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DE1013555B - Verfahren zur Herstellung rauchschwacher Pulver ohne fluechtige Loesungsmittel - Google Patents

Verfahren zur Herstellung rauchschwacher Pulver ohne fluechtige Loesungsmittel

Info

Publication number
DE1013555B
DE1013555B DES35643D DES0035643D DE1013555B DE 1013555 B DE1013555 B DE 1013555B DE S35643 D DES35643 D DE S35643D DE S0035643 D DES0035643 D DE S0035643D DE 1013555 B DE1013555 B DE 1013555B
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
nitrocellulose
plasticization
volatile solvents
low
smoke
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Pending
Application number
DES35643D
Other languages
English (en)
Inventor
Gustav Lange
Dr-Ing Fritz Hartmann
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Wasag Chemie AG
Original Assignee
Wasag Chemie AG
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Wasag Chemie AG filed Critical Wasag Chemie AG
Priority to DES35643D priority Critical patent/DE1013555B/de
Publication of DE1013555B publication Critical patent/DE1013555B/de
Pending legal-status Critical Current

Links

Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C08ORGANIC MACROMOLECULAR COMPOUNDS; THEIR PREPARATION OR CHEMICAL WORKING-UP; COMPOSITIONS BASED THEREON
    • C08LCOMPOSITIONS OF MACROMOLECULAR COMPOUNDS
    • C08L1/00Compositions of cellulose, modified cellulose or cellulose derivatives
    • C08L1/08Cellulose derivatives
    • C08L1/16Esters of inorganic acids
    • C08L1/18Cellulose nitrate, i.e. nitrocellulose
    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C06EXPLOSIVES; MATCHES
    • C06BEXPLOSIVES OR THERMIC COMPOSITIONS; MANUFACTURE THEREOF; USE OF SINGLE SUBSTANCES AS EXPLOSIVES
    • C06B21/00Apparatus or methods for working-up explosives, e.g. forming, cutting, drying
    • C06B21/0008Compounding the ingredient

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Inorganic Chemistry (AREA)
  • Health & Medical Sciences (AREA)
  • Chemical Kinetics & Catalysis (AREA)
  • Medicinal Chemistry (AREA)
  • Polymers & Plastics (AREA)
  • Processes Of Treating Macromolecular Substances (AREA)
  • Compositions Of Macromolecular Compounds (AREA)

Description

  • Verfahren zur Herstellung rauchschwacher Pulver ohne flüchtige Lösungsmittel Zur Gewinnung von rauchschwachem Pulver aus Nitrocellulose muß diese in eine dichte formbare Masse umgewandelt werden. Dies geschieht bei den ohne flüchtige Lösungsmittel hergestellten Pulvern in der Weise, daß man die Nitrocellulose - meist in wäßriger Suspension - mit gelatinierend wirkenden Zusätzen, vornehmlich Salpetersäureestern von mehrwertigen Alkoholen, wie Nitroglycerin oder Diglykoldinitrat, vermischt. Die so erhaltene Rohmasse wird durch intensives Kneten zwischen beheizten Walzen bei 75 bis 950 in das plastische Pulvergel übergeführt, das dann durch Walzen, Schneiden und Strangpressen zu Streifen, Blättchen oder Röhren weiter verformt wird.
  • Naturgemäß ist das Bearbeiten der leicht entzündlichen Nitrocellulose im Gemisch mit den hochexplosiven Salpetersäureestern zwischen heißen Walzen nicht gefahrlos. In der Tat treten oft genug Brände beim Walzprozeß auf, bei denen die Pulvermasse unter Entwicklung einer sehr intensiven Flamme verpuffungsartig abbrennt. Wenn auch durch Sicherheitsvorkehrungen und durch Geschicklichkeit und Übung der mit diesem Arbeitsgang Beschäftigten meist Todesfälle vermieden werden, so werden doch häufig schwer heilende Verbrennungen verursacht. Hervorzuheben ist aber, daß im laufenden Betriebe regelmäßig ein gewisser, wenn auch nicht großer Anteil der Erzeugung durch Walzenbrände verlorengeht.
  • Ein weiterer Nachteil der bekannten Arbeitsweise besteht darin, daß die verhältnismäßig flüchtigen Salpetersäureester der mehrwertigen Alkohole beim Walzprozeß in der Wärme zum Teil verflüchtigt werden.
  • Obwohl die hierdurch eintretenden Verluste nur sehr gering sind und ballistisch nicht ins Gewicht fallen, so wirkt die Verdunstung der Ester auf den Walzen doch sehr störend, weil die Dämpfe gesundheitliche Störungen bei den in diesen Räumen beschäftigten Personen hervorrufen können. Insbesondere kann das leicht zugängliche und an sich sehr geeignete Glykoldinitrat wegen seiner besonders hohen Flüchtigkeit und der schweren Gesundheitschädigungen, die es verursacht, praktisch nicht verwendet werden.
  • Es wurde nun gefunden, daß die zur Herstellung rauchschwacher Pulver ohne flüchtige Lösungsmittel notwendige Plastifizierung der Nitrocellulose mit natürlichen oder synthetischen Harzen allein bewirkt werden kann und daß dieser Prozeß - im Gegensatz zu den bekannten Gelatinatoren - schon bei gewöhnlicher Temperatur, ja sogar unter Kühlung durchführbar ist.
  • Rauchschwache Pulver mit einem gewissen Gehalt an natürlichen oder künstlichen Harzen sind an sich bekannt. Man hat Harze ebenso wie viele andere kohlenstoffhaltige Stoffe als Zusatz zu Pulver vorgeschlagen, um die Zusammensetzung der Schußmasse im Sinne einer vermehrten Bildung von Kohlenoxyd zu beeinflussen. Hier besteht also gegenüber der Erfindung eine andere Beziehung von Mittel, Zweck und Wirkung.
  • Bei der Herstellung von Nitroglycerinsprengstoffen ist vorgeschlagen worden, die an sich bereits in der Kälte erfolgende Auflösung der Nitrocellulose in der 10- bis 20fachen Menge Nitroglycerin zu beschleunigen durch bestimmte Zusätze, unter anderem auch durch die harzartigen Kondensationsprodukte mehrwertiger Alkohole mit Aldehyden. Aus diesem technologisch ganz andersartigen Zusammenhang ist aber nicht ersichtlich, daß man Nitrocellulose mit Harzen allein so vollständig plastifizieren kann, wie es zur Verarbeitung auf rauchschwache Pulver nötig ist.
  • Ferner ist es bekannt, daß man eine als Lackrohstoff verwendbare celluloidartige plastische Masse erhalten kann, wenn man Nitrocellulose, die mit Äthanol, Butanol u. dgl. angefeuchtet ist, zweckmäßig unter Verwendung geringer Zusätze von Nitrocelluloselösungsmitteln, mit als Weichmacher verwendbaren öl- bzw. fettsäuremodifizierten Alkydharzen oder mit konzentrierten Lösungen derselben verknetet und verwalzt. Hiernach war jedoch nicht vorauszusehen, daß man ohne jegliche organische Lösungsmittel einfach die wasserfeuchte Nitrocellulose mit natürlichen oder synthetischen Harzen allein plastifizieren kann. Für die Herstellung von Pulver ist das Arbeiten ohne Lösungsmittel vor allem deshalb besonders wertvoll, weil die vollständige Entfernung der Lösungsmittelreste, die aus ballistischen Gründen notwendig ist, häufig Schwierigkeiten verursacht und sich bei starkwandigen Pulverkörpern praktisch gar nicht durchführen läßt.
  • Die Plastifizierung der Nitrocellulose gemäß der Erfindung mit Harzen allein erfolgt, wie gesagt, auch schon in der Kälte, geht aber naturgemäß bei erhöhter Temperatur schneller vor sich. Wenn man im allgemeinen die zu plastifizierenden Mischungen etwas erwärmt, ist man andererseits doch nicht gezwungen, bei den bisher üblichen gefahrbringenden Temperaturen von über 750 zu arbeiten, sondern man wird die Verarbeitung unterhalb dieser Temperatur, beispielsweise bei 50 bis 600, vornehmen. Wendet man neben den Harzen auch leicht flüchtige Sprengöle, wie Glykoldinitrat, als Gelatinierungsmittel an, so wird man zwed<mäßig bei gewöhnlicher Temperatur, unter Umständen sogar unter Kühlung arbeiten.
  • Da die Plastifizierung der Nitrocellulose mit Harzen, wie weiter gefunden wurde, auch bei Gegenwart von Wasser vor sich geht, ja augenscheinlich dadurch sogar gefördert wird, geht man zweckmäßig erfindungsgemäß von wasserfeuchter Nitrocellulose aus und bçfeuchtet die Walzen beim Knetprozeß. Erst wenn die Nitrocellulosemasse in den plastischen Zustand übergeführt und damit die Brandgefahr im wesentlichen beseitigt ist, entfernt man das noch anhaftende Wasser durch Erwärmen der Masse. Hierbei tritt auch keine merkliche Verflüchtigung der Sprengöle mehr ein, da diese von dem Nitrocellulosegel sehr fest gebunden werden.
  • Die Einarbeitung der Harze in die Nitrocellulosemischung erfolgt an einer beliebigen Stelle des Mischprozesses, z. B. beim Kneten auf den Walzen. Um eine besonders gleichmäßige Verteilung der Harze zu erreichen, kann es zweckmäßig sein, diese als Emulsion der in Wasser aufgepülpten Nitrocellulose zuzumischen.
  • Ausführungsbeispiele 1. 12 kg wasserfeuchte Nitrocellulose mit 13120in N und einem Wassergehalt von 30°/o werden bei Raumtemperatur durch Kneten auf einem Walzenstuhl unter Benetzen der Walzen mit Wasser mit 2kg Polyamidharz vermischt. Es entsteht eine plastische Masse, die in der üblichen Weise zu Streifen, Blättchen und Röhren verformt werden kann.
  • 2. Eine SIischung von 80 °/o Nitrocellulose mit 13,20/o N und 20°/o härtbarem Harnstoff-Aldehyd- Harz wird auf die gleiche Weise zu einer plastischen Pulvermasse verarbeitet, wobei die Walzen gegen Ende des Knetprozesses auf etwa 600 erwärmt werden. Die noch warme Knetmasse wird dann wie üblich weiter verarbeitet.
  • 3. Eine wasserfeuchte Mischung von 65 0/o Nitrocellulose mit 12,80/o N, 22°/o Diglykoldinitrat, 12°/o Methakrylsäureesterharz, 0,75 O/o asymmetrischem Diphenylharnstoff und O,250/o Magnesiumoxyd wird zunächst bei gewöhnlicher Temperatur zwischen Walzen geknetet, bis eine zusammenhängende plastische Masse gebildet ist. Die Temperatur der Walzen wird dann auf etwa 700 gesteigert, die Masse zu einer Decke geeigneter Dicke ausgewalzt und noch warm in Streifen geschnitten.

Claims (5)

  1. PATENTANSPRÜCHE 1. Verfahren zur Herstellung rauchschwacher Pulver ohne flüchtige Lösungsmittel, dadurch gekennzeichnet, daß die Plastifizierung der Nitrocellulose mit natürlichen oder synthetischen Harzen allein vorzugsweise bei Temperaturen unter 750 vorgenommen wird.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß bei gleichzeitiger Verwendung leicht flüchtiger Sprengöle bei gewõnlicher Temperatur, gegebenenfalls sogar unter Kühlung, gearbeitet wird.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Plastifizierung bei Gegenwart von Wasser vorgenommen wird.
  4. 4. Verfahren nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Plastifizierung zunächst bei gewöhnlicher Temperatur, gegebenenfalls unter Kühlung, vorgenommen und daß erst am Ende des Knetprozesses erwärmt wird.
  5. 5. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Harz der Nitrocellulose in Form einer Emulsion zugemischt wird.
    In Betracht gezogene r)ruclischriften: Deutsche Patentschriften Nr. 93 351, 712 228; USA.-Patentschrift Nr. 1 303 115; Brunsvig: »Das rauchlose Pulver«, 1926. S. 134/ 135.
DES35643D 1942-07-01 1942-07-01 Verfahren zur Herstellung rauchschwacher Pulver ohne fluechtige Loesungsmittel Pending DE1013555B (de)

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Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE1082175B (de) 1957-08-09 1960-05-19 Dynamit Nobel Ag Vorrichtung zur kontinuierlichen Herstellung von Schiesspulvern und Treibsaetzen

Citations (3)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE93351C (de) *
US1303115A (en) * 1919-05-06 of stevenston
DE712228C (de) * 1939-01-22 1941-10-15 Celluloid Fabrik Akt Ges Deuts Verfahren zur Herstellung eines Lackrohstoffes

Patent Citations (3)

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