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DE1017735B - Verfahren zur Gewinnung von normgerechtem Stadtgas - Google Patents

Verfahren zur Gewinnung von normgerechtem Stadtgas

Info

Publication number
DE1017735B
DE1017735B DER10877A DER0010877A DE1017735B DE 1017735 B DE1017735 B DE 1017735B DE R10877 A DER10877 A DE R10877A DE R0010877 A DER0010877 A DE R0010877A DE 1017735 B DE1017735 B DE 1017735B
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
gas
methanation
catalysts
catalyst
nickel
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Pending
Application number
DER10877A
Other languages
English (en)
Inventor
Franz Hanisch
Dr Walter Rottig
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Ruhrchemie AG
Original Assignee
Ruhrchemie AG
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Ruhrchemie AG filed Critical Ruhrchemie AG
Priority to DER10877A priority Critical patent/DE1017735B/de
Publication of DE1017735B publication Critical patent/DE1017735B/de
Pending legal-status Critical Current

Links

Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C10PETROLEUM, GAS OR COKE INDUSTRIES; TECHNICAL GASES CONTAINING CARBON MONOXIDE; FUELS; LUBRICANTS; PEAT
    • C10KPURIFYING OR MODIFYING THE CHEMICAL COMPOSITION OF COMBUSTIBLE GASES CONTAINING CARBON MONOXIDE
    • C10K3/00Modifying the chemical composition of combustible gases containing carbon monoxide to produce an improved fuel, e.g. one of different calorific value, which may be free from carbon monoxide
    • C10K3/02Modifying the chemical composition of combustible gases containing carbon monoxide to produce an improved fuel, e.g. one of different calorific value, which may be free from carbon monoxide by catalytic treatment
    • C10K3/04Modifying the chemical composition of combustible gases containing carbon monoxide to produce an improved fuel, e.g. one of different calorific value, which may be free from carbon monoxide by catalytic treatment reducing the carbon monoxide content, e.g. water-gas shift [WGS]

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Combustion & Propulsion (AREA)
  • Chemical Kinetics & Catalysis (AREA)
  • General Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Oil, Petroleum & Natural Gas (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Organic Low-Molecular-Weight Compounds And Preparation Thereof (AREA)

Description

  • Verfahren zur Gewinnung von normgerechtem Stadtgas Der Kohlenoxyd- und Kohlensäuregehalt technischer Gase läßt sich auf katalytischem Wege, vorzugsweise mit Nickelkatalysatoren, bekanntlich leicht zu Methan hydrieren, wenn ein mindestens der stöchiometrischen Menge -entsprechender Anteil an Wasserstoff im Gas vorhanden ist. Fein gereinigtes Koksgas oder Ferngas wird beispielsweise bei Normaldruck unter Verwendung von Nickel-Fällungskatalysatoren umgesetzt, die in Rohren fest angeordnet sind. Durch totale Hydrierung der vorhandenen Kohlenstoffoxyde zu Methan kann man hierbei Gase mit einem Heizwert von etwa 4500 WE/Nm3 auf einen Heizwert von 6500 bis 6800 WE/Nm3 bringen. Aber auch erheblich kohlenoxydreichere Gase, z. B. Wassergas, mit einem oberen Heizwert von etwa 2700 WE/Nm3 lassen sich ebenfalls bei Normaldruck mit fest angeordneten Katalysatoren unter Anwendung eines mehr oder weniger hohen Kreislaufes in einem Arbeitsgang bei reichlicher Dampfzugabe derart methanisieren, daß das behandelte Gas einen Heiz-%vert von ungefähr 4400 WE/Nm3 besitzt. Wasserstoffreiche Gase, z. B. aus der Druckvergasung mit einem C O : HZ-Verhältnis von z. B. 1 : 1,6, können bei erhöhtem Druck, z. B. bei etwa 20 kg/cm2, bei hohem Gaskreislauf ohne Verbendung von Kühlelementen bei annähernd 500° in Gase mit einem Heizwert von ungefähr 6200 WE/Nm3 übergeführt werden. Infolge der hohen Reaktionstemperaturen und wegen der fest angeordneten Katalysatoren müssen große Wasserdampfmengen zugesetzt werden, weil sonst infolge des hohen Kohlenoxydpartialdrucks eventuell eine Kohlenstoffabscheidung stattfindet, die zur Verstopfung der Katalysatorrohre führt (siehe z. B. Dent und Hebden: Gas World, Dezember 1949).
  • Neben der Herstellung möglichst methanreicber Gase bei weitgehendem Umsatz des vorhandenen Kohlenoxyds und geringem Restgehalt an Wasserstoff ist es in der modernen Gastechnik erwünscht, aus Gasen mit unterschiedlichen C O- und HZ-Gehalten mit möglichst geringen Kosten und einfachen Einrichtun, gen annähernd normgerechte Stadtgase mit entsprechendem Kohlenoxyd- und Wasserstoffgehalt und ausreichendem Heizwert bei normgerechter Dichte herzustellen. Derartige Stadtgase enthalten beispielsweise (Volumprozent) : 110/a C O, 49% H., und 240/0 CH¢ neben Kohlensäure und Stickstoff. Kohlenoxyd, Wasserstoff und Methan können jedoch auch höher oder tiefer liegen. Als Ausgangsmaterial werden weitgehend die Produkte der modernen Kohlevergasung verwendet, z. B. mit einem C O : HZ-Verhältnis um 1 : 1., aber auch noch kohlenoxydreichere oder wasserstoffreichere Gase, deren C O : H"-Verhältnis zwischen etwa 0,3 : 1 und 3 : 1 liegt.
  • Unter Benutzung der bisher üblichen Arbeitsweisen konnte man aus diesen Gasen bisher im allgemeinen nur dann normgerechte Gasgemische erhalten, wenn der eigentlichen Methanisierung ein »Beipaß« parallel geschaltet wird.. Hierbei wird z. B. nur ein Teil des zu verarbeitenden Gases zum Zwecke der totalen Umwandlung durch die Methanisierung geleitet, während der Rest des Ausgangsgases, der gegebenenfalls eine Konvertierung und Kohlensäurewäsche durchläuft, dem anderen Teilstrom nach dessen Methanisierung wieder zugemischt wird. Da das methanisierte Gas, z. B. bei kohlenoxydreichen Gasen, wobei mehr oder weniger große Mengen an CO, gebildet werden, häufig noch eine Ko$lensäurewäsche durchläuft, muP man unter diesen Umständen nicht nur mit einer Methanisierung und Konvertierung, sondern eventuell auch mit zwei getrennten Kohlensäurewäschen arbeiten, um ein normgerechtes Stadtgas oder andere technische Gase mit vorgeschriebenem C O : HZ-Verhältnis, Heizwert, Dichte usw. zu erhalten. Aber auch andere Verfahren sind bekanntgeworden, so soll z. B. unter Umständen bei kohlenoxydreichen Gasen eine Konvertierung und Kohlensäurewäsche zur Herstellung des erforderlichen C O : H.-Gehaltes vor der Methanisierung günstig sein.
  • Es wurde gefunden, daß die Gewinnung von normgerechtem Stadtgas durch katalytische Methanisierung von Kohlenoxyd und Wasserstoff enthaltenden Gasen unter Anwendung von Wasserdampf bei völliger oder teilweiser Herausnahme der bei der Methanisierung entstandenen Kohlensäure auf einfachem Wege möglich ist, wenn die gasförmigen Kohlevergasungsprodukte unter Zugabe von weniger als 1,0 ',Jol Wasserdampf bei 200 bis 400° mit Methanisierungskatalysatoren, insbesondere mit Nickel-1Magnesiumoxyd-Katalysatoren, behandelt werden.
  • Zweckmäßig verwendet man einen nach dein deutschem Patent 897 547 hergestellten Nickel-Magn:-siumoxyd -Fällungskatalysator in -einer Korngröße zwischen 0,01 und 0,5, vorzugsweise 0,05 bis 0,25 mm.
  • Hierbei wird eine Nickel- und Magnesiumsalz enthaltende Lösung unter starker Rührung in eine siedende Lösung von Alkalicarbonaten, z. B. in eine Sodalösung, eingeführt. Das Verhältnis zwischen 2#:letallsalzlösung und Sodalösung wird derart gewählt, daß der PH-Wert der Lösung nach der Fällung zwischen 8 und 11 liegt und sich zweckmäßig auf 9 beläuft. Nach beendigter Fällung werden auf je 100 Teile Nickel 30 bis 100 Teile, vorzugsweise 50 bis 60 Teile, Kieselgur oder ähnliche Trägerstoffe in die Lösung eingetragen und danach bis zur Entweichung der Kohlensäure weitergerührt. Die verwendete Kieselgur soll zweckmäßig ein Schüttgewicht von 80 bis 120 g je Liter besitzen. Sie kann vorher bei 500 bis 800° geröstet werden. Die gefällte Katalysatormasse wird so lange mit Wasser ausgewaschen, bis 100 cm3 des ablaufenden Waschwassers zur Neutralisation weniger als 10 cm3, vorzugsweise 4 bis 6 cm3 n/10-Salzsäure verbrauchen. Die Reduktion des Katalysators erfolgt mit wasserstoffhaltigen, von Kohlenoxyden und Wasserdampf freien Gasen.
  • Nach einer Ausführungsform des Verfahrens .der Erfindung wendet man die Katalysatoren in Form eines schwebenden Wirbelbettes an.
  • Mit Hilfe des erfindungsgemäßen Verfahrens lassen sich die Anlage- und Betriebskosten für die Methanisierung kohlenoxydreicher und wasserstoffreicher Gase der oben angegebenen Grenzen zwecks Gewinnung von beispielsweise Stadtgas so weit senken, daß sie nur noch einen Bruchteil der bisherigen Kosten betragen. Auf diese Weise besitzt das neue Verfahren eine Wirtschaftlichkeit, die mit bisher bekannten Methoden nicht erreichbar war.
  • Bisher hielt man bei der Methanisierung von Gasen, die einen für die Hydrierung des vorhandenen Kohlenoxyds zu Methan nicht ausreichenden Wasserstoffgehalt besitzen, insbesondere bei einer mit Nickelkatalysatoren durchzuführenden Methanisierung von kohlenoxydreichen Gasen, eine reichliche Zugabe von Wasserdampf für unbedingt erforderlich. Mit Hilfe des ;erfindungsgemäßen Verfahrens kann man beispielsweise Wassergas, das 40°/o Kohlenoxyd und 501/a Wasserstoff neben Kohlensäure, Stickstoff und etwas Methan enthält, schon mit einem Wasserdampfzusatz von etwa 0,6 Mol pro Mol Kohlenoxyd zwischen 200 und 400° unmittelbar in ein normgerechtes Stadtgas überführen. Hierbei muß das die Methanisierung verlassende Gasgemisch in üblicher Weise eine Kohlendioxydwäsche passieren, die in Abhängigkeit von der Zusammensetzung des Ausgangsgases etwa 60 bis 901/o der entstandenen Kohlensäure herausnimmt. Die anderen heute üblichen umständlichen und kostspieligen Verfahrensgänge und Apparaturen für den »Beipaß«, die Konvertierung und die mehrfache Kohlensäurewäsche, die eine erhebliche Verteuerung des Endproduktes bedingen, werden mit Hilfe des erfindungsgemäßen Verfahrens überflüssig. Das gesamte zur Verarbeitung kommende Gas durchströmt die katalytische Methanisierung und anschließend daran ganz oder teilweise die Kohlensäurewäsche. Die frühere, vielstufige Arbeitsweise wird damit auf eine, höchstens auf zwei Stufen vereinfacht.
  • Entgegen dem bisherigen Stand der Technik war es überraschend, daß erfindungsgemäß trotz verhältnismäßig hoher Reaktionstemperatur sehr kleine Wasserdampfmengen zur Vermeidung von Kohlenstoffabscheidungen ausreichen. Durch die weitgehende Unterdrückung der unerwünschten Kohlenstoffabscheidung ergibt sich eine wesentliche Verlängerung der Lebensdauer der zur Methanisierung benutzten Nickel-Fällungskatalysatoren. Man kann Betriebszeiten von etwa 2000 bis 5000 Stunden ohne Störung des- Betriebes und Erneuerung des Katalysators erreichen.
  • Besonders vorteilhaft ist es, wenn das erfindungsgemäße Verfahren mit schwebend wirbelnden Katalysatorschichten bei erhöhten Drücken durchgeführt wird, die oberhalb von -1 kg/qcm, zweckmäßig oberhalb von 7kg/qcm und vorzugsweise zwischen 10 und 30 kg/ qcm liegen. Wegen des geringen Schüttgewichtes der erfindungsgemäß vorzugsweise benutzten reduzierten Nickel-Fällungskatalysatoren ist bei normalem Atmosphärendruck oder bei nur schwach erhöhten Gasdrücken die zur Aufrechterhaltung einer einwandfrei arbeitenden Wirbelschicht erforderliche spezifische Katalysatorbelastung oder Raumgeschwindigkeit verhältnismäßig gering. Hohe Raumgeschwindigkeiten (Nm3 je Stunde und Nm3 Katalysatorofen) sind erst oberhalb von ungefähr 10 kg/qcm erreichbar.
  • Zum Aufbau einer einwandfreien Katalysator-Wirbelschicht sind effektive Gasgeschwindigkeiten von ungefähr 1,5 bis 10 cm/sec, vorzugsweise von 2,5 bis 6.cm/sec, erforderlich, wenn die unten beschriebenen Fällungskatalysatoren anzuwenden waren; bei Einsatz von Nickelkatalysatoren mit höherem Schutt. gewicht ist eine entsprechend höhere effektive Gasgeschwindigkeit zweckmäßig. Die tatsächliche Gasgeschwindigkeit ist von der jeweiligen Höhe des im Ruhezustand befindlichen Katalysatorbettes abhängig. Diese Katalysatorbetthöhe liegt im allgemeinen zwischen etwa 30 und 250 cm, kann jedoch unter Umständen auch noch erheblich höher, z. B. 6 m, 10 m oder mehr, betragen. Mit zunehmender Höhe der Katalysatorschicht steigt auch die anzuwendende Gasgeschwindigkeit. Bei einem Gasdruck von 10 kg/qcm und einer Katalysator-Wirbelschicht-Höhe von 50 cm soll man bei einem Reaktionsrohrdurchmesser von 50 mm beispielsweise eine effektive Gasgeschwindigkeit von etwa 2,7 cm/sec anwenden. Mit Katalysator-Wirbelschicht-Höhen von beispielsweise 100 cm erhöht sich die effektive Gasgeschwindigkeit auf etwa 3,5 cm/sec. Auch diese Zahlen beziehen sich auf den oben angegebenen Nickel-Fällungskatalysator und sind bei Anwendung anderer Katalysatoren entsprechend zu erhöhen.
  • Unter Verwendung derartiger Gasdrücke und Gasgeschwindigkeiten lassen sich hohe Raumgeschwindigkeiten erreichen, die berechnet auf das umzuwandelnde Gas zwischen etwa 1000 und 4000 liegen. Auf diese Weise erreicht man nicht nur eine günstige und hohe Belastung des Katalysators, auch die außerordentlich große Reaktionswärme der erfindungsgemäßen Arbeitsweise läßt sich unter diesen Umständen noch in befriedigender Weise beherrschen.
  • Für die optimale Ausführung der erfindungsgemäßen Arbeitsweise ist die richtige Einhaltung der lvlethanisierungstemperatur von erheblicher Bedeutung. Wenn diese in der wirbelnden Katalysatorschicht zu messende Temperatur unterhalb von etwa 200° liegt, dann ist die Reaktionsgeschwindigkeit zu klein und die Umwandlung zu gering. Oberhalb von annähernd 400° reagiert die vorhandene Kohlensäure in Gegenwart von Nickelkatalysatoren mit noch vorhandenem Wasserstoff, wobei je Mol C02 4 b7 :o1 H2 verbraucht werden. Der verfügbare Wasserstoff wird infolgedessen zu schnell verbraucht, so daß in zunehmendem Maße Kohlenstoffabscheidung eintritt. Diese Erscheinung wird wegen der geringen zugesetzten 'Wassermenge noch zweiter verschlimmert, was zu einer mehr oder weniger weitgehenden Verklebung des staubförmigen Katalysators und zu einer raschen Verlninderung der Katalysatoraktivität führt. Eine Erhöhung der Wasserdampfmenge ist deshalb nicht angängig, weil hierdurch in rasch zunehmendem Maße eine totale lUethanisierung des noch vorhandenen Kohlenoxyds begünstigt wird: Innerhalb des erfindungsgemäßen Temperaturbereiches treten diese Nachteile überraschenderweise nicht ein.
  • Das erfindungsgemäße Verfahren wird zweckmäßig mit geradem Durchgang ausgeführt. Man kann aber auch ein schwaches Kreislaufverhältnis verwenden, bei dem auf 1 Raumteil Frischgas 0,1 bis 1, zweckmäßig 0,3 bis 0,6 Raumteile Rücklaufgas über den Methanisierungskatalysator geleitet werden.
  • Ein weiterer Vorteil der erfindungsgemäßen Arbeitsweise liegt darin, daß der Druckverlust nur einen Bruchteil der z. B. beim Arbeiten mit fest angeordneten! Katalysatoren beobachteten Höhe beträgt. Bei hohen Gasgeschwindigkeiten betragen die Druckverluste dort unter Umständen mehrere Atmosphären, während entsprechend der erfindungsgemäßen Arbeitsweise im allgemeinen weniger als 1, häufig sogar unter 0,1 ata festgestellt wurden.
  • Die zur technischen Ausführung des Verfahrens erforderlichen Vorrichtungen entsprechen den bei Katalysator-Wirbelschicht-Verfahren üblichen Apparaten. Die Gaszuleitung kann unmittelbar vor dem Katalysator getrennt von der Dampfzuleitung gehalten werden. Man kann aber auch beide Medien, vorher in einer Düse miteinander vermischen.
  • Die Zuführung der Gase kann tangential erfolgen, wofür man an der Gaseintrittsseite zweckmäßig einen trichterförmigen Ansatz verwendet. Die Gasverteilung unterhalb des schwebend wirbelnden Katalysatorbettes kann mit Hilfe von keramischen Stoffen, z. B. mit Frittenplatten, erfolgen. An ihrer Stelle können auch kugelförmige körnige oder geschüttete geformte Massen verwendet werden, auf die der staubförmige Katalysator, der eine zwischen 0,01 und 0,5, zweckmäßig zwischen 0,05 und 0,25 liegende Korngröße besitzt, gelagert wird. Wenn das erfindungsgemäße Verfahren mit vom Gasstrom umgewälzten Katalysatoren durchgeführt werden soll, dann werden effektive Gasströmungsgeschwindigkeiten von mehr als 10 cm/ sec, vorzugsweise von über 30 cm/sec, benutzt. Diese Zahlen beziehen sich auf einen Nickel-Fällungskatalysator und sind bei höherem Schüttgewicht des Katalysators entsprechend zu erhöhen. Der zur Anwendung kommende Methanisie rungskatalysator, insbesondere ein N ickel-Magnesiumoxyd-Fällungskatalysator soll einen möglichst hohen, oberhalb von 60%, vorzugsweise oberhalb von: 80°/o liegenden Reduktionswert besitzen und kann im Reaktionsofen selbst, zweckmäßig mit Wasserstoff, reduziert werden, wobei ebenfalls mit einer Wirbelschicht gearbeitet wird.
  • Natürlich ist die erfindungsgemäße Arbeitsweise nicht allein auf die Herstellung von Stadtgas oder ähnlichen Gasen beschränkt. Durch entsprechende Wahl der Ausgangsgase in Kombination mit der erfindungsgemäßen Einstellung der Temperatur und des H.,0 : CO-Verhältnisses lassen sich die verschiedensten C O : H2 : C H4 Gemische herstellen.
  • Beispiel Der zur Methanisierung verwendete Nickelkatalysator wurde aus einer wäßrigen Lösung hergestellt, die je Liter 40 g Nickelnitrat und 6 g Magnesium-Z, enthielt, (wasserfrei gerechnet). Diese Metallsalzlösung wurde mit der zur Fällung erforderlichen Menge einer Sodalösung vermischt, die je Liter 100 g Nag C 03 enthielt. Nach der Fällung lag der pH-Wert bei ungefähr 9: Unmittelbar anschließend an die Fällung wurde Kieselgur eingerührt, und zwar in einer Menge von 50 %, des- vorhandenen Nickels.
  • Der Fällungsschlamm wurde mit heißem kondensiertem Wasser weitgehend alkalifrei gewaschen und innerhalb von 24 Stunden bei 110° getrocknet. Die trockene Masse wurde zerkleinert und auf zwischen 0,15 und 0,35 mm liegende Korngrößen abgesiebt: Die Reduktion des Katalysators erfolgte in einer Wirbelschicht bei 380° innerhalb von 60 Minuten. Der fertige Katalysator besaß einen Reduktionswert von etwa 80 und eine zwischen 0,1 und 0,25 mm liegende Korngröße.
  • Von diesem Katalysator wurden 120g = 200 ccm in einem Syntheserohr von 32 mm lichter Weite bei einem überdruck von 10 kg/qcm mit Wassergas unter Zumischung von Wasserdampf umgesetzt. Die Gasbelastung belief sich hierbei auf ungefähr 1300 bis 1400 Normalliter je Liter Katalysator und. Stunde.
  • Die zugesetzte Wassermenge wurde derart bemessen, daß sie, bezogen auf vorhandenes Kohlenoxyd, zunächst bei 0,5 lag. Danach wurde mit einer Wassermenge von 0,3 befriedigend gearbeitet.
  • Es wurden folgende Syntheseergebnisse erhalten: Versuch 1: 0,5 Normalvolumina H,0 auf 1 Normalvolumen CO, Reaktionstemperatur = 319°, lineare effektive Gasgeschwindigkeit = 2,4 cm/sec.
    Eingangsgas in o/o Austrittsgas in °/o
    C02 . . . . . . . . . . . 5,1 33,2
    C O ............ 40,7 8,1
    H2 . . . . . . . . . . . . . 50,4 35,4
    C H4 . . . . . . . . . . . 0,3 18,0
    N2 ............ 3,5 5,3
    Versuch 2: 0,3 Normalvolumina Wasserdampf auf 1 Normalvolumen CO, Reaktionstemperatur = 313°, lineare effektive Gasgeschwindigkeit = 2,4 cm/sec.
    Eingangsgas in o/o Austrittsgas in o/o
    C02 . . . . . . . . . . . 5,2 34,7
    C O ............ 40,2 8,0
    H2 .... ......... 50,4 28,9
    C H4 . . . . . . . . . . . 0,3 22,3
    N2 ............ 3,9 6,1
    Bei einwandfreiem Umsatz wurden diese Versuche über einen Zeitraum von mehr als 5 Monaten fortgesetzt.

Claims (5)

  1. PATENTANSPRACHE: 1. Verfahren zur Gewinnung von normg?#rechtem Stadtgas durch katalytische Methanisierung von Kohlenoxyd und Wasserstoff enthaltenden Gasen unter Anwendung von Wasserdampf bei völliger oder teilweiser Herausnahme der bei der Methanisierung entstandenen Kohlensäuremnengen, dadurch gekennzeichnet, daß die gasförmigen Kohlevergasungsprodukte unter Zugabe von weniger als 1,0 Mol Wasserdampf bei 200 bis 400° mit Methanisierungskatalysatoren, inshesondere mit Nickel-Magnesiumoxyd-Katalysatoren, behandelt werden.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man einen nach dem deutschen Patent 897 547 hergestellten Nickel-Magnesiumoxyd-Fällungskatalysator in einer Korngröße zwischen 0,01 und; 0,5, vorzugsweise 0,05 bis 0,25 mm, verwendet.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Katalysatoren in Form eines schwebenden Wirbelbettes verwendet werden.
  4. 4. Verfahren nach Anspruch 1 bis 3, gekennzeichnet durch Verwendung von Gasdrücken, die oberhalb von 4 kg/cm2, zweckmäßig oberhalb von 7 kg/cm2, vorzugsweise zwischen 10 und 30 kg/cm2, liegen.
  5. 5. Verfahren nach Anspruch 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß je Raumteil frisch in die Methanisierung eintretenden Gases 0,1 bis 1 Raumteile, zweckmäßig 0,3 bis 0,6 Raumteile, des bereits methanisierten Gases zugemischt werden.
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Cited By (2)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE1245028B (de) * 1962-06-28 1967-07-20 Dr Phil Herbert Koelbel Verfahren zur Entgiftung von Kohlenmonoxyd und Wasserstoff enthaltenden Gasen
WO2018082875A1 (de) * 2016-11-07 2018-05-11 Endress+Hauser Flowtec Ag Verfahren zum bestimmen von eigenschaften eines kohlenwasserstoffhaltigen gasgemisches und vorrichtung dafür

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