DE10147794A1 - Umhüllungsmaterial zum Umhüllen eines Ballens - Google Patents
Umhüllungsmaterial zum Umhüllen eines BallensInfo
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Abstract
Die Erfindung bezieht sich auf ein Umhüllungsmaterial (40) zum Umhüllen eines Ballens aus landwirtschaftlichem Material, mit einem Trägermaterial (42). Um ein Verderben umwickelter Ballen aus landwirtschaftlichem Material durch aerobe Organismen zu vermeiden, wird vorgeschlagen, dass das Trägermaterial (42) mit einem Konservierungsmittel beschichtet ist bzw. ein Konservierungsmittel enthält.
Description
- Die Erfindung betrifft ein Umhüllungsmaterial zum Umhüllen eines Ballens aus landwirtschaftlichem Material.
- Es ist im Stande der Technik bekannt, Ballen aus landwirtschaftlichen Produkten wie Gras (Heu) und Stroh mit einer luft- und wasserdichten Folie zu umhüllen. Derartige umwickelte Ballen können Silage enthalten, d. h. Produkte mit mehr als 50% Feuchtigkeit. Die Folie erzeugt im Ballen eine anaerobe Umgebung, in der bestimmte, zum Verderben der Silage führende Organismen, wie insbesondere aerobe Pilze und Bakterien, nicht leben können. Die Folie verhindert auf diese Weise ein unerwünschtes Verderben der Produkte.
- Es ist aus der WO 90/07284 A und der WO 92/17071 A bekannt, Harnstoff (ein Konservierungsmittel) in landwirtschaftliche Produkte mit relativ hoher Feuchtigkeit einzumischen, sie in Ballen zu pressen und sie schließlich zu umwickeln. Im Ballen wickelt sich eine chemische Reaktion ab, welche zu einem höheren Protein- und Stärkegehalt führen soll.
- Weiterhin kann es zur Verminderung von Ernteverlusten wünschenswert sein, Heu mit geringerer Feuchtigkeit mit Folie zu umwickeln. Dabei ist darauf zu achten, dass nur völlig trockenes Heu mit einer Feuchte von ca. 12% umwickelt wird, da es sonst durch aerobe Pilze, Bakterien oder thermophyle Actinomyceten verdorben wird. Heu kann nur unter hohen Verlusten auf eine derart geringe Feuchtigkeit herunter getrocknet werden. Im umwickelten Ballen ist auch mit wasserdurchlässigen Folien ein Trocknen auf diesen geringen Feuchtigkeitsgrad nicht möglich. Bei Feuchtigkeiten zwischen 12 und 35% wäre der Einsatz von Konservierungsmitteln möglich, jedoch nicht bei Feuchtigkeiten über 35%, da diese Mittel bei derart hohen Feuchtigkeitsgraden nicht hinreichend wirken. Beispielsweise ist in der DE 32 32 746 A eine Ballenpresse beschrieben, in der dem Erntegut abhängig von dessen gemessener Feuchte Konservierungsstoffe zugegeben werden.
- Bei umwickelten Silageballen ist als problematisch anzusehen, dass unerwünschte Löcher in der Umhüllung die anaerobe Umgebung zerstören, was ein Verderben des landwirtschaftlichen Materials durch die genannten Organismen zur Folge haben kann. Der Anteil des verdorbenen Materials hängt von der Größe des Lochs, von der Festigkeit des Ballens und davon ab, wie weit der Wind unter die Umhüllung vordringen kann. Der Anteil verdorbenen Materials kann ein kleines Volumen oder den ganzen Ballen betreffen, wenn er zu lose oder zu trocken ist.
- Das der Erfindung zugrunde liegende Problem wird darin gesehen, ein Verderben umwickelter Ballen aus landwirtschaftlichen Material durch aerobe Organismen zu vermeiden oder wenigstens zu reduzieren.
- Dieses Problem wird erfindungsgemäß durch die Lehren der Patentansprüche 1, 6, 8, 9 und 10 gelöst, wobei in den weiteren Patentansprüchen Merkmale aufgeführt sind, die die Lösung in vorteilhafter Weise weiterentwickeln.
- Die Erfindung schlägt vor, ein Umhüllungsmaterial zu verwenden, das aus einem Trägermaterial besteht, welches mit einem Konservierungsmittel beaufschlagt ist. Das Konservierungsmittel ist beispielsweise in einer auf das Trägermaterial aufgetragenen Beschichtung und/oder im Umhüllungsmaterial, das hinreichend porös ist, enthalten. Bei porösem Umhüllungsmaterial können die Poren zunächst geschlossen sein, das Konservierungsmittel aber bereits enthalten. Durch das Strecken des Umhüllungsmaterial beim Wickeln werden die Poren geöffnet und geben das Konservierungsmittel frei. Das Konservierungsmittel kann flüchtig sein, so dass es nach Umwickeln des Ballens in sein Volumen eindringt und dort die unerwünschten Organismen bekämpft. Es ist an der durch eindringenden Luftsauerstoff besonders gefährdeten Oberfläche in erhöhter Konzentration vorhanden. An der Außenseite des Umhüllungsmaterials kann eine Beschichtung das Austreten des Konservierungsmittels nach außen verhindern.
- Auf diese Weise verhindert das Konservierungsmittel bei Silage (Produkten mit mehr als 50% Feuchtigkeit) enthaltenden Ballen ein Verderben des landwirtschaftlichen Materials, wenn durch unerwünschte Löcher oder Risse im Umhüllungsmaterial Luft an den Ballen gelangt. Die ansonsten zum Verderben der Produkte führenden anaeroben Organismen werden durch das Konservierungsmittel abgetötet. Das erfindungsgemäße Umhüllungsmaterial schützt das landwirtschaftliche Material vor Luftsauerstoff, hält das Konservierungsmittel im Innenraum der Umhüllung und verhindert ein unerwünschtes Verderben des landwirtschaftlichen Materials, falls im Umhüllungsmaterial Löcher oder Risse entstehen sollten. Durch Verwendung des erfindungsgemäßen Umhüllungsmaterials ist es auch denkbar, Heuballen mit einer Feuchtigkeit von weniger oder mehr als 35% zu umwickeln.
- Die Erfindung ermöglicht, auf die Zugabe von Konservierungsmitteln in das landwirtschaftliche Material zu verzichten. Man erspart sich dadurch Einrichtungen zum Zufügen des Konservierungsmittel und Messeinrichtungen zur Ermittlung der jeweils benötigten Menge. Es aber sowohl bei Ballen aus Silage als auch aus Heu denkbar, auch dem landwirtschaftlichen Material Konservierungsstoffe zuzugeben.
- Als Konservierungsmittel kommen insbesondere die im Stand der Technik als Konservierungsmittel für landwirtschaftliche Produkte bekannten Chemikalien in Frage, wie Propionsäure, Milchsäure, Essigsäure, Formaldehyd, Ammoniakverbindungen, Harnstoff, bestimmte Bakterien und Fermentationsprodukte.
- Das Konservierungsmittel ist zweckmäßigerweise an der dem Ballen zugewandten Innenseite des Trägermaterials aufgebracht, zusätzlich bzw. alternativ kann es sich auch an der Außenseite des Trägermaterials befinden.
- Die Erfindung findet in der Regel an Ballenwicklern oder Ballenpressen Verwendung, in denen ein Ballen aus landwirtschaftlichem Material mit dem erfindungsgemäßen Umhüllungsmaterial umhüllt bzw. umwickelt wird. Das Konservierungsmittel kann sich bereits auf dem Umhüllungsmaterial befinden, d. h. es werden Rollen mit Umhüllungsmaterial verwendet, das mit Konservierungsmittel beaufschlagt ist. Denkbar ist aber auch, das Umhüllungsmaterial erst beim Umhüllen des Ballens mit dem Konservierungsmittel zu beaufschlagen, was bei flüssigem Konservierungsmittel durch Sprühdüsen oder mittels eines Tauchbads erfolgen kann.
- In den Zeichnungen sind zwei nachfolgend näher beschriebene Ausführungsbeispiele der Erfindung dargestellt. Es zeigt:
- Fig. 1 eine landwirtschaftliche Maschine in Seitenansicht,
- Fig. 2 einen Querschnitt durch das Umhüllungsmaterial,
- Fig. 3 einen vergrößerten Ausschnitt einer anderen Ausführungsform der landwirtschaftlichen Maschine.
- Fig. 1 zeigt eine landwirtschaftliche Maschine 10. Die landwirtschaftliche Maschine 10 ist in diesem Ausführungsbeispiel als eine Kombination aus einer Presse 14, nämlich einer Rundballenpresse, und einer Umhüllungsvorrichtung 16 ausgebildet, die sich gemeinsam über ein Fahrgestell 18 auf dem Boden abstützen. An die Vorderseite der Presse 14 ist eine Deichsel 20 angeschlossen, die die Verbindung zu einem nicht gezeigten Ackerschlepper herstellt. Die Presse 14 und die Umhüllungsvorrichtung 16 stützen sich gegenüber dem Fahrgestell 18 mittels verschiedener Streben ab, von denen eine vordere Strebe 22 und eine rückwärtige Strebe 24 erwähnt sind. Diese Streben 22, 24 befinden sich an der Seite der Presse 14 und zwar auf beiden Seiten.
- Die Umhüllungsvorrichtung 16 befindet sich an dem rückwärtigen Ende des Fahrgestells 18 und weist zwei gemeinsam um eine vertikale Achse drehbare Arme 26 auf, an deren vertikalen Endbereichen jeweils eine Rolle 28 mit Umhüllungsmaterial 40 (s. Fig. 2) drehbar gelagert ist. Dieses Umhüllungsmaterial 40 wird um einen nicht gezeigten Rundballen gewickelt, sobald dieser aus der Presse 14 abgegeben und von einem drehbaren Wickeltisch 30 aufgenommen wird. Die insoweit beschriebene landwirtschaftliche Maschine 10 ist im Detail in der deutschen Patentanmeldung 100 44 166 beschrieben, deren Offenbarung ausdrücklich miteinbezogen wird.
- Alternativ kann die landwirtschaftliche Maschine 10 als eine eigenständige Wickelmaschine oder als eine Rundballenpresse ausgebildet werden, in oder auf der eine Rolle 28 mit Wickelmaterial Anwendung findet.
- Die Fig. 2 zeigt einen Querschnitt durch das Umhüllungsmaterial 40, das auf der Rolle 28 aufgewickelt ist. Das Umhüllungsmaterial 40 umfasst ein Trägermaterial 42, das aus einer wasser- und luftundurchlässigen Stretchfolie besteht, und eine Beschichtung 44, die ein Konservierungsmittel enthält. Das Trägermaterial 42 ist auch für das Konservierungsmittel undurchdringlich. Das Konservierungsmittel ist durch geeignete, in der Beschichtung 44 enthaltene Bindemittel am Trägermaterial 42 befestigt. Die Rolle 28 mit dem Umhüllungsmaterial 40 wird derart in die Umhüllungsvorrichtung 16 eingefädelt, dass die Beschichtung 44 mit dem Konservierungsmittel am einem von der Presse 14 erstellten Rundballen zum Anliegen kommt. Das Trägermaterial 42 erzeugt eine anaerobe Umgebung im Ballen. Das Konservierungsmittel ist flüchtig und durchdringt das Volumens des Ballens. Dadurch wird ein Verderben des landwirtschaftlichen Materials im Ballen durch aerobe Organismen verhindert. Durch die erhöhte Konzentration des Konservierungsmittels im Außenbereich des Ballens wird ein Verderben auch dann unterbunden, wenn ein Loch oder ein Riss in der Umhüllung entsteht.
- In Fig. 3 ist ein Ausschnitt aus einer landwirtschaftlichen Maschine dargestellt, die im Wesentlichen mit der in Fig. 1 gezeigten übereinstimmt. Während auf der Rolle 28 ein in sich poröses Umhüllungsmaterial 40 aufgerollt ist, ist eine Einrichtung zum Tränken des Trägermaterials 42 mit einem Konservierungsmittel vorgesehen. Diese Einrichtung umfasst eine Walze 46, der gegenüberliegend ein Schwamm 48 angeordnet ist, der aus einem geeigneten Vorratsbehälter mit einem Konservierungsmittel getränkt ist. Das Trägermaterial 42 wird zwischen der Walze 46 und dem Schwamm 48 hindurchgezogen und durch den Schwamm 48 mit Konservierungsmittel beaufschlagt. Auf der dem Schwamm 48 gegenüberliegenden Oberfläche ist das Trägermaterial 42 mit einer dünnen Schicht 43 versehen, die für das Konservierungsmittel undurchlässig ist und verhindert, dass es nach außen diffundiert. Anstelle des Schwamms 48 könnten auch Sprühdüsen verwendet werden.
- Stromab des Schwamms 48 wird das nunmehr einsatzbereite Umhüllungsmaterial 44 zwischen zwei Walzen 50, 52 hindurchgeführt, von denen eine gegen die andere federkraftbeaufschlagt ist, und zum Umhüllen des Ballens verwendet, wobei die mit Konservierungsmittel getränkte Seite am Ballen anliegt. Die Walzen 50, 52 könnten ggf. auch entfallen. Die in Fig. 3 dargestellte Einrichtung ist an jedem der Arme 26 der landwirtschaftlichen Maschine 10, also zweifach, vorhanden. Nach dem Umwickeln des Ballens verdunstet das Konservierungsmittel zumindest teilweise und durchdringt das Volumen des Ballens. Unerwünschte, zum Verderben des Materials im Ballen führende Organismen werden auf diese Art effektiv bekämpft. Die Konzentration des Konservierungsmittels ist an der durch Löcher oder Risse im Umhüllungsmaterial 40 besonders gefährdeten Oberfläche des Ballens am größten. Selbstverständlich wäre es auch denkbar, das mit der in Fig. 3 gezeigten Einrichtung erzeugte Umhüllungsmaterial auf Rollen aufzuwickeln und in der Maschine gemäß Fig. 1 zu verwenden.
Claims (11)
1. Umhüllungsmaterial (40) zum Umhüllen eines Ballens aus
landwirtschaftlichem Material, dadurch gekennzeichnet, dass
es mit einem Konservierungsmittel beaufschlagt ist.
2. Umhüllungsmaterial (40) nach Anspruch 1, dadurch
gekennzeichnet, dass es mit einer Beschichtung (44)
versehen ist, die Konservierungsmittel enthält oder daraus
besteht.
3. Umhüllungsmaterial (40) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch
gekennzeichnet, dass das Konservierungsmittel in Poren des
Umhüllungsmaterials (40) aufgenommen ist.
4. Umhüllungsmaterial (40) nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, dass das Umhüllungsmaterial auf
einer Oberfläche mit dem Konservierungsmittel versehen ist,
die am Ballen zum Anliegen kommt.
5. Umhüllungsmaterial (40) nach Anspruch 4, dadurch
gekennzeichnet, dass die äußere Oberfläche des
Umhüllungsmaterials (40) mit einer Schicht (43) versehen
ist, die für das Konservierungsmittel undurchlässig ist
und verhindert, dass es nach außen diffundiert.
6. Ballen aus landwirtschaftlichem Material, dadurch
gekennzeichnet, dass er mit einem Umhüllungsmaterial (40)
nach einem der Ansprüche 1 bis 5 umhüllt ist.
7. Ballen nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass das
landwirtschaftliche Material Silage oder Heu ist.
8. Verwendung eines mit Konservierungsmittel beaufschlagten
Umhüllungsmaterials (40) zum Umhüllen eines Ballens aus
landwirtschaftlichem Material.
9. Verfahren zur Erzeugung eines Ballens aus
landwirtschaftlichem Material, wobei das landwirtschaftliche Material
aufgenommen, zu einem Ballen gepresst und mit einem
Umhüllungsmaterial (40) umhüllt wird, dadurch
gekennzeichnet, dass der Ballen mit einem Umhüllungsmaterial (40)
umhüllt wird, das mit einem Konservierungsmittel
beaufschlagt ist.
10. Landwirtschaftliche Maschine (10) zum Bergen oder
Bearbeiten landwirtschaftlichen Materials mit einer
Umhüllungsvorrichtung (16), die Umhüllungsmaterial (40)
enthält, dadurch gekennzeichnet, dass das
Umhüllungsmaterial (40) mit einem Konservierungsmittel beaufschlagt
ist.
11. Maschine (10) nach Anspruch 10, gekennzeichnet durch eine
Einrichtung zum Beaufschlagen eines Umhüllungsmaterials
(42) mit einem Konservierungsmittel.
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