Die Erfindung betrifft ein integriertes Speicher- und Sen
sierelement, insbesondere zur Verwendung als Sensorelement
für Magnetfelder mit in das Sensorelement integrierten Spei
cher- bzw. Logikbausteinen, nach der Gattung des Hauptan
spruches.
Stand der Technik
Die Messung mechanischer Größen wie Weg, Winkel und Drehzahl
sowie daraus abgeleiteter Größen wie Drehmoment erlangt zu
nehmende Bedeutung im Bereich der Kraftfahrzeugtechnik. Da
bei sind vor allem berührungslos arbeitende Magnetsensoren
viel versprechend, da diese verschleißfrei arbeiten und ro
bust gegenüber Verschmutzungen sind. Insbesondere widerste
hen Magnetsensoren, die auf dem sogenannten "GMR-Effekt" be
ruhen (GMR = "giant magneto resistance") auch höheren Tempe
raturen um 200°C. Gegenüber herkömmlichen Techniken wie Sen
sorelementen auf Grundlage des Hall-Effektes bzw. des AMR-
Effektes (AMR = "anisotropic magneto resistance") bietet der
GMR-Effekt wegen der relativ großen Effektgröße bzw. des
vergleichsweise großen Messsignals und der gleichzeitig ho
hen Sensitivität außerdem den Vorteil, dass damit Sensorele
mente mit großen Arbeitsabständen und gleichzeitig kompakten
Ausmaßen bei reduzierter Leistungsaufnahme und erhöhter Tem
peraturstabilität realisierbar sind.
Generell unterscheidet man bei Sensorelementen auf der
Grundlage des GMR-Effektes, Sensorelemente mit sogenannten
"gekoppelten Multilagen" und die "Spin-Valve-Sensor
elemente".
Bei Sensorelementen mit gekoppelten Multilagen sind alter
nierend magnetische und unmagnetische Schichten mit einer
Dicke im Nanometerbereich aufeinander aufgebracht (typi
scherweise ca. 20 Perioden), wobei die unmagnetische Schicht
hinsichtlich ihrer Dicke so gewählt ist, dass eine auftre
tende Austauschkopplung die Magnetisierungsrichtungen in den
magnetischen Schichten antiparallel zueinander ausrichtet.
In diesem Zustand ist der elektrische Widerstand der
Schichtanordnung auf Grund spinabhängiger Elektronenstreuung
zunächst maximal. Ein extern angelegtes oder auftretendes
Magnetfeld bewirkt dann weiter, dass sich die Richtungen der
Magnetisierungen in den magnetischen Schichten parallel zu
einander ausrichten, was den elektrischen Widerstand der
Schichtanordnung erheblich, insbesondere um bis zu 20%, er
niedrigt.
Im Fall der Spin-Valve-Sensorelemente ist eine magnetisch
weiche Detektionsschicht durch eine unmagnetische Schicht
von einer magnetisch harten Schicht getrennt, wobei die un
magnetische Schicht so dick gewählt ist, dass keine Aus
tauschkopplung zwischen den beiden magnetischen Schichten
auftritt. Weiter ist dort vorgesehen, dass die Richtung der
Magnetisierung der magnetisch harten Schicht durch eine so
genannte "Pinning-Schicht" vorgegeben und unabhängig von ei
nem externen Magnetfeld festgehalten wird. Dreht man nun ein
externes Magnetfeld über diesem Spin-Valve-Sensorelement, so
folgt die Richtung der Magnetisierung der magnetisch weichen
Schicht diesem externen Magnetfeld, während die Richtung der
Magnetisierung der "gepinnten", magnetisch harten Schicht
fest bleibt. Somit überträgt sich der Winkel des externen
Magnetfeldes auf den Winkel zwischen der Richtung der Magne
tisierung in der magnetisch weichen Schicht und der magne
tisch harten Schicht, wodurch ein winkelabhängiger elektri
scher Widerstand des Spin-Valve-Sensorelementes entsteht.
Ein Beispiel für eine magnetisch sensitive Schichtanordnung
auf der Basis von gekoppelten Multilagen und Spin-Valve-
Schichtsystemen, wobei diese Schichtsysteme jeweils gegen
über einem externen Magnetfeld auf der Grundlage des GMR-
Effektes sensitiv sind, ist in der Anmeldung DE 101 05 894.2
erläutert. Daraus sind auch weitere Details zum Aufbau und
zur Funktionsweise dieser Schichtsysteme zu entnehmen.
Aus technologischer Sicht ist das "Pinnen" einer der beiden
ferromagnetischen Schichten in den Spin-Valve-Sensorelemen
ten bzw. -schichtsystemen durch übliche antiferromagnetische
oder gegebenenfalls auch ferromagnetische Pinning-Schichten
nicht unproblematisch. Zum Einen wird durch die Pinning-
Schicht die maximal erreichbare GMR-Effektamplitude durch
sogenanntes "Shunting" des Sensorstromes in der Pinning-
Schicht auf wenige Prozent reduziert. Zum Anderen erfordert
die Herstellung der Pinning-Schicht mit gewünschten Eigen
schaftsprofilen zusätzliche Prozessschritte mit aufwendigen
und kostenintensiven Anlassbehandlungen im Magnetfeld.
Neben der Sensierung von Magnetfeldern werden Schichtsyste
me, die auf der Grundlage des GMR-Effektes arbeiten, auch
als Speicher, d. h. sogenannte MRAN's ("magnetic random
access memory") eingesetzt. So werden beispielsweise auf der
Internetseite http:\ \ www.research.ibm.com\resources\news\
20001207_mramimages.shtml von der Firma IBM MRAM's vorge
stellt, die auf Schichtanordnungen nach dem Spin-Valve-Prinzip
beruhen und dem GMR-Effekt nutzen.
Insbesondere ist dort beschrieben, dass derartige Schicht
anordnungen durch geeignete Strukturierung und Beschaltung mit
einer Anordnung von Leiterbahnen, die auf der Oberseite und der
Unterseite der Schichtanordnung verlaufen, sowie durch Erzeugen
eines internen Magnetfeldes in diesen Schichtanordnungen über
einen definiert in den Leiterbahnen geführten elektrischen Strom
zwischen zwei, auch nach Abschalten des elektrischen Stromes
zeitlich stabilen Zuständen umgeschaltet werden können.
Im Einzelnen kann durch das erzeugte interne Magnetfeld die
Richtung der Magnetisierung der weichmagnetischen Schicht paral
lel oder antiparallel zu der Richtung der Magnetisierung der
hartmagnetischen Schicht ausgerichtet werden. Dazu sind die vor
gesehenen Leiterbahnen als sogenannte "bit-line" und "word-line"
verschaltet, so dass je nach Art und Stärke der Beaufschlagung
der einzelnen Leiterbahnen mit dem elektrischen Strom einerseits
ein Einschreiben des Speicherzustandes in die Schichtanordnung
und andererseits ein Auslesen dieses Speicherzustandes ohne ihn
zu beeinflussen realisierbar ist.
Hinsichtlich weiterer Details zu Funktion und Beschaltung dieser
MRAN's sei auf die genannte Internet-Seite verwiesen, wo diese
ausführlich sowohl hinsichtlich Beschaltung als auch hinsicht
lich des Schichtaufbaus beschrieben sind.
Aus DE 198 43 350 A1 ist ein elektronisches Bauelement bekannt,
das ein magnetoresistives Sensorelement und ein magnetoresisti
ves Speicherelement auf einem Substrat aufweist, wobei Sensor
element und Speicherelement auf der Grundlage des GMR-Effektes
arbeiten. Im Fall des Speicherelementes ist eine weichmagneti
sche und eine hartmagnetische Schicht vorgesehen, die über eine
Zwischenschicht getrennt und hinsichtlich der Magnetisierungs
richtung über eine Strombeaufschlagung parallel oder antiparal
lel ausrichtbar sind. Im Fall des Sensorelementes ist eine hart
magnetische Referenzschicht, die beispielsweise mittels einer
sich selbst stabilisierenden Kopplung unter Verwendung eines
künstlichen Antiferromagneten realisiert ist, und eine weichmag
netische Detektionsschicht vorgesehen.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung war die Bereitstellung eines
integrierten Speicher- und Sensierelementes, mit dem sowohl Mag
netfelder detektiert als auch eine Speicherung von Information
in unmittelbarer Nähe zu dem Sensierelement und
insbesondere integriert auf einem gemeinsamen Substrat mög
lich ist.
Vorteile der Erfindung
Das erfindungsgemäße integrierte Speicher- und Sensierele
ment hat gegenüber dem Stand der Technik den Vorteil, dass
das Sensierelement in unmittelbarer Nähe zu dem oder bevor
zugt den Speicherelementen angeordnet ist, wobei sich beide
Bauteile integriert in einem Herstellungsprozess auf einem
gemeinsamen Substrat erzeugen lassen.
Insofern kann mit Hilfe des erfindungsgemäßen integrierten
Speicher- und Sensierelementes bereits auf dem gemeinsamen
Substrat eine Weiterverarbeitung der von dem Sensierelement
aufgenommenen Messsignale erfolgen bzw. es können bereits
dort Logikbausteine und/oder Speicherbausteine zur Weiter
verarbeitung und Aufbereitung der Messsignale integriert
werden.
Daneben ergibt sich durch die gemeinsame Integration auf ei
nem Substrat ein deutlich vereinfachter und kostengünstige
rer Herstellungsprozess, da beispielsweise auf das zusätzli
che Vorsehen von externen Speicherbauteilen sowie deren Ver
schaltung und Verbindung mit dem Sensierelement zumindest
teilweise verzichtet werden kann. Vielmehr liegt das erfin
dungsgemäße Speicher- und Sensierelement nach Abschluss des
Herstellungsprozesses nun vorteilhaft einstückig auf einem
gemeinsamen Substrat vor.
Ein weiterer wesentlicher Vorteil des erfindungsgemäßen in
tegrierten Speicher- und Sensierelementes liegt darin, dass
durch die ferromagnetische Kopplung der beiden ferromagneti
schen Schichten auf eine sogenannte Pinning-Schicht verzich
tet werden kann. Insofern wird der Schichtaufbau sowohl für
das Sensierelement als auch für das Speicherelement deutlich
vereinfacht. Zudem sind nun auch ferromagnetisch gekoppelte
Spin-Valve-Elemente einsetzbar, die im Wesentlichen, d. h.
abgesehen von der Abschirmschicht und/oder der Bufferschicht
sowie den vorgesehenen Leiterbahnen, dreilagig sind. Gleich
zeitig entfallen durch den Verzicht auf die Pinning-Schicht
die aufwendigen und kostenintensiven Maßnahmen zur Einstel
lung von deren Eigenschaftsprofilen.
Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus
den in den Unteransprüchen genannten Maßnahmen.
So lässt sich die als Speicherelement dienende, gegenüber
dem externen Magnetfeld möglichst weitgehend nicht sensitive
zweite Schichtanordnung in besonders einfacher Weise dadurch
vor dem Einfluss des externen Magnetfeldes schützen bzw. in
nerhalb des Messbereiches, dem das integrierte Speicher- und
Sensierelement üblicherweise ausgesetzt ist, für das externe
Magnetfeld zumindest weitgehend abschirmen, dass über dieser
Schichtanordnung eine magnetische Abschirmung, insbesondere
eine möglichst auf der dem Substrat abgewandten Seite der
ferromagnetischen Schicht befindliche Abschirmschicht, ange
bracht wird. Diese Abschirmschicht ist vorteilhaft eine gal
vanisch abgeschiedene Permalloy-Schicht, deren Erzeugung und
Eigenschaften aus dem Stand der Technik gut bekannt sind.
Daneben eigenen sich jedoch auch andere, Magnetfelder mög
lichst stark dämpfende Schichten.
Zur Verbesserung des Schichtwachstums und der Haftung der
Schichtanordnungen auf dem Substrat ist vorteilhaft vorgese
hen, dass sich zwischen jeder der Schichtanordnungen und dem
Substrat jeweils eine an sich bekannte Bufferschicht, bei
spielsweise eine Permalloy-Schicht, befindet. Besonders vor
teilhaft ist diese Permalloy-Schicht eine möglichst
hochohmige Permalloy-Schicht, da dadurch das sogenannte
"Shunting" deutlich reduziert wird, was zu höheren GMR-
Effektamplituden und damit größeren und besser auswertbaren
Signalen führt.
Die gewünschte ferromagnetische Kopplung zwischen den beiden
ferromagnetischen Schichten der Schichtanordnung lässt sich
besonders einfach und vorteilhaft dadurch erreichen, dass
die Zwischenschicht aus einer Legierung von Kupfer mit min
destens einem Edelmetall, insbesondere einer CuAgAu-
Legierung, besteht. Diese Legierung als Material für die
Zwischenschicht führt zudem zu einer deutlich verbesserten
Temperaturstabilität der erzeugten Schichtanordnungen, wie
dies in DE 101 05 894.2 bereits beschrieben ist.
Schließlich ist es vorteilhaft möglich, durch Variation von
Dicke, Material und Textur der einzelnen Schichten in den
Schichtanordnungen, insbesondere im Fall derjenigen
Schichtanordnung, die zur Ausbildung des Sensierelementes
vorgesehen ist, die sogenannte "Minor-Loop"-Position gegen
über dem magnetischen Nullfeld, d. h. gegenüber einem ausge
schalteten oder fehlenden externen Magnetfeld, gezielt zu
verschieben und/oder darüber die Breite der "Minor-Loop" zu
definieren, so dass deren Position und Breite optimal an den
gewünschten Messbereich anpassbar ist.
Unter dem Begriff "Minor-Loop" ist in diesem Zusammenhang
die beim Ausmessen des elektrischen Widerstandes der magne
tisch sensitiven Schichtanordnung auf Basis des GMR-Effektes
als Funktion des externen Magnetfeldes im magnetischen
Kleinfeldbereich, also dem Bereich, der in der Anwendung
durch das externe Geberfeld in der Schichtanordnung vorgege
ben ist, aufgenommene Messkurve bzw. Hysterese-Kurve zu ver
stehen.
Besonders vorteilhaft ist weiter, wenn sich die zweite, ge
genüber dem externen Magnetfeld möglichst nicht sensitive
Schichtanordnung hinsichtlich ihres Aufbaus von der ersten,
hinsichtlich des externen Magnetfeldes sensitiven
Schichtanordnung in ihrem eigentlichen, für den GMR-Effekt
relevanten Schichtaufbau, d. h. abgesehen von der magneti
schen Abschirmung bzw. Abschirmschicht sowie gegebenenfalls
der Bufferschicht und der Anordnung von Leiterbahnen, nicht
bzw. möglichst wenig unterscheidet. Dies erlaubt, das Spei
cherelement und das Sensierelement mit im Wesentlichen glei
chem Aufbau in einem Herstellungsprozess auf einem gemeinsa
men Substrat zu erzeugen, was zu erheblichen Vereinfachungen
und Kosteneinsparungen führt.
Insbesondere kann nunmehr auch ein metallischer MRAM mit
entsprechenden Speicherelementen in unmittelbarer Umgebung
zu einem Sensierelement auf Basis des GMR-Effektes auf einem
gemeinsamen Substrat realisiert werden, wobei beide Schicht
anordnungen jeweils bevorzugt lediglich einen dreilagigen
Aufbau aus zwei ferromagnetisch miteinander gekoppelten fer
romagnetischen Schichten und einer dazwischen liegenden Zwi
schenschicht aufweisen.
Zeichnung
Die Erfindung wird anhand der Zeichnungen und der nachfol
genden Beschreibung näher erläutert. Es zeigt Fig. 1 eine
auf Grund des GMR-Effektes magnetisch sensitive Schicht
anordnung als Prinzipskizze im Schnitt, Fig. 2 die GMR-
Kennlinie und die "Minor-Loop" der Schichtanordnung gemäß
Fig. 1, Fig. 3 eine Draufsicht auf ein integriertes Spei
cher- und Sensierelement mit Schichtanordnungen gemäß Fig.
1 und Fig. 4 einen Schnitt durch Fig. 3 entlang der einge
zeichneten Schnittlinie.
Ausführungsbeispiele
Die Fig. 1 zeigt eine GMR-Schichtanordnung 5 im Schnitt,
wobei auf einem Substrat 10, beispielsweise aus Siliziumdi
oxid, eine Bufferschicht 11, darauf eine erste ferromagneti
sche Schicht 12, darauf eine Zwischenschicht 13 und darauf
eine zweite ferromagnetische Schicht 14 aufgebracht ist.
Die Bufferschicht 11 ist im erläuterten Beispiel eine
Schicht mit im Wesentlichen der Zusammensetzung Ni80 Gew.-%
Fe20 Gew.-% (Permalloy) und gegebenenfalls weiteren Zusätzen,
bevorzugt eine hochohmige Permalloy-Schicht der Zusammenset
zung Ni79 Gew.-% Fe16,7 Gew.-% Mo4 Gew.-% Mn0,3 Gew.-%. Ihre Dicke liegt im
Bereich einiger Nanometer, beispielsweise bei 3 nm.
Die auf der Bufferschicht 11 befindliche erste ferromagneti
sche Schicht 12 dient im erläuterten Beispiel als hartmagne
tische Referenzschicht, d. h. als Schicht, deren Richtung der
Magnetisierung von der Richtung eines externen Magnetfeldes
zumindest unterhalb einer Grenzfeldstärke zumindest nahezu
unbeeinflusst bleibt. Konkret ist die erste ferromagnetische
Schicht 12 beispielsweise eine Cobalt-Schicht mit einer Dic
ke von 2,5 nm.
Die Zwischenschicht 13 ist eine Kupfer-Schicht mit einer
Dicke von etwa 2 nm oder bevorzugt eine Schicht aus einer
Kupfer-Silber-Gold-Legierung, vorzugsweise der Zusammenset
zung Cu85 Atom% Ag10 Atom% Au5 Atom%, mit einer Dicke von ca. 1,5 nm
oder ca. 2,5 nm.
Auf der Zwischenschicht 13 befindet sich die zweite ferroma
gnetische Schicht 14, die im erläuterten Beispiel eine
weichmagnetische Detektionsschicht ist, d. h. eine Schicht,
bei der sich die Richtung der Magnetisierung entsprechend
der Richtung eines externen Magnetfeldes zumindest weitge
hend parallel zu diesem ausrichtet. Die zweite ferromagneti
sche Schicht 14 besteht beispielsweise aus Cobalt und hat
eine Dicke von 2 nm.
Die Eigenschaft "hartmagnetisch" oder "weichmagnetisch" der
Schichten 12, 14 hängt im Übrigen in bekannter Weise von de
ren Textur und deren Schichtdicke ab.
Durch die erläuterten Materialien für die erste ferromagne
tische Schicht 12 und die zweite ferromagnetische Schicht 14
sowie die Zwischenschicht 13 wird erreicht, dass die beiden
übereinander liegenden ferromagnetischen Schichten 12, 14
ferromagnetisch miteinander gekoppelt sind, so dass auf eine
ansonsten vielfach erforderliche Pinning-Schicht verzichtet
werden kann. Die ferromagnetische Kopplung der beiden ferro
magnetischen Schichten 12, 14 bedeutet insbesondere, das
sich die Richtungen der Magnetisierung dieser beiden Schich
ten in Abwesenheit eines externen Magnetfeldes und ohne zu
sätzliche, diese Einstellung möglicherweise verhindernden
Hystereseeffekte parallel zueinander ausrichten.
Im Übrigen sei an dieser Stelle betont, dass sich die be
schriebene Kopplung zwischen den beiden ferromagnetischen
Schichten 12, 14 in bekannter Weise über eine stete Verände
rung der Dicke der Zwischenschicht 13 abwechselnd in eine
antiferromagnetische Kopplung und wieder in eine ferromagne
tische Kopplung überführen lässt, wobei bei Schichtanordnun
gen 5, die auf dem Spin-Valve-Prinzip beruhen, vor allem der
Bereich zwischen dem sogenannten "zweiten antiferromagneti
schen Maximum" und dem sogenannten "dritten antiferromagne
tischen Maximum" relevant ist.
Die Fig. 2 zeigt auf der unteren x-Achse und der zugehöri
gen linken y-Achse die Veränderung des spezifischen elektri
schen Widerstandes der GMR-Schichtanordnung 5 als Funktion
der Stärke und Richtung eines externen Magnetfeldes Hext.
Im Einzelnen ist dabei das externe Magnetfeld Hext in der
Einheit Oersted [Oe] aufgetragen, während die Änderung des
elektrischen Widerstandes auf den minimalen elektrischen Wi
derstand bezogen ist [ΔR/Rmin], so dass sich eine Widerstand
sänderung bezogen auf den minimalen Widerstand in Prozent
ergibt. Variiert man nun das externe Magnetfeld Hext ausge
hend von der linken unteren Ecke des Diagramms zur rechten
unteren Ecke des Diagramms und zurück, erhält man, dem Ver
lauf der eingezeichneten Pfeile folgend, die GMR-Kennlinie
17.
Zu deren Verständnis geht man zunächst von einer parallelen
Einstellung der Richtungen der Magnetisierung in der ersten
ferromagnetischen Schicht 12 und der zweiten ferromagneti
schen Schicht 14 aus. Startet man dann in der linken unteren
Ecke des Diagrammes bei einem starken, negativen Magnetfeld
(magnetische Sättigung), d. h. einem Magnetfeld, das zu der
Richtung der Magnetisierung in der zweiten ferromagnetischen
Schicht 14, die als weichmagnetische Detektionsschicht
dient, parallel gerichtet ist, so tritt zunächst bei Errei
chen von Magnetfeldstärken von ca. +10 Oersted auf Grund des
GMR-Effektes eine deutliche Erhöhung des elektrischen Wider
standes der GMR-Schichtanordnung 5 auf. Dabei beginnt die
Detektionsschicht, d. h. die zweite ferromagnetische Schicht
14, ihre Magnetisierungsrichtung nach dem externen, seine
Richtung ändernden Magnetfeld auszurichten, während die Ma
gnetisierungsrichtung der ersten ferromagnetischen Schicht
12, d. h. der Referenzschicht zunächst noch unverändert
bleibt. Bei einer weiteren Steigerung des externen Magnet
feldes Hext liegt dann bei ca. +20 Oersted eine antiparallele
Ausrichtung der Richtung der Magnetisierung in der ersten
ferromagnetischen Schicht 12 und der zweiten ferromagneti
schen Schicht 14 vor (maximaler elektrischer Widerstand).
Wird nun die Stärke des externen Magnetfeldes Hext weiter er
höht, beginnt auch die Richtung der Magnetisierung der hart
magnetischen Schicht 14 sich allmählich entsprechend der
Richtung des externen Magnetfeldes auszurichten, was bei
weiter steigenden externen Magnetfeldern zu einem Zusammen
bruch des gewünschten GMR-Effektes bzw. einer magnetischen
Sättigung bei ca. +40 Oersted führt, so dass schließlich im
Bereich oberhalb von ca. +40 Oersted bis +100 Oersted kein
GMR-Effekt mehr messbar ist.
Fährt man dann in der rechten unteren Ecke des Diagrammes
gemäß Fig. 2 mit einem entsprechend umgekehrt orientierten
externen Magnetfeld Hext fort, beobachtet man auf Grund von
Hystereseeffekten eine analoge, gegenüber dem Nullpunkt je
doch verschobene Messkurve, d. h. die beim Einsatz als Senso
relement gewünschte Widerstandsänderung als Funktion des ex
ternen Magnetfeldes ist nun besonders groß im Bereich von
etwa -10 Oersted, bevor es bei weiter in der Amplitude stei
genden externen Magnetfeldern erneut zu einem Zusammenbruch
des GMR-Effektes bzw. einer magnetischen Sättigung bei etwa
-40 Oersted kommt.
Ein Sensierelement mit einer GMR-Schichtanordnung 5 wird man
möglichst im Bereich einer möglichst starken Änderung des
elektrischen Widerstandes ΔR/Rmin als Funktion des externen
Magnetfeldes Hext betreiben, d. h. möglichst im Kleinfeldbe
reich, der gemäß Fig. 2 den Bereich von -20 bis +20 Oersted
umfasst.
In Fig. 2 ist weiter die sogenannte "Minor-Loop" 15 der
GMR-Schichtanordnung 5 dargestellt, d. h. im Beispiel die Hy
steresekurve im Kleinfeldbereich von ca. -4 Oersted bis +16
Oersted. Gemäß der oberen x-Achse ist dabei ein externes Ma
gnetfeld Hext im Bereich von -10 Oersted bis +20 Oersted auf
getragen, das gemäß der rechten y-Achse eine Änderung des
elektrischen Widerstandes relativ zu dem minimalen elektri
schen Widerstand [ΔR/Rmin] der GMR-Schichtanordnung 5, die in
Prozent aufgetragen ist, bewirkt. Im Unterschied zu der GMR-
Kennlinie 17 wird jedoch bei der "Minor-Loop" 15 darauf ver
zichtet, starke externe Magnetfelder Hext anzulegen, so dass
sich eine von der GMR-Kennlinie 17 verschiedene Hysterese
kurve ergibt.
Im Einzelnen zeigt Fig. 2 die "Minor-Loop" 15, dem Verlauf
der eingezeichneten Pfeile folgend, beginnend bei einem ne
gativen externen Magnetfeld Hext von -10 Oersted, d. h. einem
externen Magnetfeld, das parallel zu der Richtung der Magne
tisierung in der zweiten ferromagnetischen Schicht 14 bzw.
der weichmagnetischen Detektionsschicht gerichtet ist, die
aufgrund der ferromagnetischen Kopplung zunächst parallel
zueinander ausgerichtet sind.
Steigert man nun das externe Magnetfeld Hext von -10 Oersted
auf ca. +15 Oersted, kommt auf Grund des GMR-Effektes zu ei
nem deutlichen Anstieg des elektrischen Widerstandes auf ei
nen Maximalwert, bei dessen Erreichen die Richtungen der Ma
gnetisierung in der ersten ferromagnetischen Schicht 12 und
der zweiten ferromagnetischen Schicht 14 antiparallel zuein
ander ausgerichtet sind. Kehrt man dann die Richtung des ex
ternen Magnetfeldes Hext beginnend in der rechten oberen Ecke
des Diagrammes wieder um, so stellt sich bei einem Magnet
feld von ca. -2 Oersted auf Grund des GMR-Effektes wieder
ein verringerter elektrischen Widerstandes in der GMR-
Schichtanordnung 5 ein, bevor man schließlich bei externen
Magnetfeldern von ca. -10 Oersted erneut den Anfangszustand
mit minimalem elektrischen Widerstand erreicht, bei dem die
Richtungen der Magnetisierung in der ersten ferromagneti
schen Schicht 12 und der zweiten ferromagnetischen Schicht
14 auf Grund der ferromagnetischen Kopplung wieder parallel
zueinander ausgerichtet sind. Die im Bereich der "Minor-
Loop" 15 beobachtete Hysterese ist dabei die der weichmagne
tischen Detektionsschicht 14.
Aus den beiden Kennlinien 15, 17 gemäß Fig. 2 ist entnehm
bar, dass sich die GMR-Schichtanordnung 5 mit den beiden
übereinander liegenden, ferromagnetisch miteinander verkop
pelten ferromagnetischen Schichten einerseits als magnetisch
sensitive Schichtanordnung einsetzen lässt, die gemäß der
GMR-Kennlinie 17 im Kleinfeldbereich eine deutliche Änderung
des elektrischen Widerstandes als Funktion von Stärke und
Richtung des externen Magnetfeldes Hext aufweist, dass eine
derartige GMR-Schichtanordnung 5 aber auch als Speicherele
ment dienen kann, wobei man ausnutzt, dass die "Minor-Loop"
15 im Kleinfeldbereich eine ausgeprägte Hysterese zeigt.
Insbesondere definiert die "Minor-Loop" 15 einen ersten Zu
stand 20 eines solchen Speicherelementes mit einem relativ
hohen elektrischen Widerstand der Schichtanordnung 5 und ei
nen zweiten Zustand 21 des Speicherelementes mit einem ver
gleichsweise niedrigen elektrischen Widerstand der
Schichtanordnung 5. Beide Zustände 20, 21 sind dabei auch
nach Abschalten des externen Magnetfeldes Hext zeitlich sta
bil, so dass diese beiden Zustände 20, 21 zwei Speicherzu
stände charakterisieren, die über ein Magnetfeld erzeugbar
und über den Widerstand der Schichtanordnung 5 auslesbar
sind.
Aufbauend auf diesen Vorüberlegungen zeigt Fig. 3 nun ein
Ausführungsbeispiel für ein integriertes Speicher- und Sen
sierelement 30, wobei auf einem gemeinsamen Substrat 10,
beispielsweise einen Siliziumdioxidsubstrat oder einem Glas
substrat, bereichsweise eine erste Schichtanordnung 16 und
bereichsweise mehrere zweite Schichtanordnungen 18 erzeugt
worden sind. Dabei ist in Fig. 3 auf die Darstellung an
sich bekannter Anschlusskontaktierungen, Leiterbahnen und
weiterer, zur Beschaltung der Schichtanordnungen 16, 18 er
forderlicher elektronischer Bauteile aus Gründen der Über
sichtlichkeit verzichtet worden.
Die Fig. 4 zeigt einen Schnitt durch Fig. 3 entlang der
eingezeichneten Schnittlinie, wobei zunächst erkennbar ist,
dass die erste Schichtanordnung 16 analog der GMR-Schicht
anordnung 5 aufgebaut ist. Insbesondere ist die erste
Schichtanordnung 16 als Sensierelement für Stärke und/oder
Richtung eines externen Magnetfeldes Hext innerhalb eines de
finierten Messbereiches, der beispielsweise von -15 Oersted
bis +15 Oersted reicht, ausgelegt. Dabei nutzt man zur Sen
sierung des externen Magnetfeldes, wie erläutert, den GMR-
Effekt aus, der als Funktion dieses externen Magnetfeldes zu
einer Veränderung des elektrischen Widerstandes in der er
sten Schichtanordnung 16 führt.
Insbesondere sei betont, dass die erste Schichtanordnung 16
zwei übereinander liegende, ferromagnetisch miteinander ge
koppelte ferromagnetische Schichten 12, 14 aufweist, die
über die Zwischenschicht 13 voneinander getrennt sind.
Neben der ersten Schichtanordnung 16 sind auf dem Substrat
10 gemäß Fig. 4 weiter zwei zweite Schichtanordnungen 18
erkennbar, die sich von der ersten Schichtanordnung 16 und
der GMR-Schichtanordnung 5 gemäß Fig. 1 nur dadurch unter
scheiden, dass auf der zweiten ferromagnetischen Schicht 14
jeweils eine Abschirmschicht 19 aufgebracht ist, und dass
zwischen der Abschirmschicht 19 und der zweiten ferromagne
tischen Schicht 14 sowie zwischen dem Substrat 10 und der
Bufferschicht 11 jeweils eine Anordnung von elektrischen
Leitern in Form einer Leiterstruktur 22 vorgesehen ist.
Diese Leiterstruktur 22 ist dabei analog zu der auf der In
ternetseite http:\ \ www.research.ibm.com\resources\news\
20001207_mramimages.shtml in Form von sich kreuzenden "bit
lines" und "word-lines" ausgeführt.
Mittels der in Form von "bit-lines" und "word-lines" aufge
bauten Leiterstruktur 22 lässt sich weiter in bekannter Wei
se über darin geeignet geführte elektrische Ströme, die zu
mindest bereichsweise ein internes Magnetfeld in der zweiten
Schichtanordnung 18 erzeugen, die Richtung der Magnetisie
rung der weichmagnetischen Detektionsschicht, d. h. der zwei
ten ferromagnetischen Schicht 14, parallel oder antiparallel
zu der Richtung der Magnetisierung der hartmagnetischen
Schicht, d. h. der ersten ferromagnetischen Schicht 12, aus
richten.
Weiter ist es mittels der "bit-lines" und der "word-lines"
und den darin geführten elektrischen Strömen unter Ausnut
zung des GMR-Effektes möglich, auszulesen, ob eine parallele
oder antiparallele Ausrichtung dieser Magnetisierungen vor
liegt.
Insofern charakterisieren die Ausrichtungen der Magnetisie
rungen in den beiden ferromagnetischen Schichten 12, 14 zwei
Speicherzustände 20, 21, die über die mittels der Leiter
struktur 22 und das darüber erzeugte interne Magnetfeld ein
schreibbar und mittels der durch die Leiterstruktur 22 ge
führten elektrischen Ströme auch wieder auslesbar sind.
Die Abschirmschicht 19 ist im erläuterten Beispiel eine gal
vanisch abgeschiedene Permalloy-Schicht mit im Wesentlichen
der Zusammensetzung Ni80 Gew.-% Fe20 Gew.-%, vorzugsweise eine
hochohmige Permalloy-Schicht der Zusammensetzung Ni79 Gew.-%
Fe16,7 Gew.-% Mo4 Gew.-% Mn0,3 Gew.-%. Ihre Dicke ist im Einzelfall an
die Stärke der jeweils eingesetzten externen Magnetfelder
anzupassen.
Im Übrigen sei noch erwähnt, dass es im Rahmen des vorste
hend erläuterten Ausführungsbeispiels problemlos möglich
ist, die Position der "Minor-Loop" 15 gemäß Fig. 2 relativ
zu dem Nullfeld (d. h. Hext = 0) durch Variation der Dicke,
der Textur und/oder des Materials der zweiten ferromagneti
schen Schicht 14 und/oder der ersten ferromagnetischen
Schicht 12 zu verschieben. Zudem lässt sich auf diese Weise
die Breite der "Minor-Loop" 15 so einstellen, dass sie stets
optimal innerhalb des gewünschten Messbereiches positioniert
ist. Schließlich kann eine Einstellung der Position und/oder
Breite der "Minor-Loop" zumindest zum Teil auch über die
Textur, die Dicke und/oder das Material der Bufferschicht 11
und/oder der Zwischenschicht 13 erfolgen.
Insgesamt weist das integrierte Speicher- und Sensierelement
30 gemäß Fig. 3 bzw. 4 somit ein Sensierelement auf, das
von der ersten Schichtanordnung 16 gebildet wird, und vier
Speicherelemente, die von den zweiten Schichtanordnungen 18
gebildet werden, wobei die Schichtanordnungen 16, 18 jeweils
genau zwei, übereinander liegende, ferromagnetisch miteinan
der gekoppelte ferromagnetische Schichten 12, 14 aufweisen,
die über die Zwischenschicht 13 voneinander getrennt sind.
Zudem ist jeweils eine der beiden ferromagnetischen Schich
ten 12, 14 eine hartmagnetische Schicht und die jeweils an
dere eine weichmagnetische Schicht.
Im Fall der als Speicherelement dienenden zweiten
Schichtanordnung 18 wird weiter über die auf gegenüber lie
genden Seiten der weichmagnetischen Schicht, d. h. der zwei
ten ferromagnetischen Schicht 14, verlaufende Leiterstruktur
22 mittels geeignet darin geführter elektrischer Ströme, die
ein internes Magnetfeld in der Schichtanordnung 18 erzeugen,
die Richtung der Magnetisierung der weichmagnetischen
Schicht wahlweise parallel oder antiparallel zu der Richtung
der Magnetisierung der hartmagnetischen Schicht ausgerich
tet. Aufgrund der vergleichsweise großen Dicke der Leiter
bahnen der Leiterstruktur 22 gegenüber den Schichten 11, 12,
13 und 14 schließt diese bevorzugt den gesamten Schichtsta
pel aus Bufferschicht 11, Referenzschicht 12, Zwischen
schicht 13 und Detektionsschicht 14 zwischen sich ein. Über
den GMR-Effekt ist es dann möglich, die parallele oder anti
parallele Ausrichtung der Magnetisierungen, die die beiden
Zustände 20, 21 charakterisiert, auszulesen. Die Änderung
der Richtung der Magnetisierung ist weiter magnetisch rever
sibel, d. h. die zweite Schichtanordnung 18 ist magnetisch
von dem ersten Zustand 20 in den zweiten Zustand 21 und von
dem zweiten Zustand 21 in den ersten Zustand 20 überführbar,
wobei diese jeweils unterhalb einer Grenzamplitude des in
ternen Magnetfeldes, insbesondere auch in dessen Abwesenheit
oder nach dessen Abschalten, zeitlich stabil sind. Damit
bildet die zweite Schichtanordnung 18 jeweils ein magnetisch
zwischen diesen beiden Zuständen 20, 21 umschaltbares, digi
tales Speicherelement, das sich in unmittelbarer Umgebung zu
dem von der ersten Schichtanordnung 16 gebildeten Sen
sierelement integriert auf einem gemeinsamen Substrat befin
det.