DE10140645A1 - Verfahren zum Betreiben eines Streckwerks sowie Streckwerk - Google Patents
Verfahren zum Betreiben eines Streckwerks sowie StreckwerkInfo
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Abstract
Für ein textiles Streckwerk werden verschiedene Möglichkeiten der Messung und Auswertung bzw. der Beeinflussung der innerhalb eines Faservlieses beim Verzug auftretenden Verzugskräfte vorgestellt. Zudem werden unterschiedliche Möglichkeiten für die Optimierung von Streckwerksparametern anhand der Ergebnisse aus den Verzugskraftmessungen beschrieben, u. a. die Einstellung des Oberwalzenandrucks, die Positionierung eines Druckstabs in einem Verzugsfeld und die Anpassung des Regeleinsatzpunktes.
Description
Die Erfindung betrifft Verfahren zum Betreiben eines Streckwerks. Ebenfalls
betrifft die Erfindung entsprechende Streckwerke.
Das Kernstück einer Strecke ist das Streckwerk. Ein oder mehrere textile
Faserbänder werden in Form eines Faservlieses dem Streckwerk vorgelegt,
in dem dann ein Verzug dieses Faservlieses erfolgt. Beim Verzug in minde
stens einem Verzugsfeld des Streckwerks findet dabei eine Ausbreitung des
Faservlies statt, das nach Verlassen des letzten Verzugsfeldes wieder zu
einem letzten Faserband geformt wird. Die Höhe des Verzuges ist dem Fa
serbandmaterial anzupassen, wobei die Stapellänge ein wichtiger Material
parameter ist.
Das Streckwerk wird durch eine Anzahl von Walzenpaaren gebildet, die hin
tereinander angeordnet sind und die Verzugsfelder bilden. Übliche Streck
werke weisen in der Regel ein Vorverzugsfeld und ein Hauptverzugsfeld auf.
Bei unregulierten Strecken ist während des Verzugsvorgangs sowohl der
Vorverzug als auch der Hauptverzug konstant. Bei regulierten Strecken er
folgt hingegen eine Ausregulierung durch Veränderung der Verzugshöhe. In
einem Streckwerk ließen sich dazu sowohl der Vor- als auch der Hauptver
zug beeinflussen, gewählt wird aber fast immer der Hauptverzug. Der Grund
liegt darin, daß der Hauptverzug größer ist als der Vorverzug, so daß eine
genauere Regulierung vorgenommen werden kann.
Sowohl bei unregulierten als auch bei regulierten Strecken besteht das Be
dürfnis, Aussagen über die Verzugsgüte des verzogenen Faservlieses zu
erhalten. Bei regulierten Strecken ist es die Regel, durch Messen des
durchlaufenden Faservolumens eine Anpassung durch Veränderung des
Verzugs vorzunehmen. Solche Messungen werden zumeist fortlaufend me
chanisch, optisch, pneumatisch usw. vorgenommen. Ist das Meßorgan im
Bereich des Einlaufs des Streckwerks angeordnet, spricht man von einer
Steuerung, ist es hingegen im Auslaufbereich vorgesehen, handelt es sich
um eine Regelung. Für beide Fälle ist die Bezeichnung Regulierung ge
bräuchlich. Auch Kombinationen von Steuerung und Regelung sind bekannt.
Ein häufig verwendetes Meßorgan im Einlauf eines Streckwerks besteht aus
einem Tastrollenpaar, wobei eine der beiden Tastrollen beweglich gelagert
ist und durch die Masseschwankungen der einlaufenden Bänder mehr oder
weniger stark ausgelenkt wird. Die Auslenkbewegungen werden von einem
Signalwandler in elektrische Spannungswerte umgewandelt und an einen
Regulierprozessor weitergegeben. Letzterer bildet einen Sollwert für ein Ge
triebe, welches mit einer oder mehreren Walzen des Streckwerks verbunden
ist. Da das in dem Meßorgan gebildete Faservlies zwischen dem Meßort und
dem Verzugsort eine gewisse Distanz zurückzulegen hat, muß das Signal
bis zu diesem Zeitpunkt in einem Speicher zurückgehalten werden. Auch bei
Messungen im Auslaufbereich wird das durchlaufende Faservolumen ermit
telt. Bekannt sind hierbei insbesondere kapazitive Meßvorrichtungen, welche
von der hohen Dielektrizitätskonstante von mit dem Faservlies mitgeführtem
Wasser Gebrauch machen.
Bei unregulierten Strecken wird die Qualität des verzogenen Faservlieses
beispielsweise dadurch überprüft, daß einzelne Abschnitte aus dem Faser
vlies herausgetrennt und gewogen werden. Als Konsequenz von unbefriedi
gendem Verzug werden dann entsprechende Parameter an dem Streckwerk
verändert, beispielsweise der Abstand der Streckwerkswalzenpaare
und/oder die Rotationsgeschwindigkeit einzelner Walzen.
Da die Volumenmessung des durchlaufenden Faserverbandes nur im be
grenzten Maße Aussagen über Parameter des zu verziehenden Faservlieses
sowie des Streckvorgangs allgemein liefert, sind verschiedene Verfahren
bekannt geworden, um die zwischen den Fasern eines zu verziehenden Fa
servlieses entstehenden Verzugskräfte zu messen. Beispielsweise ist aus
der DE 11 41 212 sowie der Publikation "Vergleichende Untersuchungen an
Meßvorrichtungen zur fortlaufenden Ermittlung der Materialungleichmäßig
keit" von W. Wegener und H. Bechlenberg (Forschungsberichte des Landes
Nordrhein-Westfalens, Nr. 2097, Westdeutscher Verlag, Köln und Opladen)
aus dem Jahre 1970 bekannt, ein den Faserband auslenkenden Druckstab
in einem Verzugsfeld anzuordnen, wobei der Druckstab seitlich von zwei
Blattfedern getragen wird. Durch die im Verzugsfeld auftretende Verzugs
kraft wird der Druckstab senkrecht zum Faserverband geringfügig ausge
lenkt, wodurch sich die beidseitig mit dem Druckstab verbundenen Blattfe
dern um kleine Beträge durchbiegen. Entsprechend der Federdurchbiegung
wird durch die auf den Blattfedern in einer Kompensationsschaltung aufge
brachten Dehnungsmeßstreifen eine Widerstands- und damit eine Span
nungs- bzw. Stromänderung bewirkt. Diese Meßimpulse können dann ver
stärkt und angezeigt werden. Eine prinzipiell identische Ausführung des
Druckstabs ist aus der DE 199 06 139 A1 bekannt.
Des weiteren ist aus DE 10 62 587 bekannt, daß die zwischen zwei Walzen
paaren auftretende Verzugskraft einen um einen Drehpunkt schwenkbaren
Tragarm geringfügig auslenkt. An dem Hebelende des Tragarms ist das
stromabwärtige Walzenpaar gelagert, das - bei konstanter Abzugsge
schwindigkeit des Faserbandes durch ein weiteres nachfolgendes Walzen
paar - bei entsprechend großen Verzugskräften ausgelenkt wird. Die ent
sprechende Auslenkung des Tragarms wird dann mittels eines Meßwertum
formers gemessen.
Aus der DE 10 62 587 ist weiterhin bekannt, eine Verzugskraftkomponente
zwischen zwei Walzenpaaren durch eine kleine, das Faservlies auslenkende
Rolle zu messen, die beidseitig in Kugeln gelagert ist und auf der einen Seite
von einem Kniehebel und auf der anderen Seite von einer entsprechenden
Stütze getragen wird. Die Auslenkungen der Rolle werden wiederum in eine
elektrische Spannungsänderungen umgewandelt.
In der FR 1 324 756 ist beschrieben, sehr kurzfristige Schwankungen der
Fasermasse und damit der Verzugskräfte dadurch auszugleichen, daß die
Eingangswalzen (oder ein anderes Walzenpaar) in oder entgegen der
Bandlaufrichtung verschoben werden. Infolge der Walzenpaarverlagerung
wird der Verzug verringert oder erhöht. Das Lieferwalzenpaar ist auf zwei
Federstäben gelagert. Schwankungen in der Verzugskraft bewirken eine ge
ringfügige Auslenkung des Lieferwalzenlagers. Diese Auslenkungen werden
mit Hilfe einer induktiv oder kapazitiv arbeitenden Meßvorrichtung registriert.
Die Meßsignale werden dann wie angegeben zur Änderung der Streckfeld
weite verwendet.
Es ist Aufgabe der vorliegenden Erfindung, Verfahren bzw. Vorrichtungen
zur Verzugskraftmessung und/oder zur Verzugsoptimierung zur Verfügung
zu stellen.
Diese Aufgabe wird hinsichtlich der Verfahren durch die Merkmale der unab
hängigen Ansprüche 1, 2, 3, 4, 5, 12, 13 und 14 gelöst. Bezüglich der Vor
richtungen wird diese Aufgabe durch die Merkmale der unabhängigen An
sprüche 16, 17, 18 und 23 gelöst.
Im Rahmen dieser Erfindung ist der Ausdruck "direkt und/oder indirekt" da
hingehend zu verstehen, daß auch andere Größen als die Verzugskraft ge
messen werden können, welche jedoch einen Rückschluß auf die Verzugs
kräfte zulassen.
Die Vorteile der Erfindung sind insbesondere darin zu sehen, daß verschie
dene neue Verfahren und Vorrichtungen für eine Optimierung der Streck
werkseinstellungen vorgestellt werden. Des weiteren werden neue Verzugs
kraftmeßmethoden vorgestellt, wobei ggf. zusätzlich weitere Messungen be
züglich eines Volumendurchlaufes des Faservlieses vorgenommen werden
können. Die Messung der Reibung zwischen Fasern eines Faservlieses er
folgt durch direkte und/oder indirekte Messung der Verzugskräfte. Je stärker
die Fasern des Faservlieses zusammenhängen, je höher also die Faserrei
bung ist, desto höher sind auch die Verzugskräfte. Die Ermittlung der Ver
zugskräfte kann demnach zu Rückschlüssen auf die Qualität und Anordnung
der Fasern im Faservlies genutzt und Streckwerksparameter ggf. entspre
chend darauf abgestellt werden. Die Verzugskräfte können hierbei einmalig,
kontinuierlich oder in vorgegebenen oder zufälligen Zeitabständen ermittelt
werden.
Es ist beispielsweise möglich, anhand der gemessenen Verzugskräfte zu
bestimmen, ob das zu verziehende Faserband einen großen Anteil paralleler
Fasern mit entsprechend geringerer Reibung oder einen größeren Anteil an
eher quer liegenden Fasern aufweist, welche aufgrund der gegenseitigen
Verschlingung mit Nachbarfasern nur mit größeren Kräften auseinander ge
zogen werden können. Auf diese Weise können z. B. auch Anleger, d. h. die
von Hand hergestellte Verbindung zweier aufeinander folgender Vorlage
bänder, ermittelt und bei zu großer oder auch zu geringer Verschlingung aus
dem verzogenen Faservlies entfernt werden. Des weiteren ist es möglich,
aus den gemessenen Verzugskräften auf die Faserlänge zurückzuschließen.
Ein erfindungsgemäßes Verfahren zur Verzugskraftmessung zeichnet sich
dadurch aus, daß die Oberwalze des stromaufwärtigen Walzenpaares, bei
spielsweise des Mittelwalzenpaares bei Betrachtung des Hauptverzugs,
auslenkbar gelagert ist, während die zugehörige Unterwalze bei diesen Mes
sungen stationär gelagert ist. Hierbei ist die Oberwalze zweckmäßigerweise
auf einem um die Unterwalzenumfangsfläche konzentrisch verlaufenden
Kreisbahnabschnitt bewegbar. Bei großen Verzugskräften verschiebt sich die
Oberwalze in stromabwärtiger Richtung, wobei die Wegstrecke mit einem
Wegmeßelement in bekannter Weise in elektrische Spannungssignalände
rungen umgeformt werden kann. Diese sind dann kennzeichnend für die wir
kenden Verzugskräfte.
Die Meßwerte der Verzugskraftmessungen können neben der bekannten
Einstellung der Streckfeldweite(n) erfindungsgemäß zur Einstellung weiterer
Streckwerksparameter verwendet werden. Zuerst soll jedoch ein Beispiel für
eine Streckfeldweiteneinstellung erläutert werden: Ist die durchschnittliche
Faserlänge beispielsweise im Verhältnis zum Abstand der Streckwerkswal
zen zu groß, tritt eine häufigere Klemmung der Fasern zwischen den beiden
betreffenden Walzenpaaren auf. Ein optimaler Verzug kann dann nicht ge
währleistet werden, da die geklemmten Fasern aufgrund der unterschiedli
chen Walzengeschwindigkeiten reißen. Die Verzugskraft, die an diese ge
klemmten Fasern angreift, ist dementsprechend hoch. Wird demnach eine
solch hohe Verzugskraft gemessen, könnte dies ein Indiz dafür sein, den
Abstand der beiden Walzenpaare zu vergrößern. Hierzu braucht nicht in al
len Fällen exakt die Höhe der Verzugskräfte gemessen zu werden. Es reicht
für eine Abschätzung aus, wenn ein bestimmter Verzugskraft-Schwellenwert
überschritten wird, um eine nicht-optimale Verzugsfeldweite zu korrigieren.
Dies ist u. U. auch schrittweise möglich, so daß beispielsweise der Walzen
paarabstand automatisch stufenweise vergrößert wird, wenn die Verzugs
kräfte bei jeder neuen Einstellung immer noch den Verzugskraft-
Schwellenwert übersteigen. Wenn der Schwellenwert schließlich unter
schritten wird, ist der korrekte Walzenpaarabstand gefunden.
Auf Grundlage der Meßwerte und/oder der Korrekturwerte ist es erfindungs
gemäß insbesondere von Vorteil, je nach Meß- und/oder Korrekturergebnis,
die Walzengeschwindigkeit, den Oberwalzenandruck, die Oberwalzenhärte,
die Bandausbreitung vor dem Streckwerk und/oder die Position eines Druck
stabs im Streckfeld geeigneter einzustellen. Im Falle der Verwendung eines
Druckstabs ist dieser vorteilhafterweise als Verzugskraft-Meßaufnehmer
ausgebildet.
Die optimierte Positionierung eines Druckstabs in einem Verzugsfeld kann
durch manuelle Einstellung des Druckstabs in horizontaler und/oder vertika
ler Richtung vorgenommen werden, wenn ein Bediener aus den gemesse
nen Verzugskräften einen entsprechenden Hinweis entnimmt.
In einem anderen Beispiel könnte sich ergeben, daß die Verzugskräfte im
Vergleich zu Erfahrungswerten bei ansonsten nahezu gleicher Faserqualität
und gleichen Walzenabständen sehr gering sind und der Verzug fehlerhaft,
wäre es möglich, daß der Oberwalzenandruck zu gering ist. Dieser kann
dann entweder manuell oder automatisch mit Hilfe einer entsprechenden
Steuerung höher eingestellt werden. Bei einer automatischen Einstellung
könnte innerhalb kürzester Zeit festgestellt werden, ob tatsächlich der Ober
walzenandruck die Fehlerquelle darstellt. Ist dies nicht der Fall, da die Ver
zugskraftmessung keine geänderten Verzugskräfte feststellt, kann automa
tisch wieder der ursprüngliche Walzenandruck eingestellt werden und vor
zugsweise ein anderer Streckwerksparameter - manuell oder automatisch -
variiert werden, um die Fehlerursache aufzufinden. Bei einer vollautomati
schen Streckwerkseinheit kann auf diese Weise sehr schnell das Problem
ermittelt und beseitigt werden.
Auch die Ausbreitung des Faservlieses vor dem Streckwerk kann erfin
dungsgemäß aufgrund der Verzugskraftmessungen variiert werden. Durch
entsprechend profilierte, insbesondere quer zum Faservlies gebogenen Füh
rungsstäbe unmittelbar vor dem Streckwerkseingang kann das Faservlies
beispielsweise mehr ausgebreitet werden und somit der Faser-Faser-Kontakt
ggf. verkleinert. Dies wirkt sich dann günstigenfalls in der Messung niedriger
Verzugskräfte aus.
In einem besonders vorteilhaften Erfindungsaspekt werden die Meßwerte
bzw. daraus abgeleitete Korrekturwerte für die Einstellung des Regeleinsatz
punktes in einem Verzugsfeld einer Regelstrecke verwendet. Da bei Faser
bandabschnitten mit größerem Querschnitt die notwendigen Verzugskräfte
größer sind als bei solchen mit kleinerem Querschnitt, werden die Fasern in
den erstgenannten Abschnitten zu einem späteren Zeitpunkt bzw. näher am
stromabwärtigen Streckwerkswalzenpaar verzogen als die letztgenannten
Faserbandabschnitte. Es bietet sich daher an, den Regeleinsatzpunkt, der
ein Maß für den Zeitpunkt der Änderung der Walzengeschwindigkeit zur Aus
regulierung von Bandungleichmäßigkeiten ist, aufgrund der Meßergebnisse
aus den Verzugskraftmessungen entsprechend zu verändern. Werden hohe
Verzugskräfte aufgrund von beispielsweise Dickstellen gemessen, wäre der
Regeleinsatzpunkt vorzuverlegen, damit diese Faserbandabschnitte mit ih
rem großem Faserbandquerschnitt entsprechend bei gleicher Position im
Verzugsfeld verzogen werden wie die Faserbandabschnitte mit kleinerem
Querschnitt.
Es bietet sich insbesondere an, die Verzugskräfte in einem Vorverzugsfeld
des Streckwerks zu messen und den Regeleinsatzpunkt im Hauptverzugs
feld entsprechend der Meßergebnisse zu verändern. Somit bleibt bei hinrei
chend schnellen Prozessormitteln genügend Zeit, die Verzugskraftmeßwerte
auszuwerten, der Reguliereinheit zuzuführen und dann - beispielsweise bei
Strecken mit einer Einlaufregulierung und konstanter Liefergeschwindigkeit,
d. h. konstanter Lieferwalzengeschwindigkeit - die Geschwindigkeit des Mit
telwalzenpaares zur Anpassung des Regeleinsatzpunktes im vom Mittel- und
Lieferwalzenpaar gebildeten Hauptverzugsfeld zu verändern.
In einer besonders vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung werden die
Verzugskräfte direkt durch die Kraftaufnahme eines das Faservlies zwischen
zwei Walzenpaaren des Streckwerks auslenkenden Meßelements gemes
sen. Hierbei bietet es sich an, einen Druckstab zu verwenden, der in der Re
gel im Hauptverzugsfeld, d. h. zwischen dem Mittelwalzenpaar und dem Lie
ferwalzenpaar, angeordnet ist. Ein solcher Druckstab steht üblicherweise
über die Breite des Hauptverzugsfeldes mit dem Faservlies in Berührung und
lenkt das Faservlies zwischen den beiden Klemmlinien des Hauptverzugsfel
des aus. Durch die Auslenkung des Faservlieses erhält der Druckstab eine
Kraftkomponente senkrecht zur Verbindungsebene zwischen den beiden
Klemmlinien der beiden betreffenden Walzenpaare.
Es gibt nun unterschiedliche Möglichkeiten, die an dem Druckstab angrei
fenden Kräfte, die ein Maß für die im Faservlies herrschenden Verzugskräfte
im Hauptverzugsfeld sind, zu messen. Beispielsweise sind Dehnmeßstreifen
einsetzbar, die auf eine Biegung des mit dem Faservlies in Verbindung ste
henden Druckstababschnitts ansprechen und ein der Verzugskraftkompo
nente proportionales Signal liefern. Hierbei bietet sich insbesondere das Bie
gebalkenprinzip an. Der Biegebalken als Teil des Druckstabs ist hierbei quer
zur Verzugsrichtung im Verzugsfeld angeordnet und stellt das Meßglied dar.
Wird der Druckstab durch eine Kraft belastet, so wird dieser auf Biegung be
ansprucht, wobei die Biegung zur Dehnung bzw. Stauchung führt. Es bietet
sich hierbei beispielsweise an, den Druckstab derart zu lagern, daß eine sol
che Dehnung bzw. Stauchung insbesondere an den Stirnseiten des Druck
stabs erfolgt. Diese Stirnseiten bzw. Flanken werden von einem oder mehre
ren Dehnmeßstreifen aufgenommen, die auf den Flanken aufgeklebt sein
können und die Dehnung bzw. Stauchung in elektrische Signale umsetzen.
Die Dehnmeßstreifen sind hierbei bevorzugt derart angeordnet, daß ihre
Dehnung bzw. Stauchung bei senkrecht zum Verzugsfeld erfolgender Kraft
einwirkung auf den Druckstab am größten ist.
In einer alternativen Ausführungsform ist der Druckstab als Wegmeßelement
ausgebildet, der aufgrund der an ihm angreifenden Verzugskräfte des Fa
servlieses aus seiner Ruhelage ausgelenkt wird. Die Größe der Auslenkung
wird in ein elektrisches Signal umgewandelt, welches proportional der an
dem Druckstab angreifenden Zugkräfte ist. Die Anordnung des Druckstabs
im Verzugsfeld ist vorteilhafterweise derart vorgesehen, daß die zur Verbin
dungsebene zwischen den beiden Klemmlinien der beiden betreffenden
Walzenpaare senkrechte Kraftkomponente gemessen wird. Hierzu ist der
Druckstab geeigneterweise senkrecht zur genannten Verbindungsebene be
weglich gelagert.
Alternativ (oder auch zusätzlich) lassen sich die an den Streckwerkswalzen
auftretenden Drehmomente bzw. Drehmomentsänderungen aufgrund der an
den Walzen angreifenden Verzugskräfte messen. Das Drehmoment hängt
hierbei bekannterweise mit der Verzugskraft über den Radius, gemessen
von der Drehachse der betreffenden Walze zum Angriffspunkt des Verzugs
kräfte, zusammen. Die Methode der Drehmomentsmessung stellt somit eine
indirekte Messung der Verzugskräfte dar. Zur Bestimmung des Drehmo
ments bzw. zur Abschätzung von deren Höhe sind insbesondere auch be
kannte Drehmomentmeßgeräte einsetzbar. Wenn eine Welle durch ein
Drehmoment beansprucht ist, führt die Torsionsspannung zu einer Verfor
mung der Höhenoberfläche. Die größten Verformungen treten hierbei unter
Winkeln von 45° zur Wellenachse auf, so daß sich unter diesen Winkeln die
Messung durch Dehnmeßstreifen empfiehlt. Beispielsweise sind auf die Au
ßenwände einer oder mehrerer Walzen jeweils vier Dehnmeßstreifen derart
geklebt, daß bei einer auftretenden Torsionsspannung zwei von diesen ge
dehnt und die anderen gestaucht werden. Die resultierende Widerstandsän
derung läßt sich dann zweckmäßigerweise mit Hilfe einer Meßbrücke in eine
elektrische Spannung umformen, die dem Drehmoment proportional ist.
Wenn man zudem noch die Drehzahl der Walze(n) mißt, ist zusätzlich die
von der Welle übertragene mechanische Leistung ermittelbar, welche pro
portional zum Produkt aus Drehmoment und Drehzahl ist. Andere, ebenfalls
einsetzbare Drehmoment-Meßaufnehmer arbeiten induktiv oder benutzen
das magnetoelastische Prinzip.
Prinzipiell kann das Drehmoment lediglich einer oder mehrerer Streckwerks
walzen gemessen werden. Zur Ermittlung, ob ein bestimmter Schwellenwert
des Drehmoments und damit der Verzugskräfte überschritten ist, reicht in
vielen Fällen lediglich die Messung an einer Walze aus. Genauere Messun
gen sind dann realisierbar, wenn gleichzeitig die Drehmomentaufnahme
derjenigen Walzen gemessen wird, zwischen denen das Faservlies verzogen
wird. Für genaueste Aussagen wären bei einer Strecke mit einem Vorver
zugsfeld und einem Hauptverzugsfeld die Drehmomente aller angetriebenen
Walzen oder durch Reibung mitlaufenden Walzen zu messen.
Alternativ (oder auch zusätzlich) können die Verzugskräfte indirekt durch
Leistungsaufnahme eines Motors gemessen werden, welcher zum Antrieb
mindestens einer Streckwerkswalze dient bzw. Einfluß auf einen solchen
Antrieb nimmt. Hierzu sind nahezu alle gängigen Leistungsmesser geeignet,
beispielsweise Multiplizierer. Im Falle eines Streckwerks, bei dem die Liefer
geschwindigkeit konstant gehalten werden soll und demnach die Lieferwalze
mit konstanter Drehgeschwindigkeit laufen muß, kann beispielsweise die
Leistung des die Lieferwalze antreibenden Motors gemessen werden. Hier
aus läßt sich dann unter Hinzuziehung von Erfahrungswerten zumindest ab
schätzungsweise auf die Größe der Verzugskräfte schließen bzw. das Über
schreiten eines zuvor eingestellten - beispielsweise auf Erfahrungswerten
basierenden - Schwellenwertes feststellen. Alternativ oder zusätzlich wird
entsprechend die Leistungsaufnahme des die Mittelwalze antreibenden Mo
tors gemessen. Die Wahl, von welchem Motor die Leistungsaufnahme ge
messen werden soll, hängt hierbei z. B. davon ab, ob die Vorverzugsdistanz
oder die Hauptverzugsdistanz größer ist. Wenn zweiteres der Fall ist, wer
den längere Fasern eher im Vorverzugsfeld beidseitig geklemmt, so daß
dementsprechend die Leistungsaufnahme des die Mittelwalzen antreibenden
Motors entsprechend groß ist und zur Messung geeigneter ist.
Für den Fall, daß ein und derselbe Motor sowohl die Liefer- als auch die
Mittelwalze antreibt, ist eine entsprechende Messung der Leistungsaufnah
me des Motors selbstverständlich ebenfalls möglich.
Es sind regulierte Strecken bekannt, bei denen ein Hauptmotor einerseits die
Lieferwalze antreibt und andererseits mit einem Planetengetriebe in Wirk
verbindung steht, welches an der Mittelwalze angreift. Das Planetengetriebe
empfängt hierbei eine Steuerdrehzahl eines Servoantriebs, welcher bei
spielsweise von einem Regulierprozessor einen Sollwert erhält. Der Sollwert
wird hierbei durch elektrische Signalwerte von einem am Einlauf angeord
neten Tastrollenpaar sowie der Liefergeschwindigkeit der Strecke gebildet.
Es ist nun möglich, die Leistungsaufnahme des Hauptmotors und/oder des
Servomotors zu bestimmen, wobei die Leistung ein Maß für die am Faserv
lies angreifenden Verzugskräfte darstellt. Die Verzugskräfte wirken hierbei -
wie oben dargelegt - auf die Streckwerkswalzen, welche ihrerseits entspre
chende Drehmomente an den Hauptmotor bzw. über das Planetengetriebe
an den Servomotor als auch den Hauptmotor abgeben. Hieraus läßt sich
dann unter Zuhilfenahme bekannter physikalischer Abhängigkeiten ein Maß
für die Verzugskräfte ermitteln.
In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung werden die auf einem An
triebstrang wirkenden Gesamtkräfte gemessen, wobei der Antriebsstrang zur
Kraftübertragung von einem Antriebsmotor auf mindestens eine Streck
werkswalze ausgebildet ist. Schwankungen der gemessenen Kräfte - unter
Berücksichtigung der vom Motor wirkenden Kräfte - rühren hierbei insbeson
dere von den auf das Faservlies wirkenden Verzugskräften her.
Bei Messung der Verzugskräfte in einem Streckwerk durch Messung der
Drehmomentaufnahme mindestens einer Streckwerkswalze oder durch
Krafterfassung an mindestens einer Walzenlagerstelle oder durch Lei
stungsaufnahme eines Motors zum Antrieb oder zur Beeinflussung des An
triebs mindestens einer Streckwerkswalze werden die Verzugskräfte erfin
dungsgemäß aus einem Vergleich der Antriebsmomente mit und ohne im
Streckwerk befindlichem Faservlies berechnet. Ein solches Vorgehen ist
zweckmäßig, da sich die Druckwalzen nach der Einlaufzeit erwärmen und
weicher werden. In der Folge verändern sich somit die Drehmomente.
Bei einer bevorzugten Weiterbildung der Erfindung werden die Meßwerte
mittels einer Auswerteeinheit ausgewertet und Korrekturwerte ermittelt. Mit
tels der Auswerteeinheit ist es insbesondere mit Vorteil möglich, nach Mittel
wert und Variation der Verzugskräfte im Faservlies auszuwerten. Die Meß-
und/oder Korrekturwerte können dann beispielsweise an der Maschine oder
mittels Datenübertragung an einer entfernteren Kontrollstelle angezeigt wer
den. Anhand der angezeigten Korrekturwerte sind dann beispielsweise ma
nuell Streckwerksparameter veränderbar. Zur Neueinstellung eines oder
mehrerer Parameter können allerdings auch unmittelbar die Meßwerte her
angezogen werden, wobei beispielsweise auf Erfahrungswerte hinsichtlich
der Bedeutung der Meßwerte, z. B. anhand von Tabellen, zurückgegriffen
werden kann.
Die Ergebnisse der Messungen und/oder der Korrekturen können mit Vorteil
auch bloß in Form einer Ja/Nein-Anzeige dargestellt werden, beispielsweise
wenn nur das Unter- bzw. Überschreiten eines Schwellenwertes (Maximum
und/oder Minimum) angezeigt werden soll. Hierfür eignet sich im einfachsten
Fall ein akustisches und/oder optisches Signal.
Erfindungsgemäß werden die Meßwerte und/oder daraus abgeleitete Kor
rekturwerte aus Verzugskraftmessungen in einem elektronischen Speicher
abgespeichert, um auch zu einem späteren Zeitpunkt Informationen über die
Qualität des produzierten Faservlieses zu erhalten. Auch lassen sich evtl.
aus den Faservliesdaten schon Hinweise auf Eigenschaften von aus dem
Faservlies produzierten Garnen (Garnfestigkeiten, . . .) entnehmen. Zudem ist
es möglich, Rückschlüsse auf technologische Gegebenheiten bzgl. der
Strecke und/oder der Vorlagebänder und des Faservlieses zu treffen.
Allgemein kann die Verzugskraftmessung alternativ oder zusätzlich zu den
bekannten Regulierverfahren und -vorrichtungen eingesetzt werden. Je ge
nauer der Verzug sein soll, desto sinnvoller ist naturgemäß der Einsatz so
wohl der herkömmlichen Regulierverfahren als auch des erfindungsgemä
ßen.
Die oben beschriebenen off- und/oder on-line Einstellungen des Streckwerks
aufgrund der Verzugskraft-Meßwerte können durch Meßresultate komple
mentiert werden, die am Ausgang des Streckwerks von entsprechenden
Meßinstrumenten, beispielsweise vom bei der Strecke RSB-D30 vorgesehe
nen Rieter Quality Monitor, erhalten werden. Es steht dann ein großer Da
tenpool zur Verfügung, der es erlaubt, nach entsprechender Auswertung
bspw. eine hochgenaue on-line Regulierung zu gewährleisten. Zusätzlich
oder alternativ können dem Bediener aufgrund der Auswerteergebnisse der
Daten dieses Datenpools Empfehlungen gegeben werden, wie offline eine
Optimierung der Streckwerksparametereinstellungen erreicht werden kann.
Die Optimierung der Einstellung von Streckwerksparametern mittels der Er
findung empfiehlt sich insbesondere, wenn sich Faserkennwerte in bedeu
tendem Maße ändern. Zu diesen Kennwerten gehören beispielsweise die
Faserlänge, die Längengleichmäßigkeit (Stapellänge), Drehungen im Faser
verband, die Faserfeinheit, der Kurzfaseranteil, Fasermassen im Quer
schnitt, der Ordnungszustand bzw. die Parallellage der Fasern, die Quer
schnittsform und die Kompaktheit des Faservlieses, die Faserhaftung, der
Fremdfaseranteil und/oder die Faserfeuchte.
Die Erfindung ist besonders vorteilhaft einsetzbar beim Verzug von Fasermi
schungen. Es können hierbei beispielsweise die Mischungskombinationen
überwacht sowie Faserpakete erkannt werden, die sich im Streckwerk bei
bestimmten Verzugsdistanzen bilden. Bei Mischungen - aber auch bei un
gemischter Vorlage von Bändern - bietet es sich insbesondere an, aus den
Verzugskraftmeßwerten auf den CV-Wert des Faservlieses zu schließen
bzw. diese zu berechnen.
In einem weiteren Erfindungsaspekt wird mindestens ein Fluid zur Verände
rung der Faserreibung im Faservlies in das Streckfeld eingebracht. Hierbei
bietet sich beispielsweise das Einbringen mittels Sprühen an, z. B. mit einer
oberhalb des betreffenden Verzugsfeldes angeordneten Sprüheinrichtung,
wobei eine oder mehrere Sprühdüsen auf das zu verziehende Faservlies
gerichtet sind. Hierbei bietet es sich an, mittels bekannter oder auch hier be
schriebener erfindungsgemäßer Verfahren die Verzugskräfte vorzugsweise
kontinuierlich oder in bestimmten Zeitabständen zu ermitteln, so daß die
Wirkung des eingesprühten Fluids beobachtbar ist und evtl. entsprechende
Änderungen des Sprühvorgangs (Fluidmenge, Sprühdruck, Sprühdauer, Flä
chenverteilung des Fluids auf dem Faservlies, . . .) vorgenommen werden
können.
Insbesondere bietet es sich vorteilhafterweise an, bei einer zu hohen Faser
reibung ein Luftbefeuchtungsmittel in das Streckfeld (Vor- und/oder Haupt
verzugsfeld) einzubringen, um die Reibung zwischen den Fasern zu verrin
gern. Hierfür könnte beispielsweise der Einfachheit halber Wasser in hinrei
chenden Mengen in Form von kleinen Tröpfchen, z. B. Wasserdampf, ver
wendet werden. In einer alternativen Ausführungsform der Erfindung ist mit
Vorteil ein Befeuchtungsmittel auf einer Öl-/Wasserbasis in das Streckfeld
einbringbar, welches die gegenseitige Haftung der Fasern verringert und den
Verzug erleichtert.
Alternativ oder zusätzlich wird ein Fluid vor dem Streckwerk auf das Faserv
lies eingebracht, um die Faserreibung herabzusetzen.
Alternativ oder zusätzlich wird das schon verstreckte Faservlies am Ausgang
des Streckwerks mit Wasser oder Wasserdampf besprüht, da Wasser -
wenn in nicht zu hohen Mengen eingesetzt - die Faserreibung erhöht und
somit einen genügenden Zusammenhalt des Faservlieses für z. B. einen stö
rungsfreien Einlauf an einem Flyer gewährleistet. Alternativ kann auch jedes
andere geeignete Fluid zur Erhöhung der Faserreibung eingesetzt werden.
Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind durch die Merkmale der
Unteransprüche gekennzeichnet.
Im folgenden werden einige Ausführungsbeispiele der Erfindung anhand der
Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 eine schematische Darstellung der wesentlichen Komponenten
eines bekannten Streckwerks;
Fig. 2 eine schematische Darstellung des Streckwerks gemäß der Fig. 1
mit zusätzlichen Drehmomentaufnehmern;
Fig. 3 eine schematische Darstellung des Streckwerks gemäß der Fig. 1
mit zusätzlichen Motor-Leistungsaufnehmern;
Fig. 4 eine schematische Seitenansicht der Mittel- und Lieferwalzen ei
nes Streckwerks mit einer Schwenklagerung für die mittlere
Oberwalze;
Fig. 5 eine schematische Seitenansicht der Walzen eines Streckwerks
mit vier Oberwalzen und drei Unterwalzen sowie einem Druck
stab, und
Fig. 6 eine schematische Seitenansicht der Walzen eines Streckwerks
mit einer Sprüheinrichtung.
Fig. 1 zeigt schematisch ein bekanntes Streckwerk 1 einer Strecke mit ei
nem elektronischen Reguliersystem. Die wesentlichen Elemente des
Streckwerks 1 sind drei Walzenpaare, von denen in der Aufsicht der Fig. 1
lediglich die jeweiligen oberen Walzen, nämlich die obere Eingangswalze 2,
die obere Mittelwalze 3 und die obere Lieferwalze 4, dargestellt sind. Die
Eingangswalzen 2, 5 und den Mittelwalzen 3, 6 bilden zwischen sich ein Vor
verzugsfeld 10 und die Mittelwalzen 3, 6 und die Lieferwalzen 4, 7 ein
Hauptverzugsfeld 11.
Weiter stromabwärts ist am Streckwerksausgang ein Vliestrichter 16 gefolgt
von einem Abzugswalzenpaar 15 vorgesehen, welches das verzogene Fa
servlies FV über entsprechende Führungspassagen beispielsweise zu einer
Kanne transportiert (nicht dargestellt). Des weiteren kann eine nicht darge
stellte Umlenkwalze zwischen dem Lieferwalzenpaar und dem Abzugswal
zenpaar 15 vorgesehen sein.
Am Eingang des Streckwerks 1 ist ein Tastrollenpaar 14 angeordnet, wel
ches vorliegend als Nut-Tastenwalzenpaar ausgebildet ist. Dem Tastrollen
paar 14 ist ein Trichter 13 vorgelagert, der der Zusammenführung der in das
Tastrollenpaar 14 einlaufenden Vorlagebänder VB dient. Im gezeigten Bei
spiel werden sechs Vorlagebänder VB nebeneinander zum Trichter 13 zu
geführt, in diesem verdichtet und durch das Tastrollenpaar 14 geschickt.
Stromabwärts des Tastrollenpaars 14 spricht man statt von Vorlagebändern
VB von einem nun kompakten Faservlies FV.
Zum besseren Verständnis sind in den Fig. 1 bis 3 die elektrischen Verbin
dungen zwischen den einzelnen Elementen mit Linien gezeichnet, die eine
ausgemalte Pfeilspitze aufweisen. Die mechanischen Verbindungen sind als
Linien mit lediglich umrandeter Pfeilspitze dargestellt.
Eine der beiden Tastrollen 14 ist beweglich gelagert und wird von den
durchlaufenden Bändern VB aufgrund ihrer Masseschwankungen je nach
Größe dieser Schwankungen ausgelenkt. Die Auslenkbewegungen werden
in einem Signalwandler 34 in elektrische Spannungssignale umgewandelt
und zu einer Auswerte- und Reguliereinheit 33 weitergeleitet. Aufgabe der
Auswerte- und Reguliereinheit 33 ist es, aus den elektrischen Signalwerten
der einlaufenden Vorlagebänder VB und der Liefergeschwindigkeit der
Strecke den richtigen Sollwert für einen Servoantrieb 32 zu bilden, der aus
diesem Sollwert eine Steuerdrehzahl für ein Planetengetriebe 31 erzeugt. Mit
dieser gesteuerten Ausgangsdrehzahl des Planetengetriebes 31 wird der
Streckwerkseinzug, gebildet von der unteren Eingangswalze 5 und der unte
ren Mittelwalze 6, angetrieben. Hierbei wird dem Planetengetriebe 31 von
einem Hauptmotor 30 die Hauptdrehzahl vorgegeben. Der Hauptmotor 30
dient hierbei auch zum Antrieb der unteren Lieferwalze 7, welche somit für
eine konstante Liefergeschwindigkeit des auslaufenden Faservlieses FV
sorgt.
Gegenüber der in Fig. 1 dargestellten Regulierstrecke weist die Strecke ge
mäß der Fig. 2 zusätzliche Vorrichtungen auf, mit denen indirekt die am Fa
servlies FV angreifenden Verzugskräfte gemessen werden können. Zu die
sem Zweck werden die Drehmomente von den oberen oder den unteren
Mittel- und Lieferwalzen 3, 4, 5, 6 gemessen. Dies ist durch die Meßgeräte
35, 37 angedeutet, die beispielsweise von auf die Walzenoberflächen ge
klebten Dehnmeßstreifen gebildet sein können. Die resultierenden Signale
der Widerstandsänderungen können dann mit jeweils einer Meßbrücke 36,
38 (den Signalwandlern) in elektrische Spannungen umgeformt werden, die
dem Drehmoment proportional sind.
In dem Ausführungsbeispiel der Fig. 2 werden die elektrischen Signale von
den Meßbrücken 36, 38 an die Auswerte- und Reguliereinheit 33 weiterge
geben, die diese Signale auswertet, den Sollwert - wie zuvor für die be
kannte Strecke ausgeführt - ermittelt und diesen Sollwert an den Servoan
trieb 32 weitergibt.
In einer nicht dargestellten Variante der Strecke der Fig. 2 werden alternativ
oder zusätzlich die Drehmomente der Walzen nach Signalwandlung an einer
Anzeigevorrichtung angezeigt, um beispielsweise einen Bediener wissen zu
lassen, daß manuelle Einstellungsänderungen am Streckwerk 1 vorzuneh
men sind. Zu diesen Änderungen können z. B. gehören: der Oberwalzenan
druck, die Oberwalzenhärte, der Abstand der Walzenpaare und/oder die Po
sition eines (nicht dargestellten) Druckstabs im Streckfeld. Die Anzeigevor
richtung kann beispielsweise eine optische und/oder akustische Alarmfunkti
on aufweisen. Die Anzeigevorrichtung kann weiterhin vorzugsweise aktiviert
werden, wenn die die Drehmomente bzw. die Verzugskräfte einen Schwel
lenwert übersteigen.
Auch bei einer unregulierten Strecke bietet sich ganz allgemein die Messung
der Verzugskräfte an, um zumindest einen groben Anhaltspunkt über zu ver
bessernde Parametereinstellungen des Streckwerks zu erhalten. Die Ver
zugskräfte bzw. ein Unter- oder Überschreiten von vorgegebenen Grenz
werten, die auf Erfahrungswerten basieren, wird vorzugsweise akustisch
und/oder optisch angezeigt, so daß ein Bediener manuell Einstellungen von
beispielsweise der Streckfeldweite oder des Oberwalzenandrucks vornimmt.
Bei der in Fig. 3 gezeigten Ausführungsform der Erfindung ist einerseits ein
Leistungsaufnehmer 40 für den Hauptmotor 30 und andererseits ein Lei
stungsaufnehmer 42 für den Servoantrieb 32 vorgesehen. Diese Meßinstru
mente 40, 42 messen, welche Leistung der jeweilige Motor 30 bzw. 32 auf
bringen muß, um den geforderten Verzug zu erhalten. Haften die Fasern
beispielsweise sehr stark aneinander, muß der entsprechende Motor 30 bzw.
32 eine größere Leistung aufbringen, welche von dem zugeordneten Lei
stungsaufnehmer 40 bzw. 42 gemessen wird und proportional zu den aufzu
bringenden Verzugskräften ist. In dem dargestellten Ausführungsbeispiel
werden die Meßsignale von den Leistungsaufnehmern 40 bzw. 42 gemessen
und angezeigt. Ein Bediener wird dadurch informiert, daß eine manuelle
Veränderung von Streckwerksparametern notwendig ist, beispielsweise weil
eine neue Charge von zu verziehenden Faserbändern geänderte Faser
kennwerte aufweist.
Selbstverständlich ist es auch möglich, lediglich einen Leistungsaufnehmer
für einen Antriebsmotor vorzusehen.
Bei einer alternativ oder zusätzlichen Ausführungsform ist gegenüber derje
nigen der Fig. 3 eine Einspeisung der Signale von einem oder beiden Lei
stungsaufnehmern 40, 42 in die Auswerte- und Reguliereinheit 33 vorgese
hen, welche dann beispielsweise auch die Streckfeldweite des Vorverzugs- und/oder
des Hauptverzugfelds 10, 11 anpaßt, also neue Werte für den
Walzenpaarabstand festlegt und eine automatische Einstellung veranlaßt.
Alternativ wird optisch oder akustisch angezeigt, daß die Leistungsaufnahme
relativ gering oder relativ hoch ist, beispielsweise in Form von konkreten
Daten oder durch ein Signal bei Unter- oder Überschreiten eines Schwellen
wertes. Aus diesen Daten bzw. Signalen kann ein Bediener - beispielsweise
anhand einer Tabelle mit aufgeführten Verzugskräften einerseits und mögli
chen Einstellungsänderungen von Streckwerksparametern andererseits ma
nuell eine Veränderung von z. B. des Oberwalzenandrucks oder der horizon
talen und/oder vertikalen Position eines Druckstabs in einem der Verzugsfel
der vornehmen. Ähnlich kann vorgegangen werden, wenn die Ausbreitung
des Faservlieses zwischen den Eingangswalzen 2, 5, also vor dem Streck
werk, und dem Tastwalzenpaar 14 mittels eines Führungselements für das
Faservlies (nicht dargestellt) geändert werden soll. Dies kann entweder
durch ein verdichtendes oder ein das Faservlies ausbreitendes Führungs
element geschehen. Solche Führungselemente sind Stand der Technik und
werden üblicherweise vor dem Streckwerk plaziert. Erfindungsgemäß wird
mindestens ein Führungselement gegen ein anderes mit einer anderen
Kontur ausgetauscht, um die erwünschte Faserquerschnittsgeometrie und
damit ein unterschiedliches Verzugskraftverhalten zu erreichen.
Die Fig. 4 zeigt das Mittelwalzenpaar 3, 6 und das Lieferwalzenpaar 4, 7 ei
nes Streckwerks mit von rechts nach links durchlaufendem Faservlies FV. In
dem von den Walzenpaaren aufgespannten Verzugsfeld 11 ist ein Druckstab
20 zur Auslenkung des Faservlieses FV angeordnet. Die Oberwalze 3 des
mittleren Walzenpaares ist schwenkbar an einem Schwenkarm 61 gelagert,
der um eine Schwenkachse D rotieren kann. Die Schwenkachse D läuft hier
bei durch die Achse der unteren Walze 6, so daß sich die Oberwalze beim
Verschwenken auf einer in Umfangsrichtung der Unterwalze 6 verlaufenden
Kreisbahn bewegt. An einem mit dem Schwenkarm 61 in Verbindung ste
henden Hebel 62 ist eine Meßeinrichtung 63 angeschlossen, die beispiels
weise als bekannte Wegmeßeinrichtung mit einer Widerstands- bzw. Span
nungsänderungsumwandlung ausgebildet ist und z. B. auf kapazitiven, pie
zoelektrischen oder ähnlichen Prinzipien beruht. Die von dem Faservlies FV
ausgeübte Verzugskraft wird bei dieser Vorrichtung dazu ausgenutzt, die
Oberwalze 3 in einer kreisabschnittsförmigen Ebene auszulenken, wobei
eine an dem Schwenkarm 61 angreifende und gegen die Verzugskraft wir
kende sowie einstellbare Blatt- oder Zugfeder zur Einstellung der Walzen
mittellage vorgesehen ist. Auch sind pneumatische oder hydraulische Ein
stellelemente realisierbar.
In Fig. 5 ist eine weitere mögliche Variante der Verzugskraftmessung der
Verzugskräfte dargestellt. Bei diesem Ausführungsbeispiel weist das in Sei
tenansicht dargestellte Streckwerk 1 vier Oberwalzen 2, 3, 4, 8 und drei Un
terwalzen 5, 6, 7 auf. Das Eingangswalzenpaar 2, 5 und das Mittelwalzen
paar 3, 6 bilden ein Vorverzugsfeld und das Mittelwalzenpaar 3, 6 und das
Lieferwalzenpaar 4, 7 ein Hauptverzugsfeld 11. Die Walze 8 stellt eine Um
lenkwalze dar. Im Hauptverzugsfeld 11 ist ein Druckstab 20 angeordnet, der
sich im wesentlichen über die gesamte Streckfeldbreite des Hauptverzugs
feldes 11 erstreckt und zur Auslenkung des - in dieser Ausführungsform von
links nach rechts bewegten - Faservlieses FV dient. Hierdurch wird die Rei
bung zwischen den Fasern erhöht. Insbesondere relativ kurze Fasern wer
den mittels des Druckstabs 20 geführt und "schwimmen" in geringerem
Ausmaß.
Der Druckstab 20 ist im wesentlichen senkrecht zu den beiden Klemmlinien
des Mittel- und Lieferwalzenpaars 3, 6 und 4, 7 beweglich gelagert. Die
Auslenkung des Druckstabs 20 ist um so höher, je größer die Verzugskräfte
im Faservlies FV sind, da dann die Kraftkomponente in Auslenkungsrichtung
des Druckstabs 20 besonders groß ist. Zur Kraftmessung ist der Druckstab
20 als Wegmeßgeber ausgebildet, wobei die Höhe der Auslenkung propor
tional zur an ihm angreifenden Kraft ist.
In einer alternativen, nicht dargestellten Ausführungsform der Erfindung ist
der Druckstab 20 ortsfest angeordnet und mit mehreren Dehnmeßstreifen
versehen, welche bei Krafteinwirkung in bekannter Weise gedehnt bzw. ge
staucht werden und dabei ihren Widerstand verändern. Diese Widerstand
sänderungen sind dann z. B. mittels einer Brückenschaltung in elektrische
Spannungssignale umwandelbar, mit welchen dann auf die Verzugskräfte
geschlossen werden kann.
Mit dem Druckstab 20 kann insbesondere auf Feuchteschwankungen im Fa
servlies FV geschlossen werden. Man geht hierbei davon aus, daß die Fa
serkennwerte einer Charge zu verziehenden Materials weitgehend konstant
bleiben. Wenn bei sonst gleichen Bedingungen größere Schwankungen der
Verzugskräfte gemessen werden (z. B. auch über Drehmoment- oder Lei
stungsaufnahme-Messungen), kann dies ein Anzeichen dafür sein, daß der
Feuchtigkeitsgehalt in den Vorlagebändern VB schwankt und evtl. bestimmte
Abschnitte des verzogenen Faservlieses keinen hohen Qualitätsanforderun
gen genügt. Mittels der Erfindung ist es also möglich, solche Mängel der
Vorlagebänder zu beheben, indem diese Abschnitte z. B. aus dem verzoge
nen Faservlies FV entfernt werden.
In der in Fig. 5 gezeigten Ausführungsform des Streckwerks 1 wird das Si
gnal von dem als Wegmeßelement ausgebildeten Druckstab 20 zu einem
Signalwandler 21 weitergeleitet, der das entsprechende Spannungssignal
erzeugt und an eine Anzeige 22 weitergibt. Das Bedienungspersonal kann
anhand der Anzeige Veränderungen an den Streckwerkseinstellungen vor
nehmen, beispielsweise auch an der Position des Druckstabs 20 im Haupt
verzugsfeld 11. Solche Positionsänderungen können den Abstand zu einem
Walzenpaar 2, 5 bzw. 3, 7 betreffen und/oder die Tiefe, mit der der Druck
stab 20 in das Hauptverzugsfeld 11 eintaucht. Alternativ oder zusätzlich wird
das Spannungssignal an eine Auswerte- und Reguliereinheit weitergegeben,
beispielsweise eine Auswerte- und Reguliereinheit 33 wie in den Fig. 1 bis 3
dargestellt. Alternativ ist eine Auswerte- und Reguliereinheit vorgesehen,
welche nicht auf die Walzengeschwindigkeit Einfluß nimmt, sondern andere
Parametereinstellungen am Streckwerk vornimmt, so beispielsweise auch
die Position der Druckstabs 20 im Hauptverzugsfeld 11 verändert.
Die Ergebnisse der jeweiligen Verzugskraftmessungen können alternativ
oder zusätzlich in die Auswerte- und Reguliereinheit 33 eingespeist werden,
um den Regeleinsatzpunkt zu verändern.
Die Fig. 6 zeigt eine Seitenansicht eines Streckwerks 1, das im wesentlichen
demjenigen der Fig. 5 entspricht. Zusätzlich ist eine Sprüheinrichtung 50
vorgesehen, welche oberhalb des Hauptverzugsfeldes 11 angeordnet ist und
bei Bedarf ein Fluid F auf das Faservlies FV sprüht. Beispielsweise ist das
Fluid F Wasser, welches zur Erhöhung der Luftfeuchtigkeit und damit - in
genügender Menge eingesetzt - zur Erniedrigung der Faserreibung dient. Die
Sprüheinrichtung 50 wird beispielsweise über eine Auswerte- und Regu
liereinheit (nicht dargestellt) aktiviert, welche ein Signal mit Informationen
über relativ hohe Verzugskräfte erhält. Die hohen Verzugskräfte können be
deuten, daß die Faserreibung relativ hoch ist und daher mittels des einzu
sprühenden Fluids F reduziert werden kann. Selbstverständlich sind auch
andere Ursachen für gemessene hohe Verzugskräfte möglich (oder äquiva
lente Größen wie die Auslenkung eines in Kontakt mit dem Faservlies FV
stehenden Elements wie dem Druckstab 20 der Fig. 5, das Drehmoment ei
ner Streckwerkswalze oder die Leistungsaufnahme eines Antriebsmotors).
Alternativ oder zusätzlich können auch vor und/oder nach dem Streckwerk
und/oder oberhalb des Vorverzugsfeldes Sprüheinrichtungen vorgesehen
sein. Dem Streckwerk nachgeschaltete Sprüheinrichtungen können derart
eingesetzt werden, daß die Faserreibung durch Einsprühen von geringeren
Mengen Wasser ggf. auch erhöht wird, um einen sicheren Transport des
Faservlieses zum Flyer zu gewährleisten.
Die Erfindung läßt sich auch dahingehend einsetzen, daß die Meßwerte von
den verschiedenen, oben aufgeführten Meßelementen in einem Speicher
gespeichert werden und anhand dieser gespeicherten Werte beispielsweise
periodische Schwankungen identifiziert werden.
Weiterhin können mittels der Erfindung mangelhafte Anleger, d. h. die von
Hand hergestellten Verbindungsstellen zweier hintereinander in das Streck
werk einlaufender Vorlagebänder VB, identifiziert werden. Diese weisen bei
spielsweise kein von einem sonstigen Faserbandabschnitt abweichendes
Massevolumen auf, können aber gänzlich unterschiedliche Verzugseigen
schaften aufweisen. Es ist insbesondere wahrscheinlich, daß deutlich höhere
Verzugskräfte erforderlich sind, um die Fasern auseinander zu ziehen. Wenn
das Meßelement zur Messung der Verzugskräfte einen solchen bedeuten
den Anstieg, beispielsweise auch ein Überschreiten über einen vorgegebe
nen Grenzwert, ermittelt und anzeigt, kann z. B. durch manuelle Entfernung
dieses kaum zu verziehenden Anlegers eine höhere Qualität des verzogenen
Faservlieses erhalten werden.
Claims (23)
1. Verfahren zum Betreiben eines Streckwerks mit mindestens einem zwi
schen zwei Walzenpaaren (2, 5; 3, 6; 4, 7) gebildeten Verzugsfeld (10,
11) zum Verziehen eines Faservlieses (FV), wobei ein Walzenpaar aus
jeweils einer Oberwalze (2, 3, 4) und einer Unterwalze (5, 6, 7) besteht,
wobei die an dem Faservlies (FV) angreifenden Verzugskräfte direkt
oder indirekt gemessen werden, dadurch gekennzeichnet, daß auf
Grundlage der Meßwerte der Andruck zumindest einer der Oberwalzen
(2, 3, 4) verändert wird.
2. Verfahren zum Betreiben eines Streckwerks mit mindestens einem zwi
schen zwei Walzenpaaren (2, 5; 3, 6; 4, 7) gebildeten Verzugsfeld (10,
11) zum Verziehen eines Faservlieses (FV), wobei ein Walzenpaar aus
jeweils einer Oberwalze (2, 3, 4) und einer Unterwalze (5, 6, 7) besteht,
wobei die an dem Faservlies (FV) angreifenden Verzugskräfte direkt
oder indirekt gemessen werden, dadurch gekennzeichnet, daß auf
Grundlage der Meßwerte die Position eines in dem Verzugsfeld des
Streckwerks angeordneten Druckstabs (20) verändert wird.
3. Verfahren zum Betreiben eines Streckwerks mit mindestens einem zwi
schen zwei Walzenpaaren (2, 5; 3, 6; 4, 7) gebildeten Verzugsfeld (10,
11) zum Verziehen eines Faservlieses (FV), wobei ein Walzenpaar aus
jeweils einer Oberwalze (2, 3, 4) und einer Unterwalze (5, 6, 7) besteht,
wobei die an dem Faservlies (FV) angreifenden Verzugskräfte direkt
oder indirekt gemessen werden, dadurch gekennzeichnet, daß auf
Grundlage der Meßwerte die Bandausbreitung vor dem Streckwerk mit
tels Führungsmitteln verändert wird.
4. Verfahren zum Betreiben eines Streckwerks mit mindestens einem zwi
schen zwei Walzenpaaren (2, 5; 3, 6; 4, 7) gebildeten Verzugsfeld (10,
11) zum Verziehen eines Faservlieses (FV), insbesondere nach einem
der vorhergehenden Ansprüche, wobei ein Walzenpaar aus jeweils einer
Oberwalze (2, 3, 4) und einer Unterwalze (5, 6, 7) besteht, wobei die an
dem Faservlies (FV) angreifenden Verzugskräfte direkt oder indirekt
gemessen werden, indem die stromaufwärtige Oberwalze (3) eines Wal
zenpaares (3, 6) bei gleichzeitig stationär gelagerter Unterwalze (6) aus
gelenkt und die Wegauslenkung in ein Meßsignal umgeformt wird, das
für die Größe der Verzugskraft charakteristisch ist.
5. Verfahren zum Betreiben eines Regulierstreckwerks mit mindestens ei
nem zwischen zwei Walzenpaaren (2, 5; 3, 6; 4, 7) gebildeten Verzugs
feld (10, 11) zum Verziehen eines Faservlieses (FV), wobei ein Walzen
paar aus jeweils einer Oberwalze (2, 3, 4) und einer Unterwalze (5, 6, 7)
besteht, wobei die an einem Faservlies (FV) angreifenden Verzugskräfte
direkt oder indirekt gemessen werden, dadurch gekennzeichnet, daß auf
Grundlage der Meßwerte der Regeleinsatzpunkt in dem mindestens ei
nen Verzugsfeld verändert wird.
6. Verfahren nach Anspruch 5, wobei das Regulierstreckwerk ein Vorver
zugsfeld und ein Hauptverzugsfeld aufweist, dadurch gekennzeichnet,
daß die direkte oder indirekte Messung der Verzugskraft im Vorver
zugsfeld durchgeführt und auf Grundlage der Meßwerte der Regelein
satzpunkt im Hauptverzugsfeld verändert wird.
7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch ge
kennzeichnet, daß die Verzugskräfte durch Kraftaufnahme eines das
Faservlies (FV) auslenkenden Meßelements, insbesondere eines Druck
stabs (20), gemessen werden.
8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch ge
kennzeichnet, daß die Verzugskräfte durch Drehmomentaufnahme min
destens einer Streckwerkswalze (5, 6, 7) des Streckwerks (1) gemessen
werden.
9. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch ge
kennzeichnet, daß die Verzugskräfte durch Leistungsaufnahme eines
Motors (30; 32) zum Antrieb oder zur Beeinflussung des Antriebs minde
stens einer Streckwerkswalze (5, 6, 7) gemessen werden.
10. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch ge
kennzeichnet, daß die auf einen Antriebsstrang zum Antrieb mindestens
einer Streckwerkswalze (5, 6, 7) wirkenden Kräfte gemessen werden.
11. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch ge
kennzeichnet, daß die Meßwerte, die aus den Meßwerten abgeleiteten
Korrekturwerte und/oder der zeitliche Verlauf mindestens einer dieser
Parameter angezeigt werden.
12. Verfahren zum Betreiben einer Spinnereimaschine, wobei die an einem
Faservlies (FV) angreifenden Verzugskräfte direkt oder indirekt gemes
sen werden, insbesondere nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß die Verzugskraft-Meßwerte und/oder dar
aus abgeleitete Korrekturwerte in einem elektronischen Speicher ge
speichert und als Qualitätsmerkmal für das produzierte Faserband abge
rufen werden.
13. Verfahren zur Verzugskraftbestimmung in einem Streckwerk, daß die
Verzugskräfte durch Drehmomentaufnahme mindestens einer Streck
werkswalze (5, 6, 7), durch Krafterfassung an mindestens einer Wal
zenlagerstelle und/oder durch Leistungsaufnahme eines Motors (30; 32)
zum Antrieb oder zur Beeinflussung des Antriebs mindestens einer
Streckwerkswalze gemessen werden, wobei die Verzugskräfte aus ei
nem Vergleich der Antriebsmomente mit und ohne im Streckwerk be
findlichen Faservlies (FV) berechnet werden.
14. Verfahren zur Einstellung einer optimierten Faser-Faser-Reibung eines
Faservlieses (FV), insbesondere in Kombination mit dem Verfahren nach
einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
ein Fluid (F) zur Veränderung der Faserreibung im Faservlies (FV) in das
Streckfeld und/oder vor und/oder nach dem Streckfeld eingebracht, bei
spielsweise eingesprüht, wird.
15. Verfahren nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, daß ein Luftbe
feuchtungsmittel (F) zur Verringerung oder zur Erhöhung der Faserrei
bung im Faservlies (FV) eingebracht wird.
16. Streckwerk, insbesondere zur Durchführung des Verfahrens gemäß ei
nem der vorhergehenden Verfahrensansprüche, mit mindestens einem
zwischen zwei Walzenpaaren (2, 5; 3, 6; 4, 7) gebildeten Verzugsfeld
(10,11), zwischen denen ein Faservlies (FV) geklemmt und verzogen
wird, mit Mitteln (20; 35, 37; 40, 42; 3, 61, 62, 63) zur direkten und/oder
indirekten Messung von an dem Faservlies (FV) angreifenden Verzugs
kräften, dadurch gekennzeichnet, daß die Mittel (20; 35, 37; 40, 42; 3,
61, 62, 63) eine stromaufwärtige Oberwalze (3) eines Walzenpaares (3,
6) umfassen, die bei gleichzeitig stationär gelagerter Unterwalze (6)
auslenkbar gelagert ist, sowie Mittel (61, 62, 63) zur Umformung des
Auslenkungswegs der Oberwalze (3) in ein für die Größe der Verzugs
kraft charakteristisches Signal.
17. Streckwerk, insbesondere zur Durchführung des Verfahrens gemäß ei
nem der vorhergehenden Verfahrensansprüche, mit mindestens einem
zwischen zwei Walzenpaaren (2, 5; 3, 6; 4, 7) gebildeten Verzugsfeld
(10,11), zwischen denen ein Faservlies (FV) geklemmt und verzogen
wird, mit Mitteln (20; 35, 37; 40, 42; 3, 61, 62, 63) zur direkten und/oder
indirekten Messung von an dem Faservlies (FV) angreifenden Verzugs
kräften, gekennzeichnet durch Mittel zur Veränderung des Andrucks
zumindest einer der Oberwalzen (2, 3, 4) auf Grundlage der Meßwerte.
18. Streckwerk, insbesondere zur Durchführung des Verfahrens gemäß ei
nem der vorhergehenden Verfahrensansprüche, mit mindestens einem
zwischen zwei Walzenpaaren (2, 5; 3, 6; 4, 7) gebildeten Verzugsfeld
(10,11), zwischen denen ein Faservlies (FV) geklemmt und verzogen
wird, mit Mitteln (20; 35, 37; 40, 42; 3, 61, 62, 63) zur direkten und/oder
indirekten Messung von an dem Faservlies (FV) angreifenden Verzugs
kräften, gekennzeichnet durch Mittel zur Veränderung der Position eines
in dem Verzugsfeld des Streckwerks angeordneten Druckstabs (20) auf
Grundlage der Meßwerte.
19. Streckwerk nach einem der vorhergehenden Vorrichtungsansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß die Mittel (20; 35, 37; 40, 42; 3, 61, 62,
63) zur direkten und/oder indirekten Messung der Verzugskräfte einen
Druckstab (20) als Verzugskraftmeßelement umfassen.
20. Streckwerk nach einem der vorhergehenden Vorrichtungsansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß die Mittel (20; 35, 37; 40, 42; 3, 61, 62,
63) zur direkten und/oder indirekten Messung der Verzugskräfte minde
stens einen Drehmomentaufnehmer (35, 37) zur Aufnahme der
Drehmomente mindestens einer Streckwerkswalze (5, 6, 7) umfassen.
21. Streckwerk nach einem der vorhergehenden Vorrichtungsansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß die Mittel (20; 35, 37; 40, 42; 3, 61, 62,
63) zur direkten und/oder indirekten Messung der Verzugskräfte minde
stens einen Leistungsaufnehmer (40, 42) zur Leistungsaufnahme eines
Motors (30; 32) zum Antrieb oder zur Beeinflussung des Antriebs minde
stens einer Streckwerkswalze (5, 6, 7) umfassen.
22. Streckwerk nach einem der vorhergehenden Vorrichtungsansprüche,
gekennzeichnet durch eine Auswerteeinheit (33) zur Errechnung von
Korrekturwerten anhand der Meßwerte von dem oder den Mitteln (20;
35, 37; 40, 42; 3, 61, 62, 63) zur Messung der Verzugskräfte, insbeson
dere zur Auswertung nach Mittelwert und Standardabweichung bzw. Va
riation der Verzugskräfte im Faservlies (FV) und insbesondere zur Er
mittlung des CV-Wertes.
23. Streckwerk, insbesondere nach einem der vorhergehenden Vorrich
tungsansprüche, gekennzeichnet durch eine Vorrichtung (60) zur Ein
bringung eines Fluids (F), insbesondere eines Luftbefeuchtungsmittels,
in das Streckfeld zur Veränderung der Faserreibung im Faservlies (FV),
insbesondere auf Grundlage der Meßwerte und/oder Korrekturwerte.
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|---|---|---|---|
| DE10140645A DE10140645B4 (de) | 2000-08-23 | 2001-08-18 | Verfahren zum Betreiben eines Streckwerks sowie Streckwerk |
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| DE10041434.6 | 2000-08-23 | ||
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