Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur
Stoßstellendämmung, insbesondere Dämpfung von Schwingungsübertragung,
zwischen aneinanderstoßenden Bauteilen, wie Wandelementen, Wänden,
Böden, Decken, insbesondere einem tragenden Bauteil und einem
nichttragenden Bauteil.
Durch eine flächen- und kostensparende Bauweise wurden in den letzten
Jahren die Baustoffstärken im Wand- und Deckenbereich immer weiter
verringert. Dies hat zur Folge, dass die für den Schallschutz
erforderliche Masse der tragenden Wände nicht mehr ausreicht, um die von
eingebundenen nichttragenden inneren Trennwänden übertragene
Schallenergie zu kompensieren. Das nach der Norm DIN 4109 für den
Schallschutz erforderliche mittlere Flächengewicht von 300 kg/m2 wird mit
eingebundenen nichttragenden Innenwänden nicht mehr erreicht. Daher kann
durch in Ansatz zu bringende Korrekturbeiwerte kein erhöhter
Schallschutz erzielt werden.
An einen Stoß von nichttragenden Innenwänden zu den tragenden Wänden
angebrachte Dämmmaterialien verhindern zwar eine gegenseitige
Schwingungsanregung von tragenden Wänden und nichttragenden Trennwänden,
sind aber durch die Bauausführung wegen systembedingter Putzbrücken
zwischen den nichttragenden Innenwänden und den tragenden Wänden
nachweislich im Wesentlichen wirkungslos. Das gilt auch für Korkstreifen
mit insbesondere einer Dicke über 7 mm zum Ausgleich eventueller
Unebenheiten an den Wänden und Böden und einer Breite, die gleich der
Steinbreite ist. Es hat sich herausgestellt, dass entstehende
Putzbrücken zu Übertragungen der Schallwellen am Wandende führen. Dieser
technische Sachverhalt gilt analog für Decken- und Bodenanschlüsse.
Zur Zeit werden auf Baustellen nichttragende innere Trennwände durch
Verzahnung durch Flachstahlankeranschlüsse oder durch Putzhalterung mit
den tragenden Wänden verbunden. Das erreichbare Stoßstellendämmmaß
beträgt mit diesen Systemen weniger als 15 dB. Es hat sich
herausgestellt, dass für eine schalltechnische Entkopplung zumindest
25 dB erzielt werden sollten. Dies ist mit den Maßnahmen zur
Stoßstellendämmung nach dem Stand der Technik jedoch nicht möglich.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung zur
Stoßstellendämmung, insbesondere Dämpfung von Schwingungsübertragung,
zwischen aneinanderstoßenden Bauteilen, wie Wandelementen, Wänden,
Böden, Decken, insbesondere einem tragenden Bauteil und einem
nichttragenden Bauteil, dahingehend fortzubilden, dass eine
schalltechnische Entkopplung der Bauteile erzielt wird.
Die Aufgabe wird durch eine Vorrichtung nach dem Oberbegriff des
Anspruchs 1 dadurch gelöst, dass die Vorrichtung ein Profil ist, das ein
Basisteil zum Befestigen an einem ersten Bauteil und zumindest ein
Aufnahmeteil zum Aufnehmen eines Teils eines zweiten Bauteils aufweist.
Weiterbildungen der Erfindung sind in den abhängigen Ansprüchen
definiert.
Dadurch wird eine Vorrichtung zur Stoßstellendämmung geschaffen, die
eine schalltechnische Entkopplung ermöglicht. Durch Einsetzen einer
solchen Vorrichtung bzw. eines solchen Profils zwischen Bauteilen, wie
Wandelementen bzw. Wänden und/oder zwischen Wandelementen bzw. Wänden
und Decken und/oder Böden eines Gebäudes wird eine direkte stoffliche
Verbindung zwischen diesen Teilen, also insbesondere tragenden und
nichttragenden Bauteilen, im Wesentlichen vermieden. Vorteilhafterweise
wird dabei zwischen den nichttragenden und den tragenden Bauteilen jede
Berührung durch starre, insbesondere mineralische Baustoffe, wie Putz,
Estrich oder dergleichen, vermieden. Eine Schallübertragung kann dadurch
nicht mehr oder zumindest kaum noch bzw. sehr gedämpft erfolgen. Als
störend empfundene Geräuschübertragung von einem Raum eines Gebäudes in
einen anderen lassen sich hierdurch auf ein akzeptables Maß verringern.
Die Vorrichtung ist dabei vorteilhaft durch ihre Geometrie und/oder
Materialwahl so ausgebildet, dass eine Schwingungsübertragung über sie
im Wesentlichen verhindert werden kann, insbesondere eine Übertragung
der durch Schallwellen erzeugten Biege- und Längsschwingungen, da diese
von der Vorrichtung aufgenommen bzw. absorbiert und im Wesentlichen
nicht weitergegeben werden.
Mit der Vorrichtung ist es vorteilhaft möglich, Schwingungen des jeweils
einen, also leichteren oder schwereren Wandelements bzw. der leichteren
oder schwereren Wand in Wandlängs- und Wandquerrichtung mit einer
Längenänderung des Wandelements bzw. der Wand von z. B. 5.10-6 m in beide
Richtungen aufzunehmen. Das Stoßstellendämmmaß liegt bei Verwendung der
Vorrichtung bzw. des Profils deutlich über 25 dB. Nichttragende Wände
bzw. Wandelemente gelten damit als schalltechnisch entkoppelt und die
Anforderungen eines erhöhten Schallschutzes können im Gesamtsystem des
Gebäudes leichter erfüllt werden.
Der besondere Vorteil der Vorrichtung gegenüber den Maßnahmen zur
Schalldämmung des Standes der Technik besteht auch darin, dass der
Einbau der erfindungsgemäßen Vorrichtung zur Stoßstellendämmung im
Wesentlichen keine zusätzlichen Werkzeuge oder Materialien wie Kleber
oder ähnliches im Bereich des umfassten Wandelements bzw. der umfassten
Wand erfordert. Das Profil kann in einem bestimmten Bereich mit einem
verwendeten Mauermörtel bzw. Putz zum Verputzen der nichttragenden Wand
bzw. des nichttragenden Wandelements befestigt werden und/oder Steine
oder Elemente, werden in das Profil eingesetzt, insbesondere mit der in
der Norm DIN 4103 geforderten Stabilität. Ein bedeutender Vorteil der
Vorrichtung besteht außerdem darin, dass eine durch Verarbeitungsfehler
in Form von Putzbrücken auftretende Schallübertragung im Wesentlichen
ausgeschlossen werden kann. Die Vorrichtung dient zudem als Fixier- und
Montagehilfe von nichttragenden Wänden bzw. Wandelementen, erleichtert
die Arbeit des Handwerkers und erhöht damit die Qualität der Arbeit am
Bau.
Vorzugsweise ist das Profil im Wesentlichen u-förmig. Hierdurch entsteht
ein Basisteil im unteren u-Bereich und ein Aufnahmeteil in dessen
umgreifenden Bereich. Die u-Form lässt sich problemlos an die Form und
Stärke des zu umgreifenden Wandelements bzw. der zu umgreifenden Wand
anpassen. Außerdem ist sie einfach herzustellen und bietet die
Möglichkeit einer federnden und problemlosen Befestigung an der Wand
bzw. dem Wandelement. Bevorzugt weist das Aufnahmeteil zumindest einen
Schenkel zum Angreifen, insbesondere federnden Angreifen an dem zweiten
Bauteil, insbesondere Wand oder Wandelement auf. Besonderes bevorzugt
ist der zumindest eine Schenkel federnd so an dem Basisteil befestigt
und/oder ist der zumindest eine Schenkel so geneigt, dass ein fester
Halt an dem eingefügten Bauteil ermöglicht ist. Das Bauteil,
insbesondere Wand oder Wandelement wird dadurch in dem Profil bzw. der
Vorrichtung eingeklemmt, so dass kein weiteres Klebemittel oder
dergleichen Einrichtung zum Verbinden mehr erforderlich ist. Eine feste
stoffliche Verbindung zwischen dem oder den Schenkeln der Vorrichtung
bzw. des Profils und dem Bauteil wird vorteilhaft vermieden, um die
Übertragung von Schwingungen hierüber zu verhindern.
Damit die Profile leicht auf Elemente der Innenwände aufgesetzt werden
können und nicht verrutschen oder damit Steine der Wände im Randbereich
bereits beim Einsetzen gut von dem Profil gehalten werden, liegen die
Schenkel bei auf das Wandelement bzw. den Stein oder Ziegel aufgesetztem
Profil vorteilhaft unter Spannung daran an. Vorzugsweise weisen Schenkel
und/oder Laschenelement an den Schenkeln eine Neigung zu der Innenseite
der Vorrichtung und somit zu dem einzufügenden Bauteil, wie z. B. Wand
oder Wandelement hin auf. Um eine besonders gute Klemmung zu erzielen,
entspricht die lichte Weite zwischen zwei Schenkeln der Vorrichtung im
Wesentlichen der Stärke des zwischen den Schenkeln einfügbaren oder
eingefügten Bauteils. Insbesondere ist die lichte Weite so viel geringer
als die Stärke des Bauteils, dass eine klemmende Befestigung an diesem
entsteht.
Alternativ oder zusätzlich zu dem Neigen des oder der Schenkel können
bevorzugt der oder die Schenkel mit einem oder mehreren Laschenelementen
zum Anlagern an dem zweiten Bauteil, insbesondere einer nichttragenden
Wand oder einem nichttragenden Wandelement versehen sein. Die
Laschenelemente sind vorzugsweise federnd ausgebildet bzw. an den
Schenkeln vorgesehen und greifen lediglich in einem schmalen,
insbesondere linienförmigen Bereich an dem eingefügten oder
einzufügenden zweiten Bauteil an. Hierdurch kann das Bauteil stützend
gehalten werden unter Aufnahme von Schwingungen durch das Profil bzw.
die Vorrichtung.
Das Profil, insbesondere das Basisteil, ist bevorzugt mit Einrichtungen
zum Verbessern des Halts an dem ersten Bauteil, insbesondere einer
tragenden Wand, Wandelement, Boden oder Decke und zum Einhalten eines
Abstandes zwischen dem eingefügten zweiten Bauteil und der Oberfläche
des Basisteils, insbesondere mit Profilierungen und/oder Auskragungen
und/oder Einschnitten versehbar oder versehen. Hierdurch kann nicht nur
der Halt an dem insbesondere tragenden Bauteil verbessert werden. Es
wird auch ein Kontakt zwischen dem zweiten, insbesondere nichttragenden
Bauteil und dem Basisteil vermieden, der ansonsten zu einem Kontakt und
damit Schwingungsübertragungsmöglichkeit zwischen dem zweiten und dem
ersten Bauteil führen kann. Vorzugsweise sind die Auskragungen und/oder
Einschnitte auf Außenseite und/oder Innenseite des Profils vorgesehen.
Die Auskragungen und/oder Einschnitte umfassen vorzugsweise Nuten, Stege
und/oder zumindest eine teilweise Ausbauchung und/oder zumindest ein
Federelement. Die Auskragungen und/oder Einschnitte sorgen dabei für
eine leichtere Verarbeitung und die Schaffung eines Abstandes zwischen
der Stirnfläche eines in die Vorrichtung bzw. das Profil eingefügten
Bauteils und dem eigentlichen Basisteil bzw. dessen Boden.
Vorzugsweise ist das zumindest eine Federelement zum Anlagern des
zweiten Bauteils im Wesentlichen zentral auf der Innenseite des Profils,
insbesondere dem Basisteil anordbar oder angeordnet. Hierdurch kann das
eingefügte Bauteil schalltechnisch von dem Basisteil entkoppelt werden.
Außerdem kann ein Schwingen in unterschiedliche Richtungen von dem einen
Federelement abgefangen werden, so dass lediglich ein solches
Federelement angeordnet zu werden braucht. Das zumindest eine
Federelement weist bevorzugt eine solche Federkraft auf, dass nach dem
Einfügen des zweiten Bauteils, insbesondere Wand oder Wandelements
zwischen diesem und der Oberfläche des Bauteils ein Spalt verbleibt.
Dieser wird vorteilhaft auch beim Schwingen des Bauteils nicht
ausgefüllt, um einen Kontakt zwischen dem Bauteil und dem Basisteil, das
an dem zweiten Bauteil fest anliegt, zu vermeiden.
Vorzugsweise weist das Profil über seinen Querschnitt hinweg
unterschiedliche Materialstärken auf, insbesondere ist es in
kraftaufnehmenden Bereichen dünner ausgebildet. Besonders bevorzugt
weist der zumindest eine Schenkel und/oder das Laschenelement einen
anderen Materialquerschnitt auf als das Basisteil, insbesondere einen
geringeren Materialquerschnitt. Ein solcher kraftaufnehmender Bereich
ist also beispielsweise ein Laschenelement. Die Schenkel können aber
auch dicker als das Basisteil ausgebildet sein, insbesondere mit einer
Materialschwächung im Übergangsbereich zu dem Basisteil. Hierdurch kann
die Federwirkung und somit die Klemmung an dem einzufügenden Wandelement
verbessert werden.
Die Vorrichtung bzw. das Profil ist vorzugsweise so angeordnet oder
beschaffen, dass nichttragende Bauteile und die tragenden Bauteile nicht
durch aufgebrachte starre Baustoffe, wie Putz oder Estrich, miteinander
in Verbindung stehen. Auf Wandelemente bzw. Wände und Decken bzw. Böden
aufgebrachte starre Baumaterialien, wie z. B. Putz, erstrecken sich
vorteilhaft lediglich so weit über die Oberfläche des Profils oder der
Vorrichtung hinweg, dass das Profil in sich beweglich bleibt und keine
Verbindung zwischen ihnen zustande kommt.
Darüber hinaus werden Schäden durch Schwinden und Kriechen sowie durch
thermisch bedingte Längenänderungen des verwendeten Baustoffs bei
Einsatz der erfindungsgemäßen Stoßstellendämmung vermieden. Solche
Schäden können ansonsten als Abrisse im Anschlussbereich in Form
durchgängiger offener Fugen oder als Stauchungen des Putzes auftreten,
die wiederum negative Auswirkungen auf Körper- und Luftschallschutz
haben.
Das Profil besteht bevorzugt aus einem formstabilen, zumindest teilweise
elastischen Material, insbesondere einem dauerelastischen Material
und/oder einem Material mit hoher innerer Dämpfung. Ein dauerelastisches
Material ist ein Material, das elastisch ist und im Laufe der Zeit kaum
versprödet. Ein Material mit hoher innerer Dämpfung kann vorteilhaft
zumindest einen Teil der eingetragenen Schwingungen aufnehmen. Das
Profil besteht vorzugsweise aus einem gefüllten Material und/oder einem
Material mit Einlagerung zumindest eines mineralischen oder metallischen
Stoffs und/oder einem Stoffverbund und/oder einem Material mit
Verstärkungsschicht und/oder einem das Haften von Putz und/oder Farbe
unterstützenden Material. Alternativ oder zusätzlich weist es
vorzugsweise eine unterstützende Beschichtung auf. Das Profil besteht
besonders bevorzugt aus einem Kunststoff, insbesondere extrudierbaren
Kunststoff, einem Polymer oder Elastomer, insbesondere aus einem
Polyolefin, PVC, etc. und/oder einem Metall. Alternativ oder zusätzlich
kann das Material des Profils CaCO3 und/oder BaSO4 aufweisen. Besonders
bevorzugt werden Kunststoffe, wie Polyolefine, insbesondere Polyethylen
und Polypropylen, Polyamide sowie florierte Polymere, schlagfestes
Polystyrol, PVC und dergleichen, verwendet. Das verwendete Material ist
bevorzugt resistent gegen die beispielsweise beim Verputzen auftretenden
höheren Temperaturen und pH-Werte, beispielsweise Temperaturen von etwa
-20 bis +50°C und einen pH-Wert von 14 bzw. hält diese oder diesen
vorzugsweise ohne wesentliche Strukturveränderungen stand. Das Material
weist außerdem vorzugsweise eine gute Trennbarkeit, insbesondere
Schneidbarkeit oder Sägbarkeit auf, um ein müheloses Trennen der Profile
auf die gewünschte vorzugsweise den Stoßstellenlängen entsprechende
Länge auf der Baustelle vor Ort zu ermöglichen.
Ein Extrudieren erweist sich gerade bei erfindungsgemäß verwendeten
Profilen, insbesondere U-Profilen, als besonders vorteilhaft. Die für
die Zwecke der Erfindung geeigneten Kunststoffe, Polymeren, Elastomeren
etc. können auch mit natürlichen oder künstlichen organischen
Materialien, wie z. B. Fasern, Kork etc. gefüllt sein oder mineralische
Füllstoffe enthalten. Die Profile können außerdem eine insbesondere
einseitige Verstärkung und/oder eine Einlage aus einem festeren
Material, insbesondere einem Metall aufweisen. Vorteilhaft verbleibt
eine ausreichende Dicke des elastischen Materials erhalten, um eine
Schwingungsübertragung von der nichttragenden Wand auf die angrenzenden
tragenden Bauteile zu verhindern. Bevorzugt weist das Profil eine für
das umfasste zweite Bauteil haltgebende Längssteifigkeit auf. Das
verwendete Material weist somit bevorzugt eine entsprechende
Längssteifigkeit auf, um ein Umstürzen des in dem Profil bzw. der
Vorrichtung lediglich durch Klemmung gehaltenen Bauteils vorteilhaft zu
verhindern.
Die Schenkel der U-Profile sind bevorzugt so hoch ausgebildet, dass sie
einen festen Halt an dem nichttragenden Bauteil, insbesondere
Wandelement oder Wand ermöglichen. Vorzugsweise weisen die Schenkel der
Vorrichtung eine solche Länge auf, dass sie einen festen Halt der
Vorrichtung an dem Bauteil ermöglichen und/oder dass nach dem Verputzen
der Bauteile eine federnde Beweglichkeit der Vorrichtung zum Ausgleichen
von insbesondere schallbedingten Relativbewegungen der Bauteile erhalten
bleibt. Insbesondere beträgt die Länge oder Höhe der Schenkel, d. h. die
Profiltiefe, etwa 10 bis 50 mm, insbesondere 10 bis 20 mm.
Die Vorrichtung oder das Profil zur Stoßstellendämmung kann bevorzugt
nicht nur zwischen zwei aneinanderstoßenden Wänden oder Wandelementen,
also einem Wandelementstoß, verwendet werden, sondern bevorzugt auch zur
schalltechnischen Entkopplung von nichttragenden Bauteile, wie Wänden
bzw. Wandelementen zu tragenden Bauteilen wie Fußböden oder Decken.
Hierfür eignet sich jedoch auch ein beliebiger, insbesondere
weichfedernder Anschluss, der eine schalltechnische Entkopplung von Wand
bzw. Wandelement und Boden bzw. Decke zulässt. Insbesondere im
Bodenbereich kann der gewünschte Effekt bereits dadurch erreicht werden,
dass ein Profil aus einem geeigneten Material in Form eines Bandes oder
Streifens aufgelegt wird, das insbesondere deutlich breiter ist als die
Dicke der Wand und bevorzugt so weit übersteht, dass ein dichter
Abschluss zu senkrecht stehenden Streifen erreicht wird. Im Gegensatz
zur bekannten Arbeitsweise reicht das Ausgleichsband also bevorzugt
zumindest um die Dicke der Randstreifen über die Wand hinaus. Da die
schalltechnische Entkopplung mit Streifen bevorzugt mit großer Sorgfalt
beim Verlegen und Aufsetzen der Platten oder Steine und des weiteren
Aufbaus des Fußbodens mit Trittschalldämmung, Estrich und Belag
ausgeführt wird, wird bei Verwendung eines Profils für den Bodenbereich
ein Profil bevorzugt, dessen lichte Weite zwischen den Schenkeln etwa
der Dicke der Wand entspricht.
Die Wände bzw. Wandelemente können aus den verschiedensten Materialien
bestehen, insbesondere aus Ziegeln, Kalksandstein, Beton, mineralischen
Baustoffen, etc. Nichttragende Innenwände der Norm DIN 4103-1 weisen,
insbesondere dann, wenn sie aus einem keramischen Wandbaustoff, speziell
Ziegeln bestehen, Wandstärken von 40 bis 240 mm auf. Die lichte Weite
zwischen den Schenkeln der Vorrichtung kann sich vorteilhaft daher
ebenfalls in diesem Bereich befinden. Die Profile sind insbesondere in
Kombination mit Wänden aus feinporigen Ziegeln, vorzugsweise solchen mit
Hohlkammern, vorgesehen. Diese sind z. B. unter der Marke CARROBRIC® in
den Stärken von 40 bis 100 mm im Handel. Nichttragende Innenwände können
auch aus feinporösen Ziegeln (Unipor®Ziegeln) der üblichen Breiten von
100 bis 240 mm, insbesondere von 100 und 115 mm aufgebaut werden.
Im fertigen Wand- oder Deckenanschluss kann auch ein Luft- oder
Ausgleichsspalt zwischen dem Boden des Profils und der angrenzenden Wand
oder Decke frei bleiben, um gleitende Anschlüsse zu ermöglichen.
Vorzugsweise wird eine Klebung vorgesehen, die ein Gleiten in einem
vorbestimmbaren Bereich ermöglicht, um eine Beweglichkeit im Bereich der
Stoßstelle zu ermöglichen und ein Reißen des Materials dort zu
verhindern. Zum Befestigen oder Kleben können z. B. mineralische Kleber,
Gips, Kleber auf Kalkzementbasis etc. verwendet werden.
Die Materialstärke der Vorrichtung bzw. des Profils, insbesondere
U-Profils, d. h. die Stärke des Basisteils und des Aufnahmeteils,
insbesondere der Schenkel, kann von den Abmessungen und Gewicht der
Wände bzw. Wandelemente abhängig gemacht werden und beträgt insbesondere
1 bis 6 mm, vorzugsweise 1 bis 3 mm.
Die Länge des Profils entspricht vorzugsweise im Wesentlichen der Länge
der Stoßstellen der Wände oder Wandelemente. Die Profile können als
Stangenware oder Rolle gefertigt werden.
Das Entkopplungssystem wird vorzugsweise den jeweiligen Anforderungen
angepasst. Veränderungen der geometrischen Abmessungen und der
Materialeigenschaften sind möglich.
Die Erfindung betrifft auch die Verwendung von Profilen mit den zuvor
genannten Merkmalen zur schalltechnischen Entkopplung von nichttragenden
zu tragenden Bauteilen wie Wänden, Wandelementen, Fußböden oder Decken
sowie die Verwendung einer Vorrichtung bzw. des Profils zum
schalltechnischen Dämmen eines Bauteilstoßes, insbesondere
Wandelementstoßes, Wandstoßes, Wand/Wandelement-Boden-Stoßes, Wand/Wand
element-Decken-Stoßes, von zumindest zwei Bauteilen, wobei die
Vorrichtung auf eines der Bauteile, insbesondere ein nichttragendes
Bauteil, schmalseitig auffügbar und auf der Oberfläche des anderen,
insbesondere tragenden Bauteils anlagerbar ist.
Bei einem mit dem Profil bzw. der Vorrichtung versehenen Bauteil liegen
die Schenkel der Vorrichtung unter Spannung zumindest an seitlichen
Außenflächen des Bauteils an und die Vorrichtung ist so an dem Bautei 1
befestigt, dass zwischen der Innenfläche des Basisteils der Vorrichtung
und einer schmalseitigen Stirnfläche des Bauteils ein Abstand
eingehalten ist. Die Wandstärke des Bauteils kann dabei beliebig gewählt
werden.
Zur näheren Erläuterung der Erfindung werden im Folgenden
Ausführungsbeispiele anhand der Zeichnungen näher beschrieben. Diese
zeigen in:
Fig. 1 eine Schnittansicht eines Wandanschlusses bzw. einen
Wandelementstoßes mit erfindungsgemäßer Vorrichtung in
einer ersten Ausführungsform,
Fig. 2a bis 2e Seitenansichten verschiedener Varianten der
erfindungsgemäßen Vorrichtung, und
Fig. 3 eine seitliche Schnittansicht einer weiteren
Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Vorrichtung.
In Fig. 1 ist ein Wandanschluss oder Wandelementstoß 10 eines
nichttragenden Wandelements 5 und eines im Wesentlichen senkrecht dazu
ausgerichteten tragenden Wandelements 2 dargestellt. An der Stoßstelle
ist eine U-förmige Vorrichtung in Form eines Profils 1 zwischen dem
tragenden Wandelement 2 und dem Ende des Wandelements 5 eingesetzt. Das
Profil kann beispielsweise ein elastisches Kunststoffprofil mit einer
lichten Weite 1, wie in Fig. 2c gezeigt, von z. B. 100 mm sein. Das
Profil 1 weist ein Basisteil 11 und ein Aufnahmeteil 12 mit Schenkeln
13, 14 auf. Das Basisteil 11 des Profiles 1 dient der Aufnahme der
Wandschwingungen in Wandlängsrichtung. Die seitlich angeordneten
Schenkel 13, 14, die eine Höhe h von insbesondere 5,5 mm bis 20 mm
aufweisen, nehmen zum Einen die durch die Schwingungen des
nichttragenden inneren Wandelements 5 bei starren Anschlüssen
verursachten Drehmomente an der Stoßstelle auf und verhindern so an der
Stoßstelle eine Anregung des tragenden Wandelements 2. Zum Anderen
verhindern sie den direkten Kontakt zwischen einem Putz 3 des tragenden
Wandelements 2 und einem Putz 4 des nichttragenden Wandelements 5, der
ansonsten durch Brückenbildung zur Schallübertragung führen könnte. Ein
luftgefüllter Freiraum 6 zwischen dem Basisteil 11 des Profils 1 und dem
Ende 25 des Wandelements 5 verstärkt den Effekt der Stoßstellendämmung
zusätzlich. Der Freiraum 6 kann beispielsweise 1,7 mm stark sein.
Einige mögliche Ausführungsformen des erfindungsgemäßen Profils 1 sind
in den Fig. 2a bis 2e sowie in Fig. 3 dargestellt. Den einfachsten
Fall eines U-Profils zeigt Fig. 2a. Hier stehen die beiden Schenkel 13,
14 im Wesentlichen senkrecht zum Basisteil 11 des Profils 1. Der Halt an
dem Wandelement 5 wird durch Vorsehen einer Vorspannung der Schenkel
vorgesehen, wobei die lichte Weite 1 insbesondere geringer ist als die
Stärke des Wandelements, um dieses einklemmen zu können.
In der Ausführungsform gemäß Fig. 2b sind die beiden Schenkel 13, 14
leicht nach innen zu dem Wandelement hin geneigt, wodurch nach
Aufbringen des Profils 1 auf das Wandelement 5 eine Spannung zwischen
den Schenkeln 13, 14 und dem entsprechenden Teil des Wandelements 5
vorliegt. Dadurch kann ein besserer Halt des Profils an dem Wandelement
5 erzeugt werden.
Fig. 2c zeigt das in Fig. 1 dargestellte Profil, welches nach der
Montage noch einen luftgefüllten Freiraum 6 zwischen dem Wandelement 5
und dem Basisteil 11 belässt. Die Schenkel 13, 14 weisen jeweils eine
größere Materialstärke auf als das Basisteil 11. Im Übergangsbereich 15
zwischen den Schenkeln 13, 14 und dem Basisteil 11 sind auf der
Innenseite 16 des Profils 1 Ausnehmungen 17 vorgesehen. Diese dienen
einer besseren Federwirkung der Schenkel, da um diesen Bereich
insbesondere Biegeschwingungen ausgeglichen werden können. Die größere
Materialstärke der Schenkel im Vergleich zu dem Basisteil rührt von
einem besseren und festeren, zugleich aber eine Federwirkung ohne
Abgleiten zulassenden Halt an dem zu umgreifenden Wandelement her.
Eine weitere, insbesondere auch für Boden- und/oder Deckenanschlüsse
mögliche Variante eines U-Profils ist in Fig. 2d dargestellt. Die
beiden Schenkel liegen im ursprünglichen Zustand auf einer Ebene mit dem
Profilboden. Erst während der Montage auf der Baustelle werden die
beiden Schenkel um z. B. etwa 90° hochgeklappt, so dass sie im
endgültigen Zustand z. B. etwa im rechten Winkel zum Basisteil stehen.
Ebenfalls kann eine Neigung der Schenkel wie beispielsweise in Fig. 2c
dargestellt erzeugt werden.
Bei der Ausführungsform gemäß Fig. 2e sind Außenseite 18 und Innenseite
16 des Basisteils 11 des Profils mit Stegen 19 und sich dazwischen
ausbildenden Nuten 20 versehen, was eine leichtere Verarbeitung
ermöglicht. Der auf der Innenseite 16 mittig angeordnete Steg 19 ist
höher ausgebildet als die beiden seitlichen Stege 19. Der mittlere Steg
dient dabei als eigentliches Federelement, an dem das Wandelement
anlagert, wobei die beiden seitlichen Stege ebenfalls Schwingungen
abfangen können.
In Fig. 3 ist eine weitere Ausführungsform einer erfindungsgemäßen
Vorrichtung bzw. eines Profils 1 dargestellt. Die Ecken des Profils sind
verrundet, was eine leichtere Fertigung durch Biegen eines
Materialbandes zulässt. Eine andere Fertigungsvariante ist ein
Extrudieren in die gewünschte Form. Am von dem Basisteil 11 entfernten
Ende der Schenkel 13, 14 des Aufnahmeteils 12 sind Laschenelemente 21
angeordnet. Diese sind dort gebogen geformt und weisen zu dem Inneren
des Profils hin. Vorzugsweise sind die Laschenelemente 21 mit einer
dünneren Materialstärke versehen als die Schenkel 13, 14 und/oder das
Basisteil 11, um eine gute Federwirkung zu zeigen.
Zentral auf der Innenseite 16 des Basisteils 11 des Profils 1 ist ein
Federelement 22 in Form einer gebogenen Längslasche angeordnet. Das
Federelement weist dabei einen freien Schenkel 23 auf, an dem die
Stirnfläche des einzufügenden Wandelementes 5 anliegen kann. Das
Federelement kann auch eine beliebige andere Form aufweisen.
Insbesondere ist es einstückig mit dem Basisteil. Durch die Form und
Abmessungen des Federelements kann vorzugsweise die Federkraft und somit
der Gegenhalt gegen das Wandelement eingestellt werden, um ein Berühren
des Basisteils durch das Wandelement zu verhindern. Das Wandelement wird
so zwischen die Laschenelemente 21 geschoben, dass diese klemmend an der
Oberfläche des Wandelements anliegen. Ein Schwingungsausgleich kann
vorzugsweise auch um den Übergangsbereich 24 zwischen dem jeweiligen
Schenkel und Laschenelement erfolgen.
Die Ausführungsform gemäß Fig. 3 kann beispielsweise dahingehend
variiert werden, dass auf die Außen- und/oder Innenseite eine
zusätzliche Dämmschicht aufgebracht wird. Diese kann z. B. als Schaum
ausgebildet sein. Eine weitere Variationsmöglichkeit besteht darin, dass
anstelle des liegenden Federelementes 22 das Basisteil mit einer
Wellenform versehen ist, insbesondere mit einer zentralen Überhöhung. An
dieser liegt wiederum die Stirnfläche des Wandelementes 5 an. Die
übrigen Ausbauchungen und Einschnitte in Form von Wellenhügeln und
Wellentälern dienen dem Erzeugen einer größeren Federkraft.
Untersuchungen zu dem Beispiel nach Fig. 2a haben mit einem BaSO4-
Material für das Profil einen Dämpfungswert von 16,9 dB und mit einem
CaCo3-Material einen Dämpfungswert von 24,0 dB ergeben. Zum Vergleich
bringt ein massiver Anschluss ohne Vorsehen einer erfindungsgemäßen
Vorrichtung einen Dämpfungswert von 14,6 dB, wohingegen die heutzutage
übliche Korkschicht mit Kellenschnitt (des Putzes), der die Möglichkeit
einer stofflichen Verbindung zwischen den Bauteilen, insbesondere Wänden
oder Wandelementen, vermeiden soll, einen gemessenen Dämpfungswert von
20,7 dB bringt. Bei vollständiger Putztrennung bemisst sich der
Dämpfungswert zu 30,1 dB. Mit einer Ausbildung der Vorrichtung bzw. des
Profils nach Fig. 3 ist demgegenüber sogar ein Dämpfungswert von
37,1 dB gemessen worden, also gegenüber der vollständigen Trennung sogar
noch ein Fortschritt erzielbar. Die Messungen sind mit einem PVC-Profil
von 1 mm Materialstärke durchgeführt worden.
Zusätzlich zu den im Vorstehenden beschriebenen Ausführungsformen sind
noch zahlreiche weitere möglich, insbesondere Kombinationen aus den im
Vorstehenden beschriebenen Ausführungsformen, bei denen jeweils eine
Vorrichtung zur Stoßstellendämmung zwischen aneinanderstoßenden
Bauteilen, wie Wandelementen, Wänden etc. vorgesehen ist, wobei die
Vorrichtung ein Profil ist, das ein Basisteil zum Befestigen an einem
ersten Bauteil und zumindest ein Aufnahmeteil zum Aufnehmen eines Teils
eines zweiten Bauteils aufweist. Beispielsweise kann die Vorrichtung
oder das Profil lediglich u-förmig mit gebogenen Ecken ausgebildet sein,
insbesondere als Varianten zu den Fig. 2a bis 2e. Weitere Varianten
sind möglich.
Bezugszeichenliste
1
Profil
2
tragendes Wandelement
3
starrer Baustoff an tragendem Wandelement, z. B. Putz
4
starrer Baustoff an nichttragendem Wandelement, z. B. Spachtelputz
5
nichttragendes Wandelement
6
luftgefüllter Freiraum
10
Wandelementstoß
11
Basisteil
12
Aufnahmeteil
13
Schenkel
14
Schenkel
15
Übergangsbereich
16
Innenseite
17
Ausnehmung
18
Außenseite
19
Steg
20
Nute
21
Laschenelement
22
Federelement
23
freier Schenkel
24
Übergangsbereich
25
Ende
h Höhe der Profilschenkel
l lichte Weite des Profils zwischen den Schenkeln