DE10147923C2 - Medizinische Systemarchitektur mit lokaler Archivverwaltung in digitalen Bildsystemen - Google Patents
Medizinische Systemarchitektur mit lokaler Archivverwaltung in digitalen BildsystemenInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine medizinische Systemarchitektur
mit wenigstens einer Modalität zur Erfassung von Untersu
chungs-Bildern, mit einer der jeweiligen Modalität zugeordne
ten Vorrichtung zur Verarbeitung und lokalen, zeitlich be
grenzten Speicherung der Untersuchungs-Bilder mit einem Bild
system, mit einer Vorrichtung zur Übertragung von Daten und
der Untersuchungs-Bilder und mit zentralen Bildspeicher- und
Bildarchivierungssystemen zur zeitlich unbegrenzten Speiche
rung der Daten und Untersuchungs-Bilder mit einer Vielzahl
von Archivspeichern.
Aus dem Buch "Bildgebende Systeme für die medizinische Dia
gnostik", herausgegeben von H. Morneburg, 3. Auflage, 1995,
Seiten 684 ff sind medizinische Systemarchitekturen, sogenann
te PACS (Picture Archival and Communication Systeme), be
kannt, bei denen zum Abruf von Patientendaten und durch Moda
litäten erzeugte Bilder Bildbetrachtungs- und Bildbearbei
tungsplätze, sogenannte Workstations, über ein Bildkommunika
tionsnetz miteinander verbunden sind.
Bei der bisher allgemein üblichen analogen Archivierung wer
den auf Film gedruckte Bilder in der Regel mit traditionellen
Methoden verwaltet. In der nunmehr immer weiter verbreiteten
digitalen Archivierung werden die Bilder in zentralen Archi
ven gespeichert, wenn die Bilder nicht mehr auf den Worksta
tions benötigt werden, und können dort mit Hilfe von Suchan
fragen wiedergefunden und zurück geholt werden.
Aus der DE 41 38 188 A1 ist ein Verfahren zur Erfassung,
Speicherung und Archivierung medizinischer Bilder bekannt,
die mittels eines elektronischen Archivierungssystems zusam
men mit einer verbalen Beschreibung und den dazu gehörigen
Patientendaten gekoppelt abgespeichert werden, wobei die
Textinformationen nur zu dem jeweils dazu gehörenden Bild
ausgegeben werden.
In der WO 00/30012 A1 ist ein Patientendatenfile-Management
system mit Zugriffsmöglichkeit durch den Patienten beschrie
ben, welches insbesondere mit einem zentralen elektronischen
Archiv zum Erstellen, Speichern und computergerechten Aufbe
reiten und Austauschen digitaler Patientendatenfiles mit
Text- und Bilddaten dient. Das Archiv enthält Informationen
über dem Speicherplatz der Patientendaten. Die Patientenda
tenfiles können patientengesteuert zwischen Patienten, Kran
kenhäusern und Arztpraxen ausgetauscht werden.
Aus der WO 99/13415 A1 ist ein digitales Trustcenter für me
dizinische Bildidentifikation bekannt, bei dem ein medizini
sches Bildmanagementsystem mit einem Bildarchivserver medizi
nischen Geräten zugeordnet ist und eine Vielzahl von entfernt
angeordneten Wiedergabestationen vorgesehen sind, die über
ein Authentifizierungs- und Sicherheitssystem Bilder aus dem
Bildarchivserver abrufen können.
Die Erfindung geht von der Aufgabe aus, eine medizinische
Systemarchitektur der angegebenen Art, beispielsweise eine Röntgenanlage, der
art auszubilden, dass ein schneller und leichter Zugriff auf
digital archivierte Bilder von allen bisher an dieser Anlage
durchgeführten Untersuchungen ermöglicht wird.
Die Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass das
Bildsystem eine lokale Archivverwaltung für alle durchgeführ
ten Untersuchungen ohne zeitliche Begrenzung aufweist, die
bei Archivierung der Untersuchungs-Bilder die Archivziele in
den zentralen Bildspeicher- und Bildarchivierungssystemen al
ler Untersuchungs-Bilder speichert. Dadurch erhält man eine
vorteilhafte direkte schnelle Verfügbarkeit von Bildern aus
früheren Untersuchungen ohne zeitaufwendige Durchsuchung
zentraler Archivlisten.
Es hat sich als vorteilhaft erwiesen, wenn die lokale Archiv
verwaltung einen Verweisspeicher für Verweise auf die Archiv
speicher mit den entsprechenden Untersuchungs-Bildern als Ar
chivziel aufweist.
Die lokale Archivverwaltung lässt sich vereinfachen, wenn sie
einen Listenspeicher für eine Liste der gelöschten Untersu
chungen aufweist.
Die lokale Archivverwaltung kann erfindungsgemäß derart aus
gebildet sein, dass durch Auswahl eines gesuchten Eintrags
einer gelöschten Untersuchung ein Rücktransfer der Bilder aus
dem Archivspeicher angefordert wird.
Gelöschte Untersuchungen lassen sich einfacher auffinden,
wenn die lokale Archivverwaltung einen Speicher für eine ver
kleinerte Kopie der Röntgenbilder aufweist, die als Icons in
dem Speicher abgelegt sein können.
Die Erfindung ist nachfolgend anhand eines in der Zeichnung
dargestellten Ausführungsbeispieles näher erläutert. Es zei
gen:
Fig. 1 ein Beispiel einer Systemarchitektur eines Kranken
hausnetzes,
Fig. 2 eine erfindungsgemäße medizinische Systemarchitektur,
Fig. 3 eine graphische Darstellung der Datenstrukturen und
Transferpfade zur Erzeugung der Röntgenbilder,
Fig. 4 zur Archivierung der Röntgenbilder,
Fig. 5 zum Löschen der Röntgenbilder und
Fig. 6 zum Rücktransfer der Röntgenbilder.
In der Fig. 1 ist die Systemarchitektur eines Krankenhaus
netzes beispielhaft dargestellt. Zur Erfassung medizinischer
Bilder dienen die Modalitäten 1 bis 4, die als bilderzeugende
Systeme beispielsweise eine CT-Einheit 1 für Computertomogra
phie, eine MR-Einheit 2 für Magnetische Resonanz, eine DSA-
Einheit 3 für digitale Subtraktionsangiographie und eine
Röntgeneinheit 4 für die digitale Radiographie 4 aufweisen
kann. An diese Modalitäten 1 bis 4 sind Bedienerkonsolen 5
bis 8 der Modalitäten oder Workstations mit lokalen Bildspei
chern angeschlossen, mit denen die erfassten medizinischen
Bilder verarbeitet und lokal abgespeichert werden können.
Auch lassen sich zu den Bildern gehörende Patientendaten ein
geben.
Die Bedienerkonsolen 5 bis 8 sind mit einem Kommunikations
netz 9 als LAN/WAN Backbone zur Verteilung der erzeugten Bil
der und Kommunikation verbunden. So können beispielsweise die
in den Modalitäten 1 bis 4 erzeugten Bilder und die in den
Bedienerkonsolen 5 bis 8 weiter verarbeiteten Bilder in zent
ralen Bildspeicher- und Bildarchivierungssystemen 10 abge
speichert oder an andere Workstations weitergeleitet werden.
An dem Kommunikationsnetz 9 können weitere Viewing-Worksta
tions 11 als Befundungskonsolen angeschlossen sein, die loka
le Bildspeicher aufweisen. Eine derartige Viewing-Workstation
11 ist beispielsweise ein sehr schneller Kleincomputer auf
der Basis eines oder mehrerer schneller Prozessoren. In den
Viewing-Workstations 11 können die erfassten und im Bildar
chivierungssystem 10 abgelegten Bilder nachträglich zur Be
fundung abgerufen und in dem lokalen Bildspeicher abgelegt
werden, von dem sie unmittelbar der an der Viewing-Worksta
tion 11 arbeitenden Befundungsperson zur Verfügung stehen
können.
Weiterhin können an dem Kommunikationsnetz 9 Server 12, bei
spielsweise Patientendaten-Server (PDS), Fileserver, Pro
gramm-Server und/oder EPR-Server angeschlossen sein.
Der Bild- und Datenaustausch über das Kommunikationsnetz 9
erfolgt dabei nach dem DICOM-Standard, einem Industriestan
dard zur Übertragung von Bildern und weiteren medizinischen
Informationen zwischen Bildspeichern, damit eine digitale
Kommunikation zwischen Diagnose- und Therapiegeräten unter
schiedlicher Hersteller möglich ist. An dem Kommunikations
netz 9 kann ein Netzwerk-Interface 13 oder ein lokales Archiv
angeschlossen sein, über das das interne Kommunikationsnetz 9
mit einem globalen Datennetz, beispielsweise dem World Wide
Web verbunden ist, so dass die standardisierten Daten mit un
terschiedlichen Netzwerken weltweit ausgetauscht werden kön
nen.
An dem Kommunikationsnetz 9 kann ein RIS-Server 14 ange
schlossen sein, mit dem die Bedienerkonsolen 5 bis 8 mittels
des Kommunikationsnetzes 9 über Protokolle kommunizieren kön
nen.
In einem in Fig. 2 dargestellten Bildsystem 15 beispielswei
se der Röntgeneinheit 4 ist ein lokaler Bildspeicher 16 und
ein Untersuchungsspeicher 18 für eine Liste der aktuellen, in
dem lokalen Bildspeicher 16 enthaltenen Untersuchungen vorge
sehen, der erfindungsgemäß mit einer lokalen Archivverwaltung
17 für alle durchgeführten Untersuchungen ohne zeitliche Be
grenzung verbunden ist. Beim Archivieren der Röntgenbilder
aus dem lokalen Bildspeicher 16 in einen Archivspeicher 19
des Bildspeicher- und Bildarchivierungssystems 10 wird ge
steuert durch eine Steuervorrichtung 20 der lokalen Archiv
verwaltung 17 eine Kennnummer des Archivspeichers 19 als Ar
chivziel in einem Verweisspeicher 21 gespeichert. In einem
weiteren Speicher 22 sind verkleinerte Kopien der Röntgenbil
der beispielsweise als sogenannte Thumbnails oder Icons ge
speichert.
Werden nicht mehr benötigte Bilder nach dem Archivieren lokal
aus dem Bildspeicher 16 gelöscht, werden aus dem Speicher der
Untersuchungsliste 18 der entsprechende Eintrag in den Lis
tenspeicher 23 und ein Verweis auf das Archivziel, den Ar
chivspeicher 19, in den Speicher 21 übertragen sowie eine
verkleinerte Kopie der Röntgenbilder in dem Speicher 22 lokal
festgehalten. Aus der in dem Listenspeicher 23 enthaltenen
Liste der gelöschten Untersuchungen kann durch Anwahl des ge
suchten Eintrags der Rücktransfer der Bilder aus dem Bild
speicher- und Bildarchivierungssystemen 10 angefordert wer
den. Ein Aufruf kann auch durch Klicken auf das entsprechende
Icon durchgeführt werden. Die Speicher 18, 21 bis 23 können
auch nur ein Speicher mit verschiedenen Speicherplätzen sein.
Anhand der Fig. 3 bis 6 mit einer graphische Darstellung
der Datenstrukturen und Transferpfade wird nun die erfin
dungsgemäße Vorgehensweise näher erläutert. Die ersten drei
Spalten 24 bis 26 stellen die Vorgänge in dem Röntgen Bild
system 15 dar, während die letzte Spalte 27 die Inhalte des
zentralen Archivs wiedergibt, wie dies durch die senkrechten
Linien 28 gekennzeichnet wird.
In der ersten Spalte 24 sind vom Röntgen Bildsystem jeweils
die in dem Untersuchungsspeicher 18 enthaltenen Untersuchungslisten
29 dargestellt. In der zweiten Spalte 25 ist der
Inhalt des Bildspeichers 16, Röntgenbilder 30 (B1, B2 und
B3), wiedergegeben. In der dritten Spalte 26 sind in dem Lis
tenspeicher 23 enthaltene Listen 31 der gelöschten Untersu
chungen und in der vierten Spalte 27 die Inhalte des Archiv
speichers 19 des zentralen Archivs dargestellt.
Bei Erzeugung der Röntgenbilder 30 (B1, B2 und B3) werden
diese wie in Fig. 3 dargestellt in dem Bildspeicher 16 abge
speichert und eine Untersuchungsliste 29 der Studie i in dem
Untersuchungsspeicher 18 hinterlegt.
Zur Archivierung werden gemäß Fig. 4 die Röntgenbilder 30 in
den Archivspeicher 19 übertragen.
Werden nun die Röntgenbilder 30 sowie der entsprechende Ein
trag aus der Untersuchungsliste 29 der Studie i entsprechend
Fig. 5 in dem Bildspeicher 16 und Untersuchungsspeicher 18
gelöscht, wird die Studie i in die Liste 31 der gelöschten
Untersuchungen des Listenspeichers 23 übernommen und von je
dem Röntgenbild 30 eine verkleinerte Kopie als Thumbnail oder
Icon 32 erstellt und in dem Speicher 22 abgelegt.
Soll nun ein Rücktransfer der Röntgenbilder 30 aus dem Ar
chivspeicher 19 in den Bildspeicher 16 erfolgen, damit sie
beispielsweise nachbehandelt oder zur Kontrolle mit neueren
Aufnahmen herangezogen werden können, wird dies durch Auswahl
der in der Liste 31 enthaltenen gelöschten Studie i oder
durch Klicken auf die Icons 32 erreicht. Die Röntgenbilder 30
werden aus dem Archivspeicher 19 ausgelesen und die Studie i
aus der Liste 31 der gelöschten Untersuchungen des Listen
speichers 23 in die Untersuchungsliste 29 des Untersuchungs
speichers 18 übernommen.
In dem Bildsystem der Röntgenanlage wird also eine lokale
Verwaltung aller durchgeführten Untersuchungen ohne zeitliche
Begrenzung eingerichtet. Beim Archivieren der Röntgenbilder
wird die Kennnummer des Archivziels in der lokalen Verwaltung
gespeichert. Werden nicht mehr benötigte Bilder nach dem Ar
chivieren lokal gelöscht, bleibt ein Verweis auf das Archiv
ziel und eine verkleinerte Kopie der Röntgenbilder lokal er
halten. Aus der Liste der gelöschten Untersuchungen kann
durch Anwahl des gesuchten Eintrags der Rücktransfer der Bil
der aus dem Archiv angefordert werden.
Durch die erfindungsgemäße Ausbildung der medizinischen Systemarchitektur erhält
man eine zeitlich unbegrenzte Verwaltung komprimierter Bild-
und Zugriffsinformationen aller archivierten und gelöschten
Untersuchungsdaten, die an der Anlage erzeugt wurden, zur
schnellen Wiederbeschaffung der ausgelagerten Daten.
Claims (6)
1. Medizinische Systemarchitektur mit wenigstens einer Moda
lität (1 bis 4) zur Erfassung von Untersuchungs-Bildern, mit
einer der jeweiligen Modalität zugeordneten Vorrichtung (5
bis 8) zur Verarbeitung und lokalen, zeitlich begrenzten
Speicherung der Untersuchungs-Bilder (30) mit einem Bildsys
tem (15), mit einer Vorrichtung (9) zur Übertragung von Daten
und der Untersuchungs-Bilder und mit zentralen Bildspeicher-
und Bildarchivierungssystemen (10) zur zeitlich unbegrenzten
Speicherung der Daten und Untersuchungs-Bilder (30) mit einer
Vielzahl von Archivspeichern (19), dadurch
gekennzeichnet, dass das Bildsystem (15)
eine lokale Archivverwaltung (17) für alle durchgeführten Un
tersuchungen ohne zeitliche Begrenzung aufweist, die bei Ar
chivierung der Untersuchungs-Bilder (30) die Archivziele in
den zentralen Bildspeicher- und Bildarchivierungssystemen
(10) aller Untersuchungs-Bilder (30) speichert.
2. Medizinische Systemarchitektur nach Anspruch 1, da
durch gekennzeichnet, dass die loka
le Archivverwaltung (17) einen Verweisspeicher (21) für Ver
weise auf die Archivspeicher (19) mit den entsprechenden Un
tersuchungs-Bildern (30) als Archivziel aufweist.
3. Medizinische Systemarchitektur nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass die
lokale Archivverwaltung (17) einen Listenspeicher (23) für
eine Liste (31) der gelöschten Untersuchungen aufweist.
4. Medizinische Systemarchitektur nach einem der Ansprüche 1
bis 3, dadurch gekennzeichnet
dass die lokale Archivverwaltung (17) derart ausgebildet ist,
dass durch Auswahl eines gesuchten Eintrags einer gelöschten
Untersuchung ein Rücktransfer der Bilder aus dem Archivspei
cher (19) durchgeführt wird.
5. Medizinische Systemarchitektur nach einem der Ansprüche 1
bis 4, dadurch gekennzeichnet,
dass die lokale Archivverwaltung (17) einen Speicher (22) für
eine verkleinerte Kopie der Untersuchungs-Bilder (30) auf
weist.
6. Medizinische Systemarchitektur nach Anspruch 5, da
durch gekennzeichnet, dass die loka
le Archivverwaltung (17) derart ausgebildet ist, dass die
verkleinerten Kopien der Untersuchungs-Bilder (30) als Icons
in dem Speicher (22) abgelegt sind.
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