luft) in dem Formhohlraum 30 und/oder
in dem Gussstück,
welches in dem Formhohlraum 30 erstarrt, zurückzuführen sind,
reduziert oder eliminiert werden.
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Die
Erfindung wurde im Vorstehenden unter Bezugnahme auf gewisse Ausführungsformen
beschrieben; für
den Fachmann wird erkennbar sein, dass die Erfindung nicht auf diese
Ausführungsbeispiele
begrenzt ist, da Modifikationen, Änderungen und dergleichen hieran
vorgenommen werden können,
ohne den Bereich der Erfindung, wie er in den beigefügten Ansprüchen dargelegt
ist, zu verlassen.