DE1018849B - Verfahren zur Herstellung von Nitriersaeuren - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von NitriersaeurenInfo
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Description
DEUTSCHES
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Nitriersäuren. Unter der Bezeichnung
»Nitriersäuren« sind im Sinne dieser Beschreibung Gemische von Salpetersäure mit Schwefelsäure bzw.
Oleum zu verstehen, die sich zur Durchführung des Nitriervorganges eignen; zweckmäßig ist in diesen
Nitriersäuren neben der Salpeter- und Schwefelsäure eine gewisse Menge Schwefeltrioxyd vorhanden, das
nicht an Wasser gebunden ist.
In der britischen Patentschrift 524 531 ist ein einfaches direktes Herstellungsverfahren für Nitriersäuren
dieser Art beschrieben. Dieses Verfahren besteht darin, daß S O3 oder S O3-haltige Gase vorzugsweise
im Gegenstrom in einen Gaswäscher eingeleitet und in diesem in Salpetersäure oder in bereits dort
vorhandener Mischsäure absorbiert werden, wobei so gekühlt wird, daß keine salpetersäurehaltigen Dämpfe
entweichen.
Dieses Herstellungsverfahren besitzt jedoch den Nachteil, daß sehr stark gekühlt werden muß, da die
Reaktion von SO3 und HNO3 stark exotherm verläuft.
Man kann die erforderliche Kühlung in tragbaren Grenzen halten, indem man je zirkulierenden
Volumenteil Absorptionsflüssigkeit verhältnismäßig wenig SO3 absorbieren läßt.
Außerdem lassen sich in dieser Weise Nitriersäuren nur dann herstellen, wenn das zur Verfügung stehende
S O3 annähernd rein ist.
Kontaktgas, das aus 6 bis 8 Volumprozenten S O3
und aus Stickstoff und Sauerstoff besteht, ist für die Herstellung von Nitriersäure nach dem Verfahren der
britischen Patentschrift 524 531 nicht geeignet, da die vorhandenen Mengen an Stickstoff und Sauerstoff,
die nicht von der zirkulierenden, salpetersäurehaltigen Absorptionsflüssigkeit absorbiert werden können,
trotz guter Kühlung, HNO3-Dämpfe aus der Absorptionsflüssigkeit
abführen, wodurch ernsthafte Stickstoffverluste entstehen.
Obgleich es in der Beschreibung nicht eigens angegeben
ist, erschließt das Herstellungsverfahren der erwähnten Patentschrift doch die Möglichkeit, in dem
Kontaktgas vorhandenes S O3 in Mischsäure, die in einem Absorptionsturm zirkuliert, zu absorbieren. In
diesem Fall muß jedoch die zirkulierende Mischsäure eine sehr niedrige HNO3-Dampfspannung aufweisen;
dies trifft nur für Mischsäuren zu, die neben freiem SO3 verhältnismäßig wenig HNO3, beispielsweise
weniger als 20% HNO3, enthalten.
Der SO3-Gehalt einer derartigen Säure ist für
deren Verwendung als Nitriersäure zu hoch, da infolge des hoben S O3-Gehalts Nebenreaktionen, beispielsweise
Verkohlungs- oder Sulfonierungsreaktionen, auftreten können.
Falls man von derartigen, verhältnismäßig wenig Verfahren zur Herstellung
von Nitriersäuren
von Nitriersäuren
Anmelder:
Stamicarbon N. V., Heerlen (Niederlande)
Stamicarbon N. V., Heerlen (Niederlande)
Vertreter: Dr. F. Zumstein
und DipL-Chem. Dr. rer. nat. E. Assmann,
Patentanwälte, München 2, Bräuhausstr. 4
und DipL-Chem. Dr. rer. nat. E. Assmann,
Patentanwälte, München 2, Bräuhausstr. 4
Beanspruchte Priorität:
Niederlande vom 25. April 1952
Niederlande vom 25. April 1952
Leonardus Johannes Revallier, Geleen (Niederlande), ist als Erfinder genannt worden
H N O3-enthaltenden Mischsäuren ausgeht und durch
Zusatz konzentrierter Salpetersäure doch eine Nitriersäure herstellt, so wird bei dem Mischen dieser
Säuren ebenfalls eine sehr große Wärmemenge frei, was trotz guter Kühlung infolge einer Zersetzung der
Salpetersäure zu Stickstoffverlusten führt.
Es wurde nunmehr gefunden, daß man Nitriersäure mit einem H N Og-Gehalt von beispielsweise 30%
oder mehr, ohne daß hierbei Schwierigkeiten bezüglieh der Kühlung und der Zersetzung von Salpetersäure
eintreten, dadurch herstellen kann, daß man die an sich bekannte feste Mischsäure, die der Zusammensetzung
(NO2 +) (HS2O7"") entspricht, in konzentrierter
Salpetersäure löst.
Es zeigte sich, daß die beim Lösen dieser festen Kristalle in Salpetersäure frei werdende Reaktionswärme
zu einem großen Teil durch den Wärmebedarf ausgeglichen wird, der zu dem während des Lösens
erfolgenden Schmelzen der Kristalle erforderlich ist. Die folgenden Beispiele sollen die Erfindung näher
erläutern, ohne sie zu beschränken.
Eine Nitriersäure der Zusammensetzung 54% SO3, 45 Va HNO3 und 1% H0O wurde durch Lösen
von 80 kg kristallinem (NO2+) (HS2O7-) in 25 kg
98%iger HNO3 hergestellt. Während des Auflösungsvorganges
stieg die Temperatur von 20 auf 40° an. Eine Entwicklung von S O3-Dampf oder Zer-
709 759/402
Claims (1)
- setzung oder Verdampfung von Salpetersäure trat nicht auf. .Beispiel 2Eine Nitriersäure der Zusammensetzung 66% H2SO4 und 34% HNO3 wurde durch Lösen von 100 kg kristallinem (NO2+) (HS2O7-) in 31kg 53%iger Salpetersäure hergestellt. Während des Auflösungsvorganges, stieg die Temperatur bis auf 70° an. Auch hier fand keine Zersetzung der Salpetersäure statt.Wird dieselbe Nitriersäure hergestellt, indem man konzentrierter Salpetersäure allmählich Oleum zusetzt, z.B. 6Teile 60%iges Oleum und 4Teile 86%ige HNO3, so erfolgt sofort unter Entwicklung von S O3 und Salpetersäuredämpfen und einer starken Zersetzung der Salpetersäure ein sehr großer Temperaturanstieg.Patknta nsprüghVerfahren zur Herstellung von Nitriersäuren, dadurch gekennzeichnet, daß man die an sich bekannte kristalline Verbindung (NO2 +) (HS2O7-) in konzentrierter Salpetersäure löst.© 709 759/402 10.5T
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