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Differentialgetriebe Die Erfindung bezieht sich auf ein Differentialgetriebe,
dessen Differentialgehäuse in einem einen Ölsumpf enthaltenden Achsgehäuse angeordnet
und mit einer Pumpe versehen ist, welche das im Achsgehäuse enthaltene Öl ins Differentialgehäuse
hineinpumpt.
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Die bisher bekannten für Differentialgetriebe verwendeten Ölpumpen
waren Kolbenpumpen verschiedenster Bauart, die über Ventile ein Ölreservoir speisen,
welches einerseits zur Schmierung und andererseits gegebenenfalls auch zur Auslösung
einer Differentialsperre verwendet werden kann.
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Die Hauptaufgabe der Erfindung besteht darin, diese bisher für Differentialgetriebe
verwendeten Pumpen zu verbessern und durch eine wesentlich einfachere, weniger störanfällige,
billigere und ventillos arbeitende Anordnung zu ersetzen.
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Zur Lösung der vorgenannten Aufgabe wird erfindungsgemäß vorgeschlagen,
am Differentialgehäuse in den Ölsumpf hineinragende Schöpfkanäle vorzusehen, welche
das Öl aus dem Achsgehäuse herausschöpfen und im wesentlichen drucklos in das Innere
des Differentialgehäuses fördern. Die von Schöpfkanälen gebildete Pumpe ist vorzugsweise
zum Zwecke der Einstellung verdrehbar auf dem Differentialgehäuse gelagert und so
ausgebildet, daß bei beliebiger Drehrichtung des Differentialgehäuses von einem
Teil der Schöpfkanäle Öl aus dem Achsgehäuse in das Innere des Differentialgehäuses
gefördert wird.
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Gemäß einem weiteren Merkmal der Erfindung wird mit dem zum Differentialgehäuse
gelieferten Öl eine im Differentialgehäuse angeordnete hydraulische Differentialsperre
betätigt, deren Öleinlaßöffnung und -auslaßöffnung in einer einstellbar im Differentialgehäuse
gelagerten Platte angeordnet sind. Hierbei dient vorzugsweise ein dichtend in das
Differentialgehäuse eingesetzter und neben der Platte angeordneter Kolben, welcher
mit dem von der hydraulischen Differentialsperre unter Druck gesetzten Öl beaufschlagt
werden kann, dazu, die Platte in die Sperrstellung zu drücken.
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In den Zeichnungen sind verschiedene Ausführungsformen des Erfindungsgegenstandes
dargestellt. Es zeigt Fig. 1 einen Querschnitt eines Differentialgetriebes mit einer
Sperrvorrichtung und einer Pumpe in erfindungsgemäßer Ausführung, Fig. 2 einen Schnitt
nach 2-2 der Fig. 1, Fig. 3 einen Teilschnitt nach Linie 3-3 von Fig. 1, Fig. 4
einen teilweisen Schnitt des in Fig. 1 gezeichneten Differentialgetriebes mit dem
Mantelgehäuse, an welchem dieses angebracht ist, Fig. 5 einen teilweisen Schnitt
ähnlich der in Fig.1 gezeigten Ausführung, jedoch in etwas veränderter Form, Fig.6
eine Aufsicht auf die einstellbare Pumpvorrichtung, wie sie in Fig. 5 gezeigt ist,
Fig. 7 einen Schnitt durch die in Fig. 5 gezeigte Vorrichtung nach Linie 7-7, welche
die Pumpvorrichtung in ihrer einen Stellung zeigt, Fig. 8 einen Schnitt entsprechend
Fig. 7, in welcher die Pumpvorrichtung in ihrer anderen Stellung gezeigt wird, Fig.
9 einen Schnitt ähnlich Fig. 1, welche eine weitere Ausführungsform zeigt, Fig.
10 einen Schnitt der in Fig. 9 gezeigten Vorrichtung nach Linie 10-10, Fig. 11 einen
vergrößerten Schnitt der in Fig. 10 gezeigten Vorrichtung nach Linie 11-11, Fig.
12 einen Schnitt nach Linie 12-12 der in Fig. 9 gezeigten Vorrichtung mit dem Teil,
welcher die Ölversorgung regelt, in Förderstellung beim Umlauf des Gehäuses in einer
Richtung, Fig. 13 einen Schnitt der in Fig. 12 gezeigten Vorrichtung bei Umlauf
des Gehäuses in entgegengesetzter Richtung, Fig. 14 einen Schnitt nach 14-14 der
in Fig. 9 gezeigten Vorrichtung.
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In den Fig. 1 bis 4 ist ein Differentialgetriebe abgebildet, welches
im allgemeinen dem Grundtyp solcher Differentialgetriebe entspricht. Ein Differentialgehäuse
10 trägt einen Zahnkranz 11, der in der üblichen Weise durch ein Antriebszahnrad
12 angetrieben wird. An der einen Seite des Differentialgehäuses ist eine Welle
13 mit einem Seitenkegelrad 14 verkeilt und durch einen Ring 15 gegenüber dem Gehäuse
abgedichtet. Eine Trommel 16 und eine Abschlußplatte 17 sind mittels mehrerer Bolzen
18 und Muttern 19 an dem Gehäuse 10 befestigt. Ein Druckring 21 einer
hydraulischen
Sperrvorrichtung 22 ist durch Bolzen in einer bestimmten Lage gegenüber dem Gehäuse
10 an der Laufbuchse 16 befestigt. Eine Welle 23 ist auf der anderen Seite des Gehäuses
mit einem Seitenkegelrad 24 verkeilt, welches mit nach außen gerichteten Zähnen
25, in welche nach innen gerichtete Zähne des Rotors 26 der Sperrvorrichtung 22
eingreifen, mit letzterem fest verbunden ist. Der Rotor 26 hat eine Anzahl Nuten
27, in welchen Rippen oder Flügel 28 befestigt sind, die sich nach innen und außen
bewegen können. Jede Seitenfläche des Rotors 26 ist mit einer ringförmigen Nut 29
versehen, und in jeder derselben befindet sich eine Feder 31, die so angebracht
ist, daß sie mit den unteren Flügelteilen 23 im Eingriff steht, um so einen Anfangsdruck
aufrechtzuerhalten, welcher die Rippen gegen die Innenfläche des Druckringes 21
drückt. Die Feder ist vorzugsweise aus einem Kabel hergestellt, um welches in einem
sehr kleinen Anstellwinkel ein Federdraht herumgewunden ist. -Man erhält so eine
ringförmige Feder, welche bestrebt ist, eine kreisförmige Form anzunehmen. An der
Innenfläche des Druckringes 21 und des Rotors 26 befindet sich eine Platte 32, welche
mit sich gegenüberliegenden Eintrittsöffnungen 33 versehen ist. Zwischen diesen
Eintrittsöffnungen befinden sich ebenfalls sich gegenüberliegende Austrittsöffnungen
34. Die Platte 32 zeit an ihrem äußeren Rande sich gegenüberliegende kreisbogenförmige
Vertiefungen 35, in welchen sich ebenfalls sich gegenüberliegende Bolzen 36 befinden.
Die Länge dieser kreisbogenförmigen Vertiefungen beträgt 90°, und die Bolzen 36
begrenzen die Bewegung der Platte von einem zum anderen Ende der kreisbogenförmigen
Vertiefung um diese Strecke.
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Ein ringförmiger Kolben 37 liegt an der Innenfläche und an der äußeren
Kante der Platte 32. Der Kolben ist durch ein Paar Ringe 39 und 41. die sich in
einer Nut 38 in dem Differentialgehäuse 10 befinden, abgedichtet. Ein weiterer Ring
42 dichtet die Laufbuchse 16 gegenüber dem Innengehäuse 10 ab, und ein anderer Ring
43 übt einen Anfangsdruck auf die rückwärtige Fläche des Kolbens 37 aus, um ihn
auf die Platte 32 zu drücken. Es ist verständlich, daß auch noch andere Mittel außer
dem Ring 43 verwendet werden können, um diesen Anfangsdruck herzustellen. Die Innenfläche
des Kolbens 37 hat einen ringförmigen Spalt 4.4, welcher die Verbindung mit mehreren
Öffnungen 45 herstellt, die sich von den Austrittsöffnungen 34 her erstrecken. In
dem ringförmigen Kolben 37 verlaufen von der Nut 44 aus einige Öffnungen 46, durch
welche Öl unter Druck von der Austrittsöffnung 34 durch die Öffnung 45 zu der ringförmigen
Nut 44 und den Öffnungen 46 zum Boden des Zylinders 38 #edrückt wird, in welchem
sich der Kolben 37 befindet und von hier aus nach außen bewegt. Der Kolben 37 wird
durch den Öldruck, der auf seine Rückseite einwirkt, nach außen getrieben und preßt
die Platte 32 gegen die Innenseite des Druckringes 21 und gegen den Rotor 26, wobei
gleichzeitig jeder Öldurchtritt von der Sperrvorrichtung 22 auf ein Minimum reduziert
wird. i Das Öl an der Rückwand des Kolbens 37 wird durch eine Leitung zu einem Ventil
50 geführt, welches das Öl durchläßt, sofern der auf dieses Ventil ausgeübte Druck
einen vorher bestimmten Betrag erreicht. Das abgezweigte Öl wird in das Innere des
Differentialgehäuses durch eine Leitung 30 zurückgeführt, die gleichzeitig als Einfülleitung
dienen kann und durch einen Füllstutzen 20 verschlossen ist. Das Differentialgehäuse
ist, wie aus Fig. 4 ersichtlich, innerhalb des Achsgehäuses angebracht und wird
von dem üblicherweise in letzterem befindlichen Öl versorgt. Deswegen ist das Differentialgehäuse
10 durchbohrt, wodurch Leitungen 48, 49 geschaffen sind, welche das Öl aus dem Ölsumpf
des Gehäuses schöpfen und es durch die Leitungen 48 und 49 und durch die Öffnungen
51 in das Differentialgehäuse 10 drücken. Dadurch werden Getriebe und Lager in dem
Gehäuse und auch die Eintrittsleitungen 33 der Platte 32 zwangläufig mit Öl versorgt.
Diese zwangläufige Ölversorgung des Gehäuseinnenraumes gewährt eine ständige Schmierung
der Zahnräder und Lager, gleichgültig, ob die Sperre das Differential blockiert
oder nicht. Dieser in dem Gehäuse herrschende zwangläufige Ölkreislauf ist jedoch
um die hydraulische Sperrvorrichtung 22 mit Öl zu versorgen. wenn ein Minimum an
Öl in dein Achsgehäuse 47 des Differentialgetriebes vorhanden ist.
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Die in Fig. 1 bis 4 gezeigte Pumpe ist eine Einwegepumpe, die einen
Ölfluß nur erzeugt, wenn sich das Fahrzeug vorwärts bewegt. Diese Pumpe ist für
Personen- und andere Straßenfahrzeuge, welche nur selten rückwärts fahren, ausreichend.
Um die Sperrvorrichtung zu betätigen und um während der kurzen Zeitabschnitte, in
welchen das Fahrzeug rückwärts fährt, eine ausreichende Schmierung zu gewährleisten,
wird immer noch ausreichend Öl vorhanden sein. All dein Ende des Differentialgehäuses
10 sind zwei Vertiefungen 9 vorgesehen, in welche die Klauen eine Werkzeuges eingreifen
können, um unter Kraftamwendung das Lager 8 abzumontieren.
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In Fig. 5 bis 8 ist eine Pumpe gezeigt. die sowohl während der Rückwärtsbewegung
wie auch bei der Vorwärtsbewegung eines Fahrzeugs arbeitet. Sie sichert bei beiden
Beweglingsrichtungen eine Ölversorgung, so daß genügend Öl vorhanden ist, wenn sich
das Fahrzeug für längere Zeit ununterbrochen vorwärts oder rückwärts bewegt. Das
Differentialgehäuse 55 hat einen zylindrischen Teil 56, auf welchem sich eine Pumpe
57 befindet, die sich relativ dazu drehen kann. Sie wird durch einen Sprengring
58 gesichert, 59 an dein vorderen Teil res Differentialgehäuses befindet. Die Pumpe
57 hat ein Paar gegenüberliegender Aussparungen 61. Am Boden dieser Aussparungen
befindet sich in einer weiteren Vertiefung 62 ein Bolzen 63, welcher fest mit dem
Gehäuse verbunden ist. Dieser Bolzen begrenzt die Bewegung der Pumpe 57 auf dein
zylindrischen Teil_ 56 des Gehäuses in eineng bestinnnten Winkel. Ein Paar gleicher
Leitungen 64 erstreckt sich von der einen Seite der Aussparungen 61 durch die Pumpe
57. Ein zweites Paar gleicher Leitungen 65 erstreckt siele von der gegenüberliegenden
Seite der Aussparung 61 in der Pumpe, befindet sich aber in einer anderen Ebene
als die Leitungen 64. Die Leitun"en 64 führen dann Öl, wenn das Differentialgehäuse
sich in der einen Richtung dreht, während die Leitungen 65 Öl führen, wenn sich
das Gehäuse in entgegengesetzter Richtung dreht. Zwei weitere Leitungen 66 sind
in dem Innengehäuse in der Ebene der Leitungen 64 vorgesehen und stehen lnit letzteren
in Verbindung, sofern sie sich in der in Fig. 8 gezeigten Lage befinden. Die Leitung
wird geschlossen, wenn sich das Innengehäuse, wie es in Fig. 7 gezeigt ist, in entgegengesetzter
Richtung dreht. Zwei weitere Leitungen 67 sind in der gleichen Ebene mit den Leitungen
65 vorgesehen und stehen mit diesen in Verbindung und fördern Öl, wenn sie sich
in der in Fig. 7 gezeigten Lage befinden. Diese Leitung wird geschlossen, wenn das
Gehäuse, wie in Fig. 8 gezeigt, in entgegengesetzter Richtung bewegt wird. Die Leitungen
66
und 6'l sind mit Öffnungen 68 im Differentialgehäuse verbunden, und durch diese
wird das Öl direkt in das Innere des Gehäuses gepumpt; die Getriebeteile, Lager
und die hydraulische Sperrvorrichtung, welche sich alle in dem Innengehäuse befinden,
werden so mit Öl versorgt. Dreht sich das Gehäuse entgegen dem Uhrzeigersinn, wie
es in Fig. 7 gezeigt ist, so liegt der Bolzen 63 am Ende der Einkerbung 62 und der
Einflußöffnung 64 benachbart. Hierdurch wird die Leitung 65 mit dem Ölsumpf verbunden.
Das Öl wird durch die Leitungen 65 und 67 in die Öffnung 68 und in das Innengehäuse
gepumpt, wo es so lange bleibt, bis die Leitung 66 durch die Leitung 64 abgesperrt
wird. Dreht sich das Gehäuse in Uhrzeigerrichtung, wie es in Fig. 8 gezeigt ist,
so bewegt sich der Bolzen 53 in die entgegengesetzte Richtung zum anderen Ende der
Einkerbung 62, welche an der Leitung 35 liegt, wodurch die Leitung 64 mit dem Ölsumpf
des Achsgehäuses verbunden wird. Die Leitungen 64. sind mit den Leitungen 66 verbunden,
und das Öl wird durch diese und durch die Öffnung 68 in das Differentialgehäuse
gepumpt, wo es so lange bleibt, bis die Leitungen 65 von den Leitungen 67 getrennt
werden. Es ist also in jeder Bewegungsrichtung des Fahrzeuges eine zwangläufige
Ölversorgung gegeben, wodurch das Differentialgehäuse, die Lager und das Getriebe
in demselben geschmiert und die Sperre 22 bei Betätigung mit Öl versorgt wird. Die
zwangläufige Ölversorgung der Lager und des Getriebes innerhalb des Differentialgehäuses
benötigt nur ein Minimum an Öl im Achsgehäuse und gewährleistet eine ausreichende
Schmierung zu jeder Zeit, während bisher oft die Ölversorgung bei hohen Fahrzeuggeschwindigkeiten
unterbrochen wurde. In Fig. 9 bis 14 ist eine Lastwagenachse abgebildet. Die in
Fig.9 gezeigte Vorrichtung wird durch eine benachbarte Einheit entweder über ein
sich schnell drehendes oder ein sich langsam drehendes Getrieberad 71 bzw. 72 angetrieben.
Diese beiden Zahnkränze sind gegeneinander und gegenüber einem Differentialgehäuse
73 durch mehrere Schraubenbolzen 74 befestigt. Das Differentialgehäuse trägt ein
vierarmiges Tragkreuz 75, dessen jeder Arm ein Kegelrad aufweist. Diese Kegelräder
kämmen ein Paar Seitenkegelräder 77, 78, die mit nach innen weisenden Zähnen 79
und Zähnen 81 an der Welle 82 befestigt sind. Das Seitenkegelrad 78 ist mit nach
außen gerichteten Zähnen 83 über die nach innen gerichteten Zähne 84 eines zur hydraulischen
Sperrvorrichtung 86 gehörenden Rotors 85 verbunden. Der Rotor 85 läuft innerhalb
eines Druckringes 87, der eine abgeflachte Bohrung 88 aufweist. Durch die Abflachung
werden zwei sich gegenüberliegende Druckflächen 89 gebildet. An der Innenfläche
des Rotors 85 sowie an dem Druckring 87 ist eine begrenzt drehbare Platte 91 vorgesehen.
Diese Platte 91 hat zwei durchgeführte Zuflußleitungen 92, durch welche Öl aus dem
Innern des Differentialgehäuses zu den Druckflächen geleitet wird. Die Platte 91
hat nach außen weisende Flansche 93 mit sich gegenüberliegenden Aussparungen 94,
welche sich gegenüberliegende Bolzen 95 aufnehmen. Die Bolzen dienen dazu, die Platte
91 in eine derartige Stellung zu bringen, daß die Zuflußöffnungen 92 mit dem Zufluß
der Druckfläche 89 bei jeder Drehrichtung des Gehäuses 73 übereinstimmen.
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Fig. 10 zeigt die Platte 91, wenn durch die relative Drehung zwischen
Druckring und Rotor die Bolzen 95 gegen das vordere Ende der ausgesparten Fläche
bewegt werden und so die Zuflußöffnung 92 mit dem Zuflußende der Kompressionsfläche
89 verbinden. Ist die relative Drehung entgegengerichtet, so liegen die Bolzen 95
jetzt am entgegengesetzten Ende der ausgesparten Flächen 94 und verbinden die Zuflußöffnung
Zufluß der Druckfläche 89, da ja der Pumpvorgang in entgegengesetzter Richtung der
relativen Drehung erfolgt. Bei der in jeder Richtung vonstatten gehenden relativen
Drehung wird das Öl an der entgegengesetzten Seite - oder üblicherweise als Abflußseite
bezeichneten Ende der Druckfläche 89 - durch Rinnen oder Einkerbungen 97, welche
sich auf der Oberfläche der Platte 91 befinden, zu Rückschlagkugelventilen 96 geführt.
Die Einkerbungen 97 liegen auf der Oberfläche der Platte 91 sich gegenüber, und
die vier Rückschlagkugelventile 96 sind paarweise mit je zwei Einkerbungen 97 verbunden,
je nach Lage der Platte 91 zu dem Differentialgehäuse 73. Der sich zwischen dem
Rotor 85 und dem Druckring 87 in den Kompressionsflächen 89 einstellende Druck wird
durch den Druck der Ventilkugeln geregelt. Hierdurch kann auch der prozentuale Grad
der Verblockung zwischen Welle und Differentialgehäuse geregelt werden. Es muß aber
hier bemerkt werden, daß es nicht wünschenswert ist, die Sperrvorrichtung 86 hundertprozentig
wirken zu lassen. Die Belastung des Differentialgetriebes und der Welle wäre in
diesem Falle zu groß bemessen. Die Sperrwirkung soll je nach Konstruktion und Anwendungsmöglichkeit
zwischen 30 und 70°/o betragen.
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Das in Fig. 11 abgebildete Rückschlagkugelventil besteht aus einer
Kugel 98 und einer Feder 99, welche bemüht ist, die Kugel auf ihren Sitz 101 zu
drücken. Das entgegengesetzte Ende der Feder stützt sich auf einen Anschlag 102.
Dieser Anschlag 102 liegt an einer Schraube 103, die in einer Schraubfassung 104
einstellbar angebracht ist. Erreicht das Öl den gewünschten Druck, so wird die Kugel
aus ihrem Sitz gehoben; das Öl fließt an der Feder vorbei, durch die Leitung 105
und in eine ringförmige Nut 106. Das derart in diese Öffnung 106 abgeleitete Öl
läuft durch mehrere Leitungen 107 zurück in das Innere des Gehäuses 73. Die ringförmig
umlaufende Nut 106 liegt an der Schulterfläche des langsam umlaufenden Zahnkranzes
72; von hier führt die Leitung 107 durch das Getriebe. Die Rotorfläche hat radial
verlaufende Schlitze 108, in welchen sich mehrere nach außen bewegliche Rippen oder
Flügel 109 befinden. Eine ringförmige Feder 111 befindet sich in ringförmigen Nuten
112 gegenüber der Rotorfläche und steht mit den nach innen weisenden Enden der Flügel
im Eingriff und drückt diese gegen die Oberfläche der abgeflachten Bohrung 88 nach
außen. Das sich in den Nuten 112 unter Druck befindliche Öl läuft in Öffnungen 113,
die sich am Boden der Schlitze 108 befinden, und drückt die Flügel gegen die Oberfläche
der abgeflachten Bohrung 88. Die Außenflächen des Rotors 85 und des Ringes °87 werden
durch eine Platte 114 eingeschlossen. Diese Platte 114 ist durch Buchsen 115 und
Schrauben 116 mit dem Druckring 87 fest verbunden. Die Buchsen 115 verstärken zusätzlich
die Verbindung der Platte im Hinblick auf die geringe Größe der Schrauben 116.
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Um Öl aus dem umgebenden Achsgehäuse, welches hier nicht gezeigt ist,
aber dem Achsgehäuse 47 der Fig.4 und 5 gleicht, in das Innere des Differentialgehäuses
zu pumpen, ist ein ringförmiger Teil 117 zwischen dem Zahnkranz 71 und 72 an dem
Differentialgehäuse 73 angebracht. Das Teil 117 hat ein Paar nebeneinanderliegender
Leitungen 118 und 119. Die eine der Leitungen fördert Öl aus dem Ölsumpf
des äußeren Achsgehäuses und leitet dieses Öl in das
Innere des
Differentialgehäuses, wenn es sich in der einen Richtung dreht; die andere Leitung
wird nicht benutzt, und erst wenn sich das Differentialgehäuse in entgegengesetzter
Richtung dreht, wird die erste Leitung stillgelegt und die zweite zur Ölförderung
herangezogen.
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Fig. 12 zeigt beispielsweise die Drehung des Differentialgehäuses
im Uhrzeigersinn. Ein Bolzen 121 ist mit einem Block 122 im Anschlag und dreht den
Teil 117 in Uhrzeigerrichtung. Das Öl tritt nun durch den Schlitz 123 in die Leitung
118, durchläuft diese Leitung, bis es an der anderen Seite des Blockes 122 durch
eine Öffnung 124 in die Leitung 125 nach innen strömt und in das Innere des Innengehäuses
geleitet wird. Dreht sich das Differentialgehäuse 73 entgegengesetzt dem Uhrzeiger,
so bewegt sich der Bolzen 121 und berührt den Anschlag 126, wodurch der Teil 117
entgegen dem Uhrzeiger gedreht wird. Bei dieser, in Fig. 13 gezeigten Stellung schließt
der vorher erwähnte Block 122 die Leitung 125, wodurch das Öl in dem Differentialgehäuse
abgesperrt wird. Das zufließende Öl tritt durch die Öffnung 127 in die Leitung 119
und strömt durch die Öffnung 128 in die Leitung 129, welche mit dem Innern des Differentialgehäuses
73 verbunden ist. Die Leitung 129 wird durch einen weiteren Block 131, welcher dem
Block 122 gleicht, zugesperrt, wenn das Öl durch die Leitung 118 in die Leitung
125 strömt. Hierdurch wird das Öl zwangläufig bei jedweder Rotation des Differentialgehäuses
73 in das Innere des Differentialgehäuses entweder durch die Leitungen 125 oder
129 geführt, während die anderen Leitungen, um ein Herausströmen des Öls aus dem
Differentialgehäuse zu verhindern, geschlossen sind. Das in das Differentialgehäuse
gepumpte Öl schmiert die Kegelzahnräder 76, 77 und 78 sowie ihre Träger und gewährleistet
eine ausreichende Schmierung aller Lagerflächen. Es werden nicht nur sämtliche Teile
des Differentialgehäuses jederzeit ausreichend geschmiert, sondern es wird auch
dafür gesorgt, daß ein gewisser Ölvorrat für die Zuflußöffnungen 92 der Platte 91
vorhanden ist, um so die Druckflächen der Sperrvorrichtung 86 mit Öl zu versorgen
, wennn diese zusätzlich in dem Difierential-Betriebe verwendet wird. Man kann auch
verständlicherweise die Pumpvorrichtung 117 nur für die Versorgung des Innengehäuses
ohne hydraulische Sperrvorrichtung 86 verwenden. Es wird so Öl in das Differentialgehäuse
an die Getrieberäder und Lager gebracht, was eine ausreichende Schmierung zu jeder
Zeit gewährleistet.
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Das Trägerkreuz 75 hat in der Mitte eine Höhlung 131, in welcher sich
eine Druckvorrichtung 132 befindet. Diese Vorrichtung besteht aus zwei topfförmigen
Teilen 133 und 134, die vorzugsweise aus Bronze gefertigt sind und einen Flansch
135 aufweisen, welcher mit der flachen Innenfläche der Seitenkegelräder 77 und 78
im Eingriff steht. Ein zylindrischer Verdichtungskörper 136, welcher vorzugsweise
aus einem Kunstkautschuk, beispielsweise Poly-2-chlor-1, 3-butadien, hergestellt
ist, hat zwei seitliche Dichtungsscheiben 137, welche vorzugsweise an diesem befestigt,
z. B. verklebt sind. Dieser Verdichtungskörper 136 befindet sich zwischen den topfförmigen
Teilen 133 und 134 unter einem gewissen Druck, welcher ausreichend ist, eine Kraft
von einigen hundert Kilogramm zwischen den Teilen 133 und 134 aufrechtzuerhalten.
Diese Teile dichten die Fläche um die Welle von dem in dem Differentialgehäuse befindlichen
Öl ab und sorgen für einen Druck zwi@hen den Seitenkegelrädern. Dieser Druck preßt
die Platte 91 in einen abdichtenden Eingriff mit der Innenfläche des Rotors 85 und
des Ringes 87.
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An der rechten Seite des Differentialgehäuses 73 befindet sich ein
zylindrisches Ansatzstück, welches Lager 138 trägt. Die auf der anderen Seite befindliche
Platte 114 hat ein ähnliches zylindrisches Schulterstück 139, um ein ähnliches Lager
138 aufzunehmen. Um die druckausübende Vorrichtung 132 in denn Innern des Tragkreuzes
75 anzubringen, muß eine Kopfschraube mit einem langen Gewinde in eine Gewindebohrung
141 a, die sich in dem topfförmigen Teil 133 befindet eingeschraubt werden. Die
Schraube wird angezogen, um den Teil 136 anzudrücken, damit die und die anderen
Teile des Gehäuses zusammengebaut werden können. Anschließend wird die Schraube
entfernt. welcher Vorgang es der Spannkraft des gepreßten Zylinders 136 gestattet,
auf die Teile 133 und 134 eine entgegengesetzte Kraft auszuüben.
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Das Differentialgehäuse 73 besteht aus zwei Hälften 142 und 143 und
nimmt die Arme des Tragkreuzes 75 auf, hinter welchem vier Schrauben 143 die beiden
Hälften fest miteinander verbinden. Ein Paar Zylinderzapfen 144 gewährleisten ein
genaues Einpassen der beiden Hälften des Differentialgehäuses, bevor diese durch
die Schrauben fest verbunden werden.