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Die Erfindung betrifft einen Wechselumschlag, insbesondere für leporelloartig gefaltete
Unterlagen, der durch Falze in mehrere Umschlagfelder unterteilt ist und wechselweise je
nach Richtung des Umblätterns der Unterlage auf einfache Art so gefaltet werden kann, daß
die umgeblätterte Unterlage den Umschlag seitlich nicht überragt.
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Bekannte Umschläge für Leporellos bestehen aus Papier oder Karton und sind durch zwei
vertikale, als Gelenk dienende Falze in eine Vorderseite, eine Rückseite und in den
dazwischen liegenden Rückenteil gegliedert. Die Fläche der Vorder- und Rückseite entspricht
jeweils dem Format des zusammengefalteten Leporellos plus einem seitlichen Überstand, die
Breite des Rückenteils der Dicke des zusammengefalteten Leporellos. Das Leporello wird mit
einer Außenseite auf der Vorder- oder Rückseite des Umschlags so angeklebt, daß die Falze
von Umschlag und Leporello parallel verlaufen. Als nachteilig erweist es sich hierbei, daß das
Leporello nur in einer Richtung ohne seitlichen Überstand auf den geöffneten Umschlag
umgeblättert werden kann, während es in der anderen Richtung umgeblättert den Umschlag
seitlich überragt und dadurch die Handhabung erschwert. Ein anderer bekannter Umschlag für
leporelloartig gefaltete Unterlagen ist durch vier parallele Falze in fünf Umschlagfelder
unterteilt und kann dadurch so in zwei Positionen gefaltet werden, daß ein daran befestigtes
Leporello zu beiden Seiten umgeblättert werden kann ohne den Umschlag seitlich zu
überragen. Bei diesem Umschlag erweist es sich als Nachteil, daß vor dem Falten des
Umschlags von der einen in die andere Position erst zwei äußere Umschlagfelder
zusammengefaltet oder entfaltet werden müssen.
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Ausgehend von diesem Stand der Technik liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, einen
Umschlag zu schaffen, der auf einfache Art so gefaltet werden kann, daß eine wahlweise nach
links oder rechts umblätterbare Unterlage den Umschlag seitlich nicht überragt.
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Die Lösung dieser Aufgabe erfolgt dadurch, daß der Umschlag durch vier parallele, vertikale
Falze in fünf nebeneinander liegende Umschlagfelder eingeteilt ist, wobei das erste
Umschlagfeld mindestens dem Format der zusammengelegten Unterlage entspricht, das
zweite Umschlagfeld die halbe Breite vom ersten Umschlagfeld hat, das dritte Umschlagfeld
mindestens die Breite vom zweiten Umschlagfeld hat, die Breite vom vierten Umschlagfeld
mindestens der Dicke der zusammengelegten Unterlage und die Breite vom fünften
Umschlagfeld der Gesamtbreite der Umschlagfelder zwei und drei entspricht.
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Die gefaltete Unterlage wird so auf der Vorderseite des ersten Umschlagfeldes befestigt, daß
die Falze von Umschlag und Unterlage parallel verlaufen und die zusammengefaltete
Unterlage das erste Umschlagfeld nicht überragt.
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Das zweite Umschlagfeld wird nach unten gefaltet und an der Rückseite des ersten
Umschlagfeldes befestigt. Die Befestigung kann vorzugsweise durch kleben oder heften
erfolgen. Danach liegt der als Gelenk dienende Falz zwischen dem zweiten und dritten
Umschlagfeld mittig auf der Rückseite des ersten Umschlagfeldes.
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Hält man den Umschlag am ersten Umschlagfeld in der Hand, so hängen die Umschlagfelder
drei bis fünf mittig unter dem ersten Umschlagfeld und können von hier aus mit der anderen
Hand so gefaltet werden, daß die Umschlagfelder vier und fünf entweder links oder rechts
vom ersten Umschlagfeld liegen, je nach dem in welche Richtung die Unterlage umgeblättert
werden soll. Aus jeder dieser beiden Lagen kann der Umschlag dann geschlossen werden,
wobei einmal die Vorderseite der Umschlagfelder zwei bis fünf die Außenseite des
Umschlages bilden, und beim anderen mal der nicht vom zweiten Umschlagfeld bedeckte Teil
der Rückseite des ersten Umschlagfeldes sowie die Rückseite der Umschlagfelder drei bis
vier die Außenseite des Umschlages bilden.
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Durch entsprechendes Design der jeweils sichtbaren Außenfelder des Umschlages kann der
Eindruck von zwei unterschiedlichen Umschlägen erreicht werden. Bei leporelloartig
gefalteten Unterlagen läßt sich so jeder Seite der Unterlage ein eigenes Umschlagdesign
zuordnen.
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Damit sich der geschlossene Umschlag im Randbereich des ersten Umschlagfeldes nicht
staucht ist es vorteilhaft, wenn das dritte Umschlagfeld breiter als das zweite ist.
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Bei geringer Dicke der zusammengefalteten Unterlage ist das als Umschlagrücken dienende
vierte Umschlagfeld entbehrlich.
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Der Umschlag kann auch so ausgeführt werden, daß das Umschlagfeld drei direkt mit einem
Scharnierband mittig an der Rückseite des Umschlagfeldes eins befestigt wird, womit das
Umschlagfeld zwei entbehrlich ist.
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Für den Umschlag können alle gebräuchlichen Umschlagmaterialien verwendet werden, in
der Regel Karton.
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Nachstehend wird eine bevorzugte Ausführungsform der Erfindung anhand von Zeichnungen
im einzelnen beschrieben. Die Zeichnung 1 zeigt eine schematisch perspektivische
Darstellung der Vorderseite des ungefalteten Umschlags mit einem daran befestigten
Leporello 10, die Zeichnung 2 zeigt den gefalteten Umschlag und die Zeichnungen 3 bis 6 die
Handhabung des Umschlags.
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Der Umschlag nach Zeichnung 1 besteht beispielhaft aus Karton, ist rechteckig und durch die
vertikalen Falze 6 bis 9 in die Umschlagfelder 1 bis 5 unterteilt. Auf der Vorderseite des
Umschlagfeldes 1 ist mittig das zusammengefaltete Leporello 10 befestigt, das beispielsweise
als beidseitig nutzbarer Stadtplan ausgeführt ist. Die Größe vom Umschlagfeld 1 entspricht
der Größe des zusammengefalteten Leporellos plus einem allseitigen Überstand. Das
Umschlagfeld 2 ist halb so breit wie das Umschlagfeld 1 und das Umschlagfeld 3 um die
Dicke des verwendeten Kartons breiter als das Umschlagfeld 2. Die Breite von Umschlagfeld
4 entspricht der Dicke des zusammengefalteten Leporellos plus der doppelten Dicke des
verwendeten Kartons. Das Umschlagfeld 5 ist so breit wie die Umschlagfelder 2 und 3
zusammen.
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Der Umschlag wird nach Zeichnung 2 am Falz 6 gefaltet und die Rückseite von Umschlagfeld
2 auf die Rückseite von Umschlagfeld 1 geklebt, so daß der als Gelenk dienende Falz 7 mittig
auf der Rückseite von Umschlagfeld 1 liegt.
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Will man das Leporello nach links auf den Umschlag umblättern, so faßt man den Umschlag
am Umschlagfeld 1 an und legt die Umschlagfelder 3 bis 5 wie in Zeichnung 3 nach links um.
Nun kann man das Leporello 10 wie in Zeichnung 3 nach links auf die Umschlagfelder 4 und
5 umblättern oder den Umschlag wir in Zeichnung 4 schließen.
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Will man das Leporello nach rechts auf den Umschlag umblättern, so faßt man den Umschlag
wieder am Umschlagfeld 1 an und legt die Umschlagfelder 3 bis 5 wie in Zeichnung 5 nach
rechts um. Nun kann man das Leporello 10 wie in Zeichnung 3 nach rechts auf die
Umschlagfelder 4 und 5 umblättern oder den Umschlag wie in Zeichnung 6 schließen.
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Ist der Umschlag wie in Zeichnung 4 geschlossen, so bilden die Vorderseiten der
Umschlagfelder 2 bis 5 die Außenseite des Umschlags. Ist der Umschlag wie in Zeichnung 6
geschlossen, so bildet eine Hälfte der Rückseite von Umschlagfeld 1 sowie die Rückseite der
Umschlagfelder 3 bis 5 die Außenseite des Umschlags.
Bezugszeichenliste
1 bis 5 Umschlagfelder
6 bis 9 Falze
10 Unterlage