DE10156504C1 - Kolben/Zylinder-Einheit mit einem Zylindergehäuse, einem Kolben und einer Kolbenstange - Google Patents
Kolben/Zylinder-Einheit mit einem Zylindergehäuse, einem Kolben und einer KolbenstangeInfo
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Abstract
Eine Kolben/Zylinder-Einheit (1) besitzt ein Zylindergehäuse (2), einen eine Achse (9) aufweisenden Kolben (7) und eine eine Achse (20) aufweisende Kolbenstange (18). Der Kolben (7) weist eine Kolbendichtung (11) und mindestens ein Führungselement (10, 12) auf. Er ist über ein in einer Durchbrechung (13) angeordnetes Innengewinde (14) mit einem auf einem Fortsatz (21) der Kolbenstange (18) vorgesehenen Außengewinde (23) verbunden. Das Innengewinde (14) des Kolbens (7) und das Außengewinde (23) der Kolbenstange (18) sind mit übereinstimmender Exzentrizität (e) zu den jeweiligen Achsen (9, 20) des Kolbens (7) und der Kolbenstange (18) vorgesehen. Der Kolben (7) ist auf die Kolbenstange (18) mit einer solchen Winkelendlage (33) aufgeschraubt, dass die Achsen (9, 20) von Kolben (7) und Kolbenstange (18) miteinander fluchten.
Description
Die Erfindung betrifft eine Kolben/Zylinder-Einheit mit einem
Zylindergehäuse, einem eine Achse aufweisenden Kolben und einer
eine Achse aufweisenden Kolbenstange, wobei der Kolben eine
Kolbendichtung und mindestens ein Führungselement aufweist und
über ein in einer Durchbrechung angeordnetes Innengewinde mit
einem auf einem Fortsatz der Kolbenstange vorgesehenen Außen
gewinde verbunden ist. Das Zylindergehäuse wird in der Regel
durch eine Führungsbuchse ergänzt, in der die Kolbenstange der
Kolben/Zylinder-Einheit geführt und gelagert ist. Die Kolben
stange kann in einem Lagerauge enden, mit der sie verdreh
gesichert angeordnet ist. Auch das Zylindergehäuse ist mit einer
Lagerung versehen, beispielsweise einem Lagerauge. Der Kolben
ist mit diesem in dem Zylindergehäuse beweglichen Ende der
Kolbenstange verbunden. Wenn die Dichtungen und/oder Führungs
elemente des Kolbens ausgetauscht werden müssen, ist es ledig
lich erforderlich, die Führungsbuchse gegenüber dem Zylinder
gehäuse zu lösen und die Kolbenstange mit dem daran hängenden
Kolben aus dem Zylindergehäuse herauszuziehen. Wenn dagegen
Führungselemente, Dichtungen und/oder Abstreifer, die der
Kolbenstange zugeordnet sind und die in der Regel in der
Führungsbuchse angeordnet sind, ausgetauscht werden müssen, ist
es erforderlich, den Kolben von der Kolbenstange zu lösen, um
die innere Durchbrechung der Führungsbuchse zugänglich zu
machen. Die lösbare Befestigung des Kolbens an der Kolbenstange
ist eine grundlegende Problematik für eine Kolben/Zylinder-
Einheit. Die lösbare Befestigung muss so ausgebildet sein, dass
der Kolben die durch das Fluid erzeugten Axialkräfte aufnehmen
und auf die Kolbenstange übertragen kann. Weiterhin ist eine
Abdichtung des Fluids zwischen Kolben und Kolbenstange erforder
lich. Im Falle einer Gewindeverbindung zwischen Kolben und
Kolbenstange ist eine Verdrehsicherung des Kolbens relativ zur
Kolbenstange erforderlich, um ein selbsttätiges Lösen unter
Betriebslasten zu vermeiden. Dabei werden vorgespannte Verbin
dungen und nicht-vorgespannte Verbindungen unterschieden. Bei
vorgespannten Verbindungen wird über die Gewindeverbindung ein
Anziehdrehmoment aufgebracht, so dass Kolben und Kolbenstange in
der montierten Stellung vorgespannt gegeneinander gepresst
gehalten werden. Dabei ist in der Regel die Härtung von Stirn
flächen an Kolben und Kolbenstange erforderlich, um den zuläs
sigen Flächenpressungen zu genügen und die erforderlichen hohen
Anziehdrehmomente aufbringen zu können. Ein solches hohes An
ziehdrehmoment hat zwar erhebliche Vorteile im Betrieb der Kol
ben/Zylinder-Einheit, indem der Kolben nur einer schwellenden
Belastung ausgesetzt wird und die durch das Anziehdrehmoment
hervorgerufene Axialkraft immer größer bleibt als die durch das
Fluid herbeigeführte Axialkraft. Das Anziehdrehmoment stellt die
erste Sicherung des Kolbens gegen Lösen unter Betriebsbedingun
gen dar. Zusätzlich ist oft eine zweite Sicherung vorgesehen. Im
Falle des Austausches der der Kolbenstange zugeordneten Dichtung
und/oder der Führungselemente stellt das Lösen eines mit Anzieh
drehmoment montierten Kolbens an einer Kolbenstange jedoch ein
erhebliches Problem dar, insbesondere wenn man sich vorstellt,
dass die Reparatur solcher Kolben/Zylinder-Einheiten beispiels
weise an Baumaschinen, Baggern u. dgl. in der Regel im freien
Feld erfolgen muss, ohne dass werkstattmäßige Vorrichtungen
genutzt werden können.
Es ist eine Kolbenbefestigung für eine Kolben/Zylinder-Einheit
bekannt, bei der ein Kolben mit einer axial durchgehenden
Durchbrechung ohne Gewinde auf einen Fortsatz der Kolbenstange
aufgesteckt wird. Der Fortsatz der Kolbenstange besitzt ein
Außengewinde, auf welches nach dem Aufstecken des Kolbens eine
Sicherungsmutter aufgeschraubt wird. Die Sicherungsmutter
besitzt eine Durchbrechung und ein zugeordnetes Innengewinde.
Die Sicherungsmutter ist beispielsweise mit einer Kunststoff
einlage versehen, die als Sicherungselement gegen Losdrehen
wirkt. Damit wird eine kraftschlüssige Verdrehsicherung genutzt.
Es ist auch bereits bekannt, den Kolben und die Sicherungsmutter
zu einem einzigen Teil zusammenzufassen, so dass das zugehörige
Innengewinde in einer Durchbrechung des Kolbens vorgesehen ist.
Als Sicherungselement wird eine radial im Kolben vorgesehene
Stiftschraube angewendet, die in der montierten Stellung auf den
Fortsatz der Kolbenstange drückt. Hier muss der Kolben entspre
chende Angriffsflächen für ein Verdrehwerkzeug aufweisen, um das
notwendige hohe Anziehdrehmoment bei der Montage sowie das
entsprechende Lösemoment bei der Demontage aufbringen zu können.
Spezialwerkzeuge sind hierzu in der Regel unverzichtbar.
Beide Kolbenbefestigungen unter Einwirkung eines hohen Anzieh
drehmoments haben die folgenden Nachteile. Die hohen Momente bei
der Montage und der Demontage sind ohne Spezialwerkzeuge nicht
aufbringbar. Der Kolben oder ein zusätzliches Sicherungselement
müssen entsprechende Angriffsflächen für das Spezialwerkzeug
aufweisen. Zusätzliche Bauteile für die Realisierung einer
zusätzlichen Verdrehsicherung erweisen sich als erforderlich und
führen dazu, dass sich die Baulänge im Bereich des Kolbens
vergrößert. Die gegenseitig zur Anlage kommenden sich im
wesentlichen radial erstreckenden Stirnflächen zwischen Kolben
und Kolbenstange müssen in aufwändiger Weise gehärtet werden.
Solche Kolbenverbindungen sind aufwändig in der Herstellung und
vergleichsweise wenig reparaturfreundlich. Für die Anwendung
einer erforderlichen statischen Dichtung zwischen Kolben und
Kolbenstange sind Kolben und Kolbenstange so ausgeführt, dass
sie sich in axialer Richtung um einen für die Unterbringung der
statischen Dichtung erforderlichen Betrag überdecken. Damit wird
zwar die ohnehin sorgfältig bearbeitete Oberfläche der Kolben
stange auch als Gegenfläche für diese statische Dichtung ge
nutzt. Es verlängert sich jedoch in nachteiliger Weise die
axiale Länge des Kolbens bzw. es tritt eine entsprechende Ver
kürzung der Kolbenstange ein, die konstruktiv wieder ausgegli
chen werden muss.
Aus der US 3,293,993 ist eine Kolben/Zylinder-Einheit der ein
gangs beschriebenen Art bekannt. Sie besitzt ein Zylindergehäu
se, einen eine Achse aufweisenden Kolben und eine eine Achse
aufweisende Kolbenstange. Zwischen Kolben und Kolbenstange ist
eine statische Dichtung vorgesehen. Der Kolben weist eine Mehr
zahl von Kolbendichtungen auf, die auch als Führungselemente
dienen oder im Rahmen fachmännischen Könnens teilweise durch
Führungselemente ersetzt werden können. Der Kolben ist über ein
in einer Durchbrechung angeordnetes Innengewinde mit einem auf
einem Fortsatz der Kolbenstange vorgesehenen Außengewinde ver
bunden. Die Achsen der Gewinde und die Achsen von Kolbenstange
und Kolben stimmen überein. Die bekannte Kolben/Zylinder-Einheit
zeigt keine Verdrehsicherung des Kolbens gegenüber der Kolben
stange und beschäftigt sich auch nicht mit einer sicheren und
reparaturfreundlichen Ausbildung.
Um die Kolbenbefestigung reparaturfreundlicher zu gestalten, ist
auch eine Kolben/Zylinder-Einheit der eingangs beschriebenen Art
bekannt, bei der der Kolben und die Kolbenstange über eine
Gewindeverbindung mit Innengewinde und Außengewinde lose aufein
ander aufgeschraubt werden. Auch hierbei ist die Anordnung einer
statischen Dichtung erforderlich, die im Bereich der Oberfläche
der Kolbenstange zur Einwirkung gebracht wird. Wesentlich ist
bei dieser Verbindung eine Verdrehsicherung des Kolbens gegen
über der Kolbenstange. Die Verbindung wird ohne Aufbringung
eines Anziehdrehmomentes hergestellt. Als Verdrehsicherung wird
ein Bolzen, eine Hülse o. dgl. eingesetzt, die in eine axial
geführte Bohrung einragt, die so angeordnet ist, dass sie den
Gewindebereich zwischen Kolbenstange und Kolben durchsetzt. Die
Hülse, der Bolzen o. dgl. müssen zusätzlich noch gegen axiales
Wandern gesichert werden. Dies geschieht in der Regel mit einer
Schraube mit Sicherungsscheibe, die den Kolben in axialer
Richtung durchsetzt und einen Anschlag für das Herauswandern der
Buchse, des Bolzens o. dgl. darstellt. Eine solche Kolben
befestigung weist eine relativ große Anzahl zusätzlicher
Bauteile auf, die die Verdrehsicherung bewirken. Durch die
Anordnung und Ausbildung der Elemente ergibt sich eine relativ
lange Bauweise im Bereich der Verbindung des Kolbens und der
Kolbenstange. Die Kolbenbefestigung ist aufwändig und verursacht
in der Herstellung der einzelnen Elemente vergleichsweise hohe
Kosten. Vorteilhaft an dieser bekannten Kolbenbefestigung ist
jedoch die Vermeidung eines Anziehdrehmomentes, so dass diese
Kolbenverbindung reparaturfreundlich ausgebildet ist, weil sich
der Kolben nach der Entfernung der Sicherungsmittel durch
relativ einfaches Verdrehen von der Kolbenstange lösen lässt.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Kolben/Zylinder-
Einheit, die unter Vermeidung eines Anziehdrehmomentes montiert
wird, dahingehend zu verbessern, dass die notwendige Verdreh
sicherung eines auf eine Kolbenstange aufgeschraubten Kolbens in
anderer Weise als bisher erzielt wird. Dabei geht es um eine
kostengünstige Ausbildung unter Einsatz möglichst weniger
Einzelteile.
Erfindungsgemäß wird dies bei einer Kolben/Zylinder-Einheit der
eingangs beschriebenen Art dadurch erreicht, dass das Innen
gewinde des Kolbens und das Außengewinde der Kolbenstange mit
übereinstimmender Exzentrizität zu den jeweiligen Achsen des
Kolbens und der Kolbenstange vorgesehen sind, und dass der
Kolben auf die Kolbenstange mit einer solchen Winkelendlage
aufgeschraubt ist, dass die Achsen von Kolben und Kolbenstange
miteinander fluchten.
Die Erfindung geht von der Idee aus, das Innengewinde im Bereich
des Kolbens nicht mehr zentrisch, sondern exzentrisch zur
äußeren Umfangsfläche des Kolbens anzuordnen, so dass die Durch
brechung des Kolbens und das darin vorgesehene Innengewinde eine
Exzenterachse bekommen bzw. aufweisen, die parallel und im
Abstand zu der Achse des Kolbens angeordnet ist. Dieser Abstand
wird mit Exzentrizität bezeichnet. Gleiches gilt für die Ausbil
dung der Kolbenstange, des dem Kolben zugekehrten Fortsatzes am
Ende der Kolbenstange sowie des darauf aufgebrachten Außen
gewindes. Auch hier besitzt die Kolbenstange mit dem äußeren
Umfang ihres kolbenstangenseitigen Bereiches eine Achse, während
der Fortsatz und das Außengewinde eine Exzenterachse besitzen,
die wiederum parallel und mit Abstand zu der Achse der Kolben
stange angeordnet ist. Dabei kommt es wesentlich darauf an, dass
im Bereich des Kolbens und im Bereich der Kolbenstange die
gleiche Exzentrizität verwirklicht wird. Auch bei einer solchen
Konstruktion lässt sich der Kolben unter Einsatz vergleichsweise
geringer Kräfte, beispielsweise von Hand, auf die Kolbenstange
aufschrauben, wobei der Kolben selbst eine exzentrische Rota
tionsbewegung zu der Achse der Kolbenstange ausführt. Bei jeder
Umdrehung des Kolbens relativ zur Kolbenstange entsteht eine und
nur eine Winkellage, bei der die Achse der Kolbenstange mit der
Achse des Kolbens fluchtet. Eine dieser Winkellagen ist als
Winkelendlage vorgesehen, d. h. der Kolben wird so weit auf die
Kolbenstange aufgedreht, bis diese Winkelendlage erreicht ist.
Die Umfangsflächen von Kolben und Kolbenstange fluchten dann mit
ihren Achsen wieder und es ist möglich, die Einheit, aus Kolben
stange, Kolben und Führungsbuchse in das Zylindergehäuse einzu
führen und zu montieren. Die beschriebene Exzentrizität und die
durch die ohnehin erforderliche Kolbendichtung sowie die
Führungselemente des Kolbens bewirkten und aufgebrachten Rück
stellkräfte wehten sinnvollerweise genutzt, um ein selbsttätiges
Verdrehen zwischen Kolben und Kolbenstange unter Betriebs
bedingungen zu vermeiden. Überraschenderweise reichen diese
Rückstellkräfte auch aus, um Verklemmungen des Kolbens in seiner
Zylinderlaufbahn des Zylindergehäuses nicht auftreten zu lassen.
Diese durch die Exzentrizität bewirkte Verdrehsicherung erfor
dert keine zusätzlichen Sicherungselemente. Die Kolbenbefesti
gung besitzt also vorteilhaft wenig Bauteile und ist damit auch
kostengünstig herstellbar. Es sind nicht einmal Angriffsflächen
für ein Verdrehwerkzeug am Kolben erforderlich, weil der Kolben
von Hand aufgeschraubt und gelöst werden kann. Anziehdrehmomente
werden nicht eingesetzt, so dass vorteilhaft auch die sonst
notwendige Härtung der Stirnflächen an Kolben und Kolbenstange
entfallen. Die Kolbenverbindung besitzt vorteilhaft eine kurze
Bauweise und trägt insoweit dazu bei, dass die Kolbenstange in
ihrer vollen Länge genutzt werden kann.
Besonders sinnvoll ist diese exzentrische Kolbenverbindung dann,
wenn die Kolbenstange im Bereich ihres Fortsatzes einen Zapfen
und der Kolben im Bereich seiner Durchbrechung eine entspre
chende Bohrung aufweisen, die mit gleicher und gleichliegender
Exzentrizität wie das Außengewinde bzw. das Innengewinde vorge
sehen sind und in deren Bereich eine statische Dichtung ange
ordnet ist. Diese statische Dichtung wird aus dem Bereich der
Oberfläche der Kolbenstange herausgenommen und in den Bereich
des Fortsatzes transferiert. Dies ist aber nicht nachteilig,
weil Kolben und Kolbenstange durch die Anordnung der Kolben
dichtung und meist mehrerer Führungselemente, wie Führungsringe,
Führungsbänder u. dgl., ohnehin eine entsprechende axiale Länge
aufweisen müssen, die in der Regel größer ist als die axiale
Länge des Innen- und des Außengewindes.
Es gibt aber auch andere Möglichkeiten der Unterbringung der
statischen Dichtung. Beispielsweise kann das Innengewinde des
Kolbens axial durchgehend ausgebildet sein und die Kolbenstange
das Außengewinde sich über die axiale Länge des Fortsatzes
erstreckend aufweisen. Die statische Dichtung ist dann zwischen
Innengewinde und Außengewinde vorgesehen. Die Dichtung kann auch
an dieser Stelle eine Kraft zur Verfügung stellen, die einem
Losdrehen des Kolbens relativ zur Kolbenstange während des
Betriebes der Kolben/Zylinder-Einheit entgegenwirkt.
Die gemeinsame Exzentrizität beträgt in der Regel etwa 0,5% bis
5,0% des Durchmessers der Kolbenstange. Die gemeinsame Exzen
trizität richtet sich in der Regel nach der absoluten Größe des
Durchmessers der Kolbenstange. Sie sollte nicht allzu groß
gewählt werden, um die durch die Exzentrizität hervorgerufene
Biegebeanspruchung der Kolbenstange klein zu halten. Anderer
seits muss die gemeinsame Exzentrizität so groß bemessen sein,
dass die Rückstellkräfte der Dichtung und des Führungselementes
des Kolbens ausreichen, um eine Relativverdrehung des Kolbens zu
der Kolbenstange im Betrieb zu verhindern. Besonders vorteilhaft
hat sich eine Exzentrizität in der Größenordnung von etwa 1-2 mm
bei einem Kolbendurchmesser von 80 mm erwiesen. Eine zu große
Exzentrizität ist auch insofern nachteilig, als dadurch der
nutzbare Durchmesser für das Innengewinde und das Außengewinde
verkleinert wird. Sinnvoll ist es, wenn der Durchmesser des
Innengewindes des Kolbens und der Durchmesser des Außengewindes
der Kolbenstange zur Übertragung einer großen Axialkraft mög
lichst groß bemessen sind. Für die Realisierung des Innen
gewindes des Kolbens und des Außengewindes der Kolbenstange
kommen alle gängigen Gewinde in Frage, insbesondere Feingewinde
und solche Gewinde mit hohem Flächentraganteil in axialer
Richtung. Die Steigung des Gewindes sollte nicht allzu groß
bemessen sein, um die Winkelendlage auf relativ kurzer Strecke
zu erreichen und so die notwendigen Toleranzen im Hub des
Zylinders besser einhalten zu können. Das Innengewinde und das
zugehörige Außengewinde können eine Steigung im Bereich zwischen
2 mm und 5 mm aufweisen.
Sinnvoll ist es in diesem Zusammenhang, wenn die Kolbenstange
bei in die Winkelendlage aufgeschraubtem Kolben nach rückwärts
aus dem Kolben vorragt und in drucklosem Zustand sich direkt an
dem Zylindergehäuse abstützt. Damit wird der Kolben auch in
drucklosem Zustand frei von Kräften gehalten. Über das Arbeits
werkzeug einwirkende Kräfte werden von der Kolbenstange aufge
nommen und direkt in das Zylindergehäuse abgeleitet.
Sinnvoll ist es weiterhin, wenn die Kolbenstange und der Kolben
Markierungen zur Erkennung der Winkelendlage aufweisen. Solche
Markierungen können durch Aufbringen eines Körnerschlages auf
die Kolbenstange einerseits und den Kolben andererseits, durch
einen Farbtupfer oder auf sonstige Weise aufgebracht werden. Die
Markierungen sollten dauerhaft aufgebracht sein, damit sie auch
im Reparaturfalle einen deutlichen Hinweis auf das Erreichen der
Winkelendlage bei der Wiedermontage abgeben. Durch solche
Markierungen ist die Winkelendlage sichergestellt, so dass die
Einheit aus Kolben und Kolbenstange zwangfrei in das Zylinder
gehäuse eingeführt und die Führungsbuchse entsprechend befestigt
werden kann.
Der Kolben wird in allen Fällen auf die Kolbenstange ohne Auf
bringung eines Anziehdrehmomentes aufgeschraubt. Dies steigert
die Reparaturfreundlichkeit erheblich, bringt aber ansonsten
keine wesentlichen Nachteile. Die durch die Exzentrizität
bewirkte Sicherungswirkung ist ausreichend. Eine zusätzliche
zweite Sicherung erweist sich als unnötig.
Die Erfindung wird anhand zweier Ausführungsbeispiele weiter
verdeutlicht und beschrieben. Es zeigen:
Fig. 1 einen Schnitt durch eine Kolben/Zylinder-Einheit in
einer ersten Ausführungsform, und
Fig. 2 einen Schnitt durch eine Kolben/Zylinder-Einheit in
einer zweiten Ausführungsform.
Die in Fig. 1 dargestellte Kolben/Zylinder-Einheit 1 weist wie
üblich ein Zylindergehäuse 2 auf, welches rohrförmig ausgebildet
ist und an seinem einen Ende in ein Lager 3 übergeht. Am anderen
Ende des Zylindergehäuses 2 ist eine Ansatzbuchse 4 ange
schweißt, die zur Aufnahme einer Führungsbuchse 5 ausgebildet
ist. Die Führungsbuchse 5 wird an der Ansatzbuchse über
Schrauben 6 befestigt.
In dem Zylindergehäuse 2 ist ein Kolben 7 gleitend und dichtend
verschiebbar gelagert. Der Kolben 7 besitzt eine äußere Umfangs
fläche 8, die, wie üblich, zylindrisch ausgebildet ist. Konzen
trisch zu der Umfangsfläche 8 weist der Kolben 7 eine Achse 9
auf. Auf der äußeren Umfangsfläche 8 des Kolbens 7 sind
Führungs- und Dichtelemente angeordnet, hier ein Führungsband
10, eine Dichtung 11 und ein Führungsring 12. Der Kolben 7 weist
ansonsten eine Durchbrechung 13 auf, die hier gestuft ausgebil
det ist. Ein Teil der gestuften Durchbrechung 13 ist mit einem
Innengewinde 14 versehen, während ein anderer Teil der gestuften
Durchbrechung 13 als zylindrische Bohrung 15 ausgebildet ist. Im
Bereich dieser zylindrischen Bohrung 15 ist eine statische Dich
tung 16 angeordnet. Die Durchbrechung 13 mit ihrem Innengewinde
14 und die Bohrung 15 mit ihrer Dichtung 16 sind exzentrisch zu
der Achse 9 des Kolbens angeordnet. Sie besitzen damit eine
Exzenterachse 17, die sich parallel zu der Achse 9 des Kolbens
7 erstreckt. Der Abstand zwischen der Achse 9 und der Exzenter
achse 17 wird als Exzentrizität e bezeichnet.
Die Kolben/Zylinder-Einheit 1 weist eine Kolbenstange 18 auf,
die einen Außendurchmesser 19 besitzt, die den äußeren Umfang
der Kolbenstange 18 bildet. Die Kolbenstange 18 weist konzen
trisch zu ihrem äußeren Umfang eine Achse 20 auf. In der
montierten Stellung fluchtet die Achse 9 des Kolbens 7 mit der
Achse 20 der Kolbenstange 18.
Die Kolbenstange 18 besitzt an ihrem dem Kolben 7 zugekehrten
Ende einen Fortsatz 21. Der Fortsatz 21 ist in Abstimmung auf
die Durchbrechung 13 ebenfalls gestuft ausgebildet. Ein Teil des
Fortsatzes 21 weist eine zylindrische Umfangsfläche 22 auf. Ein
anderer Teil des Fortsatzes 21 ist mit einem Außengewinde 23
versehen. Der Fortsatz 21 mit seiner Umfangsfläche 22 und seinem
Außengewinde 23 ist exzentrisch zu der Achse 20 der Kolbenstange
18 angeordnet und vorgesehen. Der Fortsatz 21 besitzt eine
Exzenterachse 24. Die Exzenterachse 24 erstreckt sich parallel
und mit Abstand zu der Achse 20 der Kolbenstange 18. Dieser
Abstand wird als Exzentrizität e bezeichnet. Die Exzentrizität
e des Kolbens 7 und die Exzentrizität e der Kolbenstange 18
stimmen dem Betrag nach überein.
Die Kolbenstange 18 ist in der Führungsbuchse 5 gleitend und
dichtend geführt. Zu diesem Zweck ist in der Führungsbuchse 5
ein Abstreifer 25, eine Dichtung 26, ein Vorschaltring 27 und
ein Führungsband 28 untergebracht. Die Führungsbuchse 5 trägt an
ihrem in die Ansatzbuchse 4 hineinreichenden Teil statische
Dichtungen 29 und 30. Die Kolbenstange weist weiterhin an ihrem
dem Kolben 7 abgekehrten Ende ein Lager 31 auf, über welches der
Anschluss eines Arbeitsgerätes o. dgl. erfolgen kann. An ihrem
durch den Kolben 7 hindurchreichenden Ende weist der Fortsatz 21
einen Anschlag 32 auf, der sich in der Ausgangsstellung an einer
Stirnwand des Zylindergehäuses 2 abstützt. Eine etwa auf die
Kolbenstange 18 einwirkende Kraft wird in dieser Stellung unter
Umgehung des Kolbens 7 direkt in das Zylindergehäuse 2 bzw.
dessen Lager 3 weitergeleitet. Die Kolben/Zylinder-Einheit 1 ist
hier doppelt wirkend ausgebildet, d. h. die beidseitig des
Kolbens 7 gebildeten Druckräume können jeweils mit einem Fluid,
insbesondere mit hydraulischer Flüssigkeit, beaufschlagt werden.
Dies geschieht in bekannter Weise über ein entsprechendes
Steuerventil. Die Erfindung lässt sich jedoch auch bei einfach
wirkenden Zylindern anwenden und einsetzen.
Zur Montage der Kolben/Zylinder-Einheit 1 werden der Abstreifer
25, die Dichtung 26, der Vorschaltring 27 und das Führungsband
28 sowie die statischen Dichtungen 29 und 30 an der Führungs
buchse 5 montiert. Anschließend wird die Kolbenstange 18 hin
durchgesteckt und der Kolben 7 nach dem Einsetzen der statischen
Dichtung 16 aufgeschraubt. Das Aufschrauben kann von Hand erfol
gen, da lediglich entsprechende Reibungskräfte zu überwinden
sind. Bei diesem Aufschraubvorgang rotiert der Kolben 7 um die
Exzenterachse 24, wobei sich seine Achse 9 auf einer Kreisbahn
um die Exzenterachse 24 an dem Fortsatz 21 der Kolbenstange 18
bewegt. Bei jeder Umdrehung wird eine Relativlage zwischen
Kolben 7 und Kolbenstange 18 durchschritten, in der die Achse 9
des Kolbens 7 mit der Achse 20 der Kolbenstange 18 fluchtet. Der
Aufschraubvorgang des Kolbens 7 wird in einer solchen Winkel
endlage 33 beendet, in der die Achse 9 des Kolbens 7 mit der
Achse 20 der Kolbenstange 18 fluchtet. Damit fluchtet auch die
Umfangsfläche 8 des Kolbens 7 mit der Achse 20 der Kolbenstange
und mit der Lauffläche des Zylindergehäuses 2. In der Regel
ergibt sich ein gewisses Spiel 34 bzw. ein Abstand zwischen dem
stirnseitigen Übergang zwischen der Kolbenstange 18 und dem
Fortsatz 21 einerseits und der entsprechenden Stirnfläche des
Kolbens 7 andererseits, weil die Herstellung des Innengewindes
14 und des Außengewindes 23 dies mit sich bringen. In dieser
Winkelendlage 33 wird nun die Einheit aus Kolbenstange 18,
Führungsbuchse 5 und Kolben 7 in das Zylindergehäuse eingeführt
und mit den Schrauben 6 gesichert. In dieser Lage ist der Kolben
7 an einer Relativverdrehung zu der Kolbenstange 18 gehindert.
Die Kolbenstange 18 wird mit ihrem Lager 31 verdrehgesichert
gehalten. Die Vorspann- und Rückstellkräfte der Führungs- und
Dichtungselemente 10, 11, 12 sowie die Reibung im Bereich der
statischen Dichtung 16 reichen aus, um die Winkelendlage 33 zu
sichern, so dass sich auch während des Betriebes der Kolben/-
Zylinder-Einheit 1 keine Relativverdrehungen zwischen Kolben 7
und Kolbenstange 18 ergeben.
Bei der Ausführungsform der Kolben/Zylinder-Einheit 1 gemäß Fig.
2 ist zunächst eine grundsätzlich ähnliche Befestigung des
Kolbens 7 an der Kolbenstange 18 vorgesehen, wie dies anhand der
Ausführungsform der Fig. 1 beschrieben worden ist. Auch hier
besitzen also Kolben 7 und Kolbenstange 18 wiederum eine gemein
same Exzentrizität e, aus der sich bei jeder Umdrehung des
Aufschraubvorgangs des Kolbens 7 auf den Fortsatz 21 der Kolben
stange 18 eine Deckungswinkellage zwischen der Achse 9 des
Kolbens 7 und der Achse 20 der Kolbenstange 18 ergibt. Die
statische Dichtung 16 zwischen Kolben 7 und Kolbenstange 18 ist
hier im Bereich eines am Kolben 7 durchgehenden Innengewindes 14
vorgesehen. Die statische Dichtung 16 ist in eine Nut 35 am
Fortsatz 21 eingelegt. Auch das Außengewinde 23 erstreckt sich
ansonsten über die wesentliche Länge des Fortsatzes 21. In der
montierten Endwinkellage 33 ergibt sich auch hier ein Spiel 34
bzw. ein Abstand zwischen den einander zugeordneten Stirnflächen
von Kolben 7 und Kolbenstange 18.
Sinnvoll ist es in allen Ausführungsformen, wenn der Kolben 7
einerseits und die Kolbenstange 18 andererseits mit Markierungen
37, 38 versehen sind, die die Winkelendlage 33 erkennen lassen.
Die Markierungen 37, 38 können als Körnerschläge, als Farbtupfer
o. dgl. ausgebildet sein. Sie dienen insbesondere in einem Repa
raturfalle dem einfachen Erreichen und Überprüfen der Winkelend
lage 33 des aufgeschraubten Kolbens 7 auf die Kolbenstange 18.
1
Kolben/Zylinder-Einheit
2
Zylindergehäuse
3
Lager
4
Ansatzbuchse
5
Führungsbuchse
6
Schraube
7
Kolben
8
Umfangsfläche
9
Achse
10
Führungsband
11
Dichtung
12
Führungsring
13
Durchbrechung
14
Innengewinde
15
Bohrung
16
Dichtung
17
Exzenterachse
18
Kolbenstange
19
Durchmesser
20
Achse
21
Fortsatz
22
Umfangsfläche
23
Außengewinde
24
Exzenterachse
25
Abstreifer
26
Dichtung
27
Vorschaltring
28
Führungsband
29
Dichtung
30
Dichtung
31
Lager
32
Anschlag
33
Winkelendlage
34
Spiel
35
Nut
36
-
37
Markierung
38
Markierung
Claims (9)
1. Kolben/Zylinder-Einheit (1) mit einem Zylindergehäuse (2),
einem eine Achse (9) aufweisenden Kolben (7) und einer eine Ach
se (20) aufweisenden Kolbenstange (18), wobei der Kolben (7) ei
ne Kolbendichtung (11) und mindestens ein Führungselement (10,
12) aufweist und über ein in einer Durchbrechung (13) angeord
netes Innengewinde (14) mit einem auf einem Fortsatz (21) der
Kolbenstange (18) vorgesehenen Außengewinde (23) verbunden ist,
dadurch gekennzeichnet, dass das Innengewinde (14) des Kolbens
(7) und das Außengewinde (23) der Kolbenstange (18) mit überein
stimmender Exzentrizität (e) zu den jeweiligen Achsen (9, 20)
des Kolbens (7) und der Kolbenstange (18) vorgesehen sind, und
dass der Kolben (7) auf die Kolbenstange (18) mit einer solchen
Winkelendlage (33) aufgeschraubt ist, dass die Achsen (9, 20)
von Kolben (7) und Kolbenstange (18) miteinander fluchten.
2. Kolben/Zylinder-Einheit nach Anspruch 1, dadurch gekenn
zeichnet, dass die Kolbenstange (18) im Bereich ihres Fortsatzes
(21) einen Zapfen und der Kolben (7) im Bereich seiner Durchbre
chung (13) eine entsprechende Bohrung aufweisen, die mit glei
cher und gleichliegender Exzentrizität (e) wie das Außengewinde
(23) bzw. das Innengewinde (14) vorgesehen sind und in deren Be
reich eine statische Dichtung (16) angeordnet ist.
3. Kolben/Zylinder-Einheit nach Anspruch 1, dadurch gekenn
zeichnet, dass das Innengewinde (14) des Kolbens (7) axial
durchgehend ausgebildet ist und die Kolbenstange (18) das
Außengewinde (23) sich über die axiale Länge des Fortsatzes (21)
erstreckend aufweist, und dass zwischen Innengewinde (14) und
Außengewinde (23) eine statische Dichtung (16) vorgesehen ist.
4. Kolben/Zylinder-Einheit nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, dass die gemeinsame Exzentrizität (e)
etwa 0,5% bis 5,0% des Durchmessers der Kolbenstange (18) be
trägt.
5. Kolben/Zylinder-Einheit nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, dass die gemeinsame Exzentrizität (e) so
groß bemessen ist, dass die Rückstellkräfte der Dichtung (11)
und des Führungselementes (10, 12) des Kolbens (7) ausreichen,
um eine Relativverdrehung des Kolbens (7) zu der Kolbenstange
(18) im Betrieb zu verhindern.
6. Kolben/Zylinder-Einheit nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, dass der Durchmesser des Innengewindes
(14) des Kolbens (7) und der Durchmesser des Außengewindes (23)
der Kolbenstange (18) zur Übertragung einer großen Axialkraft
möglichst groß bemessen sind.
7. Kolben/Zylinder-Einheit nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, dass das Innengewinde (14) und das zuge
hörige Außengewinde (23) eine Steigung im Bereich zwischen 2 mm
und 5 mm aufweisen.
8. Kolben/Zylinder-Einheit nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet, dass die Kolbenstange (18) bei in die
Winkelendlage (33) aufgeschraubtem Kolben (7) nach rückwärts aus
dem Kolben (7) vorragt und in drucklosem Zustand sich direkt an
dem Zylindergehäuse (2) abstützt.
9. Kolben/Zylinder-Einheit nach einem der Ansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet, dass die Kolbenstange (18) und der Kol
ben (7) Markierungen (37, 38) zur Erkennung der Winkelendlage
(33) aufweisen.
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