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Flächenspachtel mit Versteifungsblech Gegenstand des Hauptpatents
949 723 ist eine Flächenspachtel zum Herstellen glatter und gleichmäßiger Überzugsschichten
aus Spachtelmasse auf ebenen Flächen. Sie besteht aus einem rechteckigen oder trapezförmigen
Blech, dem sogenannten Spachtelblatt, und hat einen länglichen Griff, in den das
Spachtelblatt eingesetzt ist. Die Arbeitskante des Spachtelblattes. die dem Griff
gegenüberliegt, ist gemäß der durch das Hauptpatent geschützten Erfindung nach außen
so schwach gekrümmt, daß zwischen den Enden der Arbeitskante und einer ebenen, zur
Längsmittellinie des Spachtelblattes senkrecht liegenden Auflagefläche ein Zwischenraum
von nur 1 bis 3 mm, vorzugsweise von 1 bis l'/2 mm, verbleibt. Bei einer bevorzugten
Ausführungsform der Spachtel nach dem Hauptpatent ist zur Querversteifung des verhältnismäßig
dünnen und biegsamen Spachtelblattes auf dessen Vorderseite ein Versteifungsblech
angebracht, das oben am Spachtelgriff befestigt ist und den unteren Teil des Spachtelblattes
frei läßt. Die zusätzliche Erfindung betrifft weitere Ausgestaltungen dieser. Flächenspachtel
mit Versteifungsblech.
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Durch die genannte Krümmung der Arbeitskante des Spachtelblattes hat
diese eine Form, durch die das Herstellen glatter und gleichmäßiger Spachtelüberzüge
auf ebenen Flächen bedeutend erleichtert wird, wie in der Beschreibung des Hauptpatents
eingehend dargelegt ist. Diese Erleichterung tritt dadurch ein, daß durch die Krümmung
der Arbeitskante beim Arbeiten mit der Spachtel das seitliche Ende dieser Kante,
das den Anschluß eines weiteren Schichtstreifens des herzustellenden Überzuges an
den zuletzt aufgebrachten Schichtstreifen herbeizuführen hat, entlastet über den
Rand des zuletzt aufgebrachten Streifens gleitet. Durch diese Entlastung wird in
einfacher Weise ein gleichmäßiger Überzug ohne Riefen-und Stufenbildung erhalten.
Die Form der Arbeitskante, durch die diese Entlastung gemäß dem Hauptpatent erreicht
wird, ist die arbeitsgerechte Form der Kante.
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Gemäß der Zusatzerfindung ist eine gleich vorteilhafte arbeitsgerechte
Form der Arbeitskante des Spachtelblattes beim Arbeiten mit der Spachtel auch bei
einem unten gerade geschnittenen Spachtelblatt wirksam. Es tritt hierbei eine Krümmung
der Arbeitskante dieses Blattes, die die erwähnte Entlastung bewirkt, im Gebrauch
der Spachtel durch ein erleichtertes Heraustreten des den Schichtanschluß herbeiführenden
Endes dieser Kante aus der Spachtelblattebene auf. Dies wird gemäß der Zusatzerfindung
durch die Verwendung eines Versteifungsbleches mit einer solchen Breite und/oder
Form seiner unteren Auflagekante erreicht, daß die versteifende Wirkung des Bleches
nur auf den mittleren größeren Teil des Spachtelblattes ausgeübt wird, während sie
an dessen Seiten entweder ganz fehlt oder wesentlich verringert ist.
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Es federt nunmehr von der Arbeitskante des Spachtelblattes das Ende,
das den Anschluß eines weiteren Schichtstreifens an den zuletzt aufgebrachten Streifen
herbeizuführen hat, bei dessen Aufliegen auf den Rand des letztgenannten Streifens
durch. Dabei nimmt die an sich gerade Arbeitskante beim Arbeiten in geneigter Lage
mit der Spachtel gemäß der zusätzlichen Erfindung von selbst die arbeitsgerechte
Form an, die in gleicher Weise wie beim Gegenstand des Hauptpatents zur erwähnten
Entlastung führt, bei der das Spachtelblatt außen ohne erheblichen Druck über den
Rand der bereits fertigen Schicht gleitet.
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Die Zeichnung veranschaulicht verschiedene Ausführungsbeispiele der
erfindungsgemäßen Flächenspachtel. Bei allen Ausführungsformen handelt es sich um
eine Spachtel mit einem elastischen, im wesentlichen rechteckigen Spachtelblatt
1 und einem ebenfalls elastischen, etwa rechteckigen Versteifungsblech 2. Am oberen
Ende der Spachtel befindet sich ein länglicher Griff 3, in dessen Längsschlitz 4
(Fig. 2) das Spachtelblatt 1 zusammen mit dem darauf liegenden Versteifungsblech
2 eingesetzt ist, die beide mit Schrauben 5 darin festgespannt sind. Bei allen dargestellten
Ausführungen ist durch die nachstehend jeweils näher angegebene Breite oder Form
des Versteifungsbleches 2 der mittlere größere Teil des elastischen Spachtelblattes
1 «leitgehend versteift, während
dessen Seiten durch das Blech nicht
oder erheblich weniger versteift sind. Daher kann das Spachtelblatt im Gebrauch
außen entsprechend durchfedern und nimmt hierbei im Gebrauch der Spachtel die arbeitsgerechte
Form an.
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Bei der Ausführung der Fig. 1 steht das Spachtelblatt 1 beiderseits
des Versteifungsbleches 2 über, wie dies an sich schon im Hauptpatent 949 723 angegeben
ist. Jedoch weist zur Erzielung der gewünschten Nachgiebigkeit der Seiten des Spachtelblattes
für ein Arbeiten mit der Spachtel gemäß der Zusatzerfindung das Versteifungsblech
2 nur eine solche Breite auf, daß an dessen beiden Seiten das Spachtelblatt mit
schmalen Längsstreifen 9 von mindestens 10 mm Breite übersteht. An diesen freien
Längsstreifen fehlt die versteifende Wirkung des Versteifungsbleches auf das Spachtelblatt,
während sie im mittleren größeren Teil dieses Blattes vorliegt. Sie kann dort dadurch
noch erhöht sein, daß der untere Rand des Versteifungsbleches 2 zur Erhöhung seiner
Quersteifigkeit als schmaler Querstreifen 10 nach dem Spachtelblatt 1 hin abgewinkelt
ist.
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Es genügt ein Überstehen des Spachtelblattes um mindestens 10 mm nur
seitlich der unteren Auflagekante 6 des Versteifungsbleches 2, wie dies Fig. 2 veranschaulicht.
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Bei der Ausführung der Fig. 2, die eine perspektivische Darstellung
zeigt, ist in gleicher Weise wie bei der der Fig. 1 der untere Rand 6 des Versteifungsbleches
2 zur Erhöhung von dessen Quersteifigkeit als schmaler Querstreifen 10 zum Spachtelblatt
1 hin abgewinkelt. Im Gegensatz zur Fig. 1 hat jedoch bei der Ausführung der Fig.
2 das Versteifungsblech oben die gleiche Breite wie das Spachtelblatt. Es wird hier
die erfindungsgemäße Wirkung durch mindestens 10 mm breite Ausschnitte 11 unten
an den beiden äußeren Enden des Versteifungsbleches 2 erreicht, so daß auch hier
das Spachtelblatt beiderseits der unteren Auflagekante 6 des Versteifungsbleches
um mindestens 10 mm übersteht.
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Die perspektivische Ansicht der Fig. 2 veranschaulicht die erfindungsgemäße
Flächenspachtel in ihrer geneigten Arbeitslage auf einer zu bearbeitenden Fläche.
Es ist durch Schraffuren der noch unbearbeitete Teil dieser Fläche dargestellt.
Der rechte, nicht schraffierte Teil 12 der Fläche seitlich dem rechten Ende
13 des Spachtelblattes 1 soll bereits fertig mit Spachtelmasse überzogen
sein. Weil am rechten Endteil 13 des Spachtelblattes 1 die Versteifung fehlt, wölbt
sich bei dessen Aufliegen auf den Rand der bereits fertigen Schicht .12 die Arbeitskante
14 des Spachtelblattes bei der gezeichneten Spachtelschräglage an ihrem Ende etwas
durch. Hierdurch entsteht die arbeitsgerechte Form dieser Kante, bei der sie außen
ohne erheblichen Druck über den Randteil der bereits fertigen Schicht 12 gleitet.
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In der Fig. 3, die einen senkrechten Schnitt entlang der Arbeitskante
14 des Spachtelblattes nach Linie III-III der Fig. 2 wiedergibt, ist das auf dem
Rande der fertigen Schicht 12 aufliegende Ende der Arbeitskante 14 des Spachtelblattes
1 und deren dortige Krümmung schematisch dargestellt.
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Die Fig. 4 zeigt eine Ausführung, bei der die unteren äußeren Enden
7 des Versteifungsbleches 2 zum Spachtelgriff 3 hin abgeschrägt sind. Es hat somit
die Arbeitskante 14 des Spachtelblattes 1 außen einen größeren Abstand von der unteren
Kante 6 des Versteifungsbleches als in der Mitte. Deshalb ist das Spachtelblatt
außen weniger als sein größerer mittlerer Teil versteift. Auch--hierdurch ergibt
sich im Gebrauch der Spachtel eine Krümmung der an sich vorher geradlinigen Arbeitskante
14 von der in Fig. 3 veranschaulichten Art. Anstatt der dargestellten Abschrägung
der unteren seitlichen Enden 7 des Versteifungsbleches 2 gemäß Fig. 4 können diese
Enden auch abgerundet sein.
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Bei der Ausführung der Fig. 5 sind die dortigen unteren seitlichen
Enden 8 des Versteifungsbleches 2 zur Bildung von seitlichen Zwischenräumen zwischen
dem Versteifungsblech 2 und dem Spachtelblatt 1 aus der Blechebene nach vorn herausgebogen,
so daß nur der größere mittlere Teil 16 der unteren Kante 6 des Versteifungsbleches
auf dem Spachtelblatt aufliegt. Fig. 6 zeigt die Spachtel der Fig. 5 in einer Seitenansicht
und Fig. 7 in einer Sicht in Richtung des Pfeiles A der Fig. 5, also in Richtung
der Blechebene. Aus den Fig. 6 und 7 sind die aus der Ebene des Versteifungsbleches
2 herausgebogenen seitlichen Enden '8 dieses Bleches deutlich zu erkennen.
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Bei der Ausführung der Fig. 4 und 5 kann zur Erhöhung der Quersteifigkeit
des Versteifungsbleches 2 nahe dessen unterem Rand eine aus ihm nach vorn herausgepreßte
Verstärkungsrippe 19 vorhanden sein, oder es kann dieser untere Rand in gleicher
Weise wie bei der Fig. 1 und 2 abgewinkelt oder abgebogen sein. Reicht, wie dies
in Fig.4 und 5 dargestellt ist, die Versteifungsrippe 19 nicht bis zum Rande des
Versteifungsbleches, so hat an diesem Rande das Blech eine größere Nachgiebigkeit.
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Bei allen dargestellten Ausführungsformen der Fig. 1 bis 7 sind die
Ausnehmungen im Versteifungsblech 2, durch die die Befestigungsschrauben 5 hindurchführen,
zu Langlöchern 15 erweitert, die senkrecht zum Spachtelgriff 3 verlaufen. Hierdurch
kann das Versteifungsblech 2 parallel zur Arbeitskante 14 des Spachtelblattes 1
verschoben und der Abstand` zwischen den beiden unteren Kanten 6 und 14 des Versteifungsbleches
und Spachtelblattes in gewissen Grenzen verändert werden. Dadurch ergibt sich die
Möglichkeit, die Steifigkeit des Spachtelblattes und insbesondere die seiner seitlichen
Randteile, deren Nachgiebigkeit erfindungsgemäß erhöht ist, in der gewünschten Weise
zur Erhöhung oder Verringerung des Druckes dieser Randteile auf den Rand des bereits
fertigen Schichtstreifens beim Anschluß des nächsten Schichtstreifens des aufzubringenden
Überzuges einzustellen.
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Bei den gezeigten Ausführungsformen der Fig. 1 bis 7 ist die Lage
des Versteifungsbleches 2' zum. Spachtelblatt 1 und die Ausgestaltung des Versteifungsbleches
vorzugsweise auf beiden Seiten die gleiche, also symmetrisch zur Spachtelmittellinie'.
Hierbei kann eine Bearbeitung der zu überziehenden Fläche von rechts oder links
her erfolgen. Die erfindungsgemäße Ausbildung kann jedoch auch auf nur einer Spachtelseite
vorhanden sein, mit der dann jeweils der- Anschluß eines aufzubringenden weiteren
Schichtstreifens an den zuletzt aufgebrachten Streifen' des Spachtelüberzuges herbeizuführen
ist.
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Bei der Ausführung gemäß der Fig.8, die jener der Fig. 1 entspricht,
liegt das Versteifungsblech 2 unsymmetrisch zur Spachtelmittellinie. Es befinden
sich bei dieser Ausführung im Versteifungsblech in Richtung des Griffes 3 verlaufende
Langlöcher 17, die... eine Verstellung dieses Bleches parallel zu den Seitenkanten
18 des Spachtelblattes ermöglichen. Hierdurch kann der Abstand der seitlichen Enden
der unteren Kante 6 des Versteifungsbleches 2 von der einen bzw. anderen Seitenkante
18 des Spachtelblattes 1 und^ damit die Nachgiebigkeit der Spachtelseite, die beim'
Spachteln
den Anschluß an den bereits fertigen Schichtstreifen herbeizuführen hat, eingestellt
werden.